The (Creative) State of Star Wars

Ben

Kay Vess Appreciator & Skeleton Crew Enthusiast
Teammitglied
Party People,

ich hab ja so'n bisschen mit mir gerungen, ob ich diese Diskussionen aufmachen will oder überhaupt sollte, aber nach ein bisschen Überlegung, versuche ich's mal und hoffe, dass das hier alles gesittet bleibt und ein paar coole Beiträge rumkommen.

Also.

Wie der Titel schon andeutet: mir geht's irgendwie um den (kreativen) Zustand des Franchise, quasi die Lage der Nation. Allerdings nicht als Klageschrift oder Lobeshymne, sondern wirklich als Diskussion. Ausgangspunkt war dieser Beitrag von @Laderampe:

An der Stelle muss ich aber erstmal einen Schwenk zum aktuellen Star Wars allgemein machen, weil ich das loswerden will:
Disney macht seit Jahren Projekte, die für Star Wars Fans "in Ordnung" sind. Nichts besonderes, aber als Unterhaltung für Zwischendurch für Leute, die Freude an diesem Universum haben, völlig ausreichend.

Kurz danach ist mir dann folgender Tweet untergekommen und dann ist's mir fast ein bisschen wie Schuppen von den Augen gefallen.


Das ist in meinen bisher tatsächlich die beste Erklärung, warum die Film- und Serienwelt, insbesondere innerhalb der großen Franchises, aktuell so aussieht, wie sie halt aussieht.

Star Wars war, nicht erst seit der Übernahme durch Disney, immer dann am besten und interessantesten, wenn man sich was getraut hat: Rogue One, Andor, Solo hätte wahrscheinlich deutlich besser abschneiden können, wär' das ein Heist Movie ohne Han und Chewbacca geworden.

Das Filoniverse hingegen ist vor allem was? Selbstreferenziell, stellenweise ja sogar richtig Fan Fiction-ish. Während die ersten Staffeln von The Mandalorian noch übergreifend gefeiert werden, scheint's fast so, als hätte Favreau dann irgendwann den Widerstand aufgegeben und die Filoni-Formel vollends verinnerlicht. (Wer weiß, mag sein, dass ich mich da auch täusche.)

Star Wars wird inzwischen also vor allem von Leuten gemacht, die schon immer Star Wars gemacht haben. Selbst JJ Abrams hat sich viel mehr darauf konzentriert Filme zu drehen, die zuerst Star Wars sind, statt gute Filme zu machen, die halt auch Star Wars sind. Und irgendwie fällt das noch sehr viel doller auf, wenn man das im Kontext von Abrams' Gesamtwerk sieht – selbst Super 8, dass von vornherein als Tribut an Filme wie The Goonies und ET vermarktet wurde, ist mehr als nur das.

Deshalb: Wie seht ihr das? Und wenn wir schon dabei sind, fassen wir's auch gerne weiter: was fehlt euch in Star Wars? Was würdet ihr anders machen oder was würdet ihr euch wünschen? Welchen kreativen Input habt ihr selber?

Freue mich auf eure Beiträge! (Auch von den kritischen Stimmen.)


Bester Gruß.
 
Star Wars war IMO immer dann am besten, wenn der Abstand zwischen Handlung und Drama gleich null wird. Es ist mir klar, dass man das nicht permanent so durchziehen kann, aber die klinische Sterilität, die insbesondere mit der PT den stilistischen Einzug in die GFFA gehalten hat, stört mich schon massiv. Das hat das Post-Endor-EU einfach wesentlich besser hinbekommen. Selbst ein in weiten Teilen absurder Romantikschinken wie "The Courtship of Princess Leia"* kommunizierte mir sehr viel glaubhafter, dass es echte Funken zwischen Han Solo und Leia Organa gab, als es Episode II und III jemals könnten. Die ST begeht hier in dieser Hinsicht den gleichen Kardinalfehler, wie die PT auch: klinisch sauber, formal korrekt und emotional einfach nur steril.

Die OT ist einfach ne Seifenoper. Und das Drama ist es, was den konzeptionell schwach sein müssenden zweiten Teil, "Das Imperium schlägt zurück" zum besten Teil der Trilogie machte. ANH und ROTJ sind in dieser Hinsicht nicht weit dahinter.

AotC und TLJ sind dagegen als emotionaler Dreh- und Angelpunkt der jeweiligen Trilogie einfach GAR NICHT zu gebrauchen und sind reine Funktionskörper, die einfach nur ein belangloser zweiter Teil sind, der erzählt werden muss, weil dieser nun mal zwischen dem Anfang und dem Ende liegt. Wirkliche Tiefe bringen die aber nicht mit ins Spiel.

AotC hätte viel mehr Gewicht sowie Screentime auf Count Dooku und Obi Wan legen müssen. Der interessanteste Dreh- und Angelpunkt der PT ist nun mal Qui-Gon Jinn. Und zweitens hätte man den Zuschauer natürlich auch wirklich FÜHLEN lassen müssen, was Anakin denn überhaupt von Padmé will, anstatt einfach nur ne notwendige Station für das Befüllen des "Luke&Leia"-Plotholes zu sein. Es ist gar nicht das Problem, WAS man da zu sehen bekommt, sondern das WIE.

Für TLJ gilt ähnliches, denn die Dreiecksformation Luke-Rei-Ben ist einfach ebenso steril und dieses Konstrukt passt dann auch noch nicht mal mehr zu den Filmen davor und danach. Es ist bezeichnend, dass mir die Filme der ST mit weitem Abstand gerade dann am besten gefallen haben, wenn Finn, Rei und Kylo Ren interagierten. Drama!

*Bin ein großer Fan dieser Schnulze und von Dathomir und dem Singing Mountain-Clan und darum hat "The Acolyte" bei mir auch einen echt großen Stein im Brett. Mit dieser Serie ist IMO wirklich nicht viel falsch gemacht worden. Die Lore ist ein integraler Bestandteil des Legends-EU gewesen und eben nicht nur das blasse und ziemlich groteske Sith-Abziehbild, was Filoni dann draus gemacht hat. Da hatte sich ne eigene Kultur mit eigenen Regeln eines machtstarken Matriarchats jenseits von Jedi und Sith gebildet, welches im Hapes-Cluster ironischerweise dann auch noch einen politisch/monarchischen Gegenpart gefunden hat. Das alles war mutig und hatte für spätere EU-Romane folgenschwere Konsequenzen und hat die ganze Lore jenseits von Republik, Imperium, Kopfgeldjägern und Verbrechersyndikaten greifbar erweitert.
 
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Party People,

ich hab ja so'n bisschen mit mir gerungen, ob ich diese Diskussionen aufmachen will oder überhaupt sollte, aber nach ein bisschen Überlegung, versuche ich's mal und hoffe, dass das hier alles gesittet bleibt und ein paar coole Beiträge rumkommen.

