Truuine

[ Innerer Rand | Quarzite Sektor | Quarzite | Alter Raumhafen | an Bord der Lambda-Fähre „Sternenschweif“ ] Kanto Garison
Vorgeschichte hier

Kurz darauf wurde eine übermannshohe Kiste in den Laderaum der „Sternenschweif“ gebracht. Ein älterer Kage in schlichten Gewändern überwachte aufmerksam die Raumhafenarbeiter, die den Hubwagen bedienten. Kanto, der gerade aus seinem privaten Abteil der Fähre kam, trat an den Künstler heran und begrüßte ihn förmlich.

„Sie müssen Zarek Nyr sein. Korin Vesh hat mir bereits von Ihnen erzählt. Ich bin sehr erfreut, dass wir einen so renommierten Künstler für die Gala gewinnen konnten. Wir werden zweieinhalb Tage nach Truuine unterwegs sein. Falls Sie also irgendetwas benötigen, können Sie sich gerne an Frau Nival wenden."

Jetzt, wo alle an Bord waren, begab sich Kanto ins Cockpit und wohnte dem Abflug vom Raumhafen bei. Beim Anblick der grauen Wirbel von Quarzites Atmosphäre, von der sie sich nun immer schneller entfernten, spürte der Kuati, wie ein prickelndes Gefühl der Vorfreude ihn aufstieg. Vorfreude nicht nur auf die Gala, auf intellektuelle Gespräche und eine stilvolle Party. Sondern auch, die Erleichterung, für einige Tage diesem finsteren, steinigen Planeten zu entkommen, der immer nur neue Aufgaben und Schwierigkeiten für ihn bereithielt. Klar, er hatte sich die letzten Monate mit seiner Verantwortung abgefunden und manche Dinge machten sogar Spaß. Vor allem seine eher privaten Projekte, wie zum Beispiel die Vermarktung der „Quarzite Essenz“, von der er ein paar Kisten mit an Bord hatte, um sie auf der Gala unter die Leute zu bringen. Auch der Fortschritt der wirtschaftlichen Projekte waren manchmal befriedigend, aber doch viel zu oft von lästigen Verzögerungen oder gar Sabotage geprägt. Und nun diesen grauen Ball voller Sorgen und Pflichten durch die Transparistahl-Scheiben der „Sternenschweif“ immer kleiner werden zu sehen, ließ sein Herz leichter werden, wo er gar nicht gespürt hatte, was die letzten Wochen auf ihm gelastet hatte.

Ein breites Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Zeit also, etwas Spaß zu haben! Aber ganz so weit war es noch nicht. Er würde die Reise nicht nur nutzen, um seine Schlafreserven aufzufüllen, sondern auch um an seinem privaten Projekt mit der Logistik-Flotte zu arbeiten. Auf der Gala würde auch Gouverneur Theranos Zesh anwesend sein und es würde sich sicher Gelegenheit bieten, ihm von seinen Plänen für dieses gemeinsame Investment zu überzeugen…




~ Zweieinhalb Standardtage später ~​



Die Reisetage auf der „Sternenstaub“ vergingen ereignislos. Kanto hatte genügend Zeit, sich in das Logistik-Projekt einzuarbeiten, gemütlich auszuschlafen und ein zwei Holos zu schauen. Leider waren die übrigen Mitreisenden für Unterhaltung nicht besonders geeignet. Außer ein paar Partien Dejarik mit Mellis Nival gelang es ihm nicht, irgendjemanden zu einem geselligen Zeitvertreib zu verleiten.

Wahrscheinlich lag es daran, dass er Gouverneur und alle anderen an Bord seine Untergebenen waren. Wobei der Kage, Zarek Nyr, so ungesprächig wie seine Kristallskulpturen war und auch Thalia Sassameer, die Ingenieurin von Kuat, hatte offensichtlich keine Lust, sich mehr als nötig mit ihm zu unterhalten.

Kanto seufzte, als er sich von seinem Schreibtisch erhob. Das war wohl das Los, an der Spitze zu stehen. Zumindest an der Spitze des Planeten Quarzite. Aber schon sehr bald würde er sich unter Seinesgleichen mischen können. Er schob den Datenchip mit Unterlagen in die Innentasche seiner Gouverneursuniform und begab sich ins Cockpit, um den Anflug auf Truuine zu beobachten.

Der Planet war eine azurblaue Kugel dekoriert mit weißen Wolkenwirbeln und glitzerndem Eis. In jedem Fall ein schönerer Anblick, als das Grau-in-Grau von Quarzites stürmischer Atmosphäre. Er wusste, dass die interessanten Orte Truuines, allen voran die Hauptstadt Moraband, auf die sie nun Kurs nahmen, sich auf kleinen Inseln befanden, die vom Weltraum aus kaum zu sehen waren. Winzig und weit hinter dem Planeten im All hängend, glitzerte ein Mond. Das musste der Eismond Kyyne sein, auf dem ausgediente Großschiffe ausgeschlachtet wurden. Ein Teil des dort recycelten Phrik wurde im Weltraumaufzug auf Quarzite verbaut. Und über ihnen, viel näher und dadurch größer als Truuine wirkend, prangte der zweite Mond unheilvoll und schlammigrot über ihnen. Naar.

