Coruscant

Kollaboration mit @Eron Nook

[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Gleiterstraßen / Gleiter ] Arlen, sowie (NPCs) Gold-7

Voorpaks Beileidsbekundung darüber, was der imperiale Propagandaapparat ihm eingebrockt hatte, quittierte Arlen mit einem trockenen Lachen. Es klang fast schon wie ein Hüsteln. Er hatte nicht daran denken wollen, ob der NRGD da nicht etwas tun konnte und wurde trotzdem enttäuscht. Es tat ihm leid. Nichts weiter. Arlen erinnerte sich daran, dass er für seine Handlungen und die Blöße, die er sich gegeben hatte, selbst verantwortlich war. Es gab keinen Grund, warum der Geheimdienst Ressourcen investieren sollte, um seine Fehler auszubügeln. Allzu große Gefühlsduselei war in diesem Metier ein schlechtes Geschäft. Logisch verstand er das natürlich.

Trotz seiner ersten Forderung, hatte Voorpak aber doch ein bisschen Zeit auf Arlens Antwort zu warten. Ein paar Tage. Damit ließe sich doch arbeiten; Arlen nickte.


„Es sollte nicht lange dauern. Ich schicke dem Rat eine Nachricht, ich denke, wenn ich den NRGD erwähne, werden sie mich da nicht zu lange warten lassen.“

Arlens Status als Unentschlossener veranlasste Voorpak jedoch auch dazu, seine Pläne zu ändern. Statt ihn zu seiner Operationsbasis zu bringen, erklärte er sich dazu bereit, ihn beim Tempel abzusetzen. OpSec wurde hier offensichtlich großgeschrieben. Diesmal grinste Arlen wirklich und lachte sogar, als Voorpak feststellte, dass sie schon einen flauschigen Spitznamen für ihn finden würden. Er hörte etwas im Unterton des Mannes und die Aura bestätigte es. Eine spöttische Vorfreude, die Arlen glauben ließ, dass was auch immer auf ihn wartete, am Ende vielleicht doch nicht so flauschig werden würde. Nun ja, er würde es wohl beizeiten feststellen.

Voorpak hielt sein Wort und brachte Arlen bis zu den Eingangsstufen des Tempels.


„Danke, ich melde mich.“

, sagte Arlen zur Verabschiedung, drückte die Hand des Agenten fest und stieg schließlich aus. Schnellen Schrittes begab er sich, ohne einen Blick zurück, ins Innere und zu seinem Quartier, wo er auf seinem Com zwei Nachrichten verfasste. Die erste ging an Faith und lud sie zu einem spontanen Date an diesem Abend ein. Die zweite ging an Rat Elliundi, direkt mit der Bitte um eine Audienz, um die nächste Mission zu besprechen. Kurz zögerte Arlen, direkt enthüllen, dass der NRGD versuchte ihn zu rekrutieren. Dann entschied er sich doch dafür. Er hoffte einfach, dass diese Information den Quermianer nicht dazu bringen würde, sich über Arlens Aktivitäten der letzten drei Monate ein Vorurteil zu bilden.

An diesem Abend nutzte Arlen die Gelegenheit Faith noch einmal schick zum Essen auszuführen. Es war eine seltene Gelegenheit, zu der sie die Jediroben im Tempel lassen konnten. Rat Elliundi hatte einen Termin für den nächsten Tag bestätigt, doch Arlen entschloss sich das schwere Thema zumindest während des Essens nicht anzuschneiden. Einerseits war es ihm wichtig den Abend noch genießen zu können…andererseits war es vermutlich besser das Thema Geheimdienst nicht in der Öffentlichkeit auszubreiten. OpSec konnte er auch!

Erst als sie später wieder satt und zufrieden in einem verlassenen Aufenthaltsbereich des Tempels saßen, war es an der Zeit das Gespräch zu beginnen. Arlen räusperte sich und hielt seinen Blick für einige Momente nur auf die Stehlampe gerichtet, die dem Raum als einzige, sekundäre Lichtquelle diente. Die Deckenbeleuchtung hatten sie beim Hereinkommen abgeschaltet und so hatte sich trotz der kargen Einrichtung doch eine recht heimelige Atmosphäre gebildet. Fast war es, als säßen sie in einem gemeinsamen Wohnzimmer. Und nicht einem Gemeinschaftsraum mit einer viel zu großen Couch in seiner Mitte.


„Ich wollte noch über ein ernsteres Thema mit dir sprechen, Faith. Heute habe ich Gold-7 getroffen.“

, begann Arlen schließlich zögerlich.

„Hier? Auf Coruscant? Dann sind sie auch nicht mehr auf Kelada?“

, fragte sie.

„Wie geht es ihm?“

„So habe ich auch geschaut.“

, antwortete er, ihre Überraschung mit einem dünnen Lächeln quittierend.

„Ihm scheint es gut zu gehen, aber schwer zu sagen. Er war sehr fokussiert auf seinen Pitch.“

Für einen Moment holte er Atem und stieß ihn dann durch die Nase wieder aus.

