Coruscant

Kollaboration mit @Eron Nook

[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Gleiterstraßen / Gleiter ] Arlen, sowie (NPCs) Gold-7

Voorpaks Beileidsbekundung darüber, was der imperiale Propagandaapparat ihm eingebrockt hatte, quittierte Arlen mit einem trockenen Lachen. Es klang fast schon wie ein Hüsteln. Er hatte nicht daran denken wollen, ob der NRGD da nicht etwas tun konnte und wurde trotzdem enttäuscht. Es tat ihm leid. Nichts weiter. Arlen erinnerte sich daran, dass er für seine Handlungen und die Blöße, die er sich gegeben hatte, selbst verantwortlich war. Es gab keinen Grund, warum der Geheimdienst Ressourcen investieren sollte, um seine Fehler auszubügeln. Allzu große Gefühlsduselei war in diesem Metier ein schlechtes Geschäft. Logisch verstand er das natürlich.

Trotz seiner ersten Forderung, hatte Voorpak aber doch ein bisschen Zeit auf Arlens Antwort zu warten. Ein paar Tage. Damit ließe sich doch arbeiten; Arlen nickte.


„Es sollte nicht lange dauern. Ich schicke dem Rat eine Nachricht, ich denke, wenn ich den NRGD erwähne, werden sie mich da nicht zu lange warten lassen.“

Arlens Status als Unentschlossener veranlasste Voorpak jedoch auch dazu, seine Pläne zu ändern. Statt ihn zu seiner Operationsbasis zu bringen, erklärte er sich dazu bereit, ihn beim Tempel abzusetzen. OpSec wurde hier offensichtlich großgeschrieben. Diesmal grinste Arlen wirklich und lachte sogar, als Voorpak feststellte, dass sie schon einen flauschigen Spitznamen für ihn finden würden. Er hörte etwas im Unterton des Mannes und die Aura bestätigte es. Eine spöttische Vorfreude, die Arlen glauben ließ, dass was auch immer auf ihn wartete, am Ende vielleicht doch nicht so flauschig werden würde. Nun ja, er würde es wohl beizeiten feststellen.

Voorpak hielt sein Wort und brachte Arlen bis zu den Eingangsstufen des Tempels.


„Danke, ich melde mich.“

, sagte Arlen zur Verabschiedung, drückte die Hand des Agenten fest und stieg schließlich aus. Schnellen Schrittes begab er sich, ohne einen Blick zurück, ins Innere und zu seinem Quartier, wo er auf seinem Com zwei Nachrichten verfasste. Die erste ging an Faith und lud sie zu einem spontanen Date an diesem Abend ein. Die zweite ging an Rat Elliundi, direkt mit der Bitte um eine Audienz, um die nächste Mission zu besprechen. Kurz zögerte Arlen, direkt enthüllen, dass der NRGD versuchte ihn zu rekrutieren. Dann entschied er sich doch dafür. Er hoffte einfach, dass diese Information den Quermianer nicht dazu bringen würde, sich über Arlens Aktivitäten der letzten drei Monate ein Vorurteil zu bilden.

An diesem Abend nutzte Arlen die Gelegenheit Faith noch einmal schick zum Essen auszuführen. Es war eine seltene Gelegenheit, zu der sie die Jediroben im Tempel lassen konnten. Rat Elliundi hatte einen Termin für den nächsten Tag bestätigt, doch Arlen entschloss sich das schwere Thema zumindest während des Essens nicht anzuschneiden. Einerseits war es ihm wichtig den Abend noch genießen zu können…andererseits war es vermutlich besser das Thema Geheimdienst nicht in der Öffentlichkeit auszubreiten. OpSec konnte er auch!

Erst als sie später wieder satt und zufrieden in einem verlassenen Aufenthaltsbereich des Tempels saßen, war es an der Zeit das Gespräch zu beginnen. Arlen räusperte sich und hielt seinen Blick für einige Momente nur auf die Stehlampe gerichtet, die dem Raum als einzige, sekundäre Lichtquelle diente. Die Deckenbeleuchtung hatten sie beim Hereinkommen abgeschaltet und so hatte sich trotz der kargen Einrichtung doch eine recht heimelige Atmosphäre gebildet. Fast war es, als säßen sie in einem gemeinsamen Wohnzimmer. Und nicht einem Gemeinschaftsraum mit einer viel zu großen Couch in seiner Mitte.


„Ich wollte noch über ein ernsteres Thema mit dir sprechen, Faith. Heute habe ich Gold-7 getroffen.“

, begann Arlen schließlich zögerlich.

„Hier? Auf Coruscant? Dann sind sie auch nicht mehr auf Kelada?“

, fragte sie.

„Wie geht es ihm?“

„So habe ich auch geschaut.“

, antwortete er, ihre Überraschung mit einem dünnen Lächeln quittierend.

„Ihm scheint es gut zu gehen, aber schwer zu sagen. Er war sehr fokussiert auf seinen Pitch.“

Für einen Moment holte er Atem und stieß ihn dann durch die Nase wieder aus.

„Er ist nach meinem Termin bei Dr. Anteevian auf mich zugekommen. Er wollte mich für den NRGD anwerben. Er wollte sofort eine Entscheidung, aber ich habe ihn vertröstet. Ich hab‘ ihm gesagt, ich muss das erst mit dem Rat besprechen... Der Termin ist morgen. Ich wollte, dass du die Erste bist, die davon erfährt.“

, erklärte er beinahe ein wenig zu schnell. Mechanisch. Faith antwortete nicht sofort. Stattdessen wiegte sie den Kopf von einer Seite zur anderen. Ihre Aura verbarg ihr Gefühl des Unbehagens nicht, doch auch in ihrem Gesicht sah Arlen die Rädchen rattern.

„Ich bin zwar noch nicht im Rat, aber ich weiß zu schätzen, dass ich die erste bin...“

Sie lachte leise, unbeholfen. Eine Geste, die Arlen selbst viel zu häufig nutzte, um komplizierte Situationen zu entschärfen. Auch nun spiegelte sein Gesicht ihre Reaktion unwillkürlich, wenn auch eine Spur gequält.

„Ich bin mir sicher, es ist nur eine Frage der Zeit, bis du auch im Gremium sitzt...“

Da war er, der obligatorische Witz.

„Ich wäre dann beim Geheimdienst voll eingestellt und würde von der Pike an als Agent beginnen. Kein Lone-Wolf-Kram mehr, wie auf Kelada. Laut Gold-7 geht es auch nicht noch einmal hinter feindliche Linien, aber trotzdem runter von NR-Gebiet. Worum es genau geht, wollte er mir nicht sagen, aber ich soll mit einem halben Jahr Einsatz rechnen.“

Erneut antwortete Faith nicht sofort. Arlen sah sie schlucken und – verdammt! – er verstand es.

„Ein halbes Jahr?“

Er nickte und stieß gequält Luft durch die Nase aus.

„Immerhin das. Kelada war Ende offen.“

, rechtfertigte er sich beinahe schon reflexhaft.

„An sich klingt das für mich wie ein logischer nächster Schritt.“

Er hob seine bionisch reparierte Rechte und begann an den Fingern abzuzählen:

„Ich kann meine Fähigkeiten nutzen, aber ich muss nicht nochmal den Sith spielen. Ich bin in einem Team und nicht mehr alleine unterwegs. Ich kann wenigstens für eine Weile Verantwortung abgeben, aber ich bin immer noch ein Jedi. Ich operiere unter falschem Namen, sodass mir auch das Kopfgeld egal sein kann.“

Und da war auch sein innerer Pragmatiker. Er spielte heute Abend auch wirklich alle Klassiker an, was? Für einen Moment verstummte er, doch Faith sagte nichts. Sie schien auf mehr zu warten.

„Nur...es bringt mich von Coruscant weg. Und von dir...“

Noch immer keine Antwort – zumindest keine verbale. Faith senkte den Blick und biss sich auf die Unterlippe. Er zwang sich fortzufahren:

„Der Rat hat eine Stimme in dieser Entscheidung und du auch. Wenn wir beide zu dem Schluss kommen, dass es keine gute Idee ist, sage ich Gold-7 ab, ohne auch nur mit dem Rat gesprochen zu haben. Dann warte ich ab, und versuche mich an was auch immer zu hängen, wo es dich hin verschlägt. Ich bin sicher deine neue Meisterin wird sich nicht beschweren noch jemanden weiteres dabei zu haben, egal wohin es geht...“

Nun endlich antwortete sie:

„Ich weiß zu schätzen, dass du mich nach meiner Meinung fragst. Und es ist doch klar,“

Sie hob den Blick und ihre Augen begegneten sich.

„dass ich dich bei mir haben will. Aber mir... uns... war doch auch völlig klar, dass wir Verpflichtungen haben, die uns früher oder später... an andere Orte führen werden.“

Er nickte.

„Da haben wir uns ja wirklich einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Der Krieg wartet leider nicht. Ich bin zutiefst dankbar für wenigstens die drei Monate, die wir uns gegriffen haben...“

Er stockte, als er die Emotionen, die aus ihrer Aura zu ihm herüberschwappten, nicht länger ignorieren konnte.

„Ich bin ein großes Mädchen. Ich werde ein halbes Jahr ohne dich überleben können. Nicht, dass ich das möchte. Aber ich kann es. Aber du musst mir eines versprechen: Du musst auch ohne mich überleben können. Und ich meine wirklich überleben. Ein anderer Name schützt dich nicht vor der Gier nach 10 Millionen Credits, Arlen. Außerhalb der Neuen Republik kannst du zum Freiwild werden. Versprich mir, dass du zu mir zurückkommst.“

„Ich verspreche es. Gold-7 ist ja dabei, er kann mir vertretungsweise die Haut retten...“

Ein weiteres gequältes Lächeln, der Versuch die Stimmung doch noch irgendwie zu lockern.

„Aber im Ernst. Es ist nicht nur der neue Name, es ist auch ein neues Gesicht. Wie unfreiwillig das auch immer zu Stande gekommen ist. Das Imperium hat keine Aufzeichnungen wie ich aussehe. Das habt ihr damals alles vernichtet. Und dazu...habe ich geübt...“

Für einen Moment lehnte er sich auf der Couch zurück und konzentrierte sich. Er hatte keinen Spiegel, doch im Feld musste es ja auch ohne gehen. Das bleiche Gesicht eines Givin legte sich über seine Züge. Er hielt die Illusion für ein paar Momente, drehte den Kopf von einer Seite zur anderen und ließ sie schließlich fallen.

„Mein Name ist neu, mein Gesicht ist neu, und es ist nicht mein einziges. Ich kann in der Masse verschwinden und tun, was ich am besten kann. Für die Republik. Ich schwöre dir, ich komme wieder zurück und lasse mich nicht nochmal fassen.“

Er hoffte, dass all die Kritik die Rat Elliundi – und er selbst! – an ihm geübt hatte, auch der Begegnung mit der Realität standhalten würden.

„Wer weiß wie weit du in sechs Monaten mit deiner Ausbildung bist. Vielleicht können wir dann ja wirklich zusammen auf die nächste Mission gehen. Wenn dir dann nochmal nach Undercoverarbeit ist...“

Er stockte für einen Moment, dann fuhr er fort:

„Du musst mir aber auch versprechen, dass du auf dich aufpasst. Du bist die kompetenteste Padawan die ich kenne und dass du noch nicht befördert wurdet, ist ein Skandal, der eigentlich in einer Senatsanhörung besprochen werden müsste. Nichts anderes habe ich dem Rat gesagt.“

Er lächelte, doch Faith wiegelte die Schmeicheleien mit einer lässigen Handbewegung ab. Die Geste erinnerte Arlen an das Verscheuchen einer Fliege, doch schien er den richtigen Ton getroffen zu haben.

„Ich verspreche es“

, antwortete sie entgegen seinen fast schon spielerischen Worten ernst und suchte ein weiteres Mal seinen Blick.

