Bastion

[Bastion – Center – Tempel der Sith – Domäne der Lernenden - Terrasse - Niphira, Marishka, Thatawaya, verschiedene Jünger]


Niphira schaute die Fosh eindringlich an. Ihr Gefieder war wirklich nicht uninteressant. Tatsächlich erwischte Niphira sich dabei genau dieses genauer zu studieren. Wie viele Jahre mochte ihre Spezies wohl genau diese Evolutionsstufe bereits erhalten haben? Es war wirklich interessant. Langsam verschränkte die Schülerin ihre Arme vor der Brust und nickte einmal kurz nachdenklich. Ihre Machtsinne umspielten die Fosh vorsichtig. In der Tat ging von dieser scheinbar wirklich, anders als gedacht, keine nennenswerte Gefahr aus. Oder war diese Frau entsprechend in der Macht trainiert worden um sich leicht gegen solche Prüfungen abschirmen zu können? Auf jeden Fall wirkte die Frau interessant. Mehr als es noch im Domizil Draconis den Anschein gemacht hatte. Jedoch verfinsterte sich Niphiras Blick leicht bei den Worten ihres Gegenüber. Mit einem kühlen Lächeln ergriff die Schülerin das Wort während in ihrer Stimme eine gewisse Kälte mit schwang.

“Unterschätze meinen Meister nicht. Es stand niemals in Frage, ob er Malevolos besiegen könnte oder nicht. Darth Draconis ist mächtig… Sehr mächtig…”


Auch wenn es zum Teil gelogen war. Auch wenn die Zweifel während des Kampfes omnipräsent gewesen waren… Niemals würde Niphira zulassen, dass eine Jüngerin die Macht ihres Herren anzweifeln würde. Zweifel würden schlimmstenfalls dazu führen, dass seine Gefolgschaft eben diesen verfallen würden. Zweifel würde ihre Loyalität gefährden. Eine Sache welche Niphira um jeden Preis verhindern wollte. Den Jüngern stand nicht zu Draconis anzuzweifeln. Selbst seine Schülerin hatte kein Anrecht sein Wort anzuzweifeln! Und da war sie wieder. Die Erinnerung daran, dass Niphira bald nicht länger seine Schülerin wäre sondern eine vollwertige Sith und damit deutlich näher an seinem Stand als jetzt. Es stünde ihr frei eigene Entscheidungen zu treffen.


Die folgenden Worte der Fosh interessierten Niphira dann doch etwas. Also war sie wirklich bloß eine Gefangene gewesen? Ein weiteres Opfer des großen Widersachers? Es war durchaus interessant. Sklavin… Niphira selbst war niemals in einer solchen Situation gewesen. Es war erschreckend. Aber irgendwie erschien es notwendig andere Wesen zu versklaven. Wie sonst sollte man schließlich seine eigene Machtposition stärken, wenn man nicht selbst über andere Wesen eine Regentschaft aufbaute? Niphira folgte weiter den Worten der Fosh. Sie wirkte ein wenig unwissend. Jedoch nicht dumm. Ein interessanter Umstand. Bei der Frage der Fosh musste Niphira dann aber doch ein wenig lachen. Es wirkte fast absurd. Jedoch war diese Frage irgendwo logisch wenn man nichts wusste. Irgendwie musste Niphira an ihre eigenen ersten Schritten auf dem Weg zur Sith denken. Es war höchst amüsant es revue passieren zu lassen. Sie selbst war nicht weniger unwissend gewesen. Daher nickte die Schülerin Marishka zu als diese die Erklärung zu der Frage gab.

“Das ist teils richtig. Ich bin eine Schülerin, das ist richtig. Marishka ist eine Jüngerin. Eine Art Anwärter darauf eines Tages die Chance zu bekommen eine Schülerin eines Sith zu werden. Ich werde bald meine Prüfung machen und selbst eine Sith werden. Dann kann ich einen Schüler ernennen der in meinen Augen die nötige Qualifikation dafür besitzt mein Schüler zu sein. Darth Draconis ist ein Sith Executor. Normalerweise können Sith mit diesem Rang einen zweiten Schüler ernennen… Sich als Helfer zu betrachten weil man Jünger ist könnte nicht wahrer und doch falsch sein. Ihr sollt lernen und euch qualifizieren einen Meister zu finden und halt einfache Tätigkeiten im Tempel übernehmen. Ich war, bevor Draconis mich aufnahm, in erster Linie Bibliothekarin. Meine restlichen Fähigkeiten habe ich durch Selbststudium und Training ausgebaut. Jeder Fortschritt bringt euch näher daran wie ich eine Schülerin und vielleicht auch irgendwann eine Sith zu werden. So ist der Kreislauf nun einmal…”

Marishka lernte schnell. NIcht schlecht. Wirklich nicht schlecht. Sie machte sich. Auf der einen Seite schien sie Niphira geeignet den Platz als ihre Schülerin einzunehmen. Ein Gedanke welcher ihren Blick ein wenig zu lange als es höflich gewesen wäre auf Marishka ruhen ließ. In der Tat wäre sie mehr als nur geeignet. Jedoch wollte sich Niphira nicht durch den Unterricht einer Schülerin ausbremsen lassen. Es gab wichtigeres. Sie musste trainieren. Musste stark werden. Ein Monster im Kampf welches seines Gleichen suchte. Anders als bisher durfte sie nicht mehr darauf vertrauen gerettet zu werden. Sie musste ihren Weg fortführen. Musste an Macht gewinnen um ihre künftigen Gegner vernichten zu können. Kein Schritt zurück. Keine unnötige Flucht. Nur noch der Sieg! Weniger durfte nicht ihre Ambition sein. Sie schüttelte ihren Kopf sachte um wieder zurück in die Realität zu kehren. Bei Marishkas Worten lächelte Niphira wieder leicht.

“Im Hangar… Das war nichts besonderes… Und unser nächstes Ziel… Wird in mich zurück in meine Heimat bringen. Cathar… Einen Planeten im Raum der Republik… Ihr solltet also darauf achten… nicht zu auffällig gekleidet zu sein…”

Kaum dass Niphira geendet hatte überkam sie ein merkwürdiges Gefühl. Etwas was sie leicht erschauern ließ. Noch bevor die Worte sich in ihrem Kopf formten wusste Niphira welche Stunde geschlagen hatte. Sie musste los. Ruhig nickte sie den beiden anderen Frauen zu.

“Ich denke ich muss weiter…”

Damit machte Niphira kehrt und legte ihren linken Arm locker auf ihren Schwertgriff. Man musste trainieren um stärker zu werden. Man musste Arbeiten um weiter zu kommen. Sie hatte zu viel Zeit verschwendet! Würde ihr Meister überhaupt gnädig genug sein? Mit schnellen Schritten kehrte die Schülerin wieder in die Räumlichkeiten ihres Herren ein. Sie würde die verbleibende Zeit nutzen müssen um auch eine effektive Vorbereitung treffen zu können.

Als es schließlich soweit war, dass Draconis Niphira zu sich rief benachrichtigte sie Lilya umgehend. Die Twi’lek solle in Niphiras Zimmer kommen und dort auf weitere Anweisungen warten. Kurz darauf machte sich Niphira auf den Weg zu jenem Raum in welchem Draconis seine Gäste empfing. Kaum dass sie eintrat blieb Niphira stehen. Sie starrte Lyra finster an. Was suchte sie an seiner Seite?! Was hatte die Schülerin verpasst? Inzwischen hatte Niphira ihre Waffen fertig gestellt. Eine Doppelklinge und ihr normales schwert. Beides hatte sie inzwischen verbessert. Es waren nun keine normalen Waffen mehr. Es waren Präzisionswerkzeuge. Werkzeuge welche sie kurz am liebsten an Lyra ausgetestet hätte. Ihr Blick spiegelte das Missfallen wieder. Wenn er es so wollte? Sie rief die Twi’lek an ihre Seite welche inzwischen deutlich selbstbewusster an ihrer Seite den Raum hinter ihr betrat bevor die Beiden vor Draconis traten.


“Wie ich sehe habt Ihr euch erholt mein Meister…”


Niphira ließ eine unheimliche Kälte in die Klangfarbe ihrer Stimme einsickern. Wie eine kälte die langsam Kriechend die Wirbelsäule hoch zu kriechen versuchte. Mit einem unauffälligen Handzeichen begab sich Lilya auf einen angemessenen Platz. Weder Marishka noch Thatawaya bekamen nun diese Form der Aufmerksamkeit wie es bei der Frau zu Draconis Linken der Fall war. Sie wollte auf diese Frau los gehen. Was sollte diese Farce? Niphira wartete darauf, dass Draconis das Wort an sie richtete. An die beiden Jünger und sie selbst. Was auch immer er beabsichtigte. Ihr gefiel es nicht. Niphira kämpfte selbst dagegen an los zu schreien. Es verlangte von der Schülerin vieles ab sich zu beherrschen.


[Bastion – Center – Tempel der Sith – Domäne der Oberen - Draconis Domizil - Empfangsraum - Niphira, Marishka, Thatawaya, Darth Draconis, Lyra, Lilya (NSC)]
 
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[Sartinaynian System – Bastion – Center – Tempel der Sith – Domäne der Oberen – Malevolos Quartier] – Nergal & Xargon & Ruul

Hätte Nergal das erste Datapad einfach so im Quartier des Cathar gefunden, hätte er nicht weiter über dessen Inhalt nachgedacht. Aber das es sich abgesichert und verborgen nur mit der Auflistung über Ellenlange Listen an Versorgungsgütern beschäftigte, war alles andere als Trivial. Wie lange es dauerte konnte er nicht sagen, da der Sith, vertieft in seine Arbeit, nicht darauf achtete, aber er brauchte lange um durch alle Einträge des kleinen technischen Speichergeräts zu kommen. Nicht alle eingängig studiert, aber ausreichend genug überflogen um festzustellen, dass eine gewisse Regelmäßigkeit bestand. Ob es sich also tatsächlich um das handelte was darin aufgezeichnet war, oder eine Verschlüsselung darin versteckt war, konnte er noch nicht sagen. Das Interesse des Executors war aber geweckt. Und so legte er das in seinen Händen klein erscheinende Gerät wieder zur Seite um das zweite äußerlich identische Exemplar zur Hand zu nehmen.

Und kurz schien es so, als hätte er hier in der Hand was er suchte. Doch Nergals Blick wanderte unweigerlich in die Richtung in die der Duros, Ruul, verschwunden war. Er war vor Ort gewesen, hatte den Komplex des Sith inspiziert. Nein... eine Auflistung dessen was dort geschehen war, war nicht wirklich interessant. Oder doch? Nachdenklich wog er das Gerät in seiner Hand, ehe er sich dazu entschied die darauf befindlichen Daten, so wie schon beim vorherigen Exemplar, zu kopieren. Für eine einfachere Bedienung verband er dann das Datapad mit dem Holorpojektor. Was er auch schon mit dem vorherigen Exemplar hätte tun können, wie Nergal mürrisch feststellte. Ließ sich jedoch nicht lange von dem Gedanken aufhalten und arbeitete sich durch die einzelnen Einträge. Mehrere schienen nicht aus Malevolos Feder zu stammen und waren Berichte über Experimente und Forschung an verschiedensten Wesen der Galaxis.

Wie der Cathar ausgerechnet an diese Form der Forschung geraten war, interessierte Nergal durchaus. Seines Wissens war er weder Teil des Zirkels der Alchemisten, noch ein Mitglied der Technomaten oder Hexer. Wenn überhaupt hätte der Cathar in die Reihen der Extinktoren gehört. Dort waren grobschlächtige Sith, die ihre Liebe dem Kampf widmeten und sonst nichts, noch immer am besten aufgehoben. Allerdings war dies hier der Beweis das Malevolos sich nicht nur für den Kampf interessiert hatte. Anscheinend hatte er sich nicht nur mit diesen Experimenten befasst, sondern auch im großen Stil Artefakte und allerlei andere Grabungsstücke die von den Sith-Welten der altvorderen Imperien der Dunklen Seite stammten, durch seinen Komplex auf Bastion geschleust. Ob dabei alles mit absoluter Richtigkeit abgelaufen war?

Tief durchatmend wechselte er zu einer Übersicht der Eintragungen und wölbte fragend eine Braue. Amüsanter Weise war es jene über der leeren Augenhöhle, wie Nergal erheitert feststellte. Doch seine Gedanken drifteten nur kurz ab und er lud die Daten des ersten Datapads ebenfalls hoch um eine Gegenüberstellung der jeweiligen Eintragungen vorzunehmen. Hätte er sich die Daten genauer angesehen, wäre es ihm wohl schneller aufgefallen, aber wenigstens war es ihm überhaupt aufgefallen. Die Eintragungen der beiden Pads ergänzten sich. Doch das brachte Nergal bezüglich der Verschlüsselung des ersten Geräts auch nicht weiter. Unweigerlich landete der Blick seines verbliebenen Auges auf der Datacard. Das Auge verengte sich und die mechanische rechte Hand des titanenhaften Sith langte nach dem kleinen Speichermedium. Kurz musste er das Datapad in seiner Hand hin und her drehen, bis er den entsprechenden Slot gefunden hatte.

Die Karte rastete ohne Probleme ein und sofort erschien ein weiteres Fenster. Passwortabfrage. Mürrisch, eher wütend, drang ein Grollen aus seiner breiten Brust, die wie eine gigantische Resonanzkammer arbeitete und einen Laut daraus machte, der auch gut einem verschlagenen Tuk'ata zuzuschreiben gewesen wäre.

Doch bevor sein Ärger zu sehr um sich greifen konnte, beruhigte sich Nergal mit einigen tiefen Atemzügen, während er sich mit einer gerüsteten Hand über seinen vernarbten und entstellten, kahlen Schädel fuhr und dabei kurz sein Auge schloss. Als er sich wieder auf das was vor ihm lag konzentrierte, waren es nicht nur seine rein körperlichen Sinne, die er dabei benutzte. Sondern auch die Macht, sodass seine tatsächliche volle Aufmerksamkeit auf dem hier und jetzt lag. Und auf jenen Gegenständen vor ihm. Vor allem die Schriftrolle, musste noch eine weitere Bedeutung haben. Wie aber sollte er auf das Passwort für die Entschlüsselung der Daten des ersten Pads kommen?

Ruul schien ein gewisses technisches Geschick zu besitzen, was allerdings nicht bedeutete das er sich auch mit diesen Dingen auskannte. Und da war auch die leise Hoffnung, dass Malevolos einfach nicht sonderlich gerissen genug wäre um ein allzu kryptisches Passwort zu benutzen. Sollte sich gar kein Fortschritt mehr einstellen würde er den Jünger zu Rate ziehen. Doch für den Augenblick, würde Nergal nur seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten bemühen. Und so griff er nach der Schriftrolle um sie vor sich auf dem Tisch auszubreiten. Minuten vergingen in denen er immer wieder und wieder die einzelnen Notizen am Rand jener Schriftrolle studierte. Doch die Halbsätze und Sätze ergaben einfach keinen Sinn. Wurden nicht klarer.

So ließ er das verbliebene Auge wieder zu fallen. Trennte die darin brennende sterbende Sonne vom Rest des stofflichen Universums ab und sank tiefer in die Macht. Andere breiteten die Arme aus und ließen sich in die Umarmung der Macht fallen. Als Sith führte dieser Weg unweigerlich zum eigenen Verhängnis und der Auflösung des Ichs. Alles was man war wurde ersetzt durch Leidenschaft, die die Dunkle Seite stärkte. Hass. Zorn. Misstrauen. Verachtung. Arroganz. Panik. Furcht. Alles wurde um ein vielfaches verstärkt, potenziert und zu einer regelrechten Karikatur des ursprünglichen Originals verzerrt. Man wurde zum Spielball der Dunklen Seite. Ein Avatar ihrer ungezügelten und unersättlichen Lust nach mehr. Nergal beschritt einen anderen Weg. Kontrolle. Dominanz. Sein Wille war das Gesetz. Sein Wille die Maxime nach denen sich die Dunkle Seite fügen musste. Und so war es nicht er, der zu ihr kam, sondern er, der sie zu sich rief.

Und wie eine verzweifelte Geliebte gehorcht sie. Hörte seinen wortlosen, stummen Ruf nach ihr und eilte zu ihm. Macht. So dunkel und finster wie die Schatten in den Gängen des Ordens. So finster und kalt wie das Vakuum des leeren Raumes dort draußen. Zwischen den Sternen. Zwischen den Systemen. Zwischen den Galaxien. Im Gegensatz zum Vakuum in dem nichts außer Kälte und die Abwesenheit von allem herrschte, war die Dunkle Seite alles andere als leer gefegt. Nicht die Abwesenheit von Dingen beherrschte sie, sondern die Fülle an allem was da war. Xargon und Ruul wurden mit einem Mal für ihn sichtbar. Wie eine Sonnenfinsternis strahlte ihre Korona mit dem finsteren Licht eines sterbenden Sterns und war so einfach für Nergal zu erkennen, als würden sie direkt vor ihm stehen und nicht irgendwo in diesem Quartier auf der persönlichen Suche nach Anhaltspunkten vertieft.

Nur ein wenig mehr und seine Sinne würden die Gedanken und Gefühle der beiden ebenfalls spüren können. Ein Vorgang der nicht jedem Sith und auch nicht bei jedem anderen Wesen vergönnt war, doch in seinem Falle waren die beiden Jünger einfach nicht in der Lage seiner Macht etwas entgegen zu setzen. Obschon Xargon das gelernte anzuwenden wusste und seine Gedanken geschützt vor Nergals bloßer Aufmerksamkeit hinter einem Schleier lagen, den er bewusst durchstoßen müsste. Der Duros hingegen... Auch wenn da für einen Moment heiß und fiebrig das Verlangen in Nergal war, das wissen wollte was im Kopf des grünhäutigen Aliens vor sich ging, wanderte seine Aufmerksamkeit zurück auf das, weshalb er überhaupt erst in die Macht hinaus gegriffen hatte. Fast schon gütig wand sich die Aufmerksamkeit des Executors wieder in eine andere Richtung und der schwere inspizierende Blick der für einen Moment auf Ruul gelastet hatte, wie der unnachgiebige und doch unsichtbare Griff von erhöhter Schwerkraft, die den Körper nach unten zu ziehen versuchte und dabei nicht nur jede Bewegung zur Mühsal machte, sondern die bloße Existenz zur Qual gestaltete. Wich von ihm.

Innerhalb des Ordens lernten jene, die einen wirklichen Wert besaßen schnell das sich alles nur darum drehte. Die Macht. Helle und Dunkle Seite. Der ewige Konflikt der diese Galaxis schon seit Jahrtausenden in ihrem Griff hielt. Doch das es sich dabei um mehr als nur ein Werkzeug in eben diesem Kampf handelte, das dahinter nicht nur eine tiefgreifende Philosophie, sondern eine alles was das Leben berührt, ebenfalls berührende Entität verborgen lag, das lernten nur die wenigstens. Was auch einer der Gründe dafür war, das viele Sith nichts weiter sein wollten als starke Kämpfer. Der beste, wenn es an das Können mit dem Lichtschwert ging. Das Fatale daran war, dass der Unterschied zwischen Wahrheit und einem fehlgeleiteten Weg ins Verderben so gering war. Er selbst war den Weg beinahe beschritten und hatte sich gerade noch besinnen können.

Talente auf einem Sektor, den man zugunsten jener, die man weniger gut beherrschte, besser trainierte und auszubauen begann war kein Fehler. Bei weitem nicht. Doch ein Sith, der sich nur auf seine Waffen und seine Stärke in der Macht verließ, war nichts weiter als ein bereitwilliges Gefäß, das von anderen oder der Dunklen Seite selbst ausgehöhlt werden konnte. Was brachte es schon der berühmteste oder beste Krieger der Galaxis zu sein, wenn man nicht wusste was man mit seinem Status und seiner Stellung anfangen sollte. Wozu all die Kraft, wenn man kein Ziel fand um sie einzusetzen. Oder schlicht nicht wusste wie man sie am besten einsetzen konnte. Kraft um der Kraft willen war verschwendet. Wertlos. Macht um der Macht willen war ein Trugschluss dem die Galaxis schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden erlegen war und dachte, sie hätte die Sith durchschaut. Doch der einfältige Geist konnte nicht erkennen, das in dieser Verwirrung... dieser Täuschung, letzten Endes eine Stärke der Sith lag. Denn jene, die sich über die gewöhnlichen erheben würden, konnten sich dies zu eigen machen. Ein falsches Bild ihrer selbst projizieren und so den Feind, aber auch den Verbündeten in eine Falle locken. Ob diese nun das Ende des Feindes oder die Knechtschaft des Verbündeten nach sich ziehen würde war einerlei.

Stärke. Macht. Dominanz brauchte ein Gegenstück. Ein Ziel. Etwas woran und wogegen sie arbeiten konnte. Was war Dunkelheit ohne Licht? Das Leben hätte niemals Fuß gefasst in der Existenz, wenn es sich nicht weiter entwickelt hätte. Wenn es nicht stärker geworden wäre. Evolution. Konflikt. Wachstum. Und der Kreis schloss sich an dem Punkt, an dem der gewählte Feind des Sith von ihm bezwungen wurde. Tod. Macht. Leben. Ob man es nun Einheit, Kreis oder Symbiose nennen wollte....

Sie waren miteinander verbunden und standen in ständiger Wechselwirkung. So wie auch die Schwerkraft alles Sein miteinander verband. Waren es doch die gigantischen Schwerkraftanomalien im Zentrum einer Galaxis, die selbige zusammen hielten, die Planetensysteme beeinflussten und das Leben auf einer Welt selbst überhaupt erst möglich machten.