„Er ist nach meinem Termin bei Dr. Anteevian auf mich zugekommen. Er wollte mich für den NRGD anwerben. Er wollte sofort eine Entscheidung, aber ich habe ihn vertröstet. Ich hab‘ ihm gesagt, ich muss das erst mit dem Rat besprechen... Der Termin ist morgen. Ich wollte, dass du die Erste bist, die davon erfährt.“

, erklärte er beinahe ein wenig zu schnell. Mechanisch. Faith antwortete nicht sofort. Stattdessen wiegte sie den Kopf von einer Seite zur anderen. Ihre Aura verbarg ihr Gefühl des Unbehagens nicht, doch auch in ihrem Gesicht sah Arlen die Rädchen rattern.

„Ich bin zwar noch nicht im Rat, aber ich weiß zu schätzen, dass ich die erste bin...“

Sie lachte leise, unbeholfen. Eine Geste, die Arlen selbst viel zu häufig nutzte, um komplizierte Situationen zu entschärfen. Auch nun spiegelte sein Gesicht ihre Reaktion unwillkürlich, wenn auch eine Spur gequält.

„Ich bin mir sicher, es ist nur eine Frage der Zeit, bis du auch im Gremium sitzt...“

Da war er, der obligatorische Witz.

„Ich wäre dann beim Geheimdienst voll eingestellt und würde von der Pike an als Agent beginnen. Kein Lone-Wolf-Kram mehr, wie auf Kelada. Laut Gold-7 geht es auch nicht noch einmal hinter feindliche Linien, aber trotzdem runter von NR-Gebiet. Worum es genau geht, wollte er mir nicht sagen, aber ich soll mit einem halben Jahr Einsatz rechnen.“

Erneut antwortete Faith nicht sofort. Arlen sah sie schlucken und – verdammt! – er verstand es.

„Ein halbes Jahr?“

Er nickte und stieß gequält Luft durch die Nase aus.

„Immerhin das. Kelada war Ende offen.“

, rechtfertigte er sich beinahe schon reflexhaft.

„An sich klingt das für mich wie ein logischer nächster Schritt.“

Er hob seine bionisch reparierte Rechte und begann an den Fingern abzuzählen:

„Ich kann meine Fähigkeiten nutzen, aber ich muss nicht nochmal den Sith spielen. Ich bin in einem Team und nicht mehr alleine unterwegs. Ich kann wenigstens für eine Weile Verantwortung abgeben, aber ich bin immer noch ein Jedi. Ich operiere unter falschem Namen, sodass mir auch das Kopfgeld egal sein kann.“

Und da war auch sein innerer Pragmatiker. Er spielte heute Abend auch wirklich alle Klassiker an, was? Für einen Moment verstummte er, doch Faith sagte nichts. Sie schien auf mehr zu warten.

„Nur...es bringt mich von Coruscant weg. Und von dir...“

Noch immer keine Antwort – zumindest keine verbale. Faith senkte den Blick und biss sich auf die Unterlippe. Er zwang sich fortzufahren:

„Der Rat hat eine Stimme in dieser Entscheidung und du auch. Wenn wir beide zu dem Schluss kommen, dass es keine gute Idee ist, sage ich Gold-7 ab, ohne auch nur mit dem Rat gesprochen zu haben. Dann warte ich ab, und versuche mich an was auch immer zu hängen, wo es dich hin verschlägt. Ich bin sicher deine neue Meisterin wird sich nicht beschweren noch jemanden weiteres dabei zu haben, egal wohin es geht...“

Nun endlich antwortete sie:

„Ich weiß zu schätzen, dass du mich nach meiner Meinung fragst. Und es ist doch klar,“

Sie hob den Blick und ihre Augen begegneten sich.

„dass ich dich bei mir haben will. Aber mir... uns... war doch auch völlig klar, dass wir Verpflichtungen haben, die uns früher oder später... an andere Orte führen werden.“

Er nickte.

„Da haben wir uns ja wirklich einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Der Krieg wartet leider nicht. Ich bin zutiefst dankbar für wenigstens die drei Monate, die wir uns gegriffen haben...“

Er stockte, als er die Emotionen, die aus ihrer Aura zu ihm herüberschwappten, nicht länger ignorieren konnte.

„Ich bin ein großes Mädchen. Ich werde ein halbes Jahr ohne dich überleben können. Nicht, dass ich das möchte. Aber ich kann es. Aber du musst mir eines versprechen: Du musst auch ohne mich überleben können. Und ich meine wirklich überleben. Ein anderer Name schützt dich nicht vor der Gier nach 10 Millionen Credits, Arlen. Außerhalb der Neuen Republik kannst du zum Freiwild werden. Versprich mir, dass du zu mir zurückkommst.“

„Ich verspreche es. Gold-7 ist ja dabei, er kann mir vertretungsweise die Haut retten...“

Ein weiteres gequältes Lächeln, der Versuch die Stimmung doch noch irgendwie zu lockern.