Also.

Wie der Titel schon andeutet: mir geht's irgendwie um den (kreativen) Zustand des Franchise, quasi die Lage der Nation. Allerdings nicht als Klageschrift oder Lobeshymne, sondern wirklich als Diskussion. Ausgangspunkt war dieser Beitrag von @Laderampe:



Kurz danach ist mir dann folgender Tweet untergekommen und dann ist's mir fast ein bisschen wie Schuppen von den Augen gefallen.


Das ist in meinen bisher tatsächlich die beste Erklärung, warum die Film- und Serienwelt, insbesondere innerhalb der großen Franchises, aktuell so aussieht, wie sie halt aussieht.

Star Wars war, nicht erst seit der Übernahme durch Disney, immer dann am besten und interessantesten, wenn man sich was getraut hat: Rogue One, Andor, Solo hätte wahrscheinlich deutlich besser abschneiden können, wär' das ein Heist Movie ohne Han und Chewbacca geworden.

Das Filoniverse hingegen ist vor allem was? Selbstreferenziell, stellenweise ja sogar richtig Fan Fiction-ish. Während die ersten Staffeln von The Mandalorian noch übergreifend gefeiert werden, scheint's fast so, als hätte Favreau dann irgendwann den Widerstand aufgegeben und die Filoni-Formel vollends verinnerlicht. (Wer weiß, mag sein, dass ich mich da auch täusche.)

Star Wars wird inzwischen also vor allem von Leuten gemacht, die schon immer Star Wars gemacht haben. Selbst JJ Abrams hat sich viel mehr darauf konzentriert Filme zu drehen, die zuerst Star Wars sind, statt gute Filme zu machen, die halt auch Star Wars sind. Und irgendwie fällt das noch sehr viel doller auf, wenn man das im Kontext von Abrams' Gesamtwerk sieht – selbst Super 8, dass von vornherein als Tribut an Filme wie The Goonies und ET vermarktet wurde, ist mehr als nur das.

Deshalb: Wie seht ihr das? Und wenn wir schon dabei sind, fassen wir's auch gerne weiter: was fehlt euch in Star Wars? Was würdet ihr anders machen oder was würdet ihr euch wünschen? Welchen kreativen Input habt ihr selber?

Freue mich auf eure Beiträge! (Auch von den kritischen Stimmen.)


Bester Gruß.
Interessanter Ansatz und sicher ein Teil des Ganzen.

Generell fehlt es an Kreativität, auch im musikalischen und modischen Mainstream, finde ich.

Klar zitiert man immer wieder bereits bekanntes, aber hier wird nur mit Nostalgie der kaufkräftigen Gruppe 35-65 Kasse gemacht.

Ich habe den Eindruck, den jüngeren Leuten fällt viel deutlicher auf, dass wahnsinnig viel auch abgekupfert wurde und wenden sich lieber für sie authentischen und originalen Inhalten zu. Zb die riesen Begeisterung für Japan, die in meiner Blase grassiert.

Dazu die Angst, etwas falsches zu machen. Wie auch immer das aussehen mag. Das triggert heute viele von 0 auf 200 von jetzt auf gleich.

Habe im Moment leider nur ungeordnete Gedanken dazu, vielleicht finde ich heute Abend mehr Zeit.
 
Der englischsprachige Threadtitel triggert mich zwar ein wenig, aber sei's drum :D

Ich bin ja im Grunde jemand, der dem "Disney-SW" doch schon einiges abgewinnen konnte. Sicherlich hat man seit 2015 auch bei mir schon mal so richtig danebengegriffen - die erste Ahsoka-Staffel habe ich relativ schnell abgebrochen -, doch insgesamt wurden in dieser Zeit einige Sachen produziert, die mir wirklich Spaß gemacht haben, darunter The Mandalorian. Nur: Selbst bei den Sachen, die ich echt mag, fällt mir auf, dass ich sie nun einmal nicht so sehr liebe wie die Episoden I bis VI. Auch an denen ist nicht alles Gold, was glänzt, und rein formal dürften einige Disney-SW-Produkte sogar besser zusammengeschraubt sein als die PT-Filme, aber hier geht es wirklich um eine nicht ganz rational erklärbare Fan-Liebe.

Wenn ich doch den Versuch wage, Erklärungen dafür abzugeben, warum ich das eine liebe und das andere nicht, würde ich vor allem darauf gehen, dass ich SW in der Vergangenheit einfach immer so "anregend" fand, und zwar auch im Sinne von "die Fantasie anregend". Mit meinen Actionfiguren habe ich nicht einfach die OT oder dann Episode I nachgespielt, sondern mir neue Abenteuer und manchmal sogar neue Charaktere ausgedacht. Durch einen Zufall hatte ich beispielsweise zwei Versionen von Han Solo, nämlich einen in der Montur, in der er in Episode IV unterwegs war und einmal in dieser Lederjacke, die er auf Endor trägt - und aus letzterem wurde dann der lang verschollene Zwillingsbruder Jack Solo ("Jack" wegen "Jacke", wenn ihr versteht - ich war damals im Alter von 6 oder 7 echt stolz auf diesen Wortwitz).

Wenn man jetzt böse wäre, wirkt selbst die mittlerweile so beliebte Figur des Din Djarin so, als sei sie genauso entstanden: Irgendwo lag noch eine Jango-Fett-Actionfigur rum, die man ggf. etwas umbemalt hat, um sie als neue Figur zu bespielen. Klar, ganz so einfach ist es nicht, und sicherlich liegt es auch ein wenig an mir selbst, dass ich heute nicht mehr mit einer Mando-Actionfigur spiele, aber was verloren gegangen ist, möchte ich ein wenig als „schöpferische Kraft“ bezeichnen. Dass Grogu vielen vor allem als „Baby-Yoda“ bekannt ist, liegt eben auch daran, dass man sich nicht ganz so viel Mühe gegeben hat, etwas völlig Neues zu erschaffen wie es GL beispielsweise bei der PT getan hat. Denn ja, man kann die PT gern und genüsslich durchkritisieren, aber eben nur schwerlich dafür, dass GL hier einfach wiederholt hätte, was vorher funktioniert hat.

Noch ein Punkt an GLs Schreiberei und vor allem seinen Weltenbau hat mich damals sehr fasziniert: die Leerstellen. In der Grundschule waren wir eine Clique von Jungs, die alle SW-Actionfiguren gesammelt haben, und beliebt waren neben den Helden aber auch Charaktere, die vielleicht nur im Hintergrund mal zu sehen gewesen sind - die waren vor allem deswegen so beliebt, weil es sich bei ihnen um unbeschriebene Blätter handelte, die man ganz neu befüllen konnte. Das EU konnten wir damals noch nicht lesen (im Alter von 8 habe ich ein halbes Jahr für den ersten Harry-Potter-Band gebraucht) und eigentlich bin da sogar froh darum (dass im EU so viele der Leerstellen so unentwegt gefüllt wurden, statt sie der Rezeptionsgemeinschaft zu lassen, hat bei mir selbst später noch zu Berührungsängsten geführt, obwohl ich so manches EU-Buch doch auch gerne gelesen habe).