Die Macht, alles Leben und alles Sein durchdringend, sorgte dafür das sich das Leben ständig gegeneinander richtete. Umeinander kreiste und belauerte. Fortschritt durch Konflikt. Stärke durch Kampf. Es konnte niemals das eine ohne das andere geben. Umso abstoßender war eine Galaxis nach dem Bilde der Jedi, in Nergals Augen, in der ewige Eintracht und Beisammen sein herrschen würden. Ein unvorstellbarer Affront gegen die Prinzipien des Lebens selbst. Und doch musste es selbst die Jedi geben. Woran sonst sollte man sich als Sith messen? Wer sonst wäre es mehr Wert, das man ihn mit der eigenen Klinge dem Tod überantwortete, als der Feind, der die absolute Negierung der eigenen Lebensphilosophie propagierte. Der selbst jene zu Gleichwertigen machen wollte, die nicht einmal aus eigener Kraft ihrem Elend entfliehen konnten.

Gleichheit. Die größte Lüge und Verblendung der Galaxis. Etwas das das Imperium, im Kern, verstanden hatte. Nicht alle seine Bürger waren gleich. Nicht alle seine aktiven Angehörigen waren gleich. Allerdings verrannten sich die Normalsterblichen in ihrer jeweiligen politischen Agenda. Nichtmenschen? Frauen? Welchen Unterschied machte es ob ein weiblicher oder ein männlicher Offizier auf der Brücke eines Kriegsschiffes stand? Die Sith hatten erkannt das die Grundlage in allen Wesen gesät werden konnte. Die einzelnen Talente musste man gesondert betrachten. Es gab große weibliche Kämpferinnen, wie es auch herausragende nichtmenschliche Hexer in den Reihen der Sith gab. Rassismus war ein überholtes Konzept. Stärke und Macht waren es, auf die die Sith achteten... was wiederum zum eigentlichen Dilemma führte, das es jene gab, die sich nur darauf versteiften. Einen viel zu beschränkten Blick auf die Macht und das Leben selbst besaßen.

Etwas, dem Nergal in eben diesem Moment entgehen wollte. Sich lösen wollte von dem, was seine Gedanken gefangen hielt, um den Blick auf die verborgene Wahrheit zu richten, die Malevolos in seinen Aufzeichnungen verborgen hatte. Und als er sein Auge wieder öffnete, den Blick auf die Schriftrolle gerichtet, dauerte es nicht mehr lange... bald schon fiel ihm eine Silbe, dann ein Wort auf und er begann zu arbeiten. Konzentriert. Und vor allem schneller als normal üblich, da er noch immer auf tiefster Ebene mit der Macht verbunden war und ihre unheiligen Energien durch sich leitete. Bald schon würden sich die Geheimnisse des Cathars vor ihm offenbaren...


[Sartinaynian System – Bastion – Center – Tempel der Sith – Domäne der Oberen – Malevolos Quartier] – Nergal & Xargon & Ruul
 
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Braxant Sektor :: Sartinaynian System :: Bastion :: Center :: Sith Tempel :: Domäne der Oberen :: Domizil des Drachen :: Audienzraum :: Darth Draconis und Diener

Unter den Wellen der schwarzen Wogen war es schwer Luft zu kriegen, Gefangene der erstickenden Seelen, gefesselt an die Normen der Außenwelt, verbunden in Geist und Materie durch ein Band, dass selbst die Urkraft des Kosmos in seinen Grundfesten erschütterte. Die Erlösung schrie, hoch oben über den Zinnen der höchsten Wolkenkratzer von Center, während die schlagenden Herzen flehen und betteln. Das fahle Licht der Erkenntnis brach durch die Wolken, Hoffnung und Niedergang fluteten die ein Schwall Asche die Gedanken des Sith. Blind, wie ein Leichentuch seine Augen bedeckend, war er gewesen, doch nun war er sehend, verstehend, erstarrend. Ein lautloser Schrei entwich seiner gemarterten Existenz, als Lyra den Platz nehmen ihm einnahm. Ein Aufschrei ging durch seinen Körper, so nah wie nie standen sie sich gegenüber und dann flankierend, diesmal keine Transparistahlscheibe sie trennend. Die Narben, die sie verursachten versteckte, er, doch verriet ihm die Macht, die flüsternde Dirne, die sich jedem anbot, der wusste wie man sie liebkoste, dass auch Lyra diese Nähe wie eine Marter empfand. Doch suchte sie wie er die Vereinigung, die Überbrückung der Distanz? War auch in ihr der Drang? Ein unstillbarer Durst manifestierte sich.

Klarheit fand er keine, in diesem Moment der Erkenntnis, denn obschon ihn die Epiphanie traf, dass dies nun ihr Leben sein würde, dass dieses Schicksal eins wäre, dass ihm oktroyiert wurde, empfand er es als kosmischen Witz. Genau jetzt. Genau zu diesem Zeitpunkt. Siebenfach verdammt sei Ruul, dass er sie an seine Türschwelle gebracht hatte. Siebenfach gebenedeit sei sein kahler Kopf, voller wirrer Stimmen und Gedanken, der sich nach Ordnung und Struktur sehnte. Doch die willkommene Ablenkung bildete die Ankunft eines Trios, dessen Ankunft er erwartet hatte. Niphira Minora, Scholarin des Drachens und baldige Sith, würdig einen eigenen Darth Namen zu tragen, betrat den Audienzraum, gefolgt von Marishka und einer Kreatur, die Darth Draconis in dieser Form noch nie zuvor gesehen hatte. Klein vom Wuchs her, waren die schillernden Farben des Geschöpfs ein Wechselspiel der Nuancen, doch wandelten sie sich, was auf ein stimmungsbasierendes System hindeutete. Bevor sich der Leviathan dem Geschöpf widmen konnte, ergriff jedoch die Schülerin das Wort, band seinen Geist und seine Aufmerksamkeit. Die Macht strahlte von ihr ab, ein Wechselbad der Gefühle. Sie spürte vor allem Wut und Zorn, doch übertrumpft wurde dies von Neid und Eifersucht. Sie waren das Quartett der dunklen Seite, eine Manifestation der Triebe und Emotionen der galaktischen Wesen, die wie Sprossen einer Leiter in den Abyss der dunklen Seite hinabführten.


Eine Dunkelheit, die der Sterne Glanz verbergen würde strahlte Niphira aus, ihre Worte getränkt in einen pechschwarzen Hall, der selbst das Echo auf Mount Requena, in Bastions Norden, nicht heranreichen konnte. Gebrochene Hände, die durch die verscharrten Gräber der Selbstsicherheit wühlten, doch sie fanden in Niphira keinen Wirt für ihre Suche. Was war es, was die Scholarin so bedrückte, sie zu diesem Unterton trieb? Es war die Angst den Platz als Primus zu verlieren, als Schattenhand des Dunklen. Doch war dieser Platz nur einem Wesen vorbestimmt und solange Niphira Minora noch seine Schülerin war, würde dieser Platz unangefochten ihr gehören. Erhobenen Kinnes hätte sie über diesen Affront stehen müssen, hätte sie doch wissen müssen, dass die rechte Hand des Sith stets dem Schüler gehörte. In diesen Gräbern würden die gebrochenen Hände nur die Knochen eines Sklaven der eigenen Phobia finden. Ihre Worte perlten an ihm ab, ihr Unterton war typisch für sie: Loyal und doch stets fürchtend, sodass sie ihr Supremat mit Worten statt mit Taten untermauerte. Dies wären nicht die Waffen, mit denen sie ihre Mutter, die elende Jedi, zur Strecke bringen würde. Doch vertraute er auf den Malstrom der dunklen Seite, der sie wie einen turbulenten Derwisch gegen die Klinge der Intimfeindin der Sith schleudern und obsiegen würde.


„Ich überlebte, weil die schwarze Flamme der dunklen Seite in meinem Inneren heller brennt, als die Flammen, die mich umgaben.“

Dominant, rücksichtslos, eisern. Das war der Grundtenor, den seine Stimme bei dem Bilden dieses Satzes übertrug. Sein Timbre, seine Klangfarbe, sie alle sollten davon zeugen, dass er von den vermeintlich Toten wiederauferstanden war, weil es sein Wille gewesen war. Wild und ungehemmt, eine Naturgewalt unter den Sith, der Leviathan. Vor allem aber war es eine Zurschaustellung seiner Macht, dass er hier wieder saß, auf seinem thronartigen Sitz, genesen und wiederhergestellt, gesiegt über die Faust des Imperators, den Apostat und Verräter. Er, der Pfähler und Schlächter von Dathomir hatte eine weitere Seele seinem Fleischkerker zugefügt, hatte die Macht des Cathar aufgesogen, seine Essenz in sich aufgenommen und sich selbst zugeführt. Welche Auswirkungen diese pervertierte Nutzung der dunklen Seite noch auf ihn und sein Seelenheil haben würde, das vermochte Darth Draconis noch nicht abzusehen.

Sein Blick, gebieterisch, ruhte auf seiner Schülerin. Ihre Impertinenz ein Makel, der wohl zu ihrem Wesen gehörte, doch stand er über ihren Anflug von Neid und Eifersucht. Ein Krayt Drache kümmert sich nicht um das Wehklagen der Hyänen. Stattdessen erhob er seine Hand, ähnlich wie es die alten Potentaten in HoloDramen taten, blickte sie von oben herab an, mit seiner Gravitas, und ließ seine donnernde Stimme erneut erschallen.


„Nähere dich und nimm deinen Platz zu meiner rechten ein, Siegerin über Darth Igrax.“

Die hatte zusammen mit dem Schüler des Titanen den Chagrianer niedergerungen, hatte ihn getötet. Beim Namen des Sith spürte Draconis, während Niphira sich auf ihn zubewegte, Zweifel, Argwohn, eine Mischung aus vielen Nuancen, die weniger von Sieg als von einer Schmach kündeten. Was genau dahinter steckte, das würde er irgendwann anders erforschen, doch in diesem Moment, vor den Augen seines Hofstaates, wollte der Sith die Reputation seiner Schülerin mehren, denn sie würde auch wiederum seine eigene Reputation steigern.
Während sie sich auf ihn zubewegte, entriss er ihr das Doppellichtschwert sowie ihr anderes Lichtschwert und ließ sie, mit den Klingenemittern von sich wegzeigend, auf ihn zurasen und auf seinem Tisch landen. Ohne dieses Ereignis weiter zu kommentieren studierte der Meister das Werk seiner Schülerin. Niphira hatte sich mit diesen Waffen deutlich verbessert, allein die Nähte und Verarbeitung zeugte von einem Wandel, der sich nicht nur in ihren Waffen niedergeschlagen hatte. Sie trug die Waffen einer Sith, sie kämpfte wie eine Sith und wenn sie sich beweisen würde, wäre sie auch würdig den Titel einer Sith zu tragen.

„Ah, die Waffen einer Sith. Kein Vergleich zu deinen ersten Versuchen.“ Dieser unterschwellige Tadel, der wie so oft bei Draconis gleichzeitig ein Lob darstellte, verstrich in er Stille des Raumes, während alle Augen auf ihn gerichtet waren. Mit einem Wink der Macht ließ er die Waffen zu seiner Schülerin schweben, die sich ihrer Werkzeuge des Terrors wieder annahm. „Sie sollen dir gut dienen, wenn du die Jedi zur Strecke bringen wirst.“

Eine Erinnerung, eine Aufgabe, die letzte Prüfung. An ihren Taten würde er sie messen, an ihrem Erfolg würde er entscheiden, welchen Preis sie erhalten würde. Der Segen der dunklen Seite konnte genauso schnell in ein Purgatorium umschenken, ein Brandmal bilden und sie wie eine Gezeichnete zurücklassen. Der vor ihnen stehende Konflikt würde entscheiden was für eine Art Sith sie werden würde. Geradezu inspirierend, wie aus dem Verlust des Lebens ein neues Leben in die Existenz geschleudert werden würde. Die Macht würde ihm eine Eingebung geben und dann würde er sie, wenn sie überlebte, zu einer Darth machen. Für einen kurzen Moment flackerten Bilder unwillkürlich vor seinem inneren Auge auf, wie Darth Ysim ihn zu einem Sith ernannte. Die Emotion fühlte sich entfernt an, die Bilder waren wie entstellt, als würde er sie nicht alleine betrachten. Ein kurzer Seitenblick zu seiner linken, ein leichtes kaum hörbares Knurren, bevor er seinen Blick wieder auf die dunkelhaarige Bastionerin vor ihm blickte.


„Marishka.“ sagte der Sith und ließ die erneute Unterwürfigkeitsbekundung über sich ergehen. Seine Geisel und Schlüssel zu einem weiteren Mysterium der Macht.

Ihre Ambition zeichnete sich wie ein roter Faden durch die fragmentierte Aura, die sie auszeichnete. Sie, der Mensch gewordene Bruchpunkt in der Macht, hatte von Anfang an sein Interesse geweckt. Seine Augen ruhten auf ihrer kühlen, beinahe reservierten Art. Sie, die mit einem Goldlöffel im Mund geboren worden war, im Gegensatz zur Womp Ratte von BoneTown, die ihre Metamorphose zur verführenden Schlange gemacht hatte. Marishka hatte ein Potenzial in der Macht, roh und ungebändigt, dass es zu wecken galt. In ihr ruhten seine Hoffnungen auf ein Erbe der Sith, dass sich einst den Mysterien dieser Urkraft widmen würde.


„Ich bin gespannt deinen Bericht zu hören. Deine ersten Schritte auf den Pfaden der Sith. Du hast deine erste Aufgabe überlebt, du hast gesiegt. Ich werde gespannt deinen Eindrücken lauschen.“

Auch in ihr würde er die Macht wecken, würde sehen wie sie sich entwickeln würde. Er würde sie mit Lyra vergleichen, würde Ruuls Fühler wecken und würde diesem Triumvirat der Dienerschaft nach Niphira Minora die Chance geben ihn zu beeindrucken um festzustellen, wer es würdig sein würde der Scholarin zu folgen und zu einem weiteren Erbe der Sith aufzusteigen. Doch um die Bastionerin vornehmer Herkunft würde er sich erst später kümmern können.

„Doch vorerst…“ sagte der Sith und erhob sich von seinem Sitz zur vollen Größe und strich den Stoff seiner Soutane glatt.

Die Macht kräuselte sich um ihn herum, wie ein schwarzer, bedrückender Schleier, der gleichzeitig brannte und doch die Temperatur senken ließ, schritt der Sith die Treppenstufen herunter und überbrückte die Distanz zu Marishka und dem noch namenlosen Wesen. Der Jüngerin menschlicher Natur schenkte er ein gütiges Lächeln, wenn auch nur den Anflug einer Lippenbewegung des wölfischen Bleckens. Er umrundete das Geschöpf, besah sich die Kreatur, die zwei bis drei Köpfe kleiner als er war an, studierte das illustre Farbenspiel ihres Federkleides und spürte so viel in ihr. So viel Argwohn, Furcht aber auch Kampfeslust. Sie war ein Bündel voller dunkler Energien, die Drangsal tropfte geradezu aus ihrem Gefieder, die Schreie der Agonie zerrten an ihrem Schnabel. Diese Kreatur hatte gelitten und dieser Schatz würde ihr einst dabei helfen die Flügel zu spreizen und hoch hinaus zu fliegen, hin zur schwarzen Sonne der dunklen Seite der Macht.


„Wie lautet dein Name?“ sprach er Sith, dessen Stimmfarbe weich und doch keine Wiederrede duldend sich artikulierte und direkt an das Geschöpf richtete.

Die Arme hinter seinem Rücken verschränkt, wartete er auf die Antwort der Kreatur, bei der er nicht einmal das Geschlecht anhand der Spezies hätte bestimmen können. Wenn seine Jüngerschaft ein Talent hatte, dann doch wirklich die interessantesten Wesen zu ihm zu bringen.



Braxant Sektor :: Sartinaynian System :: Bastion :: Center :: Sith Tempel :: Domäne der Oberen :: Domizil des Drachen :: Audienzraum :: Darth Draconis, Lyra Ginn, Niphira Minora, Marishka, Thatawaya und Diener

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Bastion - Sith-Tempel – Domäne der Oberen – Janus' Domizil, Eos Zelle :cautious: – mit Raveen (NPCs), Ian/Keebo und Pseudo(?)-Brianna

Keebo, Ian, Eowyn die echte, Eowyn die Schauspielerin, Brianna (hatte auch sie zwei Gesichter? In ihren Rollen schienen diese noch am ehesten zu überlappen...) - und dazu noch der Unbekannte, der amüsiert grinsend an die Wand gelehnt die ganze Show verfolgte. Es waren zu viele Personen, die Eowyn unter einen Hut bringen musste, vor allem, da ihr Kopf noch immer langsamer war als normalerweise. Die Wirkung der Droge ließ zwar nach, dennoch hatte sie ein wenig Sorge, eine falsche Reaktion zu zeigen. Und das gerade jetzt, wo sie schnell handeln und reagieren musste. War dieses Gespräch vorbei... würde sie Zeit haben. Zeit, sich an alles zu gewöhnen, an den Raum, die Atmosphäre, die Situation, doch das war aktuell nicht möglich.

Ian und die echte Eowyn musste sie für den Moment vergessen - denn sonst lief sie Gefahr, alles zu verraten, was bisher eigentlich gar nicht so schlecht lief. Zumindest objektiv betrachtet. Keebo schien nach außen hin keine Probleme dieser Art zu haben. Weshalb auch? Da war kein Ian mehr - da durfte keiner mehr sein. Und so verhöhnte er sie erneut. Ihre mangelnde Weisheit... nun, sie, die sie all das hier spielte, war wirklich naiv gewesen. Und der Rat hätte sie nicht befördern sollen. Es macht einen Unterschied, Ian, sagte sie leise und hob stolz ihren Kopf. Dass ich naiv gewesen bin - das sehe ich ein. Es war hart, das zuzugeben, und blamabel noch dazu, aber es war die Wahrheit. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man dich verdächtigen wird, und damit den ganzen Orden. Wollt ihr das wirklich aufs Spiel setzen, für eine simple Jedi? Sicher würden sie das... sie waren Sith, und ein Friedensvertrag spielte für sie keine Rolle. Aber letzten Endes war das ihre einzige Hoffnung, oder?

Er kam wieder näher, so nah, dass sie ihn problemlos hätte angreifen können, doch sie hatte aus dem vorherigen Debakel gelernt. Keebo machte nichts, ohne vorher darüber nachzudenken, und er war kein Idiot, so viel wusste sie. Außerdem hatte sie keine Waffe, und damit käme sie nie gegen drei Gegner an. Es würde also höchstens Genugtuung bringen - und das war nicht genug. Sie würde warten,
musste warten, und einen Plan entwickeln, wie sie hier herauskam. Seine Worte sollten erneut verletzen, sie erneut in Unsicherheit bringen, und die wahre Eowyn musste ganz tief drinnen zugeben, dass sogar sie erwischt wurde. Angst. Angst davor, was man alles tun würde, um sie zu brechen, die Seite wechseln zu lassen - und was am Ende möglich sein würde. Niemand war davor gefeit. Und so sehr sie jetzt noch daran glaubte, vorher die Kapsel zu nutzen - wie würde das in ein paar Tagen oder Wochen aussehen? Nein, flüsterte sie, und wusste selbst, wie hohl und leer das klingen würde. Nein, sagte sie dann etwas kräftiger, als sie sich äußerlich und innerlich zusammenriss und an ihre Ausbildung erinnerte. Ich lerne aus meinen Fehlern. Und ich werde dir diesen Sieg nicht überlassen. Letzten Endes würde es schließlich ihm etwas bringen, wenn sie nicht standhaft blieb - und das würde keine der beiden Eowyns zulassen. So weit würde sie nicht gehen.

Brianna war die nächste, die nun ihre Fragen und Vorwürfe abbekam. Es musste sein - denn Eowyn würde niemals hinnehmen, dass die Echani sie einfach so verriet, und das würde jeder ahnen, der dieses Gespräch, das garantiert irgendwo aufgezeichnet oder von diesem unbekannten übermittelt werden würde, Revue passieren ließ. Und die Frage nach dem "Warum" stand dabei ganz oben. Vielleicht lag auch hier ein Schlüssel, um herauszukommen? Unterbewusst stellte Eowyn fest, dass die Rolle Briannas doch ganz und gar nicht so überlappend war, wie sie gedacht hatte - zumindest hoffentlich.


Es geht dir um Anerkennung?
Fassungslos starrte Eowyn Brianna an.
Ist das das, was für dich zählt? Brianna, es arbeiten hunderte Heiler oder Helfer auf den Stationen, meinst du, man hat Zeit, jedem täglich persönlich zu danken? Reicht dir nicht, dass du das richtige tust und Leben rettest? Die Lage dort ist katastrophal, aber gerade deshalb brauchen wir Heilerinnen wie dich! Verzweiflung schlich sich nun deutlich in Eowyns Stimme und ließ sie höher klingen. Wenn alle aufgeben, dann bleibt nichts mehr übrig - aber noch können wir kämpfen!
Die weiteren Worte der Ex(?)-Jedi ließen sie allerdings dann wieder resigniert zusammensinken. Pseudo-Brianna dachte nur an sich selbst - wie konnte sie gegen Egoismus ankommen?
Also hast du beschlossen, dass all unsere Werte wertlos sind und du lieber deine Vergangenheit verrätst, sagte sie bitter. Egal, ob andere dafür sterben. Egal, ob ich dafür sterbe. Fraglich allerdings, ob diese Worte noch ankamen, denn Keebo schaltete sich mit dröhnendem Lachen wieder in die Unterhaltung ein und beleidigte sowohl Brianna als auch sie selbst in einem Atemzug. Standhaft erwiderte Eowyn seinen Blick - und das war alles. Was sollte sie auch darauf antworten? Dass er Recht hatte?!

