Zuletzt gekaufter/gesehener Film - Allgemeiner Filmthread

Aber wie soll das gleichzeitig für alles Leben im Universum passieren? Dann müsste jeder Planet in seiner Größe angepasst werden, um Überbevölkerung zu vermeiden. Dabei müssen aber Umlaufbahn und Ökosystem in Takt gehalten werden, damit nicht alle hinterher sterben. Dann alle Ressourcen auffüllen. Also Frischwasser liefern, wo keines war, Ölquellen auffüllen, Tier und Pflanzenbestände erneuern, etc. Wahrscheinlich würden dabei auch schon ein Haufen Lebewesen sterben und Städte zerstört werden.

Am Ende hätten wir wahrscheinlich das gleiche Problem. Die Bevölkerung würde mit dem Raubbau von neuem beginnen. Dann ist es einfacher, die Hälfte gleich umzubringen.

Und ich denke immer noch, dass die MCU Steine weit, weit schwächer dargestellt werden als ihre Comic-Gegenstücke. Dort würden diese vielleicht tatsächlich eine Allmacht liefern, die den Nutzer gottgleich macht.

Trotzdem, sehr schön, zu welchen Gedankenspielchen das Thema einlädt ;)
Wie gesagt, das Universum ist groß. Fast schon unendlich groß. Die Hälfte der Bevölkerung des Universums auf andere habitable Planeten zu verfrachten bzw. neue habitable Planeten aus zuvor unbewohnbaren Welten zu erschaffen hätte ich dem Infinity Handschuh eigentlich schon noch zugetraut.

Und für die Zukunft danach? Man schenke jeder empfindsamen Spezies die Möglichkeit interstellarer Reisen. So sehr kann die Bevölkerung des Universums nicht wachsen um die Ressourcen von Aberbillionen Sternensystemen zu erschöpfen.
 
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Ach der ganze Balance-Plan ist doch eh kurzerhand über Bord geworfen worden. Zurück-in-die-Zukunft-Thanos war ernsthaft überrascht, dass die überlebende Hälfte berechtigterweise völlig angepisst war und hat dann beschlossen, einfach alles und jeden auszulöschen.

Diese Figur hat einen ganz kräftigen Knall und ist hochgradig irrational.

Wobei ich ja der Meinung bin, dass es sich um zwei verschiedene Figuren (oder derselben in weit auseinanderliegenden Entwicklungsstadien) handelt. Während der 2018er-Thanos sich zumindest der immensen Verantwortung, die mit dem Besitz der Steine konform gehen, bewusst war (seine ganze "Bürde"-Nummer, die Wilson Fisk in kleinerem Maßstab ebenso aufführt, als Resultat dessen), machte die 2014er-Version (auch bekannt aus GotG) den bösartigeren, eindimensionaleren, "unreiferen" Eindruck. Der 2018er trat als Protagonist eines inneren Reife-/Wandlungsprozesses auf, was ihn für den Zuschauer spannend und nicht so austauschbar erscheinen ließ, wie 99% der MCU-Bösewichter.

In der Methodik nahmen sich natürlich beide wenig.
 
Aber wie soll das gleichzeitig für alles Leben im Universum passieren? Dann müsste jeder Planet in seiner Größe angepasst werden, um Überbevölkerung zu vermeiden. Dabei müssen aber Umlaufbahn und Ökosystem in Takt gehalten werden, damit nicht alle hinterher sterben. Dann alle Ressourcen auffüllen. Also Frischwasser liefern, wo keines war, Ölquellen auffüllen, Tier und Pflanzenbestände erneuern, etc. Wahrscheinlich würden dabei auch schon ein Haufen Lebewesen sterben und Städte zerstört werden.

Was die Steine anbelangt, sind sie allem Anschein nach so mächtig, um Materie über das ganze Universum hinaus mit einem Fingerschnippen zu erschaffen. Was ist da das verschieben von Planetenbahnen, wenn man physikalische Gesetze außer Kraft setzen kann? Ein Fingerschnippen und alle Lebewesen könnten fähig sein Photosynthese zu betreiben und von Luft und Licht leben.
 
