Ord Mantell (Bright-Jewel-System)

[Ord Mantell - Worlport - Außenbezirk - Fort Garnik - Mall] Subvigo Uldren Sov, Umeas und Anomander Rake



Was der Sith in den folgenden Stunden anstellte war schon beachtlich. Vor allem da Uldren wusste, dass die Insektioden mit dem seltsamen Gedankenmuster nur schwer zu beeinflussen waren. Aber was der Sith aus dem Insekt herausquetschte, überzeugte von dessen Fähigkeiten. Namen der Mittelsmänner flossen irgendwann nur so aus ihm heraus. Die Hutten also. Sie hatten den Colicoiden mit einer hohen Stellung in deren Rängen gelockt und dieser hatte einen beeindruckenden Plan gesponnen. Nun… Fakt war, die Ladung war weg. Schade aber nicht mehr zu ändern.

Sov deutete an, dass er genug gehört hatte und Umeas liquidierte den Verräter.


„Beeindruckend… wirklich beeindruckend. Aber jetzt würde ich gerne die Lokalität wechseln um das Bürokratische hinter uns zu bringen. Dort werden Sie auch Ihre Lieferung bekommen. Sie haben mir gezeigt, dass sie es wert sind diverse Risiken, die mit ihnen aufkommen, in Kauf zu nehmen. Ich gehe davon aus, dass Ihr Begleiter ebenfalls zum Deal gehören soll? Ich möchte nur Klarheit schaffen.

Um das Aufräumen wird sich gekümmert.“


Er blickte zu Umeas.



[Ord Mantell - Worlport - Außenbezirk - Fort Garnik - Mall] Subvigo Uldren Sov, Umeas und Anomander Rake
 
[Ord Mantell - Worlport - Zentrum - Einkaufszentrum - Oberste Etage - Geschäft für exotische Stoffe zur Bewusstseinserweiterung - Darth Hybris, Anomander Rake (Umeas-NPC), der Geschäftsinhaber Sra Pel (NPC), Subvigo Uldren Sov (BS-NPCs)]

Sov zeigte sich beeindruckt und sprach es auch aus, doch Hybris Verbindung mit der Macht war zu alt, als das er nicht den Unterschied zwischen beeindruckt und „beeindruckt“ kannte. Viele andere Personen, die keinem Sith Lord gegenüber standen und auf ihre Wortwahl achten mussten, hätte zu Hybris Vorstellung „okay“ oder „akzeptabel“ gesagt und dem Sith wäre es genug gewesen. Vielleicht würde der hochrangige Black Sun'ler dies auch irgendwann verstehen. Sofern er lange genug am Leben bliebt, versteht sich.


„Das ist seine Entscheidung.“ antwortete Hybris auf die Frage hin, ob Rake ebenfalls beitreten würde. Der muskelbepackte Feeorin sah erst seinen alten Meister, dann Sov an und verzog schließlich das Gesicht auf eine Weise, die unerfahrene Beobachter wahrscheinlich falsch interpretieren würden. Die Mischung aus Verachtung und Ratlosigkeit bedeutete bei dem Hünen, dass er nachdachte und auf Teufel komm raus nicht auf die Lösung seines Problems kam. Schließlich fragte er sinngemäß, ob er als Mitglied der Black Sun auch weiterhin an seinem Weg des Siths arbeiten konnte. Daraufhin entwickelte sich ein Gespräch, in Zuge dessen Sov langsam aber sicher raus bekam, wie er mit dem Krieger zu reden hatte und am Ende konnte er ihn überzeugen beizutreten. Anfangs aber nur, wenn Hybris zugleich eine Art Zusage traf, dass er auf den Hünen aufpassen und eigenmächtige Aktionen von dem Krieger verhindern würde. Sov traute dem Feeorin nicht allzu weit. Also nicht einmal so weit, wie er Hybris traute und da von Vertrauen zu sprechen war schon der Inbegriff von Naivität.

„Ich habe außerdem noch ein Schiff samt Besatzung.“ fügte der Lord hinzu, während er von Rake aus dem Raum geführt wurde. Da der Krieger rechts von Hybris stand und ihn wie einen alten Mann stützte, befand sich Sov links von ihm und führte sie durch Gesten und ein paar gezielte Worte in eine ihm gewünschte Richtung.
„Ich sehe sie aber mehr als Werkzeuge an, als als Mitarbeiter.“

Sie kamen in einer oder der Tiefgarage des Einkaufszentrums an, wo sie erst einmal warteten, da wohl ein Gleiter oder anderes Transportmittel auf dem Weg war. Währenddessen fuhr Hybris fort:

„Ich habe kein Interesse daran, dass sie ebenfalls in die Organisation kommen. Die Black Sun beschäftigt doch sicherlich Mitarbeiter, die keine Mitglieder sind oder?“

Schließlich kam das kleine repulsorbetriebene Fahrzeug und sie stiegen ein. Der Fahrer, der auf kein Kommando zu warten brauchte, fuhr sofort los und schien auch bereits ein Ziel zu kennen, obwohl Hybris nicht mitbekommen hatte, dass Sov irgendetwas getan oder gesagt hatte. Wohl ein Zeichen, dass er besser aufpassen sollte, schloss der Sith und rückte seine Robe ein wenig zurecht, damit er auch weiterhin wie ein alter Mann wirkte.

Das Ende ihrer Fahrt stellte eine x-beliebige Straße dar, wie es sie überall gab und wie sie sich keiner merken konnte. Sov stieg zuerst aus, dann folgte Hybris, der dann auf Rake wartete, um sich bei ihm einzuhaken. Während der Gleiter bereits weiter flog, begab sich das Trio in einer Seitenstraße, die auffällig leer in dem Sinne war, dass es keinen Durchgangsverkehr und keine dahin schlendernden Personen gab. Dafür gab es viele offene Geschäfte bzw. Türen mit kleinen Tischen und Schildern davor und fast vor jedem stand dann ebenfalls noch jemand oder ein Droide und es wirkte auf den ersten Blick ganz normal, doch Hybris war kein normaler Tourist, sodass ihm die Details auffielen, die alle sichtbaren Personen zu Kriminellen erklärten. Oder zumindest zu Wesen, die gerne Waffen aller Art verborgen trugen. Wie um die Fassade aufrecht zu erhalten, schauten ein paar dieser Männer und Frauen, die einem halben Dutzend Spezies angehörten, sie kurz an, dann sahen sie wieder weg, als wären sie nicht interessant genug. Und obwohl Hybris keinen von ihnen dabei beobachten konnte, wie er oder sie etwas irgendwo eintippte oder irgendwen rief, ging er fest davon aus, dass Sov sie an keinen Ort gebracht hatte, an dem das nicht doch irgendwie passierte. Zugegebenermaßen hoffte Hybris dies aber einfach nur. Er wollte hoffen, dass die Black Sun so gut aufgestellt waren. Schließlich ging es hier um so elementare Dinge wie sein Leben und seine Freiheit.


Ihr Ziel war der Hintereingang von etwas. Da es hier natürlich kein Schild gab, sondern einfach nur eine Tür aus einem Metall, welches lackiert worden war, konnte es sich um alles mögliche handeln. Da Hybris ein Laie auf dem Gebiet der Überwachungstechnik war, konnte er auch keine Hardware aus diesem Segment entdecken, doch auch hier ging er davon aus, dass sie vorhanden war. Und sei es auch nur, dass dieser Droide dreißig Meter hinter ihnen diese Überwachungstechnik verbaut bekommen hatte. Der brauchte schließlich keine sichtbaren Augen, um alles um ihn herum erfasst zu halten. Wie um diesen gefühlt geheimniskrämerischen Ort zu bestätigen, brauchte Sov – scheinbar – nicht mit der Tür zu interagieren. Sie ging auf, kaum wollte er sie durchqueren. Der BS'ler trat auch sofort ein, doch Hybris zögerte ebenso wie Rake. Aber nur eine halbe Sekunde. Dann folgte das Duo, wobei der Lord allein vor ging, da der Eingang zu schmal für sie beide war. In der Macht sammelte er sich bereits und fuhr auch seinen Machtsinn hoch. Er konnte auf diese Weise zwar nicht alles und jeden erfassen, doch sollte ihn etwas bedrohen, er würde es rechtzeitig erfahren...


[Ord Mantell - Worlport - Zentrum - Irgendeine Seitenstraße - Unbekanntes Gebäude, Hintereingang - Darth Hybris, Anomander Rake (Umeas-NPC), Subvigo Uldren Sov (BS-NPCs)]
 
[Ord Mantell - Worlport - Zentrum - Irgendeine Seitenstraße - Unbekanntes Gebäude, Hintereingang - Darth Hybris, Anomander Rake (Umeas-NPC), Subvigo Uldren Sov (BS-NPCs)]


Das Gespräch mit dem Begleiter des Sith war interessant. Er war nicht wirklich dumm, eher…unentschlossen. Fast so, als hätte er keine Ahnung von seinen eigenen Wünschen oder Bedürfnissen. Das musste sehr mühsam abtrainiert worden sein. Also nutzte Sov die Zeit der Fahrt um mit dem Krieger eine Entscheidung zu besprechen, erörterte für und wider und manipulierte ihn sachte in die gewünschte Richtung.

Zu den anderen Begleitern nickte er nur.


„Das ist richtig. Allerdings haben diese… Werkzeuge... auch keine Rechte. Ihr solltet Sie also nicht unbedingt als Bote auswählen. Es liegt daher ganz bei Euch.“


Als sie am Zielort ankamen, führte er seine Begleiter zu der Hintertür der Cantina, hinter der sich das Herz der Organisation auf Ord Mantell verbarg. Das schwere Schott aus Durastahl schloss sich mit einem dumpfen Geräusch hinter den neuen Verbündeten. In den Gängen waren mehrere Mitglieder der Black Sun damit beschäftigt Kisten zu öffnen, in denen die Sith Blaster erkennen konnten. Am Ende des Ganges öffnete Sov eine Tür und trat ein. Der Raum war mit einem großzügigen Schreibtisch und einer Sitzgelegenheit ausgestattet.


„Bitte verzeiht die Enge, es kam gerade eine neue Lieferung an. Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten, oder etwas zu Essen?“


Er nahm die Wünsche auf und ging zum Schreibtisch, auf dem eine Sprechanlage stand. Er gab die Wünsche durch und bestellte einen Kaf für sich. Zusätzlich orderte er den Doc zu sich.

Kurze Zeit später kam die Bestellung, die von einer knapp bekleideten Zabrak hereingebracht wurde. Begleitet wurde Sie von einem älteren, unauffälligen Menschen mit einem Koffer, der den Anwesenden zunickte. Das etwas längere schüttere graue Haar stand etwas wirr ab, was dem Menschen das Aussehen eines trotteligen Professors oder Wissenschaftlers hab.



[Ord Mantell - Worlport - Zentrum – Cantina-Hinterzimmer - Darth Hybris, Anomander Rake (Umeas-NPC), Subvigo Uldren Sov (BS-NPCs)], der Doc
 
[Ord Mantell - Worlport – Raumhafen – Cantina} diverse Personen


Dejan wartete ungeduldig in einer dunklen Ecke der Cantina „3 Feathers“. Aber was sollte schon passieren… es war ja nur ein ungezwungenes Treffen mit einem Kopfgeldjäger. Er war sich ziemlich sicher, dass er die gesuchte Person gefunden hatte, nur die Drecksarbeit überließ er anderen. Er war Informant, ein Broker sozusagen, auch wenn er hauptsächlich, neben dem kleinen aber ertragreichen Wettbüro, für die kriminelle Organisation namens Black Sun arbeitete. Die Finger seiner schweißnassen Hand rieb der Chadra-Fan an seiner Hose ab.

„Wo bleibt er nur so lange…“

Murmelte er und sah auf sein Chronometer und bestellte noch einen süßen Nektar. Nach etwa einer halben Stunde näherten sich schwere Schritte dem Tisch.

„Dejan?“

Der zwergenhafte Nager zuckte zusammen.

„Wer sind Sie?“

fragte er mit seiner durchaus piepsigen Stimme die verhüllte Figur vor ihm.

„Gemeinsame Bekannte aus der Familie schicken mich?“

„Ah, gut gut, ja… gut.“

Nervös nahm er einen Schluck aus seinem Becher.

„Und?“

Der Verbrecher vor Ihm, und das musste er wohl sein, wenn er aus der Familie stammte klang leicht genervt.

„Meine Belohnung?“

Piepste Dejan und hielt die Hand auf, zog Sie aber sofort zurück als er in die Augen seines Gegenübers schaute. Ihn frierte plötzlich.

„Wenn Deine Informationen zu etwas führen, gibt es die übliche Charge. Also?“

„Jaja… gut… ich hab ihn gesehen… den Schmuggler… Idris Antheema… den sucht Ihr doch?“

Der Mann vor ihm seufzte kurz.

„Das ist sehr … schade….“

Eine kleine Bewegung reichte und der Gesichtsausdruck des Chadra-Fan entgleiste.

Das Nervengift auf der Klinge des Viblodolches war keines der gefährlichen Sorte, schon nach wenigen Sekunden wirkte es nicht mehr zuverlässig, aber das reichte durchaus, um den Informanten endgültig zum Schweigen zu bringen.

Idris Antheema steckte das Messer weg und stand auf Er tippte sich an die Hutkrempe und verlies die Cantina.



[Ord Mantell - Worlport – Raumhafen – Cantina} diverse Personen.
 
[Ord Mantell - Worlport – Raumhafen] diverse Personen


Diaz war spät dran. Er sollte sich bereits vor einiger Zeit mit dem Informanten treffen. Doch wie er feststellen musste, waren die örtlichen Beamten sehr kleinlich, und hielten ihn eine ganze weile lang mit Bürokratie und Formalitäten auf, ehe er den Planeten betreten durfte. Er mochte es nicht zu spät zu kommen, aber konnte nun nichts mehr daran ändern. Das Treffen war von großer Wichtigkeit für den Ubesen, denn es bedeutete den ersten Schritt für die Aufnahme in die Black Sun. Das Kopfgeld von 200 Credits, war zwar nicht viel, aber man versicherte ihm, dass sobald er sich bewährt hätte, auch lukrativere Aufträge auf ihn warten würden.

Er beeilte sich also und setzte seinen Helm auf, ohne den er in dieser Atmosphäre nicht atmen könnte und machte sich auf den Weg. Der Treffpunkt war eine Cantina mit dem Namen „3 Feathers“. Die Kontaktperson, ein gewisser Dejan, sollte ihn hier über den Aufenthaltsort seines Ziels, Idris Antheema, aufklären. Diaz betrat die Cantina und sah sich um. Es war mäßig gefüllt und er konnte den Kontaktmann erst nicht finden. Als er sich aber in einer dunkleren Ecke umsah fand er ihn. Doch zu seinem Erstaunen lag der kleine pelzige Chadra-Fan reglos mit dem Kopf auf dem Tisch. Der erste Gedanke war, dass er einfach in der Zeit, in der er auf Diaz warten musste, zu viel getrunken hatte. Doch als er versuchte ihn wach zu machen merkte er, dass er tot war. Diaz war etwas geschockt und er fühlte sich ein wenig verantwortlich für den Tod des Informanten. Andererseits wusste er, worauf er sich einlässt. Wenn man mit einem Verbrechersyndikat arbeitet, gibt es immer ein gewisses Berufsrisiko. Es war bisher niemandem aufgefallen. Vorsichtig untersuchte er den leblosen Körper. Er entdeckte eine Wunde, die wohl von einem Vibromesser verursacht wurde. Die Verletzung war recht frisch, es konnte also nicht lange her sein, dass der Informant ermordet wurde.

Diaz konnte sich bereits denken wer dahintersteckte. Nur sein Ziel hätte etwas davon, den einzigen zu töten, der seinen Aufenthaltsort kannte. Das zeigte Diaz, wozu dieser Idris Antheema in der Lage war.