Keebo hatte wohl beschlossen, dass er genug Zeit mit ihr verschwendet hatte. Kein Wunder, hatte er schließlich Monate damit verbracht, ihr Vertrauen zu erschleichen... Doch dass Ian ganz und gar verschwunden war, das würde eine naive Jedi nicht glauben. Sie würde vertrauen... und hoffen. Ich brauche keinen Moment, Ian, betonte sie seinen Geburtsnamen und schüttelte den Kopf, bevor sie sich langsam umständlich hinstellte und betete, dass ihre Beine nicht nachgeben würden - damit hätte ihre symbolische Geste eine völlig falsche Bedeutung erhalten. Auch, wenn Keebo sich bereits umgedreht hatte - Brianna und der andere Typ waren noch hier. Und sie hatte ihren Stolz.
Sie stand wackelig, aber sie stand, als sie deutlich und langsam sagte, wozu ihre beiden aktuellen Persönlichkeiten gemeinsam standen.
Ich bin und bleibe eine Jedi. Ich werde nicht kooperieren. Dabei sah sie in die ihr zugewandten Augen und auch zu Keebos Rücken. Ihr könnt euch die Mühe also sparen.

Am liebsten hätte sie Brianna nun gesagt, dass auch sie verschwinden und am besten niemals wiederkommen sollte - aber hier musste ihr wahres Ich eingreifen. Diese Handlung wäre kontraproduktiv - sie brauchte die Echani, sie war vermutlich ihre einzige Hoffnung auf etwas Milde. Und vermutlich war es ohnehin völlig egal, was sie jetzt sagte, denn niemand würde sie ernstnehmen. Was auch gut so war... denn wenn sie sich die Mühe sparten, würden sie sie auf der Stelle exekutieren, und Eowyn musste auf Zeit spielen. Ob all ihre Worte so klug gewesen waren - sie wusste es nicht. Vermutlich waren sie es nicht gewesen. Doch so sehr sie diese Situation im Vorfeld zig Mal im Geiste durchgegangen war - jedes Mal war sie doch anders verlaufen als nun, und es war einfacher gesagt als getan, hier nichts Dummes anzustellen. Vor allem, da ihr Kopf noch immer hämmerte, ihre Knie zitterten und die leichte Atmosphäre der Dunkelheit nicht gerade dabei half, ihre unterschwellige Angst weiter in den Hintergrund zu drängen.
Das hier aber war nun ernst. Keine Vorbereitung. Keine Simulation. Alles, was sie tat, hatte Konsequenzen, und letzten Endes spielte sie mit ihrem Leben - und wenn es ganz schlecht lief, dann auch mit Ians und Briannas und dem aller anderen. Sie durfte nichts Dummes anstellen, wenn sie nicht schon hatte. Im Gegenteil, sie musste irgendwie Zeit gewinnen - für Ian, damit dieser seinen Auftrag erledigen konnte. Bloß musste sie noch herausfinden, wie sie das anstellen sollte. Die Uhr tickte...


Bastion - Sith-Tempel – Domäne der Oberen – Janus' Domizil, Eos Zelle :cautious: – mit Raveen (NPCs), Ian/Keebo und Pseudo(?)-Brianna
 
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Bastion – Center – Tempel der Sith - Domäne der Lernenden- Terrasse- mit Marishka, Niphira und anderen (NPCs)

Marishka erklärte ihr die Sache mit ihren verschiedenen Aufgaben. Dass Sith eigentlich nur einen Schüler hatten, sich dann aber andere Personen als Helfer zulegen konnte, unter denen er dann seinen nächsten Schüler erwählte. Also hofften alle, die bei dem Sith in der Halle gesessen hatten darauf, dass sie die nächsten Schüler von diesem Darth Draconis wurden. Zusammen mit der Reaktion Niphiras auf ihre Überraschung bezüglich des Sieges des Sith über ihren Peiniger, entstand in ihrem Kopf ein neues Bild ihres Erlösers. Hatte sie ihn bisher als strahlenden Helden gesehen, so bekam er jetzt etwas übermächtiges. Und es war schwierig, sich so jemanden vorzustellen, war doch ihr Peiniger schon übermächtig gewesen.Thatawaya schluckte einmal und ihr Blick wanderte noch einmal hinaus über die Stadt, während die Sith-Schülerin noch einmal genauer erklärte, wie das mit der Aufgabenverteilung bei ihnen war. Scheinbar musste man für alles hier kämpfen. Gut, kämpfen war Thatawaya gewohnt. Um jeden Bissen und jeden Schluck Wasser, wenn es nötig war. Niphira meinte dann, dass das im Hangar nichts besonderes gewesen sein. Schlagartig hatte sie Thatawayas Aufmerksamkeit zurück.

„Nichts besonderes? Er hat meinen Peiniger mit blosser Hand getötet und der ganze Hangar stand in Flammen!“

Wenn das nichts besonderes war… was war denn etwas besonderes in den Augen der Schülerin? Erneut richteten sich alle Federn der Fosh auf, bis sie sich schüttelte. Der Kamm auf ihrem Scheitel wurde so dunkelgrau, dass er fast zwischen den anderen Federn verschwand, als sie doch etwas Angst vor ihrem Retter bekam. Aber Thatawaya hielt an ihrem Vorhaben fest, sich zumindest zu bedanken.Marishkas Verhalten zeichnete doch wieder ein etwas anderes Bild. Sie schien tatsächlich neugierig auf die Zukunft zu sein und sprach von einer Reise, was auch die Schülerin unterstrich, indem sie das Ziel verrieten. Cathar. Davon hatte Thatawaya noch nie was gehört- zumindest erinnerte sie sich nicht dran. Als die Schülerin dann jedoch ermahnte, dass sie sich unauffällig kleiden sollten, blickte Thatawaya zuerst zu Marishka, und dann auf ihre eigenen Federn. Kleidung war für sie nie nötig gewesen, oder musste sie auch Kleidung tragen? War ihre äussere Erscheinung ...unangemessen?

„Meinte sie mich auch?“

fragte sie darum Marishka und blinzelte ein paar mal irritiert, als die Schülerin sich auch schon wieder verabschiedete. Thatawaya sah ihr hinterher und blickte sich dann auf der Terrasse um. Alle anderen Anwesenden waren in Kleider gehüllt. Beinahe unbewusst fing die Fosh an, einige ihrer Federn mit dem Schnabel anders zu positionieren, als ob es einen Unterschied machen würde. Währenddessen ließ sie das vergangene Gespräch in Gedanken noch einmal revue passieren.

„Meinst du, er ist schon soweit genesen, dass man ihn besuchen kann?“

fragte sie dann Marishka. Nach dem, was Niphira gesagt hatte, könnte man fast darauf schliessen, dass es schlimmer ausgesehen hatte, als es war. Vielleicht war er dann wirklich wieder fit und würde sie empfangen können. Zu ihrem Glück bejahte die Menschin ihre Frage und sie liefen langsam zurück zu den Gemächern ihres Erlösers. Thatawayas Aufregung stieg mit jedem Schritt, mit dem sie ihrem Ziel näher kamen.


„Was...was muss ich denn gleich beachten, wenn wir bei ihm sind?“


fragte sie leise und sortierte die Federn auf ihrem Bauch. So ganz ließ sich ihre abgemagerte Gestalt damit nicht verbergen und ihre Federn waren auch brüchig und bei weitem nicht so glänzend, wie sie sein könnten. Aber daran konnte Thatawaya so schnell nichts ändern. Marishka erklärte ihr das Nötigste, was sie in Gegenwart des Sith zu beachten hatte. Sich zu verneigen, wenn sie rein kam. Nicht zu Sprechen, wenn sie nicht aufgefordert wurde und wenn, ihn dann Herr zu nennen...und bei allen schwarzen Löchern nicht im Weg rumzustehen, wenn ihr Gebieter irgendwo hin wollte. Thatawaya nickte. Allzu schwer war es zum Glück nicht, dennoch hoffte sie nicht vor lauter Nervösität von einem Fettnäpfchen ins nächste zu stolpern. Unterschiedliche Gefühle tobten in ihr. Auf der einen Seite konnte sie es kaum erwarten, auf der anderen Seite hätte sie sich am liebsten umgedreht und zugesehen, dass sie Land gewann. Schliesslich betraten sie das Reich des Siths und Marishka führte sie zu einem anderen Raum, der wie ein Thronsaal aufgebaut schien. Und auf dem Thron sass er und erschien riesig. Viel grösser, als Thatawaya ihn vom Hangar her in Erinnerung hatte. Die Fosh stellte sich neben Marishka und versuchte beinahe unsichtbar zu werden. Sie kam nicht umhin sich zu wünschen, dass sie das hier schnell hinter sich bringen konnte. Für einen kurzen Moment ruhte der Blick des Sith auf ihr und unwillkürlich zog sie den Kopf an den Körper. Eine Reaktion, mit der ihre Art im Falle eines Angriffs ihren empfindlichen Hals schützte. Doch es verlieh Thatawaya gerade nur ein noch skurileres Aussehen. Als er die Stimme erhob, schien sie von allen Seiten zu kommen und ihr klang allein jagte einem schon einen Schauer über den Körper. Für den Moment war sie froh, noch eine kurze Schonfrist bekommen zu haben, denn der Sith wandte sich erstmal an seine Schülerin. Zwei zylinderförmige Gegenstände lösten sich von ihr und schnellten durch die Luft zu einem Tisch, auf dem sie beinahe lautlos landeten. Der Sith studierte sie einen Augenblick lang, währenddem die Ruhe im Raum so schwer wog, dass man kaum atmen konnte. Thatawaya nutzte die Gelegenheit, sich im Raum umzusehen. Erst jetzt bemerkte sie die Gestalt neben dem Thron. Lyra. Aber sie sah anders aus. Thatawaya suchte den Blick der Menschin und legte fragend den Kopf schief. War alles in Ordnung? Sie hatte andere Kleidung , aber das war nicht das ,was sie so anders wirken ließ. Etwas in ihren Augen war ebenso anders. Als wäre sie seit ihrem letzten Treffen um Jahre älter geworden. Schliesslich gab der Sith seine Meinung bezüglich der Waffen seiner Schülerin bekannt und sie klang nicht so schlecht in Thatawayas Ohren. Ein leichter, organgener Schimmer ging durch ihren Federkamm, als sie zu Niphira blickte. Sie freute sich für die Schülerin und für ihren Erfolg. Dann donnerte die Stimme erneut und rief Marishka, die sich noch einmal verneigte. Unsicher, wie sie sich verhalten sollte, verneigte sich Thatawaya einfach auch nochmal. Einfach,weil sie sich auch grob in der Blickrichtung des Sith befand. Der Sith forderte wohl sowas wie einen Bericht von Marishka, verschob das aber auch gleich auf einen späteren Zeitpunkt. Er erhob sich und sein Blick ruhte nun direkt auf ihr. Noch einmal verneigte sie sich und blickte verunsichert zwischen ihm und Marishka hin und her. Dabei entging ihr nicht das Lächeln, dass der Mann Marishka schenkte und diese Geste sorgte auch dafür, dass Thatawaya sich wieder etwas entspannte.Allerdings fühlte sie sich nicht gerade wohl, als er sie umrundete. Sie konnte seinen Blick auf sich spüren und etwas anderes, ähnlich wie sie es bei dem entstellten Hünen schon erlebt hatte. Ihre Reaktion war auch ähnlich, denn erneut stellten sich ihr alle Federn auf und legten sich erst wieder langsam, als er vor ihr stand und sie- im Vergleich zu vorher überraschend freundlich- ansprach.

„ Ich bin Thatawaya, Herr. Ich wollte euch danken, dass ihr Ihn, Malevolos, besiegt habt.“

Damit war sie direkt zur Sache gekommen und hoffte damit nicht gegen irgendwelche Regeln verstossen zu haben. Sie konnte den Menschen nicht einschätzen, bemerkte aber auch, wie allein seine Gegenwart das Licht zu verdrängen schien. Ihr Blick huschte kurz zu der Beleuchtung des Raumes, doch sie war noch genauso hell wie zuvor. Es war tatsächlich etwas an ihm,das das Licht schwächen zu schien. Eigentlich hatte sich Thatawaya in den Schatten immer wohl gefühlt. Aber halt nur, wenn sie dort allein war. Wenn Malevolos gekommen war, hatte die Schatten ihr auch keine Zuflucht geboten. Kein Versteck. Keinen Schutz. Auch ihr Gegenüber war ein Gebieter der Schatten. Sie würden ihm dienen, wie sie Malevolos gedient hatten und jeden verraten, der sich in ihnen zu verbergen versuchte. Unbehaglich klackerte ihr Kralle auf dem Boden und sie hoffte, dass er ihren Dank annehmen würde.

Bastion- Center-Tempel der Sith-Domäne der Oberen-Domizil von Darth Draconis-Audienzraum - Mit Darth Draconis, Lyra Ginn, Niphira Minora, Marishka und Diener
 
Bastion, vorm Haupteingang des Tempels der Sith: Tochter Adria mit Mutter Kira im Kampf, Venris mit Shiqjat


Ihre Tochter besaß doch tatsächlich den Mut und die Dreistigkeit sie erneut anzugreifen und dies obwohl Adria ihr deutlich unterlegen war. Ihr Mut war bewundernswert, aber auch dumm. Kira wich der Vibroklinge mit graziler Wendigkeit aus. Sie war sehr beweglich und hatte eine enorme Körperbeherrschung, was auch die Figur ihres Körpers ausstrahlte.


Ich jammere nicht, mein Kind. Ich sage dir nur die Wahrheit. Du hast nur überlebt, auf all deinen benannten Planeten, weil du kein Baby oder Kleinkind mehr warst. Du wärst sonst jämmerlich verdurstet, verhungert oder getötet oder gar gefressen worden!”


Meinte Kira und parierte dann die erneuten Lichtschwerthiebe ihrer Tochter und kämpfte mit einer Eleganz und Leichtigkeit, so dass es ein erheblicher Kontrast zum Kampfstil ihrer Tochter war. Kira hatte schon immer auf ihr Äußeres und ihre Außenwirkung Wert gelegt und dies zeigte sich nun sogar in ihrem Kampfstil.


Langsam kann ich dein Gejammer nicht mehr hören! Sei froh, dass du erwachsen bist! Das du lebst! Das du die Machtsensibilität von mir geerbt hast. Das ist immerhin etwas besonderes! Du bist etwas Besonderes! In jeder Hinsicht! Wieso bist du nicht einfach stolz auf dich!? Du bist eine fähige Frau geworden und doch machst du dich durch deine Worte schwach und schadest damit deinem Bild von dir! Ich bin enttäuscht! Du willst unbedingt ein, erbärmliches, schwaches Kind sein? Spielen? Pah...wie erbärmlich! Hörst du dir überhaupt selbst zu? Ich habe dir diese nutzlose, schwache Phase in deinem Leben erspart! Viele Kinder würden am liebsten mit dir tauschen! Frage mal eins! Sie wären neidisch auf das was du kannst, was du darfst und auf deine Schönheit. Stattdessen sehnst du dich nach Regression! Erbärmlich!”


Mahnte Kira sie und schüttelte verständnislos den Kopf und parierte abermals einen Angriff. Diesmal ging er in Richtung ihrer Rippen.



Deine Gefühle verraten dich! Jede einzelne Zelle von dir verrät mir deinen nächsten Angriff. Jede noch so kleine Bewegung, Adria.”


Erklärte Kira und machte dann eine kreisrunde Bewegung mit ihrem Lichtschwert und entwaffnete damit ihre Tochter. Das Lichtschwert flog erst hoch in die Luft und dann in die Hand von der in schwarz gekleideten Sith. In dem Moment begann es zu regnen. Es goss in Strömen und die dunklen , nassen Haare und die dunkle Kleidung der Sith wirkten nun noch umso bedrohlicher. Kira hob die Hand und Adria wurde empor gehoben und gewürgt. Mit der Macht wurde sie gegen eine der Statuen gedrückt und Kira stellte sich dicht vor die nach Luft ringende Frau und nahm ihr auch die Vibroklinge ab.


Ich würde sagen, wir haben jetzt genug gekämpft, mein Kind. Akzeptiere endlich, dass du keine Chance gegen mich hast! Ich habe dir Jahre voraus! Wage es nicht, mich noch einmal anzugreifen!”


Drohte ihr Kira eindringlich und sehr bedrohlich und blickte ihr mit ihren tiefschwarzen Augen in die ihrer Tochter und kam ihrem Gesicht dabei sehr nahe. Mit der Hand strich sie Adria sanft über die Wange.


Wir wollen doch kein Familiendrama oder?”


Drohte sie ihr weiter und meinte dies durchaus ernst.


Komm mir nicht in die Quere meiner Pläne oder versuche sonst etwas dummes! Ich stehe nicht auf Spielchen, auch wenn du das scheinbar gerne aus deiner gestohlenen Kindheit nachholen willst! Bei mir gibt es nur Gehorsam oder den Tod und ich mache da auch keine Ausnahme, nur weil du meine Tochter bist! Hast du das verstanden?!”


Zischte sie ihre Tochter an und verstärkte noch einmal den Druck auf ihren Hals mit der Macht.

Im Hintergrund bekämpften sich immernoch ihre Schüler, doch der Fokus galt Adria.


Bastion, vorm Haupteingang des Tempels der Sith: Tochter Adria mit Mutter Kira im Kampf, Venris mit Shiqjat
 
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Das was im Hangar geschehen war... war nichts besonderes? Marishka stutzte doch etwas und hätte, wäre es nicht Thatawaya gewesen die etwas sagte, wohl selber auch einen Kommentar abgegeben. Was musste Niphira alles gesehen haben, dass sie eine derartige Konfrontation bei der ihr Meister so schwer getroffen und scheinbar verloren, doch noch den Sieg errungen hatte? Waren derart heftige Konfrontationen wirklich so normal und allgegenwärtig? Unweigerlich musste Marishka an den Ausflug des Trio Paradoxums in den Komplex des Feindes ihres Schutzpatrons denken. Und das was sie alle dort durchlebten zu haben schienen. Immerhin war es nicht nur sie gewesen, die eine direkte Konfrontation mit einem dort ansässigen Jünger gehabt hatte. Auch Lyra hatte mitgenommen und verletzt gewirkt. Und Thatawaya selbst... obschon das wohl eher ein Missverständnis und die Panik der Situation gewesen war.

Nichts besonderes. Marishka konnte das nicht so recht glauben. Und doch war da diese andere Stimme in ihrem Kopf, die sie daran erinnerte, wie einfach und spielend es gewirkt hatte, als die Schülerin die Macht benutzt hatte. Sie musste Sphären über ihr stehen... und wenn das der Fall war, dann... dann bedeutete das das Draconis und dieser Nergal NOCH mächtiger waren. Weitaus mächtiger als Marishka das angenommen hatte. Kurz flackerte das Bild des Titanen, wie er am Boden lag, durch ihren Geist, aber sie war zu abgelenkt um sich an diesen Gedanken zu heften. Um zu erkennen, das in diesen beiden Wesen eine Stärke wohnte, die nicht nur unnatürlich war, sondern geradezu monströs.


Kein Wunder das es wirkte, als würde sich die Dunkelheit zwischen den Sternen selbst auf einen konzentrieren, wenn man von diesen Wesen angesehen wurde. Selbst im Fokus von Niphira zu stehen, verursachte ähnliche Auswirkungen. Wieder war da das Gefühl der Entzweigung. Respekt. Furcht. Zaghaftigkeit ob dieser so imposanten Ausstrahlung und Kräfte dieser Wesen und zugleich eine Gier, die sich selbst und da Feuer der Sonne verschlingen wollte, um auch an diesen Punkt zu gelangen. Auch über die Macht gebieten wollte. Nicht als Herrin der Dreistigkeit, sondern als Herrin über Leben und Tod. Als Mächtige. Kein Helfer. Kein Diener. Kein Günstling den man benutzt und dem man Krumen der Dankbarkeit übrig ließ, weil er sich so sehr hervor getan hatte.


Es war gut das die Schülerin ihres Schutzpatrons sich verabschiedete, auch wenn die Fosh und Marishka ihr folgen sollten, bot sich etwas Raum um zurück zu fallen. Einige schnelle Worte zu wechseln. Und vor allem, war es aber gut, da Niphiras Aufmerksamkeit nicht mehr auf Thatawaya und Marishka lag, denn gerade im Inneren der Bastionerin tobte ein gerade zu nukleares Inferno der Gier. Heiß und zerstörerisch. Brannte sich durch ihre Gedanken, Erinnerungen und alle anderen Emotionen hindurch. Marishka musste mehrfach blinzeln und heftig schlucken um sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Um nicht zu vergessen was die Fosh sie gefragt hatte und um nicht zu vergessen was sie darauf antworten konnte...


Ein letztes Mal noch. Dröhnend. Wie ein Donnerschlag nur hunderte Meter über ihr, während sie in einer verlassenen, vertrockneten und öden Wüste stand, hämmerte die Dunkelheit in ihr, ihr einen Befehl in ihren Geist. Das einzige, worauf es jetzt noch ankam. Das was sie über allem anderen wollte.

Und dann... so schnell wie das Verlangen und die Gier gekommen waren, waren sie wieder verschwunden.


„Es sieht ganz danach aus, als würden wir das gleich erfahren.“

Und so machten sich auch Thatawaya und Marishka, der Schülerin von Draconis auf den Fersen, auf den Weg. Die nächste Frage der Fosh überraschte Marishka etwas... was allerdings daran lag das sie sich noch daran gewöhnen müssen würde, das die fedrige Gefährtin bisher keine Erfahrungen mit den Sith gesammelt hatte. Beziehungsweise nur aus der Perspektive eines gefangenen Tieres heraus. Ob ihr Peiniger sie als genau das gesehen hatte, oder einen anderen Grund mit ihrer Gefangenschaft hatte bewirken wollen? Sie hatte Experimente erwähnt... kurz erschaudernd, nickte sie dann doch.