„Aber im Ernst. Es ist nicht nur der neue Name, es ist auch ein neues Gesicht. Wie unfreiwillig das auch immer zu Stande gekommen ist. Das Imperium hat keine Aufzeichnungen wie ich aussehe. Das habt ihr damals alles vernichtet. Und dazu...habe ich geübt...“

Für einen Moment lehnte er sich auf der Couch zurück und konzentrierte sich. Er hatte keinen Spiegel, doch im Feld musste es ja auch ohne gehen. Das bleiche Gesicht eines Givin legte sich über seine Züge. Er hielt die Illusion für ein paar Momente, drehte den Kopf von einer Seite zur anderen und ließ sie schließlich fallen.

„Mein Name ist neu, mein Gesicht ist neu, und es ist nicht mein einziges. Ich kann in der Masse verschwinden und tun, was ich am besten kann. Für die Republik. Ich schwöre dir, ich komme wieder zurück und lasse mich nicht nochmal fassen.“

Er hoffte, dass all die Kritik die Rat Elliundi – und er selbst! – an ihm geübt hatte, auch der Begegnung mit der Realität standhalten würden.

„Wer weiß wie weit du in sechs Monaten mit deiner Ausbildung bist. Vielleicht können wir dann ja wirklich zusammen auf die nächste Mission gehen. Wenn dir dann nochmal nach Undercoverarbeit ist...“

Er stockte für einen Moment, dann fuhr er fort:

„Du musst mir aber auch versprechen, dass du auf dich aufpasst. Du bist die kompetenteste Padawan die ich kenne und dass du noch nicht befördert wurdet, ist ein Skandal, der eigentlich in einer Senatsanhörung besprochen werden müsste. Nichts anderes habe ich dem Rat gesagt.“

Er lächelte, doch Faith wiegelte die Schmeicheleien mit einer lässigen Handbewegung ab. Die Geste erinnerte Arlen an das Verscheuchen einer Fliege, doch schien er den richtigen Ton getroffen zu haben.

„Ich verspreche es“

, antwortete sie entgegen seinen fast schon spielerischen Worten ernst und suchte ein weiteres Mal seinen Blick.

„Ich habe einen ganzen Jedi-Tempel, der auf mich aufpasst.“

Er nickte, auch wenn er den Gedanken nicht aussprach, der ihm dabei auf der Zunge lag. Und wenn sie auf Mission geschickt wurde, bevor er wieder zurück war? Den Tempel konnte man in keinen Koffer packen. Statt seine Bedenken auszusprechen, scherzte er:

„Du bist schlau, stark, sexy...“

Für einen Herzschlag ruhte sein Blick einfach nur auf ihr. Auf ihren Augen, auf ihrer Seele.

„Wo war ich?“

Er grinste.

„Ich kann mir niemanden vorstellen um die ich mir weniger Sorgen machen müsste aber...bitte pass auf dich auf.“

„Und du bist blind vor Liebe“

, flüsterte sie, ehe sie sich vorbeugte und ihm einen Kuss auf die verätzten Lippen gab. Ihre Haut prickelte angenehm auf der seinen. Hob den Gedanken hervor, dass sie wenigstens für ein halbes Jahr wieder – zumindest physisch – aus ihren Leben verschwinden würden. Wie viel Wahrheit wohl in ihren Worten lag?

„Wir melden uns regelmäßig über verschlüsselte Comkanäle?“

Faith nickte.

„Wir sollten auch sowas wie... einen Totmannschalter einrichten. Der automatisch eine Nachricht verschickt, wenn man nicht handlungsfähig ist“

Ob der überflüssigen Erklärung lachte Arlen leise.

„Sobald er sich meldet, komme ich zu dir. Egal, wo du in dieser Galaxie bist.“

Nun grinste sie doch tatsächlich.

„Und wage es nicht, vor mir davonzulaufen, Arlen Merillion.“

Auch er grinste und revanchierte sich mit einem Kuss seinerseits.

„Keine Sorge, SO mutig bin ich dann auch wieder nicht…“

Er lächelte und schloss seine Liebste fest in die Arme. Ungebeten schlich sich ihm der Gedanke an Voorpak in den Hinterkopf. Was der Agent wohl zu der Szene gesagt hätte? Ob er hier auf Coruscant – oder woanders – jemanden zurückließ? Allzu große Gefühlsduselei mochte in diesem Metier ein schlechtes Geschäft sein, doch waren sie doch alle nicht aus Stein. Noch einmal packte Arlen Faith fester. Er wollte sie nicht loslassen. Und nun sickerte doch Feuchtigkeit in den Stoff ihres Kleides.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Leerer Gemeinschaftsraum ] Arlen und Faith
 