Jetzt hatte er ein Problem. Wie sollte er nun Antheema ausfindig machen? Er hatte sonst keine Kontakte, die ihm weiterhelfen konnten. Er fasste sich Mut, irgendwie würde er das schon schaffen!

Er bemerkte, dass es Überwachungskameras gab und beschloss den Barkeeper danach zu fragen. Es benötigte ein kleines Bestechungsgeld, aber schließlich konnte er das Überwachungshologramm einsehen. Diaz hoffte, dass seine Auftraggeber das Bestechungsgeld rückerstatten würden. Aber es ging ihm nicht unbedingt um das Geld, sondern mehr um das Abenteuer. Auf dem Hologramm sah er, wie ein Mann den kleinen Nager mit einem Vibrodolch erstach. Leider konnte er sein Gesicht nicht erkennen, da es von seinem Hut verdeckt war. Aber jetzt wusste er den genauen Zeitpunkt, wann Antheema den Informanten umgebracht hatte. Der Flüchtige hatte ungefähr eine halbe Stunde Vorsprung. All zu weit konnte er in der Zeit noch nicht gekommen sein. Er hatte also eine Chance den Verbrecher noch einzuholen. Auf dem Hologramm bemerkte er, dass ein Besucher in der Cantina einen guten Blick auf Idris gehabt haben musste, als dieser die Cantina verließ.

Als er den Gast befragte, fand er heraus, dass Antheema mit einem Speeder weggefahren ist.
Diaz verließ die Cantina und ging auf die Straße. Er wusste in welche Richtung der Mann gefahren ist. Er beeilte sich und folgte dem Verlauf der Straße, bis er zu einer Kreuzung kam. Zu seinem Glück hatte ein Geschäft an der Kreuzung einen Teil der Straße auf einem weiteren Überwachungshologramm, sodass Diaz auf diesem Wege die Spur des Verbrechers bis zu einem Casino zurückverfolgen konnte.


Als er am Casino angekommen war wurde es bereits dunkel. Diaz vermutete, dass Antheema noch immer hier war, er wusste nur leider nicht, wo. Da bemerkte er eine Seitengasse, die wohl hinter das Casino führte. Diaz schlich so unauffällig wie möglich hinter das Casino und achtete dabei darauf nicht die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals zu erregen. Als er hinter dem Casino ankam fand sich Diaz vor einem Mann mit einem großen Hut wieder. Das musste Antheema sein. Er hatte nicht erwartet sich direkt vor ihm wiederzufinden. Es wäre ihm lieber gewesen den Verbrecher in einen Hinterhalt zu locken. Aber jetzt hatte er keine andere Wahl. Er musste nun schnell handeln und seinem Gegner zuvorkommen. Diaz zog seine DL-18 Blasterpistole und richtete sie auf Idris.


[Ord Mantell - Worlport - Hinter Casino] Diaz, Idris Antheema
 
[Ord Mantell - Worlport - Hinter Casino] Diaz, Idris Antheema


Idris lächelte nur überheblich, trotz der DL-18, die auf ihn zeigte.

"Nana... wer wird denn gleich? Warfum suchst Du mich, Kleiner? Hmm?
Und nimm das Spielzeug runter. Glaubst Du wirklich, dass Du mich hier so einfach überraschen kannst? Auf Deinen Kopf sind mehrere Blaster gerichtet. Also?"

Er machte eine einladende Geste in Richtung der Tür zu seiner linken. Vermutlich zu einem Hinterausgang des Casinos.
Idris wirkte selbstsicher und wenig eingeschüchtert, Bluffte er wirklich nicht?
Wer konnte das schon sagen..

[Ord Mantell - Worlport - Hinter Casino] Diaz, Idris Antheema
 
[Ord Mantell - Worlport - Hinter Casino] Diaz, Idris Antheema


Diaz musterte den Mann vor ihm. Er war sich nicht sicher, ob es ein Bluff war. Er hätte ihn nicht gleich konfrontieren dürfen, sondern hätte vorher die Umgebung checken sollen. Ein typischer Anfängerfehler.

Er konnte niemanden sehen, aber das musste nichts heißen. Nach einigem Zögern senkte Diaz seine Waffe, ließ seinen Gegenüber jedoch nicht aus den Augen.


„Idris Antheema, nehme ich an?“



[Ord Mantell - Worlport - Hinter Casino] Diaz, Idris Antheema
 
[Ord Mantell - Worlport - Hinter Casino] Diaz, Idris Antheema


Idris betätigte den Mechanismus an der Tür ohne den Kopfgeldjäger aus den Augen zu lassen. Es gab zu viele von Ihnen, die dachten sich heldenhaft überall herausschießen zu können.
Er seufzte kurz, nickte dann aber. Natürlich würde dieser auch nicht einsehen, dass er verloren hatte und vorgehen. gut, dann gab er ihm diesen kleinen Sieg.


"Folge mir bitte."

Dann ging der durch die Tür in den privaten Bereich des Casinos, dessen große Holoreklame es von vorne als "Goldenes Blatt" auswies. Alles in allem hatte es von Auß0en mehr wie eine Cantina ausgesehen und jetzt im Innenraum bestätigte sich das. Diaz geschultes Auge sah einfach gemauerte Wände. Kein Vergleich zu den großen Casinos die er schon gesehen hatte mit stabileren Bauweisen. Der Boden war, wie auf diesem Planeten üblich, mit einer Form von Durastahl, ausgelegt. Kein Schmuck, wie etwa Bilder zierten die Wände des kurzen Ganges. Er sah auch keine Wachen, lediglich die Überwachungseinheit an der Decke erschien ihm der Örtlichkeit angemessen.
Idris trat durch eine weitere Tür in eine Art Büro, setzte sich hinter einen Schreibtisch und deutete auf einen bequemen Sessel vor sich. Auch hier vielen Diaz einige Dinge auf.
Das Büro war sauber und ordentlich, auch hier eine Überwachungseinheit an der Decke. Der Tür, durch die die beiden Männer gekommen waren, entgegengesetzt war eine Wand aus Glas, die einen freien Blick in das Casino gestattete. Diaz konnte einige der unglücksseeligen Kreaturen sehen, die der so viel verbreiteten Spielsucht anheim gefallen waren. Er vermutete aber, dass das Glas nur einseitig transparent war. Des Weiteren schien Idris über einen ausgefallenen Geschmack bei seinem Möbelwahl zu verfügen. Die meisten Möbel waren aus bearbeiteten Hölzern und mit reichen Schmuckschnitzereien versehen.


"Nun, kann ich etwas anbieten? Kaf, Tee, akloholisches?"

Idris war nicht uneigennützig so freundlich. Natürlich wollte er erst einmal wissen, wen er vor sich hatte und warum und zu welchem Preis er gesucht wurde. Credits waren der Antrieb der Welten und er hatte in den letzten Jahren auf seiner Flucht genug davon irgendwo mitgehen lassen oder verdient. Credits waren nicht sein Problem und mittlerweile sollten seine beiden Wachen auch in Position sein.


"Also zurück zu meiner Frage? Warum suchst Du mich?"



[Ord Mantell - Worlport - Im Hinterzimmer des Casinos "Goldenes Blatt"] Diaz, Idris Antheema
 
[Ord Mantell - Worlport - Im Hinterzimmer des Casinos "Goldenes Blatt"] Diaz, Idris Antheema


Diaz
saß ziemlich in der Falle. Die Männer, die ihn angeblich im Visier hatten, würden nun vermutlich schon vor dem Hintereingang Wache stehen. Selbst wenn er Antheema schnell genug ausschaltete, würde es ihm nicht so leicht gelingen zu fliehen. Aber bis jetzt gab es auch noch keinen Grund dazu. Wachsam würde er auf jeden Fall sein. Einen solcher Fehler wie davor wollte er auf keinen Fall nochmal begehen.


Das Angebot für ein Getränk lehnte Diaz mit einer Handgeste ab. Es wirkte so, als würde Antheema etwas im Schilde führen. Das Ganze ergab irgendwie keinen Sinn. Wieso hatten ihn seine Männer noch nicht umgebracht, wenn sie ihn wirklich im Visier hatten und wieso tut Idris es nicht jetzt im Hinterzimmer? Auch die Frage nach dem Grund für die Verfolgung kam ihm komisch vor. Gerade Idris sollte doch am besten wissen, weshalb er gejagt wird. Jedoch wurde ihm die Geschichte nur aus dritter Hand erzählt. Und das auch nur in aller Kürze. Was wirklich vorgefallen war konnte er nicht mit Sicherheit wissen.

Er beschloss der Sache auf den Grund zu gehen.

„Die Black Sun bezahlt mich, um dich zu jagen. Du solltest wissen, weshalb.“

Antwortete er mit ruhiger Stimme ohne seinen gegenüber aus den Augen zu lassen. Seine Hand behielt er am Blaster.


[Ord Mantell - Worlport - Im Hinterzimmer des Casinos "Goldenes Blatt"] Diaz, Idris Antheema
 
[Ord Mantell - Worlport – im Hinterzimmer des Casinos „Goldenes Blatt“} Diaz, Idris


Idris seufzte, als der Kopfgeldjäger sein Angebot nicht wahrnahm.

„Soso… die große Familie also… das ist interessant…“

Er schenkte sich selbst eine zähe goldbraune Flüssigkeit ein und nippte. Genußvoll schloss er die Augen.

„Darf ich fragen, was ich verbrochen haben soll? Und wie hoch das Kopfgeld ist? Reine Neugierde.“

Er ging langsam zu seinem Schreibtisch und setzte sich, seinen Gegenüber musternd.



[Ord Mantell - Worlport – im Hinterzimmer des Casinos „Goldenes Blatt“} Diaz, Idris
 
[Ord Mantell - Worlport - Raumhafen - Frachter "NF-113-D"} Nib Friedenswacht, weitere Passagiere (NSC)

Rumpelnd kam der Frachter im Raumhafen von Ord Mantell zum stehen. Nib hüpfte voller Vorfreude auf und ab. Das erste mal würde er einen fremden Planeten betreten und dann gleich einen so großen Knotenpunkt wir Ord Mantell. Nib stellte sich vor, wie es sein würde, endlich in Coruscant anzukommen, um ein Jedi werden zu können. Bei all seinen Träumereien vergaß er seine Umgebung komplett und stieß mit einem Rodianer zusammen.

"Hey, pass doch auf wo du hintrittst. Was soll diese Rumzappelei überhaupt?", sprach ihn der Mann auf flüssigem Basic an.

Nib zuckte zusammen, konnte aber schnell die Fassung zurück erlangen und grinste den Rodianer freundlich an.


"Tut mir Leid, der Herr. Ich bin das erste mal auf Reisen und bin wohl ein wenig ins Träumen geraten. Ich hoffe ich habe ihnen nicht weh getan." erwiderte der junge Lurmen.

"Nein alles gut, aber du musst vorsichtig sein. In der Galaxis gibt es viele Leute, die dir sowas übel nehmen."

Nib musterte den Rodianer. Ein älterer Herr, der bestimmt schon einiges an Erfahrung gesammelt hatte. Er nickte ihm freundlich zu und streckte ihm die Hand entgegen.

"Ich danke euch für den Rat und werde ihn beherzigen. Nib Friedenswacht mein Name."


In dem Augenblick ertönte eine Durchsage durch das Abteil des Passagierbereiches des Frachters.

"Wir haben soeben in Worlport angelegt und sie können den Frachter verlassen. Passagiere vom Outer Rim werden gebeten, sich im Magistratsbüro zu registrieren und entsprechende Dokumente zu erhalten. Ansonsten dürfen sie den Raumhafen nicht verlassen.."

Kurz darauf öffneten sich die Luken und die Passagiere begannen, den Frachter zu verlassen.

"Dann viel Erfolg kleiner Nib. Nenn mich Grizz. Hab eine schöne Zeit." Damit verließ er den Frachter und Nib sah ihn nie wieder.

Nachdem er alle seine Sachen eingesammelt hatte, machte sich der junge Lurmen auf den Weg zum Magistrat, um sich seine Dokumente abzuholen. Er war froh, dass sich der Dorfälteste darum gekümmert hatte, dass Nib ordentliche Papiere bekommen hatte, als erste Lurmen seit langer Zeit.

Es dauerte nicht lange, bis er das Büro erreichte und musste mit Schrecken feststellen, dass es keinen Schalter für seinen Heimatplaneten Mygeeto gab. Also musste er wohl zum Schalter für "übrige Systeme" gehen. Dort angekommen, übergab er dem Droiden seine Dokumente und fügte hinzu.


"Bitte stellen sie mir passende Dokumente für Coruscant aus. Können sie mir sagen, wann das nächste Schiff in die Richtung geht?"

"ZIELORT CORUSCANT. 200 CREDITS. KEINE AUSKUNFT"


Nib, der das erste Mal mit einem solchen Droiden zu tun hatte, bezahlte die Summe und nahm seine Dokumente entgegen. Dann wollen wir uns mal auf die Suche machen, ein passendes Schiff zu finden.

[Ord Mantell - Worlport - Raumhafen - Magistratsbüro} Nib Friedenswacht
 
[ Mittlerer Rand / Bright Jewel Sektor / Bright Jewel System / Ord Mantell / Worlport / Casino / Wartebereich ] Teldor, sowie (NPCs) Kasinogäste und -personal

Die Beine übereinandergeschlagen, blätterte Teldor Kland die Seite des Magazins um, in dem er die letzte Stunde über geschmökert hatte. Unkooperativ verdrehte das dünne Flimsiplast sich unter seinen Fingern und riss. Für einen Moment starrte Teldor auf das, was er angerichtet hatte, und seufzte. Er justierte seinen Sitz auf dem harten Plastoidstuhl und legte das Magazin beiseite, um seinem Hirn für einen Moment Ruhe von der trivialen Boulevardberichterstattung über die Schickeria Ord Mantells zu gönnen. Es gab sicherlich Leute, die so etwas lasen – warum sonst sollte derlei Material im hinteren Wartebereich eines Casinos ausliegen? Teldor gehörte nicht dazu. Doch in der Not fraß der Sithlord bekanntlich Wompratten.

Die Umgebung hatte sich seit seinem letzten Rundblick nicht verändert. Noch immer verprassten dieselben hohlwangigen Gestalten auf dem Casinofloor vor ihm die finanzielle Grundlage ihrer maßgeschneiderten Kostüme und noch immer schallte das helle Klimbim der vorgeblich fröhlichen Geräuschkulisse aufdringlich zu ihm herüber. Aus einer Tür neben seiner sonst verlassenen Sitzgruppe trat just in diesem Moment ein Kellner mit durchaus schmackhaft aussehenden Leckereien. Doch bevor Teldor ihn um ein Häppchen bitten konnte, erspähte er den Portier, der grade in seine Richtung schlenderte. Wohl um zum drölfzigsten Mal zu fragen, ob er während seiner Wartezeit nicht doch ein bisschen Zeit – in diesem Ambiente natürlich ein Jargonbegriff für Geld – an einem der Automaten verschwenden wollte. Das Haus gewinnt immer, aber nur wenn man auch spielt! Hastig versenkte Teldor wieder den Blick im Magazin.


„Verzeihung, Legat, Gouverneurin Manemi ist nun bereit Sie zu empfangen.“

, sagte der Portier trotzdem einen Moment später und Teldor sah wieder auf. Er zwang sich zu einem Lächeln, legte das Magazin wieder beiseite und erhob sich.