Was die Steine anbelangt, sind sie allem Anschein nach so mächtig, um Materie über das ganze Universum hinaus mit einem Fingerschnippen zu erschaffen. Was ist da das verschieben von Planetenbahnen, wenn man physikalische Gesetze außer Kraft setzen kann? Ein Fingerschnippen und alle Lebewesen könnten fähig sein Photosynthese zu betreiben und von Luft und Licht leben.

Dann werden wir aber sehr philosophisch, wenn Thanos alles Leben im Universum gleichschaltet und damit komplette Kulturen und Lebensarten auslöscht. Das wäre auch ein möglicher Plott gewesen, bei dem ich denke, dass sich das Universum ebenfalls gegen aufgelehnt hätte.
 
Dann werden wir aber sehr philosophisch, wenn Thanos alles Leben im Universum gleichschaltet und damit komplette Kulturen und Lebensarten auslöscht. Das wäre auch ein möglicher Plott gewesen, bei dem ich denke, dass sich das Universum ebenfalls gegen aufgelehnt hätte.

Er könnte ja allen die Fähigkeit geben zur Photosynthese ohne Kulturen oder Lebensarten auszulöschen...mit einem Fingerschnippen. Oder er stellt auf jedem Planeten einen Replikator auf, der jedes Jahr so viele Ressourcen erneuert wie im Jahr zuvor verbraucht wurden. Dann sind Kulturen die sich exklusiv durch ihre Nahrung definieren auch safe. Alles möglich mit den Steinen.
 
Wobei ich ja der Meinung bin, dass es sich um zwei verschiedene Figuren (oder derselben in weit auseinanderliegenden Entwicklungsstadien) handelt.

Naja, Thanos labert ja schon Klein-Gamora mit dem Balancequark zu, während er genau in diesem Augenblick die Hälfte ihres Volkes massakrieren lässt. Was mich zu der Frage bringt, ob er die Völker, die er zuvor persönlich schon mal halb dezimiert hat, auch noch ein weiteres Mal mit dem Snap behelligt?

Während der 2018er-Thanos sich zumindest der immensen Verantwortung, die mit dem Besitz der Steine konform gehen, bewusst war (seine ganze "Bürde"-Nummer, die Wilson Fisk in kleinerem Maßstab ebenso aufführt, als Resultat dessen), machte die 2014er-Version (auch bekannt aus GotG) den bösartigeren, eindimensionaleren, "unreiferen" Eindruck.

Das einzige, was den 2018er-Thanos von seinem früheren Gegenstück unterscheidet, ist, dass er naiver ist, weil er von einem Happy-End für sich selbst fest überzeugt ist. Ich finde dagegen, dass diese Figur nicht mehr ganz dicht ist. Er ist allen Ernstes davon ausgegangen, dass er in seinem Garten in Rente gehen kann, während er einen Haufen Typen ans Bein gepinkelt hat, die sich selbst wortwörtlich "Rächer" nennen und deren Name Programm ist.
 
Naja, Thanos labert ja schon Klein-Gamora mit dem Balancequark zu, während er genau in diesem Augenblick die Hälfte ihres Volkes massakrieren lässt. Was mich zu der Frage bringt, ob er die Völker, die er zuvor persönlich schon mal halb dezimiert hat, auch noch ein weiteres Mal mit dem Snap behelligt?



Das einzige, was den 2018er-Thanos von seinem früheren Gegenstück unterscheidet, ist, dass er naiver ist, weil er von einem Happy-End für sich selbst fest überzeugt ist. Ich finde dagegen, dass diese Figur nicht mehr ganz dicht ist. Er ist allen Ernstes davon ausgegangen, dass er in seinem Garten in Rente gehen kann, während er einen Haufen Typen ans Bein gepinkelt hat, die sich selbst wortwörtlich "Rächer" nennen und deren Name Programm ist.
Naja spätestens nachdem er die Infinity Steine zerstört hat und sich dadurch ultra geschwächt hat dürfte sich Thanos überlegt haben ob das mit dem ausruhen im Garten so gut geklappt hat.
 