Zumindest zum Teilen entwickelt sich aber das Bewegtbild-SW nach und nach hin zu dem, wo man mit dem Buch-EU schon einmal war. Jede Figur muss auserzählt, jede Lücke in der Handlung befüllt werden. Das war irgendwann einmal auch unter GL schon so, wenn ich da an The Clone Wars denke, aber damals konnte ich das irgendwie noch mehr ausblenden. Heute betrifft es aber eben nicht nur die Arbeiten eines Dave Filoni: Ich verstehe, warum viele Andor mögen und ich mag es ja im Grunde auch, aber hier wird es ganz deutlich, warum ich die heutigen Produkte einfach nicht liebe. Die einzelnen Andeutungen aus Rogue One durften keine Andeutungen bleiben, sondern mussten nun expliziert werden.

Damit ist für mich ein Stück weit die Magie von SW verloren gegangen – denn die lag für mich eben immer ein wenig darin, dass ich mich nicht in der Fülle an Bewegtbildmaterial verloren habe, sondern in meinen eigenen Träumereien dazu, was im SW-Universum sonst noch so alles passiert sein könnte. Zumindest in den letzten Jahren hingegen ist einfach sehr viel passiert und einiges davon fand ich auch aufregend, aber eben nicht mehr sonderlich anregend.
 
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Für mich krankt SW derzeit vor allem an zwei Dingen:

1. Mangelnde Konsequenz

Ich vermisse die Zeit, als man Entscheidungen - auch vermeintlich unpopuläre - noch durchgezogen hat und - ganz wichtig - tote Charaktere auch tot blieben. Mittlerweile haben wir schon einen von den Toten zurückgekehrten Darth Maul, einen von den Toten zurückgekehrten Imperator und einen von den Toten zurückgekehrten Boba Fett gehabt. Dazu kommt noch eine Inquisitorin Reva, welche die ihr zugefügte Wunde meines Erachtens auch nicht hätte überleben sollen/können. Selbst einen Droiden wie IG-11 konnte man nicht zerstört lassen, sondern musste ihn pünktlich zum Staffelfinale wieder als repariert präsentieren. (Zugegeben, das mit Boba Fett und dem Imperator hat auch schon das alte Legends-EU verbrochen.)

Das führt inzwischen dazu, dass sämtliche Tode in SW bei mir irgendwie an Bedeutung verloren haben, was den Geschichten deutlich an Fallhöhe nimmt und sie flacher erscheinen lässt. Warum soll ich noch den Tod eines Helden betrauern oder den Tod eines Gegners bejubeln, wenn ich mir nicht sicher sein kann, ob er ein paar Folgen/Filme später nicht doch wieder aus dem Hut gezaubert wird?

Auch Grogu könnte man hier mit aufführen. Am Ende von Staffel Zwei von The Mandalorian war dessen Geschichte im Prinzip zu einem runden Abschluss gebracht worden. Aber nein, statt dass man es dabei belässt, bringt man ihn für Staffel Drei und den Film zurück, obwohl man offenbar keine Idee mehr hat, was man mit der Figur noch anfangen soll, das über die Rolle als Sidekick oder Comic Relief hinausgeht.

2. Die Galaxis ist ein Dorf

Da hat man dem Legends-EU früher schon mit Recht vorgeworfen, dass es die Galaxis recht klein erscheinen lässt und dass "zufälligerweise" immer wieder dieselben Figuren im Zentrum von Handlungen auftauchen, so treiben es der neue Kanon und insbesondere Filoni nochmal deutlich auf die Spitze. Vermutlich bekommen wir über das Jahr 2050 hinaus noch Ahsoka und andere seiner TCW-OCs in Serien und Filmen vorgesetzt. Die Galaxis wirkt mittlerweile weniger wie ein riesiges Universum und mehr wie ein enger Zirkel aus etwa zwanzig Figuren, die sich ständig gegenseitig über den Weg laufen. Ich muss ehrlich sagen: Als ich erfahren habe, dass der - mir zugegebenermaßen zuvor unbekannte - Embo ein weiterer Filoni-Charakter ist, hat das The Mandalorian and Grogu für mich im Nachhinein doch etwas abgewertet, weil ich diese ganzen Selbstreferenzen einfach nur noch leid bin. Ich finde, dass es das hier im Prinzip ganz gut beschreibt:
Das Filoniverse hingegen ist vor allem was? Selbstreferenziell, stellenweise ja sogar richtig Fan Fiction-ish.

Ich weiß nicht, was der Grund für die beiden Punkte ist; ob es mangelnder Mut ist, falsch verstandener Fanservice, oder schlicht mangelnde Kreativität.

Ich habe vor kurzem auf Reddit oder X, ich weiß es nicht mehr, auch einen Zweizeiler gelesen, in dem jemand - meines Erachtens nach zutreffend - meinte, dass SW inzwischen Storys von Boomern für Boomer erzählt und das damit begründet, dass früher bei SW mit Luke die Figur des Sohns die Hauptrolle hatte, während es heute mit dem Mandalorianer die Figur des Vaters ist.

Wie man das ändern könnte? Tony Gilroy meinte einmal, dass Andor im Prinzip so entstanden sei, dass sie zuerst eine Geschichte geschrieben haben und diese anschließend für SW adaptiert haben. Da in meinen Augen - und soweit ich das beurteilen kann bei vielen anderen auch - Andor mit das Beste ist, was LF in den letzten Jahren abgeliefert hat, ist das vielleicht ein Ansatz um frischen Schwung in den Laden zu bringen. Denn die Serie war im Prinzip genau das, was ich mir unter einer guten Serie vorstelle: kaum Fanservice, neue und vielschichtige Figuren (Luthen Rael!), neue Perspektiven, Berücksichtigung politischer Strukturen (insbesondere das ist etwas, das dem Disney-SW ansonsten fast komplett fehlt), keine permanente Nostalgie und Spannung durch Konsequenzen.

Denn wenn ich mir als Kontrast dazu SOLO, The Book of Boba Fett oder die Obi-Wan-Serie anschaue, hatte ich bei denen eher das Gefühl, dass zuerst die Hauptfigur feststand und anschließend eine Handlung darum konstruiert wurde.
 
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Filme und Serien entstehen ja auch immer aus ihrer Zeit heraus. Und da hatte es Star Wars sicher leichter als ein heutiger Film.
Es war neu, tolle Effekte, Sound, Musik usw. Dann kamen die Filme erst später ins TV und es war noch lange etwas Besonderes, wenn sie liefen.
Das hat Kindheit und Jugend mitgeprägt.