„Hmm... Da gibt es ein paar Sachen zu beachten, was den Umgang angeht.“

Ohne groß zu warten, schilderte sie Thatawaya was ihr selbst gesagt und nahe gelegt worden war. Das es wohl das beste sei man verhalte sich entsprechend so, als würde man einem Adeligen gegenüberstehen. Aber da sie noch während sie so zu erklären begann den Gedanken hatte, das Thatawaya vielleicht nicht wusste was das überhaupt war, hielt sie es recht einfach. Erklärte ihr das man sich als Bekundung des Respekts verbeugen musste und sie Draconis am besten mit 'Herr' anreden würde.

Der Weg an sich ließ ihnen genügend Zeit, aber allzu viel war es wiederum auch nicht, dass sie der Fosh mit auf den Weg geben konnte. Immerhin hatte Marishka selbst keine großartigen Nuancen feststellen können. Sicher, seine Schülerin hatte ihr angeboten 'normal' mit ihr umzugehen und das waren wohl die entsprechenden Umgangsformen. Entweder man kannte sich gut genug um über diese Dinge hinweg zu sehen, oder die Etikette erforderte es einfach. Und das anstehende Treffen war definitiv eines derjenigen, das es mit Sicherheit forderte. Hatte sie Draconis das letzte Mal doch nur bewusstlos gesehen und wie der Riese ihn in seine Quartiere getragen hatte, baute sich mit jedem Schritt den sie seinem Domizil näher kamen, eine Anspannung in Marishka auf, die ihr Crescendo in dem Moment erreicht, da sie den Eingang durchschritten und den Blick wieder auf ihn werfen konnten.


Zu Marishkas Überraschung war Lyra ebenfalls anwesend. Aber schnell schoss die Erinnerung nach oben, wie der Titan ihr aufgetragen hatte über ihren Schutzpatron zu wachen. Das sie einen anderen Eindruck machte, fiel auch Marishka auf... als sie zuletzt miteinander unterwegs gewesen waren, hatte Lyra ab und an etwas unsicher gewirkt. Allerdings war sie selbst kaum anders gewesen. Waren sie doch beide blutjung zu diesem dunkelsten aller Orden gekommen. Und jetzt? Beide in neue Gewänder gehüllt, die eine Zugehörigkeit innerhalb des Ordens schneller und einfacher deutlich machten, als das jeder Gesichtsausdruck konnte. Und doch trug auch Lyra eine neue Nuance in ihrem Blick, wie sie sich auch bei Marishka eingeschlichen hatte, ohne das die es wusste. Denn die unbändige Gier in ihrem Inneren, die mit jedem Herzschlag gegen die Innenseite ihres Schädels und ihrer Rippen pochte, schlief nicht mehr. Ließ sich nur noch besänftigen, aber nicht mehr vollends verdrängen. Marishka wusste und ahnte noch nicht, das diese Gier sie Zeit ihres Lebens nie wieder verlassen würde...


Und so begann das erneute Treffen. Dieses Mal erneut in der Gegenwart ihres neuen Schutzherren und nicht des riesenhaften Kriegers. Doch beide verband eine ureigene Sicherheit, das es wirkte, als könne nichts sie aus de Ruhe oder dem Konzept bringen. Und ihre Augen! Oder besser gesagt... Draconis Augen und das Auge des Titanen. Lodernd. Verbrennend. Forschend. Unaufhaltsam. Und auch wenn sie nicht wirklich das Zentrum seiner Aufmerksamkeit sein wollte, war da dennoch ein Teil in ihr, der es nicht erwarten konnte, erneut Wissen von ihm zu erhalten. Für den Moment aber war es Niphira die im Fokus stand. Aber als Schülerin des Leviathans war es auch nur Recht, das sie von ihm die meiste Aufmerksamkeit bekam. Soweit Marishka es verstanden hatte, lag ein großer Fokus darauf die nachfolgenden Generationen der Sith auszubilden. Warum und wozu genau... Es musste mit den Jedi zu tun haben, die als die erklärten Erzfeinde galten. Und... schwache Schüler bedeuten schwache Krieger in einem Konflikt.


Ihren Namen hörend, verbeugte sich Marishka erneut und auch wenn sie sich innerlich schon darauf vorbereitet hatte ihren Bericht, ganz wie vor scheinbar so langer Zeit befohlen abzuliefern, konnte sie seinen Worten doch entnehmen, dass noch eine kurzer Aufschub stattfinden würde.


„Wie ihr wünscht, mein Gebieter.“ Erwiderte sie und trat mit einer leichteren Verbeugung einen Schritt zurück und zur Seite, sodass er entsprechend Platz hatte, die Fosh zu inspizieren, während er sie umrundete...

Marishka hatte damit kein Problem, sie wusste auch nicht so recht wie genau sie ihren Bericht abliefern sollte, jetzt da die Mission erledigt war und vor allem da Lyra ebenfalls anwesend war... Allerdings hatte sie nicht vor in irgendeiner Weise das einander gegebene Versprechen zu verraten. Einmal völlig davon abgesehen... das es nichts zu verraten galt. Lyra hatte sich ebenso bewiesen wie der Duros... oder sie... Und so blieb Marishka stumm, als die Fosh sich vorstellte. Darauf wartend, das die Reihe wieder an ihr sein würde.


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Audienzsaal☾- ☾- Darth Draconis,Lyra Ginn,Niphira Minora,Thatawaya,Marishka &(Lilya NPC)
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Scheinbar gleichgültig war das Herz, all dem gegenüber, was augenscheinlich Verderben war, denn es ging seinen Weg, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, unterwarf den Geist und knechtete den Körper, ohne zu ahnen, wie rücksichtlos es war. War der klare Geist doch ein schwaches Instrument, wenn man bedachte, was für impulsive Dinge, Emotionen anrichten konnten. Lyra, gefangen in einem Augenblick, ohne Vergangenheit und Zukunft, spürte wie die Macht ihren Körper beflügelte, jede Zelle gewaltsam antrieb um lediglich den Moment zu überstehen, der sie beinah gewaltsam traf. Die Intensität verlieh ihr einen unwohlen Schauer, der wie die Angst, auf ihre Haut kroch und vor nichts Halt machte. Näher und noch näher wollte sie sich voran tasten, doch wozu.. wohin? Sie wusste nicht, welches Los das größere Übel war, ein Feind oder ein Freund in Darth Draconis Augen zu sein. Sie ließ, die Worte über ihren Geist regnen, hörte seine Stimme, beobachtete ihn haargenau, um keine Nuance zu verpassen. Wieviel Wahrheit lag in ihnen, in diesen Zukunftsverheißungen, fragte sich Lyra, die immer noch nicht wusste, was passieren würde. Die Intensität von Darth Draconis Aura, hypnotisierte die Jüngerin und sie fragte sich, welch unendliches Leid er bereits verursacht hatte und welches er sich selbst zugefügt hatte, um die Macht in ihm zu schüren. Langsam versuchte Lyra mit ihrer Macht nach ihm zu greifen, doch nichts geschah, ihr Gesuch verebbte im Kosmos. Sie ertrug es keinen weiteren Augenblick und war froh, dass sie dazu aufgefordert wurde den Platz zu seiner Linken einzunehmen. Eine Tatsache, mit der sie keine Zeit hatte, sich zu beschäftigen, viel mehr drängte sie ihr störrischer Geist zur Handlung, doch zu welcher? Lyra versank in sich, versuchte den pochenden Schmerz in sich zu ignorieren, der sie in die Knie gezwungen hätte, hätte sie die Möglichkeit gehabt, ihre Schwäche frei zu offenbaren. Aber im Angesicht, des Kommenden, wagte sie nicht, von ihrem Pfad der Gradlinigkeit abzuweichen, sich ihm zu offenbaren. Erneut. Sie fragte sich, wieso sie das getan hatte, wieso sie im Augenblick des Nichts, nicht daran gedacht hatte zu fliehen, oder ihn anzuflehen, ihr Leben zu verschonen? Lyra hatte sich dem Augenblick der Schwäche hingegeben und ihre Macht fließen lassen in der Hoffnung, es würde das andere Ufer erreichen, doch sie war zu schwach zu unkontrolliert und ertrank an ihren eigenen Emotionen, die ihre Kehle zuschnürten. Ihr Hass kochte so unbändig, zentrierte sich auf sich selbst und auf Darth Draconis. Was hatte er mit ihrem Geist getan, was war geschehen, dass sie im Dunkel nicht mehr zurückfand, immer wieder vom Pfad abwich, bewusst sowie unbewusst. Wie in einem luftleeren Kosmos trieben die Fragmente ihres Seins umher. Die Dunkelheit verschlang sie, hinterließ nichts wie es war. An diesem Ort gab es keine Gesetzte mehr, keinen Raum und keine Zeit. Ihr Herz, dass mit jedem Schlag den Widerwillen durch ihre Adern jagte, wurde immer schneller, ihr Blick ruhte auf seinem Rücken und Lyra hätte am liebsten geschrien. Wie elendig sie war, wie elendig war dieser Ort, es zerbrach sie innerlich und ließ sie dennoch nicht friedvoll zurück, sondern, schreckte nicht davor zurück, in ihr totes Herz zu stechen, immer und immer wieder. Ehe sie sich weiter ihrem Gedanken hingeben konnte, betrat Niphira Minora den Raum und lenkte die Diebin ab. Es kam Lyra so vor, als hätte sie die Schülerin seit einer geraumen Zeit nicht mehr gesehen. Zu lang waren die letzten Tage und Stunden, sie hatten Lyra jeglichen Sinn für Zeit geraubt. Raschelnd atmete sie aus und wappnete sich, doch wofür wusste sie nicht. Beinah bettelte ihr Geist nach einem finalen Schlag, um endlich diesem Elend der Paradoxität zu entkommen, der so abartig und schonungslos in sie eingedrungen war. Lyras Blick ruhte auf der Schülerin, die ihre ganze Abneigung nicht verbarg und ihre von Missgunst triefenden Worte, die Jüngerin trafen. Ohne Regung, betrachtete Lyra sie, sie die bald wahrhaftig mächtig sein würde. Niphiras Loyalität Darth Draconis gegenüber war beinah im Raum greifbar und Lyra fragte sich, was der Herr der Schatten getan hatte, um sie zu so einem treuen Kath-Hund auszubilden. Sie schien ihr Selbst, dem Sith, vollkommen zu Füßen zu legen und in Lyra pochte die Angst darüber, was er getan hatte, um den Willen, dieser Frau derart zu brechen. Es schien eine Spezialität von ihm sein, die Geister von anderen zu infiltrieren und solange zu bearbeiten, bis er die einzige Gottheit in ihrem Kosmos war. Hörig, geblendet und ausgehüllt, war sie. Gefüllt mit einer Essenz, die sie für ihre eigene hielt, doch dieses Gemisch war mit Darth Draconis Wesen angereichert und hatte ihren Geist und Körper vergiftet.
Zuerst überschlug die Wut sich in Lyra, dass sie womöglich durch die Klinge seiner Schülerin den Tod finden würde, bis ihr bewusst wurde, dass sie nur um Niphira Minora trauern konnte, denn sie war unwiederbringlich verloren. Der Hass, der in Ewigkeit brennen würde, hatte sie vollkommen verschlungen und hatte ihre Selbst unterjoch. Für alle Zeit. Lyra wand den Blick ab ,von diesem Elend und sah zu den Wesen, für die sie noch Hoffnung aufbringen konnte. Sie sah zu Marishka und Thatawaya und auch bei Ihnen schlug Lyra der Gedanke entgegen, dass sie sich seit geraumer Zeit nicht mehr in die Augen gesehen hatten. Gerade als Lyra in Marishkas Augen sehen wollte, um ihr stumm etwas mittzuteilen, entglitt ihr Geist in eine dunkle Ewigkeit, die sie mit so einer Wucht heimsuchte, dass sie beinah den Boden unter den Füßen verlor. Lyra schmeckte plötzlich die Feuchtigkeit einer anderen Welt auf ihrer Zunge, der warme Dunst eines verworrenen Dschungels legte sich auf ihre Haut, während die zirpenden und knackenden Geräusche eines lebenden und pulsierenden Waldes, sich in ihr manifestierten. Zwischen den Blättern, offenbarte sich eine Szenerie,vor ihrem inneren Auge, die brannte wie ein Feuersturm. Lyras Augen sahen zwei Wesen, eine ihr unbekannte Stimme, richtete das Wort an den anderen.
>> Du bist würdiger als jeder andere, sich ab sofort, Sith Apprentice nennen zu dürfen.<< hallte es verzerrt in ihrem Geist nach. Weit entfernt spürte sie den Sog, der sie fortziehen wollte und Lyra versuchte sich mit allem was sie aufbringen konnte am ewigen Nichts, dieses unheilvollen Blickes fest zu krallen. >>Erhebt euch als Sith Apprentice, Darth Draconis!<< donnerte es in ihrem Geist auf unerbittliche Art und Weise. >>Leg sie an und lasse damit die Vergangenheit hinter dir. Der Name Tyrus wird für dich nicht mehr von Bedeutung sein, denn er ist unbedeutend.<< Lyra spürte wie sie verzweifelt danach greifen wollte, doch plötzlich fand sie sich in der Gegenwart wieder, verstört und hektisch atmend, durchsuchte sie die Gesichter der Anwesend nach Zeichen, doch es schien niemand bemerkt zu haben, dass sie für einen Augenblick, der Realität entglitten war. Angespannt kniff sie die Augen zusammen, um ihren Geist zu beruhigen und den Schwindel nieder zu ringen. Langsam öffnete sie die Augen und sah Darth Draconis, der gerade mit Marishka zu sprechen schien, doch Lyra hatte nichts gehört, ihr Verstand war vollends getilgt gewesen und hatte sich in etwas offenbart, dass Lyra sich nicht erklären konnte. Sie versuchte den Sturm in ihr nieder zu ringen. Was hatte sie soeben gesehen? Es war zu intensiv gewesen, als dass es bloße Einbildung sein konnte. Langsam baute sie die gehörten Fragmente zusammen. Langsam wurde ihr klar, dass sie etwas gesehen hatte, was Darth Draconis Geist entsprungen war, einen Funken, der nicht für ihre Augen bestimmt war, doch den sie aus unerklärlichen Gründen, wahrgenommen hatte. Lyra versuchte ihre Gedanken zu ordnen, bis sie sah, das Darth Draconis zu der Fosh getreten war. Erneut wurde ihr bewusst, dass ihr Vorhaben, Thatawaya möglichst von diesem Ort fern zu halten, misslungen war. Immer noch brannte die Verantwortung in der Diebin und auch das Gewissen. Sie hatte der Fosh schreckliches angetan. Lyra sah die Fosh beinah flehend an. Ihr Geist schrie ihren Namen, in der Hoffnung gehört zu werden. Sie legte all die ungesagten Worte in ihren Blick, in der Hoffnung die Fosh würde zur Vernunft kommen, selbst begreifen, welch ein Verführer vor ihr stand. >> Gleichgültig, was er dir unterbreitet, lehne es ab. Flieh. Flieh!<< Doch Thatawaya schien ebenso fasziniert vom dem Sith zu sein, wie Lyra es damals war. Lyra atmete tief durch, entsetzt über ihre Hilflosigkeit, konnte sie nur beobachten, wie Thatawaya mit ihrem Gebieter sprach. Lyras Macht versuchte nach Thatawayas Geist zu greifen, doch sie wusste nicht wie, sie versuchte ihre Konzentration aufzubringen, sich nicht von den eben erlebten Eindrücken ihrer Vision verunsichern zu lassen, doch Lyras Körper bebte vor Angst und Anspannung. Lyras Flehen, verhallte unbemerkt. Langsam wand sie sich zu Marishka, doch Lyra spürte etwas in der Jüngerin, dass sie für einen Wimpernschlag zurückschrecken ließ. Marishka wirkte fokussiert und bereit, ihre Unsicherheit, falls sie noch vorhanden war, war in jenem Augenblick nicht zu spüren. Was war in der Zwischenzeit mit ihr geschehen, wo war Ruul? Lyra schloss die Augen und ergab sich einen Moment dem Strudel der Unsicherheiten, die sie langsam ertränkten. Sie konnte weder sich selbst noch die anderen vor dem drohenden Unheil bewahren, was sich so monströs über ihnen auszubreiten schien. Drohend pochten die Eindrücke in ihr, sie verarbeitete das Gesehene, Stück für Stück, versuchte sie die Schichten ihres Geistes zu durchsuchen und da sah sie ihn. Tyrus, jünger, voller Hoffnung, nun ein Sith, mit einer Aura aus Blut. Sein Name, getilgt durch die Macht. Sein Selbst, verändert. Lyra riss erneut die Augen auf, um den Fragmenten ihres Geistes zu entkommen und schaute zu Boden. Dieser Albtraum war ohne Gleichen.


Bastion-☽ ☾ -Center - ☽ ☾- Orden der Sith-☽ ☾- Domäne der Oberen –☽ ☾- Draconis Domizil - ☽

Audienzsaal☾- ☾- Darth Draconis,Lyra Ginn,Niphira Minora,Thatawaya,Marishka &(Lilya NPC)

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Braxant Sektor :: Sartinaynian System :: Bastion :: Center :: Sith Tempel :: Domäne der Oberen :: Domizil des Drachen :: Audienzraum :: Darth Draconis, Lyra Ginn, Niphira Minora, Marishka, Thatawaya und Diener

Die dunkle Seite war ein Nebel, der unterschwellig alles in seiner Umgebung zärtlich einhüllte, in Sicherheit wog, in einen Dämmerzustand verfrachtete, der darüber hinwegtäuschte, dass ein Maul voller giftiger Fangzähne diese in das willige Fleisch hinabfahren ließ. Das Gift, dass aus diesen Zähnen in die Venen gepumpt wurde, dass wie tausende Vipern in den Adern tobten, sorgten für ein Miasma, dass sich auf jeden Geist anders auswirkte. Wehe jenen, die ihren Geist noch nicht gegen diese Natur schützen konnten, denn sie verfielen in einem Malstrom, der jedes Gefühl potenzierte. Ärgernis, Wut, Zorn und Eifersucht. Unsicherheiten, fragile Kunstwerke der mentalen Ebene, die wie Glaspaläste bei einem Erdbeben zersplitterten. Ein Hochmut, der einen dazu antrieb immer höher, weiter, schneller und vor allem gieriger die Nähe der schwarzen Sonne der dunklen Seite zu suchen, nur um an den tobenden Flammen ein Ende zu finden, dass knusprig gebrannte Haut hinterlassen und einen tiefen Fall in den Abyss evozieren würde.

Obwohl er sich auf Thatawaya konzentrierte, waren seine Machtfühler in alle Richtungen ausgeworfen, einem Fischersnetz gleich waren sie darauf ausgerichtet die Wogen und Erschütterungen in der Macht zu spüren, sie einzuordnen und entsprechend seiner Aufmerksamkeit zuzuführen oder im Äther verschwinden zu lassen. Die Gier, wie ein glänzendes, öliges Gebilde, tropfte geradezu aus den Poren Marishkas. Ihre aristokratisch anmutenden Gesichtszüge, dieses Firmament der Kälte, dürstete und lechzte nach mehr. Sie war eine Getriebene ihrer eigenen Gelüste, die Habgier in die Wiege gelegt, war ihre Gier nach Macht und Wissen ein leuchtendes Beispiel für jeden Jünger, dass Ambition nichts war, was man erlernte. Es war in einem verankert, der Wille zur Veränderung und vor allem der Mut diese Veränderung zu akzeptieren, durchzusetzen, auch wenn Schmerz die Folge sein würde.

Lyra hingegen war ein Datapad mit sieben Siegeln, doch waren sie alle aufgebrochen worden, teilweise gewaltsam, teilweise sich selbst offenbarend, als wären sie geradezu begierig darauf gewesen geöffnet zu werden. Dieser Widerspruch, zwischen Ablehnung und Annäherung, ein Tanz auf der Klinge eines Schwertes, der für beide schmerzhaft war und doch kein Ende nehmen wollte, nein, kein Ende nehmen sollte, war für ihn überlagernd. So überlagernd, dass die Gefühle seiner eigenen Schülerin sich in diesem Amalgam als ein Leuchtfeuer der Ablehnung offenbarten. Ob es Neid oder doch einfach nur Zorn über die Anmaßung war, ließ sich aus Niphira nicht herauslesen. Zu viele Eindrücke, die den Sith ereilten. Zu viele Tore, die er bewachen musste, um der Schlange den Zugriff zu verwehren. Ihr, der großen Verführerin, dem Rauch, der sich durch jede Ritze seiner Verteidigung in seinem inneren Sanktum versuchte einzunisten.

Doch auch Angst war für den Sith spürbar, sie tropfte geradezu aus den Federn der Kreatur vor ihm. Angst per se war niemals verdammungswürdig. Angst war ein wichtiger Motor der Evolution, denn ohne die Angst, die das Grauen in die Existenz brachte, gab es keinen Fortschritt, keinen Antrieb etwas an der eigenen Situation zu verändern. Es war die Entscheidung, die man aus dieser Angst heraus traf, die entscheidend war, was für eine Kreatur man war. Floh man, suchte man das Weite, suchte die Ablehnung der Konfrontation und war ein Feigling, oder stellte man sich, mit wildem Blick und gebleckten Zähnen der Gefahr, der Herausforderung und suchte den Sieg, einen Triumph, der alles überflügeln würde?