Er könnte ja allen die Fähigkeit geben zur Photosynthese ohne Kulturen oder Lebensarten auszulöschen...mit einem Fingerschnippen. Oder er stellt auf jedem Planeten einen Replikator auf, der jedes Jahr so viele Ressourcen erneuert wie im Jahr zuvor verbraucht wurden. Dann sind Kulturen die sich exklusiv durch ihre Nahrung definieren auch safe. Alles möglich mit den Steinen.

Wahrscheinlich krallen sich dann die Starken und Mächtigen diese Replikatoren und der Rest schaut in die Röhre. Dann gibts wieder Unterdrückung und Krieg um die Ressource Replikator. Pragmatisch gesehen ist das alles viel zu viel Streß, wenn man sein Zeil auch einfach erreichen kann wenn man gleich die Hälfte umbringt.
 
Wahrscheinlich krallen sich dann die Starken und Mächtigen diese Replikatoren und der Rest schaut in die Röhre. Dann gibts wieder Unterdrückung und Krieg um die Ressource Replikator. Pragmatisch gesehen ist das alles viel zu viel Streß, wenn man sein Zeil auch einfach erreichen kann wenn man gleich die Hälfte umbringt.

Und das Problem von Unterdrückung und Krieg ist gelöst, wenn die Hälfte weg ist? Dann führt die übrige Hälfte halt wieder Krieg und unterdrückt. Wenn es eine inhärente Eigenschaft des Lebens ist, dann gilt das ja auch für halb so viele Individuen.
Mit den Replikatoren wäre zumindest der Hauptgrund für Konflikte weg...Ressourcenknappheit. Wenn die Hälfte weg ist, dann tritt dieser Grund spätestens dann wieder auf, wenn die Bevölkerung sich erholt hat. Die Erde hat 50 Jahre gebraucht von 3,5 auf 7 Milliarden Menschen. Und man kann noch nicht mal die Lösung wiederholen, weil die Steine zerstört wurden.
 
Und das Problem von Unterdrückung und Krieg ist gelöst, wenn die Hälfte weg ist? Dann führt die übrige Hälfte halt wieder Krieg und unterdrückt. Wenn es eine inhärente Eigenschaft des Lebens ist, dann gilt das ja auch für halb so viele Individuen.
Mit den Replikatoren wäre zumindest der Hauptgrund für Konflikte weg...Ressourcenknappheit. Wenn die Hälfte weg ist, dann tritt dieser Grund spätestens dann wieder auf, wenn die Bevölkerung sich erholt hat. Die Erde hat 50 Jahre gebraucht von 3,5 auf 7 Milliarden Menschen. Und man kann noch nicht mal die Lösung wiederholen, weil die Steine zerstört wurden.

Das sehe ich tatsächlich als größten Schwachpunkt in Thanos Plan. Entweder hätte er sich Unsterblichkeit sichern müssen, um regelmäßig zu Schnipsen oder einfach einen Kreislauf festlegen, der alle 100 Jahre läuft.

Alternativ mag es vielleicht reichen, wenn er allen Wesen mitgeteilt hätte, was er getan hat und dass er es wieder tut, wenn nicht jeder auf seinem Planeten jetzt mal klar kommt.
 
The Last Duel (2021)

Der Film spielt Ende des 14. Jahrhunderts und basiert auf einer wahren Begebenheit. Marguerite de Carrouges, Ehefrau des Ritters Jean de Carrouges, bezichtigt den ehemals besten Freund ihres Mannes, sie in dessen Abwesenheit vergewaltigt zu haben.

Dieser Jacques de Gris hingegen leugnet die Tat. Trotz erheblicher Widerstände und Risiken besteht Marguerite auf ihrer Aussage und es kommt zu einer Anklage gegen le Gris, die im Rahmen eines Duells mit einem Gottesurteil entschieden werden soll.

Ich bin mit eher negativen Erwartungen an den Film herangegangen und wurde sehr positiv überrascht.
Die Handlung wird nacheinander aus der Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt, wobei Marguerites Darstellung der Geschehnisse als letztes drankommt.