Hinter ihm kündigte das Zischen des Schotts eine weiter Person an, die ins Cockpit trat. Ein unauffälliger Seitenblick offenbarte Thalia Sassameer, die sich wohl auch den Anflug ansehen wollte. Auch sie betrachtete still den Mond Naar, als die „Sternenstaub“ unter ihm vorbei flog.

Kanto drehte den Kopf leicht in ihre Richtung, ohne den Blick von der krankhaft gemusterten Oberfläche des Mondes zu nehmen.
„Das muss der Salzmond Naar sein. Ihr neuer Einsatzort. Sieht spannend aus.“

Die Ingenieurin warf ihm einen „Was Sie nicht sagen“-Blick zu und schwieg. Kanto runzelte missmutig seine Stirn. Das Verhalten dieser Frau war manchmal so abweisend, dass er versucht war, sie disziplinieren zu lassen. Es entstand ein unangenehmes Schweigen, nur durchbrochen von der leisen Kommunikation zwischen den Piloten. Schließlich schien sie sich doch zu einer Antwort durchzuringen.

„Wie Sie sicher wissen, bin ich auf dem Ring aufgewachsen. Meine Ansprüche an natürliche Schönheit sind dementsprechend gering. Naar ist mit Sicherheit nicht der hässlichste Himmelskörper, den ich je gesehen habe.“

Kanto verzog ob des unverhohlenen Sarkasmus unmerklich das Gesicht. Mit „Ring“ war der orbitale Werftkomplex um Kuat gemeint. Nur Familien der Oberschicht Kuats residierten auf der Planetenoberfläche selbst, während der Großteil der Bevölkerung auf dem Ring lebte. Kuati der Mittel- und Unterschicht wie Sassameer war es zwar erlaubt, die Oberfläche zu besuchen und auch die berauschende Schönheit der Natur zu genießen, aber sie konnten sich dort keine Wohnung oder gar Häuser kaufen.
Kanto unterdrücke ein Seufzen. Offensichtlich trug sie ihm ihre Versetzung nach Truuine weiterhin nach. Naja, nicht sein Problem.

Wenige Minuten später befanden sie sich im Landeanflug. Moraband lag in einer breiten Kerbe zwischen zwei vergletscherten Berggipfeln, die eine Insel im Meer bildeten. Man konnte noch nicht von einer großen Stadt sprechen, aber die Pläne von Gouverneur Solaris waren zu erahnen. Ein großer Bereich des Tals und der Bergflanken bis zum Meer hinab hob sich nicht nur durch die vielen Baustellen ab, sondern auch durch das unpassende Grün von Vegetation. Kanto wusste, dass Atmosphäregeneratoren für ein angenehmes Klima in der Stadt sorgten und Pflanzenwachstum überhaupt erst möglich machten.

Beim Anflug auf den Raumhafen erhielten sie eine aufgezeichnete Begrüßungsnachricht von Gouverneur Solaris. Er entschuldigte sich, derzeit noch nicht für einen persönlichen Empfang zu Verfügung zu stehen, hieß sie herzlich auf Truuine und zur Gala willkommen und übermittelte die Details zu ihrer Unterbringung. Kanto war etwas enttäuscht, mit einer Holonachricht abgespeist zu werden. Aber natürlich waren sie bei weitem nicht die wichtigsten Gäste und der Gouverneur hatte sicher gerade alle Hände voll zu tun.

Auf dem Landefeld wurden sie von einem hochrangigen Beamten begrüßt, dessen Namen Kanto sich nicht merken konnte. Er begleitete sie zu einem kleinen, nagelneuen Luxushotel, das so aussah, als wäre es gerade rechtzeitig zur Gala fertig geworden. Es war am Rande des Regierungsviertels und unmittelbar neben dem Landefeld gelegen, von wo aus die Shuttles zu den Gletscherhöhlen der Gala abflogen. Für alle quarziter Gäste war hier ein Flügel reserviert und Kantos Suite ließ tatsächlich nichts zu wünschen übrig. Also begab er sich in Begleitung seiner Kammerdienerin und des Kage Künstlers noch einmal zur „Sternenstaub“ um die Skulptur zu den Kristallhöhlen zu bringen und dort zu installieren. Er wollte die Gelegenheit nutzen, sich vorab einen Überblick über die Lokalität zu verschaffen und vielleicht schon das ein oder andere Gespräch zu führen. Und natürlich wollte er sein privates Interesse daran zeigen, dass die quarziter Kunst auch angemessen präsentiert wurde.



[Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine-System | Moraband ] Kanto Garison, NSCs Zarek Nyr und Mellis Nival
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Hangar ] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Dr. T'rsop, Kal Andrim, Ridley Solaris

Die Männer, die nun mit ihm das Schiff verließen, hatte Aren über die Dauer ihrer Reise bedeutend besser kennenlernen können. Gerade mit den beiden, von ihm frisch beförderten, Verwaltern des Prefsbelt-Sektors hatte er einige Stunden gemeinsam in Gesprächen über die Zukunft des Sektors verbracht und er war ganz guter Dinge. Der Doktor hatte auf ihn zwar anfangs noch etwas ... unnahbar gewirkt, doch war dieses Gefühl mehr und mehr einer gewissen Achtung vor seinem Intelekt gewichen. Und den Eindruck, welchen Aren schon auf Prefsbelt IV sich von Zesh hatte machen können, war nun noch weiter vertieft worden. Auch mit dem Piloten Andrim hatte Aren ein wenig sprechen können. Hatte er zuerst gedacht, es handele sich einfach um einen normalen Angehörigen der Streitkräfte, war Aren dann doch schnell etwas besseren belehrt worden. Für den Mann, welchen er so gastfreundlich in seiner Yacht mitgenommen hatte, waren solche Raumschiffe wohl das Normalste in der Galaxis, bedachte man seine Hintergrundgeschichte. Es war durchaus erfrischend mit einem Menschen zu sprechen, der aus einer ähnlichen sozialen Schicht stammte, damit aber auch ähnlich zurückhaltend umging wie man selbst.

Doch nun befand er sich auf Truuine. Er war in seine Uniform gekleidet, Adriana trug ein weißes, mit meerblauem Stoff durchwobenes Kleid und hatte sich bei ihm eingehakt. Er verband mit diesem Ort viele gute Erinnerungen. Als er das letzte Mal hierher gereist war, hatte alles seinen Anfang genommen, die Intrige, welche ihn letztendlich in die Stellung befördert hatte, welche er nun einnahm. Und so verwunderte es kaum, dass sich ein großes Lächeln auf seinem Gesicht abzeichnete, als er allen voran auf den Gouverneur des Planeten zusteuerte, der umgeben von Sicherheitskräften und einigen hochrangigen Beamten bereits auf sie wartete.


,,Gouverneur Solaris! Es ist mir eine Freude, Sie wieder zutreffen. Es ist viel geschehen, seit dem ich das letzte Mal die Freude hatte, auf Truuine zu verweilen. Ich darf ihnen wohl zu einer Beförderung außerhalb unserer wohlgeschätzten Verwaltungsstrukturen gratulieren."

Wissentlich zwinkerte Aren ihrem Gastgeber zu. Es war ihm nicht entgangen, dass eine der Personen, mit denen er sowohl über seine Firma als auch über die Verwaltung eng verknüpft war, auch Karriere im für viele so mysteriösen Orden der Sith gemacht hatte. Mehr und mehr begann er in diesem so ominösen Feld Kenntnisse zu gewinnen und Fuß zu fassen. Die Zusammenarbeit mit Darth Syphar und Darth Morvax bei der Erstürmung des House of Reign hatte sein Misstrauen wohl etwas gesenkt.

"Darf ich Ihnen meine Verlobte vorstellen? Lady Adriana Figg. Adriana, mein äußerst geschätzter Geschäftspartner Ridley Solaris."

Es folgte eine Vorstellung der anderen Gäste, bevor sie sich auf den Weg ins Praxeum machten, welches Aren noch von seinem letzten Besuch gut in Erinnerung geblieben war. Dort fand Solaris einige Willkommensworte für sie, hatte aber - sehr zu Arens Enttäuschung - nicht viel mehr Zeit für sie. Gleichzeitig konnte er es aber auch viel zu gut verstehen. Eine solche Gala würde mit Sicherheit seine Kapazitäten fordern und Aren kam gleichzeitig auch nicht darum herum, an die Dinge zu denken, welche sich in letzter Zeit auf Truuine generell abspielten. Eine Legatin übernahm die weitere Führung durch das Praxeum und brachte sie schließlich auf ihre Zimmer, wo er und Adriana wieder unter sich sein konnten.

,,Du glaubst gar nicht wie sehr ich mich auf die Gala freue. Weißt du, Aren, Bel Zihirio hatten wir auch bereits einmal nach Gerrethum, oder besser gesagt auf unseren Mond eingeladen. Er ist wirklich ein außergewöhnliches Talent."