„So bedanke dich, Thatawaya.“

Wenn der Leviathan, der Herr der Schatten eine Sache mochte, so war es seine Macht entsprechend zu nutzen um die Wesen, die mit ihm konfrontiert wurden aus dem Konzept zu bringen. Es gab so viele vorgefertigte Meinungen, so viele in Stein gemeißelte Konstrukte über Macht, Herrschaft und Despotie, die in den Geistern der Sith umherschwirrten, dass er sie als bloße Illusionen eines des Geistes entledigten Mesmers abtat. Macht lag dort, wo Wesen sie vermuteten und daher war sein ganzes Gebahren darauf ausgelegt diese Macht zu evozieren. Doch die wahre Macht lag in der Kraft, welche die Sith in ihrem Inneren trugen, die Erzeugnisse, die zwischen Midi-Chlorianer und dem unsichtbaren Energiefeld abspielte, dass sie zu Halbgöttern machte, die zwischen den Sterblichen wandelten.
Der Sith sah die Anstalten, welche die ihm unbekannte Spezies dabei machte, als sie ihren Dank ausdrückte, verunsichert von dieser Aufforderung, aber seinem Befehl folge leistend. Sehr gut. Sie fügte sich dem Willen der Bestie, doch musste sie wie auch jeder andere hier verstehen, dass der Mord an Darth Malevolos nicht aus reinem Egoismus geschehen war, er brauchte einen Narrativ. Die Sieger schrieben die Geschichte und so wie die damnatio memoriae über den elenden Cathar ausgesprochen werden würde, so würde Darth Draconis diesen Triumph zu seinen Gunsten umdeuten, beschreiben und seine Taten verherrlichen lassen.


„Darth Malevolos war ein Feind des Galaktischen Imperiums und des Imperators. Er war eine Gefahr und ein Apostat. Seine Vergehen waren zahlreich.“

Doch es war mehr. Der Hader im Herzen der gefiederten Kreatur war nicht aus einem Kampf der Ideologien entstanden, einen solchen Affront würde sich kein Jünger trauen. Auch schien sie nicht in irgendeinem Verhältnis zum Cathar zu stehen, dass sie als direkte Dienerin ausgemacht hätte. Sie war also keine jener Kreaturen, die nun nach dem Ableben ihres Herren nach Erlösung unter den Schwingen eines anderen Ungeheuers suchte. Denn auch diese würde es geben und Draconis würde sich diesen Kreaturen als Heilsbringer offenbaren, als ihre einzige Hoffnung, um nicht vom zermalmenden Fuß des Galaktischen Imperiums zerquetscht zu werden.

Das was da im Herzen dieses Geschöpfes tobte, war eine Drangsal, die viel tiefer ging und die niedersten Instinkte ansprach. Angst, Qual, Marter, der unbedingte Wille zu überleben. Wie ein Tier, dass gegen eine Wand gedrückt wird und mit dem Mut der Verzweiflung kämpfte. War es nicht dasselbe Gefühl, dass auch in Lyras Brust toben musste? War er der Darth Malevolos in ihrem Kosmos? Unerhört. Seine Intentionen waren gänzlich andere. Es war ein deutlich diffuseres Gestrüpp, durch das sich der Pfähler dort kämpfen musste, er selbst ein Suchender im Dickicht der Erkenntnis. Und da war da noch etwas anderes. Verborgenes. Tief in ihm drin. Etwas, dass nach Erlösung schrie, etwas das nach mehr schrie.

Diesem Gefühl konnte er sich hier und jetzt nicht hingeben. Würde er es je können? Auch in dieser Hinsicht musste er sich selbst bremsen. Eines Tages. Wie so oft war diese Losung der einzige Weg, den er offeriert bekam, denn was sollte er in dieser Situation schon anderes tun? Die Drangsal, sein ewiger Begleiter. Der Zähmung einer wilden Bestie gleich galt es durchzuhalten, die Bisse und Tritte auszuhalten, das Blut von den Lippen zu wischen und nicht aufzugeben. Irgendwann würde das alles verzehrende Licht der schwarzen Sonne der dunklen Seite erscheinen. Oder der Abyss würde ihn fressen.
Sein Blick noch immer auf das Wesen gerichtet, dass sich Thatawaya nannte, schnalze der Sith mit der Zunge als er überlegte, was er mit dem Geschöpf anstellen konnte. Würde er sie unter seine Fittiche nehmen, ihr ein Nest bieten oder würde er ihr die Freiheit schenken? Unweigerlich trafen ihn Worte in seinem Geist. >> GLEICHGÜLTIG, WAS ER DIR UNTERBREITET, LEHNE ES AB. FLIEH. FLIEH!<< flüsterte es in seinem Kopf, verführerisch, sanft, und doch voller Eindringlichkeit, flehend, lamentierend. Eine Mischung, die erschien als würden drei Stimmen zugleich sprechen.


„Was hat Darth Malevolos dir angetan, Jüngerin, und was hast du getan, um seinen Zorn auf dich herabfahren zu lassen?“

Die Stimme in seinem Kopf, ihr Ursprung siebenfach verflucht und doch nicht zu verleugnend abschüttelnd, konzentrierte sich der Sith gänzlich auf Thatawaya und ihr Gefieder, dass sich immer wieder färbte, deren grauer Glanz etwas zugleich Exotisches aber auch gefährliches hatte, einem Raubtier gleich, dass lauerte. Ihre Krallen, ein Überbleibsel, Geschenk ihrer Vorfahren, klackerten und gaben einen Rhythmus vor, der von ihrer Pein sprach, ihren Erfahrungen, ein Echo, dass die dunkle Seite widerhallen ließ.

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[Bastion – Center – Tempel der Sith – Domäne der Oberen - Draconis Domizil - Empfangsraum - Niphira, Marishka, Thatawaya, Darth Draconis, Lyra, Lilya (NSC)]




Niphira erwartete die Erlaubnis ihren Platz einzunehmen. Doch war da Lyra. Sie bemerkte ihren Blick. Zornig unterdrückte die Schülerin ein genervtes Schnauben. Sie streckte ihre Machtsinne aus. Versuchte Lyra so zu verstehen. Mehr zu erkennen. Aber da waren nur Gefühlsregungen die nicht passten. Sie verstand nicht was diese Gefühle sagten. Niphira verstand nicht was sie da spürte. Am Ende wusste die Schülerin Draconis nur eines. Nämlich dass es nicht war, was Niphira erwartet hatte. Kurz runzelte sie ihre Stirn, nur um leicht säuerlich zu schauen. Natürlich sollte sie ihren Platz einnehmen. Aber als Bezwingerin Igrax? Nein… Das war eine Lüge. Eine Lüge die jedoch hier nichts verloren hatte. Daher schwieg Niphira und begab sich zu Draconis rechten. Ihr Blick war auf die Gäste gerichtet während Niphira sich langsam vor beugte und ihrem Meister leise in sein Ohr flüsterte.

“Ich würde bei Gelegenheit gerne einmal mit der Person zu Eurer Linken sprechen… unter vier Augen. Ich denke wir sollten uns ein wenig abstimmen…”


In der Tat klang ihre Stimme nach wie vor kalt. Nicht im Ansatz war das Missfallen Niphiras darin versteckt, dass die Jüngerin stand wo sie war. Bösartig und berechnend legte sich eine kaltblütiges Lächeln auf die Lippen der Schülerin welche einen eisigen Blick zu Lyra rüber warf nachdem sie wieder Haltung angenommen hatte. Schon von Anfang an war Lyra merkwürdig gewesen. Immer wenn Niphira diese Frau gesehen hatte verhielt sie sich merkwürdig. Allerdings auch irgendwie nachvollziehbar. Am Ende konnte es aber auch einfache Neugierde sein welche die Schülerin antrieb. Schließlich war Lyra von allen die zuletzt dem Gefolge Draconis hinzugefügt worden waren jene Person mit der sie am wenigsten Kontakt hatte. Niphira wollte wissen warum ausgerechnet sie den Platz zu der Linken ihres Herren eingenommen hatte. Einen Platz dessen Natur des ihren womöglich nicht so unähnlich war. Ein Platz für den Niphira hart hatte arbeiten müssen während Lyra ihn scheinbar gerade zu geschenkt bekam. Was war in Niphiras Abwesenheit passiert? Unweigerlich wanderten die Augen der Schülerin auf den Rücken ihres Herren. War es abermals ein Test oder gar eine bloße Laune ihres Herren? Nein… Darth Draconis war kein Wesen welches auch einer Laune heraus eine solche Position vergab ohne einen Plan zu verfolgen… Er verfolgte Pläne und tat alles um diese zu verfolgen. Dennoch war da dieser Neid. Dieser unbändige Zorn einem Wurm solche eine Position zu vergeben. Es war nicht richtig! Es war ein Fehler! Wenn es keine sinnvolle Erklärung gäbe… Würde Niphira froh sein ihre Freiheit erlangt zu haben nachdem sie ihrer Mutter gegenüber getreten war. Auf die eine oder andere Art und Weise. Ja, es gab die Wahrscheinlichkeit des Todes. Es bestand die Chance darauf zu sterben. Jedoch konnte man es verhindern. Sie musste für ihre Technik Ruhe bewahren und in der Macht ihren Zorn heraus lassen. Ein Tanz auf einer Schwertklinge wenn man so wollte. Ein schmaler Grat den man zu beschreiten hatte. Am Ende jedoch richtete sich Niphiras Aufmerksamkeit wieder auf die Fosh welche das Wort an den Herren der Schatten wandte. Sie wollte sich bedanken? Interessant. Allerdings wirkte das Verhalten unbedarft. Erst jetzt bemerkte die Schülerin wie die Auren der beiden Sith geradezu erdrückend wirken mussten. Um ihr das Reden zu erleichtern verschleierte Niphira ihre Aura etwas. Auch wenn ihre eigene Präsenz nicht ansatzweise jener der von Draconis das Wasser reichen konnte sollte zumindest ein wenig der Druck reduziert sein. Ruhig atmend und etwas fokussierter kehrte Niphira in sich während sie der Konversation zwischen Fosh und Draconis seinen Verlauf nahm.

Ihre Vorbereitungen waren fast abgeschlossen. Niphira musste lediglich weiter trainieren um möglichst stark zu werden. Das Ziel war klar. Dazu kam dass sie dieses Mal keine Hilfe hätte ihre Mutter zu töten. Anders als bei Igrax wo Nergals Schüler ihr einfach nur das Leben gerettet hatte. Nichts anderes war es gewesen. Alles was sie tat… Alles was sie getan hatte… wäre nebensächlich. Das Ziel war klar. Es gab nur eine Marschrichtung. Der Tod ihrer eigenen Mutter. Niphiras Vater war am Ende irrelevant, denn am Ende war es nur ein Mann welcher ohnehin kaum etwas in ihrem Leben verloren hatte. Auch wenn sie lieber selbst Hand angelegt hätte ihn zu töten. Man konnte nicht alles haben. Niphira streichelte über den Griff ihrer Vibroklinge. Sie wäre ihr ständiger Begleiter. Ein wenig musste Niphira bei dem Gefühl schmunzeln. Vermutlich wäre die beste Beschreibung für Niphira das Wort Waffenmeister. Ein normales Lichtschwert… eine Doppelklinge und eine Vibroklinge. Drei Waffen welche sie nicht nur Führen konnte… Durch ihr Training beherrschte sie diese im Kampf immer besser. Diversität war immer gut. Viele Krieger versteiften sich auf eine einzelne Waffe. Niphira würde diesem Fehler nicht erliegen. Nein. Ihre Gegner sollten fallen. Man benötigte nur die richtigen Werkzeuge… NEIN! Waffen dafür. Man brachte keine Werkzeuge zu einer Schlacht.


Ein kurzer Impuls riss Niphira aus ihre Gedanken. Sie schaute kurz zu Draconis, dann zu Lyra. Emotionen? Niphira hatte sich so sehr daran gewöhnt mit aktivierten Machtsinnen umher zu laufen dass sie vergessen hatte ihre Machtranken von Lyra zu entziehen. Ihr Blick wanderte unweigerlich kurz zu der Jüngerin. Nun war es klar. Niphira wollte mit der Jüngerin reden. Es war wichtig. Irgendwie spürte Niphira dass es für sie beide eine nicht unrelevante Konversation bedeutete. Wenn nur Draconis nicht so stur wäre… Eine leichte Anspannung machte sich in der Schülerin breit welche sie durch kontrollierte Atmung und entsprechende Gedanken ein wenig wieder löste. Die Fosh stand nun im Mittelpunkt. Hoffentlich würde sie nun ein wenig entspannter sein. Während sich alles um die Fosh drehte wie Planeten welche eine Sonne umkreisten war Niphira eher der Mond welcher um Lyra kreiste. Etwas war mit der Jüngerin und Niphira war mehr als nur gewillt heraus zu finden was diese Frau verbarg. Alles was sie empfing war nichtssagend. Gefühle die ein einziges Chaos waren. Manchmal wünschte sie sich viel mächtiger in diesem Bereich zu sein. Warum konnte sie bisher noch nicht mehr als ein paar Gefühle ableiten? Was war es dass fehlte. Langsam wurde Niphria unruhig. Sie wollte eigentlich lieber trainieren und lernen. Selbst wenn das Training ihre Untergebene mit einbezog welche sich brav am Rande hielt und es erstaunlich gut schaffte ihre noch immer vorhandene Angst zu verschleiern… Sie wurde mutiger… Nicht weniger erwartete Niphira von ihrer rechten Hand. Der Person welche der wichtigste Bestandteil ihrer Entourage sein würde. Mit einem kurzen nicken in ihre Richtung welches kaum Auffiel äußerte Niphira die Anerkennung dieses Umstandes. Sie hatten ein neues Ziel. Einen Auftrag. Bis dahin aber musste Niphira hier ruhig stehen und die Szenerie im Auge behalten. Auch wenn es wohl mal wieder eines “dieser Gespräche” war bei denen alles was sie tat nur herum stehen war. Es war einfach nur lästig. Leider gehörte aber wohl auch dies zu den Aufgaben einer Sith. Wie nervig...



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Bastion- Center-Tempel der Sith-Domäne der Oberen-Domizil von Darth Draconis-Audienzraum - Mit Darth Draconis, Lyra Ginn, Niphira Minora, Marishka und Diener

Die Präsenz des Sith war erdrückend und verheissungsvoll zugleich. Thatawaya fragte sich, ob Er am Anfang auch so auf sie gewirkt hatte, aber sie hatte natürlich keinerlei Erinnerung daran, wie sie zu ihm gekommen war. Zuletzt war die Gegenwart ihres Peinigers nur noch erschreckend und erstickend gewesen. Jede Hoffnung war zerstört worden, wenn er den Raum betrat. Träume hatten sich erst garnicht in seine Nähe gewagt. Hier bestand zumindest noch etwas Hoffnung auf eine bessere, glücklichere Zukunft. Oder etwa nicht? Thatawaya sah zu Lyra und als ihre Blicke sich trafen, sah die Menschin sie beinahe flehend an. Die Fosh erinnerte sich an das besorgte Gesicht der Menschin, als sie zum ersten Mal in die Gemächer von Darth Draconis gekommen war. Diese Sorge schien nicht zerstreut worden zu sein. Möglichst unauffällig versuchte sie den Menschen vor ihr zu mustern, doch in dem Moment forderte er sie auf, sich zu bedanken. Einen Moment stutzte die Fosh, ehe sie hastig der Aufforderung nachkam.

„Ich weiss nicht, ob es mir je gelungen wäre zu entkommen, wenn Er zurückgekehrt wäre. Auch wenn Lyra und Ruul am Ende schon bei mir waren. Wenn ihr nicht gesiegt hättet….ich glaube, er hätte uns als nächstes getötet.Also danke ich euch für euren Sieg und dafür, dass ihr Ihn so von weiteren Gräueltaten abgehalten habt.“

Noch einmal verneigte sich die Fosh.Gut, wenn es nicht Ruul gewesen wäre, der den Container geöffnet hätte, dann wäre ihr mit etwas Glück vielleicht wirklich die Flucht gelungen. Vor allem, wenn Er durch einen Kampf abgelenkt gewesen war. Und dann hätte es vielleicht auch niemanden gegeben, der sie mit einem Blaster an der Flucht gehindert hätte so wie es Lyra getan hatte. Aber das waren jetzt alles unnötige Spekulationen.Jetzt war es halt so, wie es war. Der Sith zählte gerade die Vergehen von Malevolos auf, die offensichtlich weit über die Folter an ihr hinaus gingen. Allerdings konnte Thatawaya mit den meisten Dingen die der Sith aufzählte nicht anfangen. Sie kannte den Imperator nicht und in Grössenkategorien wie ein galaktisches Imperium musste sie zuvor auch nie denken. Alle Beispiele, die sie in ihrer Erinnerung fand, waren Er und all jene, denen sie jetzt erst begegnet war. Als der Sith sie fragte, was Malevolos ihr angetan hatte und womit sie das wohlmöglich verdient hätte, zuckte die Fosh nur mit den Schultern und erzählte dem Sith, was sie – noch- wusste. Aber das ließ sich ja bekanntermassen in wenigen Sätzen zusammenfassen.

„..also, ich hatte zuletzt einfach den Eindruck, dass er mich und die anderen Lebewesen nur zum Spass gequält hat. Selbst darauf, dass ich die anderen Tiere getötet hatte, reagierte er ja eher positiv überrascht als verärgert. Ich kann mir darauf keinen Reim machen.“

Schloss sie ihre Geschichte ab und sah zwischen den Anwesenden hin und her. Die Schülerin des Sith fixierte Lyra und schien die Menschin nahezu aufzuspiessen. Thatawayas Blick wanderte zu Lyra, die in sich gekehrt zu Boden blickte. Zu gern hätte die Fosh gewusst, was zwischen den beiden lief. Aber Niphira hatte ja auch sie so böse angesehem am Anfang. Völlig grundlos. Vielleich war das hier ja genau so. Vielleicht vermutete Niphira am Anfang immer einen Feind in anderen. In allen anderen. Scheinbar war es hier doch nicht so harmonisch, wie die Fosh es sich vielleicht gewünscht hätte.

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Macht war ein Schauspiel, dass einem Theaterstück glich. Sie alle hatten ihre Rolle zu spielen. Sei es Lyra, die Schlange und Verführerin, die mit ihrem Schuppenkleid hadernd in einen Abgrund blickte, der sie rief, an deren bodenlos dunklen Grund eine Bestie lauerte aus einem ewig scheinenden Winterschlaf geweckt zu werden, oder Marishka, die sich als stumme Zeugin des Schauspiels erwies, devot und ihres Platzes in diesem Schauspiel genau bewusst. Nur eine schien mit ihrer Rolle zu hadern, unruhig, abgelenkt, von allem beeinflusst, außer vom Wesentlichen. Niphira Minora schien unkonzentriert, denn immer wieder spürte der Sith wie sie abschweifte und sich eine Aggression aufbaute, als sei ein Feind anwesend. Diese verschwendeten Ressourcen, diese verschwendete Energie. Sollte sich doch die Scholarin mental auf die vor ihre liegende Prüfung vorbereiten und vor allem sollte sie von ihm lernen. Audienzen wie diese hatten einen tiefen liegenden Sinn, denn sie dienten der symbolischen Kommunikation. Alles war eine Choreografie, ein Tanz, der wie ein wilder Derwisch die Gravitas des Leviathans unter Beweis stellen sollte. Macht lag stets in den Händen jener, die wussten sich zu präsentieren. Wie ein Demagog empfing der Leviathan das Geschöpf, dass sich Thatawaya nannte, doch ließ er Milde und Güte walten, denn sie war kein feindliches Subjekt, im Gegenteil. Sie war seinem verstorbenen Erzfeind zum Opfer gefallen. Die Realität ist ein Konstrukt, welches wir um uns herum wahrnehmen. Dadurch ist sie ein Konstrukt, dass niemals die wahren Begebenheiten widerspiegeln, sondern der Subjektivität ausgesetzt ist. Die eigene Wahrnehmung lässt sich täuschen, kann von Illusionen durchdrungen werden. Wie ein Schleier verdeckte sie die Wahrheit von der empfundenen Wahrheit und ließ dem Zuschauer nur ein Schattenspiel übrig, dass als manifeste Realität empfunden wurde. Niphira musste lernen, dass Sith sein mehr bedeutete als die Klinge zu schmieden, die den Streich ausführte, sondern auch genügend Knie hinter sich zu haben, die sich vor einem beugen würden. >> PASS AUF. LERNE. << erschallte der Wille des Leviathans in ihrem Geist, durchschnitt wie ein heißer Draht jegliche Ablenkung sollte den Blick wieder auf das Wesentliche richten. Auf ihn. Sie besaß nicht die Fähigkeit der Telepathie, doch wie auch schon zuvor bei Lyra Ginn manifestierten sich seine Worte in ihrem Geist und ließen keinen Widerspruch zu.