„So bald schon!“

, gab er zurück, die Zähne noch immer entblößt. Das Lächeln war sicher nicht so funkelnd wie jenes, das Gouverneur Solaris auch in einer solchen Situation zur Schau gestellt hätte, doch war es gut eingeübt. Für einen Moment dachte er an den Empfang zurück, den Gouverneur Zesh ihm auf Prefsbelt IV bereitet hatte, unterdrückte jedoch das tiefe Seufzen, das dabei in seiner Brust aufsteigen wollte. Er war sich damals bewusst gewesen, dass Zesh als Unikat betrachtet werden musste und dass er nicht überall wie der Imperator – pardon, nun Imperatrix! – persönlich behandelt werden konnte. Aber dennoch… zwei Stunden im Wartebereich eines Ord Manteller Kasinos auf einen Empfang zu warten, musste dann aber definitiv das untere Ende der Gastfreundschaftsskala markieren. Hoffte er.

Der Portier führte Teldor einmal quer durch das Kasino, wo die Gouverneurin von Aleen bereits im Restaurantbereich auf ihn… naja, wartete war wohl zu viel gesagt. Manemi hatte wohl schon die Gelegenheit genutzt, um ein ausgiebiges Mittagessen zu bestellen, denn ein weiterer Kellner stellte bereits eine Platte mit Spezialitäten vor ihr ab. Natürlich kannte Teldor sich nicht genug mit den lokalen Gerichten aus, um dies zu bestimmen – ein kleines Fähnchen in einer Wurst beanspruchte dies für sich. Der Legat unterdrückte ein eindringliches Knurren seines Magens und trat mit einem weiteren Lächeln näher. Gouverneurin Manemi hob ihren Blick.


„Gouverneurin, seien Sie gegrüßt. Mein Name ist Teldor Kland und ich bin der-“

„Legat des Äußeren auf Truuine, ich weiß schon.“

, gab die junge Frau zurück und wies mit der Hand auf den leeren Platz ihr gegenüber. Ihres gehäuften Tellers zum Trotz wirkte sie selbst eher wie ein Strich in der Landschaft. Teldor schätzte sie auf Gouverneur Solaris‘ Alter, vielleicht eine Spur jünger. Ihr spitzes Gesicht wurde von einem blonden Kronenzopf betont, der einen modischen Kontrast zu dem schwarzen Sommerkleid bot, das sie zu dieser Gelegenheit angelegt hatte. Teldor tat sein Bestes sein Gesicht neutral zu halten, während er unbewusst ein Staubkorn vom Ärmel seiner eigenen Verwalteruniform wischte. Wie geheißen setzte er sich. Seine Mundwinkel schmerzten, während er ihnen ein weiteres Lächeln abverlangte.

„Eben der. Ich danke Ihnen für den Empfang, Gouverneurin.“

„Sie haben mir auch keine andere Wahl gelassen. Nachdem Sie mir von Aleen nach Ord Mantell gefolgt sind.“

Unter dem Tisch gruben sich Teldors Finger in seinen Oberschenkel.

„Ich bitte vielmals um Vergebung für die Unannehmlichkeiten. Der persönliche Besuch ergab sich ja nur, um die erfolgreiche Kommunikation zwischen unseren Verwaltungen sicherzustellen.“

Sechs. Sechs Anfragen hatte sein Büro an die aleener Verwaltung gestellt, nur um jedes Mal ignoriert zu werden! Gouverneurin Manemi runzelte die Stirn.

„Man würde annehmen, es sei bereits klar kommuniziert worden. Wir können Ihnen nicht helfen.“

Teldor erlaubte seinem Gesicht die Miene der Dame zu spiegeln.

„Gouverneurin, es geht wie in meinen Briefen bereits dargelegt, um interimperiale Strafverfolgung. Es handelt sich um eine Interessensperson im Fall eines gesuchten Schwerverbrechers. Ich kann nicht genug betonen, dass diese Antwort für Gouverneur Solaris unter diesen Umständen ungenügend ist.“

„Dann soll er eben die Sector Ranger einschalten. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum ich in dieser Sache mit einem Legaten des Äußeren und nicht mit einem Strafvollzugsbeamten kommuniziere.“

Manemi hob ein breites Weinglas an die Lippen und stellte es einen Moment später vielleicht etwas zu fest wieder ab. Rote Flüssigkeit schwappte und ein einzelner, roter Tropfen verunzierte die weiße Tischdecke.

„Wie bereits in den Briefen dargelegt, handelt es sich hierbei bisher lediglich um einen Verdachtsfall.“

Teldor verschränkte die Arme über der Tischdecke und versuchte krampfhaft sich das lächelnde Gesicht von Gouverneur Solaris als sein Gegenüber vorzustellen. Dies war ein Test, er musste die Fassung bewahren. Auch das gehörte zu seinem Berufsprofil. So gerechtfertigt er sich auch hätte beschweren können, er wollte etwas von Manemi. Und wer wusste schon, ob Solaris nicht in Zukunft einen lukrativen Vertrag mit Aleen abschließen wollte. Keine Brücken verbrennen, Teldor, auch wenn diese junge Schnepfe es grade wirklich darauf anlegte…

„Wir möchten die Befragung zunächst selbst vornehmen. Es geht ja zunächst nur um Hinweise auf seinen Aufenthaltsort, nicht darum den Kriminellen selbst zu verfolgen.“

, erklärte er und verstummte. Einen Moment breitete sich Stille am Tisch aus, bevor Manemi die Hand hob und ungeduldig kreisen ließ. Teldor verstand die rüde Aufforderung zum Punkt zu kommen natürlich nur zu gut. Trotzdem nahm er sich einen Moment, um meditativ die Luft durch die Nase auszustoßen und die Bedeutung des Wörtchens ‚Machtgefälle‘ zu reflektieren.

„Gouverneurin…“

, begann er erneut.

„Es geht um die Auslieferung eines einzelnen Bürgers. Noch dazu eines Nichtmenschen. Wir haben seine Adresse, seinen Aufenthaltsort und eine konkrete Verbindung zum Sachverhalt. Alles, was wir brauchen, ist eine mäßig motivierte Polizeipatrouille und einen Transport in den Orbit. Diese Unterhaltung ist doch so weit unterhalb unserer beiden Gehaltsklassen-“

„Ich korrigiere, es ist ein einzelner meiner Bürger und ich wüsste nicht, was seine Spezies hier zur Sache tut.“

Die Stimme der Gouverneurin hatte plötzlich einen noch schärferen Ton angenommen und blaues Eis war in ihre Augen getreten. Er spürte den Unterschied zwischen ihren Positionen fast körperlich. SIE konnte sich so etwas erlauben…

„Sofern ich richtig informiert bin, handelt es sich bei Ihrem teuren Gouverneur Solaris um einen Arkanier – was zufällig auch meine Spezies ist. Ich würde Sie bitten derlei rassistische Bemerkungen zukünftig in meiner Gegenwart zu unterlassen.“

Teldor schluckte und schwieg für einen Moment. Das musste er in Manemis Akte wohl überlesen haben. Peinlich.

„Ich…bitte vielmals um Verzeihung.“

, gab er schließlich zurück.

„Verstehe.“

Die Antwort der Gouverneurin war schneidend.

„Ich würde mich freuen, wenn die truuiner Verwaltung als kleine Entschuldigung für mein Fettnäpfchen Ihre Rechnungen hier auf Ord Mantell begleichen könnte.“

Teldors Seufzen war kaum hörbar, selbst für ihn. So viel dazu also, eine einfache Deportierung zu verhandeln. Dennoch war er sich sicher, dass Solaris bereit war, für Erfolg in dieser Sache auch ein wenig Geld in die Hand zu nehmen. Manemi horchte sichtbar auf.

„Von welchem Rahmen sprechen wir?“

Für einen Moment schwieg Teldor nachdenklich, dann sagte er:

„Sofern wir uns einig werden können, wäre es uns eine Freude alle bisher auf Ihrer Reise entstandenen Kosten zu begleichen.“

Hoffentlich hatte die Gouverneurin ihre Mittel bisher im Kasino nicht zu sehr überstrapaziert. Noch eine Sache, die er hätte versuchen können im Vorfeld in Erfahrung zu bringen. Wobei das Kasino vermutlich keine Auskunft über derlei Angelegenheiten gab. Egal, doofer Gedanke. Wie hoch die Summe werden würde, war vermutlich dann doch ein Glücksspiel. Er konnte das dumme Grinsen des Portiers förmlich riechen, würde der davon erfahren.

„Sofern wir uns einig werden, soso.“

, gab Manemi kühl zurück, jedoch wirkte ihre Miene entspannter als das ganze bisherige Gespräch über.

„Das nimmt Ihrer Entschuldigung jetzt doch etwas die Wirkung…“

„Ich würde mich freuen, wenn Sie noch einige meiner Chips aufbrauchen würden. Ich fürchte, ich muss nach unserem Gespräch sofort nach Truuine zurückkehren und habe bedauerlicherweise keine Zeit die Lokalität angemessen zu zelebrieren.“

„Mhmhm?“

, fragte Manemi und bedeutete ihm weiterzusprechen.

„Ich habe noch etwa Zehntausend…“

Die dünne Handbewegung nach oben entging ihm nicht.

„Zwanzigtausend Credits beim Kasino vorliegen.“

„Ich verstehe. Merillion sagten Sie?“

, fragte die Gouverneurin und nahm einen Stift und eine Serviette zur Hand.

„Dante Merillion. Ganz Recht.“


[ Mittlerer Rand / Bright Jewel Sektor / Bright Jewel System / Ord Mantell / Worlport / Casino / Restaurant ] Teldor, sowie (NPCs) Gouverneurin Manemi, Kasinogäste und -personal
 
[Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System - im Anflug auf Ord Mantells Raumhafen "Morro" - TIE/Shuttle] Commodore Scytale Mentel, TIE-Pilot und Passagiere (NPC)

Durch ein kleines, trapezförmiges Bugfenster erhaschte Scytale nur schwer einen Blick auf die Landmasse, die sich als Kern des Bright Jewel Systems präsentierte. Die Wolkendecke war dicht und ein Hauch von Pink färbte den Horizont. Wenig überraschend herrschte reger Verkehr. Zahlreiche Schiffe und Transporter bewegten sich zwischen Orbit und den Raumhäfen hin und her. Der Anflugvektor auf den militärischen Teil des Raumhafens von Worlport war wie üblich vorgegeben und für den zivilen Flug gesperrt, sodass das Shuttle seine Landung im Wesentlichen unbeirrt fortsetzte.

Die Authority hatte, zusammen mit weiteren Schiffen des Verbandes, Stellung nahe des Planeten bezogen. Nach der initialen Besprechung auf der Allegiance hatte es nicht lange gedauert, bis der erste Marschbefehl kam. Ord Mantell war strategisch gut gelegen, der nächste republikanische Außenposten auf Ithor aufgrund der Hyperraumroute nur etwa sechs Sprungstunden entfernt - nicht die schlechteste Wahl für eine Basis, um Inkursionen durchzuführen. Ergänzend gab es noch Bilbringi – eine Werftwelt mit einem Raumdock für notwendige Reparaturen, die keine zwei Tage Reisezeit entfernt lag.

Etwas unsanft setzte das TIE-Shuttle auf der Landeplattform auf und entließ seine Insassen in Richtung urbaner Hölle. Die schlechte Luft ließ ihn kurz husten. Auf dem Weg in den Sektor hatte der Commodore sich grob mit dem Planeten auseinandergesetzt. Schwerindustrie und Glücksspiel bildeten die Haupteinnahmequellen des Planeten. Die Schlote und Kamine der fossilen Industrie verpesteten die Atmosphäre aus der Ferne, auch wenn die Gewerbegebiete nicht in der Nähe des Stadtkerns lagen. Scytale lehnte sich kurz gegen die Hydrauliksäule der Rampe, um sich zu fangen. Kein Wunder, dass das größte Casino (Jubelrad) sich im Orbit und nicht an Land befand, bemerkte er für sich. Wie er jetzt schon die sterile Luft der Authority vermisste.

Nach einem Moment der Sehnsucht hatte sich seine Lunge an die belastete Luft gewöhnt und er richtete sich wieder auf. Erst jetzt sah er sich um. Die Landeplattform war auf Säulen errichtet und bot Platz für mehrere Shuttles und Transporter. Der Bastioner trat an den Rand und lehnte sich gegen das Geländer. Im Südosten streckte sich die Stadt entlang der Küste. Die Gebäude waren niedrig gebaut. Türme mit reicher Verzierung suchten Aufmerksamkeit im braunen Meer von Rotunden. In der Ferne, kaum noch sichtbar für das normale Auge, nahm die Gebäudedichte sichtlich ab und machte Platz für ein graues, metallfarbenes Ödland.

Scytale gab sich einen Ruck. Die Touristentour konnte er nach Dienstschluss durchziehen. Er fuhr mit einem der Lifte hinunter, wo bereits Transfershuttles auf Passagiere warteten, um zwischen der Garnison und dem Raumhafen zu pendeln. Der Bastioner stellte sich hinten in die Schlange.

[Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System - Ord Mantell - Raumhafen "Morro" - Transfershuttle] Commodore Scytale Mentel, Passagiere (NPC) und Droidenpilot (NPC)
 
-> weiter von Bastion

Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Anflug auf einen der Militärraumhäfen | Sedros und Darel

Der VT-49 Decimator aus den Beständen des Sith-Ordens setzte auf einem der Militärraumhäfen von Ord Mantell auf. Sedros hatte beschlossen, auf dieser Reise auf das eigene Schiff zu verzichten. Sie waren nicht nur in offizieller Mission für den Orden unterwegs, sondern würden auch mit dem Militär zusammenarbeiten. Außerdem würde es der Nutzung eines Pseudonyms widersprechen, ein Schiff, das unter seinem echten Namen registriert war, zu verwenden. Der VT-49 Decimator war unter diesen Bedingungen einfach die natürliche Wahl gewesen. Dieser Schiffstyp wurde nicht nur ebenfalls vom Militär als leichter Frachter verwendet, das Schiff hatte gemessen an seiner Größe auch den nötigen Frachtraum, den sie schon bald benötigen würden, um die sichergestellten Forschungsdaten, - Geräte und Personal zurück zur nächst gelegenen Ordenseinrichtung zu transportieren.

Nachdem der Hauptreaktor in den Ruhemodus versetzt worden war, wandte der reinblütige Sith sich
Darel zu. “Jetzt wird es ernst. Überprüfe ein letztes Mal deine Anzugsysteme und versiegele deinen Helm. Bis zum Abschluss dieser Mission werden wir nicht unsere Gesichter zeigen und den Helm nur zum Essen und Trinken abnehmen und dann auch nur, wenn wir unter uns sind. Von jetzt an bin ich Darth Naver und du bist mein Schüler Rel.” Als sich die beiden wenige Minuten später an der Einstiegsrampe trafen, hatte sich Sedros’ Auftreten ganz verändert. Wo er sonst leicht auftrat und leicht zusammen gesunken unter seiner Robe dastand, um schwächer zu wirken, als er tatsächlich war, trat er jetzt hoch erhobenen Hauptes fest auf und strahlte allein durch seine Körperhaltung eine Selbstsicherheit aus, die vor Arroganz nur so triefte.

Am Fuß der Rampe wartete ein nervös wirkender Lieutenant der Raumflotte auf die beiden. Der junge Mann schluckte sichtbar, als er
Sedros und Darel in ihren Rüstungen erblickte und der reinblütige Sith tat nichts, um den Offizier zu beruhigen, tatsächlich ließ er genug von seiner Präsenz in der dunklen Seite der Macht durch seine sonst praktisch undurchdringbare geistige Abschirmung hindurchbluten, um das Gefühl des Unbehagens des Lieutenants noch zu befeuern. “Ich bin Darth Naver und das hinter mir ist mein Schüler Rel. Wir werden keine Zeit vergeuden, führt uns direkt zu Eurem Vorgesetzten.” Der Lieutenant versuchte gar nicht erst, irgendetwas einzuwenden. Er schien ganz froh darüber zu sein, sich abwenden und vorangehen zu können, ohne sich großartig mit Sedros unterhalten zu müssen.