Aren lächelte ihr zu. Die große Begeisterung an der künstlerischen Seite der Veranstaltung konnte er mit Adriana wohl nicht teilen, aber er war durchaus dafür bereit, sich von möglichen neuen politischen Kontakten umgarnen zu lassen.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Praxeum] - Aren Vayliuar
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / in einem Kanonenboot auf dem Weg zum nächsten Einsatz ] Vorn, sowie (NPCs) Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons


Erst jetzt fiel Cestus wieder ein, woher er den ungewöhnlich großen Akolythen tatsächlich kannte. Während seines ersten Aufenthalts auf Truuine war er ihm im Rahmen eines kurzen Treffens begegnet, das Gouverneur Solaris arrangiert hatte. Damals jedoch hatte seine Aufmerksamkeit fast ausschließlich dem Gouverneur, den neuen Einsatzbefehlen und der ungewohnten politischen Lage gegolten. Dass ausgerechnet dieser zwei Meter große Hüne dabei im Gedächtnis untergegangen war, ärgerte ihn ein wenig.

„Ihr habt recht, ich erinnere mich. Da wo die Rüstungen vorgestellt wurden und ich und der Gouverneur sich das erste mal getroffen hatten.“

Ein kurzes Schmunzeln huschte über sein Gesicht nach dem Lob den Hühnen.

„Danke, das Skybridge Bataillon ist das erste Bataillon der Blauen Legion die auf Prefsbelt IV aufgestellt wurde. Hier dienen überwiegend Veteranen, ehemalige Söldner sowie Freiwillige mit Kampferfahrung, denen der gewöhnliche Garnisons- und Patrouillendienst auf Dauer zu eintönig wurde und die bewusst eine Einheit suchten, in der Ausbildung, Übungen und Einsätze zum Alltag gehören. “ sagte Cestus mit etwas Stolz in seiner Stimme.

Dem Hühnen dürfte die Feldration offensichtlich schmecken. „Sie haben noch genügend Zeit und von der Kaltverpflegung haben wir noch mehr als genug“.

Nach dem Vorschlag des Hühnen musste er belustigt schnaufen. Dieser Vorn dürfte doch ein einfacheres Gemüt haben, als er angenommen hatte.

„Ein fairer Deal“, erwiderte Cestus und klopfte mit der gepanzerten Hand gegen seinen Blaster. „Rüben wegzuschießen ist unsere Spezialität.“

Für einen kurzen Moment wurde seine Miene wieder ernst.

„Allerdings dürfte es dieses Mal etwas persönlicher werden. Vor uns liegt ein ausgebauter Bunkerkomplex mit einem vorgelagerten Grabennetz. Sobald wir dort hinein müssen, wird der Kampf überwiegend auf mittlere und kurze Distanz geführt werden. Dort zählt jeder Meter.“


Während das Kanonenboot ruhig seinen Kurs hielt, gab Cestus dem Akolythen einen knappen Überblick über den bevorstehenden Einsatz.

„Mir wurde der Auftrag übertragen, den Bunker einzunehmen“, erklärte Cestus ruhig.
„Drei Bataillone der Planetaren Sicherheitskräfte wurden angewiesen, meine Operation nach Kräften zu unterstützen. Offiziell unterstehen sie mir allerdings nicht. Sie verfügen über ihre eigenen Kommandostrukturen und Bataillonskommandeure. Ich habe deshalb keine unmittelbare Weisungsbefugnis ihnen gegenüber.“

Für einen Augenblick ließ er den Blick durch den Raum schweifen.

„Ich hoffe auf ihre Zusammenarbeit und darauf, dass wir uns schnell auf einen gemeinsamen Plan verständigen. Nach jetzigem Stand werde ich mit Skybridge vermutlich das Zentrum übernehmen, während die beiden leichten Infanteriebataillone links und rechts vorgehen. Das Milizbataillon wird voraussichtlich als bewegliche Reserve eingesetzt werden und dort unterstützen, wo zusätzlicher Druck oder Verstärkung benötigt wird. Festgelegt ist das allerdings noch nicht.“

Cestus nickte leicht.

„Kurz bevor wir unser Zielgebiet erreichen, setze ich mich mit den drei Bataillonskommandeuren zusammen. Dann gleichen wir die aktuelle Lage mit unseren Aufklärungsdaten ab, legen die endgültigen Angriffsachsen fest und entscheiden gemeinsam über das weitere Vorgehen. Erst dann steht der endgültige Einsatzplan.“


Während die Formation unbeirrt Kurs auf ihr Ziel hielt, hatten sich die vier Bataillonskommandeure erstmals über einen gemeinsamen Gefechtskanal zusammengeschaltet, um die bevorstehende Operation bis in die letzten Einzelheiten abzustimmen.