Sie musste lernen, sie alle mussten lernen, dass es in der Welt der Sith eine Hierarchie gab, die es nicht in Frage zu stellen galt. Die beinahe ritualisierte Zurschaustellung von Macht, die Darth Draconis hier zelebrierte, hatte seinen Zweck. Wer Sith war, strebte nach Macht. Sei es die Herrschaft über andere Personen oder gar die Macht selbst. Man wollte sich die Galaxis Untertan machen. Viele, wenn nicht gar beinahe alle, würden dieses Ziel nie erreichen. Diese Leiter hatte mehr als nur eine gläserne Decke. Doch um überhaupt in die Nähe einer solchen gläsernen Decke zu kommen, musste man zahlreiche Sprossen erklimmen. Er war einige Sprossen nach unten gewandert. Man sollte sich immer vor seinem eigenen Dienern in Acht nehmen, wenn man ein langes Leben leben wollte. Einen Willen zu brechen und sich Untertan zu machen, so wie ein Sith es mit der dunklen Seite der Macht tat, war das Lebenselixir eines Sith. Erst erlangt man Kontrolle über sich selbst, dann über ein anderes Wesen. Schließlich über eine Gruppe, eine Organisation, eine Spezies, einen Planeten und so weiter, bis die Galaxis einem zu Füßen lag. Das wusste Darth Draconis. Ohne sie würde er jedoch nur schwer das erreichen, was er erreichen wollte. Sie würden ihn schnell verraten, wenn er ihre Eifersucht und ihren Neid nähren würde. Wenn er sie allerdings zu sehr verwöhnen oder zu harsch behandeln würde, kämen sie auch auf die Idee er sei schwach oder so tyrannisch, dass er beseitigt werden müsste. Eine große Kunst war es hingegen ehemalige Feinde zu rekrutieren. Sie waren loyal, zuweilen sogar loyaler als ein Freund, wenn sie sind unter dem ständigen Drang sich beweisen zu müssen. Er würde sich sogar mehr vor seinem vermeintlichen Dienern in Acht nehmen müssen, als vor seinen Feinden. Wenn man keine Feinde hat, macht man etwas falsch.


„Dein Dank stößt auf wohlwollende Ohren, Thatawaya.“

Und somit war die ritualisierte Ehrerbietung der ihm fremden Spezies abgeschlossen, sie hatte ihren Soll vor dem Exekutor seiner Majestät getan. Die meisten Wesen der Galaxis sind Opfer ihrer Gewohnheiten. Ein Ritual wie dieses diente zur Verfestung der Strukturen, zur Anerkennung des Supremats des vor ihnen stehenden Siths. Mit erhobenem Kinn musterte der Sith das Geschöpf vor ihm. Das Farbenspiel Thatawayas, gepaart mit ihren Krallen, ein wirklich exotisches Tier. Er würde es nicht unterschätzen dürfen, dafür würde er mit umso größerem Interesse den potenziellen Aufstieg des Wesens verfolgen. Seine Machtfühler tasteten vorsichtig ihre Aura ab, drangen beinahe schon zärtlich in ihren Geist ein und fanden eine Manipulation vor. Eine schwerwiegende Manipulation. Sie war gezeichnet, gequält und vor allem misshandelt worden. Die Macht zeugte davon. Doch es war kein irreparabler Schaden. Allerdings hatte alles, wirklich alles, bei Draconis seinen Preis.

„Du hast viel Leid durchlitten, doch wird dir das auf dem Pfad der dunklen Seite helfen. Erinnere dich immer an das Leid, lass es deine Motivation sein nie wieder so schwach zu sein, dich so unterdrücken zu lassen. Erweist du dich als stark genug und mir dienlich, werde ich dir helfen deine verborgenen Erinnerungen wiederzugewinnen.“

Güte und Härte, Zuckerbrot und Laserpeitsche. Das waren die Devisen seiner Herrschaft. Er selbst musste jedoch Acht geben seine Karten nicht zu offen zu spielen. Was seine Beweggründe waren Lyra zum Schatten des Drachens zu ernennen, eine Frage, die wohl viele der Anwesenden beschäftigte, waren alleine sein Kalkül. Wenn sie keine Gewohnheit in seinen Handlungen sehen würden, wäre er im Vorteil. Wenn er eine Routine entwickeln würde im Umgang mit diesen Subjekten, würde er berechenbar werden. Das galt es zu vermeiden. Ein Zahnrad musste nicht wissen, welche Mechanismen es durch seine eigenen Bewegungen in Gang setzte und dafür zu sorgen, dass die Dienerschaft unter sich und mit sich selbst beschäftigt waren, statt sich potenziell gegen ihren Herrn zu verbünden, war ihm Grund genug.

„Zu viele Sith sind der Überzeugung, dass Gewalt um der Gewalt Willen ihnen die Kraft der dunklen Seite gewähren wird.“

Ein Fehlschluss, dem Darth Draconis selbst in seiner Anfangszeit unterlegen war. Damals, als er wie eine Bestie über das Schlachtfeld Bastions getobt hatte, ja gar das Herz von Darth Izvoshra aus seiner Brust gerissen und verspeist hatte. Doch er war seitdem gereift, in Körper und Geist. Die Dunkle Seite der Macht ist eine Kraft der Trennung und Isolation. Vermeintlich „Böses“ erzeugt Teilung in der ursprünglichen Einheit und Ordnung. Neben dem Thema,in welchem das Böse als eine Kraft der Teilung angesehen wird, finden die Sith auch eine Vorstellung des Bösen als eine Kraft, die das vereint, was getrennt bleiben sollte. Die dunkle Seite fungiert als Geist der Natur, der natürlichen Ordnung und des archaischen Wesens der Urzeit. Doch nur durch die Taten der Lebewesen der Galaxis wird die dunkle Seite der Macht verwirklicht. Es ist ein strafender, notwendiger Aspekt eines gesamtheitlichen Systems, welches sich durch den gesamten Firnis der Galaxis zieht. Sie ist eine Macht, die dort einbricht, wo sie nicht hingehört. Diese Form der dunklen Seite ist mit magischer Praxis verbunden. Der Sith Magier bringt sich selbst in die Position eines Erschaffers, in der alten Sprache der Tion Hegemonie auch als „Demiurg“ bezeichnet, und versucht zu vereinen, was das Gleichgewicht der Macht einst teilte. Der Sith Magier erschafft auf diese Weise eine Welt aus falschen Verbindungen, nachdem es die wahre Welt der wahren Verbindungen zerstört oder verlassen hat. Zu vereinen was geteilt sein soll und zu teilen, was als vereint bestimmt ist, sind Taten der dunklen Seite.


„Gewalt um der Gewalt Willen ist jedoch das Gesetz der Bestien und wir sind besser als das. Gewalt ist ein Werkzeug, dass wie ein Laserskalpell eingesetzt werden muss. Präzise und sinnvoll. So wie als Lord Nergal und ich diesen Apostat entfernten.“

Die dunkle Seite ist voller Nuancen. Es gibt mehrere Betrachtungsweisen dessen, was man als „das Böse“ betrachten kann, doch einige Vorstellungen kehren immer wieder. Das „Böse“ ist in den Lebewesen der Galaxis verwurzelt, wo es als Potenzial existiert. Es kann Teil der natürlichen Ordnung der Natur sein oder aus einem separaten Zustand bestehen, das dennoch innerhalb des kosmischen Rahmens operiert. Das „Böse“ ist nicht gefährlich, dass es durch Güte und andere vermeintlich positive Eigenschaften ausgeglichen wird. Durch Verstöße, Dissonanzen des kosmischen Lebens oder Katastrophen erlangt die dunkle Seite der Macht, Bogan, eine unabhängige Existenz und wird verwirklicht. Aus diesem Grund glaubte Darth Draconis, dass die Hauptmerkmale Bogans die Teilung und Isolation der ursprünglichen Ordnung sind.

Die Nützlichkeit des Geschöpfs würde sich noch herausstellen müssen, doch dem Sith fiel bereits eine erste, wenn auch simple Aufgabe ein. Auch wenn das exotische Geschöpf durch seine Farbenpracht ein Blickfang war, so konnte es durch seine Größe durchaus unbemerkt von Aurek nach Besh gehen, ohne aufzufallen. Seine Wiederkehr musste verkündet werden und Thatawaya würde für diesen Auftrag als Mund des Drachens fungieren. Allen voran gab es eine Person, die umgehend in Kenntnis gesetzt wurden musste: Lord Nergal. Der Titan hatte sich nicht nur als Waffenbruder offenbart, sondern auch als der einzige Sith, dem Pfähler vertrauen konnte. Er war es gewesen, der im Moment größter Schwäche dafür gesorgt hatte, dass er wie ein Märtyrer in seine Gemächer zurückgebracht wurde und dort wiederauferstehen konnte. Der Titan war es gewesen, der die Entwicklungen im Darth Malevolos nun in die Hand genommen hatte. Er war ein Alliierter, ein Waffenbruder und mehr. Sie würden bald wieder aufeinandertreffen.


„Thatawaya, suche Lord Nergal auf. Berichte ihm von meiner Genesung, verbreite die Kunde.“

Mit einer ausschweifenden Bewegung, die etwas geradezu königliches hatte, wies er mit seinen Händen die Ferne, um dem Geschöpf zu vermitteln, dass es sich nun mit einem Auftrag versehen entfernen durfte. Nachdem Thatawaya ihm die nötige Ehrerbietung erbracht hatte, entfernte sich die Sith Jüngerin, sodass sein Fokus wieder auf Marishka lag. Sie, die Hochwohlgeborene, Spross einer reichen Familie, war mit der Habgier in den Venen zur Welt gekommen und diese Gier würde er bald befriedigen. Doch würde es für sie jemals ein Maximum geben, ein Maß, das reichte? Darth Draconis hoffte innständig, dass dem niemals so sein würde.


„Marishka, berichte mir von eurer Mission.“

Langsam schritt er dabei an der dunkelhaarigen Frau mit den scharf geschliffenen Gesichtszügen vorbei, blickte ihr tief in die Augen, evozierte verlockende Botschaften der dunklen Seite, während seine rotgoldenen Augen sich in die ihren bohrten, Abgründe einer fragmentierten Aura in der Macht, und ihr mit seinem Zeigefinger mit einer Geste zu verstehen gab, dass sie ihm folgen sollte. Bevor er sich auf seinen thronartigen Sitz niederließ, konnte er nicht vermeiden die Augen der Schlange zu suchen. Sie erklommen an ihrem Körper, an den Schuppen ihrer Hülle den Aufstieg zu ihrem Antlitz, verloren sich für den Bruchteil eines Augenblicks zu lange im eisigen Tor zu ihrer Seele, bevor sich der Sith mit einem ermahnenden Seitenblick zu Niphira Minora auf dem thronartigen Sitz niederließ und Marishka mit einer weiteren Handbewegung ihr bedeutete sich auf den Platz vor ihm, auf der anderen Seite des Tisches Platz zu nehmen.

Braxant Sektor :: Sartinaynian System :: Bastion :: Center :: Sith Tempel :: Domäne der Oberen :: Domizil des Drachen :: Audienzraum :: Darth Draconis, Lyra Ginn, Niphira Minora, Marishka und Diener

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Bastion - Center - Tempel der Sith- Domäne der Oberen - Darth Draconis' Quartier -
- mit Darth Draconis, Lyra, Marishka, Niphira und Dienern


Freiheit. Plötzlich war sie zum Greifen nah, nachdem der Sith ihren Dank angenommen hatte. Doch beinahe sofort knallte ein Bunker-Schott vor der aufkommenden Brise zu, als der Sith sich nicht wie erwartet abwandte, sondern sie von oben bis unten begutachtete. Sein Gesicht war dabei nicht zu deuten, was Thatawayas Herz wieder schneller schlagen ließ.Hatte sie noch etwas vergessen? Hilfesuchend wanderte ihr Blick zu Marishka neben ihr, als sie es spürte. Ihn spürte. Die Fosh kannte dieses Gefühl nur zu gut von ihrem Peiniger und diesem Gefühl war eine alles verschlingende Dunkelheit gefolgt, aus der sie in den Container gesperrt wieder erwacht war. Instinktiv schüttelte sie den Kopf, als wolle sie einen Schwarm Insekten vertreiben. Aber natürlich war diese Strategie nicht effektiv.Einem Tzunami gleich rollte eine Welle der Traurigkeit mit voller Kraft über sie hinweg, sah sie doch das Ende ihre Freiheit schon wieder gekommen. Doch die Dunkelheit kam nicht und die übliche Brutalität fehlte auch. Statt dessen zog er sich genau so schnell zurück, wie er gekommen war und zeigte beinahe sowas wie Mitgefühl. Und er machte ihr ein Angebot, von dem sie im ersten Moment nicht recht wusste, was sie davon halten sollte. Trotzdem wollte sie nicht seine Missgunst auf sich ziehen und verneigte sich noch einmal.

"Danke für das Angebot, Herr."

Was der Sith dann über Gewalt erzählte, ließ Thatawaya den Kopf schieflegen. Also so hatte Er bestimmt nicht gehandelt. Oder entsprang das alles ihrer Vorstellung? Die Fosh blickte auf die Krallen an ihren Händen und rieb sie aneinander, während das Grau ihres Federkamms einem nachdenklichen Grün wich. Wenn sie so an die Sache mit den anderen Tieren dachte, konnte Er nicht nur an Gewalt unter bestimmten Umständen gedacht haben. Ihr Peiniger war einfach drauf ausgewesen, andere Leiden zu sehen. Das war die einzig plausible Erklärung für Thatawaya. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als der Sith sie ansprach.Sofort hob Thatawaya den Kopf und sah den Sith an, der sie aufforderte nem entstellten Hünen von seiner Genesung zu berichten. Sie durfte wirklich gehen. Erleichtert verneigte sich Thatawaya noch einmal, während sich die Farbe auf ihrem Kopf noch einmal veränderte und ihr Freude mit einem leuchtenden Orange verriet. Bevor sie beinahe fluchtartig den Raum wieder verließ, warf sie Lyra, Marishka und sogar Niphira noch einen Blick zu, mit dem sie sich verabschiedete. Als sich nicht nur die Tür des Thronsaals sondern auch die Tür zum gesamten Bereich Darth Draconis' hinter ihr schloss, erlaubte die Fosh es sich, einen Moment innezuhalten. Auch wenn der Sith ihr keine Feder ausgerissen hatte, hatten die vergangenen Minuten an ihren Nerven gezerrt. Ihr inneres bebte und zitterte, als die Anspannung sie verließ. Die Fosh blickte den leeren Gang rauf und runter und dachte noch einmal darüber nach, jetzt einfach wegzulaufen. Aber wieder wusste sie nicht, wo sie denn hinlaufen sollte. Vielleicht sollte sie das Angebot des Sith doch annehmen, wenn er ihr wirklich helfen konnte, wieder nach Hause zu finden. Aber das, was da vielleicht noch begraben lag, machte ihr auch Angst. War es das wirklich wert? Zum gefühlt hundertsten Mal heute stellten sich ihr alle Federn auf. Nein, dass wars nicht wert. Aber vielleicht konnte sie in den Gemächern von Ihm was finden. Der entstellte Riese war ja auch dorthin gegangen, dann konnte sie ihm gleich die Botschaft von Darth Draconis überbringen. Beide hatten zwar ein einschüchterndes Auftreten, aber hatten ihr keinen Anlass gegeben nicht zumindest diesen Höflichkeitsdienst zu übernehmen. Das örtliche Ziel war eh das selbe, also machte sich Thatawaya auf den Weg. So klein, wie die Fosh war, so schnell war sie auch. Und es fühlte sich gut an zu laufen, auch wenn die Schusswunde an ihrer Hüfte bei jedem Schritt spannte und stach. Thatawaya wollte sich nicht vorstellen, wie sie sich ohne das Schmerzmittel anfühlte. Nur wie fand sie jetzt den Riesen mit den anderen? Das Gebäude schien riesig und ein Zufallsfund war nahezu ausgeschlossen. Suche Lord Nergal auf.... die Betonung lag wohl auf suchen. Ziellos rannte Thatawaya durch die Gänge, hielt sich dabei am Rand, um nicht ausversehen mit jemandem zusammen zustossen. Irgendwann fing sie ein paar Gesprächsfetzen auf von einer Razzia in Darth Malevolos' Gemächern. Nachdem sie das noch zweimal gehört hatte, blieb sie neben den Tratschtanten stehen.

"Entschuldigung. Wo ist diese Razzia? Könnt ihr mir den Weg beschreiben, bitte?"


Nach kurzem Zögern erklärte man ihr die Richtung und nachdem sie sich bedankt hatte setzte die Fosh ihren Weg fort. Ein paar Minuten später stand sie vor der Tür zu Seinen Gemächern. Ein Teil von ihr befürchtete, dass Er gleich rauskommen und sie packen würde. Aber das war natürlich Blödsinn.Malevolos war tot und würde nie mehr zurück kehren. Also atmete Thatawaya tief durch und öffnete die Tür. Warme Luft schlug ihr entgegen und sie stellte überrascht fest, dass dieses Quartier viel heller als das von Darth Draconis war. Leise, mit angehobenen Krallen , betrat Thatawaya den ersten Raum. Doch zu schleichen war unnötig. Der Riese fiel ihr sofort ins Auge, doch schien er sehr beschäftigt zu sein. Thatawaya nutzte die Gelegenheit, um sich umzusehen. Doch noch bevor sie etwas Interessantes fand, entdeckte sie Ruul. Der Grüne war in einem Nebenraum und sah garnicht gut aus.

"Hallo. Gehts dir gut?"

Fragte sie vorsichtig und ging langsam auf ihn zu. Der Raum, in dem er sich befand, war irgendwie stickig, trotzdem die Lüftungen liefen. Thatawaya fühlte sich überaus unwohl hier. Kein Ort, an dem sie länger als nötig bleiben wollte.

Bastion - Center - Tempel der Sith-Domäne der Oberen - Quartier des Malevolos -
- mit Ruul,Nergal und Xargon Raknar
 
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Bastion, Sith-Tempel – Domäne der Oberen – Janus' Domizil, Eo's „Gästezimmer“– Jünger (NPCs), Keebo >:( Eowyn o_O und Brianna

Keebo gefiel sich wirklich sehr darin, noch mehr Salz in Eowyns Wunden zu streuen. Langsam war es aber gut, dachte Brianna, als sie sich gedanklich ausklinkte, einigermaßen angewidert von diesem Verhalten. Der doppelte Verräter musste ja wirklich außerordentlich stolz darauf sein, dass es ihm geglückt war, die blonde Jedi hinter's Licht zu führen. Das ganze Verhalten erinnerte die Echani an eine Vierjährige, die durch Zufall in einem Würfelspiel gewonnen hatte und es nicht lassen konnte, diese Tatsache ihren Mitspielerinnen immer und immer wieder unter die Nasen zu reiben. Eine arme Seele, die darauf angewiesen war, andere herunterzuputzen, um sich selbst gut zu fühlen – eine verkommene hingegen, die dies zu ihrem eigenen Vergnügen tat oder um andere zu quälen. Zumindest machte Eowyn den EIndruck, über den Dingen zu stehen, wenngleich die Silberhaarige nicht annahm, dass Appelle zur Einhaltung des Friedensvertrags etwas bewirkten. Sith – immer auf den kurzfristigen Vorteil bedacht, langfristige Konsequenzen außer Acht lassend, vor allem, wenn andere diese zu tragen hatten.

Auf Briannas Rechtfertigung für den Seitenwechsel reagierte Eowyn fassungslos. Sie verstand nicht, sie zeigte genauso wenig Einsicht wie der Rat, so dass in der Echani unwillkürlich die Frage aufkam, ob man sie deshalb in den erlauchten Zirkel hochgelobt hatte? Brianna hatte nicht den Eindruck, dass der Rat als Ganzes wirklich verstand, wie die Situation in den Stationen im Tempel und anderswo war. Wie konnte er auch – die einzige Heilerin im Gremium hatte bereits kurz nach dem Ausbruch die Segel gestrichen und war spurlos verschwunden, die Heilerinnen kopflos, ohne Stimme im Rat und ohne jemanden, der eine Strategie verfolgte. Die Teamleiterinnen waren auf sich gestellt, wobei Brianna mit ihrer Vorgesetzten großes Glück gehabt hatte. Leute wie Alvaba hatten verhindert, dass die ganze Sache in heillosem Chaos ausartete und der Rat schien nichts davon zu wissen oder es interessierte ihn nicht. Dass Eowyn nun dieselben Verhaltensmuster an den Tag legte, sie genauso von oben herab behandelte wie der Rat, der auf Coruscant über den Dingen zu schweben schien, ärgerte die Echani.