„Ich habe einen ganzen Jedi-Tempel, der auf mich aufpasst.“

Er nickte, auch wenn er den Gedanken nicht aussprach, der ihm dabei auf der Zunge lag. Und wenn sie auf Mission geschickt wurde, bevor er wieder zurück war? Den Tempel konnte man in keinen Koffer packen. Statt seine Bedenken auszusprechen, scherzte er:

„Du bist schlau, stark, sexy...“

Für einen Herzschlag ruhte sein Blick einfach nur auf ihr. Auf ihren Augen, auf ihrer Seele.

„Wo war ich?“

Er grinste.

„Ich kann mir niemanden vorstellen um die ich mir weniger Sorgen machen müsste aber...bitte pass auf dich auf.“

„Und du bist blind vor Liebe“

, flüsterte sie, ehe sie sich vorbeugte und ihm einen Kuss auf die verätzten Lippen gab. Ihre Haut prickelte angenehm auf der seinen. Hob den Gedanken hervor, dass sie wenigstens für ein halbes Jahr wieder – zumindest physisch – aus ihren Leben verschwinden würden. Wie viel Wahrheit wohl in ihren Worten lag?

„Wir melden uns regelmäßig über verschlüsselte Comkanäle?“

Faith nickte.

„Wir sollten auch sowas wie... einen Totmannschalter einrichten. Der automatisch eine Nachricht verschickt, wenn man nicht handlungsfähig ist“

Ob der überflüssigen Erklärung lachte Arlen leise.

„Sobald er sich meldet, komme ich zu dir. Egal, wo du in dieser Galaxie bist.“

Nun grinste sie doch tatsächlich.

„Und wage es nicht, vor mir davonzulaufen, Arlen Merillion.“

Auch er grinste und revanchierte sich mit einem Kuss seinerseits.

„Keine Sorge, SO mutig bin ich dann auch wieder nicht…“

Er lächelte und schloss seine Liebste fest in die Arme. Ungebeten schlich sich ihm der Gedanke an Voorpak in den Hinterkopf. Was der Agent wohl zu der Szene gesagt hätte? Ob er hier auf Coruscant – oder woanders – jemanden zurückließ? Allzu große Gefühlsduselei mochte in diesem Metier ein schlechtes Geschäft sein, doch waren sie doch alle nicht aus Stein. Noch einmal packte Arlen Faith fester. Er wollte sie nicht loslassen. Und nun sickerte doch Feuchtigkeit in den Stoff ihres Kleides.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Leerer Gemeinschaftsraum ] Arlen und Faith
 
NPC Mira Tane; Lieutenant Commander des NRGD, Sektion 2

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane

Gedankenverloren spielte sie mit einer Strähne ihres dunkelblonden Haares, während sie das Hologramm der Pressekonferenz anschaute. Genau davon hatte Patriot gesprochen. Das war nicht gut. Gar nicht gut. Vielleicht sogar schlecht oder sehr schlecht. Der Kanzler und die Jedi zertrümmerten gerade vor den Augen der ganzen Galaxie ihre Reputation, während das Imperium vor Lachen kaum noch Luft bekam. Nein, sie mussten schnell handeln. Hoffentlich hatte diese Agentin wirklich das Zeug dazu. Wenn Mira das richtig verstanden hatte, kam die Idee gar nicht von Patriot, sondern von Commander Keffer von Lianna. Bei dem Treffen muss auch noch eine dritte Partei dabei gewesen sein, aber bisher hatte Mira noch nicht in Erfahrung bringen können, wer genau das war. Eine Tatsache, mit der sie sich immer noch nicht richtig abgefunden hatte. Natürlich, sie waren der Geheimdienst. Eine gewisse Diskretion gehörte dazu. Aber bei den vielen Sektionen, Zweigstellen, Sonderbeauftragten und Interessensgemeinschaften war es oft schwer zu sagen, wer aktuell die Zügel in der Hand hielt. Ein Klopfen ließ sie aufschrecken.
"Lieutenant? Agent Kaveri ist jetzt hier."

"Soll reinkommen", sagte Mira und strich noch schnell eine Falte aus ihrem eleganten Kostüm, bevor sie den Holo-Projektor stumm schaltete. Die Jedi würden vermutlich sowieso nichts mehr erzählen, was sie nicht schon wusste.

Die junge Frau, die nun Miras Büro betrat, hatte trotz ihres zarten Alters einen vollgepackten Lebenslauf, der durchaus beeindruckend war. Es war nicht oft der Fall, dass ihr eine machtbegabte Medizinerin zur Verfügung stand, die als Agentin der Neuen Republik bereits Kampferfahrung gesammelt hatte und zudem vom Orden der Jedi als Verbindungsoffizierin eingesetzt wurde. Ein ordentliches Arbeitspensum, das sich finanziell kaum lohnen dürfte. Zumindest die Spesen beim Geheimdienst waren lausig.


"Agent Kaveri, schön, Sie endlich kennenlernen zu dürfen! Ich habe schon viel über Sie gehört. Mein Name ist Lieutenant Commander Mira Tane. Setzen Sie sich, bitte."

Sie deutete auf den Holo-Projektor, der gerade eine Nahaufnahme von Jedi-Rat Janson zeigte.

"Haben Sie schon reingehört? Verzwickte Sache. Tee?"

Ohne auf die Antwort zu warten, holte sie zwei Tassen aus ihrem Schreibtisch, goss aus einer wartenden Kanne dampfenden Tee ein und schob eine Tasse der Agentin zu.

"Am Ende müssen wir es wieder richten, so läuft das nunmal."

Sie schlürfte etwas Tee und zuckte zurück. Zu heiß.

"Wir haben aber einen entscheidenden Vorteil. Was die da reden", sie deutete auf den Holoprojektor, "verstehen sowieso die wenigsten. Geheimlabor hier, übergelaufene Jedi da, Genetik, wer wusste wann über alles Bescheid und ist das überhaupt in einer Demokratie erlaubt. Gähn. Da schalten die Leute nach wenigen Sekunden ab. Zu kompliziert. Spätestens nächste Woche interessiert das eh keinen mehr, wenn wir unsere Arbeit richtig machen."

Mira lächelte süß und gab ein spitzes kichern von sich, während sie über den heißen Tee pustete.

"Ah, Sie sind ja Verbindungsoffizieren zum Jedi-Orden, richtig? Wie ist da gerade so die Stimmung?", sagte sie beiläufig, als wäre ihr das gerade erst eingefallen.

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane, Leela Kaveri
 
Kernwelten Corusca-Sektor Coruscant Senatsdistrikt Jedi-Tempel Meditationsraum Sarina Thorne und Draen Tel'Set

Wieder gelang es Sarina, das mystische Bild, das Draen über die Jahre über die Jedi kultiviert hatte, mit einer unprätentiös realistischen Beschreibung des Lebens im Jedi-Orden weich zu zeichnen. Im Endeffekt gelang es ihr damit, auch die jetzige Situation auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen: Jedi waren zunächst auch gewöhnliche Individuen wie alle anderen auch. Sie hatten Interessen, Vorlieben und Abneigungen und mussten ihre Disziplin, Demut und Weitsicht teilweise erst lernen, ehe man sie als die noblen Kämpfer für Gerechtigkeit vom Inneren bis Äußeren Rand kennenlernte. Die Dunkle Seite schien dabei in der Tat eine reale Variable darzustellen, das Gefühl eines internen Widersachers, der sich keiner geringeren Rolle verschrieben hatte, als jener von innen heraus zu korrumpieren. In seinen Augen fasste die Jedi den Umgang mit dieser Thematik mit überaus großer Präzision zusammen, als sie sagte, dass der Zweck nicht jedes Mittel heilige. In Theorie war das ein Grundsatz, der vor der gefährlichen Verblendung schützen würde. In praktischer Anwendung stellte er sich dies weitaus schwieriger vor und so hatten sich die alten Legenden von korrumpierten Jedi gelesen. Ein bloßer Leitsatz hatte nicht vor der schieren Kraft im Affekt geborener Gedanken und Handlungen schützen können. Diese Gefahr war niemals zu unterschätzen.

Draen starrte noch einen Moment länger auf das kleine Gerät in seiner Hand, als hätte er veruscht, die Daten allein durch die Intensität seines Blicks zu rekombinieren. Sarinas Worte über seine Machtsensitivität sickerten langsam durch die Schichten seiner medizinischen Logik. Die Analogie mit dem Instrument und dem Therapeuten – sie war simpel, fast schon trivial, und doch rührte sie an den Kern seines aktuellen Dilemmas. Er schaltete das Display schließlich aus und legte es mit einer Endgültigkeit auf den Tisch, die im Kontrast zu seinem inneren Aufruhr stand.

„Deine Analogie bezüglich der Therapeuten ist... bestechend logisch, Sarina, begann er, wobei er sich bemühte, seine Stimme so kontrolliert wie möglich zu halten. „Ein blinder Fleck in der eigenen Wahrnehmung, trotz klinischer Ausbildung. Es widerspricht meinem tiefsitzenden Bedürfnis nach diagnostischer Vollständigkeit, aber ich muss wohl akzeptieren, dass die Macht kein Organ ist, das man einfach auf einem Scan lokalisieren kann. Man sieht wohl nur das, wonach man zu suchen gelernt hat.“

Er lehnte sich zurück, doch die Entspannung blieb aus. In seinem Kopf begann eine Kette von Reaktionen abzulaufen, eine klinische Analyse der Konsequenzen, die er nicht stoppen konnte. Die Vorstellung, seiner Familie gegenüberzutreten – oder ihnen via Holo-Nachricht mitzuteilen, dass ihr Sohn, der vernünftige Mediziner, nun in den Jedi-Orden eintrat – fühlte sich wie eine Gegebenheit absoluter Unnatürlichkeit an. Er war immer die kontrollierte Abweichung gewesen, doch jetzt sollte sich etwas Neues abzeichnen, das alle Vernunft überstieg. Seine Familie hatte ihr Leben ganz im Sinne der Tirahnner Traditionen geführt und ihren Sohn in einer umsorgenden Art, jedoch ebenso in einer durch Faszination und Ehrerbietung geprägten Sichtweise auf die Jedi großgezogen. Das hier war ein Moment, der ihren Verstand gleichermaßen fluten würde, wie es mit seinem aktuell geschah. Er fühlte sich wie ein Patient, der gerade eine lebensverändernde Diagnose erhalten hatte. Der Name auf der Akte war seiner, aber der Mensch darin war ihm nun zu Teilen plötzlich fremd.

Draen hob den Blick und sah Sarina an. Ihr Grinsen und ihre lockere Art wirkten wie ein Heilsignal in einem Chaos aus Gedanken. Es war unausweichlich. Er musste lernen damit umzugehen. Es war schließlich der Beginn einer neuen Realität – seiner neuen Realität.
„Vielleicht hast du recht“, sagte er mit einem tiefen Atemzug, und ein Hauch seines trockenen Humors kehrte zurück. „Wenn die Akzeptanz meiner Machtsensitivität tatsächlich der erste Schritt ist, dann ist deine Bereitschaft, an einer Teezeremonie teilzunehmen, vermutlich das Äquivalent zu einem medizinischen Wunder. Beides scheint im Moment gleichermaßen surreal.“

Er blickte kurz im Raum umher, als würde er die Wände des Tempels zum ersten Mal als potentielles Zuhause und nicht nur als neutrales Territorium betrachten.
„Ein Zimmer... ja. Ein physischer Ort für diese neue Realität wäre vermutlich hilfreich, um den Schock zu kanalisieren. Was mich besonders interessiert?“ Er hielt kurz inne. „Hinsichtlich meiner bisherigen Laufbahn: vermutlich die Heilkunst der Jedi.“

Erneut fragte er sich, was aus seinen Studienarbeiten auf Tirahnn werden sollte. Jahre der Datenerhebung, der klinischen Tests. Würde er diese nun brach liegen lassen? In der medizinischen Welt Tirahnns hatte er sich über die Zeit etabliert. Er war zwar nicht renommiert, er war aber auch nicht unbekannt. Hier, im Tempel, wäre er ein blutiger Anfänger, dessen bisheriges Wissen bestenfalls als ergänzende Fußnote diente. Es sollte kein Ausdruck von Arroganz sein, doch die Idee dieses Neuanfangs nagte an ihm. Wiederholt war er Rückschritte und Rückschläge aus seinen Forschungsarbeiten gewohnt, doch dies war nun ein Vorstoß in eine völlige Ungewissheit. Draen versuchte, die Zweifel abzuschütteln. Wenn es möglich war, dass ihm bekannte Wissen zu nutzen… vielleicht ergaben sich dann gänzlich neue Möglichkeiten.

