Weltraum (Neutral)

[Innerer Rand / Weltraum (neutral) / Handelsweg zwischen Gyndine und Fabrin / GSD 'Fides' / Brücke] - mit Commander Dur Tovi, Brückenkrew und anderen NSCs

Die 'Fides' erzitterte, als erneut ein Paar Turbolaserbolzen Wege durch ihre Schilde fanden. Tovi blickte die Gesichter seiner Krew-Mitglieder entlang. In einigen machten sich erste Sorgen breit. Noch blieben sie konzentriert - aber ein weiterer wirklicher Treffer könnte die Moral dieser Menschen in Panik verwandeln. Der Commander selbst verspürte im Moment aber eine fast irrationale Ruhe und Selbstgewissheit. Alles war so, wie es sein sollte. Sie kämpften den Kampf der Gerechtigkeit und er könnte seinen Teil dazu beitragen, diese herbeizuführen. Vielleicht könnte er mit seinem angestrebten Manöver Ziel Alpha sogar so aus dem Konzept bringen, dass sein Kamerad Gargatosh seinen Feind bezwingen könnte.
Tovi holte gerade Luft für seinen nächsten Befehl - da wurde er von der Sensorstation unterbrochen:
"Commander, Alpha hat zwei Raketen auf unsere Jäger zugeschickt."
Die Augen des Kuati weiteten sich. Er hatte doch befohlen, sie sollten sich von der Front der MARs fernhalten. Doch dieser Gedanke war nur untergründig. Denn kaum hatte er diese neue Information gehört, aktivierte er sein Komm auf der Frequenz seiner Staffeln.
"Ausweichmanöver Mehlstaub!" Dann wandte er sich direkt an die Waffenstation: "Hecktorpedo-Werfer: Feuert, was möglich ist."
Ein Blick aus dem Brückenfenster zeigte dem Commander, dass die 'Fides' inzwischen vor Ziel Beta war. Und die Piraten feuerten keine Raketen - also waren sie nicht auf törichte Selbstmordaktionen aus.
Tovi konnte sich eines Schmunzelns nicht erwehren, als er bemerkte, dass der Kommandant des anderen Schiffes wohl tatsächlich auf die 'Reconquista' feuern wollte; er versuchte nämlich noch einmal, in Schussposition zu kommen. Was die Mannschaft der 'Fides' erneut zu verhindern wusste.

Dies geschah in wenigen Sekunden. Zeitgleich öffnete der Commander seinen Kanal zur 'Reconquista':
"Gargatosh, halten Sie Alpha noch ein Paar Momente auf seiner Position. Ich möchte Grüße senden. Und beharken Sie die Mistkerle weiter - wir müssen ihre Systeme überlasten."

Während die 'Fides' weiter ihren Tanz des Krieges mit den Piraten vorführte, hatten die TIEs des GSDs hektisch und viele fluchend ihre Jäger nach oben oder unten gerissen und flogen mit Höchstgeschwindigkeit, um möglichst viel Distanz zwischen sich und die Diamant-Bor-Raketen zu bringen. Würden Sie nicht genug Abstand bekommen, wäre dies ihr letzter Einsatz.
Und während sie um ihr Leben flogen, passierte der erste Protonentorpedo ihre Reihen - und verfehlte die Raketen! Hielt aber weiter auf die zweite MAR der Piraten zu. Wenig später, und enorm knapp, bevor die erste Rakete auf Höhe der immer noch fliehenden Jäger war, traf der zweite Protonentorpedo die Rakete. Eine gigantische Explosion folgte - die leider doch einen TIE-Jäger, der nicht schnell genug war, erfasste. Weitere Protonentorpedos folgten. Eine ganze Kanonade, die erst abbrach, als die 'Fides' ihres Direktgefechts wegen dann doch die Position ändern musste.

Gleichzeitig zu all dem gab
Tovi weitere Befehle: "Lenkt sämtliche Energie, die wir nicht mehr bei dem Hangar brauchen in unsere Schilde. Evakuiert die Wohnbereiche und leitet die dortige Energie für die Lebenserhaltung in unsere Turbolaser."
Die Schlacht trat nun in die entscheidende Phase ein. Zum Horror der Mechanik-Krew galt es nun nämlich, die Energie so gewinnbringend wie möglich einzusetzen. Und würden die Techniker Fehler machen - oder der Commander sich in der Funktionsweise der Energiekreisläufe auf dem Schiff irren - dann würde sie das zu einer leichten Beute machen, da sonst ein Totalausfall der Energiesysteme drohte.
Der Kuati hoffte inständig, dass ihre Gegner auch in dieser Phase angekommen waren. Denn er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass derart modifizierte aber dennoch schon leicht ins Alter gekommene MARs ein besseres Kühlungs- und Energiesystem hatten als ein GSD des Galaktischen Imperiums.
Falls doch, wäre in wenigen Minuten dieser Kampf zu ihren Ungunsten entschieden.


"Sir, sechs Frachter und drei Staffeln Uglies sind auf dem Weg ins Kampfgeschehen", kam eine fest panische Meldung von der Sensorstation.
"Was?!", Tovis Kopf schnellte herum. Waren hier denn alle Piraten des Supersektors?
Die feindliche Jägerpräsenz machte ihm keine Sorgen. Die könnte er mit seinen Staffeln noch auffangen. Aber die Frachter konnten je nach Bewaffnung seinen Jägerschirm in Nichts auflösen.
Innerhalb von Millisekunden musste er abwägen: Sollte er Beta gebunden halten, oder seinen Jägern zu Hilfe eilen. Ein hektischer Blick später zeigte ihm, dass mindestens ein Torpedo Ziel Alpha erwischt hatte. Hoffentlich würde dieser Schaden reichen, um die Piraten aus der Fassung zu bringen und Fehler zu machen - oder durch Glück sogar irgendetwas elementar Wichtiges zerstört haben.

Er musste handeln. Und sollte er sich falsch entscheiden, dann wollte er dies wenigstens aktiv tun und durch Passivität scheitern. Angriff war die beste Verteidigung.

"Konzentriert das Feuer auf das Raketenlager unserer Feinde. Zwei Torpedos - Feuer. Dann volle Breitseite, abdrehen und volle Geschwindigkeit auf diese Entschuldigung von Verstärkung der Piraten zu." Ein Herzschlag verging. "Jetzt!
Sein GSD feuerte, was er hatte und richtete tatsächlich beachtlichen Schaden an; und setzte dann zu einem engen Wendekreis an. "Alle Zusatzenergie auf unseren Antrieb und die Heckschilde. Waffenenergie ebenfalls auf die Heckschilde. Heck-Torpedos, Feuer!"
Bei dieser Menge an gleichzeitigen Befehlen hatte das ganze Schiffssystem mitzuarbeiten, wodurch die Vibrationen und der darauffolgende Sprung an Geschwindigkeit besonders deutlich zu spüren waren.

Und kaum hatte sich das Schiff gefangen und war in Höchstgeschwindigkeit auf die kleine Gruppe an Frachtern zugehetzt, folgte direkt die nächste Anweisung:
"Zusatzenergie vom Antrieb auf die Geschütze. Feuer."
Diese ehrlicherweise durch den Mut der Verzweiflung angesetzte Taktik überraschte die Piraten tatsächlich, sodass sie binnen kürzester Zeit zwei Frachter verloren und ein dritter sich - hoffentlich endgültig zurückzog. Das musste reichen.
"Angriff abbrechen. Wir kümmern uns wieder um Beta", ordnete Tovi mit trockenem Mund recht schnell wieder an. Der aktuellste Adrenalin-Schub und der Tunnel der Schlacht ließen langsam wieder nach und er wurde sich bewusst, dass er seine Uniform schon ordentlich durchgeschwitzt hatte. Und der Kampf war noch nicht vorbei.
"Staffeln Zwei bis Vier. Kümmert euch um die Uglies. Staffel Eins, weiter Gargatosh unterstützen. Energie in unsere Frontschil..."

Der Commander landete hart auf seinem Hinterteil am Boden, als die 'Fides' seitlich einen Direkttreffer einer Diamant-Bor-Rakete abbekam und von einer gewaltigen Explosion erfasst wurde.


Einsatzstatus der 'Fides':

Schilde: 34%
Hülle: 65%
Geschütze: 73%
Protonentorpedowerfer: Front 07/20, Heck 14/20
Jägereskorte: Staffel 1 10/12 TIE/ln, Staffel 2 12/12 TIE/ln, Staffel 3 9/12 TIE/ln, Staffel 4 10/12 TIE/ln
Truppenmoral: Sinkend


[Innerer Rand / Weltraum (neutral) / Handelsweg zwischen Gyndine und Fabrin / GSD 'Fides' / Brücke] - mit Commander Dur Tovi, Brückenkrew und anderen NSCs
 
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Innerer Rand | Handelsweg nahe Gyndine und Fabrin | Huntress | Kommandobrücke | Captain Thade Skywalker, Brückenoffiziere (NSCs)

Auch wenn Ziel Gamma derzeit neutralisiert war und kurz vor der Übernahme stand, war das Gefecht noch lange nicht vorüber. Die Huntress war zu weit ab vom Schuss, um die Fides und Reconquista Yevetha unterstützen zu können und das schien Ziel Alpha und Beta sowie die übrigen Raumjäger und zu Enterbooten umfunktionierte Frachter der Piraten dazu zu animieren, übermütig zu werden. Thades Möglichkeiten waren begrenzt, das bedeutete aber bei weitem nicht, dass er gar nichts tun konnte. “Flugleitstand, starten Sie unsere Jagdbomber. Ziel sind diese 6 Frachter. Unsere Sternenflügler sollen Begleitschutz fliegen. Koordinieren Sie sich mit dem Flugleitstand der Fides.” Die Xg-1 Sternenflügler waren zwar nicht die agilsten Schiffe, aber gegen die Schrotmühlen des Gegners würden sie zusammen mit den Raumjägern der Fides und der Reconquista Yeveta schon bestehen können. “Zu Befehl, Kommandant.” Colonel Corrend bestätigte den Befehl umgehend und wenige Minuten starteten die drei Scimitar Jagdbomber der Huntress aus ihrem Hangar, die begleitet von den sieben überlebenden XG-1 Sternenflüglern auf den Schlagabtausch der übrigen vier Schiffe erhielten.

Damit konnte
Thade sich nun auf das angelaufene Entermanöver konzentrieren. Der Chiss rief die Statusmeldungen seiner Flottensoldaten über dem Holotisch ab und studierte die gemachten Fortschritte und sonstigen Meldungen. Zusätzlich setzte er sein Headset wieder auf, um in die Funkübertragungen der Einsatzkräfte reinzuhören. Schnell zeichnete sich ein einigermaßen deutliches Bild ab. Der Carrack-Kreuzer war weit davon entfernt, eine nach imperialen Standards vollständige Besatzung aufzuweisen und was an Personal vorgefunden wurde, schien in nicht unerheblichen Teilen aus Nichtkombatanten zu bestehen, die man in ihren Schiffssektionen isolieren konnte, ohne das unmittelbarer Widerstand zu erwarten war. Beide Erkenntnisse überraschten Thade nicht. Der Chiss hatte vielmehr damit gerechnet und bei einem Schiff unter ordentlicher Militärkontrolle ein Entermanöver mit der Huntress gar nicht erst erwogen.

In der Nähe des Hauptmaschinenraums kam es dann zu nicht unerheblichem Widerstand. Wie für Gefechte in Raumschiffkorridoren üblich, war der Schusswechsel brutal, verlustreich für beide Seiten und schnell vorüber.
Thades Flottensoldaten gingen aber siegreich aus dem Gefecht hevor und kurz darauf kam die Meldung, dass der Maschinenraum unter Kontrolle gebracht worden war. >>Gute Arbeit, Major Shehen. Leiten Sie eine Notabschaltung des Hauptreaktors ein und regeln die Lebenserhaltung auf ein Minimum herunter.<< Damit würde dieser Carrack-Kreuzer so schnell nirgendwohin mehr fliegen und mit der dünner werdenden Luft sollte sich der Widerstandswillen der Piraten auch in Grenzen halten. Die Notabschaltung eines Reaktors konnte nicht abgebrochen werden und es würde ein paar Stunden dauern, bis der Hauptreaktor wieder hochgefahren werden konnte, was auch wiederum einige Stunden benötigen würde. Damit war Ziel Gamma effektiv festgesetzt.

Für eine Siegesfeier war es allerdings noch viel zu früh.
Thade beschloss, den Piraten eine letzte Gelegenheit zur Kapitulation zu geben und sie über ihre Lage zu informieren. >>Major Shehen, verbinden Sie meine Frequenz mit dem schiffsweiten Interkomsystem.<< Es dauerte ein paar Minuten, bis die Verbindung hergestellt wurde, Major Shehen gab aber schließlich die Bestätigung. Der Chiss atmete einmal tief durch, bevor er in sein Mikrophon sprach und auf dem ganzen Carrack-Kreuzer zu hören war. >>Hier spricht Captain Thade Skywalker von der Imperialen Flotte: WIr haben die Kontrolle über den Hauptmaschinenraum übernommen und eine Notabschaltung des Hauptreaktors eingeleitet, damit fliegt Ihr Schiff so schnell nirgendwo mehr hin. Legen Sie Ihre Waffen nieder und verbleiben in Ihren Quartieren oder auf Ihren Stationen und warten Ihre Verhaftung ab, dann wird Ihnen nichts weiter geschehen. Jegliche Form von Widerstand wird mit maximaler Gewalt beantwortet werden.<< Der Chiss wartete keine Antwort auf dem Kanal ab und unterbrach die Verbindung, nur um dann wieder Major Schehen anzufunken. >>Nächste Priorität sind die Gefangenen, befreien Sie sämtliche Geiseln und schließen Sie die Mannschaft in ihren Quartieren ein.<< Die Huntress hatte nicht genug Platz, um alle Piraten im Zellentrakt unterzubringen. Die Mannschaftsquartiere des Carrack-Kreuzers waren für eine kurzfristige Unterbringung aber genauso gut geeignet. So schnell würde sich kein Mitglied durch eine außer Funktion gesetzte Tür arbeiten können.