NPC Mira Tane; Lieutenant Commander des NRGD, Sektion 2

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane

Gedankenverloren spielte sie mit einer Strähne ihres dunkelblonden Haares, während sie das Hologramm der Pressekonferenz anschaute. Genau davon hatte Patriot gesprochen. Das war nicht gut. Gar nicht gut. Vielleicht sogar schlecht oder sehr schlecht. Der Kanzler und die Jedi zertrümmerten gerade vor den Augen der ganzen Galaxie ihre Reputation, während das Imperium vor Lachen kaum noch Luft bekam. Nein, sie mussten schnell handeln. Hoffentlich hatte diese Agentin wirklich das Zeug dazu. Wenn Mira das richtig verstanden hatte, kam die Idee gar nicht von Patriot, sondern von Commander Keffer von Lianna. Bei dem Treffen muss auch noch eine dritte Partei dabei gewesen sein, aber bisher hatte Mira noch nicht in Erfahrung bringen können, wer genau das war. Eine Tatsache, mit der sie sich immer noch nicht richtig abgefunden hatte. Natürlich, sie waren der Geheimdienst. Eine gewisse Diskretion gehörte dazu. Aber bei den vielen Sektionen, Zweigstellen, Sonderbeauftragten und Interessensgemeinschaften war es oft schwer zu sagen, wer aktuell die Zügel in der Hand hielt. Ein Klopfen ließ sie aufschrecken.
"Lieutenant? Agent Kaveri ist jetzt hier."

"Soll reinkommen", sagte Mira und strich noch schnell eine Falte aus ihrem eleganten Kostüm, bevor sie den Holo-Projektor stumm schaltete. Die Jedi würden vermutlich sowieso nichts mehr erzählen, was sie nicht schon wusste.

Die junge Frau, die nun Miras Büro betrat, hatte trotz ihres zarten Alters einen vollgepackten Lebenslauf, der durchaus beeindruckend war. Es war nicht oft der Fall, dass ihr eine machtbegabte Medizinerin zur Verfügung stand, die als Agentin der Neuen Republik bereits Kampferfahrung gesammelt hatte und zudem vom Orden der Jedi als Verbindungsoffizierin eingesetzt wurde. Ein ordentliches Arbeitspensum, das sich finanziell kaum lohnen dürfte. Zumindest die Spesen beim Geheimdienst waren lausig.


"Agent Kaveri, schön, Sie endlich kennenlernen zu dürfen! Ich habe schon viel über Sie gehört. Mein Name ist Lieutenant Commander Mira Tane. Setzen Sie sich, bitte."

Sie deutete auf den Holo-Projektor, der gerade eine Nahaufnahme von Jedi-Rat Janson zeigte.

"Haben Sie schon reingehört? Verzwickte Sache. Tee?"

Ohne auf die Antwort zu warten, holte sie zwei Tassen aus ihrem Schreibtisch, goss aus einer wartenden Kanne dampfenden Tee ein und schob eine Tasse der Agentin zu.

"Am Ende müssen wir es wieder richten, so läuft das nunmal."

Sie schlürfte etwas Tee und zuckte zurück. Zu heiß.

"Wir haben aber einen entscheidenden Vorteil. Was die da reden", sie deutete auf den Holoprojektor, "verstehen sowieso die wenigsten. Geheimlabor hier, übergelaufene Jedi da, Genetik, wer wusste wann über alles Bescheid und ist das überhaupt in einer Demokratie erlaubt. Gähn. Da schalten die Leute nach wenigen Sekunden ab. Zu kompliziert. Spätestens nächste Woche interessiert das eh keinen mehr, wenn wir unsere Arbeit richtig machen."

Mira lächelte süß und gab ein spitzes kichern von sich, während sie über den heißen Tee pustete.

"Ah, Sie sind ja Verbindungsoffizieren zum Jedi-Orden, richtig? Wie ist da gerade so die Stimmung?", sagte sie beiläufig, als wäre ihr das gerade erst eingefallen.

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane, Leela Kaveri
 
Kernwelten Corusca-Sektor Coruscant Senatsdistrikt Jedi-Tempel Meditationsraum Sarina Thorne und Draen Tel'Set

Wieder gelang es Sarina, das mystische Bild, das Draen über die Jahre über die Jedi kultiviert hatte, mit einer unprätentiös realistischen Beschreibung des Lebens im Jedi-Orden weich zu zeichnen. Im Endeffekt gelang es ihr damit, auch die jetzige Situation auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen: Jedi waren zunächst auch gewöhnliche Individuen wie alle anderen auch. Sie hatten Interessen, Vorlieben und Abneigungen und mussten ihre Disziplin, Demut und Weitsicht teilweise erst lernen, ehe man sie als die noblen Kämpfer für Gerechtigkeit vom Inneren bis Äußeren Rand kennenlernte. Die Dunkle Seite schien dabei in der Tat eine reale Variable darzustellen, das Gefühl eines internen Widersachers, der sich keiner geringeren Rolle verschrieben hatte, als jener von innen heraus zu korrumpieren. In seinen Augen fasste die Jedi den Umgang mit dieser Thematik mit überaus großer Präzision zusammen, als sie sagte, dass der Zweck nicht jedes Mittel heilige. In Theorie war das ein Grundsatz, der vor der gefährlichen Verblendung schützen würde. In praktischer Anwendung stellte er sich dies weitaus schwieriger vor und so hatten sich die alten Legenden von korrumpierten Jedi gelesen. Ein bloßer Leitsatz hatte nicht vor der schieren Kraft im Affekt geborener Gedanken und Handlungen schützen können. Diese Gefahr war niemals zu unterschätzen.

