Begeistert haben vor allem die Kostüme. Da ist so manche Figur aus der Kindheit praktisch 1 zu 1 Fleisch geworden. Da will ich vor allem Trap Jaw und Mekaneck hervorheben, die mich am meisten beeindruckt haben. Aber auch Skeletor war gut gemacht. Also soweit ich es verstehe, war bei Skeletor der Körper tatsächlich ein physischer Anzug und "lediglich" der Skelettkopf computeranimiert. Ich glaube, das war bei anderen, sagen wir phantastischeren, Figuren genauso. Cringer und Orko waren natürlich komplett computeranimiert, was man auch sieht. Aber sie haben sich gut ins sonstige (wahrscheinlich zu 80 % ebenso computeranimierte) Bühnenbild integriert. Aber auch die Kostüme von Adam, Teela und Man at Arms, die ja deutlich mundaner daher kommen, fand ich gut.
Die Musik war stark 80er Jahre angehaucht und das hat sehr gut zum Film gepasst. Ich persönlich hätte mir mehr Queen gewünscht, wenngleich die Einflüsse dank Brian May schon stark zu spüren waren. Er hätte gerne mehr mitkomponieren dürfen.
Zur Schauspielkunst kann ich jetzt nicht viel sagen, da ich den Film auf Deutsch gesehen habe. Die drei Hauptakteure Adam, Teela und Man at Arms fand ich aber alle soweit sympathisch. Idris Elba ist aber auch einfach eine coole Socke, egal in welchem Film oder wie klein seine Rolle. Die Dynamik zwischen Evil-Lyn und Skeletor hat mir genauso gefallen. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass die Darsteller alle Spaß am Set hatten und hier keiner nur wegen des Lohnzettels dabei war und ansonsten am liebsten vor Scham im Boden versunken wäre oder so. (mag im O-Ton vielleicht nicht so sein, aber dazu kann ich wie gesagt nichts sagen)
Eine ganze Reihe von typischen Handlungsfallen hat der Film recht elegant umschifft. Es ist zwar quasi der Start des modernen Masters of The Universe Kontinuums, aber dieser, neue Adam ist alles andere als der typische "alle glauben an mich, nur ich habe kein Selbstvertrauen" Protagonist, den man schon 1,000 Mal gesehen hat und der einen nur noch zum Gähnen bringt. Genauso gut fand ich, dass die Helden von Eternia zunächst ziemlich skeptisch Adam gegenüber waren. Ein schönes Detail war da auch, dass die Hintergrundgeschichte seiner Mutter aufgegriffen wurde, die ja eigentlich eine Astronautin von der Erde ist. Das war eine gute Begründung, warum Adam eine Zeit lang, also bis zum Start der eigentlichen Handlung des Films, auf der Erde verbracht hat. Man at Arms' Sinnkrise hätte auch schnell zur üblichen Karikatur "alter verbitterter Versager" werden können. Ich fand sie aber insgesamt recht erträglich und auch nach vollziehbar. Es war schön zu sehen, wie er wieder zur alten Form aufläuft (oder sogar darüber hinaus wächst), sobald er wieder durch Adams Rückkehr neue Hoffnung schöpfen konnte. Hier gibt es keinen Jake Skywalker. Es war auch ein schönes Detail, das Evil-Lyn sich im Finale wortlos verpisst, wie sie es zum Beispiel im Film von 1987 getan hat.
Schade fand ich hingegen, dass der Vater gestorben ist. So wird am Ende auch nicht klar, ob Adam noch als Prinz gilt oder nun König ist. Ebenso schade fand ich, dass seine Geheimidentität allen oder zumindest den Helden von Eternia und seiner Mutter bekannt ist. Die Zauberin hätte gerne eine größere Rolle spielen dürfen.
Der Humor hat für mich nicht immer gegriffen. Aber gut, der richtet sich auch eher an ein jüngeres Publikum und da komme ich mittlerweile nicht mehr so ganz ran, das war schon in Ordnung so. Überrascht hat mich aber, wie gewalttätig der Film teilweise ist. Also die FSK 12 Einstufung hat er sich mit so mancher Brutalität redlich verdient. Ich denke aber, dass sie dem Film eher schadet, da man die Kämpfe problemlos etwas anders hätte machen und dafür mit einer FSK 6 Einstufung ein breiteres Publikum hätte ansprechen können.
Insgesamt fand ich das doch üppige Budget des Films teils massiv falsch ausgegeben. Also der Hauptsaal von Castle Greyskull sah 1987 erheblich beeindruckender aus als jetzt 2026. Das fängt schon bei der Größe an. Er war damals gefühlt so groß wie eine Sportarena. Heute eher ein etwas zu groß geratenes Wohnzimmer.
Dolph Lundgren hätte gerne eine etwas größere Rolle spielen dürfen. Wenn er schon in der ersten Gymszene auftaucht, hätte er in der zweiten am Ende vielleicht auch auftauchen dürfen. Die Abschiedsgeste mit drei ausgestreckten Fingern vom Herzen zum Gegenüber hat aber gefallen. In diesem Sinne wünsche ich allen Kinogängern hier in 2026 genauso wie im alten Film von 1987 eine gute Reise.