Innerer Rand | Handelsweg nahe Gyndine und Fabrin | Huntress | Kommandobrücke | Captain Thade Skywalker, Brückenoffiziere (NSCs)

Huntress, Arquitens 546: Hülle: 83 % Schilde: 53% Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 25/30 je Werfer, Jägereskorte: 8/12 TIE/in ; 7/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
[ Innerer Rand / Cicarpous-Sektor / Nanth'ri Route zwischen Gyndine und Fabrin / MAR Reconquista Yevetha / Deck 1 / Brücke ] Baran, sowie Brücken-NPCs

“Verstanden, Sir!”, beantwortete Baran die Anweisung, die Commander Tovi ihm über einen Direktkanal hatte übermitteln lassen. Wobei…es war eher ein Hilfsangebot gekleidet in eine Anweisung. Mit einer Handbewegung wies er Ensign Ryun an die Verbindung wieder zu kappen und wandte sich dann mit frischen Anweisungen an Lieutenant Evans: „Energie auf die Traktorstrahler. Wollen wir doch mal sehen, was die Fides uns so schickt.“

Die Antwort waren Protonentorpedos. Von denen es sogar einer schaffte die Distanz zu überwinden und in das plötzlich immobilisierte Schiff einzuschlagen. Finster lächelte der Gotal. Damit war das Schicksal des Feindes besiegelt.

Das letzte aufbäumen der Piraten war nun auch im Begriff im Keim erstickt zu werden. Jägerstaffeln der Fides und der Huntress stürzten sich auf Uglies und Frachter. Noch immer sanken die Schilde der Reconquista stetig, doch was auch immer von der Verteidigung Alphas übrig war, konnte nicht mehr groß ins Gewicht fallen. Der Tag war gewonnen, der imperiale Sieg nur noch eine Frage der Zeit.


„Ryun, öffnen Sie einen Kanal zu Ziel Alpha!“, knurrte Baran. Geduldig wartete er das Zeichen seines COMMO ab nun sprechen zu können, dann wandte er sich an die Piraten: „Hier spricht Lieutenant Commander Gargatosh von der MAR Reconquista Yevetha. Sie befinden sich fest im Griff unserer Traktorstrahler. Sie haben dreißig Sekunden, um Ihre bedingungslose Kapitulation zu übermitteln und das Feuer einzustellen. Sollten Sie sich weigern, werde ich die restlose Zerstörung Ihres Schiffes veranlassen!“

Für einige Sekunden blieb alles Still, nur das Rumpeln der Geschütze hallte über die Brücke, bevor Ryun wieder das Wort erhob:
„Übertragung von Ziel Alpha. Ich stelle durch:“

„Thief an Käpt’n Gargatosh!“, schallte eine weibliche Stimme über die Brücke. Ihr Ton war ruhig, kontrolliert. „Erstick an meinem schlaffen Schw*nz, du arschf*tziger Huttenf*cker!“

„Energieanstieg in Alphas Raketenwerfern!“, quietschte Sensorikoffizier Fouke und deutete mit der bloßen Hand auf die durch das Sichtfenster der Brücke deutlich sichtbare Front ihres Gegners.

„Verdammt, sind die lebensmüde?! Ausweichmanöv-“ Doch weiter kam Baran nicht. Das gequälte Kreischen von Metall hallte über die Brücke und alle Luft wurde aus seinen Lungen gepresst, als er irgendwo aufschlug. Sterne tanzten vor seinen Augen, während die Welt abwechselnd schwarz wurde und wieder rot aufleuchtete. Um sich herum spürte er Schmerz, Verwirrung und Schock.

Baran stöhnte und versuchte sich mit einem Arm aufzustützen. Augenblicklich sah er wieder Sterne, diesmal vor Schmerz. Für ein paar Herzschläge lag er einfach nur da, dann zwang er seine Augen dazu, sich zu öffnen. Mit einem weiteren Stöhnen drehte er sich auf den Rücken.

Was auch immer passiert war, es hatte ihn auf die andere Seite seiner Brücke geschleudert. Sein rechter Arm stand in einem unnatürlichen Winkel ab.


„Bericht!“, keuchte er, doch niemand schien grade zu einer Antwort fähig. Mit Mühe presste er erst seinen Rücken gegen die Wand und zog dann seine Beine unter sich. „Bericht, verdammt noch eins!“, befahl er ein weiteres Mal und diesmal schien Bewegung in seine Brückencrew zu kommen.

Im Licht der Notbeleuchtung waren sie nur dunkle Schemen, doch erkannte er Lieutenant Evans an der Stimme:
„Direkter Treffer durch eine Diamant-Bor Rakete. Schilde, Waffensysteme und Hauptenergie: Ausgefallen. Lebenserhaltung über Notenergie.“

„Und Ziel Alpha?“, fragte Baran und humpelte langsam wieder zu seinem alten Platz zurück.

„Sensoren sind ausgefallen, Sir. Unbekannt.“

„Ich hab‘ Alpha in den Hyperraum springen sehen“, meldete sich die Stimme Ensign Rifais zu Wort. „Sie scheinen was dagelassen zu haben.“

Baran brauchte einen Moment, bis er verstand, was sein Navigationsoffizier meinte. Die Schmerzen in seinem Arm waren noch aushaltbar, doch pochte sein Kopf wie verrückt. Vor der Frontscheibe der Reconquista trieb etwas im All, dass er erst auf den zweiten Blick als abgerissenen, schwarz angemalten Flügel einer Marauderkorvette identifizierte. Das Manöver hatte Alpha auch mit seinem eigenen Blut bezahlt.

„Evans, rufen Sie Doktor Chi auf die Brücke und geben Sie mir Petty Officer K’rzek. Ich will einen genauen Schadensbericht. Ensigns Rifai und Fouke, sind Sie in Ordnung und bei Bewusstsein?“

Baran atmete auf, als auch die angesprochenen Offiziere Entwarnung gaben.

Das war ja klasse gelaufen…


[ Innerer Rand / Cicarpous-Sektor / Nanth'ri Route zwischen Gyndine und Fabrin / MAR Reconquista Yevetha / Deck 1 / Brücke ] Baran, sowie Brücken-NPCs

MAR "Reconquista Yevetha"
Kommando: Baran Gargatosh

[MAR] „Reconquista Yevetha“ [Schilde: 0% | Hülle: 49%]
[Ziel: MAR "Alpha" | Schäden: Hüllenbruch Deck 2 | Zusätzliches: -]
Truppenmoral: Beständig

Staffel "3-1-ResWid" TIE/in [?/12 Maschinen] [Gestartet, Auftrag: -]
 
[Innerer Rand / Weltraum (neutral) / Handelsweg zwischen Gyndine und Fabrin / GSD 'Fides' / Brücke] - mit Commander Dur Tovi, Brückenkrew und anderen NSCs

Das Schiff vibrierte immer noch, Warnsirenen heulten und eine mechanische Schadensmeldung erklang. Irgendwas von kritischen Schäden und Ausfall des Schildgenerators. Langsam richtete Tovi sich wieder auf. Eine Hand drückte er dabei stöhnend auf seinen Steiß - so schick und beeindruckend die Durastahlästhetik Imperialer Schiffe war, so wenig war sie darauf ausgelegt, den Sturz eines erwachsenen Mannes abzufedern.
Ein schneller Blick zeigte ihm, dass die meisten Personen seiner Brückenkrew zwar geschockt, gut durchgeschüttelt und manche hingestürzt waren - eine Unteroffizierin hatte sogar eine Platzwunde davongetragen und wirkte desorientiert - aber dennoch weiterhin einsatzfähig.

Als sein Blick zum Brückenfenster wanderte, sah er, dass das Ziel Beta im vorderen Bereich brennend langsam weiter auf sie zuhielt.
Jemand von der Technik wollte dem Commander gerade die Schadensmeldungen durchgeben, als er diesem hart ins Wort fiel:

"Maximal mögliche Energie in die Schilde! Turbolaser, feuert auf Beta. Es ist noch nicht vorbei." Ein Stöhnen war aus mehreren Mündern zu hören und doch machte sich die Krew so schnell wie möglich - was in ihrer jetzigen Situation viel langsamer als nötig war - an das Umsetzen seiner Befehle.

Sie hatten echt Glück gehabt, dass die Diamant-Bor-Rakete die Seite der Fides getroffen hatte und nicht direkt die Brücke oder den Haupthangar. Dann wäre das ganze vorbei gewesen. Zwei direkte Lasertreffer vom Feind mussten sie noch einstecken, bevor sie das Gegenfeuer wieder eröffneten. Langsam und sich seine Schmerzen nicht anmerken lassend ging
Tovi zur Technikstation und betrachtete die Fehlermeldungen und den Schadensbericht. Sie hatten einige Geschütze verloren, einen Hüllenbruch in der Nähe der Nebenhangar und zig Kleinigkeiten. Hoffentlich war hier in der Nähe eine vernünftige Werft.

Aber auch Beta musste ordentlich einstecken. Es feuerte nur mit den Laserkanonen. Also entweder waren die Piraten töricht geizig, oder aber sie hatten Angst, durch erneutes Feuern ihrer Bor-Raketen ihren eigene Bug zu zerfetzen, welcher immer noch in durch die diversen Gase und Öle der Leitungen bunten Flammen brannte.


"Funktionieren unsere Torpedos noch?", fragte Tovi in Richtung der Waffenstation.
"Äh, Sir. Unsere Zielerfassung spinnt - aber feuern sollten wir sie noch kön..." "Torpedo, Feuer frei."
Der Commander wusste nicht, wie er es schaffte, aber seine Stimme klang ruhig und selbstsicher, obwohl er innerlich beinahe von der Erschöpfung übermannt wurde und ein stechender Schmerz von seinem Steiß in die Oberschenkel ausstrahlte. Und er schon fast damit abgeschlossen hatte, bei dem nächsten oder übernächsten Treffer in seine Atome zerlegt und ins weite Nichts des Weltalls geschleudert zu werden.
"Nicht heute", dachte er grimmig und stellte zufrieden fest, dass der Torpedo abgefeuert wurde. Er würde ihren Gegner zwar deutlich verfehlen - aber noch konnten sie kämpfen.

Und dann geschah es tatsächlich: Beta drehte ab - und war einige Augenblicke später in den Hyperraum gesprungen.
Stille machte sich auf der Brücke breit. Stille der Anspannung. Stille des abebbenden Adrenalins. Stille der Bereitschaft. Stille der Erschöpfung. Stille des Verarbeitens.

Tovi ließ sie gewähren und genoss selbst den Moment und nutzte ihn, um einmal tief durchzuatmen und sich wieder neu zu fokussieren. Und dann holte er seine Mannschaft aus dieser Stille, bevor sie aus der Gefechtshaltung rausfallen würden.
Er klatschte in seine Hände.

"Sehr gut! Diesen Abschaum haben wir vertrieben. Ihr habt ihm in den Arsch getreten", er ging etwas durch die verschiedenen Stationen, klopfte auf Rücken, schüttelte Hände und animierte zum Jubel.
"Lang lebe das Imperium!"

Und nun stimmte die Besatzung der Brücke mit ein. Der Ruf wurde aufgegriffen, sich gegenseitig gratuliert und der ganze Druck abgelassen.
Einige Sekunden ließ der Commander sie gewähren und freute sich schon auf seine richtige Feier nach Abschluss dieser Mission. Aber er war sich bewusst, dass dieser Einsatz auch noch nicht zuende war. So forderte er wieder Ruhe und verschränkte seine Arme hinter dem Rücken.

"Lieutenant, wie ist der Status der 'Reconquista' und der 'Huntress'?"
"Commander, Ziel Alpha ist ebenfalls verschwunden. Die 'Huntress' sieht aus, als hätte sie die Lage im Griff. Und die 'Reconquista' sieht in etwa so mitgenommen aus wie wir."

Diese Schlacht hatte also bei ihnen allen Tribut gezollt. Aber sie hatten gesiegt. Die letzten Jäger würden sie mit Leichtigkeit fertig machen, jetzt, da die wirkliche Kampfschiffe der Piraten abgehauen oder neutralisiert waren.
Als nächstes beorderte
Tovi ein Sanitätsteam auf die Brücke, sowie zwei weitere für den Rest des Schiffes und delegierte die korrekte Erfassung und Katalogisierung der Schäden weiter. Und verdrängte ganz schnell den Gedanken an die bürokratische Arbeit, die mit der Schadens- und Verlustmeldung einhergehen würde.

Dann griff er wieder zu seinem Komm und öffnete den gesicherten Kanal zu
Skywalker und Gargatosh.
"Lieutenant Commander Gargatosh, brauchen Sie noch Hilfe? Captain Skywalker, Alpha und Beta sind abgehauen. Wie sehen die weiteren Befehle aus?"
Nachdem Tovi seine Nachricht zuende gesprochen hatte, stellte er sich breitbeinig zentral auf die Brücke hin und ließ seinen Blick über diese gleiten. Und ein zufriedenes Lächeln entstand auf seinem Gesicht.
So sollte die Imperiale Flotte doch aussehen: Lauter Männer und Frauen, die ihr Leben für das Imperium und für die Gerechtigkeit einsetzten und selbst mit den äußersten Mitteln krimineller und abartiger Subjekte mithalten konnte.