Draen starrte noch einen Moment länger auf das kleine Gerät in seiner Hand, als hätte er veruscht, die Daten allein durch die Intensität seines Blicks zu rekombinieren. Sarinas Worte über seine Machtsensitivität sickerten langsam durch die Schichten seiner medizinischen Logik. Die Analogie mit dem Instrument und dem Therapeuten – sie war simpel, fast schon trivial, und doch rührte sie an den Kern seines aktuellen Dilemmas. Er schaltete das Display schließlich aus und legte es mit einer Endgültigkeit auf den Tisch, die im Kontrast zu seinem inneren Aufruhr stand.

„Deine Analogie bezüglich der Therapeuten ist... bestechend logisch, Sarina, begann er, wobei er sich bemühte, seine Stimme so kontrolliert wie möglich zu halten. „Ein blinder Fleck in der eigenen Wahrnehmung, trotz klinischer Ausbildung. Es widerspricht meinem tiefsitzenden Bedürfnis nach diagnostischer Vollständigkeit, aber ich muss wohl akzeptieren, dass die Macht kein Organ ist, das man einfach auf einem Scan lokalisieren kann. Man sieht wohl nur das, wonach man zu suchen gelernt hat.“

Er lehnte sich zurück, doch die Entspannung blieb aus. In seinem Kopf begann eine Kette von Reaktionen abzulaufen, eine klinische Analyse der Konsequenzen, die er nicht stoppen konnte. Die Vorstellung, seiner Familie gegenüberzutreten – oder ihnen via Holo-Nachricht mitzuteilen, dass ihr Sohn, der vernünftige Mediziner, nun in den Jedi-Orden eintrat – fühlte sich wie eine Gegebenheit absoluter Unnatürlichkeit an. Er war immer die kontrollierte Abweichung gewesen, doch jetzt sollte sich etwas Neues abzeichnen, das alle Vernunft überstieg. Seine Familie hatte ihr Leben ganz im Sinne der Tirahnner Traditionen geführt und ihren Sohn in einer umsorgenden Art, jedoch ebenso in einer durch Faszination und Ehrerbietung geprägten Sichtweise auf die Jedi großgezogen. Das hier war ein Moment, der ihren Verstand gleichermaßen fluten würde, wie es mit seinem aktuell geschah. Er fühlte sich wie ein Patient, der gerade eine lebensverändernde Diagnose erhalten hatte. Der Name auf der Akte war seiner, aber der Mensch darin war ihm nun zu Teilen plötzlich fremd.

Draen hob den Blick und sah Sarina an. Ihr Grinsen und ihre lockere Art wirkten wie ein Heilsignal in einem Chaos aus Gedanken. Es war unausweichlich. Er musste lernen damit umzugehen. Es war schließlich der Beginn einer neuen Realität – seiner neuen Realität.
„Vielleicht hast du recht“, sagte er mit einem tiefen Atemzug, und ein Hauch seines trockenen Humors kehrte zurück. „Wenn die Akzeptanz meiner Machtsensitivität tatsächlich der erste Schritt ist, dann ist deine Bereitschaft, an einer Teezeremonie teilzunehmen, vermutlich das Äquivalent zu einem medizinischen Wunder. Beides scheint im Moment gleichermaßen surreal.“

Er blickte kurz im Raum umher, als würde er die Wände des Tempels zum ersten Mal als potentielles Zuhause und nicht nur als neutrales Territorium betrachten.
„Ein Zimmer... ja. Ein physischer Ort für diese neue Realität wäre vermutlich hilfreich, um den Schock zu kanalisieren. Was mich besonders interessiert?“ Er hielt kurz inne. „Hinsichtlich meiner bisherigen Laufbahn: vermutlich die Heilkunst der Jedi.“

Erneut fragte er sich, was aus seinen Studienarbeiten auf Tirahnn werden sollte. Jahre der Datenerhebung, der klinischen Tests. Würde er diese nun brach liegen lassen? In der medizinischen Welt Tirahnns hatte er sich über die Zeit etabliert. Er war zwar nicht renommiert, er war aber auch nicht unbekannt. Hier, im Tempel, wäre er ein blutiger Anfänger, dessen bisheriges Wissen bestenfalls als ergänzende Fußnote diente. Es sollte kein Ausdruck von Arroganz sein, doch die Idee dieses Neuanfangs nagte an ihm. Wiederholt war er Rückschritte und Rückschläge aus seinen Forschungsarbeiten gewohnt, doch dies war nun ein Vorstoß in eine völlige Ungewissheit. Draen versuchte, die Zweifel abzuschütteln. Wenn es möglich war, dass ihm bekannte Wissen zu nutzen… vielleicht ergaben sich dann gänzlich neue Möglichkeiten.

