Coruscant

[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen, sowie (NPCs) Rornan

Langsam nickte Arlen auf die Erlaubnis des Rats hin, Tha’klen die schlechten Neuigkeiten selbst überbringen zu dürfen. Und auch auf die Klarstellung, dass sie auch weiterhin ihre Freizeit gemeinsam verbringen durften. Das ergab Sinn, auch wenn Arlen unsicher war, wie viel dieser Option er am Ende des Tages wirklich wahrnehmen würde. Elliundi hatte nachvollziehbare Gründe dafür, ihm Tha’klen als Padawan zu entziehen und vermutlich war es besser für alle Beteiligten an dieser Stelle Nägel mit Köpfen zu machen.

Auch Arlens Enthüllung seiner Emotionen im Bezug auf Faith nahm der Rat gefasst auf, stellte jedoch sofort klar, dass nur seine Empfehlung nicht ausreichend war. Der Rat würde die Padawan einer fairen und unabhängigen Beurteilung unterziehen. Abermals nickte der Sith.


„Nichts anderes wollte ich empfehlen.“

, warf er ein.

„Ich hätte dies nicht angebracht, wenn ich nicht glauben würde, dass sie eine solche bestehen würde.“

Was die Beziehung selbst anbelangte, so erhob Rat Elliundi keine substantiellen Einwände. Er stellte klar, dass dies bei einem direkten Machtverhältnis anders gewesen wäre, der Rat in diesem Fall jedoch kein Verbot aussprechen würde. Was Elliundi dann jedoch nicht davon abhielt, ihm noch einmal ins Gewissen zu reden, einerseits was Beziehungen generell anging, andererseits wie er sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen sollte. Es waren gute Ratschläge. Arlen nahm sich vor ihnen Folge zu leisten und über die gestellten Fragen in Ruhe nachzudenken. Dankbar nickte er ein weiteres Mal.

Schließlich hatte jedoch auch Elliundi noch ein eigenes Thema, das er ansprechen wollte. In knappen Worten umriss er eine Kontaktaufnahme des truuiner Gouverneurs, Ridley Solaris, der einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen hatte. Es ging konkret um die Besatzung der New Tide, die Faith, Tha’klen und Arlen über Denon an die republikanischen Behörden übergeben hatten und die der Gouverneur nun zurückwollte.

Unwillkürlich runzelte Arlen die Stirn. Solaris war Antares‘ Gegenstück und genau so für die Deportationen verantwortlich wie der keladanische Gouverneur. Noch schlimmer, die New Tide war Solaris‘ Schiff und die unmenschlichen Verhältnisse, in denen sie transportiert worden waren, gingen auf seine Kappe. Die Besatzung der New Tide gehörte vor Gericht und nicht einfach wieder auf freien Fuß gesetzt! Doch natürlich hatte der Gouverneur ein Druckmittel. Einerseits auf Truuine festgenommene republikanische Staatsbürger und andererseits die Kopfgelder auf Arlen und die Padawane. Elliundi wünschte sich Arlens Meinung zu hören, stellte jedoch klar, dass er keine direkte Antwort brauchte. Zuvor hatte Arlen dies akzeptiert, nun jedoch schüttelte er den Kopf.


„Ich denke nicht, dass ich Bedenkzeit brauche, Rat Elliundi.“

, gab er zurück.

„Zunächst: Es sind leider nur noch 31 lebende Crewmitglieder. Die Befehlshaberin wurde bei der Stürmung der Brücke unglücklich von einem Machtstoß erwischt und brach sich das Genick.“

Es war ein Detail, das die Neue Republik schon wusste, das verständlicherweise wohl jedoch nicht zu Elliundi oder gar Solaris durchgedrungen war.