Ihr Weg führte die drei über ein überaus geschäftiges Landefeld. Der reinblütige Sith wusste zu wenig über das Militär, um einschätzen zu können, ob die viele Aktivität an der bevorstehenden Operation, dem aufkeimenden Krieg oder etwas anderem lag oder ob es einfach immer so hier zuging. Und
Sedros hatte viel zu viel um die Ohren, um für diese Frage großes Interesse aufbringen zu können. Er war hier, um einen Auftrag für den Sith-Orden zu erfüllen und natürlich auch, um persönlich von der anstehenden Operation zu profitieren. Entsprechend würde er auf genau diesen Auftrag fokussiert bleiben, diesen so schnell wie möglich zum Erfolg führen und dann nach Bastion zurückkehren, um sein Studium an der Universität der Thronwelt sowie der Sithalchemie fortzusetzen.

Der Weg führte sie in einen der kleineren Hangars, der von den beiden hier geparkten Sentinel-Klasse Raumfähren dominiert wurde. Hier befanden sich auf den ersten Blick etwas über 50 Soldaten in schwarz lackierten Sturmtrupplerrüstungen. Das war etwa ein Drittel der Kapazität der beiden Raumfähren, aber sie würden ja noch einigen Platz benötigen, um die Waren ihrer kleinen Acquise mitzunehmen. Während der Lieutenant der Raumflotte froh zu sein schien, seine Aufgabe abgeschlossen zu haben und nach der gegenseitigen Vorstellung, fast fluchtartig den Hangar verließ, schienen die Truppler hier alles andere als eingeschüchtert von der Anwesenheit von zwei Sith zu sein. Einige waren behelmt, andere hatten ihre Helme irgendwo abgelegt und sie alle waren damit beschäftigt, ihre Ausrüstung zu überprüfen und die Sentinel-Klasse Raumfähren zu beladen. Alle Arbeiten wurden eingestellt, als ihnen die Ankunft der Sith verkündet wurde. Die Soldaten musterten
Sedros und Darel abschätzend und zeigten ein Mindestmaß an Respekt, während zwei von Ihnen vortraten, um die Sith zu begrüßen.

Die beiden Männer salutierten und neigten ehrfürchtig das Haupt, bevor der ältere der beiden das Wort ergriff.
“Mein Lord, es ist mir eine Ehre, mit Euch auf dieser Mission zusammenarbeiten zu dürfen. Ich bin Captain Vondar und das hier ist Lieutenant Arcoum. Er wird den zweiten Zug befehligen.” Sedros nickte die Vorstellung des Lieutenant knapp ab und prägte sich die Namen der beiden Offiziere ein. “Mein Name ist Darth Naver und dies hier ist mein Schüler Rel. Captain, mir ist zu verstehen gegeben worden, dass wir mit einem engen Zeitplan arbeiten. Lasst uns also zuerst über den Plan gehen, damit es später keine Missverständnisse gibt.” Captain Vondar nickte und lud zu einem aufgebauten Holoprojektor ein und begann ohne Verzögerung mit der Einsatzbesprechung. “Unser Ziel ist Agriworld-2079 im nahegelegenen M'shinni Sektor. Genauer gesagt eine Forschungseinrichtung in einer Kleinstadt auf der Südhalbkugel des Planeten.” Nach ein paar Eingaben zeigte der Holoprojektor die Topographie einer Kleinstadt samt Umgebung. Wobei Kleinstadt schon eine großzügige Beschreibung dessen war, was hier gezeigt wurde. Die Siedlung bestand genau genommen lediglich aus einer einzigen Straße, insgesamt vielleicht knapp zwei Kilometer lang.

Die Straße säumten hauptsächlich recht kleine Gebäude von Läden zur Versorgung der umliegenden Bevölkerung. Dominiert wurde der Straßenabschnitt aber von drei Gebäuden. Da war zunächst einmal das Rathaus, das gleichzeitig als Polizeiwache diente und die Sporthalle der daneben liegenden Schule als Versammlungshalle nutzte. Es verfügte außerdem über die einzige Langstreckenkommunikationsanlage des Ortes. Die Schule selbst war erheblich größer als das Rathaus, offenbar fanden hier alle Jahrgänge der Kinder der örtlichen Bevölkerung Platz, die unterrichtet wurden. An der südlichen Stirnseite des Ortes befand sich ein wahrer Fremdkörper, der sich so gar nicht in das Stadtbild einfügen wollte. Der Forschungskomplex war größer als die Schule und das Rathaus zusammen genommen und zäunte ein Areal ein, das noch einmal doppelt so groß war, um eine ganze Reihe von Gewächshäusern und das einzige Landefeld für Raumfahrzeuge der Umgebung unterzubringen, wenn man einmal von den Landestellen auf den umliegenden Bauernhöfen absah, die praktisch ausschließlich von Transportern für landwirtschaftliche Erzeugnisse genutzt wurde.

Der Plan war simpel. Es wurde nicht mit viel Widerstand gerechnet und selbst das wenige Erwartbare wurde nicht dem Zufall überlassen.
Lieutenant Arcoum würde mit seinem Zug direkt auf der Hauptstraße vor dem Rathaus landen, um die wenigen Polizeikräfte des Ortes auszuschalten, die Kommunikationsanlage würde noch im Anflug durch die Bordgeschütze der Sentinel-Klasse Fähre ausgeschaltet werden. Captain Vondar würde direkt in der Forschungsanlage landen, um ihr Primärziel zu besetzen. Es konnte noch nicht genau gesagt werden, zu welcher lokalen Tageszeit die Operation stattfinden würde. Daher war unklar, ob sich die gesuchten Wissenschaftler zum Zeitpunkt des Zugriffs in der Anlage oder in ihren über die in der näheren Region verteilten Wohnhäusern aufhalten würden. Aber das war zu diesem Zeitpunkt einfach nicht zu ändern. Sowohl der Zugriff bei Nacht als auch am Tage hatten jeweils ihre Vor- und Nachteile. Tagsüber war vorhersehbarer, wo sich die Forscher aufhalten würden. Dafür würde die Polizeistation tagsüber besser besetzt sein, während in der Nacht der erwartbare Widerstand erheblich geringer ausfallen würde. Sie würden sich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen und das würde kein Problem darstellen. Die Death Trooper waren professionelle Elitesoldaten und verstärkt durch zwei Sith, war ihre kleine Streitmacht mehr als genug, um die gestellten Ziele zu erfüllen.

Sedros nickte die vorgestellten Informationen einfach ab. Er hatte nicht vor, sich in die militärischen Belange großartig einzurichten. Dafür waren Captain Vondar und Lieutenant Arcoum Teil dieser Operation und der reinblütige Sith würde nur einschreiten, wenn es zu ernsthaften Problemen kommen sollte. “Sehr gut, Captain. Ich werde mit meinem Decimator neben euch in der Forschungsanlage landen. Wir haben vier KX-Serie Droiden dabei, die dabei helfen werden, schwere Gerätschaften zu bewegen. Darüber hinaus kann ich ein halbes Dutzend Aufklärungsdroiden beisteuern, um den Perimeter der Forschungsanlage zu überwachen.” Die sechs DRK-1 Droiden sollten mehr als ausreichen, um sie vor Überraschungen zu schützen und die KX-Serie Droiden war mehr als genug, um gefangen genommene Wissenschaftler zu überwachen und schwere Lasten in die Frachträume zu tragen.

Damit war aber auch alles nötige besprochen für den Moment.
“Ich werde euch nicht weiter von Euren Vorbereitungen abhalten, Captain. Gebt mir Bescheid, sobald es etwas Neues gibt. Mein Schüler und ich werden uns bis dahin selbst zu beschäftigen wissen.” Kommlinkfrequenzen wurden noch ausgetauscht und dann kehrten Captain Vondar und Lieutenant Arcoum zu ihren Männern zurück. Sedros hatte genauso wenig das Bedürfnis, die Soldaten näher kennenzulernen und wandte sich stattdessen Darel zu. “Komm Rel, wir werden die Zeit sinnvoll nutzen.” Der reinblütige Sith führte seinen Schüler zum Rand des Hangars auf einen der freien Landeplätze. Hier würden sie niemanden behindern und wenn doch…nun, wer freiwillig in eine Lichtschwertklinge lief, der hatte es wahrscheinlich auch nicht anders verdient. “Zeige mir, welche Fortschritte du gemacht hast, seitdem wir uns das letzte Mal duelliert haben, Rel.” Sedros nahm sein Lichtschwert von Gürtel, aktivierte die Klinge und nahm die Shii-Cho Grundstellung ein. Er war tatsächlich gespannt darauf, für welche Form sich Darel entschieden hatte.

Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Hangar 42 des MIlitärraumhafens | Sedros und Darel sowie zwei Züge Deathrooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs)
 
Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Anflug auf einen der Militärraumhäfen | Sedros und Darel

Der Flug nach Ord Mantell war für Darel weitgehend ereignislos verlaufen, was ihm durchaus entgegengekommen war. Viel wusste er über den bevorstehenden Einsatz schließlich noch nicht. Sedros hatte ihm auf Bastion lediglich erklärt, dass sie sich an einem imperialen Angriff auf eine republikanische Welt beteiligen, dort für den Zirkel der Alchemisten interessante Informationen, Gerätschaften und wissenschaftliches Personal sicherstellen und anschließend verschwinden würden, bevor das Bombardement begann.

Wo genau dieser Angriff stattfinden würde, wie ihr eigentliches Ziel aussah oder mit welchen Kräften sie dort rechnen mussten, wusste Darel dagegen nicht.

Entsprechend hatte es während der Reise wenig Sinn ergeben, sich irgendwelche theoretischen Einsatzszenarien zurechtzulegen, für die ihm schlicht die notwendigen Informationen fehlten. Stattdessen konzentrierte er sich auf jene Dinge, die er tatsächlich beeinflussen konnte.

Einen beträchtlichen Teil der Zeit verbrachte er deshalb damit, sich weiter an seine neue Rüstung zu gewöhnen.

Darel hatte sie bereits auf Bastion ausführlich ausprobiert, doch einige Bewegungen in seinem Quartier durchzugehen war etwas anderes, als seinen Körper tatsächlich über längere Zeit an das zusätzliche Gewicht und die veränderte Bewegungsfreiheit zu gewöhnen. Also legte er die Rüstung während des Fluges mehrfach vollständig an und begann zunächst mit einfachen Mobilitätsübungen. Tiefe Kniebeugen, Ausfallschritte, Rotationen des Oberkörpers und verschiedene Dehnpositionen sollten ihm zeigen, an welchen Stellen das Panzergewebe oder die festen Schutzplatten seine gewöhnlichen Bewegungen beeinflussten.

Die Einschränkungen waren geringer, als er ursprünglich erwartet hatte, aber sie waren vorhanden.
Gerade bei stärkeren Drehbewegungen bemerkte Darel schnell, dass er manche Bewegungen nicht genauso ausführen konnte wie in leichter Trainingskleidung. Wo er gewöhnlich einen größeren Teil einer Bewegung über den Oberkörper ausgeführt hätte, musste er nun stärker über Hüfte und Beine arbeiten, den hinteren Fuß anders positionieren oder den gesamten Körper einige Grad weiter mitdrehen.

Genau deshalb wiederholte er solche Bewegungen immer wieder.
Lieber stellte er jetzt fest, dass eine bestimmte Drehung in der Rüstung einige Zentimeter früher endete, als während eines Kampfes.

Auch einige Sprünge gehörten dazu. Zunächst einfache kurze Sätze aus dem Stand, später seitliche Bewegungen und kontrollierte Landungen, wobei Darel besonders darauf achtete, wie sich das zusätzliche Gewicht auf seinen Schwerpunkt auswirkte. Er hatte während der vergangenen Tage auch Ataru weiter studiert und wollte zumindest ein Gefühl dafür bekommen, wie sich dessen bewegungsintensivere Techniken in dieser Ausrüstung anfühlten, selbst wenn er sich vorerst nicht auf diese Form konzentrieren wollte.

Seine eigentliche Aufmerksamkeit galt Shien.
Von den drei Formen, die Sedros ihm zuletzt gezeigt hatte, war es jene, mit der Darel sich während der vergangenen Tage am intensivsten beschäftigt hatte. Er hatte sich noch lange nicht endgültig darauf festgelegt und hielt es ohnehin für unsinnig, nach wenigen Tagen des Studiums bereits zu behaupten, seinen persönlichen Kampfstil gefunden zu haben. Für den Augenblick wollte er Shien jedoch genauer kennenlernen und herausfinden, ob die Form auch praktisch so gut zu ihm passte, wie es ihm nach den ersten Übungen erschienen war.

Also aktivierte Darel im freien Bereich des Decimators mehrfach sein Lichtschwert und ging die bislang erlernten Bewegungen zunächst langsam durch.

Deckung. Klingenführung. Beinarbeit. Fokus Übergänge zwischen einzelnen Paraden.

Anschließend verband er die Bewegungen miteinander und erhöhte schrittweise das Tempo, wobei er immer wieder bewusst darauf achtete, wie sich die Rüstung verhielt. Manche Bewegungen funktionierten beinahe unverändert, andere verlangten eine stärkere Beteiligung seiner Hüfte oder eine geringfügig breitere Stellung seiner Füße, damit er trotz des zusätzlichen Gewichts stabil blieb.
Darel korrigierte, wiederholte und korrigierte erneut. Gerade diese Form des Trainings lag ihm. Hier konnte er Unterschiede feststellen. Fehler erkennen. Bewegungen verändern und unmittelbar überprüfen, ob die Anpassung funktionierte.

Ganz anders als bei diesem verdammten Stein. Aber auch den hatte Darel selbstverständlich mitgenommen.

Zwischen den körperlichen Übungen und seinem Studium der Lichtschwertformen hatte er sich während des Fluges mehrmals zurückgezogen, um zu meditieren und seine Wahrnehmung der Macht weiter zu schärfen. Die Ergebnisse blieben weiterhin bescheiden, doch inzwischen gelang es ihm zumindest etwas besser, nicht jede Übung wie ein Problem behandeln zu wollen, das lediglich lange genug analysiert werden musste, bis sich zwangsläufig eine Lösung ergab.

Zumindest versuchte er das. Einfach fiel es ihm noch immer nicht.

Als der VT-49 Decimator schließlich auf einem der Militärraumhäfen von Ord Mantell aufsetzte, fühlte Darel sich trotzdem besser vorbereitet als bei ihrer Abreise von Bastion. Nicht weil er glaubte, für alles bereit zu sein, was sie erwarten konnte, sondern weil er zumindest jene Faktoren überprüft hatte, die sich überprüfen ließen.

Die leichte Nervosität vom Vorabend war ebenfalls geblieben. Darel empfand das inzwischen allerdings nicht mehr als störend. Im Gegenteil. Sie hielt ihn aufmerksam.


Während die Systeme des Schiffes heruntergefahren wurden, erhob er sich und überprüfte ein letztes Mal den Sitz seiner Ausrüstung. Die einzelnen Bestandteile befanden sich dort, wo sie hingehörten, sein Lichtschwert war problemlos erreichbar und sämtliche Anzeigen des Schutzanzuges meldeten normale Werte.

Als Sedros ihn anwies, seine Systeme ein letztes Mal zu kontrollieren, den Helm zu versiegeln und ihn daran erinnerte, dass sie von diesem Augenblick an ausschließlich Darth Naver und dessen Schüler Rel waren, antwortete Darel lediglich mit einem knappen Nicken.

„Verstanden, Meister.“

Er setzte den Helm auf und verriegelte ihn.
Mit einem leisen Zischen schloss sich die Versiegelung, sein Sichtfeld blieb einen Augenblick dunkel und kurz darauf erwachten die Anzeigen vor seinen Augen zum Leben.

Rel. Noch immer fühlte sich der Name ungewohnt an.