Er setzte erneut an.
„Ich… ich möchte verstehen, wie sich meine medizinische Ausbildung mit diesen neuen... Fähigkeiten... synthetisieren lässt. Ob es eine Schnittmenge zwischen Physiologie und Macht gibt, die über das hinausgeht, was in den medizinischen Datenbändern steht.“

Der Tirahnner erhob sich langsam, seine Bewegungen noch etwas hölzern von der Last der Entscheidung, doch seine Worte allmählich gefüllt mit Überzeugung.
„Zeig mir, wo ich anfangen soll, Sarina. Wenn ich schon mein Leben auf Tirahnn und meine Forschung zurücklasse, dann möchte ich zumindest sicherstellen, dass ich hier eine ebenso präzise Antwort auf die Fragen finde, die ich mir bisher noch gar nicht zu stellen wagte.“

Kernwelten Corusca-Sektor Coruscant Senatsdistrikt Jedi-Tempel Meditationsraum Sarina Thorne und Draen Tel'Set
 
[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Gänge ] Arlen, sowie (NPCs) weitere Jedi

Der Termin bei Rat Elliundi war auf den Nachmittag gefallen. Noch immer war es Arlen peinlich, dass er sich beim letzten Mal verspätet hatte, weswegen er heute deutlich früher losging. In den letzten Wochen hatte er immer weniger mit Panikattacken zu kämpfen gehabt, aber man wusste ja nie. Voorpak hatte er ja auch nicht kommen sehen. Da wartete er lieber ein paar Gänge von seinem Ziel entfernt ein paar Minuten auf den Termin, als bis auf dem letzten Drücker damit zu warten, loszugehen.

Der Tempel war zu dieser Tageszeit erfüllt von einem warmen Stimmengewirr. Während Arlen darauf wartete, dass sein Com ihm mit einem Piepen erlaubte, die letzten hundert Meter zu überwinden, stand er mit geschlossenen Augen, an eine Säule gelehnt einfach nur da und genoss das Treiben um ihn herum. Er hörte, wie die Kapuze seiner Robe bei jeder kleinen Bewegung über den rauen Stein schabte, lauschte dem gedämpften Summen der Stimmen im Gang, sowie den leisen Schritten ihrer Besitzer, die mal schnell, mal langsam an ihm vorbeikamen. Tief sog er auch die Gerüche des Ganges ein. Die Filteranlagen des Tempels gaben ihr Bestes, den Abgasgestank Coruscants draußen zu halten und füllten die Luft stattdessen mit künstlichen Noten von Blüten und Holz.

Es war ein friedliches Ambiente. Direkt nach seiner Ankunft hatte er gar nicht in Erwägung gezogen, dass er so etwas einfach machen konnte. Wenigstens hier. Die Augen geschlossen und auch ohne ausgestreckte Sinne einfach nur existieren. Und selbst wenn er daran gedacht hätte, vor drei Monaten hätte er sich garantiert nicht sicher genug gefühlt, es zu versuchen. Nun jedoch galt es den Moment auszunutzen, bevor es wieder ins Feld ging. Gab es eine Möglichkeit sich den Frieden des Tempels zu bewahren? Dachte er an Kelada, dann nein. Der einzige sichere Raum war sein Schiff, die Jedihammer, gewesen und er hatte immer besseres zu tun gehabt, als dort einfach nur zum Durchatmen vorbeizuschauen. Wobei, hätte es etwas geändert, sich derartigen Raum einzunehmen? Hätte er auf diese Weise balancierter auftreten können?

Arlens Com-Alarm riss ihn allzu schnell und allzu schrill aus seinen Gedanken. Unwillig brummte er und stellte das Geräusch mit einem kurzen Druck auf den Ausknopf des Gerätes ab. Dann drückte er die Schultern durch und machte sich auf den Weg zu Rat Elliundis Büro. Noch nicht ganz bereit, den Moment aufzugeben, konzentrierte er sich auf seine eigenen Schritte und versuchte auszumachen, wie anders seine Stiefel auf den Steinfliesen der Treppe klangen. Schließlich hob er die Hand und klopfte heute ohne zu Zögern an Rat Elliundis Bürotür. Es war ein gänzlich anderes Geräusch als seine Schritte auf Stein. Hohl, etwas hallend vielleicht. Beinahe direkt unterbrochen von Rat Elliundis Stimme, die ihn hereinbat.


„Guten Tag, Rat Elliundi.“

, begrüßte Arlen den Quermianer, nachdem er den Raum betreten hatte. Das private Reich des Jedi-Rates roch anders als der Gang und die Treppe. Mehr Flimsi, mehr Plastoid, mehr Technik. Dazu keine Geräuschkulisse, die ihres Namens wert gewesen wäre.

„Ich danke Euch für Eure rasche Antwort. Das weiß ich zu schätzen; Ihr seid dieser Tage sicherlich schwer beschäftigt. Ich möchte auch nicht zu viel Eurer Zeit einnehmen.“

, erklärte er.

