Coruscant

Kollaboration mit @Eron Nook

[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Gleiterstraßen / Gleiter ] Arlen, sowie (NPCs) Gold-7

Voorpaks Beileidsbekundung darüber, was der imperiale Propagandaapparat ihm eingebrockt hatte, quittierte Arlen mit einem trockenen Lachen. Es klang fast schon wie ein Hüsteln. Er hatte nicht daran denken wollen, ob der NRGD da nicht etwas tun konnte und wurde trotzdem enttäuscht. Es tat ihm leid. Nichts weiter. Arlen erinnerte sich daran, dass er für seine Handlungen und die Blöße, die er sich gegeben hatte, selbst verantwortlich war. Es gab keinen Grund, warum der Geheimdienst Ressourcen investieren sollte, um seine Fehler auszubügeln. Allzu große Gefühlsduselei war in diesem Metier ein schlechtes Geschäft. Logisch verstand er das natürlich.

Trotz seiner ersten Forderung, hatte Voorpak aber doch ein bisschen Zeit auf Arlens Antwort zu warten. Ein paar Tage. Damit ließe sich doch arbeiten; Arlen nickte.


„Es sollte nicht lange dauern. Ich schicke dem Rat eine Nachricht, ich denke, wenn ich den NRGD erwähne, werden sie mich da nicht zu lange warten lassen.“

Arlens Status als Unentschlossener veranlasste Voorpak jedoch auch dazu, seine Pläne zu ändern. Statt ihn zu seiner Operationsbasis zu bringen, erklärte er sich dazu bereit, ihn beim Tempel abzusetzen. OpSec wurde hier offensichtlich großgeschrieben. Diesmal grinste Arlen wirklich und lachte sogar, als Voorpak feststellte, dass sie schon einen flauschigen Spitznamen für ihn finden würden. Er hörte etwas im Unterton des Mannes und die Aura bestätigte es. Eine spöttische Vorfreude, die Arlen glauben ließ, dass was auch immer auf ihn wartete, am Ende vielleicht doch nicht so flauschig werden würde. Nun ja, er würde es wohl beizeiten feststellen.

Voorpak hielt sein Wort und brachte Arlen bis zu den Eingangsstufen des Tempels.


„Danke, ich melde mich.“

, sagte Arlen zur Verabschiedung, drückte die Hand des Agenten fest und stieg schließlich aus. Schnellen Schrittes begab er sich, ohne einen Blick zurück, ins Innere und zu seinem Quartier, wo er auf seinem Com zwei Nachrichten verfasste. Die erste ging an Faith und lud sie zu einem spontanen Date an diesem Abend ein. Die zweite ging an Rat Elliundi, direkt mit der Bitte um eine Audienz, um die nächste Mission zu besprechen. Kurz zögerte Arlen, direkt enthüllen, dass der NRGD versuchte ihn zu rekrutieren. Dann entschied er sich doch dafür. Er hoffte einfach, dass diese Information den Quermianer nicht dazu bringen würde, sich über Arlens Aktivitäten der letzten drei Monate ein Vorurteil zu bilden.

An diesem Abend nutzte Arlen die Gelegenheit Faith noch einmal schick zum Essen auszuführen. Es war eine seltene Gelegenheit, zu der sie die Jediroben im Tempel lassen konnten. Rat Elliundi hatte einen Termin für den nächsten Tag bestätigt, doch Arlen entschloss sich das schwere Thema zumindest während des Essens nicht anzuschneiden. Einerseits war es ihm wichtig den Abend noch genießen zu können…andererseits war es vermutlich besser das Thema Geheimdienst nicht in der Öffentlichkeit auszubreiten. OpSec konnte er auch!

Erst als sie später wieder satt und zufrieden in einem verlassenen Aufenthaltsbereich des Tempels saßen, war es an der Zeit das Gespräch zu beginnen. Arlen räusperte sich und hielt seinen Blick für einige Momente nur auf die Stehlampe gerichtet, die dem Raum als einzige, sekundäre Lichtquelle diente. Die Deckenbeleuchtung hatten sie beim Hereinkommen abgeschaltet und so hatte sich trotz der kargen Einrichtung doch eine recht heimelige Atmosphäre gebildet. Fast war es, als säßen sie in einem gemeinsamen Wohnzimmer. Und nicht einem Gemeinschaftsraum mit einer viel zu großen Couch in seiner Mitte.


„Ich wollte noch über ein ernsteres Thema mit dir sprechen, Faith. Heute habe ich Gold-7 getroffen.“

, begann Arlen schließlich zögerlich.

„Hier? Auf Coruscant? Dann sind sie auch nicht mehr auf Kelada?“

, fragte sie.

„Wie geht es ihm?“

„So habe ich auch geschaut.“

, antwortete er, ihre Überraschung mit einem dünnen Lächeln quittierend.