Wer vor 20 Jahren Kind war, hatte schon viel mehr Auswahl, extra Kindersender, Internet, viel mehr Fernsehsender und DVDs. Und heute wird man ja geradezu zugeschüttet mit "Content". Wo soll da das Herz über Jahre hinweg dran hängen?
Zumal viele Inhalte immer mit einem ironischen oder zynischen Unterton daherkommen, der keinen Raum für Magie, Fantasie und Emotionen lässt.

Die OT ist zur rechten Zeit mit viel Engagement entstanden, es gab aber einfach mehr Freiraum bei der Entwicklung. Für die Disney Produktionen wird zwar unverschämt viel Geld veranschlagt, man zieht aber ganze Projekte, einzelne Darsteller, bestimmte Charaktere oder Ideen oft beim kleinsten Gegenwindhauch zurück.
 
Ich denke ein Problem ist, dass viele nur sehen, dass SW sich verändert hat und nicht, dass sie sich auch verändert haben.

Die meisten hier haben sich zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Kindheit in SW verliebt - und das war auch gewünscht, schließlich hat auch GL schon immer gesagt, dass SW für die Zwölfjährigen sein soll – was aber keinen Erwachsenen jetzt daran hindern sollte, es ebenfalls zu mögen.
Nur war es bei manchen halt die OT, bei manchen Episode 1-3, bei vielen TCW und auch die Sequels und die D+ Serien werden Fans gewonnen haben. Aber auch wenn allen gemein ist, dass sie sich als Kind in SW verguckt haben, sind sie alle nun in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens und es brauchte zudem 1977 mit Sicherheit etwas anderes, um die 12jährigen abzuholen als 1999 oder eben nun 2026. Dennoch müssen wir uns klar machen: falls diese Filme in den letzten Jahrzehnten auch immer Kinder abgeholt haben, dann waren sie natürlich auch immer so gestrickt, dass sie Kinder (in der entsprechenden Generation) ansprechen können. Und dann sind die meisten Dinge, die nun gemacht werden, eben ebenfalls so gestrickt- auch wenn wir halt mittlerweile oder schon sehr lange erwachsen sind.

Aber diese ursprüngliche Intention, SW soll Kinder ansprechen, wird denke ich oft vergessen, wenn man hört und liest, wie wütend viele Fans sind, wenn Serien/Filme, die offenkundig auch für Kinder gedacht sind, nicht sie selbst ganz speziell "hypen" oder die gleichen Gefühle hervorrufen wie früher. Wie soll das gehen?
Wir sind alle älter geworden und die Idee, dass ein SW-Film die gleichen Emotionen in mir wecken soll wie vor 40 Jahren ist doch nicht realistisch.

Ich denke auch, dass die Ragekultur (nicht nur bei SW) auch ein logisches Beiwerk unserer superindividualisierten Gesellschaft ist, in der für viele alles, was nicht die eigenen, ganz speziellen Bedürfnisse erfüllt, objektiv "schlecht" ist.
Ich finde LF war in den letzten Jahren durchaus "mutig" und hat versucht, der mittlerweile sehr heterogenen Fanstruktur Rechnung zu tragen und gleichzeitig neue junge Fans zu erschließen. Allein die drei letzten Live Action Staffeln (TA, SC, Andor 2) waren komplett unterschiedliche Ansätze und Tonarten. Dazu Animationsserien und Experimente wie die Visions-Staffeln. Selbst Ahsoka war mutig, wenn man bedenkt, dass es in eine neue Galaxis geht, man Hexen und Zombies reinholt und sogar wohl einen Abstecher zur Mortis-Lore wagt. Dazu eben Serien mit alten Charakteren wie OWK oder Boba Fett. Man hat die Köder also in sehr viele Richtungen ausgelegt. Das Problem ist aber, dass für viele die Parameter, die sie als SW akzeptieren, so eng sind, dass dann natürlich bei diesen vielen unterschiedlichen Ansätzen die meisten auch nicht zu 100% passen und dann eben verrissen werden.

Dass sie (LF/Disney) es dabei auch nicht schaffen, dass wir uns wieder wie 10-12jährige fühlen, ist bedauerlich, ich würde es aber unter "erwartbar" abheften und möglicherweise müssen auch wir ein bisschen mehr tun, um uns wieder so zu fühlen und nicht auf den großen Moment warten, den uns andere gefälligst zu liefern haben. Ist das ein Muss? Natürlich nicht, wer SW nur zu seinen ganz persönlichen Bedingungen akzeptieren kann, hat jedes Recht der Welt dazu, aber ich sehe keine Lösung, wie das dann für alle auch nur annähernd erfüllt werden soll, da wir alle halt doch sehr unterschiedlich sind.

Nehmen wir als Bsp. (sorry) @Darth Stassen : du wünschst dir (u.a) Konsequenz, weniger bekannte Figuren und auch ein bisschen mehr Politik. Da würden viele hier sogar mitgehen. Aber TA hatte diese Dinge und wurde gnadenlos niedergemacht.
Oder Andor. Die Serie wurde von vielen als Höhepunkt gesehen, aber trotz aller guten Kritiken haben zu wenige die Staffel gesehen als dass die ursprüngliche Planung finanziell rentabel gewesen wäre und die zweite Staffel gab es nur, weil sie vertraglich schon vereinbart war. Viel Lob, aber vergleichsweise wenig Interesse bei der Laufkundschaft. Jetzt aber jeden neuen Film oder jede neue Serie immer mit Andor zu vergleichen (passiert in den Kommentarspalten oder bei Youtubern dauernd) und sich händeringend zu fragen, warum LF jetzt nicht wieder so etwas macht - oder besser noch – NUR noch so etwas, verkennt mMn eben die Realitäten.

Denn ich würde auch behaupten, wenn man die nächsten 10 Jahre den kompletten Content im superrealistischen und düsteren Andor-Style macht, hätte man die Verbindung zu den Nachwuchsfans komplett durchtrennt. Warum ich das glaube (u.a.): mein Sohn (15) war mit drei Kumpels (15 und 14) gerade im Kino und kam gerade überaus zufrieden nach Hause. Ihm und seinen Freunden hat TMaG super gefallen und er freut sich darauf mit mir nochmal zu gehen und nebenbei gehen sogar ihm schon irgendwelche alten Säcke (er ist 15, da sind alle alt), die ihm auf YT erzählen, dass das, was er und seine Jungs gut finden, scheiße ist, ziemlich auf den Sack.
Andor fand er auch gut, aber müsste er jetzt entscheiden, was er alles in welcher Reihenfolge rewatchen will, käme es mit Sicherheit ziemlich am Ende. Nicht ganz, aber ziemlich. Und wäre Andor das Erste gewesen, was er aus der GFFA gesehen hätte, vermute ich mal, dass es ihn nicht zum totalen Fan dieses Universums gemacht hätte. Sind jetzt die Stimmen dieser vier Jungs weniger Wert als die Stimmen derer, die es nur noch andoresk wollen?

