Das westliche Sanktionsregime gegen Russland entfaltet im 5. Kriegsjahr weitreichende Wirkung: Nahezu alle Sektoren der russischen Volkswirtschaft weisen eine Negativentwicklung auf.
Sollte umfassendes Gegensteuern ausbleiben, werden dadurch die Strukturprobleme der sehr stark vom Energiesektor abhängigen russischen Wirtschaft langfristig vertieft und drohen chronisch zu werden.
Russische Ölwirtschaft unter Druck
Die russische Ölwirtschaft leidet nicht nur unter der hohen Steuerlast, mit der PUTIN seinen Krieg finanziert. Auch Drohnenangriffe und Sanktionen sorgen dafür, dass der wichtigste Devisenbringer Russlands erodiert. Dank der westlichen Sanktionen muss Russland sein Öl mit erheblichem Abschlag zum Weltmarktpreis verkaufen.
Und Indien – neben China der letzte verbliebene Großkunde – hat seine Ölimporte auf US-Druck bereits erheblich reduziert. Es sind vor allem die extraterritorial wirkenden US-Sanktionen, die die Einnahmen Russlands aus Öl- und LNG-Exporten stark einbrechen lassen.
Zahlen geschönt, Investitionsstandort mit unwägbarem Risiko
Dem Eindruck schmerzhafter Einbußen versucht Russland durch geschönte Zahlen entgegen zu wirken: Dem BND liegen nachrichtendienstliche Erkenntnisse vor, wonach das Defizit des föderalen Haushalts für 2025 um ca. 41,8 % höher ausfällt als offiziell angegeben, und damit ca. 3,7 % des BIP entspricht. Das zeigt die wahren Kosten, die der Kreml für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine billigend in Kauf nimmt, und die noch über Jahre nachwirken werden.
Die Vertrauenswürdigkeit offizieller Statistiken erodiert dadurch weiter – der Investitionsstandort Russland birgt unwägbare Risiken. Das Kalkül PUTINs, Russland zu alter Größe zurückzuführen, kann so nicht aufgehen.
Potenzial weiterer Sanktionen
Weitere Sanktionen – beispielsweise gegen Unterstützer Russlands in Drittstaaten oder die sogenannte Schattenflotte – und deren konsequente Umsetzung haben das Potenzial, den Preis für PUTINs Angriffskrieg weiter zu erhöhen: Während Einnahmen schwinden, steigen die Kosten für den Erhalt des Status quo (zum Beispiel für Umgehungsmaßnahmen). Die Zukunftsfähigkeit der russischen Wirtschaft erodiert immer weiter.