„Ihm scheint es gut zu gehen, aber schwer zu sagen. Er war sehr fokussiert auf seinen Pitch.“

Für einen Moment holte er Atem und stieß ihn dann durch die Nase wieder aus.

„Er ist nach meinem Termin bei Dr. Anteevian auf mich zugekommen. Er wollte mich für den NRGD anwerben. Er wollte sofort eine Entscheidung, aber ich habe ihn vertröstet. Ich hab‘ ihm gesagt, ich muss das erst mit dem Rat besprechen... Der Termin ist morgen. Ich wollte, dass du die Erste bist, die davon erfährt.“

, erklärte er beinahe ein wenig zu schnell. Mechanisch. Faith antwortete nicht sofort. Stattdessen wiegte sie den Kopf von einer Seite zur anderen. Ihre Aura verbarg ihr Gefühl des Unbehagens nicht, doch auch in ihrem Gesicht sah Arlen die Rädchen rattern.

„Ich bin zwar noch nicht im Rat, aber ich weiß zu schätzen, dass ich die erste bin...“

Sie lachte leise, unbeholfen. Eine Geste, die Arlen selbst viel zu häufig nutzte, um komplizierte Situationen zu entschärfen. Auch nun spiegelte sein Gesicht ihre Reaktion unwillkürlich, wenn auch eine Spur gequält.

„Ich bin mir sicher, es ist nur eine Frage der Zeit, bis du auch im Gremium sitzt...“

Da war er, der obligatorische Witz.

„Ich wäre dann beim Geheimdienst voll eingestellt und würde von der Pike an als Agent beginnen. Kein Lone-Wolf-Kram mehr, wie auf Kelada. Laut Gold-7 geht es auch nicht noch einmal hinter feindliche Linien, aber trotzdem runter von NR-Gebiet. Worum es genau geht, wollte er mir nicht sagen, aber ich soll mit einem halben Jahr Einsatz rechnen.“

Erneut antwortete Faith nicht sofort. Arlen sah sie schlucken und – verdammt! – er verstand es.

„Ein halbes Jahr?“

Er nickte und stieß gequält Luft durch die Nase aus.

„Immerhin das. Kelada war Ende offen.“

, rechtfertigte er sich beinahe schon reflexhaft.

„An sich klingt das für mich wie ein logischer nächster Schritt.“

Er hob seine bionisch reparierte Rechte und begann an den Fingern abzuzählen:

„Ich kann meine Fähigkeiten nutzen, aber ich muss nicht nochmal den Sith spielen. Ich bin in einem Team und nicht mehr alleine unterwegs. Ich kann wenigstens für eine Weile Verantwortung abgeben, aber ich bin immer noch ein Jedi. Ich operiere unter falschem Namen, sodass mir auch das Kopfgeld egal sein kann.“

Und da war auch sein innerer Pragmatiker. Er spielte heute Abend auch wirklich alle Klassiker an, was? Für einen Moment verstummte er, doch Faith sagte nichts. Sie schien auf mehr zu warten.

„Nur...es bringt mich von Coruscant weg. Und von dir...“

Noch immer keine Antwort – zumindest keine verbale. Faith senkte den Blick und biss sich auf die Unterlippe. Er zwang sich fortzufahren:

„Der Rat hat eine Stimme in dieser Entscheidung und du auch. Wenn wir beide zu dem Schluss kommen, dass es keine gute Idee ist, sage ich Gold-7 ab, ohne auch nur mit dem Rat gesprochen zu haben. Dann warte ich ab, und versuche mich an was auch immer zu hängen, wo es dich hin verschlägt. Ich bin sicher deine neue Meisterin wird sich nicht beschweren noch jemanden weiteres dabei zu haben, egal wohin es geht...“

Nun endlich antwortete sie:

„Ich weiß zu schätzen, dass du mich nach meiner Meinung fragst. Und es ist doch klar,“

Sie hob den Blick und ihre Augen begegneten sich.

„dass ich dich bei mir haben will. Aber mir... uns... war doch auch völlig klar, dass wir Verpflichtungen haben, die uns früher oder später... an andere Orte führen werden.“

Er nickte.

„Da haben wir uns ja wirklich einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Der Krieg wartet leider nicht. Ich bin zutiefst dankbar für wenigstens die drei Monate, die wir uns gegriffen haben...“

Er stockte, als er die Emotionen, die aus ihrer Aura zu ihm herüberschwappten, nicht länger ignorieren konnte.

„Ich bin ein großes Mädchen. Ich werde ein halbes Jahr ohne dich überleben können. Nicht, dass ich das möchte. Aber ich kann es. Aber du musst mir eines versprechen: Du musst auch ohne mich überleben können. Und ich meine wirklich überleben. Ein anderer Name schützt dich nicht vor der Gier nach 10 Millionen Credits, Arlen. Außerhalb der Neuen Republik kannst du zum Freiwild werden. Versprich mir, dass du zu mir zurückkommst.“

„Ich verspreche es. Gold-7 ist ja dabei, er kann mir vertretungsweise die Haut retten...“

Ein weiteres gequältes Lächeln, der Versuch die Stimmung doch noch irgendwie zu lockern.