Major Cestus Varro würde den Vorstoß mit dem Skybridge-Bataillon der Blauen Legion anführen, mit den unterstützenden Kräften der Planetaren Sicherheitskräfte zu seinen Flanken. Diese wurden durch Major Rhor'kesh, Kommandeur des 2. Leichten Infanteriebataillons der 2. Brigade und Angehöriger der Spezies der Karkarodon, Major Orvek Nesh, einen Quarren und Kommandeur des 3. Leichten Infanteriebataillons derselben Brigade, sowie den betagten Mon Calamari Major Thol'vak, Kommandeur des 1. Milizbataillons der 3. Brigade, vertreten. Persönlich kannten sie einander nicht. Jeder von ihnen hatte vor dem Abflug lediglich die Personalakten der übrigen Offiziere erhalten und sich anhand ihrer bisherigen Laufbahnen ein erstes Bild machen können. Das Gespräch während des Anflugs bildete somit ihre erste tatsächliche Zusammenarbeit.

Die Besprechung verlief sachlich und professionell. Nachdem die aktuellen Luftaufnahmen, die vorgesehenen Landezonen und die bekannten Verteidigungsanlagen der Rebellen gemeinsam ausgewertet worden waren, einigten sich die vier Offiziere auf ein abgestimmtes Vorgehen. Das Skybridge-Bataillon würde den Schwerpunkt des späteren Angriffs im Zentrum übernehmen, während Rhor'kesh und Orvek Nesh mit ihren leichten Infanteriebataillonen die beiden Flanken sicherten und den Feind gleichzeitig an mehreren Abschnitten unter Druck setzten. Thol'vaks Milizbataillon sollte zunächst den Aufbau der Feuerbasis unterstützen, Nachschub und Reserven koordinieren sowie jene Bereiche verstärken, in denen sich der Widerstand als besonders hartnäckig erwies.

Ebenso bestand Einigkeit darüber, den Angriff nicht überstürzt zu beginnen. Die erste Landungswelle würde zunächst die Landezonen sichern, Schützenlöcher und Deckungen anlegen, Mörser- und E-Web-Stellungen errichten sowie den Sanitäts- und Versorgungspunkt aufbauen. Gleichzeitig sollten Aufklärungstrupps die feindlichen Gräben beobachten, Schwachstellen aufklären und den Gegner mit gezieltem Feuer unter Druck setzen. Währenddessen würden die LAAT/i-Kanonenboote unmittelbar nach dem Absetzen der ersten Kompanien zum Brückenkopf zurückkehren, um weitere Soldaten, Munition und Ausrüstung heranzuführen. Erst mit dem Eintreffen der nächsten Welle sollte der eigentliche Angriff beginnen – vorbereitet, koordiniert und von einer bereits aufgebauten Feuerbasis aus geführt. Keiner der vier Bataillonskommandeure hatte Einwände gegen dieses Vorgehen. Für erfahrene Offiziere genügten wenige Minuten, um aus vier eigenständigen Verbänden eine gemeinsame Gefechtsgruppe zu formen.



Nach dem Gespräch verging beinahe eine weitere Stunde, in der die Formation weiterflog, ohne dass etwas die Konzentration der Soldaten nennenswert unterbrach. In der Zeit informierte Cestus seine Offiziere und Vorn über die Pläne. Cestus beabsichtigte, gemeinsam mit seinen erfahrensten Legionären unmittelbar hinter Vorn vorzurücken und mit ihm die Speerspitze des späteren Angriffs zu bilden.

Die restliche Zeit überprüften die meisten ein letztes Mal ihre Ausrüstung, wechselten leise einige Worte mit ihren Kameraden oder studierten die auf ihren Datenpads gespeicherten Karten des Einsatzgebietes. Außerhalb der kleinen Sichtfenster zogen endlose Schneefelder und schroffe Eisformationen vorbei, deren Konturen durch den feinen, unablässig fallenden Pulverschnee zunehmend verschwammen.

Schließlich knackte das Comlink von Cestus.

„Major Varro. Noch zehn Minuten bis zum Einsatzgebiet. Der Hügel ist voraus bereits schwach auszumachen.“ sagte ihm der Pilot

Cestus hob die Hand an sein Com.

„Verstanden. Schott auf der linken Seite etwas öffnen.“

„Jawohl, Sir.“

Mit einem dumpfen Surren glitt die Seitentür des Kanonenbootes etwas zur Seite. Sofort drang eisige Luft in den Mannschaftsraum und wirbelte feinen Schnee hinein. Cestus trat an die Öffnung, umfasste mit der rechten Hand die Haltestange neben dem Schott, zog mit der linken sein Makrofernglas aus der Halterung am Gürtel und lehnte sich aus dem Kanonenboot.


Cestus führte das Gerät an die Augen während ihm Schnee ins Gesicht peitschte und ließ den Blick über das vor ihnen liegende Gelände schweifen.

