Wurde wahrscheinlich schon alles gesagt, aber: Was ist in der SW-Lore überhaupt ein Krieg und ab wann wird's ein großer? Wir haben aktuell, hier bei uns, je nach Definition, sechs aktive Kriege. Präsent sind davon wie viele? Einer, zwei? Wenn man bisschen drüber nachdenkt, dann war's ja auch vollkommen unrealistisch, dass selbst während des Galaktischen Bürgerkrieges die ganze Galaxis betroffen war.
War es auch nicht. Die Rebellion ist ne kleine Schar, deren Verbleib mit buchstäblich tausenden Probe-Droids in der bekannten Galaxis erkundet wurde. Mit einem Sith Lord in direkter Verantwortung für diese Suche. Im direkten Vergleich dazu war Darth Maul auf der Suche nach Amidala in Episode I ungleich erfolgreicher und schneller. Das zeigt, wie gut die Allianz ihre Spuren verwischen und im Untergrund agieren konnte. Von einem galaxisweiten Flächenbrand, wie den Klonkriegen, ist der Galaktische Bürgerkrieg sehr weit weg.
Der Punkt am galaktischen Bürgerkrieg ist denke ich eher, dass das Gefühl des selbst Betroffenseins eher aus den "schillernden" und/oder galaxisweit bekannten Schauplätzen herrührt:
das Ghorman-Massaker trifft einen sehr bekannten Planeten. Anschläge auf Coruscant. Mit Alderaan wird einer der bekanntesten Planeten einfach so vernichtet. Der Todesstern, auf dem zigtausende Imperiale ausgelöscht werden. Mandalore. Und am Schluss halt das Ende des Imperators selbst, was zu einer neuen Regierungsform führt.
Ich denke, das reicht, um diesen Krieg in der kollektiven Erinnerung groß wirken zu lassen und sich persönlich betroffener zu fühlen.
Ist ja auch das, was
@Ben anreißt: Kriege verschwinden auch bei uns unter dem Radar, wenn sie diese Punkte nicht erfüllen.
Was nun die GFFA angeht? Ich habe gestern ja gesagt, dass Finns Satz "Der letzte Krieg endete bei Endor" nicht unbedingt als Maßsstab genommen werden sollte, weil er historisch kaum viel wissen dürfte.
Ich möchte aber ergänzen, dass er vermutlich aber auch unter denen, die nicht in der FO groß geworden sind, viele finden würde, die zustimmen und den Zeitraum zwischen Endor und Jakku eher als Epilog sehen, in dem das nach Endor vorhersehbare Ende eben noch abgearbeitet werden musste und man deshalb das Endor mit der Vernichtung des Imperators setzt. Solch eine Haltung findet man mMn auch in den Romanen um das Alphabetgeschwader wieder.
Insofern hätte ich, wie schon erwähnt, keine Problem damit, wenn größere Ereignisse zwischen E6 und E7, die aber eben nicht an bekannten Schauplätzen spielen oder direkt große politische Folgen haben, zwar stattfinden, in der Öffentlichkeit aber eher weniger Widerhall finden oder eher als Geschichten statt Geschichte abgetan werden oder zumindest im Erinnern nicht mit dem GB oder den Klonkriegen konkurrieren kann.
Exkurs: Dabei kommt mir der Gedanke, dass man Palpatine/das Imperium etwas mit Napoleon vergleichen könnte. Der erste Todesstern war Palpatines Russlandfeldzug. Hat ihn nicht vernichtet, aber seine Verwundbarkeit gezeigt und seinen Feinden Auftrieb gegeben. Endor ist dann die Völkerschlacht und die ST dann die 100 Tage + Waterloo - oder, wenn man die ST ignorieren will - war eben die Zeit bis Jakku die Zeit zwischen Völkerschlacht und Waterloo.