„Aber im Ernst. Es ist nicht nur der neue Name, es ist auch ein neues Gesicht. Wie unfreiwillig das auch immer zu Stande gekommen ist. Das Imperium hat keine Aufzeichnungen wie ich aussehe. Das habt ihr damals alles vernichtet. Und dazu...habe ich geübt...“

Für einen Moment lehnte er sich auf der Couch zurück und konzentrierte sich. Er hatte keinen Spiegel, doch im Feld musste es ja auch ohne gehen. Das bleiche Gesicht eines Givin legte sich über seine Züge. Er hielt die Illusion für ein paar Momente, drehte den Kopf von einer Seite zur anderen und ließ sie schließlich fallen.

„Mein Name ist neu, mein Gesicht ist neu, und es ist nicht mein einziges. Ich kann in der Masse verschwinden und tun, was ich am besten kann. Für die Republik. Ich schwöre dir, ich komme wieder zurück und lasse mich nicht nochmal fassen.“

Er hoffte, dass all die Kritik die Rat Elliundi – und er selbst! – an ihm geübt hatte, auch der Begegnung mit der Realität standhalten würden.

„Wer weiß wie weit du in sechs Monaten mit deiner Ausbildung bist. Vielleicht können wir dann ja wirklich zusammen auf die nächste Mission gehen. Wenn dir dann nochmal nach Undercoverarbeit ist...“

Er stockte für einen Moment, dann fuhr er fort:

„Du musst mir aber auch versprechen, dass du auf dich aufpasst. Du bist die kompetenteste Padawan die ich kenne und dass du noch nicht befördert wurdet, ist ein Skandal, der eigentlich in einer Senatsanhörung besprochen werden müsste. Nichts anderes habe ich dem Rat gesagt.“

Er lächelte, doch Faith wiegelte die Schmeicheleien mit einer lässigen Handbewegung ab. Die Geste erinnerte Arlen an das Verscheuchen einer Fliege, doch schien er den richtigen Ton getroffen zu haben.

„Ich verspreche es“

, antwortete sie entgegen seinen fast schon spielerischen Worten ernst und suchte ein weiteres Mal seinen Blick.

„Ich habe einen ganzen Jedi-Tempel, der auf mich aufpasst.“

Er nickte, auch wenn er den Gedanken nicht aussprach, der ihm dabei auf der Zunge lag. Und wenn sie auf Mission geschickt wurde, bevor er wieder zurück war? Den Tempel konnte man in keinen Koffer packen. Statt seine Bedenken auszusprechen, scherzte er:

„Du bist schlau, stark, sexy...“

Für einen Herzschlag ruhte sein Blick einfach nur auf ihr. Auf ihren Augen, auf ihrer Seele.

„Wo war ich?“

Er grinste.

„Ich kann mir niemanden vorstellen um die ich mir weniger Sorgen machen müsste aber...bitte pass auf dich auf.“

„Und du bist blind vor Liebe“

, flüsterte sie, ehe sie sich vorbeugte und ihm einen Kuss auf die verätzten Lippen gab. Ihre Haut prickelte angenehm auf der seinen. Hob den Gedanken hervor, dass sie wenigstens für ein halbes Jahr wieder – zumindest physisch – aus ihren Leben verschwinden würden. Wie viel Wahrheit wohl in ihren Worten lag?

„Wir melden uns regelmäßig über verschlüsselte Comkanäle?“

Faith nickte.

„Wir sollten auch sowas wie... einen Totmannschalter einrichten. Der automatisch eine Nachricht verschickt, wenn man nicht handlungsfähig ist“

Ob der überflüssigen Erklärung lachte Arlen leise.

„Sobald er sich meldet, komme ich zu dir. Egal, wo du in dieser Galaxie bist.“

Nun grinste sie doch tatsächlich.

„Und wage es nicht, vor mir davonzulaufen, Arlen Merillion.“

Auch er grinste und revanchierte sich mit einem Kuss seinerseits.

„Keine Sorge, SO mutig bin ich dann auch wieder nicht…“

Er lächelte und schloss seine Liebste fest in die Arme. Ungebeten schlich sich ihm der Gedanke an Voorpak in den Hinterkopf. Was der Agent wohl zu der Szene gesagt hätte? Ob er hier auf Coruscant – oder woanders – jemanden zurückließ? Allzu große Gefühlsduselei mochte in diesem Metier ein schlechtes Geschäft sein, doch waren sie doch alle nicht aus Stein. Noch einmal packte Arlen Faith fester. Er wollte sie nicht loslassen. Und nun sickerte doch Feuchtigkeit in den Stoff ihres Kleides.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Leerer Gemeinschaftsraum ] Arlen und Faith
 
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