Zunächst zeigte das Makrofernglas lediglich eine von Schnee überzogene Hügellandschaft, deren sanfte Erhebungen und vereiste Senken beinahe nahtlos ineinander übergingen. Mit einer kurzen Bewegung schaltete er auf den Wärmefilter um. Augenblicklich erschienen vereinzelte helle Signaturen zwischen den kalten Eisflächen. Weitere Eingaben wechselten zur elektromagnetischen Darstellung, auf der deutlich mehrere Energiequellen aufleuchteten. Vermutlich Generatoren, Kommunikationsanlagen oder Geschützstellungen. Schließlich blendete das Gerät die zuletzt aufgenommenen Luftaufnahmen halbtransparent über das aktuelle Bild. Trotz des Schneefalls stimmten die wichtigsten Geländemerkmale nahezu vollständig mit den Aufklärungsdaten überein.

Der Bunker lag dort, wo ihn die Aufklärung gemeldet hatte. Mehrere Schützengräben verliefen um den eisüberzogenen Hügel und verbanden kleinere Feuerstellungen miteinander. Vor den Gräben erstreckte sich eine breite, leicht ansteigende Schneefläche, die einen blinden frontal Angriff teuer machen würde. Gleichzeitig boten mehrere natürliche Eisrücken und Geländefalten um die Feindlichen Stellung ausreichend Deckung, um dort eine Feuerbasis aufzubauen.

Cestus deaktivierte das Makrofernglas, trat wieder in das Innere des Kanonenboots zurück. Das Schott schloss sich darauf erneut und schirmte die Soldaten augenblicklich wieder gegen Wind und Kälte ab.


Er öffnete nun einen gemeinsamen Funkkanal zu den anderen Bataillonskommandeuren der Planetaren Sicherheitskräfte.

„Hier Major Varro. Ich bestätige die Aufklärungsdaten. Die ursprünglichen Landezonen bleiben bestehen. Setzen Sie Ihre Bataillone auf den markierten Koordinaten auf. Die dortigen Eisrücken bieten ausreichend natürliche Deckung für den Aufbau von kleinen Einsatzbasen. Nach dem Aufsetzen zunächst Sicherungsring errichten. Kein überhasteter Vormarsch. Wir koordinieren den Angriff wie besprochen gemeinsam.“

Nacheinander bestätigten die Offiziere die Aussage von Cestus.


Danach wechselte er anschließend auf den Bataillonskanal und überreichte auch Vorn einen Comlink.

„Skybridge Bataillon, aufmerksam!“ begann er mit fester und autoritärer Stimme.

Innerhalb weniger Sekunden verstummten selbst die letzten Gespräche in seinem Kanonenboot.

„Noch zehn Minuten bis zum Aufsetzen. Helme aufsetzen, Ausrüstung und Magazine überprüfen. Jeder kontrolliert seinen Nebenmann. Sobald wir landen, kehren sämtliche Kanonenboote unverzüglich zum Brückenkopf zurück. Sie bringen Nachschub, und weitere Verstärkung, doch bis dahin kämpfen wir ausschließlich mit dem, was wir bei uns tragen, vergessen Sie das nicht.“

Er ließ den Blick ruhig durch den Raum wandern.

„Bleiben Sie bei Ihren Kameraden und vertrauen Sie Ihren Offizieren. Disziplin entscheidet und Kampfeswille heute mehr als Geschwindigkeit.“

Mehrere bestätigende Meldungen erklangen über das Komnetz.
Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu.

„Übrigens haben wir heute eine wichtige Unterstützung an unsere Seite“ er blickte zu Vorn, während er weitersprach. Er würde sich den Sith zum heben der Moral zu Nutze machen.

„Einer der Sith-Krieger der sich schon auf der Eiswand durch die Reihen der Feinde geschnitten hat, erweist uns die Ehre den Angriff zu begleiten und mit uns gemeinsam die Rebellen zu zerschlagen .“

Den nächsten Satz sagte er mit voller Inbrunst. „Zeigen wir erneut Truuine was die Blaue Legion leisten kann und vernichten wir unseren Feind!“

Mehrere motivierte Zusprüche von anderen Offizieren und Unteroffizieren war durchs Com zu vernehmen, während ein motivierter Hochruf durch den Raum des Kanonenboots ging und sich die Soldaten währenddessen Vorn zuwandten und ihre Blaster und Vibroschwerter erhoben. Offensichtlich erfreut einen Sith auf ihrer Seite zu wissen.


Nach ein paar Minuten begann langsam die Formation aus den LAAT/i an Höhe zu verlieren.

Mit jedem zurückgelegten Kilometer gewann der schneebedeckte Hügel weiter an Kontur. Die ersten Schützengräben zeichneten sich nun deutlich gegen die weiße Landschaft ab. Vereinzelte Blasterstellungen waren bereits mit bloßem Auge zu erkennen.

Dann durchschnitt plötzlich ein grellroter Blasterbolzen den Schneefall. Er verfehlte das führende Kanonenboot deutlich und verschwand weit hinter der Formation.