Klar, könnte Disney in allen Projekten Dinge besser machen, keine Frage. Aber der Anspruch, dass LF mit diesem Film oder jener Serie das GANZE Fandom irgendwie befriedigen können sollte, ist für mich einfach nahezu nicht erreichbar. Und gar nicht erreichbar ist es, wenn man mit der Haltung rangeht, dass, wenn mir etwas nicht gefällt, das bedeutet, dass es einfach schlechtes SW ist. Und diese Haltung scheint mir im Fandom nicht ganz selten und unter den Youtubern sogar weit verbreitet.
 
was fehlt euch in Star Wars? Was würdet ihr anders machen oder was würdet ihr euch wünschen? Welchen kreativen Input habt ihr selber?
Mehr kompetente Autoren, die so viel Zeit für Drehbücher kriegen, wie sie wollen.

Und keine Prequels und Midquels mehr, die ständig versuchen die Lore zu rechtfertigen. Oder SW generell wie eine Histographie behandeln, wo jeder Millimeter von jeder Figur verfilmt werden muss. (Mein Hauptproblem mit dem alten & neuen EU. In Letzeres fällt selbst Andor für mich rein.)

Das Franchise braucht Fortsetzungen, die primär an sich glauben und nicht immer ständig Dasselbe machen. Und darüber halt von der Handlung her, wenn was aufeinander aufbaut, dass ausreichend im selben Projekt erklärt … Ansonsten verkommt das Franchise noch mehr zur Nische.

Solo hätte wahrscheinlich deutlich besser abschneiden können, wär' das ein Heist Movie ohne Han und Chewbacca geworden.
Woran machst du das fest?

Wenn wir Eines gelernt haben, dann: Bekannte Titelfigur => Mehr Quoten.

die ersten Staffeln von The Mandalorian noch übergreifend gefeiert werden, scheint's fast so, als hätte Favreau dann irgendwann den Widerstand aufgegeben und die Filoni-Formel vollends verinnerlicht. (Wer weiß, mag sein, dass ich mich da auch täusche.)
Favreau war vor der Zusammenarbeit mit Filoni dahingehend in meiner Wahrnehmung nicht wirklich anders. In Mando-S1 hatte auch schon Filoni die Zügel in der Hand und einfach bewusst seine Figuren rausgelassen für den Moment, um The Mandalorian unter Garantie so erfolgreich wie möglich zu machen … um dann seinen Animationsserien den Weg in live action zu ebnen.

Aber vom Writing her selber würde ich Mando-Staffel 1 als mit das Schlechteste des Filoniverse jemals anschauen.

Das Video-Essay weiter unten von vor ein paar Stunden passt auch gut zum Titel des Threads, finde ich.

Zumindest zum Teilen entwickelt sich aber das Bewegtbild-SW nach und nach hin zu dem, wo man mit dem Buch-EU schon einmal war. Jede Figur muss auserzählt, jede Lücke in der Handlung befüllt werden. Das war irgendwann einmal auch unter GL schon so, wenn ich da an The Clone Wars denke, aber damals konnte ich das irgendwie noch mehr ausblenden. Heute betrifft es aber eben nicht nur die Arbeiten eines Dave Filoni: Ich verstehe, warum viele Andor mögen und ich mag es ja im Grunde auch, aber hier wird es ganz deutlich, warum ich die heutigen Produkte einfach nicht liebe. Die einzelnen Andeutungen aus Rogue One durften keine Andeutungen bleiben, sondern mussten nun expliziert werden.
Da kann ich ziemlich mitgehen.

Wie man das ändern könnte? Tony Gilroy meinte einmal, dass Andor im Prinzip so entstanden sei, dass sie zuerst eine Geschichte geschrieben haben und diese anschließend für SW adaptiert haben. Da in meinen Augen - und soweit ich das beurteilen kann bei vielen anderen auch - Andor mit das Beste ist, was LF in den letzten Jahren abgeliefert hat, ist das vielleicht ein Ansatz um frischen Schwung in den Laden zu bringen. Denn die Serie war im Prinzip genau das, was ich mir unter einer guten Serie vorstelle: kaum Fanservice, neue und vielschichtige Figuren (Luthen Rael!), neue Perspektiven, Berücksichtigung politischer Strukturen (insbesondere das ist etwas, das dem Disney-SW ansonsten fast komplett fehlt), keine permanente Nostalgie und Spannung durch Konsequenzen.
Skeleton Crew und The Acolyte sind ja unter ähnlicher Prämisse entstanden. Auch ein Grund, weshalb sie für mich positiver als das Meiste (Nicht alles) von Filoni rausstechen.
 
@KdS
Sorry, aber wenn du mich schon markierst, dann kriegst du auch meine Antwort ab. ;)

Ich glaube nicht, dass das zwangsläufig ein Alters- oder Nostalgieproblem ist.

Konsequenzen und Fallhöhe sind ja letztlich recht grundlegende erzählerische Elemente und funktionieren unabhängig davon, ob man 12 oder - in meinem Fall - 35 ist. Auch jüngeren Zuschauern dürfte irgendwann auffallen, dass Tode oder Abschiede an Wirkung verlieren, wenn Figuren permanent zurückgebracht werden oder Geschichten nie wirklich enden dürfen.

Und die Kritik an mangelnder Konsequenz oder der „kleinen Galaxis“ richtet sich bei mir auch nicht ausschließlich gegen den neuen Kanon. Das konnte man - wie in meinem Post erwähnt - dem alten Legends-EU teilweise ebenfalls schon vorwerfen. Im aktuellen Kanon fällt es mir persönlich nur deutlich stärker auf, insbesondere durch die starke Konzentration auf immer dieselben Figuren und Verbindungen, wenn irgendwo in den Credits der Name Dave Filoni auftaucht.

Mein Lob für Andor bezog sich außerdem weniger nur auf die Atmosphäre und den Stil der Serie, sondern eher auf die grundsätzliche Herangehensweise. Also darauf, dass man weitgehend auf Nostalgie als Selbstzweck verzichtet hat, neue Figuren eingeführt wurden, alte Figuren nur da eingesetzt wurden, wo sie zwingend gebraucht wurden bzw. es absolut Sinn ergeben hat, und die Geschichte das Gefühl vermittelt hat, dass Handlungen tatsächliche Konsequenzen haben.

Ich glaube durchaus, dass gerade so etwas auch jüngere Zuschauer ansprechen könnte, weil die Welt dadurch wieder größer, offener und weniger vorhersehbar wirkt.