Er setzte erneut an.
„Ich… ich möchte verstehen, wie sich meine medizinische Ausbildung mit diesen neuen... Fähigkeiten... synthetisieren lässt. Ob es eine Schnittmenge zwischen Physiologie und Macht gibt, die über das hinausgeht, was in den medizinischen Datenbändern steht.“

Der Tirahnner erhob sich langsam, seine Bewegungen noch etwas hölzern von der Last der Entscheidung, doch seine Worte allmählich gefüllt mit Überzeugung.
„Zeig mir, wo ich anfangen soll, Sarina. Wenn ich schon mein Leben auf Tirahnn und meine Forschung zurücklasse, dann möchte ich zumindest sicherstellen, dass ich hier eine ebenso präzise Antwort auf die Fragen finde, die ich mir bisher noch gar nicht zu stellen wagte.“

Kernwelten Corusca-Sektor Coruscant Senatsdistrikt Jedi-Tempel Meditationsraum Sarina Thorne und Draen Tel'Set
 
[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Gänge ] Arlen, sowie (NPCs) weitere Jedi

Der Termin bei Rat Elliundi war auf den Nachmittag gefallen. Noch immer war es Arlen peinlich, dass er sich beim letzten Mal verspätet hatte, weswegen er heute deutlich früher losging. In den letzten Wochen hatte er immer weniger mit Panikattacken zu kämpfen gehabt, aber man wusste ja nie. Voorpak hatte er ja auch nicht kommen sehen. Da wartete er lieber ein paar Gänge von seinem Ziel entfernt ein paar Minuten auf den Termin, als bis auf dem letzten Drücker damit zu warten, loszugehen.

Der Tempel war zu dieser Tageszeit erfüllt von einem warmen Stimmengewirr. Während Arlen darauf wartete, dass sein Com ihm mit einem Piepen erlaubte, die letzten hundert Meter zu überwinden, stand er mit geschlossenen Augen, an eine Säule gelehnt einfach nur da und genoss das Treiben um ihn herum. Er hörte, wie die Kapuze seiner Robe bei jeder kleinen Bewegung über den rauen Stein schabte, lauschte dem gedämpften Summen der Stimmen im Gang, sowie den leisen Schritten ihrer Besitzer, die mal schnell, mal langsam an ihm vorbeikamen. Tief sog er auch die Gerüche des Ganges ein. Die Filteranlagen des Tempels gaben ihr Bestes, den Abgasgestank Coruscants draußen zu halten und füllten die Luft stattdessen mit künstlichen Noten von Blüten und Holz.

Es war ein friedliches Ambiente. Direkt nach seiner Ankunft hatte er gar nicht in Erwägung gezogen, dass er so etwas einfach machen konnte. Wenigstens hier. Die Augen geschlossen und auch ohne ausgestreckte Sinne einfach nur existieren. Und selbst wenn er daran gedacht hätte, vor drei Monaten hätte er sich garantiert nicht sicher genug gefühlt, es zu versuchen. Nun jedoch galt es den Moment auszunutzen, bevor es wieder ins Feld ging. Gab es eine Möglichkeit sich den Frieden des Tempels zu bewahren? Dachte er an Kelada, dann nein. Der einzige sichere Raum war sein Schiff, die Jedihammer, gewesen und er hatte immer besseres zu tun gehabt, als dort einfach nur zum Durchatmen vorbeizuschauen. Wobei, hätte es etwas geändert, sich derartigen Raum einzunehmen? Hätte er auf diese Weise balancierter auftreten können?

Arlens Com-Alarm riss ihn allzu schnell und allzu schrill aus seinen Gedanken. Unwillig brummte er und stellte das Geräusch mit einem kurzen Druck auf den Ausknopf des Gerätes ab. Dann drückte er die Schultern durch und machte sich auf den Weg zu Rat Elliundis Büro. Noch nicht ganz bereit, den Moment aufzugeben, konzentrierte er sich auf seine eigenen Schritte und versuchte auszumachen, wie anders seine Stiefel auf den Steinfliesen der Treppe klangen. Schließlich hob er die Hand und klopfte heute ohne zu Zögern an Rat Elliundis Bürotür. Es war ein gänzlich anderes Geräusch als seine Schritte auf Stein. Hohl, etwas hallend vielleicht. Beinahe direkt unterbrochen von Rat Elliundis Stimme, die ihn hereinbat.


„Guten Tag, Rat Elliundi.“

, begrüßte Arlen den Quermianer, nachdem er den Raum betreten hatte. Das private Reich des Jedi-Rates roch anders als der Gang und die Treppe. Mehr Flimsi, mehr Plastoid, mehr Technik. Dazu keine Geräuschkulisse, die ihres Namens wert gewesen wäre.

„Ich danke Euch für Eure rasche Antwort. Das weiß ich zu schätzen; Ihr seid dieser Tage sicherlich schwer beschäftigt. Ich möchte auch nicht zu viel Eurer Zeit einnehmen.“

, erklärte er.

„Wie ich in meiner Nachricht schrieb, ist ein Vertreter des NRGD gestern auf mich zugekommen und hat mir das Angebot gemacht, mich zu rekrutieren. Ich kenne ihn von meiner Zeit auf Kelada, wo wir zusammengearbeitet haben. Nun stellt er ein Team für eine neue Mission zusammen – nicht hinter feindlichen Linien, wenn auch abseits republikanischen Gebietes. Er sagte, dies solle nicht in meiner Funktion als Jedi erfolgen, sondern mit mir als ganz offiziellem Teil des Teams. Er wollte sofort eine Antwort, doch natürlich habe ich ihn damit vertröstet, die Sache zunächst vor den Rat bringen zu müssen.“

Für einen Moment hielt Arlen inne und überlegte, ob er alle wichtigen Details in seinem Bericht erwähnt hatte.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen, sowie (NPCs) Rornan
 
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[Coruscant | Mittlere Ebenen | Büros von Duro Agricultural Imports ] Agent Leela Kaveri
Mit einem kleinen Ruck löste Dr. Kaveri sich von der Wand, gegen die sie mit einer Schulter gelehnt gestanden hatte - sie spürte, dass die Bürotür gegenüber sich gleich öffnen würde. Was sich dahinter verbarg, wer dort wartete und mit welchem Anliegen, blieb ihr trotz ihrer durch die Macht verstärkten Sinne noch ein Rätsel. Eine leise, überkritische Stimme meldete sich daraufhin zu Wort, mahnte, dass sie dafür nicht gut genug sei - weder für die Jedi, noch den Geheimdienst - dass sie ihre Talente verschwendete und sich lieber darauf konzentrieren sollte, was sie gelernt hatte. Als Medizinerin und Forensikerin war sie exzeptionell, nicht nur Mittelmaß. Mit einem Anflug von Wut ballte sie die Faust und bohrte ihre Fingernägel in den Handballen. Der Schmerz unterbrach den destruktiven Gedankengang gerade rechtzeitig, um sich an ein Minimum an sozialen Konventionen zu erinnern, als sie hereingebeten wurde.

In angemessenem Abstand blieb die reservierte Wissenschaftlerin stehen und nutzte den Moment, in dem ihre Gegenüber (Lieutenant Commander Tane) die Holoübertragung der Pressekonferenz stumm schaltete und ihr Kostümchen richtete, um die dunkelblonde Frau ausgiebig zu mustern: Eine elegante Erscheinung, die offenbar viel Zeit damit verbrachte, ihr Aussehen zu pflegen.
Leela wusste inzwischen - und es war ein langer, mit schmerzhaften Erfahrungen gepflasterter Weg zu dieser Erkenntnis - dass das Äußere einer Person zwar gewisse Rückschlüsse erlaubte, aber sehr oft den Beobachter in die Irre führte.
Für jemandem aus ihrem Metier war die Begrüßung, die nun durch die andere Kostümträgerin folgte, geradezu überschwenglich. Leela zuckte kurz und beinahe überfordert. Dann nickte sie knapp und folgte der Aufforderung, sich zu setzen, ohne das aufgesetzte Lächeln zu erwidern - nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil Dr. Kaveri das Nicken schon für eine ausreichend kommunikative Geste hielt.


"Lieutenant Commander Tane..."

Ohne die Ranghöhere in ihrem Monolog zu unterbrechen, nahm Dr. Kaveri die Teetasse entgegen, warf einen flüchtigen Blick auf Wes' Gesicht in unangenehm indiskreter Großaufnahme und versuchte anschließend ihr Bild von Tane zu vervollständigen: Der Kommunikationsstil, den sie pflegte... was sie sagte... was sie nicht sagte... Sie schien ihr unglaublich kontrolliert. Wo es Leela gelang, ihr Gesicht ausdruckslos und ihren Blick leer werden zu lassen - niemanden hinter ihre Stirn gucken zu lassen - setzte Tane eine Maske auf und wurde zu einer vollkommen anderen Persönlichkeit.
Ihr Kichern kratzte unangenehm über Dr. Kaveris Schädeldecke, nichtsdestotrotz war das, was sie sagte nicht falsch. Mittlerweile war Leela klar geworden, dass auch sie unwissentlich Anteil an dieser Mission gehabt hatte: Die tödlichen Giftplomben, die sie Eowyn und Ian - halt, nein. Ian hatte sich gedrückt. Die tödliche Giftplombe, die sie Rätin El'Mireth eingesetzt hatte und die zu ihrer großen Erleichterung nicht zum Einsatz kam.

Die hochgewachsene Liannerin blinzelte mit leichter Verwirrung, als am Ende noch ganz beiläufig eine Frage von Tane kam.


"Angespannt."

Eine Sekunde Stille, in der Leela ihre Gedanken sortierte und zu dem Schluß kam, dass an dieser Stelle wohl noch etwas mehr Information gewünscht war. Mit trockenem Unterton fuhr sie fort:

„Die Stimmung im Orden ist angespannt", wiederholte sie, als wäre das Wort beim ersten Mal möglicherweise nicht angekommen.
„Über die Entwicklungen, die das Vertrauen zwischen Orden und Republik einer gewissen Belastungsprobe ausgesetzt haben, sind Sie ja im Bilde. Und darüber hinaus... herrscht eine gewisse... Ratlosigkeit."

Sie trank einen Schluck Tee. Er hatte sich bedauerlicherweise immer noch nicht in Caf verwandelt.

[Coruscant | Mittlere Ebenen | Büros von Duro Agricultural Imports ] Agent Leela Kaveri, Lieutenant Commander Tane (NSC)
 
NPC Mira Tane; Lieutenant Commander des NRGD, Sektion 2

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane, Leela Kaveri

Viele fanden Stille in einem Gespräch unangenehm. Es fühlte sich nicht richtig an. In einem Gespräch sollten ja alle Beteiligten, nunja, miteinander sprechen. Mira hatte jedoch früh gelernt, diese Stille für sich zu nutzen. Diese Stille auszuhalten, um den Gegenüber dazu zu bringen etwas zu sagen, was er oder sie vielleicht gar nicht sagen wollte. Allein das Verlangen, diese Stille zu füllen, verleitete manche dazu, ungewöhnliche Dinge zu offenbaren. Das half bei Politikern, Kollegen oder Vorgesetzten oft erstaunlich gut. Scheinbar auch bei Jedi.