Tovi war stolz auf seine Krew und stolz darauf, dass er ein Imperialer Schiffskommandant war. Es war ein hart erkämpfter Sieg. Aber ein verdienter Sieg und ein gerechter Sieg.

Ein Blick runter auf sein Komm zeigte ihm, dass die Nachricht an
Gargatosh nicht angekommen war. Vielleicht hatte es ihn doch härter erwischt als die 'Fides'.
"Bringt uns zur 'Reconquista'. Wenn wir dort angekommen sind, gehen wir von Gefechtsbereitschaft auf Alarmstufe Orange.
Med-Team Zwei und Technik-Team Vier, bemannt unser TIE-Shuttle und fliegt zur 'Reconquista'. Bietet Hilfe an, wenn sie gebraucht wird. Und ansonsten kommt zurück und arbeitet hier weiter."

So setzte sich die 'Fides' in Bewegung, während die Anweisungen von Captain Skywalker kamen.

Einsatzstatus der 'Fides':


Schilde: 02%
Hülle: 52% - Schäden: leichter Hüllenbruch auf der Steuerbordseite, zerstörte Leitungen und Turbolifts im angrenzenden Bereich
Geschütze: 64% - Schäden: zerstörte Geschütze: 2 Zwillingsturbolaser (Steuerbord), beschädigte Geschütze: 1 Zwillingsturbolaser (Bug), 2 Vierlingslaserkanonen (Steuerbord), beschädigte Zielerfassung Torpedowerfer (Bug)
Protonentorpedowerfer: Front 06/20, Heck 14/20
Jägereskorte: Staffel 1 10/12 TIE/ln, Staffel 2 12/12 TIE/ln, Staffel 3 9/12 TIE/ln, Staffel 4 10/12 TIE/ln
Truppenmoral: Steigend


[Innerer Rand / Weltraum (neutral) / Handelsweg zwischen Gyndine und Fabrin / GSD 'Fides' / Brücke] - mit Commander Dur Tovi, Brückenkrew und anderen NSCs
 
Innerer Rand | Handelsweg nahe Gyndine und Fabrin | Huntress | Kommandobrücke | Captain Thade Skywalker, Brückenoffiziere (NSCs)

Der Carrack-Kreuzer war noch immer nicht vollständig befriedigt, als sich Lieutenant Farmel zu Wort meldete. “Kommandant, Commander Tovi von der Fides meldet, dass Ziele Alpha und Beta sich in den Hyperraum abgesetzt haben und bittet um weitere Befehle. Er wartet zusammen mit Lieutenant Commander Gargatosh auf Kanal 2.” Thade nickte die Meldung ab. Tatsächlich hatten die letzten Salven der Fides und Reconquista Yevetha kombiniert mit dem Umschwenken der Bomber der Huntress offenbar den Kampfeswillen der Piraten gebrochen. Der Chiss sah sich damit in seinem aggressiven Vorgehen bestätigt. Das Gefecht war kurz und heftig gewesen, dafür hatten sie aber nicht nur einen Kreuzer erbeutet und unzählige Gefangene gemacht, die später verhört werden konnten, sie hatten außerdem einen großen Teil des Konvois retten können.

Thade setzte sein Headset auf und aktivierte Kanal 2. >>Hier spricht Captain Skywalker. Gute Arbeit, Commander Tovi und Lieutenant Commander Gargatosh. Unsere oberste Priorität ist Schadenskontrolle, aber wir bleiben wachsam. Unsere Jäger sollen Standardpatrouillen um das Schlachtfeld und den Konvoi fliegen, bis der letzte Frachter den Sprung in den Hyperraum gemacht hat.<< Der Chiss erwartete zwar nicht wirklich weitere Probleme so tief im imperialen Raum, aber das war für ihn kein Grund, jetzt nachlässig zu werden. >>Commander Tovi, schicken Sie mir bitte zwei Kompanien Infanterie. Wir müssen die Mannschaft dieses Carrack-Kreuzers davon überzeugen, dass ein Meutereiversuch chancenlos sein wird.<< Tatsächlich hätte er auch ein paar Technikerteams gebrauchen können, um den Carrack-Kreuzer zu bemannen, aber die Schäden der Fides und der Reconquista Yevetha schienen beträchtlich zu sein, also setzte Thade andere Prioritäten. >>Und sobald Sie sie erübrigen können, schicken Sie bitte auch ein paar Technikerteams zur Reconquista Yevetha, um Lieutenant Commander Gargatosh zu unterstützen.<<

Thades Augen glitten über die Statusanzeigen ihres kleinen Verbandes vor sich. >>Meine Herren, wir haben heute einen schwer erkämpften Sieg errungen. Bleiben Sie wachsam, die Siegesfeier werden wir auf unsere Rückkehr nach Truuine verschieben. Dort erwartet unsere Mannschaften eine Möglichkeit zum Landgang, während wir unsere Schiffe in der örtlichen Werft reparieren lassen, bis uns neue Befehle erreichen. Dort werden wir auch eine Abschlussbesprechung abhalten.<< Noch konnte Thade allerdings nicht genau absehen, wie lange sie hier bleiben mussten, bis sie tatsächlich nach Truuine springen konnten. >>Sobald ich abschätzen kann, wann der Carrack-Kreuzer sprungfähig ist, gebe ich Ihnen Bescheid.<< Damit beendete Thade auch die Kommverbindung. Die weiteren Details überließ der Chiss den anderen Kommandanten. Er vertraute darauf, dass sie fähig waren, ihre eigenen Schiffe zu führen und verzichtete darauf, ihnen ihre Arbeit zu erklären. Thade arbeitete selbst am liebsten so autonom wie möglich und schätzte es ganz und gar nicht, allzu enge Vorgaben für sein Handeln zu bekommen. Entsprechend behandelte er seine Untergebenen genauso, bis sie bewiesen, mit der Autonomie nicht umgehen zu können.

Gerade jetzt gab es ausreichend Gelegenheit, die eigenen Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen.
Thades verfügbares Personal war aktuell leider begrenzt. Unter normalen Umständen hätte er Lieutenant Commander Murbau damit beauftragt, den Carrack-Kreuzer zu einem imperialen Raumhafen zu bringen. Leider war er aktuell aber noch auf der Piratenbasis damit beschäftigt, die dort zurückgelassenen Truppen zu koordinieren. Thades zweiter Offizier Lieutenant Shirho war zwar ein fähiger junger Mann, aber bei weitem noch nicht bereit dafür, so ein temporäres Kommando zu übernehmen. Thades sonstige erfahrensten Führungsoffiziere waren Colonel Corrend von der Flugleitstation, Major Shehen vom Flottenregiment, sein Chefarzt Lieutenant Commander Brigid und sein Chefingenieur Lieutenant Commander Holwcar. Sie alle waren fähige Führungsoffiziere, aber nur einer von ihnen war wirklich geeignet für diese Aufgabe, also stellte Thade eine Verbindung zum Hauptmaschinenraum her. >>Lieutenant Commander Holwcar, ich habe eine Aufgabe für Sie. Stellen Sie ein Technikerteam zusammen und setzen zum Carrack-Kreuzer über. Ich will ihn so schnell wie möglich wieder flugfähig wissen. Sie werden das Kommando auf dem Schiff übernehmen, bis wir zusammen nach Truuine zurückgekehrt sind. Legen Sie sofort los.<< Thade unterbrach sofort die Verbindung, hörte aber trotzdem den Anfang von Holwcars Protest. Der Mann kam nicht gerne aus seiner Komfortzone als Chefingenieur heraus, jetzt gerade aber dachte der Chiss nicht daran, sich nach den Befindlichkeiten des Mannes zu richten.

Wenige Stunden später machte der Verband aus nun vier Schiffen den Sprung nach Truuine ohne weitere Zwischenfälle.


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Huntress, Arquitens 546: Hülle: 83 % Schilde: 53% Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 25/30 je Werfer, Jägereskorte: 8/12 TIE/in ; 7/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber

weiter auf Truuine ->
 
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Mit einem unterdrückten Stöhnen ließ Baran sich in deinem Kommandosessel sinken. Sein Kopf hämmerte wie wild und auch von seinem gebrochenen Arm schienen mit jedem Herzschlag Wellen des Schmerzes in seinen restlichen Körper zu strahlen.

Von allen Brückenoffizieren schien es ihn am schlimmsten erwischt zu haben. Kein Kunststück. Er war der einzige gewesen, der beim Einschlag der Rakete auf den Beinen gewesen war. Evans, Ryun, Rifai und Fouke wiesen die ein oder andere Platzwunde auf, doch im Großen und Ganzen waren sie wohlauf.

Er war in keiner Verfassung zu führen, doch solange die Notbeleuchtung lief und er nicht sagen konnte, wie schlimm die Reconquista getroffen worden war, wollte er die Verantwortung nicht abgeben.

Mit einem Zischen öffnete sich die Tür zur Brücke und Doktor Chi betrat den Raum, an seiner Seite einer der Soldaten, die ihn holen gegangen waren. Der Epicanthix erfasste die Situation mit einem Blick und schritt zügig zu Baran hinüber, um ihn als erstes zu verarzten. Das Schmerzmittel, dass Chi ihm spritzte, brachte augenblicklich wieder etwas mehr Klarheit in seinen Geist.

Über die nächsten Minuten klärte sich sein Blick, während immer mehr Systeme wieder online gingen.

Der Bericht war ernüchternd. Dieser letzte, selbstmörderische Raketenangriff von Ziel Alpha hatte enormen Schaden angerichtet. Nicht nur waren sechs TIE/in zerstört worden, in seinem Schiff klaffte ein dickes Loch, wo einst die Messe gewesen war. Der denkbar beste Ort dafür, hatte die Rakete doch einerseits die Truppenquartiere und andererseits den Lagerraum mit weiterem Sprengstoff verfehlt.

Ein Dutzend Leute tot, ein Vielfaches davon verletzt.

Dazu hatte die Sentinel-Klasse Landefähre Brisk sich im Moment der Explosion im Schatten der Reconquista befunden und war im Moment des Einschlags mit ihrem Mutterschiff kollidiert. Es war die Quittung für Barans gewagtes Manöver, das Shuttle zu nutzen, um Ziel Alpha zusätzlichen Schaden beizubringen. Die Brisk war nicht gänzlich zerstört worden und nicht die gesamte Crew war ums Leben gekommen.

Darüber musste er wohl froh sein.

Nun, da die Kampfhandlungen abgeschlossen waren, gab es auch Hilfe von der Fides in Form von medizinischem Personal und Technikern. Mit ihrer Hilfe stellte sich nach und nach wieder ein Zustand ein, in dem das Schiff operieren konnte.

Während Ziel Gamma für die Abreise ins Truuine-System bereitgemacht und jene Uglies festgesetzt wurden, die nicht zerstört worden waren und ohne Hyperraumantrieb nicht hatten fliehen können, sammelte die Reconquista ein, was Baran an Verlusten nicht zurücklassen wollte. Im All treibende Leichen, beschädigte Jäger und alles, was von der Brisk noch übrig war.

Schließlich bekam Petty Officer K’rzek sogar noch die Traktorstrahler wieder zum Laufen, woraufhin die Reconquista auch den zurückgebliebenen Flügel von Ziel Alpha in Schlepptau nahm. Was auch immer die Piraten sich dort zusammengebaut hatten, würde ja vielleicht dem ein oder anderen Eierkopf ein paar schöne Tage verschaffen.

Nach einigen Stunden, nachdem der imperiale Konvoi schon lange Richtung Mimban weitergesprungen war, machten die Reconquista, Huntress und Fides sich endlich wieder auf den Weg zurück ins Truuine-System.

So wenig die Reconquista im Asteroidenfeld abbekommen hatte, so mitgenommen war sie nun und Baran hoffte inständig, dass die Schäden überhaupt im kleineren Rahmen des Systems behebbar waren.

Erst im Hyperraum, gab er endlich seinen Kommandosessel auf und begab sich in sein Quartier, um etwas auszuruhen.


[ Innerer Rand / Cicarpous-Sektor / Nanth'ri Route zwischen Gyndine und Fabrin / MAR Reconquista Yevetha / Deck 1 / Barans Quartier ] Baran

Weiter auf Truuine
 
| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Cockpit |
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

Samin ließ den Blick noch einen Moment zufrieden über die Instrumente wandern. Die Route war mehrfach berechnet und bestätigt, Hyperraumprojektion stabil, es gab keine Warnmeldungen. Damit gab es tatsächlich nichts mehr zu tun, als die üblichen Checks laufen zu lassen und die Systeme zu überwachen. Und ein Schiff wie jenes, auf dem sie sich befanden, konnte das sogar von selbst. Erst jetzt fiel ihr auf, dass Dany neben ihr ein kleines bisschen weniger gesund und munter aussah als noch vor ein paar Minuten. Die Mandalorianerin überspielte es ziemlich gut, aber die etwas angestrengte Stimme, auf die Frage, womit sie sich nun die Zeit vertrieben, entging Samin nicht.


„Alles in Ordnung?“, erkundigte sie sich, wobei die Mundwinkel jedoch etwas zuckten.

„Du siehst ein bisschen … blass aus.“

Samins Sitz drehte sich halb in die Richtung der anderen. Karten waren eine akzeptable Idee. Sie war selbst nicht die größte Spielerin, hatte aber nun jahrelange Erfahrung als besserwissende Rücksitzspielerin aus den Offizierskasinos imperialer Sternenkreuzer oder Basen, wie zuletzt auf Eadu. Jakes Frage nach den anzuwendenden Regeln erinnerte die Chiss jedoch daran, warum das Spielen um Credits unter Strafvollzug im Dienst des Imperiums untersagt wurde.