Letztlich liefert die Geschichte von SW ja auch ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man eben nicht auf Nostalgie und Selbstreferenzen zurückgreifen muss, um erfolgreich zu sein. Denn damals bei ANH wusste ja auch noch niemand vorher, wer z.B. Darth Vader war oder wie die Galaxis aussieht. Trotzdem hat der Film sehr gut funktioniert, weil die Figuren und das Setting interessant genug waren, um die Zuschauer abzuholen.

Und bezüglich deines Hinweises auf The Acolyte: Wenn ich die Reaktionen auf die Serie richtig in Erinnerung habe, dann kann man die Reaktionen auf diese Serie meines Erachtens nach nicht wirklich als Maßstab nehmen. Die Serie wurde aus ideologischen und anderen Gründen schon vor dem Release aus gewissen Ecken des Internets derart zerrissen bzw. hat nie eine faire Chance bekommen, dass das die beste Serie aller Zeiten hätte sein können und man hätte trotzdem Kritikpunkte gefunden oder erfunden.
 
@Darth Stassen : Antworten immer gerne :-)
Ich hatte dich halt genommen, weil du eben Vorschläge hattest, die ich z.B. durchaus für sinnvoll erachte, wo aber eben mMn das Fandom schon gezeigt hat, dass es da auch Feuer geben würde (wie eigentlich bei allem).
Und dass du das auch aufs alte EU bezogen hast (du hattest ja erwähnt, dass einige der Rückkehrer auch da schon zurück waren (BF, Palpatine, Maul) ist mir schon auch klar, aber da fängt es ja schon an: diese Dinge werden von vielen hauptsächlich auf Disney bezogen und früher war es anscheinend in Ordnung.
Ich merke es ja an mir selbst, dass aber immer wieder die Inkonsequenz an die Tür klopft. Denn ich wünsche mir zum Beispiel auch mehr Konsequenzen, ertappe mich aber dabei, dass ich sage "MSL war geil" (generell Mauls Entwicklung), obwohl es eigentlich eine furchtbare Idee war, diese Figur zurückzubringen.
Ähnliches mit der kleinen Galaxis. Ich wünsche mir auch neue Figuren, finde es aber dann an manchen Stellen auch wieder ganz nett, wenn man Verknüpfungen hat. Zumal es z.B. für junge Neueinsteiger (z.B. bei TMaG) auch kein Problem ist, wenn da die Zwillinge und Embo auftauchen, einfach, weil sie die gar nicht kennen, fü die sind sie neu. Man hat also neue Fans, für die alles neu ist, alte Fans, die neue Figuren wollen, alte Fans und gerade nicht mehr neue Fans, die sich freuen, Vertrautes zu sehen und Leute mich mich, die neue Figuren wollen, aber auch bereit sind Ausnahmen zu machen, aber vorher nur manchmal sagen könnten, für wen diese Ausnahme gilt. (The Hunt for Ben Solo würde ich gerne sehen, Cad Bane darf z.B. aber gerne bleiben, wo er ist). Wie soll LF da DIE Linie finden, nach der sie vorgehen?
Bei TA gebe ich dir recht. Die die Serie war eine Zielscheibe im Culture War, vielleicht ist das als Beispiel nicht sinnvoll. Aber dann nehme ich die PT. Dort gab es Politik (fand ich gut), war aber damals für viele ein Kritikpunkt. Und der ST hat man vorgehalten, dass zu wenig vertraute Spezies dabei waren und es sich dadurch nicht wie SW angefühlt habe.
Und Andor war super, aber sollte man jetzt alles in dem Stil machen, landet SW auch in einer Nische, eine die dir (und mir, zumindest eine Zeit lang) zwar prinzipiell gefällt, aber mMn nicht viel neue Fans binden würde.
Meine "Lösung" wäre halt, dass man als Fan mehr dazu bereit ist, festzustellen, dass es DAS Star Wars spätestens seit der PT gar nicht gibt, sondern das SW mittlerweile eine Ansammlung von Nischen ist und nur dann als großes Phänomen bestehen bleibt, wenn die Bewohner dieser Nischen sich nicht gegenseitig bekämpfen, sondern diesen Nischen auch Besuche abstatten und die Vorzüge, die jede Nische hat, für sich wertzuschätzen lernen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@KdS
Ich glaube, dass wir eigentlich gar nicht so weit auseinander liegen. Insbesondere bei den verschiedenen Nischen, die SW mittlerweile bedient bzw. bedienen muss, bin ich voll bei dir. Aber auf zwei Punkte will ich doch noch eingehen:

nd dass du das auch aufs alte EU bezogen hast (du hattest ja erwähnt, dass einige der Rückkehrer auch da schon zurück waren (BF, Palpatine, Maul) ist mir schon auch klar, aber da fängt es ja schon an: diese Dinge werden von vielen hauptsächlich auf Disney bezogen und früher war es anscheinend in Ordnung.
Ich sags mal so: Ich fand das schon früher nicht in Ordnung, aber es hat mich nicht so gestört. Denn vom Gefühl her würde ich sagen, dass man dem damals leichter aus dem Weg gehen konnte.

Wenn man im Legends-EU z.B. die Wiederkehr des Imperators kacke fand, dann hat man einfach den entsprechenden Comic ignoriert und war damit fein raus (ich persönlich habe Dark Empire aus genau dem Grund bis heute nicht gelesen). Wenn die Rückkehr aber in einer Episode - und damit dem Markenkern von SW - stattfindet, dann lässt sich das deutlich weniger ignorieren, weil es in der Natur der Sache liegt, dass deren Kenntnis beim Fan vorausgesetzt wird und auch andere Werke darauf Bezug nehmen. Das sieht man aktuell ja ganz gut an Darth Maul: Da fand die Rückkehr zwar "nur" in einer Animationsserie statt, aber dennoch hat das dann auf weitere Medien wie z.B. den SOLO-Film ausgestrahlt.

Ähnliches mit der kleinen Galaxis. Ich wünsche mir auch neue Figuren, finde es aber dann an manchen Stellen auch wieder ganz nett, wenn man Verknüpfungen hat. Zumal es z.B. für junge Neueinsteiger (z.B. bei TMaG) auch kein Problem ist, wenn da die Zwillinge und Embo auftauchen, einfach, weil sie die gar nicht kennen, fü die sind sie neu. Man hat also neue Fans, für die alles neu ist, alte Fans, die neue Figuren wollen, alte Fans und gerade nicht mehr neue Fans, die sich freuen, Vertrautes zu sehen und Leute mich mich, die neue Figuren wollen, aber auch bereit sind Ausnahmen zu machen, aber vorher nur manchmal sagen könnten, für wen diese Ausnahme gilt. (The Hunt for Ben Solo würde ich gerne sehen, Cad Bane darf z.B. aber gerne bleiben, wo er ist). Wie soll LF da DIE Linie finden, nach der sie vorgehen?
Um hier mal zwei Beispiele aus The Mandalorian and Grogu zu bringen:
Den Auftritt der Zwillinge fand ich gut und passend, denn wenn man das Huttenkartell zeigen will, dann ist es meines Erachtens nach nur gut und folgerichtig, dass man dessen etablierte Anführer nimmt, da ein neuer Anführer im besten Fall nur Fragen nach dem Schicksal der alten Anführer aufwerfen würde und im schlimmsten Fall als Kontinuitätsfehler wahrgenommen werden würde.
Den Auftrit von Embo hingegen empfinde ich als Selbstreferenz um ihrer selbst willen. Das hätte auch jeder x-beliebige andere Kopfgeldjäger sein können.