„Halte mir bitte keine Vorträge über die Situation auf Coruscant! Glaubst du, ich erwarte ein tägliches Dankesschreiben, oder die anderen Heilerinnen? Überhaupt eine Geste der Anerkennung hätte völlig gereicht! Weil man nicht die Zeit hat?! Ich stand vor dem Rat wegen meiner Padawan Talery und es tut mir auch gar nicht leid, dass die hohen Herrschaften sich hierfür eher aus sonst aus ihren Betten bequemen mussten, weil ich innerhalb meiner Zwölf-Stunden-Schichten natürlich nicht konnte! Alles was sie tun hätten müssen ist ‚Ja‘ zu sagen, als ich gleiches Recht für alle verlangte, eine Meisterin zu werden wie die übrigen Teamleiterinnen! Es ist ja nicht so, als ob die Ränge Credits kosten! Und wenn sie schon ein Problem mit mir haben – das haben sie und es ist etwas Persönliches, versuch' gar nicht mich vom Gegenteil zu überzeugen – warum wurde Alvaba auch nicht befördert, nachdem man sie endlich aus dem aktiven Dienst genommen hat, kurz bevor sie sich zu Tode geheilt hatte? Diese Frau hätte es schon lange verdient gehabt, in den Rat aufgenommen zu werden. Das wäre ein Signal gewesen – eine Geste, die uns allen viel bedeutet hätte. Aber dafür gelten Heilerinnen vor dem Rat wohl zu wenig. Wir sind machtsensitive Medizindroiden, mehr nicht. Wir sind dazu da, um der Galaxis zu zeigen, dass die Jedi etwas gegen die Krise tun. Coruscant braucht ein Wunder, Eowyn! Du heilst eine Person, damit sie auf der Straße niedergeschossen oder von einem anderen Virusstamm wieder infiziert wird! Es ist keine Schande, wenn man eine verlorene Sache aufgibt!“

Das war nun so überhaupt nicht Brianna, die lieber kämpfend unterging als aufzugeben, aber sie wollte schließlich eine Rechtfertigung dafür, sich Janus anzuschließen, die nicht nach purem Egoismus klang. Vor Coruscant davongelaufen zu sein war nichts, was die Echani gerne auf sich sitzen ließ. Außerdem: der Rat hatte sie fortgeschickt nach Alderaan, als sie am Ende ihrer Kräfte war. Sie war nicht freiwillig gegangen und wäre auch lieber geblieben. Sie hatte also keine Kranken und Sterbenden im Stich gelassen sondern höchstens den Rat, und der hatte es auch nicht anders verdient. Zu einer Antwort, dass es Brianna keineswegs egal war, kam es nicht mehr, denn Keebo unterbrach die beiden und beleidigte sie dabei gehörig. Einer starken und selbstbewussten Echani vorzuschlagen, sich selbst zum reinen Sexobjekt zu reduzieren, war so ziemlich das Schlimmste, was er ihr ins Gesicht sagen konnte. Sich hochzuschlafen, dass war das Gegenteil von Anerkennung. Es war Geringschätzung nicht nur von ihr, sondern von allen Frauen. Brianna wollte sich ihre Karriere verdienen, ohne von der Gunst von Männern abhängig zu sein. Künstlich kleingehalten zu werden oder einzig als Gegenleistung für körperliche Gefälligkeiten emporgehoben zu werden war kein Unterschied. So oder so sagte es aus, dass eine Frau nur für eine Sache zu gebrauchen war – das war das Widerwärtige an patriarchalischen Kulturen, so dass die Echani heil froh war, dass sie keiner solchen entstammte. Sie wollte begehrt werden anstatt sich einem Mann andienen zu müssen und wenn sie mit einem ins Bett stieg, dann weil sie es wollte.

„Fahr' zur Hölle, Keebo!“

Brianna funkelte den Menschen wütend an. Unter anderen Umständen, auf neutralem Boden, hätte sie ihn wahrscheinlich auf der Stelle angegriffen.

„Oder noch besser, Allegious in den Allerwertesten, wenn das doch deine Erfolgstaktik ist.“

Dass Keebo sich Richtung Tür bewegte und Anstalten machte, den Raum zu verlassen, war vermutlich besser so. Anderenfalls hätte die Sache noch böse eskalieren können und der Sith hätte herausgefunden, dass Brianna weit mehr war als Janus' Schülerin. Bevor er ging, ermahnte er Eowyn, sich zu entscheiden, was ein Überlaufen anging. Die Jedi-Gefangene wies dies brüsk zurück, wobei Brianna pikiert darüber war, mit ihrem Ex-Lover in einen Topf geworfen zu werden. Dieser drohte ihr daraufhin mit dem Tod, bevor er Raveen, diesem speziellen Jünger Janus', gebot ihn zu begleiten. Mit einer Anspielung auf die unauffällig im Raum angebrachte Holocam, die Brianna trotzdem schon beim ersten Betreten des Raumes entdeckt hatte, verschwanden er und der Jünger endlich und ließ Eowyn und sie in Ruhe.

„Mein neuer Meister hat mich beauftragt, deine Wunden zu heilen,“

Erklärte Brianna und setzte sich so zu der Gefangenen, dass ihr trainierter Rücken etwaige Handgesten und Eowyns Mimik vor der Überwachung verbarg. Zunächst tat die Heilerin ein paar tiefe Atemzüge um den Ärger über Keebo, aber auch der Frau vor ihr loszuwerden. Nun konnte diese Briannas Emotionen nicht in der Macht erspüren, so dass die Mimik genügen musste und solange die Holocam nur einen silberhaarigen Hinterkopf aufzeichnete, konnte sie diese auch zeigen.


„Hey, es ist nicht so, als ob mir das Leid der Wesen auf Coruscant nicht nahegeht, aber ich musste tun, was getan werden musste,“


Rechtfertigte sich die Echani zunächst, machte dabei aber unsichtbar für die Kamera eine kreisende Fingergeste, die auf ihre Umgebung verwies. Damit versuchte sie anzudeuten, dass sie hier auf Bastion sein musste.

„Du musst verstehen, dass ich Janus schon sehr lange kenne, besser als viele Jedi, und ihn auf Alderaan wieder zu treffen, war wie ein Fingerzeig der Macht oder so. Es hat einfach Klick gemacht.“

Inzwischen konnte Brianna sich so weit die Macht versenken, diese schauerliche, verdorbene, versengende und zerstörende Macht die von diesem fürchterlichen Gebäude auszugehen schien. Sie projizierte das Bild von Ahna Rigby in Eowyns Verstand, um ihr zu verstehen zu geben, dass das ‚Klick‘, der Impuls von ihr ausgegangen war. Sie sollte sich Janus zum Schein anschließen.

„Ich meine, ich konnte die Sache zwischen dir und Ian auch nie wirklich nachvollziehen. Ich habe ihm nie vertraut.“


Dabei machte die Echani ein fragendes Gesicht. Vertraute Eowyn Ian, bzw. Keebo?


„Aber nun lass uns zur Sache kommen, bevor Janus mich vermisst. Du musst mir sagen, wo es am dringendsten ist, denn mir fällt die Machtanwendung noch sehr schwer im Sith-Tempel mit der allgegenwärtigen Aura der Dunklen Seite.“


Briannas Gesicht verriet, dass es ihr dabei schauderte. Hoffentlich gelang es Eowyn im Umkehrzug, ihr die Antworten verständlich zu machen. Die Silberhaarige musste wissen, woran sie war, vor allem im Hinblick auf Keebo, der weit davon entfernt wirkte, irgendetwas mit ihrer Mission am Hut zu haben.


Bastion, Sith-Tempel – Domäne der Oberen – Janus' Domizil, Eo's „Gästezimmer“– Jünger (NPCs) vor der Tür, Eowyn o_O und Brianna
 
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Zion ließ sich für die Antwort ein paar Sekunden Zeit. Sekunden, die ihm Ictus auch gab.

„Deine Worte sind grenzwertig, illoyal und tragen auch einen Hauch von Verrat in sich.“

Beim letzten Teil seines Satzes blickte Zion sein Gegenüber etwas belehrend an und gab einen leichten Ansatz eines Lächelns von sich.

„Meine Ziele sind nicht, sie zu stürzen oder sie zu ersetzen. Dafür bin ich, auch wenn es sehr schwerfällt, es zu sagen, zu schwach. Nein, Zion, meine Idee war eher, dass du ihr gut ins ‚Gewissen‘ redest und ihr die Dringlichkeit der Situation darstellst.“

Nun war Zion tatsächlich überrascht gewesen, damit hätte er nicht gerechnet.

„Wieso ich? Wieso nicht ihr verzogener Schüler oder Sith, die bereits länger im Zirkel sind?“

„Weil, wie ich bereits sage, sie dich zur ersten Garde auserkoren hat. Seit geraumer Zeit hat sich das Verhältnis zu ihrem Schüler, Kal’Lesu, deutlich abgekühlt. Außerdem hat er nicht die gleichen Freunde wie wir beide.“

Jetzt hörte er etwas gänzlich Neues. Dieser dreckiger Twi’lek hatte also einen Knacks in der Beziehung zu seiner Meisterin. Dies sollte sich Zion im Hinterkopf behalten, denn dieser Falsche Fünfziger hatte zu oft seinen Platz nicht gekannt.

„Und ich wiederhole mich erneut, du warst an mehr Kriegen und Schlachten beteiligt als viele andere und hast dir in denen auch einen sehr guten Namen gemacht.“

Mit nachdenklichem Gesicht hörte der Mensch dem Ikotchi gründlich zu und überlegte genau, was seine nächsten Worte sein sollten.

„Mhh, ich muss zugestehen was du sagst macht Sinn, ich werde mit ihr sprechen. Aber erwarte nicht so viel.“

Es gefiel Zion nicht sonderlich, sich mit der Zirkelmeisterin auseinander zu setzten, aber Ictus hatte Recht. Sie war zu sehr von Angst und Paranoia getrieben, dies hatte Zion bereits bei ihr persönlich miterlebt. Es könnte wirklich helfen, wenn Zion ihr Rat gab und ihr unter die Arme griff. Es war einen Versuch wert.

„Ich verstehe, mehr kann man in diesen Zeiten wohl erstmal nicht erwarten…“

Nun grinste der Ikochi erneut schelmisch.

„…ich hätte da noch etwas. Ich war auf Teyr gewesen, das war einer der wenigen anderen Aufträge, und da habe ich mit einer Kompanie der Sturmtruppen eine aufkeimende Rebellion in Pyre Folas niedergeschlagen, bevor sie den ganzen Planeten umfassen konnte. Der Gouverneur wollte eine Mahnung an alle Bewohner von Pyre Folas und Teyr senden, dass sich Aufstand nicht lohnt und nur Leid bringt. Dazu hatte er sich von einer Tat vom Sector Adjutant Prada inspirieren lassen. Das neueste Bauwerk auf dem Haupt-Boulevard war nun ein großer Kriegshammer. Der Gouverneur wollte somit die Standhaftigkeit seiner selbst und des Galaktischen Imperiums repräsentieren und den Willen der Bevölkerung zu jeglichem weiteren Aufstand zerschmettern.“

Zion atmete nun etwas stärker aus. Wieso musste diese Propagandamaschinerie unbedingt immer wieder Zion mit einbeziehen, wieso musste Prada dieses Hammerdenkmal da auf seinen Planeten positionieren? Zion wusste weshalb es gebaut wurde, er wusste nur nicht wieso gerade der Hammer. Man hätte alles nehmen können, ein Schwert, ein Schild oder einen stinknormalen Obelisken. Zion verstand dieses ausschlachten von Ereignissen nicht. Und wieso kommt dieser Gouverneur auf die Idee Pradas Denkmal zu duplizieren?

„Wirklich? Und er ist ganz allein darauf gekommen?“

Mit einem fragenden Blick schaute er auf den grinsenden Ikotchi.

„Naja vielleicht hat ihn sein militärischer Berater…“Dabei zwinkerte er „…ihm etwas eingeflüstert. Aber somit habe ich glaube auch gleich klargestellt, dass ich eine Loyalität pflege. Darth Zion.“

Ob das ein Loyalitätsbeweis war oder nicht, darüber konnte man sich streiten. Aber Zion erkannte die Reichweite dieser Tat. Denn der Kriegshammer wird immer öffters als Zeichen der Stärke und der Durchsetzung des imperialen Willens gleichgesetzt und Zion wird seit geraumer Zeit von anderen als ‚Hammer von Bastion‘ bezeichnet. Es hat den Anschein, dass der Erfolg für die Zerschlagungen der aufkeimenden Rebellionen, wie auf Dubrillion und jetzt auch auf Teyr, gleichgesetzt werden mit Zions Person. Man konnte dies im Endeffekt als Treuebeweis von Darth Ictus werten.

„Ich verstehe, Darth Ictus. Gibt es noch weitere Punkte, über die du mit mir reden wolltest?“

Mit einen leichten schütteln des Kopfes sprach der Ikotschi zu Zion.

„Nein, das war für das Erste alles.“

Mit einem nicken quittierte Zion die Antwort.

„Dann schlage ich vor, dass wir uns wieder unseren Aufgaben widmen. Es war mir wieder eine Freude dich zu wiederzusehen, bis auf baldiges.“

Zion reichte dem Waffenbruder die Hand und dieser ergriff sie. Mit einem festen Händedruck standen beiden Sith auf.

„Auf ein baldiges.“

Der Ikotchi drehte sich um und verließ ohne ein weiteres Wort die Bibliothek. Zion lies ihn ein paar Minuten Vorlauf bis er sich selbst in Bewegung setzte.


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:: Ruul; auch in dem Quartier: Nergal & Xargon Raknar ::


Die Last der Erkenntnis wog schwer auf den zierlichen Duros-Schultern von Ruul, dereinst ein schlichter, wennschon hochbegabter Mechaniker im Dienste des Ordens der Sith, heuer jedoch ein treuer, ja fast schon fanatisch loyaler Bestandteil im persönlichen Klüngel von Darth Draconis. Wo noch vor wenigen Tagen die Glückseligkeit der Unwissenheit geherrscht hatte, wo der Alltag aus generischen Bedeutungslosigkeiten bestanden hatte, da begann der Grünhäutige nun langsam ein Bild davon zu bekommen, wie genau die Macht arbeitete. Sicherlich, bis dato hatte er keine echte Lektion im Umgang mit diesem fast spirituellen Mystizismus gehabt, doch ein paar kleine Andeutungen vom großen Nergal, dem ohne Zweifel mächtigsten aller Krieger und Waffenträger im Orden, hatten ausgereicht, um den Geist des ehemals in winzig kleinen Maßstäben denkenden Technophilen zu erweitern. Im tosenden Sog unstillbarer Neugier hatte Ruul von Duro einen inneren Konflikt ausgefochten, sich seiner Sorgen und Nöte gestellt und versucht ein wenig Klarheit im Nebel der Unkonkretheit zu erlangen. Diese Form der Selbsterkenntnis war für den in früheren Zeiten als bodenständig zu bezeichnenden Jünger ein Novum gewesen. Selten einmal hatte er sich in der Vergangenheit mit dem eigenen Wertbild konfrontiert, hatte seine Handlungen hinterfragt oder sich selbst persönliche Ziele gesteckt. Bis zu diesem Zeitpunkt bevorzugte es Ruul, mit dem Strom des Zufalls zu treiben - ohne eigenes Mitwirken, getragen lediglich vom Auftrieb verleihenden Wert seiner Talente, doch niemals dem Versuch erlegen, eine eigene Richtung anzustreben oder möglicherweise gar ein Ufer zu erhaschen. Diese an Lethargie gemahnende Passivität plante der Nichtmensch nun abzulegen. Zu groß waren die Versuchungen, die im Orden der Sith besondere Formen der Allgegenwärtigkeit besaßen. Zu interessant das sich ihm darbietende Feld neuer Möglichkeiten. War er ohne den Gebrauch einer beinahe religiösen Verklärung schon in der Lage höchst nützliche Dinge zu schaffen oder in Windeseile schwere Beschädigungen an Bestehendem zu reparieren, so konnte er mit Hilfe obskurer Kräfte womöglich die Grenzen des Vorstellbaren überschreiten, ja geradezu die Ketten der kreativen Einschränkung sprengen.

Derweil Ruul überlegte, schickte er sich an, sich zu erheben. Die kleine, abseits der Haupträume gelegene Kammer, in welcher er sich befand, schien ein übermäßig meditativer Ort zu sein, hatte er doch erst dafür gesorgt, dass sich der Grünling in ein tiefgreifendes Gedankenlabyrinth begeben hatte. Mit einem Schnaufen stemmte sich der körperlich stark angeschlagene Nichtmensch hoch. Die Verletzung seiner linken Hand pochte immer noch, doch der sengende Schmerz war mittlerweile verflogen. Auch sein rasselnder Atem brachte ihm wieder mehr Sauerstoff in die leidgeprüften Lungen. Das immerhin war ein Umstand, der ihn positiv stimmte.

Dann, ohne Vorankündigung, vernahm er eine Stimme, deren Ursprung er zuordnen konnte: Thatawaya war hier! Der melodische Klang ihrer Stimme, das Rascheln ihres Federkleids, der unverkennbare ornitholeske Gang .. all das sprach für die erst unlängst aus den Folterkammern des Abtrünnigen Errettete. Die aufmerksame Kreatur erkundigte sich direkt nach Ruuls Befinden. Ihre Stimme sprach von ernstgemeinter Besorgnis, keine Spur von Spott oder Hohn schwang mit. Das hätte der Duros, zumal sehr erfahren im Vernehmen solcher Handlungsweise, rasch heraushören können. Die exotisch anmutende Wesenheit agierte ehrlich.

>>Ah, GeschöpfThatawaya, sei mir gegrüßt! Nun .. mhhh ... ich versichere Dir, dass es mir schon schlechter ging.<<, begann der grünhäutige Duros. Er selbst sah sich erschöpft angesichts seiner durchaus selbstsicheren Aussage. Normalerweise bestach er nun dann durch Selbstüberzeugung, wenn er über sein persönliches Fachgebiet, technologische Verarbeitung, dozierte. In allen anderen Bereichen, vor allem in denen sozialer Interaktion, war er leidlich ungeschickt. Sicherlich, so gestand er sich ein, im Zuge seines Schaffens als Leiter zweier Operationen für den Erhabenen, Darth Draconis, hatte er sich einen gewissen gebieterischen Ton zugestanden. Doch nun, an diesem Ort, verkörperte er nicht den fleischgewordenen Willen seines Herrn. Hier und jetzt war er Ruul, Jünger des Ordens, vom Schicksal der Galaxie verhöhnter, körperlich versehrter Unbedeutender. Und dennoch, die Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit hatten ihre Spuren hinterlassen. Auch in seiner Entwicklung.

>>Wie komme ich zur Ehre Deines Besuches? Ist Lord Nergal bereits fertig mit seiner Untersuchung? Habe ich viel verpasst?<<, sprudelte es aus ihm heraus. Oh nein, hatte er etwa mehrere Stunden in dieser Kammer zugebracht? Was nur der mächtige Vertraute seines Herrn, der Titanenhafte, wohl denken musste? Welch peinliche Zurschaustellung von Fehler- und Lasterhaftigkeit. Wäre er dazu in der Lage gewesen, seine Wagen wären vor Scham errötet. Doch aufgrund seiner Physiognomie war er dazu außerstande.

Er richtete sich zur Gänze auf, raffte seine schwer zerschlissene Robe der Jünger, kontrollierte das Vorhandensein von Werkzeugen aller Art - unterhalb der Ordenstracht - und stellte mit Bedauern fest, dass sich seine Bacta-Manschette komplett gelöst hatte. Ja mehr noch, sie hatte offenbar ihren Dienst getan und war nicht länger zu gebrauchen. Doch ein Blick auf das Fleisch unter den Bandagen sprach eine grässliche Sprache: Nekrotisches Gewebe durchzog seinen Arm, schwärend trat Wundflüssigkeit an offenliegendem Gewebe hervor. Der Duros musste kurz würgen und stand kurz davor sich zu übergeben. Doch die Anwesenheit der Vogelkreatur zwang ihn dazu, seine Form zu wahren. Er durfte sich hier nicht derartig entblößen. Schnell wickelte er den Wundverband wieder über die tagealte Wunde, welche ihm ein wandelnder Leichnam in den Katakomben geschlagen hatte. Er musste rasch wieder zum medizinischen Personal seines Herrn. Allein schon aus Gründen der Hygiene und der Sicherheit. Es galt sich nun sofort abzulenken!

>>Hat man sich Deiner gut angenommen? Bist Du versorgt worden?<<, wollte der Nichtmensch nun wissen. Einerseits um ein Gespräch zu erzwingen, andererseits aber aus ernstgemeintem Interesse. Ihm lag an dem scheusalhaften Geschöpf. Es interessierte ihn auf eine geradezu schmerzhafte, wie erkenntnisfordernde Art und Weise.

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Nachdem sie ihn angesprochen hatte, sah der Grüne sie an und sein Blick verriet Müdigkeit. Trotzdem versicherte er ihr, dass er schonmal schlimmer dran war.

„Du siehst trotzdem ganzschön erledigt aus.“


Sie selbst hatte da natürlich gut reden mit ihren angesengten Federn und ihrer karikaturhaften Silhouette. Aber es war nach der Mahlzeit und nachdem sie sich dem Treffen mit Darth Draconis gestellt hatte, nicht mehr akut. Ruul erfragte dann den Grund ihres Besuchs und sie klapperte leise mit den Schnabel.

„Ich glaube nicht, dass du was verpasst hast. Ich soll Lord Nergal die Botschaft überbringen, dass Darth Draconis wieder genesen ist.Doch er sieht grad so beschäftigt aus, dass ich nicht stören will. Aber ich hab mir überlegt...vielleicht gibts hier irgendein Hinweis darauf, warum Er mich festgehalten hat. Und vielleicht auch eine Antwort auf die Frage, woher ich komme. Also hab ich angefangen mich umzusehen, und dabei hab ich dich entdeckt. Du sahst fast so aus, als könntest du Hilfe gebrauchen.“

Sie sah sich noch einmal in dem stickigen Raum um und schüttelte sich. Nein. Hier fühlte sie sich wirklich nicht wohl. Zum Glück lenkte sie Ruul noch einmal ab indem er fragte, ob sie versorgt worden war. Sie wies mit dem Schnabel auf ihre Verletzungen.

„Das da funktioniert ganz gut, aber ich bin froh um die Tablette, die Lyra mir gegeben hat. Ich glaub, ohne die würd ich ganz schön straucheln. Und ich konnte mich bei Darth Draconis bedanken. Damit hätte ich das Wichtigste jetzt erledigt. Er… ich weiss nicht. Auf der einen Seite hatte ich Angst vor ihm. Auf der anderen Seite war er irgendwie freundlich und hat mir sogar seine Hilfe angeboten. Er meinte, er hilft mir meine Erinnerungen zurück zu bekommen. Allerdings hab ich nicht das Gefühl, dass das eine gute Idee ist. Ich glaub, das würde mehr schaden als nutzen.“

Irgendwas wollte Er von ihr und hatte es vielleicht sogar bekommen. Und nachdem sie das Labor neben ihrem Gefängnis gesehen hatte, wollte sie eigentlich garnicht so genau wissen, was er mit ihr angestellt hatte. Nicht, wenn es noch andere Wege gab, ihr Ziel zu erreichen.