Einen Augenblick blieb es ruhig. Dann folgte der zweiter und dritter Schuss, der das Kanonenboot traf und ein dumpfes Geräusch auslöste.

„Sie haben uns entdeckt“, sagte einer der Soldaten ruhig.

Cestus nickte kaum merklich und musste leicht grinsen, während er eine Augenbraue anhob.

„Was Sie nicht sagen Soldat…sicher das es keine kleinen Eisporgs sind?” das brachte ihm von seine umstehenden Kameraden ein paar lacher ein.


Kurz darauf begann ein immer dichter werdender Beschuss aus roten und grünen Blasterbolzen, der von mehreren Rebellenstellungen aufstieg.

Die immer mehr Einschläge prallten gegen die Deflektorschilde der Kanonenboote und ließen bläuliche Energieblitze über die Rümpfe laufen. Während die LAAT/i weiter absanken, nahm das Feuer der Rebellen stetig zu. Immer mehr Geschützstellungen eröffneten das Feuer und tauchten den Himmel in ein unregelmäßiges Netz aus Blasterbolzen.

Schließlich flogen die Transporter die letzten Meter, nur knapp über den Boden hinweg, um kleinere Ziele abzugeben.

Danach setzten die Transporter nahezu gleichzeitig hinter den vereinbarten Eisrücken und natürlichen Deckungen auf. Cestus prüfte kurz die Anzeigen seines HUD und schlug mit der Faust einmal gegen die Brustplatte und sagte laut in seinen Com.


„Skybridge! Absitzen! Los! Los! Los! “

Noch während sich die Seitenschotten öffneten und eisiger Wind in den Innenraum fegte, sprangen die ersten Legionäre bereits in den Schnee. Cestus blickte zu Vorn, und beschloss zumindest auf den Dienstgrad während des zu verzichten „Herr Meri mit mir!“


Rings um die Landezone schlugen danke der Deckung nur vereinzelte Blasterschüsse ein und rissen Fontänen aus Eis und Pulverschnee in die Höhe, während die LAAT/i unmittelbar nach dem Ausladen wieder Schub gaben, um den Gefahrenbereich zu verlassen.

Sofort gab Cestus Befehle durchs Com.
„Alle Mann hinter den Eisrücken! Pioniere zur Feuerbasis Alpha! Mörser sofort in Stellung! E-Webs auf die Geländekante! Munition verteilen! Funkstelle aufbauen! Verwundetensammelpunkt markieren! Sanitätsplatz hinter der zweiten Geländefalte aufbauen! “

Bereits wenige Augenblicke später liefen die ersten Pioniere mit tragbaren Schneefräsen, Feldwerkzeugen und Sprenggeräten an die vorgesehenen Positionen. Andere begannen unmittelbar damit, Deckungen in den vereisten Boden zu treiben und aus Eisblöcken sowie Schnee erste Brustwehren zu errichten. Hinter ihnen wurden die Mörser aufgebaut, Munitionskisten geöffnet und schwere Waffen auf die feindlichen Gräben ausgerichtet.

„Aufklärungstrupps vorwärts und feindliche Feuerstellungen, Sensoren und Annäherungswege melden. Der Angriff beginnt, sobald die Feuerbasis vollständig einsatzbereit ist. An alle anderen nehmen Sie die Feindlichen Stellungen unter beschuss aber achten Sie auf Ihre Munition!“

Während die ersten Spähtrupps zwischen den vereisten Geländefalten verschwanden und über ihren Köpfen unaufhörlich Blasterbolzen durch den Schneefall schnitten, begann das Skybridge-Bataillon damit, den gefrorenen Boden zu seinem eigenen Schlachtfeld zu machen. Hier würden sie bleiben, bis die Mörser bereit waren, eine Rauchwand den Hügel verschlang und der eigentliche Angriff auf die Verteidigungslinie der Rebellen begann.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / vor den Gräben von Bunkerhügel T/02 ] Vorn, (NPCs) Major Cestus Varro, Soldaten des Skybridge Bataillons sowie Truppen den Planetaren Sicherheitskräfte
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Orbit rund um Truuine / Mesh'lane ] - mit Moff Aren Vayliuar, Sektor-Adjutant Theranos Zesh, Gouverneur Dr. T'rsop, Captain Kal Andrim

Da standen sie nun. Alle Personen ihrer Reisegesellschaft herausgeputzt und zum Vorzeigen bereit. Halb hinterfragte T'rsop im Stillen erneut, ob es die beste Grundlage für Zusammenarbeit, Verwaltung und Politik war, sich in ein Korsett aus Etikette und sozialen Regeln zu zwängen - wäre es nicht einfacher und schneller, wenn man sich direkt ehrlich begegnete. So wie man war und ohne Kraft darauf zu verschwenden, sich zu sehr anzupassen?
Dann glitt sein Blick zu
Theranos und der Gouverneur von Prefsbelt IV fragte sich, ob es vielleicht doch Personen gab, die wirklich so waren und nicht nur die Etikette bespielten...