Das ist das, was ich mit
alte Figuren nur da eingesetzt wurden, wo sie zwingend gebraucht wurden bzw. es absolut Sinn ergeben hat
meinte.
 
Meine "Lösung" wäre halt, dass man als Fan mehr dazu bereit ist, festzustellen, dass es DAS Star Wars spätestens seit der PT gar nicht gibt, sondern das SW mittlerweile eine Ansammlung von Nischen ist und nur dann als großes Phänomen bestehen bleibt, wenn die Bewohner dieser Nischen sich nicht gegenseitig bekämpfen, sondern diesen Nischen auch Besuche abstatten und die Vorzüge, die jede Nische hat, für sich wertzuschätzen lernen.
Daniel Schröckert, hat im Mando & Grogu-Talk seine Erwartungshaltung erklärt. (Mit Time Stamp bezüglich Erwartungen schnell findbar.)

Schröckert geht in eine sehr ähnliche Richtung wie du, die ich auch für den richtigen Weg halte. Erst mal für sich selber entscheiden, womit man überhaupt Spass haben kann.


Um hier mal zwei Beispiele aus The Mandalorian and Grogu zu bringen:
Den Auftritt der Zwillinge fand ich gut und passend, denn wenn man das Huttenkartell zeigen will, dann ist es meines Erachtens nach nur gut und folgerichtig, dass man dessen etablierte Anführer nimmt, da ein neuer Anführer im besten Fall nur Fragen nach dem Schicksal der alten Anführer aufwerfen würde und im schlimmsten Fall als Kontinuitätsfehler wahrgenommen werden würde.
Den Auftrit von Embo hingegen empfinde ich als Selbstreferenz um ihrer selbst willen. Das hätte auch jeder x-beliebige andere Kopfgeldjäger sein können.
Da Embo auch schon für die Hutts in TCW gearbeitet hat, fällt sein Auftritt für mich tatsächlich mehr in die von dir beschriebene Kategorie 1 als 2.

Oder … sind Erstauftritte von Figuren in live action solange für dich ok, solange sie keine Vorgeschichte im Animationssegment des Filoniverse hatten?
 
Dennoch müssen wir uns klar machen: falls diese Filme in den letzten Jahrzehnten auch immer Kinder abgeholt haben, dann waren sie natürlich auch immer so gestrickt, dass sie Kinder (in der entsprechenden Generation) ansprechen können. Und dann sind die meisten Dinge, die nun gemacht werden, eben ebenfalls so gestrickt- auch wenn wir halt mittlerweile oder schon sehr lange erwachsen sind.
Und genau das ist für mich, wenn es um den aktuellen Stand von SW geht, die große Unbekannte: Ist dieser Fall denn so richtig eingetreten? Ja, "Baby Yoda" scheint ein Meme-Phänomen geworden zu sein, aber ansonsten habe ich einfach keinen Einblick darin, ob SW auf dem heutigen Grundschulhof genauso häufig Thema ist wie früher bei mir Ende der 90er (ja, kommt im einzelnen wieder auf den Schulhof an, aber es ist, so denke ich, klar, was ich meine). Sind z. B. Rey, Finn und Poe für Menschen, die um 2015 Kinder waren, ikonisch geworden?* Nach allem, was ich so höre, ist das nicht passiert, aber alles, was ich da mitbekomme, stammt - so ehrlich bin ich dann eben auch - nur aus zweiter oder dritter Hand.

*Ich schreibe übrigens extra nicht "so ikonisch geworden wie es einst Han, Luke und Leia waren", um die Messlatte nicht zu hoch zu hängen - das wäre einfach ein verdammt hoher Anspruch, der ja fast nicht zu erreichen ist, weil die Zeit, in der die OT herausgekommen ist, in der Tat einfach eine andere war.
 
Bevor ich nochmal genauer auf alle anderen Beiträge eingehe, schnelles Ding:

Nach allem, was ich so höre, ist das nicht passiert, aber alles, was ich da mitbekomme, stammt - so ehrlich bin ich dann eben auch - nur aus zweiter oder dritter Hand.

Kinder und Jugendliche wachsen mittlerweile in medialem Überfluss auf. Wenn wir früher nicht das Glück hatten, dass irgendein Vater (meistens meiner, lol) einen Film auf VHS aufgenommen hat, dann haben wir den halt nicht gesehen. Comics oder Bücher waren nicht einfach verfügbar, entweder hat man was in der Stadtbibliothek gefunden oder man musste lange, lange sparen und in den Bücherladen und das bestellen.
 
Kinder und Jugendliche wachsen mittlerweile in medialem Überfluss auf. Wenn wir früher nicht das Glück hatten, dass irgendein Vater (meistens meiner, lol) einen Film auf VHS aufgenommen hat, dann haben wir den halt nicht gesehen. Comics oder Bücher waren nicht einfach verfügbar, entweder hat man was in der Stadtbibliothek gefunden oder man musste lange, lange sparen und in den Bücherladen und das bestellen.
Klar. Nur z. B. bei einem Iron Man, einem Hulk usw. habe ich schon das Gefühl gehabt, dass sich da mit dem MCU spätestens um "Infinity War" und "Endgame" noch einmal der Stand, den diese Figuren im popkulturellen Bewusstsein hatten, dahingehend verändert hat, dass auch Jugendliche, die vorher keine entsprechenden Comics gelesen und stellenweise nicht einmal die Filme gesehen hatten, dann was mit dem Namen "Tony Stark" anfangen konnten. Auch im medialen Überfluss scheinen bestimmte Figuren irgendwie "herauszustechen" - aber ja, dass es schwerer geworden ist, heute so "ikonisch" wie einst Luke, Leia, Han usw. zu werden, rechne ich bei meiner Frage ja schon explizit mit ein (siehe hierzu auch meine Fußnote).

Ich kann die Frage ja auch tiefer hängen: Haben Kinder und Jugendliche z. B. die ST gerne geschaut und ggf. "abgefeiert"? Also, klar, irgendwer wird es schon getan haben, und eine Nachfrage ist ja noch nicht einmal als Kritik in der ST gemeint, denn im Großen und Ganzen fand ich die ST durchaus unterhaltsam, aber falls Kinder und Jugendliche eine Zielgruppe dieser Filme waren, würde mich halt interessieren, ob man diese Zielgruppe auch erreicht hat.