„Wir spielen ganz sicher nicht nach Nar-Shadaa-Regeln. Und wenn ich dich beim Bescheißen erwische, erlebst du den Zorn der Chiss am eigenen Leib.“

Seine nächste Frage verlieh der leichten Unterhaltung dann die Schwere eines schwarzen Loches. Sie warf einen Seitenblick auf Sana. Was mit den Kindern geschehen war, war nicht nur ihre Geschichte. Trotzdem ließ sich kaum erklären, warum sie mit einem Dutzend Kindern durch die Galaxis flog, ohne wenigstens die offensichtlichen Teile zu nennen.

„Die Kurzfassung?“

Sie lehnte sich zurück, räusperte sich und überlegte, wie die kurze Version aussah.

„Die Kinder standen auf Rekrutierungslisten des Sith-Ordens. Ein Mann namens Sane von Kath und Rian, ein ehemaliger Akademie-Kamerad von mir, sind mit mir zusammen auf diese Liste gestoßen und haben mir geholfen, die Kinder zu finden. Jemand war bereits dabei, sie aus dem Imperium zu schmuggeln und ich … musste einfach mit.“

Erneut sah Samin zu Sana.

„Ich hatte Sana gefunden.“

Sie zögerte kurz.

„Danach waren wir zwei Wochen in einen Container eingeschlossen, vielleicht sogar mehr. Eigentlich sollte die Reise woanders enden, aber unser Kontaktmann wurde auf The Wheel erschossen. Dann saßen wir da fest, bis ich Dr. Moore gefunden habe.“

Das alles klang in dieser Reihenfolge ausgesprochen absurd. Dabei fehlte ja sogar noch der Teil mit Gongboy, der explodierten Dawn Chaser, der Gefängniszelle und der Umstand, dass sie nun aus heiterem Himmel auf Jake gestoßen waren. Die Galaxis hatte wirklich einen merkwürdigen Sinn für Humor. Samin schnaubte leise.

„Nun kommen die Kinder auf Zanbar unter, bei den Mandalorianern.“

Sie nickte in Richtung von Dany und vermied es dabei, Sana erneut in die Augen zu sehen.

„Da sind sie erst einmal in Sicherheit, bis ich zurückkomme.“

Mehr sagte sie zunächst bewusst nicht und richtete ihre roten Augen wieder auf Jake.

„Und was ist mit euch?“

Ihr schiefes Grinsen kehrte zurück.

„Wo warst du, nachdem du uns sitzen gelassen hast?“

Dann sah sie zu Dany.

„Und wo warst du, bevor du auf dem Rad nach Munition gesucht hast?“

Damit war die Fragerei aber noch nicht am Ende. Die Geschichte von Moore würde sie natürlich auch brennend interessieren.

„Und … wo haben Sie so viel Credits her? Was genau machen Sie?“

Das war wahrscheinlich die seltsamste Ansammlung von Individuen, mit denen sie jemals ein Cockpit geteilt hatte.

| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Cockpit |
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //

Dany sah zu Samin hinüber und begriff spätestens an deren Blick, dass ihr kleiner Kampf gegen die künstliche Schwerkraft und den eigenen Magen wohl doch nicht vollkommen unbemerkt geblieben war. Vermutlich fiel es bei ihrem von Tatooine noch immer ordentlich gebräunten Teint sogar besonders auf, wenn ihr plötzlich etwas Farbe aus dem Gesicht wich.

"Ähm … nein. Alles gut."

Sie winkte ab, nicht jedoch ohne der Chiss dabei leicht angestrengt zuzuschmunzeln. Samin wusste ohnehin genau, was los gewesen war. Das Zucken ihrer Mundwinkel verriet genug. Dany würde ihr nur ganz sicher nicht auch noch die Genugtuung geben, es laut auszusprechen.

Das Gespräch wanderte anschließend irgendwo zwischen Sabacc-Regeln und deutlich persönlicheren Fragen hin und her. Dany hielt sich zunächst bewusst zurück. Die Geschichte der
Kinder kannte sie zumindest in ihren Grundzügen bereits und einiges davon ging sie schlicht nichts an. Bei Moore sah die Sache allerdings anders aus. Seit sie versehentlich an deren Wohnungstür geklopft hatte, war praktisch jede neue Information über die Silberhaarige nur von drei weiteren Fragen begleitet worden. Wo zum Shab kamen all die Credits her? Was machte eine Frau, die eine Luxusyacht besaß oder zumindest für sündhaft teures Geld chartern konnte und mal eben eine halbe Million Credits pro Kopf für einen Einbruch auf Bakura auf den Tisch legte, eigentlich normalerweise? Und was zum Shab war eigentlich Phase mit ihrer 'Tochter' Mira?

Dany sah entsprechend interessiert zu
Moore hinüber.

Dass
Jake keine Spielkarten in seinem Overall spazieren trug, überraschte dagegen wenig. Obwohl es irgendwie zu ihm gepasst hätte. Moore verschwand kurz und kehrte tatsächlich mit einem flachen Koffer zurück, der offenbar zum Inventar der Seastar gehörte. Darin lagen mehrere Kartendecks, ordentlich sortierte Spielchips und vermutlich alles, was reiche Leute benötigten, um sich auf längeren Hyperraumreisen gegenseitig Credits abzunehmen.

Wenig später saß die Gruppe an einem Tisch unweit der Steuerkonsole. Besonders großzügig war der Platz mit sechs Personen nicht mehr, aber es ging. Dany fand sich eingepfercht zwischen Samin und Moore wieder, während ihnen Jake, Sana und Mira gegenüber saßen. Es war eher kuschelig. Sie warf
Jake einen kurzen Blick zu. Sollte der Mann diese räumliche Nähe auch nur einmal dazu nutzen, über irgendeine Schulter in fremde Karten zu schielen, würde zu den Ohrfeigen sehr wahrscheinlich noch ein Tritt in die Weichteile kommen.

Dany nahm das Deck und begann zu mischen.


"Ich war auf Tatooine, bevor ich aufs Wheel gekommen bin. Hatte dort ein Kopfgeld"

Die Karten glitten gleichmäßig durch ihre Finger, während sie auf Samins Frage zurückkam.

"Und davor eins in den Sümpfen Gamorras“

Mehr Details lieferte sie zunächst nicht. Insbesondere keine Zahlen. Moore musste nicht unbedingt erfahren, dass die Frau, der sie inzwischen eine halbe Million Credits für einen Auftrag bot, bis vor kurzem noch für ein paar hundert Credits durch Sümpfe und Wüsten gerannt war, um irgendwelche drittklassigen Halsabschneider einzufangen. Oder dass sie anschließend halbseidene Gefälligkeiten für eine sullustanische Beutelratte erledigt hatte, nur damit ihre Dawn Chaser überhaupt wieder von Tatooine herunterkam.

Es war schließlich alles eine Frage der Präsentation. Dany begann auszuteilen und schob jedem seine Karten zu.


"Ich bin für Corellian Spike"

Sie legte den restlichen Stapel in die Mitte und sah einmal in die Runde.

"Keine Hausregeln und kein Bescheißen"

Ihr Blick blieb einen Augenblick länger auf Jake liegen.

"Einwände?"

Die Sache war kurz darauf beschlossen. Dany teilte aus und die ersten paar Runden wurden gespielt. Wie immer bei Glücksspielen verkackte sie ziemlich schnell. Genau deshalb verzichtete sie meistens darauf.

"Haar’chak, Shabuir!"

Fluchte sie schließlich, nachdem sie im dritten Spiel gejunkt (gepasst) hatte und wenig später feststellen musste, dass sie in der dritten Wettrunde ein unschlagbares Blatt gehabt hätte. Erst einen Augenblick später fiel ihr wieder ein, dass Sana mit am Tisch saß. Dany räusperte sich etwas verlegen, sammelte ihre Karten ein und tat so, als wäre überhaupt nichts gewesen.

"Das war nichts, was du dir merken musst"

// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //
 
// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //

„Samin.“, leise, bedächtig. „Samin.“, nach einer kurzen Pause schon kräftiger, als würde allein die Wiederholung eine Erklärung sein, dann wippten seine Augenbrauen in die Höhe. „Samin.“, schließlich entschlossen, dabei nickte er überzeugend. „Man muss wissen, wie man betrügt, um Betrüger aufzudecken. Man will doch nicht mit jemand Unehrlichem spielen, solche Leute ziehen einen bis auf die Unterhose aus. Außerdem meinst du nicht wenn, sondern falls. Du hast noch nie nach Nar Shadaa-Art gespielt.“ Jetzt grinste Jake. „Weil erstens, gibt es dafür kein Handbuch und zweitens, bist du dafür eine viel zu ehrliche Haut.“ Aber Dany stellte dann doch schnell die Regeln klar, er zuckte mit den Schultern. „Wäre ne lehrreiche Veranstaltung geworden, aber wer nicht will…“ Dany blickte nochmal vom Mischen auf und ihm wurde klar, dass man die Nar Shadaa-Variante nicht wollte.

„Das, was du bereit bist zu teilen.“, meinte der Blondschopf ernst, auf Samins Frage der Kurzfassung. Es war wirklich kurz, es machte Sinn - das meiste davon zumindest. „Ich krieg´s irgendwie nicht in meinen Schädel, dass du nie von Sana erzählt hast. Klar du hast nie was von zu Hause erzählt, dachte immer du hättest ne schlechte Beziehung zu deinem Elternhaus, oder zu der Kultur generell, manche Leute sind richtig fies zu denen, die sie geringer schätzen als sich selbst.“ Er lehnte sich zurück, warf einen routinierten Blick auf sein Blatt, bevor dieser wieder Samin wanderte. „Ich schätze ich hab immer angenommen, dass mindestens einer deiner Elternteile, dich so was hat spüren lassen und du deshalb noch im Simulator gesessen hast, während ich schon am nächsten Eintrag für meine Akte arbeitete. Du weißt schon, um so gut zu sein, dass man jeder Kritik den Wind aus den Segeln nimmt, noch bevor sie aufkommt. Manche Leute raffen es einfach bei aller Intelligenz nicht, dass das, was eine Person ausmacht der Inhalt von Herz und Verstand ist, nicht Hautfarbe, Spezies oder Kultur.“

„Ich schätze, was ich sagen will, ist: Es fällt mir schwer vorzustellen, dass du den Wolves - oder zumindest Kyra und mir, nicht stolz wie Bolle von Sana erzählst.“ Sein Blick wanderte nachdenklich von Samin zu ihrer Tochter, dann streifte der Blick auch die anderen Damen, bevor er sich schließlich gen Boden senkte. „Oh…“, erklang es schließlich leise. „...ich schätze Mal es ist tausendmal komplizierter als ich es auch nur erahnen kann?“ Das hatte er sich nicht nur ganz alleine aus den Kontexthinweisen zusammengereimt, sondern das verriet ihm auch insbesondere Samins unbegeisterter Blick. Das roch nach Ohrfeige, ganz klassicher Fall von Tally two, five o'clock low. Ärger im Anflug. Also einfach erstmal cool bleiben.Cool, cool, cool.
Bevor mehr unangenehme Stille oder Ohrfeigen einsetzen konnte, kreiste er erst die rechte Schulter, dann die Linke.


„Hört sich ein bisschen so an, als hätte Moore dich auch gefunden.“ Und da die Situation viel zu ernst geworden war, machte er sich daran sie aufzulockern. „‘Dr. verteilt zweite Chancen Moore’, das hat doch was. Klang- und hoffnungsvoll. Ist nur kein Name den man sich selbst geben darf, sonst wäre es großkotzig, aber das ehrenhalber verliehen zu bekommen. Mein Respekt, Doc.“ Er grinste die Angesprochene schief an und nickte bekräftigend. Smart, tough, vermutlich ein wenig verspielt, eine Augenweide und noch dazu ein Herz aus Gold. So schnell konnte man jemanden auf ein Podest heben. Jetzt lag es an ihr diesen Eindruck zu bestätigen, oder zu zerstören. Also nicht, dass sie es nötig hatte. Moore war die Auftraggeberin, aber hinter diesem und zahlreichen weiteren Schutzwällen war auch sie nur eine Person.

„Hey, ein Kopfgeld hatte ich auch schon mal.“, meinte Jake erfreut, dass er eine Gemeinsamkeit mit jemanden teilte. Aus Danys weiterer Erklärung wurde klar, dass sich ihre Kopfgelder auf die anderen Seite des Gesetzes bezogen, das Lächeln wich langsam. „Ah...ist aber schon ´ne ganze Weile her.“

Die ersten Runden waren schnell gespielt. Jakes Aufmerksamkeit lag mehr auf seinen Mitspielerinnen, als auf deren Karten. Jeder gute Spieler wusste, dass man aus den Gesichtern, insbesondere den Augen der Leute, lesen konnte, welche Karten sie hatten. Aber das ganz große Geheimnis lag eher darin, dass man einfach wissen musste, was man behielt und was man wegwarf. Denn am Ende einer Runde konnte jedes Blatt ein Gewinner oder Verlierer sein - je nachdem, wie gut man seine Mitspieler las und spielte, oder wenn man ein hässlicheres Wort verwenden wollte, manipulierte. Dass es hier um nichts ging, entspannte die Sache, nahm ihr aber einen gewissen Reiz.