„Nach was suchst du denn hier?“

fragte sie und ging ein paar Schritte tiefer in den Raum rein , doch die Luft schien noch dicker zu werden.

„Irgendwas ist komisch hier. Ich würd am liebsten ein Fenster einschlagen um Luft rein zu lassen. Aber die Lüftung läuft und ich spüre auch , wie sich die Luft bewegt. Was ist das?“

Vielleicht merkte Ruul das auch und sah darum so schlecht aus. Und sie konnte ihn immer besser verstehen, je länger sie sich hier aufhielt.

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Kate erkannte die unterschwellige Rüge ihres Sith-Meisters. Einen perfekten Plan gibt es nicht. Es gibt nur ausreichende Pläne. Die Krath schlug die Augen nieder und neigte leicht den Kopf, um seine Worte gehorsam entgegen zu nehmen. Er hielt seine Schüler niedrig, um selbst über sie hinauszuragen. Er war vielleicht keiner dieser brutalen Executoren, wie man sie sich vorstellte: Groß, stark, mächtig und in jedem Fall eine Autorität, eine Erscheinung, der man nicht wiedersprechen wollte. Nein, das war er tatsächlich nicht. Trotzdem wusste er, wie man die Leute an der kurzen Leine hielt. Trotzdem wusste er, wie er sich selbst über andere erheben konnte. Genau deshalb wusste er, dass auch sie gehorchen würde, bis sie in den Stand einer richtigen Sith erhoben wurde. Zur Zeit war sie einzig und allein ihres Namens Willen und wahrscheinlich noch mehr der Krath und damit der zukünftigen Imperatrix Willen in einer etwas besseren Position als jeder andere Sith-Schüler und Kate war über Wochen eingebläut worden, was ihre Aufgabe war. Sie musste gehorchen, um ihrem Ziel näher zu kommen. Sie sollte im Rang aufsteigen, sollte sich einen Namen machen, sollte den Krath Ehre bringen, wenn es erst einmal Zeit dafür war...

Doch bis dahin war sie die Untergebene des Grafen. Sie arbeitete für ihn, bemühte sich um seine Gunst, hörte auf sein Wort und folgte seinen Anweisungen. Nachdem sie ihm berichtet hatte, kehrte Schweigen ein. Kate wartete ab. Sie konnte nicht einschätzen, was in seinem Kopf vorging, auch wenn sie Dank ihrer Fähigkeiten herausfinden hätte können, welche Gedanken ihn beschäftigten, so wagte sie es doch nicht, ihre Fühler auszustrecken. Es war eine Sache von Respekt und angebrachter Zurückhaltung, dass sie einfach nur abwartete, bis er selbst das Wort wieder ergriff.
Sie hatte offensichtlich die richtigen Worte gefunden, um die nötigen Hebel in Bewegung zu setzen und damit seine Überlegungen in die richtige Richtung gelenkt. Er verstand, worauf sie hinaus wollte. „Er scheint in der Tat etwas Besonderes zu sein." Kate hob den Blick, begegnete Janus'. "Vielleicht lediglich mit besonders viel Glück gesegnet, aber das denke ich nicht." Das klang jedenfalls positiv. Gut für den Bounty. Vielleicht konnte Kate dafür sorgen, dass man ihn testete. Konnte sie dafür sorgen? Sie wusste ehrlich gesagt nicht, wie das im Sith-Orden ablief. "Brianna zu entkommen spricht für eine gewisse Begabung, ein Talent, was man sich zunutze machen könnte. Und da Ihr die Gelegenheit, ihn auf Alderaan zu liquidieren, nicht genutzt habt..." Eine weitere Rüge war in ihre Richtung geschickt worden. Kate straffte die Schultern. Sie stand zu ihrer Entscheidung, auch wenn sie in den Augen des Grafen vielleicht falsch gewesen war. Die Talusianerin war noch nie dafür bekannt gewesen, den Kopf einzustecken. Im Gegenteil. Sie stand für echte Fehler ein und zeigte auch offen, wenn sie glaubte, keinen gemacht zu haben. Diesmal war sie sich bei Letzterem ziemlich sicher. Jonah hätte nichts anderes verdient. Aus dem Weg geschafft zu werden für solch gut geleistete Arbeit... Für Brianna konnte er nichts. Niemand hatte mit dieser Komponente gerechnet. Niemand hatte mit IHR gerechnet. Selbst Janus nicht.

Janus machte ihr schließlich verständlich, dass sie für den Söldner verantwortlich war. Sie würde für ihn bürgen, sollte er etwas anstellen. Es würde ihre Aufgabe sein, ihn loszuwerden, sollte er doch zu einer Belastung werden. Ein Nicken ihrerseits bestätigte, verstanden zu haben.
Dann wandte der Graf sich anderen Fragen zu, in die er seine Schülerin ebenfalls miteinbezog. Es ging um die aktuelle Situation, ihre Mitschülerinnen, Keebo und dessen Ankunft mit der gefangenen Jedi. Sturn fragte nach Kates Einschätzung, nach ihrer Meinung und die ehemalige Jedi lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.

"Es ist ein interessanter Zufall, dass wir nun zwei Jedi in unseren Reihen haben."

, antwortete Kate ehrlich. Sie spielte nicht nur auf die Gefangene, sondern auch auf Brianna an. Die BSlerin in ihr traute der weißen Frau nicht.

"Vor wenigen Tagen noch, stand Ritterin Kae auf der gegnerischen Seite."

, sinnierte sie laut vor sich hin.

"Scheint gerade so, als hätte ich Eure Überzeugungskraft unterschätzt, Graf Sturn. Allerdings schien sie an der großen Tafel schon nicht wie eine richtige Jedi. Ihr fehlt es an Zurückhaltung. Sie ist viel zu aufbrausend für eine Ritterin."

Kate hob eine Augenbraue:

"Und verzeiht, wenn ich zu direkt bin, aber sich eine tickende Zeitbombe zu nahe zu halten, klingt mir nach keinem guten Ende."

Über Jarael hatte Kate wenig bis gar nichts zu sagen. Sie waren sich beide darüber einig, dass sie erst einmal nichts über die wahren Begebenheiten auf Alderaan erfahren sollte. Darüber musste man gar nicht diskutieren. Die Ankunft von Keebo war jedoch eine Sache, der die Krath mehr Interesse zusprach.

"Ich kenne weder Keebo, noch seine Gefangene, aber findet Ihr es nicht seltsam, dass eine Rätin sich so einfach gefangen nehmen lässt? Wer ist er? Was kann er? Spricht es für ihn, eine Feindin ausgerechnet hierher zu bringen?"



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>>Wie überaus zuvorkommend das festzustellen, fedriges Geschöpf.<<, begann der Duros seine Antwort. Dass er offenkundig auch in der äußeren Erscheinung ähnlich ausgezehrt wirkte, wie er es mental war, überraschte den Jünger nicht. Die letzten Tage mussten schlicht ihre Spuren hinterlassen haben. Narben trug man schließlich nicht nur am Leib, konnte doch auch die Seele Schaden nehmen. Und seine hatte beinahe Schiffbruch erlitten. Auch sein Gegenüber, das von ihm im geheimen Trakt des Malevolos gefundene Wesen, machte einen geschundenen Eindruck. Blessierte Gestalten schienen dem Grünhäutigen mittlerweile ein Merkmal des Sith-Ordens zu sein. Kurz musste er an den vielfach verheerten Körper des riesenhaften Nergal denken, der - obschon eine physische Sturmgewalt und im Zweikampf sicher unschlagbar - seine eigene Leidensgeschichte zu erzählen vermochte. Das war offenkundig die Schattenseite des Daseins als Anwender mystischer Kräfte: Man zog Unglück, Schmerz und Vergehen an. Und, Ruul wollte diesen Gedanken in seinem philosophischen Anflug bis zum Ende denken, auch erweckte es den Eindruck, als dass ein größeres Verständnis dieser sagenumwobenen Kräfte zudem mit einer gesteigerten Vergänglichkeit einher ging. Je mehr sich derjenige auf die die Finsternis stützte, desto mehr labte sich eben jene Dunkelheit an Fleisch und Seele. Ein solches Theorem stand in wunderbarer Eintracht mit seinen eigenen Erfahrungen, die er in den Katakomben gemacht hatte. Dort, sinnbildlich im Auge des Sturms sinistrer Kräfte, war der Verfall allgegenwärtig. Und zeitgleich eben auch ein Fokuspunkt dieser als 'Macht' bezeichneten kosmischen Kraft.

>>Hmmmmmmmmhhh.<<, entfuhr es dem Grünhäutigen, teils aus Lautmalung seiner Überlegungen, teils auch aus Gründen einer Antwort gegenüber der Gefiederten. Diese brachte nämlich die frohe Kunde über die Gesundwerdung des Herrn. Ruul, über alle Maßen erfreut ob dieser Neuigkeit, kam nicht umhin die Heilkräfte des Erhabenen zu bewundern. Er selbst laborierte noch immer an den Auswirkungen der alten Wunden, derweil der Großmächtige bereits wieder vollends in Saft und Kraft stand. Dies musste auch mit dessen starker Verbindung zu der Macht in Zusammenhang stehen. Anders konnte er sich eine so eilige Regeneration gar nicht erklären. Zumindest nicht nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Sicherlich, Ruul war kein ausgewiesener Mediziner und seine Kenntnisse über die Genesungsprozesse der Menschen waren auch nicht übermäßig ausgeprägt, aber ein grundlegendes Verständnis von zellurarem Wiederaufbau war ihm zueigen. Organisches heilte nach einem recht klar definierbarem Muster. Und in Mustern konnte Ruul ganz hervorragend denken.

Der Hinweis vom Geschöpf bezüglich des Umstands, dass der Titanenhafte be- und geschäftigt wirkte, ließ den Duros aufhorchen. Hatte dieser stählerne Gigant nicht ein konkretes Anliegen genannt? War man nicht hier um weitere Beweise über die schurkischen Machenschaften des Abtrünningen, Malevolos mit Namen, zu finden? War der in Eisen gekleidete Hüne damit beschäftigt? Oder hatte er ganz andere Dinge entdeckt? Das sollte man wohl klarstellen.

Innerlich zuckte der Grünling zusammen, als die von ihm Errettete, Thatawaya, beschied, dass er selbst hilfebedürftig ausgesehen hatte. Welch infame Unterstellung! Er, Ruul, mochte zwar vom Schicksal verfolgt sein, von der Galaxie verflucht und oftmals verraten, belogen und hintergangen .. aber Hilfe hatte er nicht nötig! Gut, zugegeben, die Herrin der Lügen, Lyra, hatte ihn vor den rasenden Klauen des Federtiers gerettet, als selbige im Grünhäutigen wohl einen ihrer Peiniger gesehen hatte. Diese Rettungstat mochte man als Hilfe bezeichnen, wennschon er selbst das niemals getan hätte! Es war ... ein kameradschaftlicher Akt der ... puren ... zielgerichteten ... ihm fiel kein passendes Wort ein. Aber HILFE war es nicht gewesen!

Dass die Gefiederte sich nun thematisch auf den Herrn stürzte, war dem Duros mehr als Recht. Es brachte ihn selbst auf andere Gedanken, weg von seiner eher dürftigen Befähigung selbst auf sich Acht geben zu können und auf das seltsame Band mit dem Findelkind, welches ihn weiterhin unterschwellig plagte. Noch hatte er Lyra für ihren Verrat nicht verziehen! In seinen Eingeweiden gärte eine stumme, aber dennoch präsente Wut auf die junge Menschenfrau mit dem Sullustaner-Gesicht. Nachsicht und Verständnis waren nicht gerade seine Stärken.

>>Der Erhabene ist gütig, weise und machtvoll, Geschöpf. Aber seine Bereitschaft Dir zu helfen solltest Du nicht mit Freundlichkeit gleichsetzen. Unser Meister ist ein grimmer Künstler schwarzer Kräfte! Er sieht möglicherweise einen Nutzen in Deinen Fähigkeiten, musst Dich also stets beweisen und ihm zu Diensten sein. Seine Gunst erlangt man nicht leicht und sie zu verlieren ... ist keine erstrebenswerte Option!<<, warnte der Duros in einer Mischung aus prophetischer Kryptik und bedingungsloser Treue. Er wusste um seine Abhängigkeit vom großen Darth Draconis und dessen Wohlwollen. Ohne den mächtigen Sith war ein bedeutungsloser Wurm im Orden und sein Dahinscheiden mochte von einer Laune eines Einflussreicheren abhängen. Natürlich kannte er die Order, dass grundloses Töten im Ordensgebäude untersagt war ... aber Unfälle ließen sich bekanntermaßen recht einfach inszenieren.

>>Wollte den Titanen unterstützen. Wollte ihm andienlich sein. Fand dann diesen Raum ... und hier ... überkam mich Schauder, Beben, Erschütterung des Verstandes. Es ist mehr hier als nur eine Bewegung der Luft, GeschöpfThatawaya. Es ist ein unstetes Wabern, ein Sirren wie bei einer Membran. Ist unheimlich hier ... hmmm hmmmmmhhhmm. Soviel ist klar.<<, begann Ruul zu erläutern. Selbstverständlich konnte er dieser fast noch fremden Wesenheit nicht seine sensiblen Erlebnisse und Erfahrungen preisgeben, andererseits musste er sie davon abhalten, als zu lang in dieser Kammer zu verweilen. Dies hier war ein Ort der Macht, eine Quelle der Mächtigen und keineswegs für unbedarfte Jünger geeignet. Vielleicht hatte ihn sein fragmentierter Geist ihn vor Wahnsinn und Tollheit bewahrt .. oder aber diese Kammer hatte Unbekanntes freigesetzt. Ruul war sich noch nicht im Klaren darüber, welche Auswirkungen sein Aufenthalt in diesen Räumlichkeiten wirklich hatte. Doch sein durchaus existenter Beschützerinstinkt wurde ob der Anwesenheit Thatawayas geweckt.

>>Sollten diesen Raum verlassen, ist nicht gut für uns. Lieber gehen wir wieder zum Giganten und sehen, ob wir ihm zur Hand gehen können. So wurde es verfügt, so gefällt's unserem Herrn.<<, säuselte der Duros und schob das Wesen im Federkleid vor sich her. Kaum dass er seine Linke belastete, durchfuhr ein Zucken seinen Arm. Er biss sich auf die Unterlippe und versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

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Bastion - Sith-Tempel – Domäne der Oberen – Janus' Domizil, Eos flauschiges Plätzchen – mit Raveen (NPCs), Keebo und Brianna

Die Lehre der Jedi, ihre Philosophie, ihr Kodex. Beinahe von Anfang an hatte Keebo mit Verachtung darauf gesehen, denn die hatten bloß Worthülsen genutzt. Wort an Wort gereiht, in dem Versuch ihre über alles erhabene Arroganz so gut es ging zu verbergen. Heilsbringer. Friedensstifter. Lügner! Was Ian längst als imperiale Indoktrination erkannt hatte, kehrte nun zurück in Keebos Geist. Jedi waren dogmatisch Sie verurteilten die Sith, behaupteten sie handelten in Extremen, doch was war Dogmatismus? Starren Anschauungen zu frönen, die nicht erlaubten aus einem anderen Blickwinkel gesehen zu werden aber anderen Extreme vorzuwerfen war Heuchelei. So wie es Heuchelei war, eine Waffe zu lieben, aber von sich zu behaupten, den Frieden zu hüten. Ian wusste, dass diese Ansicht extrem war, so wie Ian auch wusste, dass der Kodex der Sith um keinen Deut besser war. Keebo aber hielt an dem Wesentlichen fest. Macht und Stärke um sich von Ketten zu befreien. Egal welche Aufschrift die Ketten besaßen – Schuld, Angst, Ohnmacht – die Last war so bekannt, so erdrückend, dass es unmöglich war, zwischen Ian und Keebo zu unterscheiden. Weder dem einen, noch dem anderen war es bisher gelungen sich zu befreien.
El’mireth blieb bei ihrer starren Meinung. Für sie machte es einen Unterschied ob der Rat ihm vertraut hatte oder nicht – Keebo schmunzelte bloß. Ein Mitglied des Rates hatte ihm vertraut und das war völlig ausreichend gewesen. Doch wer, der nur in starren Mustern sehen konnte, war bereit das zuzugeben? El’mireth sah schließlich ein naiv gewesen zu sein. Gewesen zu sein. Erneut lachte Keebo auf. „
Was setzen wir denn aufs Spiel, Eowyn? Einen Vertrag, an den ihr ohnehin nie geglaubt, den ihr aber trotzdem unterschrieben habt, um euch einmal mehr als glorreiche Helden darzustellen? Bald wird von deinem jämmerlichen Orden ohnehin nicht mehr viel übrig sein und glaube mir, ich bin kein Narr gewesen und bin alle Eventualitäten durchgegangen um einen Verdacht so lange wie möglich hinauszuzögern.“ Von abstürzenden Schiffen vermochte El’mireth doch ein Lied zu singen, oder nicht? Ihr Kom befand sich in Keebos Besitz. Wie naiv von ihr zu glauben, er hätte nichts in der Hinterhand.

Er
würde sie noch einmal verführen, so sehr sie sich dagegen jetzt auch noch zu wehren suchte. Ihr leises hohles nein, die kräftigere Erwiderung, Darth Keebo lächelte darüber hinweg. „Wir werden sehen.“ Was Keebo, nein, was vor allem Ian noch sah, war etwas völlig anderes. Brianna war eine Gefahr und Ian nahm der Frau nicht ab, dass sie groß schauspielte. Diese Impertinenz, die sie an den Tag legte – Ian glaubte nicht daran, dass sie aufgesetzt war. Er hatte ihr Interview im Holonet gesehen und Ian kannte diesen Wesenszug von den Sith. Ja, mehr noch, in Teilen erkannte er ihn an sich selbst. Briannes Streben nach Anerkennung war das, was eins Ians Streben nach Liebe gewesen war. Jeder jämmerliche Versuch die Gunst seiner Eltern zu gelangen. Ian hatte ein geliebtes Kind sein wollen, ein geliebter Mensch. Jemand von Bedeutung und Brianna? Ihr Streben nach Anerkennung war nichts weiter als Egoismus, schlimmer noch, da lag so viel Egozentrik in ihren Worten, so viel Egozentrik in ihrem Wesen, dass Keebo Mühe hatte ihr keinen angewiderten Blick zuzuwerfen, als sie ihre vorwurfsvolle Triade begann. Eine zwölf Stunden Schicht also. Was hatte sie in den anderen zwölf getan? Sich im Spiegel betrachtet und beweint, weil niemand außer ihr erkannte, dass sie eine Beförderung verdiente? Diese Frau war es kaum wert, ihr weiter zuzuhören, denn obgleich ihr Potenzial in der Macht vielleicht beeindruckend hätte sein können – sie verschwendete es, ohne es zu bemerken. Wer sich selbst nur rühmte, wer so viel Egozentrik an den Tag legte, war am Ende zum Scheitern verurteilt. Ihre selbstauferlegte Kette würde sie zerstören, lange bevor sie mächtig genug war, sich davon befreien zu können. Eine blinde Sith mehr, der ihre Charakterschwäche zum Verhängnis werden würde und so kam es, dass dieses Intermezzo zwischen El’mireth und Kae den hochgewachsenen Sith anödete. Zeitverschwendung dem weiteren Verlauf des Gesprächs zu folgen und so wandte Keebo sich zur Tür, nicht, ohne sich noch einmal zu El’mireth herumzudrehen, die glaubte, für immer eine Jedi zu bleiben. Die Brauen in die Höhe gezogen sah er sie einen Augenaufschlag an, die Stimme kalt, bar jeder Emotion. "Dann, Eowyn, bist du bald nicht mehr am Leben und wie schade es sein wird, dass du dabei nicht einmal mehr in die Macht eingehen kannst. Was für ein tragisches Ende für eine El'mireth." Auch für Brianna hatte er noch einen kleinen Rat und natürlich missfiel er ihr und sie brauste erneut auf, was Keebo sie auslachen ließ.
„Dieser Platz ist bereits für dich reserviert, Brianna, antwortete er ihr amüsiert um Blick und Stimme danach eisig werden zu lassen. „Bis dahin lege ich dir nahe, möglichst schnell zu lernen, erst zu denken und dann zu reden.“ Keebo sah nicht zu dem massiven Schrank in dessen Tür sich, kaum das er geendet hatte, geräuschvoll eine große Delle bildete. Das würde die letzte Warnung sein.

"Jetzt, Raveen, folge mir“, wandte er sich an den anderen Sith. „Unsere beiden ungleichen Schwestern brauchen sicher ein kleines Zwiegespräch, bei dem wir sie nicht stören wollen." Ein undefinierbarer Blick zu den beiden Frauen. "Der Orden kennt keine Geheimnisse." Dann verließen Keebo und Raveen den Raum. Letzterer blieb, nach Anweisung des anderen davor stehen, um, für einen eventuellen Notfall eingreifen zu können. Ein Notfall, der natürlich nicht auftreten würde.
Keebo selbst hatte einen anderen Plan, bevor er sich der Feierlichkeit Janus anschließen würde. Er benötigte ein neues Quartier und es stand außer Frage, dass er sich eines suchen musste, das so gelegenen war, dass er möglichst nahe an El’mireth war. Kurze Wege waren wichtig. Lange dauerte es nicht, bis Keebo ein Quartier auserkoren hatte, das seinen Zwecken dienlich war. Weder durfte es zu nahe, noch zu weit weg von El’mireth sein. Unter keinen Umständen durfte Keebo einen Verdacht erwecken. Überhaupt musste er sich einen Überblick verschaffen, die Monate seiner Abwesenheit würden viel geändert haben.


Bastion - Sith-Tempel – in einem schnieken, gut gelegenen Quartier - Keebo
 
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