Darel hatte während des Fluges mehrmals darüber nachgedacht, weshalb ihn ausgerechnet dieser Teil ihrer Tarnung mehr beschäftigte als der Helm oder die Rüstung. Vermutlich lag es daran, dass sein eigener Name für ihn trotz allem noch immer eine Bedeutung besaß. Nicht wegen seiner Eltern und inzwischen auch nicht mehr wegen jener beinahe zwanghaften Vorstellung, alles müsse dem Aufstieg der Familie Cor dienen.

Der Name gehörte schlicht zu ihm.
Zu allem, was er gelernt hatte, was er erreicht hatte und was er noch erreichen würde.
Für diese Mission würde er trotzdem darauf verzichten. Sedros hatte recht. Anonymität war ein Vorteil, den man nur einmal verlieren konnte.

Als sie sich wenig später an der Rampe trafen, fiel Darel allerdings noch etwas anderes auf.
Sein Meister hatte sich verändert.


Nicht äußerlich, denn davon war unter der dunklen Rüstung ohnehin kaum etwas zu erkennen. Es war vielmehr dessen gesamte Haltung. Sedros bewegte sich nicht länger mit jener beinahe beiläufigen Zurückhaltung, die Darel inzwischen von ihm kannte. Sein Rücken war gerade, der Kopf erhoben und jeder seiner Schritte wirkte bestimmt, als gäbe es nicht den geringsten Zweifel daran, dass alle anderen Personen in seiner Umgebung ihm Platz zu machen hatten.

Noch deutlicher war allerdings etwas anderes. Die Macht.
Darel hätte vor wenigen Monaten vermutlich überhaupt nicht verstanden, was er wahrnahm. Selbst jetzt hatte er Schwierigkeiten , das Gefühl passend zu beschreiben, doch er kannte es inzwischen gut genug, um die Veränderung zu bemerken als sein Meister seine Präsenz nach außen dringen ließ.

Das bekannte Unbehagen breitete sich beinahe unmittelbar in Darel aus, als er seinem Meister die Rampe hinunter folgte. Bei ihren ersten Begegnungen hatte dieses Gefühl ihn erheblich stärker beschäftigt. Damals hatte er nicht gewusst, weshalb sein Körper ihm plötzlich signalisierte, dass etwas an dem Mann vor ihm gefährlich war, obwohl Sedros vollkommen ruhig dastand.

Inzwischen gehörte diese Empfindung für ihn beinahe selbstverständlich zu seinem Meister.
Darel nahm sie wahr, registrierte sie und ging weiter.

Gerade deshalb bemerkte er umso deutlicher die Reaktion des jungen Lieutenants, der am Fuß der Rampe auf sie wartete. Der Mann wirkte bereits beim Anblick ihrer Rüstungen angespannt, doch als Sedros näher kam, schien sich sein Unbehagen noch einmal merklich zu verstärken.

Hinter seinem Visier musste Darel beinahe schmunzeln.
Für jemanden, der keine Ahnung hatte, weshalb er sich plötzlich unwohl fühlte, musste die Präsenz seines Meisters ausgesprochen unangenehm sein. Darel konnte sich noch gut genug daran erinnern, wie irritierend dieses Gefühl gewesen war, bevor er überhaupt verstanden hatte, was die Macht mit seiner Wahrnehmung anstellte.

Dass es ihn inzwischen kaum noch störte, erfüllte ihn mit einer kleinen Portion Stolz.
Nicht weil er glaubte, Sedros’ Präsenz widerstehen zu können. Von diesem Gedanken war er weit entfernt. Aber etwas, das ihn vor wenigen Monaten noch vollkommen aus dem Konzept gebracht hätte, war inzwischen zu einem Eindruck geworden, den er wahrnehmen konnte, ohne sich davon beherrschen zu lassen.

Als sein Meister sich als Darth Naver vorstellte und anschließend auf ihn verwies, blieb Darel ruhig einen Schritt versetzt hinter ihm stehen.

Rel würde während dieser Mission ohnehin weniger zu sagen haben.
Darel hatte sich bereits vor ihrer Ankunft vorgenommen, noch stärker darauf zu achten, wann eine Wortmeldung tatsächlich notwendig war. Nicht weil Sedros ihm Schweigen befohlen hätte, sondern weil er dessen Schüler war und sein Verhalten damit zwangsläufig auch auf seinen Meister zurückfiel. Er hatte wenig Interesse daran, durch unnötige Bemerkungen den Eindruck eines unerfahrenen Akolythen zu erwecken, den Darth Naver lediglich hinter sich herzog.

Entsprechend schweigend folgte Rel dem Lieutenant über das geschäftige Landefeld und nutzte die Gelegenheit stattdessen, seine Umgebung zu beobachten. Überall bewegten sich Angehörige des imperialen Militärs zwischen Schiffen, Versorgungseinrichtungen und bereitgestellter Ausrüstung, während Techniker an Maschinen arbeiteten, Fracht verladen wurde und einzelne Gruppen von Soldaten offenbar unmittelbar vor ihrem Abflug standen.

Darel war mit imperialer Ordnung, Uniformen und militärischer Präsenz aufgewachsen, doch aus dieser Nähe hatte er einen tatsächlichen Militärraumhafen noch nie erlebt.

Es gefiel ihm. Nicht aus irgendeiner romantischen Vorstellung vom Krieg heraus, sondern wegen der dahinterliegenden Organisation. Jeder schien eine Aufgabe zu besitzen, Material wurde bewegt, Schiffe vorbereitet und Personen dorthin geschickt, wo sie benötigt wurden. Hinter dem scheinbaren Durcheinander lag ein System, dessen einzelne Bestandteile ineinandergriffen.

Der Gedanke, dass sie selbst schon bald Teil einer tatsächlichen Operation sein würden, ließ das leichte Ziehen in seinem Magen wiederkehren.



Wenig später betraten sie einen kleineren Hangar, in dem zwei Sentinel-Klasse Raumfähren und etwas mehr als fünfzig schwarz gerüstete Sturmtruppen auf ihren Einsatz warteten.

Darel kannte die Death Trooper bislang hauptsächlich aus Aufzeichnungen und Informationen über verschiedene imperiale Truppengattungen. In natura wirkten sie noch einmal anders. Niemand hier schien sonderlich eingeschüchtert davon, dass gerade zwei Sith den Hangar betreten hatten. Einige der Soldaten musterten sie kurz, andere beendeten noch ihre Arbeiten, ehe die Tätigkeiten mit ihrer offiziellen Ankunft eingestellt wurden.

Auch das gefiel Darel. Der Lieutenant der Raumflotte hatte gewirkt, als würde er am liebsten möglichst viel Abstand zwischen sich und Darth Naver bringen. Diese Männer dagegen sahen sie an, schätzten sie ab und warteten anschließend darauf, was geschehen würde.
Als Captain Vondar und Lieutenant Arcoum vortraten, blieb Darel erneut etwas hinter seinem Meister stehen. Auf die Vorstellung reagierte er lediglich mit einer knappen Bewegung seines Kopfes, während Darth Naver das Gespräch übernahm.


Erst am Holoprojektor erfuhr Darel schließlich, wohin ihre eigentliche Reise führen würde.
Agriworld-2079. M’shinni-Sektor.

Seine Aufmerksamkeit richtete sich unmittelbar auf die holografische Darstellung, während Captain Vondar mit der Einsatzbesprechung begann.
Eine einzelne Straße bildete den Kern der Siedlung, kaum zwei Kilometer lang und überwiegend von kleineren Gebäuden gesäumt. Drei Komplexe stachen deutlich hervor. Rathaus und Polizeiwache. Die Schule. Und an der südlichen Stirnseite die Forschungsanlage.
Captain Vondars Zug würde gemeinsam mit ihnen unmittelbar die Forschungseinrichtung sichern.Ein einfacher Plan. Darel wusste inzwischen allerdings gut genug, dass einfach keineswegs dasselbe bedeutete wie ungefährlich.

Auf Dxun hatte ebenfalls vieles unkompliziert geklungen, solange man lediglich eine Karte betrachtete.

Besonders aufmerksam wurde er deshalb, als Vondar erklärte, dass noch nicht feststand, zu welcher lokalen Tageszeit der Zugriff erfolgen würde. Damit war ebenso unklar, ob sich die gesuchten Wissenschaftler innerhalb des Komplexes oder in ihren Wohnhäusern in der Umgebung befinden würden. Eine Variable, die sie erst vor Ort lösen konnten.

Einige Fragen gingen ihm durchaus durch den Kopf, doch ein beträchtlicher Teil davon wurde bereits durch die weiteren Ausführungen des Captains beantwortet. Außerdem war dies weder sein Einsatzplan noch verfügte er über genügend militärische Erfahrung, um einem Offizier der Death Trooper erklären zu wollen, wie dieser seine Männer einzusetzen hatte.

Als Darth Naver schließlich die vier KX-Droiden und seine sechs DRK-1 Aufklärungsdroiden erwähnte, fügte Darel diese Information gedanklich dem bisherigen Ablauf hinzu. Die Aufklärungsdroiden konnten den Perimeter überwachen, während sich die Soldaten auf die eigentliche Anlage konzentrierten, und die KX-Einheiten würden ihnen beim Abtransport schwerer Gerätschaften helfen.
Damit blieb ihre Aufgabe bemerkenswert klar. Die Anlage sichern. Wissenschaftler, Daten und Gerätschaften identifizieren. Alles Relevante verladen. Verschwinden, bevor die übergeordnete Operation auf sie warten musste.


Nachdem die Besprechung beendet und die notwendigen Kommunikationsfrequenzen ausgetauscht worden waren, erwartete er zunächst, dass sie zum Decimator zurückkehren oder die verbleibende Zeit mit weiteren Vorbereitungen verbringen würden.
Stattdessen wandte sich Darth Naver unmittelbar an ihn und sagte ihm er solle ihm folgen.
Darel folgte seinem Meister zum Rand des Hangars und musste bereits nach wenigen Schritten nicht mehr lange darüber nachdenken, was Sedros unter sinnvoll verstand.

Natürlich. Training. Hinter seinem Helm musste Darel erneut leicht schmunzeln.

Offenbar konnte man selbst unmittelbar vor einem militärischen Einsatz noch irgendwo einen Platz finden, an dem Sedros der Meinung war, seinen Schüler mit einem Lichtschwert bearbeiten zu müssen.
Andererseits konnte Darel kaum behaupten, dass ihm die Idee missfiel.

Die Bewegung würde die verbliebene Anspannung aus seinem Körper bekommen und gleichzeitig konnte er überprüfen, ob seine Übungen während des Fluges tatsächlich etwas gebracht hatten. Außerdem schadete eine zusätzliche Trainingseinheit wohl kaum, wenn er schon bald zum ersten Mal einem Gegner gegenüberstehen konnte, der nicht mit einer leistungsreduzierten Trainingsklinge auf ihn einschlug.

Als Darth Naver schließlich sein Lichtschwert vom Gürtel nahm, die rote Klinge aktivierte und Rel aufforderte, ihm seine Fortschritte seit ihrem letzten Duell zu zeigen, blieb dieser einen kurzen Augenblick ruhig stehen.

Beinahe automatisch begann sich in seinem Kopf bereits eine Antwort zusammenzusetzen.

Er hätte erklären können, dass er alle drei Formen weiter studiert hatte. Dass er Atarus Geschwindigkeit und Beweglichkeit interessant fand, Djem Sos kraftvolle Gegenangriffe durchaus zu seinen körperlichen Voraussetzungen passten und er trotzdem beschlossen hatte, sich vorerst intensiver mit Shien auseinanderzusetzen. Vor einigen Wochen hätte Darel vermutlich genau das getan.

Dann fiel ihm auf, dass Sedros nach keiner Erklärung gefragt hatte. Er sollte seine Fortschritte zeigen.
Darel löste er sein Lichtschwert vom Gürtel und aktivierte die rote Klinge, deren Schein sich unmittelbar auf den schwarzen Flächen seiner Rüstung spiegelte.

Anschließend veränderte sich seine Haltung.Die Übungen während des Fluges machten sich bereits bemerkbar. Darel stellte seine Füße etwas anders, als er es ohne Rüstung getan hätte, verlagerte den Schwerpunkt bewusst und ließ seine Hüfte genügend Bewegungsfreiheit, um die geringfügigen Einschränkungen seines Oberkörpers auszugleichen.

Dann hob er die Klinge.

Shien.

Noch war die Haltung nicht mit jener selbstverständlichen Natürlichkeit verbunden, die Darel bei seinem Meister beobachtet hatte. Unter den neuen Bewegungsmustern lag weiterhin deutlich das Fundament des Shii-Cho und Darel wusste, dass sein Körper unter entsprechend großem Druck wahrscheinlich noch mehrfach auf vertraute Bewegungen zurückfallen würde.

Doch genau deshalb waren sie hier. Darel richtete den Blick durch sein Visier auf Darth Naver.
Wenn sein Meister wissen wollte, weshalb er sich ausgerechnet für Shien entschieden hatte, konnte er ihn später danach fragen.
Darel festigte seinen Stand, hob die rote Klinge in die hohe Deckung und war bereit.


Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Hangar 42 des MIlitärraumhafens | Sedros und Darel sowie zwei Züge Deathrooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs)
 
Mittlerer Rand -  Bright  Jewel  System - Ord Mantell -  Raumhafen - acht Sturmtruppler, einige Zivilisten und ein paar Wartungsdroiden, (Alles NPCs)  Tri Tunsa



Als er aus dem Raumschiff stieg war er überrascht, wie hässlich dieser Ort wahr.
Es stank und auf den Straßen lag Müll der dort sicher nicht erst seit Gestern liegt.
Aber er war ja schließlich nicht zum Urlaub machen hier, sondern weil er einen Auftrag zu erfüllen hatte. Er sollte sich den Truppen anschließen sollte, welche dann einen Angriff auf Agriwold-2079 durchführen.
Das errinerte ihn wieder, mit wem er zusammen arbeiten sollte. Todestruppler allein waren ja schon angsteinflößent aber dann auch noch zwei Sith? Aber ein wenig neugierig war er schon. In der Akademie wurde viel über die Dunklen Krieger gesprochen. Mal gucken, wie viele von den Unglaublichen Geschichten war sind dachte Tri. Als er sich weiter umschaute stellte er fest, das der Pilot sie zum falschen Raumhafen gebracht hatte. Dafür würde er ihn noch mal belehren, jedoch hatte er erstmal besseres zu tun und blickte auf einen nahegelegenen Stadtplan. Der Imperiale Raumhafen lag um die 7 Klicks entfernt. Genervt ruf er seine Truppen zusammen und sie stiegen in ein Speederbus. Auf dem Weg blickte er durch die Fenster. Die Welt flog an ihm vorbei. Er sah Häuser, Unmengen an Lebewesen in allen möglichen Farben und Formen und vereinzelt ein paar Geschäfte. Als sie am Ziel waren stiegen sie aus und Tri wurde von einem Wartungsdroiden angerempelt. Er mochte sie noch nie besonders. Sie waren so klobig und schwer von Begriff. Menschen waren ihm lieber. Er wollte dem Droiden etwas über Respekt vor dem Imperium erzählen, allerdings war dieser bereits in der Menge verschwunden. Als sie den Raumhafen betraten musste Tri schlucken es war einer seiner ersten richtigen Missionen und er wollte nichts falsch machen, gerade jetzt wo zwei Sith anwesend sind. Kaum dachte er an sie überkam ihm ein mulmiges Gefühl. In der Akademie hat er schon da von gehört, dass man sich in ihrer Nähe so fühlt, aber jetzt war ihm klar, dass dies nicht nur irgendwelche Geschichten waren, sondern die Wirklichkeit. Er schlenderte die Gänge und Wege entlang und meldete sich seinem Vorgesetzeten. Gelangweilt sah er sich ein wenig um. Hier war nicht viel Spannendes zu sehen, außer hier und da ein paar Ratten, die um etwas Nahrung kämpften. Angewiedert drehte er sich weg. Als er gerade zurückkehren wollte sah er die Todestruppler. Sie standen reglos da, bereit zum Kampf. Er ging schnell weiter, er würde schon noch genug mit ihnen zu tun haben. In seinem Quartier angekommen setzte er sich auf sein Bett und nahm seinen Helm ab. Es tat gut wieder frische Luft um sich zu haben, wobei ,,frisch" traf es nicht ganz, sondern eher stickig. Aber immerhin war es angenehm kühl. Er legte noch den Rest der Rüstung ab und nahm eine angenehm kühle Dusche. Nachdem er fertig war las er noch etwas über Ord Mantell in seinem Datapad. Jedoch war es uninteressant und er schlief ein.