„Wie ich in meiner Nachricht schrieb, ist ein Vertreter des NRGD gestern auf mich zugekommen und hat mir das Angebot gemacht, mich zu rekrutieren. Ich kenne ihn von meiner Zeit auf Kelada, wo wir zusammengearbeitet haben. Nun stellt er ein Team für eine neue Mission zusammen – nicht hinter feindlichen Linien, wenn auch abseits republikanischen Gebietes. Er sagte, dies solle nicht in meiner Funktion als Jedi erfolgen, sondern mit mir als ganz offiziellem Teil des Teams. Er wollte sofort eine Antwort, doch natürlich habe ich ihn damit vertröstet, die Sache zunächst vor den Rat bringen zu müssen.“

Für einen Moment hielt Arlen inne und überlegte, ob er alle wichtigen Details in seinem Bericht erwähnt hatte.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen, sowie (NPCs) Rornan
 
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[Coruscant | Mittlere Ebenen | Büros von Duro Agricultural Imports ] Agent Leela Kaveri
Mit einem kleinen Ruck löste Dr. Kaveri sich von der Wand, gegen die sie mit einer Schulter gelehnt gestanden hatte - sie spürte, dass die Bürotür gegenüber sich gleich öffnen würde. Was sich dahinter verbarg, wer dort wartete und mit welchem Anliegen, blieb ihr trotz ihrer durch die Macht verstärkten Sinne noch ein Rätsel. Eine leise, überkritische Stimme meldete sich daraufhin zu Wort, mahnte, dass sie dafür nicht gut genug sei - weder für die Jedi, noch den Geheimdienst - dass sie ihre Talente verschwendete und sich lieber darauf konzentrieren sollte, was sie gelernt hatte. Als Medizinerin und Forensikerin war sie exzeptionell, nicht nur Mittelmaß. Mit einem Anflug von Wut ballte sie die Faust und bohrte ihre Fingernägel in den Handballen. Der Schmerz unterbrach den destruktiven Gedankengang gerade rechtzeitig, um sich an ein Minimum an sozialen Konventionen zu erinnern, als sie hereingebeten wurde.

In angemessenem Abstand blieb die reservierte Wissenschaftlerin stehen und nutzte den Moment, in dem ihre Gegenüber (Lieutenant Commander Tane) die Holoübertragung der Pressekonferenz stumm schaltete und ihr Kostümchen richtete, um die dunkelblonde Frau ausgiebig zu mustern: Eine elegante Erscheinung, die offenbar viel Zeit damit verbrachte, ihr Aussehen zu pflegen.
Leela wusste inzwischen - und es war ein langer, mit schmerzhaften Erfahrungen gepflasterter Weg zu dieser Erkenntnis - dass das Äußere einer Person zwar gewisse Rückschlüsse erlaubte, aber sehr oft den Beobachter in die Irre führte.
Für jemandem aus ihrem Metier war die Begrüßung, die nun durch die andere Kostümträgerin folgte, geradezu überschwenglich. Leela zuckte kurz und beinahe überfordert. Dann nickte sie knapp und folgte der Aufforderung, sich zu setzen, ohne das aufgesetzte Lächeln zu erwidern - nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil Dr. Kaveri das Nicken schon für eine ausreichend kommunikative Geste hielt.


"Lieutenant Commander Tane..."

Ohne die Ranghöhere in ihrem Monolog zu unterbrechen, nahm Dr. Kaveri die Teetasse entgegen, warf einen flüchtigen Blick auf Wes' Gesicht in unangenehm indiskreter Großaufnahme und versuchte anschließend ihr Bild von Tane zu vervollständigen: Der Kommunikationsstil, den sie pflegte... was sie sagte... was sie nicht sagte... Sie schien ihr unglaublich kontrolliert. Wo es Leela gelang, ihr Gesicht ausdruckslos und ihren Blick leer werden zu lassen - niemanden hinter ihre Stirn gucken zu lassen - setzte Tane eine Maske auf und wurde zu einer vollkommen anderen Persönlichkeit.
Ihr Kichern kratzte unangenehm über Dr. Kaveris Schädeldecke, nichtsdestotrotz war das, was sie sagte nicht falsch. Mittlerweile war Leela klar geworden, dass auch sie unwissentlich Anteil an dieser Mission gehabt hatte: Die tödlichen Giftplomben, die sie Eowyn und Ian - halt, nein. Ian hatte sich gedrückt. Die tödliche Giftplombe, die sie Rätin El'Mireth eingesetzt hatte und die zu ihrer großen Erleichterung nicht zum Einsatz kam.

Die hochgewachsene Liannerin blinzelte mit leichter Verwirrung, als am Ende noch ganz beiläufig eine Frage von Tane kam.


"Angespannt."