Nach der ersten dreisilbigen Antwort von Agent Kaveri hielt Mira dem Blick der Frau stand und lächelte sie einfach weiterhin über ihre dampfende Teetasse hinweg an. Man konnte in diesem Moment eine Stecknadel fallen hören und Mira zählte innerlich die Sekunden. Es dauerte nicht lange, bis Kaveri einknickte. Sie liebte solche Machtspielchen.

Laut der Agentin herrschte also Ratlosigkeit beim Orden. Wieder wanderte ihr Blick zum stummen Hologramm. Die Pressekonferenz lief immer noch. Wenn der Orden der Jedi diese Ratlosigkeit der Presse präsentierte, würde der galaktische Boulevard die Friedenshüter in der Luft zerreißen. Auch schlechte Publicity ist gute Publicity, heißt es. Mira war davon überzeugt, dass dieses Sprichwort jedoch nicht für alle galt. Den Orden der Jedi würde sie persönlich zum Beispiel ausklammern.


"Dann ist es ja gut, dass unsere Vorgesetzten uns beide zusammengeführt haben. Wir zwei sollen diese Ratlosigkeit möglichst schnell beseitigen. Das klingt nach Spaß, finden Sie nicht?"

Dann spitzte sie die Lippen. Eine Mimik, die sie lang im Spiegel geübt hatte.

"Dafür braucht es natürlich gegenseitiges Vertrauen. Ich brauche für diesen Job Ihre absolute Loyalität. Sie müssen sich Ihrer Rolle bewusst sein, die sie in diesem Theaterstück einnehmen."

Mira stellte die Teetasse ab, öffnete eine Schublade in ihrem Schreibtisch und holte eine kleine unscheinbare Kiste hervor.

"Ich wurde dazu autorisiert, Sie zur Lieutenant zu befördern. Meine Glückwünsche. Ich habe selbst dafür geworben, dass Sie dieses Abzeichen bekommen, damit Sie etwas Beinfreiheit haben."

Eine glatte Lüge. Aber auch hier galt: Wen interessierte schon die Wahrheit? Hauptsache war, dass es gut klang.

"Dann zu unseren nächsten Schritten. Meine Vorgesetzten sind immer noch nicht ganz im Bild, was genau der Jedi-Orden weiß und welche Beweise es konkret gibt. Sie wollen diese Beweise SEHEN. Der Kanzler hat dies explizit verlangt."

Keine Lüge. Der Kampagnenberater des Kanzlers war in der Sitzung, in der auch Mira als Zuhörerin dabei war, ziemlich klar: Um die nächsten Schritte planen zu können, muss die Regierung ein umfassendes Bild der Situation bekommen. Aktuell herrschte immer noch Chaos. Die Pressekonferenz der Jedi befeuerte dieses Chaos sehr wahrscheinlich. Wenn niemand den Kanzler davon abhielt, würde dieser wahrscheinlich sehr bald zurückfeuern. Das mussten sie verhindern.

"Lieutenant, sammeln Sie diese Beweise im Orden und legen Sie dazu ein Dossier an, das Sie im Anschluss mir vorlegen. Ich werde so lange an unserer langfristigen Strategie arbeiten. Außerdem", sie griff in die Truhe und holte einen Datenstick hervor. "Weitere Befehle für Sie. Man hat mir allerdings nicht mitgeteilt, um was es hierbei geht."

Sie überreichte Kaveri den Datenstick.

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane, Leela Kaveri
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Meditationsraum, mit Draen

Draen war ziemlich aufgewühlt, auch, wenn er es nach außen hin nicht zeigte. Aber sie war eine Jedi, und er strahlte es nun mal aus, was sollte sie machen? Sarina würde ihn aber garantiert nicht darauf ansprechen. Man lernte als Jedi, die Dinge, die Personen nicht beeinflussen konnten, wenn möglich zu ignorieren, das war nur fair im Sinne der Privatsphäre. Aber er verstand, worauf sie hinauswollte. Vielleicht half ihm dieser Gedanke, dass er nicht irgendwie versagt hatte oder so, indem er von seinen Fähigkeiten nichts wusste. Das war Unsinn, aber jemand, der so viel Kontrolle über sein Leben auszuüben schien wie Draen, zumindest machte er ihr gegenüber diesen Eindruck, war wohl in seinen Grundfesten erschüttert, so etwas zu erfahren, klar. Sie nickte.

"Ja, genau. Ganz im Gegenteil sogar... Man kann die Macht nicht wirklich messen, auch, wenn wir das gerade in gewissem Sinne getan haben. Aber die Macht ist... sie ist so viel mehr als Zahlen und Daten und Ergebnisse. Du wirst es schon merken",

meinte sie spitzbübisch lächelnd, bevor er tatsächlich so etwas wie einen Witz machte. Als nächstes auf der Liste aber würde ein Zimmer stehen, und seine "Anmeldung" im Tempel. Nur, wenn er gelistet war, konnte schließlich ein Meister auf ihn aufmerksam werden. Okay, oder, wenn man sich einfach irgendwie über den Weg lief und sympathisch war... Wenn sie ehrlich war, das war wohl tatsächlich der üblichere Weg, aber egal. Zimmer also, mit Anmeldung, und dann die medizinische Station. Gebongt. Es war verständlich, dass er ein wenig festhalten wollte an seinem alten Leben, und wieso auch nicht? Man brauchte immer Leute, die als Heiler tätig waren, und vielleicht, mit etwas Glück, hatte Draen darin auch noch besonderes Talent.

"Oh, du wirst es sicher verbinden können", meinte sie zuversichtlich. "Du wärest nicht der erste und auch sicher nicht der letzte Arzt, der Jedi und dann Heiler wird. Wir haben sogar einige aktuell im Orden, aber ich weiß nicht, ob sie vor Ort sind. Viele Heiler wurden in den Urlaub geschickt nach dem Ende des Virus, weil sie sich in den letzten Monaten ja völlig überarbeitet haben. Hat dazu geführt, dass auch ich immer wieder Schichten auf der Station schiebe, damit die normalen Fälle betreut sind. Ein paar der Profis sind natürlich auch noch da, wir haben ja trotzdem nicht nur simple Verstauchungen hier. Schön wär's."

Sie hüpfte von ihrem Sessel und verließ vor Draen den Raum, wieder zurück in den belebteren Teil des Tempels. Am nächstbesten Terminal ließ sie Draen seine Daten eingeben.

"Hast du irgendwelche Sonderwünsche, was dein Zimmer angeht? Wir sind hier eigentlich ganz gut aufgestellt mittlerweile, und es ist genug Platz da. Du musst dir auch nicht ein Zimmer teilen, wie es auf Lianna der Fall gewesen wäre. Hast du noch irgendwelches Gepäck? Die meisten Jedi besitzen nicht viel, wir bekommen ja Kleidung und so gestellt, aber Leute, die von außerhalb kommen wie du, haben logischerweise mehr Kram. Du kannst dir auch was schicken lassen, so winzig sind die Zimmer nun auch nicht und du behälst es auch."

Ebenfalls nicht so wie auf Lianna, wo die Zimmer während Missionen neu vergeben wurden, weil sie einfach zu wenig Platz gehabt hatten. Erst mit dem angrenzenden zweiten Gebäude hatte das nachgelassen...

"Willst du dir erst das Zimmer anschauen oder gleich ab in die Krankenstation? Ich denke, da wird es gerade relativ leer sein", sie blickte auf ihr Chrono, "ich denke, die Pressekonferenz läuft noch oder geht erst langsam zu Ende."

Coruscant - Jedi-Tempel - Flure, mit Draen
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - mit Riuen

Der Schlaf hatte sie diesmal tiefer getragen. Ruhiger. So weit sie sich erinnern konnte gab es keinen vergleichbaren Kampf wie noch in der Nacht zuvor. Als Elise die Augen öffnete, hing kein Rest von Panik in ihren Gliedern oder das dumpfe Nachbeben eines Albtraums in ihrem Kopf. Ihr Körper fühlte sich weiterhin schwer und ausgelaugt an, doch irgendwo zwischen all der Müdigkeit lag ein vorsichtiger Hauch von Erholung. Genug, dass sie nicht sofort das Gefühl hatte, wieder gegen etwas Unsichtbares ankämpfen zu müssen. Aber nicht genug, um über die ganzen Muskelverkrampfungen und neuronalen Störungen einfach hinwegatmen zu können.

Das leise Zischen der Tür holte sie endgültig zurück in die Gegenwart.

Sie blinzelte ein paarmal gegen das helle Licht der Krankenstation an, ehe ihr Blick sich sammelte und an Riuen hängen blieb. Ein müdes, aber ehrliches Lächeln glitt über ihr Gesicht, als sie sah, dass er ein Frühstück dabeihatte. Der Geruch von warmem Tee und frischem Essen verdrängte für einen Moment sogar den sterilen Duft des Krankentrakts.

"Wow, du setzt Maßstäbe, Riuen.", murmelte sie heiser und schob sich vorsichtig ein Stück höher in die Kissen. Die Bewegung gelang ihr kontrollierter als am Abend zuvor, auch wenn man ihr weiterhin ansah, wie viel Kraft Kleinigkeiten kosteten. Ihr Blick blieb einen Moment an seinem Gesicht hängen. Die Anspannung war noch immer da, aber anders als gestern wirkte sie sortierter. Sie kannte diesen Ausdruck. Riuen hatte etwas gefunden, worauf er seinen Fokus richten konnte. Sie machte kleine Fortschritte, zog ein kleines Messer mit der Macht in ihre Hand, mit der anderen das Brötchen, das sie sorgsam in zwei Hälften teilte. Das innere pflückte sie mit zwei Fingern hinaus und stopfte es sich in den Mund.

Bevor sie nach der Liste griff, deutete sie mit einer kleinen Bewegung auf den freien Platz neben ihrem Bett.

"Setz dich erst einmal", sagte sie ruhig. "Und jetzt erzähl mir wie es dir geht. Wie hast du geschlafen?"

Sie meinte es ernst. Elise wusste nur zu gut, wie leicht man sich hinter Aufgaben und Plänen verstecken konnte, wenn die eigenen Gedanken zu laut wurden.

Während Riuen sprach, beobachtete sie ihn aufmerksam. Immer wieder glitt ihr Blick über seine Haltung, die Spannung in seinem Gesicht und die Art, wie er seine Hände bewegte. Sie hörte nicht nur auf seine Worte, sondern auch auf das, was zwischen ihnen lag. Angst, Erleichterung und dieser unerschütterliche Tatendrang. Gleichzeitig spürte sie eine leise Zufriedenheit darüber, dass er sich tatsächlich an sein Versprechen gehalten hatte.

Als er schließlich die Liste hervorzog, hob Elise eine Augenbraue.

"Du warst beschäftigt."

Sie nahm das Datapad entgegen und überflog die Namen langsam.

Zoey Liviana.

Ihr Blick verharrte einen Augenblick länger auf dem Namen, dann hob sie den Kopf wieder.

"Zoey fällt raus", sagte sie sofort und ohne jede Unsicherheit. "Sie ist Sith. Wir sind ihr auf Kast begegnet." Ihre Finger glitten weiter über die Liste. "Ärgerlich, sie war die Archäologin unserer Mission und kennt Thearterra vermutlich besser als viele andere."

Ihre Stimme blieb ruhig und endgültig.

Dann blieb ihr Blick bei Markus hängen.

Für einen kurzen Moment wurde ihr Ausdruck stiller. Schwerer. Ihre Finger ruhten auf dem Namen, ehe sie das Datapad einfach weiterschob.

"Markus auch nicht."

Mehr sagte sie dazu nicht. Ihr Zeigefinger glitt nachdenklich um ihren Daumen.

Innerlich traf sie die Entscheidung endgültig. Kein Streit mehr. Kein Versuch, irgendetwas wieder einzusammeln, das längst zwischen ihren Fingern zerbrochen war. Irgendwann würde sie ihm schreiben. Einen letzten Brief vielleicht. Etwas Ruhiges. Etwas Abschlussartiges. Aber das gehörte nicht hierher.