Mittlerer Rand - Bright Jewel System - Ord Mantell - Raumhafen - Tri's Quartier, Tri Tunsa
 
Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Hangar 42 des MIlitärraumhafens | Sedros und Darel sowie zwei Züge Deathrooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs)

Darel hatte sich für Shien entschieden. Nicht unbedingt eine schlechte Wahl und definitiv keine Überraschung. Sedros kannte seinen Schüler mittlerweile recht gut und verstand, wie wichtig jenem feste Strukturen waren. Darel brauchte sie wie die Luft zum Atmen, wenig war ihm unbehaglicher als Ungewissheit. Und das war eine sehr gefährliche Eigenart, denn es machte sein Handeln vorhersehbar. In vielen Lebenswegen war das gar nicht mal ein so schlimmer Charakterzug, an Darel war zum Beispiel ein fähiger Bürokrat verloren gegangen. Für einen Sith aber war das eine enorme Schwäche, an der Sedros noch hart würde arbeiten müssen, bevor Darel soweit war, seine Ausbildung abzuschließen. Der Gedanke daran zauberte ein Lächeln auf das Gesicht des reinblütigen Sith. Das würde ein Spaß werden, den sein Schüler mit ziemlicher Sicherheit nicht teilen würde.

Für heute aber stand etwas simpleres an: Schwertkampftraining. Natürlich hatte das heute dank des Publikums noch zwei von dem reinblütigen Sith sehr bewusst ausgewählte Nebeneffekte. Zunächst einmal sollten die Death Trooper davon überzeugt werden, dass die Geschichten über die Kampfkraft der Sith wahr waren.
Sedros wusste nicht, ob Captain Vondar, Lieutenant Arcoum oder die anderen Soldaten jemals einen Sith in Aktion gesehen hatten. Also ging er schlicht davon aus, dass das nicht der Fall war und wollte jeglichen Zweifel an den Mythen aus dem Weg räumen, noch bevor es in den Einsatz ging. Nicht zuletzt sollte Darel aber auch lernen, wie weit er bisher gekommen war und welchen Effekt seine aktuellen Fähigkeiten auf Normalsterbliche hatten.

Shien war eine eher defensive Kampftechnik, also ging
Sedros direkt in den Angriff über. Natürlich erfolgte er ohne große Ankündigung in Wort oder Geste. Im echten Gefecht würde Darel schließlich auch nicht auf einen reglementierten Sportwettstreit hoffen dürfen. Hoher Schlag, tiefer Schlag, Stich zum Herzen, Block des Gegenangriffs, Parade und Riposte. Die beiden hatten mittlerweile so oft miteinander gefochten, dass Darel die Grundabfolgen des Übungskampfes wohl bekannt waren. Gerade das ermöglichte Sedros auch, von Anfang an ein hohes Schlagtempo vorzugeben, während sein Schüler die neue Form erlernte. “Lass den linken Ellenbogen nicht sacken, so verlierst du Körperspannung.” Wie es sich gehörte, zeigte der reinblütige Sith Darel sofort, was er damit meinte. Ein leichter Schwung aus dem Handgelenk gegen die Klinge sorgte dafür, dass sein Schüler sich im folgenden Schwung beinahe selbst köpfte.

Ganz bewusst gab
Sedros seinem Schüler nicht viel Zeit, über seine Fehler nachzudenken. Darel dachte jetzt schon zu viel über alle seine Handlungen nach und vertraute zu wenig seinen Instinkten. An den Feinheiten der Technik würde er noch lange genug im Selbststudium arbeiten können, jetzt wollte der reinblütige Sith ihn aber an seine derzeitigen Grenzen treiben. “Schneller.” Und Darel konnte tatsächlich mittlerweile besser und länger mithalten. “Du bist noch zu langsam, schneller.” Erst als sein Schüler begann, aufgrund von Erschöpfunserscheinungen mehr und mehr Fehler zu machen, ließ Sedros von seinem Schüler ab. “Halt. Das reicht für heute.” Ohne weitere Verzögerungen deaktivierte der reinblütige Sith sein Lichtschwert und hängte es zurück an seinen Gürtel. Und dann ließ er den Moment still auf Darel einwirken.

Die Death Trooper waren sichtlich bemüht, nicht beeindruckt von dem dargebotenen Schauspiel zu sein. Manchen gelang das auch besser als anderen. Den Elitesoldaten des Imperiums war nur allen nicht entgangen, was
Darel bisher nicht bemerkt zu haben schien. Während des Übungskampfes hatten sich die beiden Sith mit übermenschlicher Geschwindigkeit bewegt und dabei eine Kontrolle über das und Präzision mit dem Lichtschwert gezeigt, die ebenfalls über das normalsterbliche Maß hinausging und das hinterließ so seinen Eindruck bei den anwesenden Death Troopern. Sicher, Darel war noch weit davon entfernt, gegen andere Machtnutzer bestehen zu können, doch seine Fortschritte waren nicht mehr von der Hand zu weisen. Und selbstverständlich sprach der reinblütige Sith dieses Lob nicht aus.

Stattdessen löste er zwei Telematen von seinem Gürtel und aktivierte sie, bevor er sie telekinetisch auf
Darel zuschob. “Übe als nächstes die Schussabwehr mit Shien. Aber lenke mir ja nicht die Schüsse in Richtung der Death Trooper. Oder auf irgend etwas hier im Hangar, das explodieren könnte.” Sedros selbst setzte sich auf eine der vielen Kisten in der Nähe und zog ein Datapad hervor, um sich seinem Studium zu widmen, bis es Neuigkeiten für sie gab.

Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Hangar 42 des MIlitärraumhafens | Sedros und Darel sowie zwei Züge Deathrooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs)
 
[Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System - Ord Mantell - Worlport - Garnison - Offiziersmesse] Commodore Scytale Mentel, andere Offiziere

Der Smog der Schwerindustrie legte sich wie ein Ruß auf die Scheiben der Offiziersmesse. Die kalten Deckenlampen erhellten, was an Sonnenlicht nicht durch die Fenster kam. Kurz lehnte sich der Bastioner im Stuhl zurück, trank einen Schluck schwarzen Cafs und beobachtete konzentriert, wie ein fliegender, rostiger Droide außerhalb begann, das Fenster zu reinigen: Er schwebte dicht vor dem Glas und aus seinem Unterbau fuhr ein breiter Reinigungskopf hervor. Der Kopf begann sofort sich zu drehen, während eine feine Düse in der Mitte des Bürstenkopfes einen Nebel aus Reinigungsflüssigkeit versprühte. Der Schmutz begann darin zu verlaufen und zog Schlieren über das Glas. Jetzt näherte sich der Droide, bis die Bürsten das Glas berührten. Der rotierende Kopf begann die Ablagerungen mit Nachdruck zu schrubben. Ein von der Seite herangeführter zweiter Arm saugte das Reinigungs-Asche-Gemisch gleichzeitig ab. Der Putzroboter korrigierte ständig seine Position und durch das Glas war dabei ein sehr leises Piepsen zu hören. Die verschmutzte Scheibe klärte sich Stück für Stück, bis man im Hintergrund wieder die qualmenden Schlote der Stadt erkennen konnte.

Der Commodore leerte seine Tasse und stand auf. Als er den Raum verließ, wechselte der Droide die Scheibe. Ein Blick auf sein Armchrono verriet ihm, das er nicht pünktlich sein würde - dank ferrik! Auf dem Weg zur Besprechung im Hangar 42 begegnete ihm ein blonder Sturmtruppler (Tri Tunsa), der sich - sein Helm unter seinem Arm geklemmt - in einem Gespräch mit einem anderen Truppler befand. Vielleicht konnte er seine Unpünktlichkeit auf die beiden Truppler schieben... Scytale unterbrach das Gespräch der beiden. "Sie beide. Mit mir", befahl er knapp und setzte seinen Weg fort. Die Schritte hinter ihm reichten als Bestätigung, dass sie ihm folgten.

Rear Admiral Korran war bereits anwesend, ebenso Captain Vondar des Deathtrooper-Kommandos, Major Grandor des regulären Sturmtrupplerkorps sowie - sehr zum Missfallen des Commodore - Sith in Rüstungen (Darth Naver, Darel Cor), die sich aktuell ihrem Training widmen zu schienen. Der Rear Admiral warf Mentel einen knappen, missbilligenden Blick zu. Doch bevor Scytale die Truppler als Ausrede nutzen konnte, öffnete sich das Tor des Hangars und Darth Angelus betrat den Raum. Flankiert von zwei weiteren Sith näherte sich der selbstverliebte Prinz mit Fellfetisch mit einer elitären Selbstverständlichkeit der Gruppe.

Standen Mentels Nackenhaare nicht schon allein durch die Anwesenheit der erstgenannten Sith auf, so fielen sie ihm spätestens jetzt aus.

Korran war von diesem Spektakel sichtlich wenig beeindruckt. Er hob seine Hand und seine Stimme schallte durch den Raum; nicht laut, aber bestimmt genug, dass sich die Aufmerksamkeit aller auf ihn richtete. "Gentleman, wenn ich Sie bitten darf? Bevor wir aufbrechen, möchte ich Sie einmal an die Spielregeln erinnern. Wir rechnen mit minimalen Widerstand auf Agriworld-2079 - sowohl im Orbit als auch am Boden. Lord Angelus und Lord Naver - Sie haben nach der Landung etwa anderthalb Stunden Zeit ihre Aufgabe zu erfüllen. Mit den anwesenden Trupplern sollte dies kein Problem sein. Nach 90 Minuten werden die Transporter die Oberfläche verlassen - auch ohne sie."

Die Stimme des Rear Admirals kühlte sichtlich ab. "Diese Welt wird brennen. Das ist mein Versprechen." Eine Pause. Dann der Ausruf: "Machen Sie die Imperatorin stolz. Lang lebe das Imperium!

[Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System - Ord Mantell - Worlport - Garnison - Hangar] Rear Admiral Darius Korran und weitere NSC-Kommandeure des Verbandes (NSC), Captain Vondar (NPC), Major Grandor (NSC), Sergeant Tri Tunsa, Darth Naver, Darel Cor, Darth Angelus, Commodore Scytale Mentel
 
Ord Mantell | Imperium | Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System | Hangar 42 des MIlitärraumhafens | Sedros und Darel sowie zwei Züge Deathrooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs)


Darel bekam kaum Gelegenheit, seine Haltung noch einmal zu überprüfen, ehe sein Meister bereits in den Angriff überging und ihn damit zwang, alles, womit er sich während der vergangenen Tage beschäftigt hatte, unmittelbar praktisch anzuwenden.

Der erste Schlag kam hoch und wurde von Darel noch vergleichsweise sauber abgefangen, doch beinahe im selben Augenblick musste er seine Klinge bereits nach unten führen, um den nächsten Angriff zu parieren. Ein Stich in Richtung seines Oberkörpers folgte, noch bevor er seinen Stand vollständig korrigiert hatte, und als Darel versuchte, aus der erfolgreichen Abwehr einen eigenen Gegenangriff entstehen zu lassen, befand sich Sedros' Klinge längst wieder dort, wo sie sein musste, um diesen abzufangen und unmittelbar selbst erneut Druck aufzubauen.

Bereits nach den ersten Bewegungen wurde Darel mal wieder bewusst, wie groß der Unterschied zwischen seinen Übungen während des Fluges und einem tatsächlichen Duell mit seinem Meister war. Im Decimator hatte er einzelne Bewegungen durchgeführt, seine Haltung überprüft und anschließend korrigieren können, wenn ihm irgendein Detail nicht gefallen hatte. Hier blieb für solche Überlegungen keine Zeit. Sein Meister wartete nicht darauf, dass Darel die korrekte Position seines Fußes gefunden, den Winkel seiner Klinge überprüft oder eine Bewegung gedanklich abgeschlossen hatte. Jeder Fehler führte unmittelbar zum nächsten Problem und jede zu lange Überlegung kostete ihn jene Sekundenbruchteile, die Sedros mühelos auszunutzen wusste.

Trotzdem bemerkte Darel schon früh, weshalb ihm Shien während seines Selbststudiums zugesagt hatte.

Die Form fühlte sich noch lange nicht natürlich an und das Fundament des Shii-Cho war in seinen Bewegungen weiterhin deutlich vorhanden, doch die hohe Deckung und die daraus entstehenden Möglichkeiten vermittelten ihm eine gewisse Struktur, an der er sich orientieren konnte. Eine Parade sollte nicht lediglich einen Angriff verhindern, sondern möglichst unmittelbar eine Position schaffen, aus der sich der Gegner selbst unter Druck setzen ließ. Zumindest verstand Darel inzwischen die dahinterliegende Idee.

Sedros praktisch dazu zu bringen, sich von ihm unter Druck setzen zu lassen, stellte sich erwartungsgemäß als erheblich schwieriger heraus.


Mehrfach gelang es Darel, einen Angriff sauber abzufangen und den Schwung seiner eigenen Klinge unmittelbar in eine Gegenbewegung zu überführen, nur um festzustellen, dass sein Meister diesen Übergang bereits erkannt hatte. Sedros blockte, veränderte den Winkel seiner Klinge und zwang ihn beinahe augenblicklich wieder in die Defensive, sodass Darel zunehmend auf seine Beinarbeit achten musste, um nicht allein durch den konstanten Druck aus einer stabilen Position gedrängt zu werden.

Dabei zahlte sich immerhin aus, dass er sich während des Fluges ausführlich mit seiner neuen Rüstung beschäftigt hatte. Die zusätzlichen Schutzplatten und das Panzergewebe beeinflussten seine Bewegungen noch immer, doch Darel wusste inzwischen, an welchen Stellen er stärker über Hüfte und Beine arbeiten musste, wenn ihm der Oberkörper nicht denselben Bewegungsradius erlaubte wie gewöhnliche Trainingskleidung. Gerade bei schnellen Richtungswechseln musste er seinen gesamten Stand etwas früher anpassen und Bewegungen stärker aus dem Unterkörper einleiten. Es gelang ihm keineswegs immer, doch zumindest musste er nicht gleichzeitig gegen seinen Meister kämpfen und herausfinden, wie weit er in seiner neuen Rüstung überhaupt den Oberkörper drehen konnte.

Eine knappe Korrektur seines Meisters machte ihn schließlich darauf aufmerksam, dass sein linker Ellenbogen während einer Parade abgesackt war und er dadurch Körperspannung verloren hatte.

Darel erkannte den Fehler beinahe im selben Augenblick, wollte seine Haltung korrigieren und war trotzdem bereits zu spät. Eine erstaunlich kleine Bewegung aus Sedros' Handgelenk genügte, um seine Klinge so ungünstig abzulenken, dass sie gefährlich nahe an seinem eigenen Helm vorbeizischte und Darel instinktiv den Kopf zurückziehen musste.

Für einen kurzen Augenblick spannte sich sein Kiefer an.
Er hatte verstanden.