Blue war für ihn schon fast lächerlich einfach zu lesen. Sana bot er an, ihr ein bisschen zu helfen, falls sie Fragen hatte und erklärte ihr einige grundlegende Regeln. Ziel war möglichst auf einen Gesamtwert der Karten in der Hand auf oder möglichst nahe gegen 0 zu kommen, dass man nur mit 2 Karten anfing und dann in jedem der drei Züge eine weitere Karte aus dem Draw Pool dazu zog und die Würfel einem den Plan ruinieren konnten, wenn beide die gleiche Zahl zeigte, denn dann mussten alle Spieler ihre Hand abgeben und bekamen verdeckt, neue Karten. Wenn sie ihn anstubste, schaute er immer mal auf ihre Karten, nickte, schüttelte den Kopf oder flüsterte ihr was ins Ohr.
Dany hatte Tells, Ehrgeiz, wollte zu sehr gewinnen und vor allem schaute sie ihm fast mehr auf die Finger als auf die eigenen Karten. Im zweiten Spiel hatte er eine Idioten-Reihe gesammelt und damit den Pot geholt, vielleicht hatte sie das skeptisch gemacht. Jake mochte die Idioten-Reihe und spürte manchmal eine gewisse familiäre Verbindung. Die einzelnen Karten waren nichts besonderes, wurden unterschätzt und man brauchte ein wenig Glück. Und wenn Jake eines noch und nöcher hatte, dann Glück. Schlechtes und gutes


„Ich weiß nicht, wann ich dass das letzte Mal gehört habe.“ kommentierte Jake Danys Fluch amüsiert. Dann gab er Sana einen wichtigen Rat fürs Leben. „E chu ta, solltest du dir merken. Das ist furchtbar unhöflich, ohne so auszuarten. E chu ta ist einfach als würde man sich mit Schimmerseide den Hintern abwischen. Einfach exquisit.“ Er legte die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger der rechten Hand aneinander und unterstrich wie fantastisch das sei.

„Ein bisschen hier, ein bisschen dort.“,griff Jake Samins Frage auf. Er wäre selbst mit so einer Antwort nicht zufrieden gewesen, aber es war mehr, um anzudeuten, dass es eine ganze Reihe kleinerer Dinge war, nicht ein einschneidendes Erlebnis. Und er holte dementsprechend Luft und weiter aus.
„Nach Isban V,…“ dem Ort der Desertation. „... bin ich erstmal ans andere Ende der Galaxie gereist oder geflohen, wie man das sehen will, bin ne Weile untergetaucht. Hatte ´nen kleinen Reparaturladen; hat sich ausgezahlt, dass Jules mich so oft verdonnerte, ihr zu helfen. Naja, aus der Zeit stammt Gonk.“ Er hielt kurz in seiner Ausführung inne, Gonk gonkte derweil, und suchte Samins Blick. „Aber ich habs nicht lange ausgehalten, keine drei Monate, ich musste einfach wieder zwischen die Sterne.“ Er warf sein Blatt weg. „Also hab ich alles verkloppt, mir ein Schiff besorgt und bin wieder losgezogen. Ein paar Monate danach war ich auf Ord Miras, son Wüstenplanet, wo sie Freiheit groß und Gesetze klein schreiben. Irgendwie war ich da in eine Sache hineingerutscht, an deren Ende ich, stell dir das mal vor Blue - ich, ein Sheriff war, das und ´ne Disruptorhochzeit. Das war die Hölle, es ist total stressig, wenn Leute zu einem aufschauen und Entscheidungen erwarten von denen Leben und Tod abhängen können.“ Seine Stimme klang nun rauer, fast ein wenig müde. „Hielt also beides nicht lange.“

Jake schaute zu Moore, und hatte irgendwie das Gefühl, dass sie über das Kartenspiel ziemlich amüsiert war. Da war auch wieder diese subtil verspielte, überlegene Körpersprache, sie hatte sehr was von einer Raubkatze. Die Nase leicht höher als alle anderen, der vergnügte Glanz in den Augen und die Andeutung eines wissenden Schmunzelns. Das erste Spiel ging auch an sie. Er musterte sie noch einen Moment. Vielleicht täuschte er sich auch und interpretierte ziemlich viel Banthapoo. Aber er mochte diesen Anblick, stand ihr gut zu Gesicht. Sana und Miras Mimik konnte er aufgrund der beengten Verhältnisse nicht wirklich betrachten, war schlimm genug, dass man sich an den Ellenbogen immer mal wieder berührte. Miras Haltung war einfach sehr ruhig, fast schon eine körperliche Stille und Sana machte auf ihn einen hibbeligen Eindruck. Immerhin durfte sie mit den Erwachsenen Sabbacc spielen.

// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //
 
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[Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Gang zum Cockpit] Sana, Samin, Jake, Dany, Moore und Mira, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich

„Kennst du den vom Militär?“

Sana hatte den Blick noch auf Jake gerichtet, als Samin bestätigte, dass sie tatsächlich zusammen beim Militär gewesen waren, sogar in derselben Einheit, womit der Fremde wenigstens in eine Richtung gehörte, die Sana inzwischen halbwegs verstand. Jake hieß wirklich Jake, auch wenn auf seinem Overall noch immer etwas anderes stand, und der Gonk-Droide ein Stück hinter ihm gehörte offenbar ebenfalls zu ihm. Viel Gelegenheit, weitere Fragen daraus zu machen, blieb ihr allerdings nicht, weil Jake seine Vorstellung gleich selbst übernahm.

„Hey, Kleines.“

Er schien sich tatsächlich darüber zu freuen, jemanden aus Samins Familie kennenzulernen, stellte sich und Gonk noch einmal vor und erwähnte dabei, dass Samin früher kaum etwas von zu Hause erzählt hatte. Wenn Sana etwas wissen wollte, könne sie ihn ruhig fragen. So wie Jake redete, klang es ohnehin nicht danach, als müsste man ihm Antworten besonders mühsam entlocken. Sana nahm das Angebot zunächst einfach hin, während sich zwischen Jake und Samin schnell wieder jene Vertrautheit zeigte, die sie schon im Gang beobachtet hatte. Samin drohte ihm irgendwann mit einer weiteren Ohrfeige und Jake redete trotzdem weiter, bis die Bezeichnung alter Freund jedenfalls besser passte als alles, was Sana sich vorher über ihn zusammengereimt hatte. Als das Gespräch wieder auf das Imperium und die Jahre dazwischen kam, wurde Samin ernster. Dass ihre Mutter desertiert war, wusste Sana inzwischen, doch diesmal erzählte sie davon jemandem, der sie noch aus dieser Zeit kannte, und als sie den Grund dafür nannte, blieb ihr Blick direkt an Sana hängen.

Der wichtigste Grund, den sie sich jemals hatte vorstellen können.

Sana hielt den Blick einen Moment aus und wandte die Augen schließlich zu Jakes Overall, dessen Nähte sich wesentlich leichter betrachten ließen als Samins Gesicht.

Dann hörte sie ihre Mutter sagen:


„Meine Tochter, Sana.“

Sana sah wieder hin.

Jake gehörte zu Samins früherem Leben und trotzdem stellte sie Sana vor ihm ganz selbstverständlich als ihre Tochter vor. Was man darauf sagen sollte, wusste Sana nicht, also sagte sie gar nichts und ließ sich stattdessen erklären, dass Jake eben jener alte Freund war, von dem Samin gesprochen hatte.

Damit kam sie besser zurecht.

Lange blieb die Unterhaltung ohnehin nicht bei ihnen hängen. Samin wollte die Seastar weiter nach Zanbar bringen, ließ noch einmal durch das Schiff ausrichten, dass alle angeschnallt bleiben sollten und fragte anschließend, wer mit ins Cockpit wollte. Co-Pilot, Navigation und Ingenieursplatz waren noch frei, ehe aus der allgemeinen Einladung eine direkte Frage an Sana wurde.

Ob sie Lust hatte, noch etwas über Schiffstechnik zu lernen.


„Ja.“

Die Antwort kam schnell genug, dass Sana gar nicht erst versuchte, sie nachträglich vorsichtiger klingen zu lassen. Bevor sie Samin folgte, wandte sie sich noch einmal zum Aufenthaltsbereich zurück, wo die anderen Kinder längst wieder angefangen hatten, den Raum für sich einzunehmen. Einige saßen weiterhin bei den Panoramafenstern, andere hatten zwischen den Sitzgruppen irgendein Spiel begonnen und Naeva war mit ausgestrecktem, geschientem Bein mitten zwischen mehreren der anderen gelandet. Mira war ebenfalls dort.

Als Naeva irgendwann bemerkte, dass Sana zu ihr herübersah, deutete diese nur kurz in Richtung Cockpit und ging weiter.

Aus der Nähe wirkte der vordere Bereich der Yacht noch voller mit Anzeigen, Kontrollen und kleinen Statusfeldern, als Sana aus dem Gang vermutet hatte. Samin führte sie zu einem Sitz schräg hinter ihrem eigenen und erklärte ihr, dass dort der Ingenieur saß, worauf Sana hinaufkletterte und den Gurt bereits über sich zog, während ihre Mutter noch danach griff, um ihr zu helfen. Der Verschluss rastete ein, Samins Hand blieb kurz davor in der Luft und zog sich anschließend wieder zurück.

Sana beschäftigte sich mit der Konsole. Einige Anzeigen gehörten offensichtlich zur Energieversorgung, andere trugen Bezeichnungen, mit denen sie noch überhaupt nichts anfangen konnte, und zwischen den sauber eingelassenen Bedienelementen tauchten wenigstens ein paar Symbole auf, die sie entfernt an ihre ersten Arbeiten an der Scrapwing erinnerten. Dort hatte man bei manchen Teilen erst herausfinden müssen, ob sie überhaupt noch irgendwo angeschlossen waren, während auf der Seastar sämtliche Statusfelder sauber leuchteten und kein Schalter so aussah, als sollte Sana probeweise mit einem Hydrospanner daran herumdrehen. Samin setzte sich vor ihr an die Steuerung und erklärte ihr zunächst zwei Anzeigen, von denen eine die Geschwindigkeit und die andere die Beschleunigung zeigte. Die Abkürzungen daneben waren ähnlich genug, dass Sana mehrmals von einem Feld zum anderen sehen musste, bevor sie sie auseinanderhielt. Dazu kamen die Trägheitsdämpfer, deren Sinn erheblich einfacher zu verstehen war, nachdem Samin erklärt hatte, was ohne sie mit allem passieren würde, das sich beim Beschleunigen im Schiff befand.

Kurz darauf riet sie Sana trotzdem, sich festzuhalten. Die Seastar nahm Fahrt auf und drückte sie merklich tiefer in den Ingenieurssitz, während die Werte vor ihr schneller stiegen, als Sana sie zunächst einordnen konnte. Samin zeigte ihr einen Punkt, an dem die Yacht ungefähr mit einem TIE-Jäger mithalten konnte, doch kaum hatte Sana sich die Zahl angesehen, legte sich das Schiff bereits in eine steile Kurve. Die Gurte zogen an ihrer Schulter, ihr Magen schien für einen Moment eine andere Richtung nehmen zu wollen als der Rest von ihr und Sana griff fester an den Sitzrand, ohne dabei die Anzeigen ganz aus den Augen zu verlieren. Beim nächsten Manöver wusste sie wenigstens, wann dieses merkwürdige Gefühl wiederkommen würde, wodurch es zwar nicht angenehmer, aber weniger überraschend wurde. Eine weitere Kurve folgte, dann die Gegenbewegung und irgendwann eine vollständige Rolle, bei der Sana sich unwillkürlich fester in die Gurte drückte, während draußen Sterne und entfernte Lichter gegeneinander wanderten und sich auf ihrem Gesicht längst ein Grinsen ausbreitete. Das mulmige Gefühl in ihrem Magen blieb, verlor zwischen den nächsten Manövern aber immer mehr an Bedeutung, und Sana ertappte sich bald dabei, auf die nächste Kurve zu warten.

Dany weiter vorn sah inzwischen deutlich blasser aus als noch beim Einsteigen, was Sanas Mundwinkel erneut nach oben zog, bevor sie sich wieder nach vorn wandte. Schließlich brachte Samin die Yacht auf einen geraden Kurs, und als sich die Sterne wenig später zu langen Linien auseinanderzogen und der Hyperraum vor ihnen lag, war die Seastar plötzlich wieder vollkommen ruhig. Sanas Magen brauchte einige Augenblicke länger, bis er denselben Zustand erreichte. Samin kündigte ihr an, während des Fluges mit ein paar Trockenübungen anzufangen. Wenn Sana wollte, dürfte sie beim nächsten Mal selbst einige Kurven fliegen. Dann sagte sie ihr, dass sie das konnte.

Sana sah sie an.


„Wirklich?“

Das Grinsen war schneller zurück, als Sana irgendetwas dagegen hätte tun können, und das Nicken, das gleich darauf folgte, geriet vermutlich ein wenig zu eifrig. Anschließend wanderten ihre Augen wieder zu den Kontrollen vor Samin und zu den Anzeigen an ihrem eigenen Platz, diesmal mit dem Wissen, dass sie einige davon beim nächsten Flug vielleicht tatsächlich selbst brauchen würde.

Für eine Weile blieb sie deshalb auf dem Ingenieursplatz und ließ sich einzelne Systeme erklären. Nicht alles blieb sofort hängen, doch sobald ihr ein Symbol bekannt vorkam oder sie glaubte verstanden zu haben, weshalb sich ein Wert verändert hatte, versuchte sie erst selbst auf eine Antwort zu kommen, bevor sie nachfragte.