Sie zwang ihre Gedanken weiter.

Kestrel Skyfly.

Anakin Skywalker.

Q’Tahem.

Sane Kath.

Sarissia.

Tenia Lumiran.


Jetzt veränderte sich ihr Blick spürbar. Mehr Konzentration. Mehr echtes Nachdenken.

"Das hier gefällt mir deutlich besser", murmelte sie und lehnte den Kopf leicht gegen das Kissen zurück. "Kestrel und Q'Tahem wären vermutlich eine der vernünftigsten Optionen." Ein schwaches Schmunzeln erschien kurz auf ihren Lippen. "Was bei uns allen zusammengenommen fast schon ironisch ist."

Ihre Stimme wurde nachdenklicher. Sie atmete langsam aus. "Aber ich habe von ihnen allen seit Ewigkeiten nichts mehr gehört. Und sowohl Q'Tahem als auch Kestrel sind weit außerhalb meiner Ritter-Ehre."

Das schien sie tatsächlich zu beschäftigen.

"Und außerdem haben sie eigene Missionen, Verpflichtungen oder verschwinden irgendwo am Rand der Galaxis und tauchen Monate später wieder auf, als wäre das vollkommen normal."

Sie strich sich müde über die Stirn. Die Erschöpfung kehrte langsam zurück, subtiler diesmal, eher wie ein Gewicht, das sich wieder auf ihre Schultern legte.

"Ich würde zuerst bei Tenia und anfangen", entschied sie schließlich. "Tenia habe ich nur ein einziges mal gesehen, auch auf Thearterra. Sie war nicht Teil der Teams. Aber es ging eine riesige Entschlossenheit von ihr aus." Tenia hatte eine nicht unwesentliche Rolle bei einem der Artefakte gespielt. Ein kleines, erschöpftes Lächeln huschte über ihr Gesicht. "Kestrel traue ich zu, selbst inmitten kompletter Katastrophen einen klaren Kopf zu behalten."

Dann sah sie wieder zu Riuen.

"Außerdem sind die Chancen am höchsten, dass wir sie tatsächlich erreichen."

Sie reichte ihm das Datapad zurück und griff stattdessen langsam nach dem Tee, den er mitgebracht hatte. Die Wärme an ihren Händen fühlte sich erstaunlich angenehm an. Einen Moment hielt sie die Tasse einfach nur fest, ehe sie einen kleinen Schluck nahm und dabei die Augen schloss.

"Das hier ist übrigens vermutlich das beste Frühstück meines Lebens", murmelte sie trocken. "Wobei die Konkurrenz hauptsächlich aus Krankenhausnahrung und Feldrationen besteht."

Als sie die Augen wieder öffnete, musterte sie ihn erneut, diesmal mit etwas mehr Ruhe als am Abend zuvor.

"Ich bin unsicher" sie wog die Risiken ab. "Die Mission könnte super gefährlich werden. Nicht auszudenken, wenn jemand sich meinetwegen verletzt." ('schon wieder')

"Ganz objektiv. Was meinst du? Ist das nicht super egoistisch?"

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - mit Riuen
 
[Coruscant | Mittlere Ebenen | Büros von Duro Agricultural Imports ] Agent Leela Kaveri, Lieutenant Commander Tane (NSC)

Dr. Kaveri hob erstaunt beide Augenbrauen. *Das klingt nach Spaß* meinte Lt. Cmdr. Tane zu der Aufgabe, die drohende schlechte Publicity für die Jedi abzuwenden - diese Einschätzung teilte sie nicht. Der pflichtbewussten Wissenschaftlerin war klar, wie schlecht die Dinge gerade liefen, aber um ehrlich zu sein, war das die Entwicklung, die sie selbst, genauso wie viele andere, erwartet hatte. Seitdem sie von Commander Prothera die Daten des NRGD zum C-Virus zur Analyse bekommen hatte, wusste auch sie, dass es ein Anschlag auf die Integrität der Republik war. Nicht anders als viele Kollegen beim Geheimdienst - und wie sich herausgestellt hatte, wohl auch im halben Jediorden. Dafür zu sorgen, dass die Öffentlichkeit mit dem Ausbruch des Krieges weiter hinter dem Orden stand, war eine Aufgabe, die dringlich und brisant war - *Spaß* sah sie jedoch an keiner Stelle darin.
Infolgedessen ging sie weder auf Tanes lockeren Tonfall, noch auf ihre Euphemismen ein, mit denen sie ihre Schilderungen spickte.


"Die Republik kann sich auf mich verlassen." Ihre Antwort war ernst und schlicht - und in ihrer Wahrhaftigkeit der größtmögliche Kontrast zu Tanes Auftreten.

Leela sah ihrer Gegenüber gerade in die Augen: Sie hasste Spielchen. Wollte Tane sie damit aus der Reserve locken? Eine Reaktion provozieren? Dr. Kaveri dachte noch über eine adäquate Antwort nach, als der nächste Hammer fiel. Sie war froh, dass sie die Teetasse gerade abgestellt hatte, als ihre Beförderung im Nebensatz angesprochen wurde.
Leela ließ einen Moment verstreichen und nahm dann das Abzeichen entgegen, ohne es lange anzusehen.


"Danke", erwiderte sie. Wie zuvor äußerst knapp.

Tane musste es nicht explizit erwähnen - aber an der Beförderung hing eine Bedingung. Dr. Kaveris innere Stimme mahnte zur Vorsicht. Und inzwischen hatte sie gelernt, auf diese Stimme zu hören. Den Datenstick betrachtete sie einen Moment länger. Befehle, die der Überbringerin nicht bekannt waren? Nun - das war in der Tat spannend. Ohne zu blinzeln betrachtete Leela Tane noch einen Moment länger und ließ den Eindruck, den die dunkelblonde Frau in der Macht hinterließ, auf sich wirken. Oh ja: Sie war irritiert, beinahe verärgert.
In einem Anflug von Mitgefühl lächelte Leela nachsichtig, als ihr der Gedanke kam, dass sie an Tanes Stelle auch ziemlich ungehalten wäre.


"Ich werde mich um das Dossier kümmern", sagte sie sanft und stand auf.

Nach einer kurzen Pause:
"Bevor ich das tue, werde ich den Rat informieren."

Der letzte Satz war mit einer Endgültigkeit gefallen, der Tane hoffentlich klar machte, dass er nicht zu verhandeln war. Sie war eine Mittlerin zwischen den Organisationen - sie würde sie nicht gegeneinander ausspielen.

Nach einem kurzen Umweg zu ihrer Wohnung machte sich Leela zügig auf den Weg zum Tempel. Zuvor hatte sie die zusätzlichen Befehle gelesen, wieder ihre nasser-Duracrete-graue Robe angelegt und den regenwolkengrauen Umhang darüber geworfen. Das beruhigende Gewicht ihrer beiden Blaster an den Hüften, das Lichtschwert, das ihr Wes überlassen hatte und seit Galantos ein verlässlicher Begleiter war, in einem Rückenhalfter - sie war bereit aufzubrechen.

Der Nachmittagsverkehr stellte Leelas Geduld auf eine harte Probe - eine willkommene Gelegenheit, die verschiedenen Techniken zur Emotionsregulation zu trainieren, die die Ritterin inzwischen kannte. So kam sie zwar nicht gänzlich entspannt, aber zumindest nicht über die Maßen frustriert im Tempel an, ließ für einige Atemzüge die erhabene Eingangshalle auf sich wirken und suchte Rat Elliundis Büro.
Vor seiner Tür blieb sie einen Moment stehen, ordnete ihre Gedanken und klopfte dann.



[Coruscant | Senatsdistrikt | Jedi-Tempel | Rornans Büro ] Arlen, Leela, Rornan (NSC)
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Speisesaal - mit Calen

Krina hob den Blick erst mit leichter Verzögerung von ihrem Tablett. Man sah ihr an, dass sie mit den Gedanken noch halb bei dem Gespräch mit der Krankenstation gewesen war und sie stochert nicht besonders begeistert in ihrem Frühstück.Ihr Blick blieb einen Moment auf Calen liegen. Junge Robe. Etwas zu vorsichtige Haltung. Datapad aus der Bibliothek. Anwärter.

"Dann warst du also gestern der Junge", stellte sie trocken fest und lehnte sich ein Stück zurück. "Das erklärt zumindest, warum sie jemanden freiwillig in ihren Kopf gelassen hat."

Sie musterte ihn noch einen Augenblick länger. Nicht feindselig, eher prüfend. Ihr Blick war direkt genug, dass viele vermutlich ausgewichen wären.

"Was weißt du über sie und ihren Zustand?" fragte sie dann ohne große Einleitung. "Und woher kennst du sie?"

Noch bevor er wirklich antworten konnte, vibrierte ihr InterCom auf dem Tisch. Krina verdrehte kaum sichtbar die Augen und aktivierte die Nachricht mit einer beiläufigen Handbewegung. Die Stimme eines Heilers erklang gedämpft aus dem Gerät.

"Ritterin Akin, wir benötigen zusätzliche Unterstützung bei einer Machtheilung auf Ebene Drei. Nachwirkungen des C Virus. Der Patient reagiert instabil auf eine Sedierung."

Krina schnaubte leise durch die Nase.

"Natürlich tut er das", murmelte sie halblaut vor sich hin. "Wäre ja langweilig, wenn einmal irgendwas unkompliziert läuft." Sie griff nach ihrem Getränk, nahm einen Schluck und schüttelte den Kopf.

"Ich komme runter, sobald ich mein Frühstück beendet habe. Versucht bis dahin, ihn nicht versehentlich umzubringen." Die Verbindung endete. Sie legte das Com wieder neben das Tablett, als wäre so ein Gespräch nichts Besonderes. Erst danach sah sie wieder zu dem Anwärter auf der anderen Seite des Tisches.

"C Virus, Machtheilung, besessene Ritterin im Krankenflügel", meinte sie trocken. "Willkommen im Jedi Orden. Die Rekrutierungsbroschüren erwähnen sowas erstaunlich selten."

Ein kurzer Blick auf sein Datapad.

"Krina Akin, Heilerin." bemerkte sie dann beiläufig, während sie ihr Frühstück aß. "Du wirkst jedenfalls wie ein Anwärter. Noch ziemlich frisch." Ihre Mundwinkel verzogen sich leicht. "Und? Hast du nach gestern noch Interesse daran, hier irgendetwas zu lernen, oder überlegst du bereits, ob irgendein Frachter auf Level 1313 nicht doch die entspanntere Karriere gewesen wäre?"

Der Ton war flapsig, aber nicht boshaft. Eher die Art von Humor eines Menschen, der zu lange mit zu vielen Problemen gleichzeitig gearbeitet hatte. Während sie auf seine Reaktion wartete, fiel ihr allerdings auf, dass er trotz ihrer Art nicht hektisch wurde. Er duckte sich nicht weg, redete nicht dazwischen, versuchte sich nicht krampfhaft zu beweisen. Diese vorsichtige Zurückhaltung hatte etwas angenehm Unaufdringliches.

Ein kleines, kaum sichtbares Lächeln huschte kurz über ihr Gesicht, mehr in sich hinein als wirklich für ihn bestimmt.

Interessant, dachte sie beiläufig, bevor sie wieder nach ihrem Frühstück griff. Sie hörte ihm mit dem Maß an Interesse zu, dass sie aufbringen konnte.

Coruscant - Jedi-Tempel - Speisesaal - mit Calen
 
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Kernwelten Corusca-Sektor Coruscant Senatsdistrikt Jedi-Tempel Korridore Sarina Thorne und Draen Tel'Set

Als Sarina die Erschöpfung der Heiler ansprach, versteifte sich Draens Haltung. Sein Gesicht verlor die Spur von nachdenklicher Melancholie und wich der scharfen, fokussierten Miene eines Mannes, der eine Bedrohung analysiert.