„Was die Verhandlungen angeht, möchte ich empfehlen zu prüfen, ob eine Kombination aus beidem möglich ist. Ich persönlich lehne eine Verringerung meines Kopfgeldes zu Ungunsten von republikanischen Bürgern ab. Einerseits ideologisch, andererseits können wir dies nicht durchsetzen. Solaris hindert außer seiner zweifelhaften Ehre nichts daran, das Kopfgeld nach dem Austausch wieder hochzuschrauben. Es würde diplomatisches Kapital verbrennen, nehme ich an. Was die Padawane angeht bin ich daher zwiegespalten. Sie sind es eventuell nicht wert, einen diplomatischen Kontakt im Jedi-Orden vor den Kopf zu stoßen und eine Senkung des Kopfgeldes würde sie wenigstens kurzfristig schützen.“

Nachdenklich rieb Arlen sich das Kinn.

„Ich denke, dass Faiths Position sich mit meiner Meinung decken würde. Ich halte sie auch für reif genug diese Entscheidung im Zweifelsfall selbst treffen zu können. Was Tha’klen angeht, sehe ich hier den größten Mehrwert. Soweit ich weiß, kennt das Imperium hens Identität nicht. Ich habe hen aus Trainingsgründen stets eine Sithmaske tragen lassen und habe auch während der Folter nichts über hen gesagt. Dennoch hatte hen am Ende von uns allen am wenigsten Wahl auf diese Mission zu gehen. Es wäre fair das Imperium zumindest von hem abzulenken. Und da es keine konkreten Informationen zu hem hat, sollte uns dies auch in den Verhandlungen nicht teuer zu stehen zu kommen. Meine Empfehlung ist also folgende: Ich denke wir sollten versuchen das Kopfgeld von Tha’klen zu senken und Faith fragen, wie sie dazu steht. Das restliche Verhandlungskapital sollte meiner Meinung nach dazu verwendet werden, unsere Bürger heimzuholen.“

Nun jedoch wandte sich das Meeting dem Ende zu. Weder Rat Elliundi noch Arlen hatten ein weiteres Thema und der Quermianer machte klar, dass Arlen nun entlassen war. Dieser nickte ein letztes Mal.

„Erneut, ich danke für Euren Rat und hoffe, dass ich Eurem Vertrauen in Zukunft gerechter werden kann.“

, sagte er zur Verabschiedung, nahm sein Lichtschwert wieder an sich und wandte sich zum Gehen. Einen Moment später schwang die Bürotür endlich hinter ihm zu und erleichtert atmete er auf. Der Termin war so unangenehm geworden, wie er befürchtet hatte – und in manchen Aspekten sogar noch schlimmer. Dennoch hatte es ihm eine neue Perspektive aufgezeigt und Arlen war entschlossen, in den nächsten Wochen das Beste daraus zu machen. Bevor er entschied, wie es weitergehen würde.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Jedi-Tempel / Vor Rornans Büro ] Arlen
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Nebenraum der Pressekonferenz – u.a. mit Eowyn

Vielleicht, vielleicht veränderte dieses erste Wiedersehen zwischen Eowyn und Wes ein bisschen etwas zum Positiven. Nach der Mission und den damit verbundenen Zumutungen für die Rätin war das auch bitter nötig. Angefangen damit, dass der Rat – in ihrer Abwesenheit – erst darüber zu befinden hatte, ob die Beförderung gültig war. Andererseits hatte er selbst seinerzeit per Kom davon erfahren dass man die Rolle eines Ratsmitglieds ohne Entscheidungsbefugnis, eines Advisors, nicht länger für nötig hielt und er infolgedessen ab sofort vollwertiges Ratsmitglied sei. Ganz alleine war Eowyn also nicht, aber im Grunde tat es nichts zur Sache.

Wichtiger war, dass sie das Angebot, mit ihm über alles zu reden, annahm.. Was zwischen ihnen lag, ließ sich sicherlich bereinigen, zumindest auf einer professionellen Ebene. Keine unbehaglichen Situationen wie diese hier mehr, sondern die Möglichkeit, wieder normal miteinander umzugehen. Sobald es nämlich um ein unverbranntes, sachliches Thema ging, wie die bevorstehende Pressekonferenz, so heikel diese auch war, redete es sich bereits wieder viel einfacher. Eowyn hatte nicht erwartet, dass sowohl Rornan als auch er teilnehmen würden, okay. Der Quermianer kam auch prompt in den Raum, als hätte er es geahnt, womit die Unklarheiten wohl beseitigt waren.