Irgendwann wollte Jake wissen, was in den vergangenen Wochen überhaupt passiert war, und Samin begann ihm die kurze Version zu erzählen. Sana hörte nur halb zu, bis ihr eigener Name fiel.

Samin hatte Sana gefunden.

Für einen Moment wanderte ihre Aufmerksamkeit vollständig vom Ingenieursplatz weg, ehe die Erzählung bereits weiterlief und schließlich bei Zanbar ankam. Dort würden die Kinder zunächst sicher untergebracht sein, bis Samin zurückkam.

Sana sah zu ihr, doch Samin erwiderte den Blick nicht und blieb bei Jake, sodass Sana sich nach einem Moment wieder der Konsole zuwandte.

Das Gespräch wanderte weiter zu den Jahren, die Jake und Samin voneinander getrennt verbracht hatten, und irgendwann auch zu Dingen, die Jake selbst aus ihrer gemeinsamen Zeit offenbar nicht wusste. Er sprach darüber, wie wenig Samin früher von ihrer Familie erzählt hatte und vermutete, dass zu Hause einiges nicht besonders gut gelaufen sein konnte. Als er davon sprach, dass vielleicht jemand dafür gesorgt hatte, dass sie ständig glaubte, sich beweisen zu müssen, dachte Sana kurz an ihre Großmutter.

Jake wusste davon offenbar nichts.

Später wunderte er sich darüber, dass Samin ihm und Kyra nie von Sana erzählt hatte, und benutzte dabei irgendwann das Wort stolz, als wäre für ihn vollkommen selbstverständlich gewesen, dass Samin genau so von ihrer Tochter gesprochen hätte. Sana blieb an dem Wort länger hängen als an seinen übrigen Vermutungen und sah kurz zu ihrer Mutter, während die Unterhaltung wenig später bereits wieder weiterzog.

Dany brachte irgendwann Karten als Zeitvertreib ins Gespräch und Moore kam wenig später tatsächlich mit einem flachen Koffer zurück, in dem Spielkarten, Würfel und Chips lagen.

Corellian Spike, erklärte Dany.

Sana sagte das überhaupt nichts.

Wenig später saß sie zwischen Jake und Mira an einer Seite des kleinen Tisches, während ihnen Samin, Dany und Moore gegenübersaßen. Aus dem Aufenthaltsraum drangen weiterhin die Stimmen der anderen Kinder herüber und einmal hörte Sana Naeva so deutlich protestieren, dass sie kurz hinübersah, nur um festzustellen, dass dort offenbar noch immer irgendein Spiel im Gange war.

Jake erklärte ihr derweil, worauf sie bei ihren Karten achten musste. Die Werte sollten am Ende möglichst günstig zusammenpassen, neue Karten konnten gezogen und andere wieder abgegeben werden, was Sana noch halbwegs nachvollziehbar fand, bis er zu den Würfeln kam und ihr erklärte, dass ein bestimmter Wurf die ganze mühsam zusammengestellte Hand wieder verändern konnte.

Sana sah auf die beiden Würfel neben dem Stapel.


„Das ist doch unfair.“

Während der ersten Runde rechnete sie ihre Werte mehrfach nach und war anschließend immer noch nicht sicher, ob sie gerade einen brauchbaren Zug übersah. Jake hatte Hilfe angeboten, also stieß sie ihn irgendwann mit dem Ellenbogen an und kippte ihr Blatt ein Stück in seine Richtung. Er sah hin, nickte bei manchen Möglichkeiten, schüttelte bei anderen den Kopf und gab ihr gerade genug Hinweise, dass Sana noch selbst entscheiden musste, was sie damit anfangen wollte.

Anfangs folgte sie seinem Rat meistens, weil ihr keine bessere Idee einfiel, doch nach einigen Zügen begann sie zu erkennen, weshalb bestimmte Karten gefährlicher waren, als sie aussahen, und wann es sich lohnte, etwas Brauchbares aufzugeben, weil noch etwas Besseres kommen konnte. Damit blieb ihr nach und nach mehr Aufmerksamkeit für den Tisch selbst, und dort fiel ihr bald auf, dass Jake längst nicht nur sein eigenes Blatt im Auge behielt.

Sein Blick wanderte immer wieder zu den anderen Spielern. Dany wiederum schien hauptsächlich auf seine Hände zu achten, als rechne sie jederzeit mit einem Betrugsversuch, während Moore schwerer einzuschätzen war und Samin manchmal so unauffällig auf ihre Karten sah, dass Sana daraus überhaupt nichts lesen konnte.

Bei ihrem nächsten eigenen Zug versuchte sie deshalb, sich ebenfalls nichts anmerken zu lassen. Die gezogene Karte gefiel ihr offensichtlich mehr, als ihr lieb war, denn ihre Mundwinkel wollten sofort nach oben, doch diesmal bemerkte Sana es rechtzeitig und senkte die Augen wieder auf den Tisch.

Einige Runden später trafen ausgerechnet die Würfel ein Blatt, das sie ohne Jakes Hilfe ziemlich ordentlich zusammengestellt hatte.

Sana betrachtete die neuen Karten.


„Blödes Spiel.“

Dany erwischte es wenig später noch schlimmer und zwei fremde Wörter flogen über den Tisch, deren Ton selbst ohne Übersetzung deutlich machte, dass sie wahrscheinlich nicht zum höflichen Mando’a gehörten.

„Haar’chak, Shabuir!“

Erst danach fiel Dany offenbar wieder ein, wer mit am Tisch saß, und sie erklärte Sana, dass sie sich das nicht merken müsse. Sana zog ihre nächste Karte und merkte sich trotzdem beide Wörter, während Jake wenig später noch E chu ta ergänzte und immerhin darauf hinwies, dass auch diese Wendung ausgesprochen unhöflich war.

Während Karten gezogen und Chips verschoben wurden, erzählte Jake irgendwann von einem Reparaturladen, von Gonk und davon, wie er nach einigen weiteren Umwegen auf Ord Miras ausgerechnet Sheriff geworden war.

Sana sah über ihre Karten hinweg zu ihm.

Sheriff passte irgendwie schlechter zu Jake als Schiffsdieb.

Sie sagte nichts und ließ ihn weitererzählen, bemerkte aber, dass seine Stimme beim Thema Ord Miras ernster wurde. Danach ging es wieder um andere Dinge und irgendwann erneut um Samin, diesmal um die vielen Stunden, die sie früher in Simulatoren verbracht hatte, weil sie offenbar immer noch besser werden wollte.

Den Begriff Elitepilot kannte Sana aus den Berichten über Leute wie ihre Mutter auf Bastion. Bisher hatte sie nie darüber nachgedacht, was daran eigentlich anders sein sollte. Heute hatte sie erlebt, wie Samin die Seastar geflogen hatte, und Jake erzählte nun davon, wie viel Zeit sie vorher damit verbracht hatte, genau darin besser zu werden.

Sana legte ihre Karten etwas tiefer.


„Was ist eigentlich ein Elitepilot?“

Ihr Blick wechselte von Jake zu Samin.

„Also man kann doch entweder fliegen oder nicht?“

[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Sana, Samin, Dany, Moore, Mira und Jake, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
 
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Dr. Ralena Anne Moore, C-06 „Mira“, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum

Moore hatte nichts gegen Kartenspiele, nur keinen besonderen Ehrgeiz auf einen Sieg. Corellian Spike erfüllte für sie im Augenblick vor allem den angenehmen Zweck, an einer gemeinsamen Beschäftigung teilnehmen zu können, ohne dafür ununterbrochen reden oder anderen Menschen ins Gesicht sehen zu müssen. Ihr HNAI hätte aus den bereits gespielten Karten, sichtbaren Reaktionen und Wahrscheinlichkeiten ohne besondere Mühe erheblich mehr machen können, doch die meisten dieser Möglichkeiten blieben ungenutzt, während sie zog, ablegte und sich ansonsten mit der Runde treiben ließ. Mira sah das offenbar anders.

Vollständig in ihren Kampfanzug gehüllt saß sie Moore gegenüber am Tisch und hatte aus einem freundschaftlichen Sabaccspiel binnen weniger Minuten eine Aufgabe gemacht, deren technischer Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zu ihrem Nutzen stand. Moore registrierte die Einbindung der Bordkameras, die Auswertung bereits gespielter Karten und irgendwann auch den Zugriff auf ihr eigenes Blatt, das ohne jede erkennbare Scham in Miras Berechnungen einfloss.

Als Moore den Blick hob, beschäftigte Mira sich auffallend intensiv mit ihren eigenen Karten, worauf die Sephi kommentarlos die nächste ausspielte. Samins Frage erreichte sie zwischen zwei Zügen und brachte sie dazu, die eigenen Karten ein wenig sinken zu lassen.


„Informationshändlerin und Entwicklerin trifft es wahrscheinlich am besten.“

Sie zog eine neue Karte.

„Für die Black Sun.“

Bei der Frage nach dem Geld musste Moore etwas länger überlegen, allerdings weniger über die Antwort als darüber, wie man etwas erklärte, das ihr selbst seit Jahrzehnten kaum als besonderes Problem erschienen war.

„Credits waren für mich selten besonders schwierig zu beschaffen. Die meisten davon existieren ohnehin nur als Zahlen in Systemen und mit Systemen komme ich recht gut zurecht.“

Ihre Mundwinkel hoben sich leicht.

„Für Informationen zahlen die meisten außerdem überraschend gut.“

Moore hatte ohnehin nie eingesehen, weshalb sie eine Rechnung ausgerechnet mit eigenem Geld begleichen sollte, wenn irgendwo ein ausreichend schlecht beaufsichtigtes System bereitstand, diese Aufgabe zu übernehmen.

„Wenn Sie eine respektablere Version bevorzugen, hatte ich einmal eine Professur. Habilitiert bin ich ebenfalls und die Imperialen Sector Rangers zahlen weit besser als man vermuten würde.“

Gegenüber verschob Mira ihre Karten.

Einen Augenblick später erschien über das HNAI eine neue Berechnung, in der Moores eben gezogene Karte selbstverständlich bereits berücksichtigt war. Die Wissenschaftlerin sah ihre Tochter erneut an und bekam dafür nichts als die vollkommene Konzentration einer Spielerin zurück, die ganz offensichtlich keinerlei Vorstellung davon hatte, weshalb ihre Methoden zur Diskussion stehen könnten.

Jakes neu verliehener Ehrentitel erreichte sie wenig später. Ihr Daumen blieb für einen Moment auf der Kante einer Karte liegen, ehe sie diese in die Mitte schob und weiterspielte.

Sana hatte inzwischen aufgehört, sich ausschließlich mit den Regeln zu beschäftigen. Ihre Aufmerksamkeit wanderte häufiger über Hände und Gesichter als über die Karten selbst, während Mira auf der anderen Seite weiterhin unverhältnismäßig viel Rechenleistung in ihre Partie investierte.

Jake erzählte währenddessen von den Umwegen, die ihn nach seiner Zeit bei den Wolves durch die Galaxis geführt hatten. Reparaturen, Gonk und verschiedene Beschäftigungen glitten an Moore vorbei, bis irgendwann Ord Miras und eine Berufsbezeichnung fielen, bei der sie tatsächlich aufsah.


„Sheriff?“

Sie betrachtete Jake einen Moment.

„Die Galaxis ist noch immer für Scherze zu haben.“

Sanas rote Augen fanden inzwischen immer häufiger Moores Gesicht. Anfangs geschah es nur kurz und meist dann, wenn die Dreizehnjährige glaubte, ihre Aufmerksamkeit läge woanders, doch nach einigen weiteren Zügen wurden die Blicke länger und zielgerichteter. Moore änderte weder Haltung noch Mimik und ließ sie suchen.

Einige Karten später versuchte Sana es erneut.

Moore wartete, bis sich ihre Blicke trafen.

Dann zwinkerte sie ihr kurz zu.


[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Dr. Ralena Anne Moore, C-06 „Mira“, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
 
| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Sitzecke beim Cockpit |
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

„Bin ich das?“, war Samins einzige Reaktion auf Jakes Beurteilung, sie habe noch nie nach Nar Shadaa-Art gespielt, weil es dafür kein Handbuch gab und sie viel zu ehrlich dafür war. Ja, sie war es. Bei seiner Einschätzung ihrer familiären Situation wurde der Ausdruck jedoch ernster. Ihr gefiel es nicht, dass er sich solche Spekulationen über ihr früheres Leben herausnahm. Das Problem war jedoch, dass er damit gar nicht so weit daneben lag. Sie konnte ihm also nicht mal böse sein. Irgendwie bewies es ja auch nur, dass er sie noch besser kannte, als sie sich von vornherein eingestehen wollte. Oder sie war einfach ein offenes Buch für Jedermann.

Zuhause war jedenfalls nichts gewesen, worüber Samin besonders gern sprach. Und dass sie jede freie Minute in ihre Karriere gesteckt hatte, war nun auch wirklich kein Geheimnis gewesen. Nun hätte sie einiges korrigieren oder zumindest ergänzen können, beließ aber auch das dabei.


„Du hast schon immer zu viel geredet, weißt du das?“

Ihr Kommentar klang bissiger, als er sollte. Erst als Jake Sana erwähnte und feststellte, dass Samin damals vermutlich stolz von ihr hätte erzählen sollen, glitt ihr Blick zu ihrer Tochter. Ja. Das hätte sie. Wenn ihr Leben anders verlaufen wäre, hätte vermutlich jeder bei den Wolves irgendwann mehr über Sana gewusst, als ihm lieb gewesen wäre. Oder sie wäre erst gar nicht bei den Wolves gelandet. Vielleicht wäre Samin auf Chiss’Aria’Prime geblieben, hätte ihre Tochter großgezogen bis zu dem Zeitpunkt, wo sie der Familie als Ozyly-esehembo entrissen und dem Himmelswanderer-Korps zugewiesen worden wäre. Daran wäre Samin dann wahrscheinlich zerbrochen, während ihre eigene Mutter nur Ruhm und Anerkennung gesehen hätte.