„Dieses C-Virus...“, begann er leise, und seine Stimme nahm einen dunkleren, beinahe ehrfürchtigen Unterton an. Er blickte kurz ins Leere, als riefe er die Schlagzeilen der galaktischen Nachrichten ab.

„Auf Tirahnn haben wir die Berichte verfolgt, aber die volle Tragweite wurde mir erst spät bewusst. Dass ein Pathogen eine Form von kollektivem Bewusstsein zeigen kann, ist eine absolute Pervertierung der biologischen Grundgesetze. Wenn der Sith-Orden und Imperator Allegious tatsächlich in der Lage waren, die Macht zu nutzen, um eine Krankheit zu beseelen, dann scheint mir die Dunkle Seite keine bloße Philosophie. Sie ist eine biologische Waffe, die das Leben selbst korrumpiert.“

Doch dann hellte sich sein Blick merklich auf, und eine neue Form von wissenschaftlicher Neugier blitzte in seinen Augen auf.

„Wenn die Dunkle Seite das Leben so tiefgreifend verzerren kann, was muss dann erst die helle Seite in der Heilung bewirken können, frage ich mich. Ich habe als Jugendlicher bereits von den Erzählungen gelesen, doch die Vorstellung, dass die Macht genutzt werden kann, um eine Pathologie im Kern zu neutralisieren – nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern die Harmonie im Organismus wiederherzustellen – ist und bleibt… revolutionär. Zumindest für mich.“

Er hielt kurz inne, bevor er auf Sarinas Bemerkung über andere Mediziner im Orden einging. Ein Hauch von Erleichterung mischte sich in seine Züge.

„Es ist... statistisch beruhigend zu wissen, dass ich kein singuläres Phänomen bin. Dass es andere Mediziner gibt, die diesen Weg vor mir beschritten haben, gibt der gesamten Situation eine gewisse… ich nenne es mal „klinische Validität“. Eine Synthese dieser Disziplinen wäre nicht nur in meinem persönlichen Interesse, sondern auch im Kampf gegen Krankheit essentiell.“

Draen trat an das Terminal, seine Bewegungen präzise. Während er seine Daten in die Eingabemaske übertrug, fühlte er das kalte Leuchten des Bildschirms auf seinem Gesicht. Es war ein seltsames Paradoxon: Er fütterte eine Datenbank mit biometrischen Fakten, während das Wichtigste an ihm – diese neue, ungreifbare Komponente – sich jeder herkömmlichen Kategorisierung entzog.

„Das System erfasst mich nun als Subjekt, nicht mehr nur als Gast“, stellte er leise fest, mehr zu sich selbst als zu Sarina. „Ein interessanter Übergang. Gestern war ich noch ein Mediziner auf Reisen, heute bin ich ein... Datensatz in der Ausbildung.“

Als das Gespräch auf sein Zimmer und sein Gepäck kam, blickte er kurz auf seine Hände. Er war mit dem Nötigsten angereist – medizinische Fachliteratur, sein persönliches Diagnosebesteck und einige wenige Erinnerungsstücke von Tirahnn.

„Sonderwünsche?“ Er schüttelte leicht den Kopf. „In meiner Zeit als Assistenzarzt auf Tirahnn habe ich gelernt, auf engstem Raum funktional zu bleiben. Ein ruhiger Ort wäre wünschenswert, das ist alles. Was mein Gepäck betrifft... ich besitze keine großen Besitztümer, aber meine Forschungsunterlagen und einige medizinische Instrumente würde ich gerne bei mir behalten. Sie sind... nun ja, sie sind das physische Äquivalent dessen, was ich bisher als meine Identität betrachtet habe.“

Draen beendete die Eingabe und sah Sarina an. Er bemerkte das spitzbübische Lächeln in ihrem Gesicht und spürte, wie sich ein Teil der Anspannung in seinen Schultern löste. Die letzten Gedanken über das Virus und die Macht hallten noch nach.

„Das Zimmer kann warten“, entschied er mit einer Bestimmtheit, die wieder ganz dem erfahrenen Mediziner entsprach. „Ein Raum ist lediglich ein Aufenthaltsort, aber die Krankenstation... das ist ein vertrautes Habitat. Ich möchte sehen, wie hier gearbeitet wird. Die Erschöpfung der anderen nach diesem Virus impliziert, dass es dort viel zu lernen gibt.“

Er machte eine einladende Geste in Richtung des Korridors.

„Ich möchte den Ort sehen, an dem Wissenschaft und… die Macht aufeinandertreffen. Vielleicht hilft mir der Anblick von vertrauten medizinischen Geräten dabei, die sonderbaren Neuigkeiten des heutigen Tages in einen rationalen Kontext zu setzen.“

Kernwelten Corusca-Sektor Coruscant Senatsdistrikt Jedi-Tempel Korridore Sarina Thorne und Draen Tel'Set
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Ratsebene - Rornans Büro, alleine

Es war nicht allzu leicht gewesen, für Ritter Merillion einen Termin freizuschaufeln, vor allem nicht so spontan, aber manche Dinge mussten schlicht getan werden. Gestern hatte es nicht mehr funktioniert, aber für den heutigen Tag war es notwendig gewesen. Und wenigstens war der Sith kein Mann, der Dinge unnötig in die Länge zog, also würde der Termin auch nicht allzu lange dauern. Allerdings war es ein Termin, der nicht wirklich... angenehm werden würde. Zumindest für ihn selbst. Denn Rornan gefiel absolut nicht, in welche Richtung all das sich langsam entwickelte, erst recht nicht gepaart mit der Anfrage, die heute früh zusätzlich hineingeflattert war. Eigentlich brauchten sie alle verfügbaren Jedi hier. Und Merillion hatte zwar in der vergangenen Zeit an sich gearbeitet, so weit Rornan das beurteilen konnte, aber ihn gleich wieder auf eine Mission zu schicken, die ihm all das eingebrockt hatte, war... Riskant. Äußerst riskant.

Andererseits half es auch nicht, die Leute an einer engen Leine zu halten, wenn sie sich sträubten, diese Erfahrung hatte er bereits leidvoll machen müssen. Und es war immer besser, jemanden an den NRGD zu verlieren, als an die dunkle Seite...
Es klopfte, pünktlich, und Rornan erteilte sofort die Eintrittserlaubnis. Merillion wirkte nach außen hin wirklich wesentlich gefestigter als bei seinem letzten Gespräch; etwas, das
dafür sprechen würde, ihm seinem Wunsch stattzugeben. Es gefiel ihm nicht. Es gefiel ihm einfach nicht.

Rornan grüßte, wies auf einen Stuhl und nickte ihm zu. Merillion begann ohne zu zögern und Zeit zu verschwenden zu sprechen, was der Rat wertschätzte. Eine grobe Zusammenfassung, die indirekte Bitte um Erlaubnis. Rornan nickte erneut.


"Ich verstehe diesen Wunsch und gebe zu, dass es sicher Vorteile hätte für Euch, ein wenig von der Bildfläche zu verschwinden. Bevor ich meine Entscheidung treffe, würde mich allerdings interessieren, wie Ihr selbst Euch und Eure Lage nach der letzten Mission einschätzt, immerhin wird es zwar kein Einsatz wie der letzte, aber das grobe Gebiet dürfte sich durchaus überschneiden. Und dann... Ihr sagtet, Ihr wäret Teil des Teams. Darum lasst mich ganz direkt fragen, Ritter Merillion, wo Ihr Eure Zukunft seht. Habt Ihr vor, den Orden zu verlassen?"

Es klopfte, und Rornan runzelte die Stirn. Verflixt, es kam dieser Tage immer öfter vor, dass er in Gesprächen gestört wurde. Vielleicht wurde es doch Zeit, sich einen Assistenten zuzulegen, ähnlich wie Ahna es getan hatte und nun auch Wes. Eigentlich sträubte sich alles in Rornan dagegen, denn seine Arbeit erledigte er definitiv selbst und jemand anderes würde nur herumpfuschen, aber diese Unterbrechungen waren wirklich störend.
Routinemäßig prüfte er, ob er die Person kannte, die vor der Tür stand, und erkannte eine ihm bekannte Präsenz; jedoch brauchte es einige Momente, bis er sich erinnerte, zu wem sie gehörte. Ah. Leela Kaveri... Die
andere im Bunde. Na das passte ja hervorragend.

Mit einem kurzen Handzeichen gab er Ritter Merillion zu verstehen, noch kurz zu warten (was ihm vielleicht sogar ganz gelegen kam, immerhin hatte er so mehr Zeit, um über seine Antwort nachzudenken), und öffnete mit Hilfe der Macht die Tür.


"Ritterin Kaveri, kommt herein.
Ritter Merillion, ich weiß nicht, ob ihr Ritterin Kaveri bereits kennt. Sie hat einen ähnlichen Weg beschritten, wie Ihr ihn unter Umständen anstrebt, und angesichts dieser Tatsache und einem weiteren kleinen Detail hielte ich es nicht für falsch, dass sie unserem Gespräch beiwohnt, falls Ihr nichts dagegen habt. Ansonsten kann sie sicher noch einen Moment draußen warten."

Coruscant - Jedi-Tempel - Ratsebene - Rornans Büro, mit Arlen und Leela
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Flure, mit Draen

Wirr, dass irgendjemand das C-Virus in den letzten Monaten nur am Rande verfolgt haben konnte. Aber klar, für die Mehrheit der Galaxis war das wohl so gewesen, wurde es Sarina bewusst. Immerhin hatten sie es durch die strikte Quarantäne irgendwie geschafft, dass das Virus lokal begrenzt geblieben war.
Und genauso faszinierend war irgendwie, dass es für jemanden eine neue Erkenntnis war, für welche ekelhaften Dinge man die dunkle Seite nutzen konnte. Klar, das mit dem Virus war schon extrem mies gewesen und niemand hatte damit gerechnet, dass die Sith einen SOLCHEN Angriff starten würden, aber so rein theoretisch... Für Draen hingegen war das absolutes Neuland, das er mit seinem eigentlichen Fachwissen verweben musste. Fiese Sache, das.


"Ja, ist ne üble Sache, diese Dunkelheit."

Gut, dass Draen aber auch das Gegenteil erkannte.

"Man kann schon eine ganze Menge ausrichten. Auch unsere Heiler sind natürlich keine Überwesen und haben ihre Grenzen, aber ja, es ist schon viel drin. Es ist eine andere Form von Heilung, aber auch die funktioniert. Und ich glaube schon, dass es durchaus hilft, wenn man medizinische Vorerfahrung hat. Aber zugegeben, ist nicht ganz mein Fachgebiet." Okay, eigentlich hatte sie ja auch noch keines, aber egal. "Du wirst sicher Leute finden, mit denen du fachsimpeln kannst."

Draen gab seine Daten ein, und Sarina nutzte die Zeit, um sich einfach mit dem Rücken an die Wand zu lehnen, die Augen zu schließen und abzuschalten. Nicht, dass die Führung mit Draen irgendwie anstrengend war, nein, im Gegenteil, aber es tat gut, von Zeit zu Zeit mal ein bisschen durchzuatmen und sie hatte festgestellt, dass sie wesentlich ausgeglichener war, wenn sie dies ab und an tat. Sie hörte die grüblerischen Worte des Tirahnners, wusste aber einen Moment tatsächlich nicht, was sie dazu sagen sollte. Es klang ihr zu... negativ. Auch wenn sie verstand, dass das alles wirklich richtig schwierig sein musste...

"Keine Sorge", sagte sie ebenso leise, "du bleibst Mediziner. Du bekommst nur noch was dazu."

Ja, vielleicht war es das, was Draen so aufwühlte? Sich selbst zu verlieren? Gut möglich. Wäre zumindest keine Überraschung... aber er schien sich zu fangen und klärte sie darüber auf, dass er keine Sonderwünsche hatte, was sein Zimmer anging.