»Ich war auf Umbara in Verhandlungen mit dem Imperium. Es war lange nicht klar, ob wir so bald einen Durchbruch in der Sache Sturn erzielen würden, aber es ist uns gelungen, gerade noch rechtzeitig. Ich hätte dir auch eine kleine Aufmunterung mitgebracht, dachte, du wärst immer noch an dein Krankenbett gefesselt, falls du es noch willst… Oh hallo, Rornan

Begrüßte Wes seinen Ratskollegen, der wie gewohnt keine Zeit verlor, sondern ohne Umschweife zur Sache kam. Ob sie die Rede des Kanzlers gesehen hatten – oooh ja, hätte sie doch die Verhandlungen um ein Haar noch zum Scheitern gebracht. Wie die Idioten standen sie jetzt sowieso da. Aber sie mussten davon ausgehen, dass es für viele der Anwesenden dort draußen DAS Thema schlechthin sein würde – Quúns Timing war wirklich bemerkenswert. Dass sie sich keine Gedanken um eine Auslieferung Eowyns und Briannas, geschweige denn aller Räte mehr machen mussten, war wohl das einzig wirklich positive, was man der Sache abgewinnen konnte. Dass der Kanzler sich bedingungslos hinter den Orden stellte, glaubte er erst, wenn er es aus seinem eigenen Mund oder dem Takos hörte. Das eigentlich geplante Thema war soweit klar, Rornan bestätigte gewissermaßen, dass Mya ihn gut gebrieft hatte.

»Ja, alles klar, jeder von uns erzählt seinen Teil der Mission in chronologischer Reihenfolge und wir nennen keine Namen, die der Öffentlichkeit nicht bereits bekannt sind, am allerwenigsten Ahnas – was freilich bedeutet, dass nach außen hin noch mehr der Verantwortung auf dir lastet, Eowyn

Bedauerte Wes. Es war mit zwei Rätinnen im Konsens bereits eine einsame Entscheidung gewesen, Kast zu infiltrieren. Wenn man Ahna aus der Gleichung herausließ, wurde diese nur noch einseitiger. Aber es half nichts und überhaupt musste sich Wes jetzt auf seinen Teil konzentrieren. Sie begaben sich in den Saal, wobei Eowyn durch Ians Anwesenheit abgelenkt wirkte. Er warf den beiden einen besorgten Blick zu, aber es war zu spät. Sie saßen jetzt auf den Präsentierteller und durften jetzt nicht wie ein unkoordinierter Hühnerhaufen wirken, also weiter nach Drehbuch. Wes war in der Mitte platziert, Rornan zu seiner linken, Ian zu seiner rechten. Der ehemaligen Sith war elegant ganz in weiß gekleidet, mit einem weißen Blazer über einer gleichfarbigen Tunika, die der eines Jedi ähnelte. Angesichts der zu erwartenden Fragen in Bezug auf seine Vergangenheit eine geschickte Wahl. Weiß, die Farbe der Unschuld. Optisch weitmöglichst weg vom Schwarz der Sith. Die Fragen würden kommen, so viel stand fest, dachte Wes, als er seine Aufmerksamkeit auf seinen Ratskollegen richtete, der die Pressekonferenz eröffnete.