Viel Zeit, sich über den Fehler zu ärgern, bekam er allerdings nicht, denn sein Meister zwang ihn unmittelbar zurück in den Kampf und forderte gleichzeitig ein höheres Tempo von ihm. Darel versuchte mitzuziehen, doch was zunächst noch wie eine Abfolge einzelner Angriffe und Paraden gewirkt hatte, begann zunehmend ineinanderzufließen. Sedros ließ ihm immer weniger Zeit zwischen den Bewegungen, wechselte die Angriffswinkel und zwang seinen Schüler dazu, nicht nur die Klinge, sondern seinen gesamten Körper schneller zu bewegen.

Darel wich zurück, fing einen Schlag ab, verlagerte sein Gewicht auf das hintere Bein und versuchte den daraus entstandenen Winkel für einen eigenen Gegenangriff zu nutzen, der wiederum von seinem Meister abgefangen wurde. Sedros ließ ihn jedoch nicht zur Ruhe kommen und machte ihm wenig später deutlich, dass er noch immer zu langsam reagierte.

Ein Anflug von Ärger schob sich durch Darels Konzentration, richtete sich allerdings weniger gegen seinen Meister als gegen ihn selbst.
Er wusste, dass er schneller reagieren konnte.

Das eigentliche Problem bestand darin, dass er weiterhin versuchte, jede Bewegung zu verstehen, bevor er sie ausführte. Ein Angriff kam, Darel erkannte den Winkel, suchte beinahe automatisch nach der passenden Parade und führte sie anschließend aus. Dieser Vorgang dauerte vermutlich kaum länger als einen Augenblick, doch gegen Sedros war selbst dieser Augenblick bereits zu viel.

Also zwang Darel sich dazu, weniger darüber nachzudenken.

Der nächste Schlag kam von rechts und seine Klinge bewegte sich bereits, bevor er die entsprechende Parade bewusst formuliert hatte. Sedros wechselte die Richtung, Darel verlagerte sein Gewicht und folgte der Bewegung, wobei er diesmal nicht darauf wartete, seinen Stand vollkommen sauber wiederherzustellen, sondern den Schwung unmittelbar in die nächste Abwehr übergehen ließ.

Nicht jede dieser Bewegungen entsprach Shien.

Unter dem zunehmenden Druck schlichen sich immer wieder vertraute Abläufe des Shii-Cho ein, manches stammte vermutlich noch aus seiner früheren Fechterfahrung und einige Reaktionen hätte Darel im Nachhinein wahrscheinlich überhaupt keiner bestimmten Form zuordnen können. Trotzdem hielt er dadurch länger mit seinem Meister Schritt, und je weniger Zeit ihm blieb, über die einzelnen Bewegungen nachzudenken, desto häufiger reagierte sein Körper einfach auf das, was vor ihm geschah.
Dabei bemerkte Darel kaum, wie sich das Duell aus der Perspektive der übrigen Personen im Hangar verändert haben musste.

Für ihn selbst gab es lediglich Sedros, dessen Lichtschwert und die nächste Bewegung, die er irgendwie abfangen musste. Dass sie sich inzwischen mit einer Geschwindigkeit bewegten, die für einen gewöhnlichen Kämpfer kaum noch erreichbar gewesen wäre, nahm er nicht als etwas Besonderes wahr. Seine eigene Messlatte stand schließlich unmittelbar vor ihm und zeigte ihm mit jedem Angriff, wie viel schneller, präziser und kontrollierter ein ausgebildeter Sith noch sein konnte.

Entsprechend verschwanden auch die Death Trooper beinahe vollständig aus seiner Wahrnehmung.

Erst als die Belastung zunehmend ihren Tribut forderte, begann sich seine Aufmerksamkeit wieder stärker auf den eigenen Körper zu richten. Unter der Rüstung hatte sich längst beträchtliche Wärme angestaut, Schweiß lief ihm über die Stirn und seine Atmung ging zunehmend schwerer, während insbesondere Schultern und Unterarme langsam zu brennen begannen. Seine Paraden wurden dadurch nicht schlagartig schlechter, doch kleine Ungenauigkeiten häuften sich. Ein Fuß stand einige Zentimeter zu weit außen, seine Klinge erreichte einen Angriff einen Augenblick zu spät und zwang ihn zu einer hastigeren Ausweichbewegung, während er bei einer weiteren Parade mehr Kraft einsetzen musste, als eigentlich notwendig gewesen wäre.

Als sein linker Ellenbogen schließlich erneut leicht absackte, bemerkte Darel es diesmal selbst.
Allerdings ebenfalls einen Augenblick zu spät.
Kurz darauf beendete sein Meister den Übungskampf.



Darel verharrte noch einen Moment in seiner Haltung, als würde sein Körper weiterhin mit dem nächsten Angriff rechnen, bevor er langsam die Arme senkte und seine eigene Klinge deaktivierte. Seine Atmung war durch das System seines Helms deutlich zu hören, während er zunächst versuchte, wieder einen ruhigeren Rhythmus zu finden und gleichzeitig die vergangenen Minuten gedanklich durchging.

Natürlich beschäftigten ihn zuerst jene Dinge, die nicht funktioniert hatten.

Sein linker Ellenbogen war mehrmals abgesackt, bei einigen Paraden hatte er unnötig viel Kraft eingesetzt und unter zunehmender Erschöpfung war seine Beinarbeit deutlich unsauberer geworden. Ebenso wenig entging ihm, dass er bei höherem Druck immer wieder in Bewegungen des Shii-Cho zurückgefallen war, anstatt konsequent mit Shien zu arbeiten. Andererseits beschäftigte er sich erst seit wenigen Tagen ernsthaft mit dieser Form. Entscheidend war für ihn deshalb weniger, dass Fehler aufgetreten waren, sondern dass er inzwischen wusste, welche Fehler es waren und woran er arbeiten musste.

Erst nachdem diese erste Analyse abgeschlossen war, nahm Darel seine Umgebung wieder bewusster wahr und erinnerte sich daran, dass sie während des gesamten Kampfes keineswegs allein gewesen waren.
Sein Blick wanderte hinter dem Visier über die anwesenden Death Trooper.

Die Elitesoldaten waren weiterhin mit ihren Vorbereitungen beschäftigt oder zumindest bemüht, genau diesen Eindruck zu vermitteln, doch Darel bemerkte durchaus, dass einige Blicke nun etwas länger auf ihm und Sedros ruhten als zuvor. Niemand starrte sie offen an und erst recht schien keiner der Soldaten plötzlich eingeschüchtert zu sein, doch ihre Aufmerksamkeit hatte sich merklich verändert.
Darel wusste nicht recht, was er davon halten sollte.

Vielleicht war es für die meisten von ihnen schlicht das erste Mal gewesen, zwei Machtnutzer tatsächlich mit Lichtschwertern kämpfen zu sehen. Seine eigene Leistung erschien ihm jedenfalls kaum außergewöhnlich. Sedros hatte ihn über weite Strecken unter Druck gesetzt, mehrere technische Fehler beinahe spielerisch offengelegt und hätte in einem tatsächlichen Kampf vermutlich genügend Gelegenheiten gefunden, das Duell endgültig zu entscheiden.
Dass die Death Trooper einen vollkommen anderen Vergleichsmaßstab besaßen als er selbst, kam Darel dabei kaum in den Sinn.

Stattdessen galt seine Aufmerksamkeit schon bald den beiden Telematen, die sein Meister aktivierte und mit Hilfe der Macht in seine Richtung schweben ließ. Die nächste Aufgabe bestand offenbar darin, die Schussabwehr des Shien zu trainieren, wobei Sedros ihn ausdrücklich darauf aufmerksam machte, dass weder die anwesenden Death Trooper noch irgendwelche explosiven Bestandteile des Hangars als Ziel für reflektierte Trainingsschüsse herhalten sollten.

Darel ließ seinen Blick zunächst zu den beiden kleinen Trainingsdroiden wandern und sah sich anschließend deutlich bewusster um.
Zwei Sentinel-Fähren, zahlreiche Kisten mit Ausrüstung, technische Einrichtungen, verschiedene Versorgungssysteme und etwas mehr als fünfzig Death Trooper stellten tatsächlich eine bemerkenswert große Auswahl an Dingen dar, die man besser nicht versehentlich mit einem reflektierten Blasterschuss traf.

„Ich werde versuchen, Euch jeglichen Papierkram zu ersparen, Meister.“

Die Bemerkung kam trocken durch den Stimmverzerrer seines Helms, ehe Darel sein Lichtschwert erneut aktivierte und sich den beiden Telematen zuwandte.



Während Sedros sich einige Meter entfernt auf einer der Kisten niederließ und offenbar tatsächlich seinem Studium widmete, nahm Darel wieder die hohe Deckung von Shien ein. Dieses Mal konzentrierte er sich allerdings nicht ausschließlich darauf, einen ankommenden Schuss überhaupt abzufangen. Die Warnung seines Meisters hatte ihn auf einen Punkt aufmerksam gemacht, den er bei seinen bisherigen theoretischen Übungen nur am Rande bedacht hatte.

Eine erfolgreiche Parade bedeutete wenig, wenn der abgewehrte Schuss anschließend einen Verbündeten traf oder eine Energiezelle zur Explosion brachte.
Der erste Telemaat feuerte und Darel erkannte die Flugbahn früh genug, um seine Klinge in Position zu bringen und den Schuss seitlich gegen einen freien Abschnitt des Hangarbodens abzulenken. Der zweite Angriff folgte kurz darauf und auch diesmal gelang es ihm, den Winkel so zu wählen, dass der Energieimpuls ungefähr dort landete, wo er keinen Schaden verursachen konnte.

Bei den nächsten Schüssen begann Darel bereits damit, die Winkel bewusster zu verändern.
Position des Droiden, Richtung des Schusses, Stellung seiner Klinge und die freie Fläche hinter dem erwarteten Ablenkungswinkel ließen sich miteinander verbinden, und solange die Telematen in einem überschaubaren Rhythmus feuerten, funktionierte diese Herangehensweise sogar ausgesprochen gut.

Darel begann beinahe automatisch, daraus ein System zu machen.
Genau darin lag allerdings das Problem.

Als die beiden Telematen ihr Tempo erhöhten und gleichzeitig ihre Positionen zueinander veränderten, musste Darel plötzlich mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigen. Er fing einen Schuss ab, korrigierte den Winkel seiner Klinge und versuchte bereits abzuschätzen, wohin der nächste reflektiert werden musste, während der zweite Droide längst feuerte.

Der Energieimpuls traf ihn an der Schulter.
Darel verzog unter seinem Helm das Gesicht, korrigierte seinen Stand und fing den nächsten Schuss wieder ab. Zwei weitere folgten in schneller Abfolge, wobei es ihm beim ersten noch gelang, die Flugbahn sauber umzulenken, während er beim zweiten beinahe zu lange darüber nachdachte, wohin er ihn eigentlich schicken wollte.

Ein weiterer Treffer schlug gegen seine Rüstung.
Diesmal spannte Darel deutlich den Kiefer an.
Das Problem kam ihm unangenehm bekannt vor.
Es war im Grunde genau dasselbe, das Sedros ihm unmittelbar zuvor im Duell aufgezeigt hatte. Darel versuchte eine Situation vollständig zu verstehen, bevor er auf sie reagierte, obwohl die notwendige Reaktion zu diesem Zeitpunkt längst hätte erfolgen müssen.
Er atmete einmal langsam durch und erinnerte sich an die Vorführung seines Meisters auf Bastion.

Die Klingenbarriere hatte nicht daraus bestanden, jeden einzelnen Schuss zu erkennen, seine Flugbahn vollständig zu analysieren und anschließend eine perfekt ausgewählte Parade durchzuführen. Sedros hatte seine Klinge in einem beständigen Bewegungsfluss gehalten und lediglich jene Korrekturen vorgenommen, die notwendig gewesen waren, um auf die tatsächlichen Angriffe zu reagieren.
Darel stellte sich erneut auf und versuchte diesmal, genau diesen Gedanken wenigstens ansatzweise umzusetzen.

Als der nächste Schuss kam, fing er ihn ab, ließ die Klinge danach allerdings nicht in einer festen Position stehen. Stattdessen führte er die Bewegung weiter und brachte sie in einen neuen Bogen, während der zweite Telemaat bereits feuerte. Darel musste den Winkel korrigieren, traf den Schuss aber rechtzeitig und ließ auch daraus unmittelbar die nächste Bewegung entstehen.

Es fühlte sich zunächst ungewohnt an.
Sein Instinkt verlangte beinahe danach, nach jeder erfolgreichen Parade kurz festzustellen, ob sie tatsächlich funktioniert hatte, bevor er sich dem nächsten Angriff widmete. Genau darauf musste er verzichten.
Die Telematen feuerten weiter und Darel versuchte, die einzelnen Angriffe nicht länger als voneinander getrennte Probleme zu betrachten. Seine Klinge blieb in Bewegung, wechselte zwischen verschiedenen Winkeln und wurde nur dort korrigiert, wo die Flugbahn eines Schusses es notwendig machte.

Natürlich funktionierte es noch lange nicht zuverlässig.
Mehr als einmal musste Darel eine Bewegung hastig abbrechen, weil er den Winkel falsch eingeschätzt hatte, und ein weiterer Energieimpuls traf ihn seitlich am Oberkörper, nachdem er sich zu stark auf den anderen Droiden konzentriert hatte. Trotzdem bemerkte er allmählich einen Unterschied.
Je weniger er versuchte, jede einzelne Bewegung vollständig zu planen, desto schneller reagierte er.
Seine Augen verfolgten weiterhin die Telematen und sein Verstand registrierte ihre Positionen, doch zwischen Wahrnehmung und Bewegung begann etwas zu verschwinden, das Darel bisher beinahe immer dazwischengeschaltet hatte.
Die bewusste Entscheidung.

Ob das bereits jene intuitive Nutzung der Macht war, von der sein Meister immer wieder sprach, oder ob sein Körper lediglich begann, einen neuen Bewegungsablauf zu lernen, konnte Darel nicht sagen. Normalerweise hätte ihn genau diese Unsicherheit vermutlich beschäftigt, doch jetzt hatte er weder die Zeit noch das Bedürfnis, die Frage sofort zu beantworten.

Der nächste Schuss kam und seine Klinge war bereits unterwegs.
Nach einiger Zeit begann Darel allerdings auch mit dieser Verbesserung unzufrieden zu werden. Die Telematen schwebten um ihn herum und zwangen ihn zu unterschiedlichen Abwehrwinkeln, doch er selbst stand noch immer viel zu häufig beinahe auf derselben Stelle.
So würde ein tatsächlicher Einsatz nicht aussehen.
Also begann Darel, die Übung selbst schwieriger zu gestalten.

Zunächst waren es lediglich einige Schritte zur Seite, während er die Klinge weiterhin in Bewegung hielt. Danach wechselte er schneller die Richtung, ging während einer Parade tief in die Knie und stieß sich unmittelbar darauf wieder ab, um dem nächsten Schuss aus einem anderen Winkel zu begegnen. Wenig später ließ er einen der Energieimpulse bewusst passieren, statt ihn abzufangen, weil er seinen Körper mit einem schnellen Seitenschritt aus dessen Flugbahn gebracht hatte.

Darel begann sich zunehmend durch den freien Bereich des Hangars zu bewegen.

Er lief einige Schritte, drehte sich, fing den nächsten Schuss ab und zwang sich anschließend zu einem kurzen Sprung zur Seite. Ein anderes Mal ging er so tief hinunter, dass ein Schuss über seinen Helm hinwegzischte, bevor er sich aus der Bewegung wieder aufrichtete und den Angriff des zweiten Telematen mit seiner Klinge zur Seite schlug. Wo genügend Platz vorhanden war, wechselte er zwischen Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen, probierte schnelle Richtungswechsel und versuchte sogar, nach einem kurzen kontrollierten Rutschen wieder möglichst schnell eine stabile Haltung einzunehmen.