"Die meisten Zimmer sind ziemlich ruhig, außer du hast Pech und wohnst neben eine Wookiee oder so." Sie grinste. "Aber im ernst, sollte dein Zimmer dir warum auch immer nicht passen, du kannst es jederzeit wechseln. Und deine Sachen natürlich hier her schicken lassen. Ich... äh..."

Okay, das war jetzt schwierig, wie sprach man so was an?

"Also, ich würde dir nur empfehlen, wirklich wichtige Dokumente auch noch wo anders oder so gespeichert zu haben. Ich meine, ich war nicht da, aber andere schon; man hat den Tempel schon einmal fluchtartig verlassen müssen, genau wie die Basis auf Corellia, und jetzt ist da wieder ein Krieg... Ich denke, wir sind diesmal anders aufgestellt, aber sicher ist sicher. Nicht, dass du deine bahnbrechenden Ergebnisse verlierst."

Sie grinste schief und hoffte, Draen dadurch nicht total verschreckt zu haben. Vielleicht besser, wenn sie ihn schnell auf die Krankenstation führte; das schien ihn ja wirklich zu interessieren.

"Also, dann hier lang."

Sie führte den Anwärter durch einige Korridore und ein paar Stockwerke einen Turbolift hinauf, bis sie schließlich die ihr langsam vertraute Station betraten.

"Hier vorne haben wir erstmal ein paar Untersuchungszimmer, vor allem für erste Hilfe und kleinere Verletzungen, aber auch einen Notfall-OP. Ja, wir operieren auch tatsächlich manchmal, konservative Medizin hat ihre Vorteile, habe ich mir sagen lassen. Wir haben theoretisch auch immer ein paar Mediziner hier, die nicht machtsensitiv sind, aber während der C-Krise war das ziemlich reduziert. Zu gefährlich und so. Und da hinten gehts in einen der ersten Patientenräume. Die meisten "Zimmer" hier sind tatsächlich größere Sääle mit vielen Betten, aber natürlich haben wir auch einige Einzelzimmer. Auf der Intensiv sowieso, die ist hier den Gang runter."

Sarina zeigte in die Richtung einer aktuell verschlossenen Tür.

"Willst du irgendwas bestimmtes sehen? Wir können auch einfach in einen der Sääle reingucken und ich zeige dir, was wir alles so anstellen können."

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, mit Draen
 
Coruscant - Jedi Tempel - Großer Pressesaal - Fragerunde - Sprecher: Wes, Ian, Eowyn - Journalisten und voller Raum

Ian hätte sich gewünscht, dem Rat von Wes einfach folgen zu können, die Ruhe zu bewahren, doch Voss machte es nahezu unmöglich, sich nicht zu ärgern. Die Vorwürfe die er vorbrachte waren nicht nur absurd, sondern unverschämt. Trotzdem. Oder vielleicht gerade deswegen: Er musste sich beruhigen. Der dunkelhaarige atmete tief durch und zwang sich noch einmal daran zu denken, wie es Tahiri ergangen sein musste, wenn sie mit ihm über das Imperium gesprochen hatte und für einen Moment stellte er sich zusätzlich vor, wie sie auf Voss antworten würde. Noch immer konnte er sie vor sich sehen und jetzt half diese Vorstellung ungemein. Wie sie die Hände falten und sich leicht vorlehnen würde, mit einem Lächeln auf den Lippen, dass dem Gegenüber verriet, dass ihm da eine ganz wichtige Information offensichtlich entgangen war. Und damit waren Voss weitere Abstrusitäten viel eher zu ertragen. Ihm gelang es nicht, Eowyn aus der Reserve zu locken, deren vielleicht Einziges sichtbare Anzeichen von Anspannung nach Außen, ihr ständiger Griff nach dem Wasserglas war. Sie antwortete souverän, noch immer und Ian kam nicht umhin, an die Szene denken zu müssen, als sie das Kom nach ihm geworfen hatte. Sie hatte sich bei anderen eindeutig sehr viel besser unter Kontrolle. Kurz stellte Ian sich vor, dass der nächste Griff nach dem Glas, jenes nicht zu ihrem Und führte, sondern in einer schnellen Bewegung Richtig Voss geworfen wurde. Für ihr Ansehen ein Drama – für Ian eine hilfreiche Vorstellung, sich tatsächlich wieder zu beruhigen. Vor allem, als er sich den Blick des sogenannten Journalisten vorstellte.
Venn war viel angenehmer, auch wenn seine Fragen in eine ähnliche Richtung abzielten. Keiner der anwesenden schien interessiert daran, die Geschehnisse zugunsten der Jedi auszulegen.


„Kontrolle bedeutet auch, korrigierend einzugreifen, wenn Dinge anders laufen, als sie ursprünglich geplant waren, oder wenn Dinge sich verändern“, war das Erste, was Ian nach einer kurzen Runde, nicht nur gen Voss gerichtet sagte, sondern in die ganze Runde. „Wir sprechen leider nicht von einem Vorgang mit festgelegten Regeln, die sowohl für die Republik, als auch das Imperium gelten. Wir sprechen auch nicht von einer Mission, die in irgendeinem Lehrbuch stand und die nach einfachen Punkten abgearbeitet werden konnte. Ich bitte Sie, das einmal zu überprüfen. Wenn Sie ein Interview wie dieses führen, haben Sie vermutlich ein paar Fragen vorbereitet – aber es werden zusätzliche Fragen auftauchen, die von Ihnen Flexibilität, nein, Anpassung verlangt. Das ist meiner Ansicht nach keine faszinierende, sondern eine ehrliche Definition von Kontrolle.“

Am liebsten wäre Ian aufgestanden, ihm fiel es immer schwerer nur zu sitzen, vor allem, bei diesem Thema.
„Diese Konferenz diente und dient vor allen erst einmal dazu, der Galaxis zu erklären, was überhaupt geschehen ist. Wollen sie eine Lösung, oder nicht weniger als ein Wunder? Wir sind kaum von dieser Mission zurückgekehrt und haben uns direkt an die Öffentlichkeit gewandt, ohne Skript. Ohne doppelten Boden. Bloß mit der Wahrheit über das Virus und über das, was danach folgte. Wie könnte auch nur einer von uns den Versuch wagen, die Galaxis zu beruhigen, nach dem was geschehen ist? Wäre das nicht fahrlässig? Würden wir hier sitzen und behaupten, dass wir von nun an für alles immer und sofort eine Lösung hätten, wäre das auch nur im Ansatz glaubhaft? Wahrheiten sind meistens nicht bequem und niemand hier würde lügen, um das, was geschehen ist begreiflicher zu machen.“ Da konnte Voss noch so unverschämte Fragen stellen. Da konnte Venn noch so sehr versuchen, den Finger in die Wunde zu legen.

„Sie fragen nach konkreten Schritten, die aus der Auswertung dieser Mission folgen – und ich kann Ihnen nur die unbefriedigende, aber ehrliche Antwort geben: Das wird sich jetzt, langsam, Schritt für Schritt ergeben. Wir können den zweiten nicht vor dem ersten machen. Diese Mission ist so frisch, wie die Wunden, die Sie noch sehen können. Wir konnten eine Gefahr, das C-Virus nicht abwenden, nicht verhindern, das mag ein berechtigter Vorwurf sein. Weil die Republik und die Jedi dem Frieden vertraut haben. Ein zweites, tödlicheres Virus wurde verhindert. Ich kann nicht für die Jedi sprechen und nicht für die Republik, aber Ihre Frage kann nicht allein von den Jedi beantwortet werden, sondern von allen Sicherheitssystemen und anderen Anhänger:inen der Republik. Niemand der hier sitzt, ist ein Wahrsagendr oder ein Vorhersehender. Und dafür müssen Gremien gebildet werden. Wir wissen jetzt, was geschehen ist und das heißt, dass wir nun nach Lösungen suchen müssen. Das ist der zweite Schritt. Das konnten wir nicht vorher liefern und wir können die Lösung nicht alleine liefern.“

Auch Ian trank nun einen kleinen Schluck und atmete noch einmal aus, für den letzten Satz, den er sagen wollte.
Eine letzte Sache noch von mir. All das, was Sie eben gehört haben zeigt eindrücklich, wie schwierig es sein kann, Vertrauen in andere zu haben. Und dennoch: Ohne Vertrauen ist ein Miteinander unerlässlich. Den größten Fehler, den wir nun begehen könnten wäre der, in Misstrauen gegen alle zu geraten. Das würde uns schwächen, desillusionieren und uns noch weiter voneinander entfernen. Wenn Sie alle Ihre Gegenüber ansehen, dann könnte da immer ein potenzieller Feind sein. Der gesamte Raum hier könnte voll sein. Es wäre ein Fehler, alle unter Generalverdacht zu stellen. Lassen Sie uns alle gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Republik wurde bereits mit dem C-Virus infiziert. Lassen Sie uns keine weitere Seuche, namens Misstrauen säen und uns noch weiter spalten.“ Und damit hatte Ian absolut nichts mehr zu sagen. Wer bis jetzt nicht überzeugt war, den würde nichts mehr überzeugen und Ian war kein charismatischer Redner, der Leute für sich gewann. Bloß ein ehemaliger Imperialer, der versuchte, die Augen derer zu öffnen, die das Offensichtliche noch immer nicht sehen wollen: Sie waren von vorne bis hinten belogen und betrogen worden und der Feind war das Imperium und, wie so oft die Lüge.



Coruscant - Jedi Tempel - Großer Pressesaal - Fragerunde - Sprecher: Wes, Ian, Eowyn - Journalisten und voller Raum
 
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Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation – mit Elise

Die Anspannung des Chiss fiel ein bisschen, als er eine wache Elise vorfand, die sogar etwas … lebhafter wirkte, als am Tag zuvor. Ihre Augenringe waren nicht ganz so dunkel, dabei war diese Nuance so winzig, dass sie der Blauhaut wohl unter anderen Umständen entgangen wäre. Oder er einen Witz darüber gemacht hätte. Dann kam ihr Lächeln, müde, aber wach und Riuen erwiderte es mit noch einem Funken mehr Hoffnung.
„Tja, ich kanns dem neuen Sprössling ja nicht zu einfach machen. Jemanden so großkotzigen wirst du nicht nochmal finden, aber jemand, der gleichzeitig so höflich ist?“ Riuen zuckte mit den Schultern und stellte das Tablett ab. Er selbst hatte bereits vor zwei Stunden gegessen und so viel Kaf getrunken, dass sein Magen ihm dazu riet, es langsamer angehen zu lassen.
Sein Witz half ihm ungemein dabei, kein verräterisches Lächeln zu zeigen, als Elise das innere ihres Brötchens herauszupfte. Selbst ein Chiss wie er, nach Außen stark und groß, liebte sie doch, diese kleinen, winzigen Eigenschaften und vermutlich hätte sein Lächeln seine Gefühle verraten, wäre es nicht von dem Grinsen seiner eigenen Großspurigkeit übertüncht gewesen.

Elise ging dann dazu über, Elise-Dinge zu machen. Aufs Bett tippen und ihn fragen, wie es ihm ging. Wie oft hatte sie das bereits getan und wie selten hatte er sie dabei ernst genommen? Ihr beständiges Mustern machte es nicht einfach, ihr eine weitere, aberwitzige Antwort zu geben. Auch die Tatsache nicht, dass er schon wieder so nahe bei ihr saß. Eigentlich war Riuen es leid zu verschweigen, was und wie er fühlte. Normalerweise war er nicht dieser vorsichtige, sich langsam herantastende Kerl. Sag offen, was du fühlst, oder halt die Klappe. Das war schon seit Jahren seine Devise gewesen und er hatte all die lächerlichen Lieder über Liebe, in der schmachtend über die nie genutzten Chancen gejammert wurde belächelt. Sie zuweilen sogar gehasst. Was ihn davon abhielt ehrlich zu Elise zu sein, war hingegen nicht die Angst davor, auf nicht erwiderte Gefühle zu stoßen. Das war etwas, was man sich ohnehin klar machen musste. Nein, was Riuen abhielt, war etwas vollkommen anderes. Seine eigenen Grundsätze, auch wenn sie sich zum teil absolut um Widerstreit befanden. Elise war noch immer in Lebensgefahr und ließ man jemanden, der jemanden liebte, der in Lebensgefahr war, auf eine Mission, um dessen Leben zu retten? Nein. Wusste Riuen das? Ja. Wusste Elise das? Ja. Und zu was würde das führen, wo er ihr das leichtfertige Versprechen gegeben hatte, sie miteinzubeziehen? Genau. Zu Streit. Und den galt es zu vermeiden. Nicht aus Harmoniesucht (bei der bläue seiner Haut, er war nicht harmoniesüchtig). Aber Streit kostete Kraft und Kraft war ein Luxus, den sie sich gerade kaum leisten konnten.