Eine Sekunde Stille, in der Leela ihre Gedanken sortierte und zu dem Schluß kam, dass an dieser Stelle wohl noch etwas mehr Information gewünscht war. Mit trockenem Unterton fuhr sie fort:

„Die Stimmung im Orden ist angespannt", wiederholte sie, als wäre das Wort beim ersten Mal möglicherweise nicht angekommen.
„Über die Entwicklungen, die das Vertrauen zwischen Orden und Republik einer gewissen Belastungsprobe ausgesetzt haben, sind Sie ja im Bilde. Und darüber hinaus... herrscht eine gewisse... Ratlosigkeit."

Sie trank einen Schluck Tee. Er hatte sich bedauerlicherweise immer noch nicht in Caf verwandelt.

[Coruscant | Mittlere Ebenen | Büros von Duro Agricultural Imports ] Agent Leela Kaveri, Lieutenant Commander Tane (NSC)
 
NPC Mira Tane; Lieutenant Commander des NRGD, Sektion 2

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane, Leela Kaveri

Viele fanden Stille in einem Gespräch unangenehm. Es fühlte sich nicht richtig an. In einem Gespräch sollten ja alle Beteiligten, nunja, miteinander sprechen. Mira hatte jedoch früh gelernt, diese Stille für sich zu nutzen. Diese Stille auszuhalten, um den Gegenüber dazu zu bringen etwas zu sagen, was er oder sie vielleicht gar nicht sagen wollte. Allein das Verlangen, diese Stille zu füllen, verleitete manche dazu, ungewöhnliche Dinge zu offenbaren. Das half bei Politikern, Kollegen oder Vorgesetzten oft erstaunlich gut. Scheinbar auch bei Jedi.

Nach der ersten dreisilbigen Antwort von Agent Kaveri hielt Mira dem Blick der Frau stand und lächelte sie einfach weiterhin über ihre dampfende Teetasse hinweg an. Man konnte in diesem Moment eine Stecknadel fallen hören und Mira zählte innerlich die Sekunden. Es dauerte nicht lange, bis Kaveri einknickte. Sie liebte solche Machtspielchen.

Laut der Agentin herrschte also Ratlosigkeit beim Orden. Wieder wanderte ihr Blick zum stummen Hologramm. Die Pressekonferenz lief immer noch. Wenn der Orden der Jedi diese Ratlosigkeit der Presse präsentierte, würde der galaktische Boulevard die Friedenshüter in der Luft zerreißen. Auch schlechte Publicity ist gute Publicity, heißt es. Mira war davon überzeugt, dass dieses Sprichwort jedoch nicht für alle galt. Den Orden der Jedi würde sie persönlich zum Beispiel ausklammern.


"Dann ist es ja gut, dass unsere Vorgesetzten uns beide zusammengeführt haben. Wir zwei sollen diese Ratlosigkeit möglichst schnell beseitigen. Das klingt nach Spaß, finden Sie nicht?"

Dann spitzte sie die Lippen. Eine Mimik, die sie lang im Spiegel geübt hatte.

"Dafür braucht es natürlich gegenseitiges Vertrauen. Ich brauche für diesen Job Ihre absolute Loyalität. Sie müssen sich Ihrer Rolle bewusst sein, die sie in diesem Theaterstück einnehmen."

Mira stellte die Teetasse ab, öffnete eine Schublade in ihrem Schreibtisch und holte eine kleine unscheinbare Kiste hervor.

"Ich wurde dazu autorisiert, Sie zur Lieutenant zu befördern. Meine Glückwünsche. Ich habe selbst dafür geworben, dass Sie dieses Abzeichen bekommen, damit Sie etwas Beinfreiheit haben."

Eine glatte Lüge. Aber auch hier galt: Wen interessierte schon die Wahrheit? Hauptsache war, dass es gut klang.

"Dann zu unseren nächsten Schritten. Meine Vorgesetzten sind immer noch nicht ganz im Bild, was genau der Jedi-Orden weiß und welche Beweise es konkret gibt. Sie wollen diese Beweise SEHEN. Der Kanzler hat dies explizit verlangt."

Keine Lüge. Der Kampagnenberater des Kanzlers war in der Sitzung, in der auch Mira als Zuhörerin dabei war, ziemlich klar: Um die nächsten Schritte planen zu können, muss die Regierung ein umfassendes Bild der Situation bekommen. Aktuell herrschte immer noch Chaos. Die Pressekonferenz der Jedi befeuerte dieses Chaos sehr wahrscheinlich. Wenn niemand den Kanzler davon abhielt, würde dieser wahrscheinlich sehr bald zurückfeuern. Das mussten sie verhindern.

"Lieutenant, sammeln Sie diese Beweise im Orden und legen Sie dazu ein Dossier an, das Sie im Anschluss mir vorlegen. Ich werde so lange an unserer langfristigen Strategie arbeiten. Außerdem", sie griff in die Truhe und holte einen Datenstick hervor. "Weitere Befehle für Sie. Man hat mir allerdings nicht mitgeteilt, um was es hierbei geht."

Sie überreichte Kaveri den Datenstick.

Coruscant / Mittlere Ebenen / Büros von Duro Agricultural Imports / Mira Tane, Leela Kaveri
 
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