Coruscant

Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, Fabienne, Aleron, Murrrarchesch und Z5

Aleron nahm sich Zeit, wirkte aber äußerlich ruhig. Er stand da, mit geschlossenen Augen, und Murrrar blickte bewusst nicht dauerhaft zu ihm. Manche konnten es spüren, wenn sie beobachtet wurden; und das wäre aktuell nicht hilfreich. Schließlich aber schien der Padawan eine Antwort gefunden zu haben.
Der Rat hörte genau zu und folgte seinen Ausführungen. Eine interessante Information, die der Morellianer da über seine Spezies erzählte, und auch, wenn es anscheinend kompliziert war, es zu erläutern, Murrrar hatte durchaus das Gefühl, zu verstehen, was Aleron meinte. Dies war also die Stärke, die er anführte, doch ganz zufrieden war Murrrar mit dieser Antwort nicht. Sicher, es war eine gute Antwort und auch eine wirklich gute Eigenschaft; eine, die in den meisten Fällen sicher weiterhelfen würde, vielleicht sogar Leben retten konnte. Doch wenn er es richtig verstanden hatte, so war diese Stärke allen Morellianern zu eigen, so, wie alle Wookiees überdurchschnittlich groß waren. Es war keine Stärke, die Aleron selbst betraf, etwas, das ihn persönlich ausmachte. Nun war seine Frage nicht so akkurat formuliert gewesen, dessen war der Jedi-Rat sich bewusst, aber ihm fehlte das Persönliche, welches er während des gesamten Gespräches kaum zu fassen bekam. Der Padawan schien ein sehr guter Kandidat für einen Jedi zu sein, doch blieb er immer an der Oberfläche, drang nie wirklich tiefer ein. Es konnte durchaus der Prüfungssituation zu Lasten gelegt werden, und wieder bedauerte Murrrar sehr, dass Tara nicht anwesend war. Fabienne zu befragen war natürlich ausgeschlossen.

Und vielleicht würde im nächsten Punkt mehr zu Tage treten... Doch die nächste Antwort überraschte Murrrar in der Tat. Er legte den Kopf ein wenig schief und dachte darüber nach, was Aleron sagte, und auch darüber, ob seine Ausbildung in puncto Lehren und Ansichten des Ordens vielleicht zu kurz gekommen war. Wenn dem so war, so würde er diesen Teil definitiv nachholen müssen. Denn was er sagte, war für Murrrar teils nicht verständlich. Weshalb dachte Aleron, der Orden würde Leid und Unrecht zulassen, um einem großen Ganzen zu nutzen? Dies würde dem Sinn des Ordens zuwieder laufen. Im Prinzip existierter dieser schließlich hauptsächlich deshalb, um den Frieden zu sichern, und damit Leid und Unrecht möglichst zu verhindern. Was sollte das große Ganze, das Ziel, ansonsten sein? Natürlich hatte Aleron recht, dass auch im Orden die Zukunft beobachtet wurde; gerade die Visionäre waren durchaus gefragte Jedi - doch man verließ sich nicht hundertprozentig auf sie, niemals. Ahna mit ihrer weit entwickelten Bruchpunkttechnik würde ein herber Verlust in Zukunft sein, ja, doch auch hier - man hatte ihr vertraut, weil man sie gewertschätzt hatte und ihre Schlussfolgerungen logisch und nachvollziehbar waren, nicht zwingend, weil der Rat glaubte, sie läge immer richtig.


[Ich weiß nicht, was Meisterin Li mit Euch über die Wege und Ansichten des Ordens besprochen hat, doch Ihr seid nicht sonderlich weit entfernt von der Realität dessen, wie hier gelebt wird. Der Rat lässt kein Leid zu, um einem theoretischen Konstukt zu dienen; nicht, seitdem ich dem Orden beigetreten bin zumindest. Es mag philosophische Debatten geben, das ist richtig, doch letzten Endes resultiert das Handeln des Ordens immer aus der Praxis. Wir handeln, wann immer es notwendig und möglich ist. Niemand weiß, was die Zukunft bringt, auch nicht unsere besten Visionäre. Wenn dies so wäre, so wären wir aktuell nicht in dieser politischen Situation.]

Alleine dies sollte deutlich machen, dass der Rat mitnichten alles vorhersagen konnte. Und wenn dies nicht möglich war, musste man immer nach dem handeln, was einem selbst richtig vorkam. Das war häufig ein Problem, da der Rat sich nicht immer einig war; das beste Beispiel war die aktuelle Situation und all ihre kleinen Unterpunkte. Aber trotzdem - sie alle taten, was sie konnten, und niemand im Rat würde jemals Leid zulassen, wenn es verhinderbar war. Letzteres war meist eben nur leider der problematische Punkt. Nicht immer waren die Ressourcen vorhanden, das Personal oder die korrekte politische Lage. Manchmal musste man abwägen, und das war es, was Murrrar und eigentlich dem gesamten Rat besonders schwert fiel. Aber sie hatten keine andere Wahl.