„Es ist komplizierter“, sagte sie also, während sie eine weitere Karte zog. „Du liegst aber auch nicht so weit daneben. Ich hätte trotzdem sehr stolz von ihr erzählen sollen. Das stimmt.“

An dieser Stelle wollte sie nicht mehr sagen. Das letzte Gespräch zu diesem Thema war zwischen Samin und Sana nun nicht wirklich perfekt gelaufen und sie wollte ihre Tochter damit nicht erneut konfrontieren, während so viele Leute um sie rum saßen. Dany und Jake sorgten ohnehin zuverlässig dafür, dass keine allzu nachdenkliche Stimmung aufkam. Spätestens bei den Dingen, die ihre Tochter nach Meinung der beiden unbedingt lernen sollte, schüttelte Samin den Kopf. Sie wollte schon damit beginnen, die beiden dafür zurechtzuweisen, ihrer Tochter solche Wörter beizubringen. Sie war dreizehn, damit noch ein Kind, das leicht zu beeinflussen war. Allerdings roch sie in diesem Moment die irrationale Gefahr, die strenge und gleichzeitig doch völlig unbekannte Mutter zu sein, während Jake und Dany zu den lässigen Verwandten heranreiften konnten, welche die Menschen in ihren Holo-Komödienstreifen so gerne als wiederkehrendes Element verwendeten.

Also räusperte sie sich, ehe ziemlich leise und krächzend ein einzelnes Wort aus ihrem Mund rollte.


„K ... Ktah ... “

Es kam weniger überzeugt raus, als sie vorhatte. Als die Chiss merkte, dass sie alle ansahen, fügte sie noch die Erklärung hinzu.

„Das Wort in Cheunh für solche Situationen.“

Sie hatte es selbst noch nie verwendet. Unter den berühmt-berüchtigt emotional entkoppelten, distanzierten und logisch denkenden Chiss war dieser wörtlich eigentlich relativ harmlose Begriff eines der am intensivsten, eindrücklichsten und schockierensden Ausdrücke, die man in einer frustrierenden Situation einbringen konnte.

Interessiert lauschte sie anschließend Jakes Geschichte. Einen Reparaturladen konnte sie sich noch vorstellen. Bei Sheriff sah sie dagegen langsam von ihren Karten auf. Sie kannte diesen Begriff nicht. Aus dem Kontext nahm sie aber an, dass es sich um eine Art Sector Ranger oder Sicherheitsbeauftragten gehen musste.


„Du? Zschkeriff?“

Ihr Cheunh-Akzent verhunzte das unbekannte Wort für sie unbewusst, während sie ihn zunächst einen Moment musterte und dann schaubte.

„Disruptor-Hochzeit?“

Ein Kopfschütteln folgte.

„Ich weiß nicht, ob ich diese Geschichte wirklich hören will. Aber wenn, dann will ich Beweise sehen. Klingt nach Raumfahrer-Garn.“

Dass hinter seiner knappen Erzählung von Ord Miras zumindest ein wahrer Kern stecken musste, entging ihr aber nicht. Samin kannte Jake noch gut genug, um die Veränderung wahrzunehmen.

Dann kam Sanas Frage. Samin wandte ihr den Kopf zu und musste einen Augenblick überlegen. Man konnte entweder fliegen oder nicht. So formuliert war das beinahe niedlich einfach. Früher hätte Samin wahrscheinlich irgendeine Definition aus einem Ausbildungshandbuch heruntergebetet. Aber sie hatte keines dabei und, auch wenn Jake vielleicht anderer Meinung war, sie kannte die verdammten Dinger nicht auswendig!


„Fliegen können sehr viele.“

Sie sortierte die Karten in ihrer Hand und lehnte die Unterarme auf den Tisch.

„Das Schwierige beginnt da, wo dein Leben davon abhängt. Wo du im Zweikampf mit jemandem bist, der auch fliegen kann. Da musst du besser sein als er. Wissen, was du tust. Wissen, was du kannst. Wissen, was du nicht kannst. Du musst sogar wissen, was er kann. Und was er nicht kann.“

Samin sah kurz zu Jake. Es war merkwürdig, das alles vor jemandem zu erklären, der das alles aus eigener Erfahrung kannte.

„Du musst wissen, was er machen wird, bevor er es macht.“

Sie überlegte, wie sie es gut auf den Punkt bringen konnte.

„Ein Pilot fliegt irgendwie. Ein guter Pilot weiß genau, wie er sein Schiff fliegt. Ein Elite-Pilot fliegt jedes Schiff in der Umgebung in seinem Kopf mit. Immer. Überall.“

Die Chiss verzog den Mund.

„Und das auch, wenn man Angst hat, erschöpft ist, oder wenn gerade der Flügelmann neben dir abgeschossen wurde. Das ist der Teil, den dir auch kein Simulator beibringen kann.“

Ihre Finger strichen über die Kante einer Karte.

„Am Ende des Tages ist das aber auch nur ein Begriff, den das Imperium uns gegeben hat. Ich kannte viele angebliche Elite-Piloten, die nicht wieder nach Hause gekommen sind. Vielleicht ist ein wahrer Elite-Pilot also auch nur jemand, den man oft genug töten will, und der es immer wieder nach Hause schafft.“

Sie zuckte mit den Schultern. Damit war für Samin eigentlich alles gesagt. Zumindest alles, was sie ihrer Tochter auf diese Frage antworten konnte, ohne daraus einen mehrstündigen Vortrag über Raumkampf zu machen und Jake damit doch noch Recht zu geben. Sie sortierte ihr Blatt also neu, bemerkte dabei, dass Dany längst wieder an der Reihe gewesen war, und brauchte einen Moment, um sich überhaupt daran zu erinnern, worüber sie vor Sanas Frage gesprochen hatten. Ach ja. Jake war … dieser komische Begriff gewesen. Dany wollte wissen, was es zu gewinnen gab und Samin hatte Moore gefragt, womit sie eigentlich ihr Geld verdient. Eine Frage, die ihr inzwischen fast wieder entfallen war.

Dann beantwortete Moore sie. Informationshändlerin und Entwicklerin klang zunächst ungefähr nach dem, was Samin erwartet hatte. Die nächste Ergänzung sorgte jedoch dafür, dass sie aus Schreck ihre Karten fallen ließ.

Für die Black Sun?

Die Gedanken begannen zu rasen, während sie unbeholfen versuchte, die Karten aufzuklauben. Sie spürte, wie ihr schwindelig wurde. Ihr hellblauer Kopf verlor derweil einiges an Farbe.


„Bitte was?“, fragte sie, in der unbegründeten Hoffnung, sich verhört zu haben. Sie sah Moore mehrere Sekunden an, nachdem die Karten den Weg in ihre Hand zurückgefunden hatten. Dabei bemerkte sie nicht einmal, dass sie sie für alle sichtbar nach Außen hielt. Irgendwie erwartete sie, dass da noch eine Erklärung folgte, die den Satz weniger schlimm machte. Aber da kam nichts.

„Black Sun?“

Dass Moore keine gewöhnliche Hinterzimmer Slicerin war, wie Rian, hatte Samin verstanden. Ihre Kontakte, die falschen Identitäten, gleich dreifach eine Viertelmillion Credits Vorschuss und die Selbstverständlichkeit, mit der sie auf The Wheel Probleme verschwinden ließ, hatten das deutlich genug gemacht. Aber irgendwie dachte sie dabei an eine Freiheitskämpferin, die für das Gute einstand.

Sicher nicht an die Black Sun.

Das war kein Zusammenschluss von ein paar zwielichtigen Geschäftsleuten. Das war ein ausgewachsenes Verbrechersyndikat. Eines der schlimmsten der Galaxis. Erpressung, Mord, Korruption, Schmuggel, Sklavenhandel … und genug andere Geschäfte, bei denen einem nur schwummrig werden konnte. Genau die Sorte Organisation, die sie sich einst geschworen hatte, zu bekämpfen, als sie den Dienst für das Imperium antrat.

Und nun saß sie auf dem Schiff einer Frau, die gerade beiläufig erklärt hatte, dass Samin für die Black Sun arbeitete.


„Das hätten Sie vielleicht erwähnen sollen, bevor ich Ihren Auftrag angenommen habe.“

Ihre Stimme zitterte leicht vor Ärger. Von der Lockerheit des Kartenspiels war nichts mehr übrig. Samin lehnte sich zurück und betrachtete Moore mit einem deutlich veränderten Blick.

„Die Black Sun sind Kriminelle ...“

Ihr entging nicht die Ironie. Man hatte sie für ein Verbrechen angeworben. Natürlich arbeitete sie für Verbrecher. Aber die Black Sun waren …

„ … die schlimmsten, die es gibt.“


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Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
Kommend von Ketaris

::: Hyperraum :: Richtung Coruscant :: Tenias Schiff :: Brasso Nunkai und Tenia Lumiran :::
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Brasso Nunkai ließ ihre Worte eine Weile zwischen sich und dem gedämpften Summen der Krankenstation stehen, während irgendwo hinter der Wand ein Aggregat in einen niedrigeren Leistungsmodus wechselte und der medizinische Droide mit jener unaufgeregten Geschäftigkeit seine Instrumente ordnete, die beinahe etwas Beruhigendes hatte. Natur, Wege, Gefahren, die noch keine sichtbare Gestalt angenommen hatten; für Tenia schien die Macht sich in Dingen gezeigt zu haben, die lebten, wuchsen und sich bewegten, während Brasso sein Leben lang in den Überresten anderer Leute verbracht hatte, zwischen aufgerissenen Rümpfen, abgetrennten Leitungen und Maschinen, die ihren eigentlichen Zweck längst verloren hatten. Und doch klang das, was sie beschrieb, auf eine eigentümliche Weise vertraut, denn vielleicht spielte es tatsächlich keine Rolle, ob jemand einem Wald lauschte oder dem ausgeweideten Bauch eines Sternenzerstörers, solange man nur gelernt hatte, auf jene kleinen Abweichungen zu achten, die anderen entgingen.

Er betrachtete seine Hände, die auf seinen Knien ruhten, und ließ den Daumen über eine alte Narbe am Zeigefinger gleiten, während er sich fragte, wie viele Entscheidungen seines Lebens er im Nachhinein anders benennen müsste, wenn Tenia recht behielt. Vielleicht war manches, worauf er sich etwas eingebildet hatte, nie ausschließlich Geschick gewesen; vielleicht war manches Glück, das er für verdient gehalten hatte, keines gewesen, und vielleicht hatten jene Augenblicke, in denen ihm ein Raum plötzlich falsch erschienen war oder ein Stück Metall beinahe zu ihm gesprochen hatte, tatsächlich einen Ursprung, der sich weder mit Materialkunde noch mit Erfahrung vollständig erklären ließ. Der Gedanke gefiel ihm weniger, als er erwartet hätte. Brasso mochte Erklärungen, die sich öffnen, prüfen und wieder zusammensetzen ließen, und eine Kraft, die überall sein sollte, ohne dass man sie in einem Gehäuse finden konnte, war aus seiner Sicht zunächst einmal eine ausgesprochen schlechte Konstruktion.


„Bei Euch war es also der Wald“, sagte er schließlich, wobei ein müdes Lächeln um seinen Mund erschien. „Bei mir waren es Schrotthaufen.“ Er hob leicht die Schultern und bereute die Bewegung augenblicklich, als ein dumpfer Schmerz durch seine Seite zog. „Irgendwie klingt das weniger ehrwürdig.“

Der Humor hielt nur kurz, doch er nahm etwas von der Schwere aus dem Gedanken. Brasso lehnte sich vorsichtig zurück, bis die harte Kante der Behandlungsliege seinen Rücken trug, und bemerkte erst jetzt, wie tief die Erschöpfung bereits in ihm saß. Sie war nicht länger bloß Müdigkeit, die man mit einem starken Getränk oder einigen Stunden Schlaf verscheuchen konnte, sondern jene bleierne Leere, die entstand, wenn ein Körper über zu lange Zeit mehr geleistet hatte, als ihm zur Verfügung stand. Seine Lider wurden schwer, während die saubere, gefilterte Luft des Schiffes beinahe unangenehm kühl in seine geschundene Lunge strömte, und für einen Augenblick stellte er sich vor, einfach die Augen zu schließen und erst wieder zu öffnen, wenn Ketaris nur noch ein Punkt hinter ihnen war.

Doch Ritterin Lumirans letztes Wort blieb hängen. Weg. Der Abednedo hatte genug davon hinter sich gebracht, um diesem Begriff grundsätzlich zu misstrauen. Wege führten irgendwohin, und meistens verlangten die Wesen, die sie beschrieben, dass man schon am Anfang wusste, was einen am Ende erwartete. Gilden hatten Wege. Imperiale Lieferketten hatten Wege. Karrieren hatten Wege. Immer gab es Regeln, Zuständigkeiten und jemanden, der entschied, wer dazugehören durfte und wer irgendwann vor einer verschlossenen Tür stand.

Er hob deshalb noch einmal den Blick zu der Jedi Rtterin.


„Eine Frage habe ich.“


Seine Stimme war inzwischen leiser geworden, doch die Müdigkeit nahm ihr nichts von ihrer Ernsthaftigkeit.