Jede Sichtweise hat mich sehr fasziniert, denn es zeigt, wie unterschiedlich Blicke, Gesten, Worte und Emotionen wahrgenommen werden können. Die Motivationen und Handlungen beider Männer sind für sie selbst absolut nachvollziehbar und rechtschaffen. Die Gefühle von Marguerite hingegen tauchen nur am Rande und sehr unsensibel bzw. fehlinterpretiert auf.

Der interessanteste Part ist Marguerites Perspektive. Hier erfahren wir die tatsächliche Wahrheit und darüber hinaus noch viel über ihren Alltag als verheiratete Frau (mit Schwiegerdrachen im Haus).

Als Höhepunkt wird in den Rezensionen das entscheidende Duell Mann gegen Mann gewertet. Für mich gab es in diesem Film aber andere Szenen, die mich noch mehr beeindruckt haben.
Zum einen ist dies [die Vergewaltigung durch le Gris]. Was ich da gesehen und gehört habe, wird mich noch eine Weile beschäftigen. Ein sehr intensives Spiel und schwer zu ertragen.
Zum anderen ist es dieser furchtbare "Gerichtsprozess", in welchem lauter Männer über Marguerite urteilen. Die dort zur Schau gestellte Dummheit, Unwissenheit, Gehässigkeit und Unverschämtheit hat mich wirklich wütend gemacht.

Das Reiterduell am Ende ist klasse inszeniert, wie auch der gesamte Film. Ich habe wirklich sehr mitgefiebert, dass es am Ende gut ausgehen mag.

Ich habe zudem befürchtet, dass Ridley Scott und Afflek/Damon ein plumpes Werk abliefern würden, welches das Thema Feminismus auf sehr einseitige und zeitgeistige Weise aufgreifen würde. Dies ist meiner Meinung nach nicht der Fall.


Ich vergebe 10 von 10 Punkten.
 
Raya und der letzte Drache (2021)

Nach "Vaiana" setzt Disney mit "Raya" erneut auf eine weibliche Heldin, die für ihre Heimat kämpft.
Die Geschichte spielt in Südostasien, wobei man sich aus verschiedenen Regionen und Ländern bedient hat.

Einst gab es das große Reich Kumandra, in welchem alle Völker vereint lebten. Doch dann kam eine finstere Bedrohung namens Drunn und versteinerte die Menschen. Nur mit Hilfe magischer Drachen konnte die Welt gerettet werden. Die Drachen schufen gemeinsam einen magischen Stein, der Drunn vertrieb. Die Drachen opferten sich und versteinerten.

500 Jahre später leben die Völker voneinander getrennt und beäugen sich misstrauisch. Raya ist dazu auserwählt, das letzte magische Artefakt der Drachen zu bewachen. Als ihr Vater die anderen Völker zur Versöhnung einlädt, kommt es zum Streit um das Juwel und es zerbricht.

Fortan bekämpfen sich die Völker gegenseitig, leben in verschiedenen dystopischen Gebieten und hüten jeweils eifersüchtig ihr abgebrochenes Stück vom Juwel.

Raya glaubt, dass es noch einen Drachen geben muss, der am Leben ist und der die Völker wieder vereinen kann. Also macht sie sich auf die Suche nach diesem Drachen, ist aber nicht die einzige mit dieser Idee....


Tja, mir fällt es schwer den Film einzuordnen. Handwerklich ist alles top! Das Wasser, die Landschaften, der fluffige Drache Sisu....da gibt es nichts zu bemängeln. Die Kämpfe und Actionszenen sind nicht allzu übertrieben. "Leider" ist auch Raya eine jener Figuren, die von Beginn an bereits super ausgebildete Megakämpferinnen sind. Es kommt daher in keiner Kampfszene echte Spannung auf.

Im Original sprechen Gemma Chan, Awkwafina und Kelly Marie Tran. Hier verliert die Synchronisation einiges an Charisma.

Die typischen Sidekicks sind zahlreich und dadurch wenig einprägsam. Überhaupt bewahrt sich der Film durch das hohe Tempo und die Perfektion eine ziemliche Distanz zu der Handlung und den Figuren.