»Ich bitte um Ruhe im Saal«, ertönte Rornans Stimme ruhig und klar durch die Lautsprecher. Bei ihrem Eintreten hatte sich die Lautstärke kurzfristig um ein starkes Raunen erhöht, als die Presse erkannt hatte, wer da das Podium betrat, doch dann war es, vermutlich in gespannter Erwartung eines baldigen Beginns, schnell leiser geworden. Nun trat in Sekundenschnelle Stille ein. »Ich begrüße Sie alle zu dieser heutigen Pressekonferenz des Jedi-Ordens. Mir ist bewusst, dass Sie alle Unmengen an Fragen haben, insbesondere nach den Ereignissen der letzten Stunden, doch ich bitte Sie, diese zunächst bei sich zu halten und später darauf zurückzukommen, sofern sie nicht in unseren Ansprachen geklärt wurden. Die meisten von Ihnen kennen mich, ich bin Jedi-Rat Rornan Elliuni, Pressesprecher des Ordens und werde heute durch diese Konferenz führen. Das Thema ist hauptsächlich das C-Virus, die Herkunft dessen, unsere Erkenntnisse sowie die Folgen daraus. Bitte halten Sie sich an dieses Thema. Unser Ziel ist es, so viele Fragen wie möglich zu klären, doch auch Ihnen wird bewusst sein, dass bei der Masse an Gästen heute schwierig werden wird, wirklich alle zu besprechen. Bitte senden Sie die Fragen, die heute nicht beantwortet werden konnten, im Anschluss an unsere Pressestelle und wir werden sie, so weit möglich, zügig beantworten.
Sie alle kennen die Regeln, dennoch weise ich noch mal auf das wichtigste hin. Bitte bleiben Sie sachlich und rufen nicht hinein, sondern nutzen den Meldeknopf an Ihrem Pad, ich werde das Wort möglichst fair an möglichst viele Anwesende erteilen.

Ich begrüße heute neben mir Rat Wes Janson, Ian Dice und Rätin Eowyn El'mireth. Alle drei waren Augenzeugen und Beteiligte bestimmter Phasen unseres Kampfes gegen das C-Virus in den letzten Monaten, welcher unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden musste, um den Erfolg nicht zu gefährden. Sie werden nach unseren Erklärungen erkennen, weshalb und welch tragende Rolle alle drei gespielt haben. Ich erteile nun, um in der Chronologie halbwegs einheitlich zu bleiben, als erstes Rat Janson das Wort. Bitte.« Rornan machte eine zuweisende Geste mit der Hand und blickte zu Wes.
»Guten Tag, geschätzte Anwesende,«

Begann der Taanaber seine Rede.

»Zuallererst möchte ich ein Eingeständnis machen. Wir haben der Öffentlichkeit für eine lange Zeit die Wahrheit über die Urheberschaft des Coruscant-Virus vorenthalten. Dass es sich bei dem Virus um eine Biowaffe handelte, von einem Team unter der Leitung des verschiedenen Imperators Allegious höchstpersönlich entwickelt, war uns seit geraumer Zeit bekannt – wobei das ›uns‹ in diesem Fall für die Führungen von Jedi-Orden, Militär, Geheimdienst und Regierung steht. Die Geheimniskrämerei war notwendig, um die Mission zur Beschaffung des Heilmittels nicht zu gefährden, und um den Ausbruch von noch größerem Chaos und Gewalt zu verhindern,«

Erklärte Wes. Ein wesentlicher Aspekt war seinerzeit auch gewesen, dass man zu vermeiden suchte, dass Teile der Politik den Friedensvertrag aufkündigen wollen würden. Das Thema Krieg würde er nicht erwähnen, solange nicht absolut nötig. Es würde ja ohnehin bald genug dazu kommen.

»Doch die Geheimhaltung endet jetzt. Der Jedi-Orden legt seine Karten nunmehr auf den Tisch. Ich war dabei, als die Republik die Beweise für die imperiale Urheberschaft des C-Viruses erlangte. Hinweise darauf hatten wir bereits, doch wir brauchten mehr als das. Es war auf dem Höhepunkt der Pandemie und wie so viele Male in dieser Krise arbeiteten Militär, NRGD und Jedi-Orden Hand in Hand zu deren Bewältigung zusammen. Die ursprüngliche Information kam von den Marines, die hier auf Coruscant einen imperialen Kollaborateur aufgriffen, der dabei gewesen war, die Bevölkerung gegen Republik und Jedi aufzuhetzen. Dessen Befragung ergab, dass in einer vorgeblichen ›Tierarztpraxis‹ im Vergnügungsviertel Freiwillige durch Zahlung einer großen Summe Credits für das Testen eines angeblichen Aufputschmittels in Form eines Energy Drinks gewonnen wurden. Als ob die Konstellation für sich nicht schon verdächtig genug gewesen wäre, waren zwischenzeitlich sämtliche Freiwillige an Allegious' Virus erkrankt.