[Vielleicht möchtet Ihr Euch in Euren kommenden Studien noch ein wenig damit beschäftigen. Ich bin mir sicher, dass es auch eine Menge Jedi gibt, die sich gerne mit Euch darüber austauschen, egal ob praktisch oder auf theoretischer Ebene. Besonders unsere Bibliothekarinnen und Bibliothekare scheinen dafür ein Faible zu haben...]

Eine Schwäche, die keine war - ein interessantes Resultat, aber Aleron hatte im besten Wissen gesprochen, daher war ihm hier kein direkter Vorwurf zu machen. Es wurde außerdem ohnehin langsam Zeit, in die praktische Richtung zu gehen. Murrrar ging davon aus, dass seine körperlichen Fähigkeiten auf Grund seiner Vergangenheit ohnehin gut ausgebildet waren; sein Plan war es, sich mehr auf die geistigen Dinge zu konzentrieren.

[Ich würde gerne zum nächsten Punkt übergehen. Wir befinden uns in der Ratsebene – das bedeutet, hier ist es verhältnismäßig ruhig. Könnt Ihr mir sagen, wie viele Personen Ihr hier in der Nähe spürt? Und, falls sie nicht abgeschirmt sind, auch, was Ihr von ihnen auffangt – natürlich bitte absolut ohne in ihre Privatsphäre einzudringen, nur das, was sie 'herausschreien'.]

Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, Fabienne, Aleron, Murrrarchesch und Z5
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - Normalstation - Eowyns Zimmer, mit Ian

Ian war nicht ganz einverstanden mit dem, was sie sagte, aber er formulierte es vorsichtig und Eowyn dachte nicht einmal daran, darüber zu diskutieren. Wenn er meinte, dass sie ein Anrecht hatte, dann war es eben so. Vielleicht half es ihm ja auch, dann spielte alles andere ja keine Rolle. Okay, erwiderte sie leise und nickte. Sie war noch immer die Frau, die er liebte... auch, wenn diese Aussage eher beiläufig fiel, es tat seltsam gut, es wieder zu hören. Auch, wenn sie eine andere Person war, auch, wenn sich seine Gefühle vielleicht irgendwann deshalb ändern würden... aktuell war es so, und daran würde sie sich halten. Wahrscheinlich war es wichtig, sich solche Anker zu schaffen...

Er wechselte das Thema und brachte sich selbst ins Spiel. Natürlich war es einerseits logisch, dass er als Heiler das Zepter in die Hand nahm und sich selbst um ihre Genesung kümmerte, aber... aber. Es war eine Nähe, die sie länger nicht mehr geteilt hatten, und vor allem stand seine eigene Gesundheit auf dem Spiel. Ian war dem Tod mehrmals so nahe gewesen, dass es eigentlich ein Wunder war, dass er noch hier saß und mit ihr sprach. Dieses Risiko eingehen, nur, damit sie wieder laufen konnte? War es das wert? Denn würde er sich zurückhalten können, wenn er sah, dass er etwas ausrichten konnte? Sicher, das wäre nicht ihre Entscheidung. Aber würde sie damit leben können? Auch das... es würde kommen, wie es kam. Und wenn er wollte? Dann lag es an ihm, nicht an ihr.

Wie du möchtest. Die Heiler haben schon viel versucht, aber du bist vielleicht erfahrener. Und fähiger, denn Ian war durchaus äußerst begabt, was seine Heilfähigkeiten anging. Er und Chesara waren immerhin zu Beginn die einzigen gewesen, die es geschafft hatten, das C-Virus zu heilen.

Schlussendlich sprach auch Ian das Thema Bastion an – andersherum, und Eowyn konnte nicht verhindern, dass sie bei seiner ersten Frage zurückzuckte und ihn erschrocken ansah. NEIN. Sie wollte nicht reden, nicht heute, nicht morgen, rein gar nicht, niemals, vor allem nicht mit ihm... Ja, sie würde reden
müssen, das wusste sie, deshalb hatte sie auch um professionelle Vermittlung gebeten, aber mit Ian? Ihr Kiefer spannte sich an, besonders als sie daran dachte, wie er das ganze sah. Er glaubte, dass sie ein gewisses Recht darauf hatte, davon zu erfahren, war er dann nicht auch der Meinung, es sei umgekehrt genauso? Er wollte es wissen. Er wollte etwas tun. Er wollte, dass sie auf ihn zukam, dass sie sich öffnete, aber... wie sollte sie das? Wie sollte sie dem Mann, der sie liebte, sagen, was alles geschehen war? Wie sollte das gehen? Vielleicht morgen... Oder übermorgen. Und vielleicht musste sie es einfach tun. Sich abgrenzen und reden. Sie war doch ganz gut darin mittlerweile... Viel anders würde sie es bei einer Therapeutin schließlich wahrscheinlich auch nicht tun. Es war sein Wunsch, also... Sie atmete durch, ließ los und schlug die Augen nieder. Okay. Okay, aber... nicht jetzt. Nicht heute. Nicht vor morgen. Ich... weiß, dass du da bist. Ich weiß das, wiederholte sie und sah ihn wieder an. Und ich danke dir dafür.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - Normalstation - Eowyns Zimmer, mit Ian
 
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