Nach allem, was man bislang hört, scheinen die in IMAX gezeigten sechs Minuten tatsächlich schlicht die ersten sechs Minuten des Films zu sein, also der Prolog rund um Troja und nicht mehr als das.
Na ja, ich denke, niemand wurde gezwungen, ausgerechnet
diese sechs Minuten als Promomaterial rauszugeben. Klar, man verwendet für so etwas dann im Idealfall auch nicht die beste Szene, die man hat, aber wenn die Aufgabe gewesen ist, ein paar Minuten aus dem Film zu zeigen, die Lust auf mehr machen sollen (und das ist nun einmal die Aufgabe von Promomaterial), hat man zumindest an mir als Zuschauer damit versagt
Man sollte diese Sequenz daher kaum als repräsentativen Querschnitt der späteren Bild- und Erzählgewalt von Odyssee missverstehen.
Aber die 5 1/2-Minuten enden doch gerade mit einem Querschnitt an Bildern aus verschiedenen Etappen der Reise (man sieht z. B. den Zyklopen noch einmal etwas deutlicher als im hier geposteten Trailer) - dass das im fertigen Endfilm an der Stelle schon auch so sein wird, wage ich zu bezweifeln
Zum Vergleich drängt sich für mich der Prolog von Der Herr der Ringe – Die Gefährten auf. Er ist atmosphärisch dicht und erzählerisch notwendig, entfaltet aber bei weitem nicht die visuelle, emotionale und dramaturgische Wucht, die der Film im weiteren Verlauf erreicht. Der Prolog setzt den Rahmen und ist nicht der Maßstab für alles, was folgt.
Nun ja, für mich hatte Galadriels Monolog schon eine direkte, unglaubliche Sogwirkung mit einer gewissen emotionalen und dramaturgischen Wucht. Allein der Einsatz ihres Themas als chorales Stück hat mich damals direkt weggeblasen. Oder um einen noch naheliegenderen Vergleich zu treffen: Man stelle sich vor, man hätte damals als Promomaterial zu "The Dark Knight" die Bankeinbruchszene gebracht (Edith sagt: hat man wohl sogar). In beiden Fällen stinken die 5 1/2 Minuten aus "The Odyssee" für mich im Vergleich doch ziemlich ab
Sie erfüllen offenbar genau das, was ein Prolog leisten soll, nämlich Kontext zu schaffen und einen Mythos zu eröffnen, ohne das gesamte Arsenal auszuspielen.
Ich glaube aber nicht, dass das schon der Prolog in der Form war, in der er im Film vorkommt. Klar, die Szene mit dem trojanischen Pferd wird ziemlich zu Beginn des Films stattfinden, aber zum einen beginnen die 5 1/2 Minuten sehr unvermittelt damit, dass John Bernthals Menelaos Tom Hollands Telemachos auf einem Fest, zu dem es keinen Estabishing Shot gibt, fragt, ob er denn die Geschichte vom Trojanischen Pferd "auch vom Inneren" gehört habe, ehe direkt zu der Sequenz geschnitten wird - das wirkt doch sehr, als würden davor auch schon 2, 3 Minuten fehlen. Zum anderen gibt es eben am Ende, wie oben schon beschrieben, nochmal eine "trailerartige" Sequenz, von der ich nicht glaube, dass sie an dieser Stelle so im Film enthalten sein wird.
Der Post von
@garakvsneelix bekräftigt mich eigentlich nur um so mehr bei dem Entschluss, dass ich mir vorab zu diesem Film gar nichts ansehen werde.
Inwiefern, wenn ich fragen darf?