Der Humor ist abgeklärt und zielt oft eher auf die Eltern als die Kinder. Ich zumindest wurde dadurch oft aus der Welt dort herausgerissen. Mir ist nicht ganz klar, was diese coolen Sprüche und Anspielungen sollen. In anderen Kinderfilmen passt es gut; hier nicht.

Gesungen wird diesmal so gut wie gar nicht, was für echte Disneyfans vermutlich ernüchternd ist. Ich zumindest war froh drum, mein Mann etwas enttäuscht.

Die "Moral von der Geschichte" darf natürlich nicht fehlen. In diesem Fall geht es um das Thema Vertrauen. Leider wird dies nur in wenigen Szenen wirklich ernsthaft und berührend angeschnitten. Ansonsten bleibt es weitestgehend bei Kalendersprüchen.

Der Film hat FSK 0, was ich zu wenig finde. FSK 6 wäre meiner Meinung nach angemessen.

Fazit: Ein visuell perfekter Film, der jedoch sehr oberflächlich seelenlos daherkommt.
Ich vergebe 5 von 10 rollenden Gürteltieren.
 
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West Side Story (2021)

Hab den Film heute im Kino gesehen. War zwar nicht begeistert, dass Altmeister Spielberg auf den Remake Zug aufspringt, aber das Ergebnis hat mich letztens doch überzeugt.

Gott sei Dank wurde der Robert Wise Film nicht wirklich kopiert und gab es etliche neue Ansätze (etwa, dass das Spanisch nicht untertitelt wurde, passt zum Rassismusthema und der Sprachbarriere).

Optisch ist der Film ganz grosses Kino. Extrem farbenfroh, opulent ausgestattet und sehr starke Choreographien. Spielberg beweist hier bei seinem ersten Musical, dass er es immer noch drauf hat.

Die Hauptdarstellerin ist einfach nur süss und habe mich sofort sie verliebt
wink.gif
. Als Schneewittchen bei der kommenden Realverfilmung halte ich sie aber immer noch für eine Fehlbesetzung.

Alles in allem stelle ich den Film etwa auf eine Stelle mit dem "Original", was durchaus ne positive Überraschung ist:

8 von 10 Punten!
 
House of Gucci

Hab den Film gestern im Kino gesehen. Schauspielerisch fand ich ihn top. Vor allem Lady Gaga und Jared Leto (scheiden sich die Geister ob schon übertrieben) haben IMO oscarreif gespielt.

Stellenweise war der Film auch ganz witzig. Vor allem die Szenen mit Leto. Die Popmusik hat gut gepasst, auch wenn das geniale Trailer Lied leider nur kurz aufgespielt wurde.

Top war auch das Makeup (wieser vor allem bei Leto). Dürfte der Film sich den Oscar mit "Dune" ausmachen.

Ansonsten fand ich den Film aber auch recht langatmig. Mindestens eine halbe Stunde zu lange. Vor allem gegen Ende, bis es endlich zum Mord kam, hat es sich gezogen. Die Verhaftung etc sieht man dafür gar nicht, sondern nur noch den Urteilsspruch. Fand ich auch seltsam.

Insgesamt gut gemacht, aber hätte mir nach dem phänomenalen Trailer mehr erwartet. "Last Duel" war klar der bessere Ridley Scott Film heuer:

7 von 10 Punkten!
 
Ich habe heuer knapp über 70 Filme/Serien (erneut) gesehen, insbesondere in den ersten zwei, drei Monaten gab es bei mir einen regelrechten Marathon. Da ich immer gleich nach dem Schauen auf imdb.com bewerte und die Zeiträume einigermaßen im Kopf behalte, kann ich so meinen Jahresrückblick rekonstruieren (der in diesen Thread kommt, weil es hauptsächlich alte Sachen sind).

Hier meine Filme des Jahres (d.h. imdb.com-Bewertungen ab 9/10; zunächst in rein chronologischer, ansonsten nicht wertender Reihenfolge): Weiß steht für "erstmals gesehen", grün für "(nach Ewigkeiten) wieder gesehen".