Nicht alles davon funktionierte.
Mehrfach brachte er sich selbst aus dem Gleichgewicht, einmal traf ihn ein Trainingsschuss beinahe schon peinlich sauber seitlich gegen den Helm und nach einem etwas zu ambitionierten Sprung benötigte er deutlich länger als gewollt, um seine Klinge wieder zwischen sich und den nächsten Energieimpuls zu bringen.
Aber genau deshalb machte er weiter.
Wenn er einen Fehler machen musste, dann lieber hier.
Während seine Bewegungen mit zunehmender Dauer wieder schwerer wurden und die vorherige Belastung des Duells deutlich in seine Muskeln zurückkehrte, beschäftigte Darel zunehmend eine andere Frage.

Wie wurde er tatsächlich schneller?
Mehr körperliches Training würde helfen. Schnellere Beine, bessere Ausdauer, explosivere Bewegungen und tausendfach wiederholte Abläufe ließen sich trainieren, messen und verbessern. Darin kannte er sich aus. Doch mittlerweile konnte er nicht länger ignorieren, dass sein Meister noch etwas anderes von ihm verlangte.

Darel musste lernen, sich selbst weniger im Weg zu stehen.
Und vielleicht betraf das nicht nur seine Gedanken.
Der Ärger über einen Treffer ließ ihn aufmerksamer werden. Der Ehrgeiz, beim nächsten Angriff schneller zu sein, trieb ihn an. Selbst die Frustration darüber, dass eine Bewegung nicht funktionierte, enthielt Energie, solange er sie nicht nutzlos gegen sich selbst richtete. Bisher hatte Darel solche Gefühle meistens möglichst schnell wieder unter Kontrolle gebracht, weil unkontrollierte Emotionen für ihn seit jeher etwas Irrationales und damit wenig Nützliches gewesen waren.

Vielleicht lag genau dort ein Fehler.
Nicht darin, die Kontrolle aufzugeben. Das erschien ihm weiterhin vollkommen unsinnig.
Aber Kontrolle musste nicht bedeuten, alles zu unterdrücken.

Darel fing einen weiteren Schuss ab, spürte den Ärger über den vorherigen Treffer noch immer in sich und ließ ihn diesmal bewusst bestehen. Nicht als blinde Wut und nicht als Einladung, wild auf die beiden Telematen einzuschlagen, sondern als etwas, das er benutzen konnte. Er ließ den Ehrgeiz zu, schneller zu sein. Die Frustration darüber, noch nicht dort zu stehen, wo er stehen wollte. Den beinahe trotzigen Wunsch, seinem Meister und vor allem sich selbst zu beweisen, dass die Grenze, an die er gerade stieß, keine dauerhafte Grenze bleiben würde.
Und so übte Rel weiter, bewegte sich zwischen den Schüssen der Telematen, lief, sprang, duckte sich, wechselte die Richtung und zwang sich immer wieder dazu, auch aus unbequemen Positionen heraus seine Verteidigung aufrechtzuerhalten. Er würde auf ihrer Mission schließlich ebenfalls nicht auf einem freien Hangarboden stehen und darauf warten können, dass seine Gegner einzeln und aus vorhersehbaren Winkeln auf ihn schossen.

Wenn er lernen wollte, unter realen Bedingungen zu kämpfen, dann musste auch sein Training zumindest versuchen, diesen realen Bedingungen näherzukommen.
Und wenn er schneller werden wollte, würde er herausfinden müssen, ob die Antwort darauf wirklich nur in seinen Muskeln lag.
Oder ob ein Teil davon schon längst in ihm vorhanden war und Darel lediglich lernen musste, ihn kontrolliert von der Leine zu lassen.



Während er einem Schuss mit einer kurzen Seitwärtsbewegung auswich und den nächsten abfing, wanderte sein Blick lediglich für einen Augenblick über die Uniform des Neuankömmlings. Die Rangabzeichen erkannte er schnell genug. Schon lange bevor Bastion und der Sith-Orden sein Leben vollständig verändert hatten, hatte Darel zumindest die grundlegenden Rangstrukturen des imperialen Militärs gekannt. Seine Eltern hatten einen gewissen Faible für die Streitkräfte des Imperiums besessen und insbesondere bei offiziellen Veranstaltungen darauf Wert gelegt, dass ihre Söhne wussten, mit wem sie es zu tun hatten und wie diese Personen entsprechend anzusprechen waren.

Rear Admiral.
Eine Position, die zweifellos Aufmerksamkeit verdiente.
Nur hatte der Mann weder ihn angesprochen noch irgendein Zeichen gegeben, das Training einzustellen, und Sedros saß weiterhin auf seiner Kiste.

Damit war die Sache für Darel vorerst erledigt.
Der nächste Schuss kam und seine Klinge war bereits unterwegs.

Er bewegte sich weiter zwischen den beiden Telematen, versuchte diesmal einen Angriff nicht nur zur Seite abzulenken, sondern gleichzeitig seinen eigenen Körper in eine günstigere Position für den zweiten Droiden zu bringen, und konzentrierte sich erneut vollkommen auf die Übung. Ein hoher militärischer Rang mochte Respekt verdienen, war für Darel aber noch lange kein Grund, einen unmittelbaren Auftrag seines Meisters eigenmächtig abzubrechen.


Erst wenig später veränderte sich die Situation deutlich.
Ein weiterer hochrangiger Offizier betrat den Hangar, begleitet von zwei Sturmtrupplern, und beinahe gleichzeitig erschienen drei weitere Gestalten, deren Auftreten selbst zwischen den zahlreichen schwarzen Rüstungen der Death Trooper kaum zu übersehen war.

Sith.
Darel bemerkte ihre Anwesenheit sogar einen Augenblick, bevor er ihnen seine volle Aufmerksamkeit schenkte.
Es war kein klarer Gedanke und erst recht nichts, was er präzise hätte beschreiben können. Vielmehr schien sich jenes unterschwellige Gefühl zu verändern, das er inzwischen aus der Umgebung seines Meisters und von seiner Zeit im Tempel auf Bastion kannte. Eine eigentümliche Schwere lag plötzlich deutlicher in seiner Wahrnehmung, unangenehm und gleichzeitig auf eine schwer erklärbare Weise beinahe vertraut.

Auf einen Wink von Sedros beendete Darel schließlich das Training.
Mehrere hochrangige Offiziere, zusätzliche Sith und die bereits zuvor versammelten militärischen Befehlshaber waren kaum zufällig gleichzeitig im selben Hangar zusammengekommen. Die Einsatzbesprechung, auf die sie gewartet hatten, würde offensichtlich in kürze beginnen.
Darel fing noch einen letzten Schuss ab, deaktivierte anschließend seine Klinge und ließ die beiden Telematen hinter sich zurück, damit Sedros sich um deren Abschaltung kümmern konnte. Seine Atmung ging durch die vorangegangene Belastung noch immer etwas schneller, weshalb er auf dem kurzen Weg zu seinem Meister bewusst versuchte, sie wieder unter Kontrolle zu bringen.

Rel würde schließlich nicht keuchend neben Darth Naver stehen, wenn sie gleich gemeinsam vor den Befehlshabern dieser Operation auftraten.
Er nahm seinen Platz leicht versetzt neben seinem Meister ein und schwieg.

Als der Rear Admiral schließlich die Aufmerksamkeit der Anwesenden einforderte, richtete Darel seinen Blick auf ihn und hörte schweigend zu.

Zum ersten Mal erhielt er nun genauere Informationen darüber, wie eng das Zeitfenster ihrer bevorstehenden Operation tatsächlich bemessen war. Nach der Landung würden Darth Naver und die übrigen Sith etwa neunzig Minuten besitzen, um ihre jeweiligen Aufgaben auf Agriworld-2079 zu erfüllen. Danach würden die Transporter die Oberfläche verlassen.
Mit ihnen oder ohne sie.
Darel nahm diese Information ohne sichtbare Reaktion auf, prägte sie sich allerdings umso sorgfältiger ein.
Neunzig Minuten.

Das war keine Empfehlung und offenbar ebenso wenig ein Zeitplan, bei dem eine Verzögerung von einigen Minuten anschließend mit einem verärgerten Vorgesetzten endete. Wenn der Rear Admiral meinte, was er sagte, würde die Flotte nach Ablauf dieses Zeitfensters mit dem nächsten Teil der Operation beginnen, unabhängig davon, ob sich noch Sith oder imperiale Soldaten auf der Oberfläche befanden.

Spätestens als der Offizier anschließend mit bemerkenswerter Kälte ankündigte, dass diese Welt brennen würde, bestand daran für Darel kaum noch Zweifel.

Er verspürte bei diesen Worten keine plötzliche moralische Entrüstung. Agriworld-2079 gehörte zur Republik, das Imperium befand sich im Krieg und was mit dieser Welt nach ihrem Abflug geschah, lag weder in seiner Verantwortung noch in seiner Entscheidungsgewalt. Darel fand unnötige Gewalt zwar primitiv und unnötig aber er konnte daran nichts ändern und entsprechend erschien es ihm sinnlos, Energie darauf zu verschwenden, sich unmittelbar darüber aufzuregen.

Eine andere Erkenntnis ließ sich daraus jedoch sehr wohl ableiten.

Sie durften nicht zu spät sein.
Als der Rear Admiral seine Ansprache schließlich mit einem Aufruf an das Imperium und die Imperatorin beendete, blieb Darel ruhig an der Seite seines Meisters stehen.

Sein Körper war vom Training noch immer aufgeheizt, einzelne Muskeln machten sich inzwischen unangenehm bemerkbar und irgendwo unter all der Konzentration spürte er erneut jene Nervosität, die ihn bereits am Vorabend begleitet hatte.
Also wartete Rel schweigend auf die nächsten Anweisungen Darth Navers und war bereit, ihm zu folgen.


[Mittler Rand – Bright Jewel Sektor - Bright Jewel System - Ord Mantell - Worlport - Garnison - Hangar] Rear Admiral Darius Korran und weitere NSC-Kommandeure des Verbandes (NSC), Captain Vondar (NPC), Major Grandor (NSC), Sergeant Tri Tunsa, Darth Naver, Darel Cor, Darth Angelus, Commodore Scytale Mentel
 
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[ Mittlerer Rand – Bright Jewel Sektor – Bright Jewel System – Ord Mantell – Worlport – Garnison – Hangar 42 ]
Darth Angelus, Darth Veyron, Darth Vaelira, Rear Admiral Darius Korran, Commodore Scytale Mentel, Darth Naver, Darel Cor, Captain Vondar, Major Grandor, Sergeant Tri Tunsa, weitere Soldaten und Offiziere


Es war ein merkwürdig vertrautes Gefühl, wieder zwischen Soldaten und Kriegsgerät in einem imperialen Hangar zu stehen. Die letzten Wochen auf Bastion hatten Darth Angelus gutgetan, vielleicht auch etwas zu gut. Die Zeit seiner Erleuchtung war geprägt gewesen von Wein, Gesellschaft, Geschäft und jenem Luxus, den ihm sein neues Leben auf Bastion bot. Doch unter der schweren schwarzen Rüstung, die seinen etwas schmaler gewordenen Körper wieder breiter und kriegerischer erscheinen ließ, erinnerte sich Sabar daran, weshalb all dieser Luxus für ihn überhaupt einen Wert besaß. Nicht, weil er bequem darin leben wollte, sondern weil er ihn sich als Zeichen seiner eigenen Größe genommen hatte. Macht musste sichtbar sein, aber sie musste vor allem ausgeübt werden. Und der Krieg, der sich nun wieder vor ihm auftat, war dafür ein weit ehrlicherer Ort als jeder Empfang im Diamond District. Entsprechend aufmerksam ließ er den Blick über die versammelten Kräfte schweifen – und blieb dabei neben dem ihm bereits bekannten
Offizier Scytale Mentel an zwei Gestalten hängen, mit denen er nicht gerechnet hatte. Zwei weitere Sith. Keine Extinktoren. Beide Sith trugen dunkle, beinahe vollständig schwarze Rüstungen; der eine wirkte unter Kapuze und geschlossener Maske fast gesichtslos, der andere schmaler und jugendlicher, ebenfalls verhüllt und gepanzert. Offenbar hatte Veyron von ihrer Beteiligung gewusst, denn der Tribun zeigte keinerlei Überraschung, sondern nickte knapp in deren Richtung. Angelus hingegen musterte vor allem Darth Naver einige Augenblicke länger. Mit diesem Mann würde er also auf Agriworld landen. Das war interessant. Dass man es nicht für nötig gehalten hatte, ihm davon vorher zu erzählen, gefiel ihm deutlich weniger.

Ebenso wenig gefiel ihm der Gedanke, kaum angekommen von einem
Besoldungsempfänger darüber belehrt zu werden, wie lange er für einen Einsatz benötigen durfte.

Angelus hatte
Korran aufmerksam zugehört. Der Rear Admiral wirkte weder schwächlich noch unverdient in seiner Stellung, und vieles von dem, was er sagte, entsprach sogar Sabars eigener Vorstellung von dem bevorstehenden Schlag. Agriworld sollte brennen und die Republik bezahlen. Gerade deshalb reizte ihn Korrans Selbstverständlichkeit umso mehr, mit der er die Extinktoren und auch Darth Naver - vor allem aber Darth Angelus selbst - scheinbar in dieselbe Ordnung einreihte wie seine normalsterblichen Sturmtruppen und Transportbesatzungen. Angelus' Kiefer hatte sich bereits gespannt.

Er trat einen Schritt vor, das Kinn leicht gehoben.


"Spart Euch die Belehrung, Rear Admiral. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Operation ist meinem Verstand entsprungen, also verwechselt das Kommando über Eure Schiffe besser nicht mit einem Kommando über mich. Die Transporter werden dann abheben, wenn wir fertig sind."

Noch bevor aus dem gereizten Funkeln in Sabars grünen Augen mehr werden konnte, schob sich
Darth Veyron an ihm vorbei. Der Tribun tat es nicht vorsichtig. Sein harter Blick blieb nach vorne gerichtet.

"Genug“

Das eine Wort galt Angelus ebenso sehr wie der Situation selbst.
Darth Veyron blieb einen halben Schritt vor ihm stehen.

"Der Rear Admiral führt diesen Verband und wir erfüllen unabhängig davon unseren Auftrag.“

Angelus' Kiefer arbeitete weiter, doch er schwieg.
Veyron warf ihm nur einen knappen Seitenblick zu.

"90 Minuten werden ausreichen“

Neben ihnen stand
Darth Vaelira in ihrer schwarzen segmentierten Rüstung und beobachtete den kurzen Schlagabtausch mit jener kaum verhohlenen Belustigung, die Angelus inzwischen gut genug kannte. Das selbstzufriedene Zucken ihrer Lippen verriet, dass sie die Situation vermutlich sehr viel unterhaltsamer fand als Veyron. Der Tribun hingegen ließ keinen Zweifel daran, dass die Angelegenheit für ihn beendet war.

"Ich hatte nicht vor dort unten Wurzeln zu schlagen"

Erwiderte Angelus schließlich in Richtung des
Vollstreckers, noch immer mit jenem gereizten Unterton in der Stimme, der deutlich machte, dass seine Zustimmung weniger Einsicht als demonstrative Gleichgültigkeit war. Angelus richtete seinen Blick noch einmal nach vorne. Sein Ärger war nicht verschwunden. Im Gegenteil. Doch unter ihm lag inzwischen auch etwas anderes: Tatsächliche Vorfreude.

Die Republik wollte also einen Krieg. Und nun sollte sie ihn bekommen.


[ Mittlerer Rand – Bright Jewel Sektor – Bright Jewel System – Ord Mantell – Worlport – Garnison – Hangar 42 ]
Darth Angelus, Darth Veyron, Darth Vaelira, Rear Admiral Darius Korran, Commodore Scytale Mentel, Darth Naver, Darel Cor, Captain Vondar, Major Grandor, Sergeant Tri Tunsa, weitere Soldaten und Offiziere
 
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