„Wenn wir auf Coruscant sind und sich herausstellt, dass Ihr recht habt … was passiert dann mit mir?“ Brasso hielt kurz inne und suchte nach den richtigen Worten, denn die eigentliche Frage lag tiefer. „Ihr sprecht von einem Weg. Bedeutet das, dass ich einer von Euch werden müsste? Dem Orden beitreten, Regeln befolgen, Gelübde ablegen oder was immer Jedi eben tun?“

Das Misstrauen in seinem Blick richtete sich nicht gegen Tenia. Dafür hatte sie in den vergangenen Tagen zu oft bewiesen, dass ihre Handlungen mehr Gewicht besaßen als irgendein Titel. Es galt dem Wort Orden, jenem unscheinbaren Versprechen einer Institution, die zwangsläufig irgendwann begann, Menschen nach innen und außen zu sortieren. Brasso atmete vorsichtig ein und spürte das vertraute Ziehen tief in seiner Brust.

„Ich möchte verstehen, was mit mir passiert“, fügte er ruhiger hinzu. „Aber ich habe mein Leben lang schlechte Erfahrungen mit Leuten gemacht, die erst erklären, was sie von einem wollen, nachdem man schon unterschrieben hat.“

Danach sank sein Blick wieder auf seine Hände, und diesmal ließ er die Stille zu, während sein Körper ihm mit wachsender Beharrlichkeit erklärte, dass Tenias Vorschlag mit dem Ausruhen vermutlich der vernünftigste Satz gewesen war, den an diesem Tag irgendjemand zu ihm gesagt hatte.

::: Hyperraum :: Richtung Coruscant :: Tenias Schiff :: Brasso Nunkai und Tenia Lumiran :::
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Weiter auf Coruscant
 
// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //

Dany konzentrierte sich derweil wieder auf ihre Karten. Verdammt, war sie schlecht. Es dauerte nicht lange, bis selbst
Sana mehr Chips vor sich liegen hatte als sie, was Dany mit zunehmendem Missfallen registrierte. Dabei hatte das Mädchen vor kaum einer halben Stunde überhaupt erst gelernt, wie Corellian Spike funktionierte. Als Jake erwähnte, dass auch auf ihn schon einmal ein Kopfgeld ausgesetzt gewesen war, zuckte Dany mit den Schultern.

"Da bist du nicht der Einzige hier am Tisch"

Ihr Blick streifte dabei kurz
Samin neben ihr, ehe sie die nächste Karte zog. Nach ihrem mandalorianischen Wutausbruch hatte Dany sich inzwischen wieder beruhigt. Jakes Geschichte hörte sie trotzdem mit einem gewissen Interesse. Ein Reparaturladen, das Dasein als Sheriff. Und irgendetwas mit einer Disruptor-Hochzeit. Ob er tatsächlich Sheriff gewesen war oder nur auf einem Kindergeburtstag einen gespielt hatte, hatte Dany irgendwann nicht mehr ganz verstanden. Bei dem Kerl schien beides ungefähr gleich wahrscheinlich. Fest stand nur, dass der Mann in seinem Leben offenbar schon durch eine ganze Menge Scheiße gestolpert war und bislang irgendwie immer wieder auf seinen Beinen landete. Er wirkte wie ein Überlebenskünstler und das wusste sie zu respektieren.

Während
Samin anschließend erklärte, was einen Elitepiloten eigentlich von irgendeinem anderen Piloten unterschied, schob Dany einen weiteren Chip in die Mitte und versuchte gleichzeitig, nicht wieder denselben Fehler wie in der letzten Runde zu machen. Bei Moore sah die Sache jedoch anders aus. Die Silberhaarige war seit ihrer ersten Begegnung ein einziges Mysterium gewesen. Zu viel Geld, zu viele Kontakte, zu viele Möglichkeiten und eine beinahe lächerliche Selbstverständlichkeit, mit der sie Probleme löste, an denen andere vermutlich schon beim Versuch gescheitert wären.

Nun lichtete sich der Schleier zumindest etwas. Sie war ein Mitglied der Black Sun. Dany kannte den Namen des Syndikats natürlich. Man musste im Outer Rim schon ziemlich konsequent mit verschlossenen Ohren durch die Gegend laufen, um nie von ihnen gehört zu haben. Persönlich hatte sie bislang kaum mit ihnen zu tun gehabt. Dort, wo sie gearbeitet hatte, waren Mitglieder der Organisation jedenfalls keine gewöhnlichen Kopfgeldziele gewesen. Man rührte sie schlichtweg nicht an. Es war ganz einfach.


Samins Reaktion fiel ziemlich energisch aus. Dany sah kurz von ihren Karten auf. Die Chiss saß dicht neben ihr, hatte sich verärgert zurückgelehnt und starrte über Dany hinweg zu Moore. Den offensichtlichen Widerspruch in ihrer Empörung hatte Samin selbst bemerkt: Sie saßen gerade in einer Luxusyacht auf dem Weg zu einem Auftrag, bei dem sie in einen militärisch gesicherten Forschungsbereich einbrechen und etwas stehlen sollten. Krimineller wurde es vermutlich nicht dadurch, dass irgendwo das Logo der Black Sun darauf klebte.

Und trotzdem blieben Samins Worte bei Dany hängen. Sie war Kopfgeldjägerin und darauf war sie stolz. Sie arbeitete mit Lizenz, jagte Verbrecher und hatte ihre Ziele bislang lebend abgeliefert. Sie gehörte nicht zu den Gestalten, die für irgendeinen Hutten Schulden eintrieben oder für sie irgendwelche armen Schweine erschossen. Finanziell hatte sich dieses Selbstverständnis bislang bestenfalls mittelmäßig ausgezahlt, aber darum war es ihr nie ausschließlich gegangen.

Dann war Krev auf Tatooine gekommen. Erst ein paar Gefälligkeiten. Danach der Einbruch bei einer Auktion und ein gestohlenes Ersatzteil. Schon damals hatte Dany gewusst, dass sie eine Grenze überschritt. Sie hatte es trotzdem getan, weil die Dawn Chaser repariert werden musste und weil sich zum ersten Mal eine Tür zu etwas Besserem geöffnet hatte.

Und jetzt
Moore. Eine Forschungseinrichtung, ein Einbruch und eine halbe Million Credits. Die Steigerung war durchaus bemerkenswert.

Dany sah für einen Moment auf ihre Karten, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Das Spiel interessierte sie plötzlich kaum noch. Denn das alles passte nicht besonders gut zu dem Bild, das sie von sich selbst hatte. Vielleicht konnte sie sich das schönreden, vielleicht tat sie genau das gerade. Aber der Auftrag war bereits angenommen. Sie würde ihn durchziehen, das Geld vernünftig investieren und sich danach endlich die Ausrüstung, das Schiff und die Möglichkeiten leisten können, die sie brauchte, um als Kopfgeldjägerin wirklich durchzustarten.

Starthilfe - mehr war es nicht.


// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //
 
// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake, Moore und Mira //

Karten waren wirklich eine hervorragende Idee gewesen, dass musste Jake Dany lassen. Was man auf seine direkte Fragen unbeantwortet gelassen hatte, fand nun im Spiel unwillkürlich seinen Weg ans Tageslicht..


„Das ist Teil meines unwiderstehlichen Charmes.“, antwortete er Samin grinsend darauf, dass er zu viel redete. Jake warf einfach nur Stiefel in den Raum, wenn jemand anfing sich diese Stiefel anzuziehen, dann war das nicht seine Verfehlung! Statt aber das auszuführen schwieg er dieses Mal und ließ ihr die Chance anzuführen, was sie anführen wollte und lernte dabei sogar noch was. Einen Fluch oder eine Beleidigung in ihrer Muttersprache. Sie konnte Jake doch noch überraschen und er wirkte auch mächtig stolz auf Samin. K’tah schien wie E chu ta die Betonung erst einmal einen Moment auf dem ersten Buchstaben ruhen zu lassen, bevor die Verachtung dann im zweiten Wortteil dazu kam. Dann sollte Sana von ihrer Mutter eine Definition über den Begriff Elitepilot erhalten, mit dem er größtenteils übereinstimmte, also funkte er ihr nicht dazwischen, gab aber auch seine Meinung zum Besten.

„Umgebungswahrnehmung macht viel aus.“, pflichtete Jake seiner ehemaligen Staffelkameradin zu. „Zu spüren was kann das Schiff ab und auch der Instinkt, wann man in und aus der Zielerfassung schlüpft und wie man die Rollen von Beute in die des Jägers zu verwandelt. Wie todesmutig kann oder muss ich fliegen, dass der hinter mir die Nerven verliert?“
Er hielt inne, nachdem er Blues Worte durch seine eigenen ergänzt hatte.
„Aber vielleicht ist unsere Sichtweise auch zu sehr vom Militärleben geprägt. Es gibt einen Unterschied zwischen Kampfpilot und Pilot. Nicht jeder der ein Raumschiff fliegt muss auch dessen Bewaffnung beherrschen.“, erinnerte er nicht nur Samin, sondern auch sich selbst. „Vielleicht nehmen wir ein anderes Beispiel.“

War zwar vermutlich nicht das beste Beispiel, aber für Jake eines, das recht nahe lag.
„Rennen kann wirklich jeder. Aber jeder Humanoide bringt von Natur aus eine andere Grundgeschwindigkeit, Beschleunigung, eine unterschiedliche Trittsicherheit im unwegsamen Gelände oder schlicht mehr oder weniger Ausdauer mit. Das Alles kann man trainieren, klar gibt es natürliche Begabungen und Grenzen, aber nur jemand der in all diesen Punkten sehr gut ist, kann an den ganz großen Wettkämpfen der Galaxie überhaupt teilnehmen. Im übertragenden Sinne, quasi beim Staffellauf, sind die Chancen sehr gut, dass die Wolves am Ende auf dem Siegerpodium stehen, obwohl mitunter sehr gute Konkurrenz dabei ist. Vielleicht gewinnen sie nicht immer, aber sie haben immer die Chance auf den ersten Platz.“

Moores folgenden Erläuterungen zu ihrer Person war auf der einen Seite überraschend, auf der anderen gar nicht so sehr. Jake hatte bei ihr auf Fixerin eingeschätzt, also eine Schnittstelle an der Credits, Aufträge und Informationen zusammenliefen, damit sie diese möglichst passend zusammenfügte. Sprich kriminelle Energie, die mit ihrem offensichtlichen Organisationstalent, Cleverness und vor Allem der Fähigkeit Leute der Länge nach zu durchschauen wirklich harmonierte und sich gut in Jakes Weltbild zu Moore abbildete. ‚Black Sun‘, fiel ein bisschen unverhofft und auch der Alderaaner schaute auf, und musterte die Silberhaarige. Was Jake am empörendsten fand, war, dass man heutzutage anscheinend mit ehrlicher unehrlicher Arbeit weit wenig Verdienst hatte als mit elektronischen Diebereien.

Das Verbrechersyndikat stand dem Bild das er von ihr hatte durchaus entgegen, aber er kannte die wenigsten am Tisch länger als ein paar Stunden. Was hieß das für Moores Rücksichtslosigkeit? Denn anscheinend hatte sie drei Streuner aufgesammelt – zugegeben sehr talentierte Streuner – aber doch kaum Leute, deren Verschwinden in der Galaxie für Aufsehen sorgen würde. Seine Karten lagen sowieso die meiste Zeit verdeckt auf dem kleinen Tisch, statt in seiner Hand zu ruhen. Was wusste er über diese Frau? Wenig. Dennoch war sie ihm sympathisch, nicht nur weil sie attraktiv war, sondern weil sie genau wusste wer sie war und keinen Hehl daraus machte. Sie hatte ihm die Option gegeben, die Sache auszusitzen. Und er hatte es als aufrichtig eingeschätzt.


„Blue.“, meinte er ruhig und suchte dabei Samins feurigen Blick. „Meiner Erfahrung nach hilft es, sein Vertrauen in Einzelpersonen zu setzen. Organisationen werden einen immer enttäuschen.“ Jake strich sich nachdenklich durch die Bartstoppeln. „Für mich ist Black Sun erstmal nur ein Begriff. Ich messe meine Zustimmung zu dieser ganzen Sache, an den der Person, die mir den Auftrag angeboten hat. Ich hatte die Option, abzulehnen und dabei auch ganz gut zu überleben, nur ein kleiner Urlaub. Bisher habe ich hier noch keine rote Flagge gesehen. Ganz im Gegenteil. Man hat mir einen riesigen Gefallen getan. Dich in dieser riesigen Galaxie wiederzufinden, war sicherlich auch ein riesiger Zufall, aber ohne Moore hätte sich das vermutlich nicht gefügt.“

Er nickte Moore einmal zu und spielte seine Hand aus. Gee Whiz, eine positive zehn, eins bis vier jeweils negativ. Runde vier ging damit wieder an Jake.

„Vielleicht ist der Ruf der Black Sun, den du kennst gerechtfertigt, vielleicht übertrieben, aber da würde ich gar nicht so viel drauf geben.“ Er zuckte mit den Schultern.
„Die Frage die ich mir stellen würde ist, vertraust du Moore, basierend auf den Erfahrungen, die du mit ihr gemacht hast? Reduziere es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runter. Das ist Moore, nicht die Black Sun. Wenn du dir vorstellen kannst den Job für sie zu machen, sollte der Rest unwichtig sein.“

Dann grinste er auf seine unnachahmliche Art. „Und ja, die Geschichte mit dem Sheriff ist wahr, ich kann sie euch später gerne erzählen. Die Beweise sind nur leider auf dem Rad.“ Damit sammelte er die Karten für die nächste Runde ein und mischte, nicht nur, sondern gab richtig an und ließ die Karten für sich tanzen.

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