Oder weniger auf die ST gemünzt gefragt: Wie kommt denn SW heute so bei Kindern und Jugendlichen an? So im Gesamten habe ich schlichtweg überhaupt keinen Einblick, was den "Stand" von SW in dieser Altersgruppe betrifft.
 
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Klar. Nur z. B. bei einem Iron Man, einem Hulk usw. habe ich schon das Gefühl gehabt, dass sich da mit dem MCU plötzlich noch einmal der Stand, den diese Figuren im popkulturellen Bewusstsein hatten, dahingehend verändert hat, dass auch Jugendliche, die vorher keine entsprechenden Comics gelesen und stellenweise nicht einmal die Filme gesehen hatten, dann was mit dem Namen "Tony Stark" anfangen konnten - auch im medialen Überfluss scheinen bestimmte Figuren des MCU irgendwie "herauszustechen". Natürlich ist aber auch das wieder nur eine Gefühlssache und weniger ein "Wissen" aus erster Hand - und ja, dass es schwerer geworden ist, heute so "ikonisch" wie einst Luke, Leia, Han usw. zu werden, rechne ich bei meiner Frage ja schon explizit mit ein (siehe hierzu auch meine Fußnote).
Ich habe da auch keine näheren "Insights" oder so, möchte nur eins zu denken geben: der erste Iron Man ist auch schon wieder 18 Jahre her. Streaming steckte damals noch in den Kinderschuhen, Fortnite war noch fast 10 Jahre weg. Die Zeit zwischen Untergang der Sowjetunion und Start des MCU war kürzer als zwischen dem ersten Iron Man Film und heute.
Was ich damit sagen will: auch das MCU entstand in einer anderen Zeit als heute (und ich bin alt).
 
Was ich damit sagen will: auch das MCU entstand in einer anderen Zeit als heute (und ich bin alt).
Ja, dass ich dahingehend noch etwas genauer werden musste, habe ich dann auch bemerkt - mit der Bearbeitung war ich aber nicht schnell genug. Was ich eigentlich meinte: Rein von der Außenwahrnehmung her hatte ich z. B. auch um die Zeit von "Infinity War" und "Endgame" herum, also auch wieder knapp 10 Jahre nach dem ersten "Iron Man", trotzdem immer noch schon das Gefühl, dass Figuren wie ein Tony Stark relativ stark im popkulturellen Bewusstsein der Jugendlichen verankert waren.

Aber auch hier gilt wieder: Das ist alles nur "Gefühl" und mich "ärgert" es gewissermaßen, dass ich dahingehend nicht mit etwas "Handfesterem" arbeiten kann. Möchten sich nicht mal ein paar Jugendliche bzw. Leute, die um 2018, 2019 herum zu den Jugendlichen gehörten, hier im Forum anmelden und mal Tacheles reden? :D
 
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Aber auch hier gilt wieder: Das ist alles nur "Gefühl" und mich "ärgert" es gewissermaßen, dass ich dahingehend nicht mit etwas "Handfesterem" arbeiten kann. Möchten sich nicht mal ein paar Jugendliche bzw. Leute, die um 2018, 2019 herum zu den Jugendlichen gehörten, hier im Forum anmelden und mal Tacheles reden? :D
Ich könnte schon. Aber ich bin trotz Jahrgang 2000 da, glaube ich, als Schweizer Dorfkind dafür halt die völlig falsche Ansprechperson. Wir hatten in der Grundschule auch 3-4 Leute in der Schule, die mit dem SW-Shirt im Unterricht sassen. Problem: Die Schule bestand aus 60 Schülern.

Und auch später auf dem Gymnasium in der Hauptstadt Bern gab es da selten wen, der auf offener Strasse mit Popkultur-Merch rumlief. Wenn ich das mit heutigen Besuchen in Deutschland vergleiche, ist da selbstheutzutage (selbst nur in Sachen SW) in meinen Augen jemals als in meiner Kindheit. (Vielleicht bin ich diesbezüglich auch einfach aufmerksamer. Aber ich schon den Eindruck, dass ich heutzutage überall, ausser Zuhause, mehr SW-Interesse aufkommen sehe einfach nur so nebenbei.)
 
Oder weniger auf die ST gemünzt gefragt: Wie kommt denn SW heute so bei Kindern und Jugendlichen an? So im Gesamten habe ich schlichtweg überhaupt keinen Einblick, was den "Stand" von SW in dieser Altersgruppe betrifft.
Meine Aussage war ja auch lediglich, dass man es bei LF eben versucht, die potenziell neuen Fans zu erreichen, weil das für ein solches Franchise eben auch wichtig ist und dass man deswegen eben z.T. auch den Content entsprechend gestaltet. Dass es FUNKTIONIERT HAT (in den letzten zehn Jahren), habe ich gar nicht gemutmaß, da mir hier, wie den meisten hier, der größere Einblick fehlt. Die Vermutung ist natürlich, dass es nicht so viel war wie früher (auch weil das MCU da gerade auf seinem Peak war), aber es ist eben nur eine Vermutung. Und meine These war halr auch, dass man es weiter versuchen sollte, da man, wenn man SW jetzt zu einem reinen "Erwachsenen-Franchise" umbaut, um die jetzt 35-65jährigen zu befrieden, mMn auf dem falschen Weg wäre.
 
Meine Kinder (2011 und 2014) mögen am liebsten die OT. Bad Batch, The Clone Wars und Andor waren auch ok.
Enttäuscht waren sie von Kenobi, Acolyte, Boba Fett, Ahsoka und Mando Staffel 3. Nach der ST wird gar nicht mehr gefragt. Da reichte eine Sichtung.
Mittlerweile muss ich meine Familie überreden, neuen Star Wars Content mit mir anzuschauen.

Ikonisch ist niemand, glaube ich. Der Minecraft Film wurde gefeiert und wird immer noch mit der Peer Group gespielt. Sehr viele mögen Animes, zeichnen super gut selbst Comics. Die Mädels stehen auf K-Pop. Gleichzeitig gibt es musikalisch und modisch ein Revival der 90er und 2000er.

Star Wars war beim Sohn so zwischen dem 8. Und 12. Lebensjahr ein großes Thema, auch bei seinem jüngeren Cousin und dem besten Freund. Lego wurde viel gebaut und eigene Clone Wars Stop Motion Filme kreiert. Ich würde aber nicht sagen, dass Anakin oder Obi-Wan oder sonst wer als ikonische Figuren wahrgenommen werden.

Da hängt das Herz schon eher an Herr der Ringe (und L.A.R.P) und Harry Potter.
 
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