In Windeseile wurde daher ein Team aus allen verfügbaren Kräften, Marines, reguläre Armee, Geheimdienst, Jedi-Wächtern und -Ermittlern zusammengestellt, um eine Razzia der angeblichen ›Tierarztpraxis‹ durchzuführen. Es wurden zwei Teams gebildet, um das Objekt in die Zange zu nehmen und die Flucht von Verdächtigen auszuschließen. Diese wurden in einem Blitzschlagsmanövern von Angriffstransportern in's Ziel gebracht und stießen sofort auf heftigen Widerstand durch gefährliche Wildtiere, Sprengfallen und IGD-Agenten. Auch chemische oder möglicherweise biologische Waffen wurden gegen uns zum Einsatz gebracht, mit dem Zweck, uns aufzuhalten, bis die Beweise der imperialen Täterschaft beseitigt werden konnten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch. Es wurden Gefangene gemacht, denen die Information zu entlocken war, dass die Beweise der Imperialen in einer Müllpresse entsorgt worden waren, woraus sie unter höchster Lebensgefahr geborgen werden konnten. Desweiteren wurden Flüchtende aufgehalten, die sich im Besitz von Ampullen mit zu dem Zeitpunkt bereits ausgestorbenen früheren Varianten von Allegious' Virus befanden.«


Wes machte eine rhetorische Pause, als er die Information sacken ließ, bevor er weitersprach.

»Die Beweise wurden aufgeteilt. Der NRGD erhielt die Daten zur Erforschung, die Jedi untersuchten die Virusproben. Die Untersuchungen ergaben, dass es damit allein nicht getan sein würde, dass es nicht möglich wäre, allein daraus ein Heilmittel zu entwickeln. Der Plan entstand, die dafür nötigen Proben und Informationen direkt an der vermeintlichen Quelle zu beschaffen, auf der Thronwelt Bastion selbst. Dieser wurde vom Rat beschlossen und dem Kanzler aufgrund der Brisanz zur Entscheidung vorgelegt. Nach dessen Einverständnis startete die Mission und damit übergebe ich das Wort an Ian Dice, der Ihnen mehr dazu sagen kann,«

Schloss der Rat seine Ansprache. Puh… er studierte die Gesichter der dutzenden anwesenden Journalisten und versuchte, die Stimmung aufzufassen. Außerdem brauchte er Wasser, um seine Kehle nach der langen Rederei zu befeuchten. Ale wäre ihm allerdings jetzt gerade wesentlich lieber. Starkes Ale, am besten gemischt mit noch stärkerem Kaf.

Coruscant – Jedi-Tempel – Nebenraum der Pressekonferenz – Journalisten, Wächter, getarnte Schatten – auf dem Podest Ian, Eowyn, Rornan (NPC) und Wes
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - mit Elise