„Hab einmal mehr das Gefühl, du treibst Psychospielchen mit mir. Seit gestern hat sich nicht viel geändert. Muster mich weiter so, du wirst es sehen. Was sich geändert hat ist, dass ich eine Liste habe.“ Womit er ihr das Pad reichte, dass die Namen all derer beinhaltete, die schon einmal auf Thearterra gewesen waren.
Zoey war eine Sith, der sie auf Kast begegnet waren? Riuens Gedanken glitten zurück dorthin, doch er hatte keine Ahnung, zu welchem der idiotischen Gestalten, welcher Name gehörte, also nickte er bloß grimmig. Keine Zoey. Und das war nicht der einzige Name, den Elise mehr oder weniger von der Liste strich. Nach und nach fielen quasi alle weg, bis auf eine. Tenia Lumiran. Ein Name, der wie ein Zauberspruch klang.

„Dann senden wir eine Nachricht an Tenia, Kestrel und Q‘Tahem. Und fragen direkt, ob sie vor Ort sind und wir persönlich mit ihnen sprechen können. Das ist klüger, als nur eine Nachricht zu verfassen.“ Sprich persönlich, zeig dein Gesicht, überzeug mit deiner Anwesenheit. Das einmal eins, bei Bitten – und das hier war eine. „Fällt dir noch jemand ein? Irgendjemand? Der nicht zwei Herzinfarkte hatte oder im Schwebestuhl sitzt?“ Noch während er es aussprach, fiel ihm tatsächlich jemand ein. „Leela. Leela Kaveri!“ Doch auch sie hatte der Chiss schon ewig nicht mehr gesehen.
Elise aber schien mit etwas ganz anderem zu hadern und Riuen widersprach ihr sofort.

„Nein, Elise, es ist nicht egoistisch. Wir sagen nicht: Hey, das wird eine ganz leichte Mission. Wir werden sagen, wie gefährlich Thearterra ist und der Orden verbindet uns alle miteinander, ob wir das wollen, oder nicht. Ich denke nicht an diese dramatischen Familienbande, aber an gemeinsame Verantwortung. Wie können uns nicht leisten, einen unserer Mitglieder zu verlieren. Noch weniger, wo wir uns im Krieg befinden. Außerdem ist Egoismus eine verdammt gesunde Sache. Zuerst an sich denken, sich die Sauerstoffmaske aufsetzen und dann anderen helfen. Das ist wichtig und objektiv betrachtet würde ich das auch sagen, wenn, ach, was weiß ich, meine Ex eine Jedi wäre und mich das fragen würde.“


Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation – mit Elise
 
[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen, sowie (NPCs) Rornan

Verwirrt sah Arlen auf den Stuhl vor Rat Elliundis Schreibtisch hinab, auf den er sich gesetzt hatte. Er war unerwartet bequem. Arlen kam nicht umhin zu bemerken, dass ihm dies beim letzten Mal nicht aufgefallen war. Erst dann realisierte er, dass der ihm beim letzten Mal nicht angeboten worden war. Das Meeting hatte er im Stehen absolviert, hatte berichtet, hatte den Artikel entgegengenommen wie einen Schicksalsschlag. Nun saß er jedoch. Möglicherweise ein Indiz darauf, wie das heutige Meeting laufen würde?

Rornan sprach, antwortete auf Arlens erste Erklärung, warum er hier war. Er verstand den Wunsch, sagte er, wollte jedoch keine Entscheidung fällen, bevor er nicht ein paar Fragen gestellt hatte. Wie schätzte Arlen seine heutige Lage verglichen mit der von vor ein paar Monaten ein? Er wollte schon antworten. Nickte, öffnete den Mund, doch hatte Rat Elliundi bereits die nächste Frage parat. Arlen nahm die Erkundigung hin, wie einen Schlag in die Magengrube. Hatte er vor den Jedi-Orden zu verlassen?

Einen Moment zu spät verstand er, wie der Quermianer zu dieser falschen Einschätzung hatte kommen können. Ja, Arlen hatte davon gesprochen, Teil des Teams zu werden. Er hatte erklärt, dass Voorpak das so vorsah und hatte selbst keine Gegendarstellung geliefert. Impliziert natürlich schon. Er war hier, er hatte keine Entscheidung getroffen, er sprach mit dem Rat. Und doch hatte er nicht vorausgesehen, wie das explizite Framing wirken musste, welche Gedanken der Rat sich nach der Nachricht gestern wohl gemacht hatte…

Bevor er antworten konnte, klopfte es an der Tür. Verwirrt sah er sich um, nun plötzlich auf der anderen Seite der Geste. Unwillkürlich streckte er seine Sinne aus. Fragend warf er Rat Elliundi einen Blick zu, doch der Quermianer gab ihm nur mit einem Handzeichen zu verstehen, er solle mit seiner Antwort noch warten. Stumm – gut geölt – schwang die Bürotür auf und gab den Blick auf eine Menschenfrau (nahm er an) frei. Sie war vielleicht in seinem Alter. Er kannte sie nicht, hätte er sie kennen müssen? Arlen schluckte die Antwort, die ihm auf der Zunge gelegen hatte, wieder hinunter und wartete ab.

Rat Elliundi sprach sie als Ritterin Kaveri an, bat sie hereinzukommen. Er erkundigte sich, ob sie sich schon kannten, dann stellte er sie als jemanden vor, die den Karriereweg bereits beschritten hatte, der ihm vorschwebte. Schließlich fragte er noch, ob Arlen etwas gegen ihre Anwesenheit hatte. Ihm entging natürlich nicht, dass dies erst geschah, nachdem Elliundi Kaveri bereits hereingebeten hatte.

Entsprechend interpretierte Arlen die Frage mehr als Höflichkeit, als als wirkliche Wahl, die er gehabt hätte. Dennoch schenkte er der Ritterin ein freundliches Lächeln und sagte:


„Keineswegs. Schön euch kennenzulernen, Ritterin Kaveri.“

Er gab ihr die Hand, als sie nähertrat, bevor er sich wieder auf seinen Stuhl setzte. Dann schaute er Rat Elliundi wieder an.

„Nein, ich möchte den Orden nicht verlassen.“

, setzte er an, bewussten Nachdruck in den Worten.

„Das Wichtigste zuerst. Ich bin nicht hier, um meinen Austritt zu verkünden, oder auch nur in diese Richtung zu arbeiten. Mich hat der Rekrutierungsversuch auch überrascht und ich bin hier, um Rat zu suchen und um Erlaubnis zu fragen.“

Sein Blick galt nur dem Quermianer. Natürlich war er sich der Anwesenheit Kaveris neben ihm bewusst, doch ihr Daseinszweck war noch nicht enthüllt worden, weshalb er sie für den Moment ignorierte.

„Wenn ich dem NRGD beitrete, dann zusätzlich zu meiner Funktion als Jedi, nicht statt ihr. Ich verstehe natürlich, warum mein Kontakt mich so angesprochen hat, aber so leicht mache ich ihm das nicht. Und mir. Grundsätzlich erscheint mir die Richtung als sinnvoll. Trotz des Fiaskos auf Kelada habe ich Fähigkeiten erlangt, die ich in den Dienst der Republik stellen kann und will. Vielleicht geht das in einer Ratsmission? Aber mir scheint, als wäre eine Mission mit diesem Profil als purer Jedi näher an Kelada als uns beiden lieb wäre.“

Kurz pausierte er, schaute von Elliundi zu Kaveri und zurück. Das Büro schien ihm ein wenig von seiner Wärme eingebüßt zu haben. Er spürte die Augen der anderen beiden Jedi auf sich, konnte ihre Auren jedoch nicht lesen, wie er dies mit anderen Wesen getan hätte.

„Was mich zu Eurer anderen Frage bringt. Mir geht es besser als vor drei Monaten. Ich habe geruht, ich habe reflektiert…nochmal Kelada würde ich trotzdem grade nicht für sinnvoll halten. Deswegen erscheint mir die Rekrutierung attraktiv. Ich habe Euren Rat nicht vergessen, demütiger zu werden. Weniger auf meine Kappe zu nehmen.“

Seine Augen waren nun fest auf die des Quermianers gerichtet.

„Arbeit im Team, als kleinstes Glied einer Kette, tut das. Ich wäre ein Agent mit direktem Umfeld und Vorgesetzten. Ich trüge nicht das Gewicht des gesamten Einsatzes auf den Schultern und könnte von anderen lernen, bevor ich irgendwann wieder selbst so weit bin. Das erscheint mir richtig und wichtig.“

Tief atmete Arlen ein und dann wieder aus. Er hatte Rat Elliundis Frage angeschnitten, doch noch nicht voll beantwortet. Wie schätzte er seine aktuelle Lage ein, im Vergleich zu vor drei Monaten? Welche Rolle spielte Ritterin Kaveri, dass sie die Antwort mithören sollte? Ein ähnlicher Karrierepfad wie er ihn anstrebte. Was bedeutete das? Eine Jedi, die bereits beim Geheimdienst war, oder eng mit ihm zusammenarbeitete? Ein weiteres Mal warf er ihr einen Blick zu, überlegte für einen Moment, wie sehr er beim Seelenstriptease auf ihre Anwesenheit Rücksicht nehmen sollte. Entschied sich dagegen.

„Meine Lage insgesamt schätze ich als deutlich stabiler ein. Ich war in Therapie, habe viel meditiert und über Eure Frage nachgedacht. Bereue ich es, so viele Feinde auf Kelada getötet zu haben? Die Antwort, die ich für mich gefunden habe, ist ja. Ich habe mich in der Mission verloren und habe Leben nicht so sehr gewertschätzt, wie ich das als Jedi hätte tun müssen. Ich hatte vor Augen, dass jeder tote imperiale Soldat das System schwächt, aber das war zu kurz gedacht. Vermutlich haben meine Handlungen ihre Reihen sogar am Ende gestärkt. Der Tod dieser Männer und Frauen hatte also am Ende abseits des Missionsziels keine Wirkung. Er war nur eine lange Liste an Tragödien. Unter diesem Gesichtspunkt hätte ich stärker versuchen müssen, ihre Leben zu schonen. Dass ich das nicht getan habe, ist ein Problem.“

Für einen Moment wanderte sein Blick zum Fenster, sah hinaus auf den Verkehr des Senatsdistrikts. Noch immer strömten die Gleiter unverändert in ihrem gleichmäßigen Tempo vorbei. Kein Laut drang durch die dicken Transparistahlscheiben und ließ die Bewegung wirken wie das stete Rieseln einer Sanduhr. Ob Rat Elliundi seine Worte reichen würden? Er verschränkte die Arme vor der Brust und setzte sich wieder etwas grade in seinem Stuhl hin. Einen Moment später fuhr er fort:

„Das soll nicht heißen, dass das Töten eines Feindes aus meiner Sicht nun inakzeptabel ist. Nur, dass es meine Pflicht ist als Jedi zu prüfen, ob es wirklich keinen anderen Weg gibt.“


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen und Leela, sowie (NPCs) Rornan
 
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