M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931)

Le Doulos/Der Teufel mit der weissen Weste (1962)

I Compagni/Die Peitsche im Genick (1963)

Per qualche dollaro in più/Für ein paar Dollar mehr (1965)

Belle de Jour/Schöne des Tages (1967)

In the Heat of the Night (1967)

Le Samouraï/Der eiskalte Engel (1967)

2001: A Space Odyssey (1968)

Dirty Harry (1971)

The Outlaw Josey Wales (1976)


Die Kür zur Nummer 1 fiel mir nicht leicht; alle verbliebenen vier waren sehr stark. Jetzt ging es nur mehr um hauchdünne Nuancen. Dem sozialpolitisch geladenen I Compagni den Vorzug geben? Oder doch lieber Kult-Klassiker M? Und was ist eigentlich mit Le Doulos, immerhin ein weiterer gelungener Vertreter meines innig geliebten Gangsterfilm-Genres, dazu von Altmeister Jean-Pierre Melville? Aber gerade der wäre doch zu vorhersehbar gewesen? ;)

Nein, ich habe mich ausnahmsweise anders entschieden. Mein Film des Jahres 2021 ist tatsächlich Belle de Jour. Weil es nicht unbedingt ein Genre ist, das mich fesselt. Weil seine Prämisse - im Gegensatz zu allen anderen auf der Liste - anfangs so uninteressant klang, dass ich lange gebraucht habe, um mich zu überwinden. Weil ich noch zu Beginn des Films gehörige Skepsis empfand, die nur langsam davonging. Vor allem aber, weil er qualitativ dermaßen überrascht hat, nachdem ich ihm eine Chance gegeben habe. Und wenn ein Streifen mich aus diesen ungünstigen Startbedingungen heraus überzeugt, dann sei ihm auch mal die Pole Position gegönnt.

Mal sehen, was ich 2022 entdecken werde...
 
Encanto

Und schon das 2te Disney-Meisterwerk heuer. Mit Nummer 60 insgesamt sogar ein Jubiläum.

"Raya und der letzte Drache" fand ich eher so lala. "Encanto" ist IMO schon klar eine Spur besser, wenn auch immer noch hinter den Qualitäten vieler früherer Filme. Wie "Raya" ist auch dieser Film etwas zu sehr auf Teenager-Girlies zugeschnitten (seit 2008 gab es generell nur 2 Filme der Meisterwerke-Reihe, wo kein Teenager Mädchen im Vordergrund stand). Die Musik ist zwar recht gut, aber jetzt keine außergewöhnlichen Ohrwürmer. Und in Sachen Witz wohl einer der humorlosesten Filme der Reihe (was vermutlich u.a. am Fehlen des witziges Sidekicks liegt).

Ansonsten ganz herzerweichendes Mexiko-Märchen, wenn auch klar hinter den Qualitäten eines "Coco" (wenn auch Pixar statt Meisterwerke-Reihe). Ein wirkliches Finale hat es diesmal auch nicht gegeben. Einfach nur ne Versöhnung der Familie. Dürfte einer der gaaaaanz wenigen Disney-Filme ohne einen wirklichen Schurken sein. Von dem her aber auch etwas Neues.

Alles in allem nicht schlecht, aber hinter den Erwartungen. Schwache
7 von 10 Punkten!
 
Heute um 22:15 eine Doku über "zurück in die Zukunft " bzw ist der Doc mit jemandem auf der Suche nach den letzten(?) Deloreans.

Wird natürlich aufgenommen. Aber zuvor wird diese Bluray Box geschaut.

3 tolle Badboys auf bluray mit Extras.

Es wird kultig in Völs
 
Spider-Man: No Way Home (2021)

Heute zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder im Kino gewesen. Und was war das für eine Achterbahnfahrt! Ich musste den Heimweg glatt künstlich verlängern, um nach der ganzen Reizüberflutung zurück in die Realität zu finden. :D

Der Film hat sicher Stärken, die er zudem gekonnt ausspielt - besonders auf emotionaler Ebene - aber auch Schwächen.