Keine Erwiderung, keine Reaktion auf das Klopfen, das zu einem Hämmern anschwoll und das Riuen panisch denken ließ, dass jemand anders diese Nachricht hatte verfassen lassen. Dass das keinen Sinn ergab? Nun, das hätte der Chiss sich denken können, wäre er gerade dazu in der Lage, die Sache rational anzugehen. Er hatte Angst. Nein, er hatte panische Angst und Angst und Verstand waren nun einmal kein Pärchen.
Dann, plötzlich, wobei plötzlich nicht stimmte, denn wenn man minutenlang hämmerte, dann war etwas nicht plötzlich, glitt die Türe surrend zur Seite und obwohl der blaue Hüne eben noch gerannt war, waren seine Beine nun bleischwer. Was, wenn er zu spät gekommen war? Was, wenn die Nachricht wirklich von jemand anderem verfasst worden war, um ihm schonender beizubringen, dass er nichts mehr tun konnte? Dann sah er sie. Sah, wie sie lag und sie sah so schwach aus, so schlimm, so sehr nach einem Menschen, der kaum noch lebte, dass sich alles in dem Chiss zusammenzog. In Zeitlupe stand Elise auf und Riuen stand da, stand da wie eine Karbonitstatue, unfähig irgendetwas anders zu bewegen, als seine Augen. Die ihr folgten. Die jeden Schritt, jedes Zittern, jede winzig kleine Bewegung wahrnahmen. Langsam, unendlich langsam kam Elise auf ihn zu und ihr Tempo stand in so krassem Widerspruch zu allem, was Riuen in diesem Moment fühlte. Seine Angst konnte nicht weichen, obwohl Erleichterung, Hoffnung und Freude mit den Hufen scharrten. Er sah ihre Träne und spürte, dass da aberdutzende hinter seinen eigenen Augen warteten. Bis sie schließlich vor ihm stand und als sie es war, die die Arme hob, als es ausgerechnet Elise war, die Riuen umarmte, erschauderte der Chiss und spürte, wie dieses Erschaudern durch seinen ganzen Körper ging. Er traute sich kaum, seine Arme um seine Meisterin zu legen, aus Angst, er könnte sie zerbrechen, denn sie wirkte so zerbrechlich, so zerbrechlich, als würde der Hauch eines Atems ausreichen, um sie für immer umzustoßen. Trotzdem. Trotzdem legte er seine Arme um sie, so vorsichtig er konnte, obwohl er sie am liebsten an sich gepresst und überhaupt nicht mehr losgelassen hätte. Dann, endlich, erfüllte ihn Erleichterung und Dankbarkeit. Sie war wirklich aufgewacht. Sie war wirklich, wirklich aufgewacht, stand hier, und obwohl sie wie ein Schatten ihrer selbst aussah, mit dunklen Ringen und so blass, als hätte sie seit Monaten keine Sonne gesehen: Sie lebte. Sie lebte!
Beinahe wäre es aus hm herausgebrochen, beinahe wäre er direkt in Tränen ausgebrochen, doch Riuen schluckte schwer und räusperte hörbar, einmal mehr, als Elise sich löste, eine Hand aber noch an seinem Arm beließ.


„Du bist wirklich wach“, kam dann, leise und er klang nicht wie jemand, der Witze machte, sein Selbstbewusstsein war Gefühl gewichen. Einem sanften Klang, über den er sich sonst sicher lustig gemacht hatte. „Ich habe jemand, der uns vielleicht helfen kann und eine Idee, Elise.“ Aber sie sollte nicht so lange stehen. Sie sah nicht aus, als würde sie das noch lange durchhalten. Sie… „Lass uns setzen, ich will nicht übergriffig sein, aber bitte, lass uns setzen.“ Ja, Riuen mochte oft genug ein Arsch sein, aber nie war er einer dieser Ärsche gewesen, die über Frauen bestimmten. Vorsichtig, sie stützend, führte Riuen Elise zurück zu dem Bett.
„Ich werde zu Eowyn gehen und sie bitten, mich zum Ritter zu schlagen und dann stelle ich ein Team auf, das mit mir nach Thearterra reist. Einen Verrückten habe ich schon gefunden. Aber …“ Riuen hielt inne. Scheiße, dachte er und schluckte erneut. „Wie geht es dir? Wie bist du aufgewacht? Ich bin so froh, ich bin so verflucht froh, dass du überhaupt wach bist, ich dachte, ich dachte…“ Riuen spürte, wie seine Stimme brechen wollte. „Scheiße, du willst mich noch weniger heulen sehen, als ich mich selbst“, hätte Riuen gerne als Posse gerissen, hörte aber selbst, dass dies nicht gelungen war.



Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - mit Elise
 
Coruscant - Jedi-Tempel - vor der Eingangshalle, mit Draen und anderen

"Schön, dann haben wir ja was gemeinsam."


Wieder grinste Sarina Draen an, der Riuen wohl auch gerade erst kennengelernt hatte. Und der Mensch gab zu, dass er mit seinen Gedanken ganz wo anders war. Vermutlich bei dem, weswegen er hier war? Dann war es wohl gut, sie kamen zum Punkt. Nicht nur, weil Sarina noch andere Sachen vorhatte.
Und als Draen schließlich mit dem Grund seiner Answesenheit rausrückte, war klar, dass diese "anderen Sachen" keine Chance mehr hatten. Byebye, Kaff und Pressekonferenz... Die würde sie wohl nachträglich gucken müssen. Aber das hier war jetzt wichtiger.


"Oh."

Tja, es war wohl verständlich, dass Draen durch den Wind war. Es war nie einfach, so was krasses über einen selbst zu erfahren; und obwohl Sarina diese Erfahrung so nie gemacht hatte, weil sie schon als Kind im Orden gewesen war, verstand sie gut, dass so eine Nachricht einen doch ziemlich aus der Bahn hauen musste. Da plante man sein Leben und dann, peng, erfuhr man, dass man jemand ganz anderes war, zumindest potentiell.
Draen war sehr freundlich und gab ihr die Gelegenheit, sich aus der Aufgabe zurückzuziehen, aber das war ja Quatsch. Ja, klar, sie hatte vor einer Minute noch ganz andere Pläne gehabt, aber jemanden wie ihn jetzt einfach hier draußen rumstehen lassen? Pf. War sie ein Arschloch oder was?


"Vergiss es", antwortete sie kopfschüttelnd. "Ich lass dich doch jetzt nicht hier rumstehen, was denkst du denn? Ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich verwirrend ist, was du gerade durchmachst. Und ich hatte gerade ohnehin nichts besonderes vor."

Zumindest nichts so besonderes, dass sie es nicht abblasen konnte.

"Vorschlag. Wir gehen da jetzt rein, und wir checken nach, ob dieser Riuen recht hatte. Ich nehme an, er hat keinen Test gemacht?"

Unwahrscheinlich, man trug das Equipment dafür ja nicht einfach mit sich herum in der Regel. Manche wenige konnten das irgendwie spüren, aber Sarina konnte das nicht wirklich, und bevor sie hier jemanden in die Geheimnisse des Ordens einweihte, der womöglich sogar ein Spion war (auch wenn sie das bezweifelte), ging sie lieber auf Nummer sicher.

"Also keine Sorge, bestimmt hatte er das, kein Jedi sagt das einfach so spontan, ohne sich sicher zu sein, aber ich würde mich besser fühlen und du vielleicht auch?"

Schließlich war er überrumpelt, manchen half es dann, irgendwelche Testergebnisse lesen zu können, damit sie wirklich glaubten, was da passierte.

"Und wenn wir das erledigt haben, kann ich dich ein bisschen rumführen. Es ist gerade einiges los hier, wegen der Pressekonferenz, dem Virusblabla und dem wahrscheinlichen Krieg, aber wir gehen dem einfach aus dem Weg.
Käme es denn für dich überhaupt in Frage, dich ausbilden zu lassen?"


Fragend sah Sarina Draen an. Klar, machtsensitiv gut und schön, aber wenn er es ziemlich ausschloss, eine Ausbildung anzustreben - was sie gut verstand, "Jedi" war nun nicht wirklich ein normaler Beruf - dann konnten sie den Test machen und erst mal abwarten, weil eine Führung oder so dann nicht wirklich notwendig war.

Coruscant - Jedi-Tempel - vor der Eingangshalle, mit Draen und anderen
 
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