Es geht sehr rasant los mit der Wiederholung von Quentin Becks Video; das enorme, bis zum Auftritt von Dr. Strange anhaltende (Schnitt-)Tempo war mir ein bisschen zu viel des Guten. Alles fliegt hektisch um einen herum (was ungewollt auch die schnellebige Medienwelt illustriert). Matt Murdocks Auftritt (bei dem ich innerlich gejubelt habe) war das beste Beispiel dafür; kaum wird der Blindenstock ins Bild gehalten, telefoniert er kurz, lächelt einmal wissend den Fans zu, fängt einen herbeifliegenden Ziegelstein und ist genauso schnell wieder weg. Hätte man besser, sachter machen können.

Dr. Strange ist halb Stichwortgeber, halb comic relief, was seiner Figur nicht ganz gerecht wird. Dass er in der Spiegeldimension von Peter übertölpelt und festgehalten wird, spricht für den anpassungsfähigen Titelhelden, aber weniger für einen der mächtigsten lebenden Magier.

Zu meiner Enttäuschung gab es kein "3 Spider-Men vs. The Sinister Six". Das scheitert nicht nur an der Anzahl vorhandener Feinde: da Sandman und Doc Ock bereits in den alten Filmen nicht per se böse waren, hätte das wohl nur mit Inklusion von weiteren/anderen (MCU-)Bösewichtern funktioniert (Vulture und Mysterio waren meine Wunschkandidaten). Electro und Lizard (bei welchem ich schon 2012 nicht verstanden habe, wieso er nie mit krokodilsähnlicher Schnauze designed wurde, weil es weit besser aussähe) sind klassische Mitläufer. Spideys Gegenspieler unter ein Dach zu bringen, wo sie einander besser kennenlernen, war jedenfalls interessant zu beobachten.

Willem Dafoes Green Goblin ist der Star des Films. Seine Schizophrenie zwecks Vertiefung wieder aufzugreifen, war ein klasse Schachzug der/des(?) Drehbuchautoren. Er zertrümmert die ikonische Maske, behält sie jedoch bei sich....nur in anderer Weise. Als Mays Mörder nicht nur überzeugend, sondern wirklich hassenswert.

Brandstifter Jameson macht seine Sache ebenfalls gut, v.a. mit der für ihn typischen, bellenden Sprechweise, die seine "Info Wars"-mäßige Hetze noch überzeugender darstellt.

Tobey (optisch sichtlich gealtert) und Andrew haben den Streifen bereichert (auch wenn beim ersten Aufeinandertreffen der drei ein bisschen zu viel auf die Tränendrüse gedrückt wurde). Die Szenen mit ihnen bzw. Tom wirken teilweise wie BTS-Bonmots (Andrews "Rückentherapie"!). Tobeys "großer Bruder"-Moment mit Tom im Endkampf mit dem Goblin fand ich ausgesprochen stark, definitiv einer der Höhepunkte.

Strange macht also am Ende den Zauber rückgängig und vorerst verschwindet das "Multiverse". Peter verliert alles: May, Ned, MJ, Happy samt Avengers-Connection. Er fängt von vorne an. Allein. Wie seine Kollegen aus den Paralleluniversen. Damit schließt sich ein Kreis (womöglich beginnen hier neue Partnerschaften: Daredevil? F4? X-Men? Wir werden sehen.).

Ganz zum Schluss bekommt auch noch Tom Hardy seinen Gastauftritt. Als er die Zusammenhänge in der für ihn neuen Welt einigermaßen verstanden hat, geht es für ihn dank Stranges neuem Spruch schon wieder heimwärts und er ist weg -- aber nicht, ohne vorher ein kleines Andenken zu hinterlassen...;) Naja, das war es dann wohl mit einem möglichen Crossover. Schade.

Das waren so meine ersten, flüchtigen Gedanken zu einem unterhaltsamen, schnellebigen, mitnehmenden Trip. Deswegen

9/10 (wiederholt) zerstörten LEGO-Todesstern product placements

PS: Wo war Nick Fury (bzw. sein Skrull-Ersatz)? Sie haben Peter in die ganze London-Geschichte hineingezogen, eigentlich hätten sie ihn da rausboxen oder wenigstens decken müssen.
 
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