"Irrelevant", wies er sich selbst zurecht, während er sich wieder vollends auf sein Datapad konzentrierte, während er die leisen Vibrationen und Veränderungen des nun beginnenden Landeanflugs bemerkte. Es wischte die unwichtigen - oder zur Zeit unwichtigen - Nachrichten beiseite und beantwortete in formloser Kürze solche Nachrichten, die er für wichtig und dringend hielt.
So gab er sein Okay dafür, dass der Ausschuss von Experten zum Ausbau des Tunnelnetzes bei Red One schonmal ohne ihn tagen und ihm später erste Notizen und Ideen und Anmerkungen zukommen lassen sollte. Ebenso berief er in diesen Ausschuss noch den
Legaten Zahyn Lydien für Verkehr und Infrastruktur sowie Legat Marcon Felth für die Finanzierung nach.
Des Weiteren beauftragte er seinen Kumpel
Gregor Bayl damit, einen Dokumentarfilm mit Aufarbeitungsaspekten zur Herrschaft, Korruption und Ende Robert Kerns zu beginnen, der Kerns Politik als das entlarven sollte, was sie war: giftige und langsame Zersetzung der ganzen Zukunft von Prefsbelt IV. Gleichzeitig sollte dieser Film die Grundannahme implizieren und stärken, dass Red One und seine Verwaltungsstruktur nicht grundsätzlich böse und mit Kern verbündet gewesen war.

Während er die letzten Anweisungen und Nachrichten mit der einen Hand verschickte und sich mit der anderen Hand noch schnell ein Bonbon in den Mund steckte, setzte die Yacht von
Moff Aren sachte auf. T'rsop verstaute sein Datapad und nahm würdevolle Haltung an - während gleichzeitig beim Blick auf seine Gefährten der sarkastisch-zynische Humor des Gelehrten sich meldete, indem er anfragte, was wohl mit dem Prefsbelt-Sektor passieren würde, wenn jetzt das Schiff explodieren und drei der wichtigsten Politiker sowie ein gut vernetzter und sehr erfolgreicher TIE-Pilotencaptain mit einem Augenschlag Geschichte wären. Das wäre ein Chaos, von dem sich das System vermutlich erst in zwei-drei Generationen erholen würde.
Natürlich passierte nichts dergleichen, aber
T'rsop konnte sich ein Schmunzeln und seine Faszination bei diesem Gedankenspiel nicht ganz verkneifen. Bis sich die Tür zur Rampe öffnete und er wieder perfekte neutrale Höflichkeit und Offenheit ausstrahlte.

Bis er eine Sekunde später von dem kalten Wind Truuines begrüßt wurde, leicht zusammenzuckte. "Scheiße kalt ist das hier", dachte er überrascht und schob seine Hände in die je gegenüberliegenden Ärmel seines Gewandes. Klar, hatte er sich rudimentär über Truuine und das dortige Wetter informiert - aber mit Kälte hatte er seit jeher seine Schwierigkeiten und er hatte die Temperaturunterschiede einfach unterschätzt.
Der Moment ging - anders als die Kälte - vorüber und
T'rsop war wieder das Ebenbild eines stoischen Imperialen Gouverneurs. Und schritt langsam mit den anderen die Rampe hinunter zu ihrem Begrüßungskomitee, in dessen Zentrum sich Gouverneur Ridley Solaris befand.
Für den Pau'aner war dieser Arkanier noch ein unbeschriebenes Blatt. Er kannte sein Aussehen und seinen Rang - hatte auf den Flug hierhin aber andere Prioritäten gesetzt. Und nun war es Zeit für den so berühmten ersten Eindruck.

Der Gouverneur von Prefsbelt IV schüttelte dem Gouverneur von Truuine die Hand mit festem Druck. Als
T'rsop bemerkte, dass in den Augen und unterbewussten Untergrundhaltungen von Ridley keine antispezistische Ablehnung vorhanden war, ließ er sein offenes Lächeln zu einem warmen Lächeln aus Ehrlichkeit werden.

"Willkommen auf Truuine, Gouverneur Dr. T'rsop. Und meine Glückwünsche für Ihre Beförderung", begrüßte Ridley ihn. Sie schüttelten noch einen kleinen Moment länger die Hände und der Pau'aner erwiderte den Gruß: "Mich freut es, hier und Teil der Gala der Kristallen Klänge sein zu dürfen. Und ich hoffe, wir finden im Laufe der Tage noch etwas kostbare Zeit, dass ich mit di... Ihnen ins Gespräch kommen kann."
Damit war der für den Gelehrten erfreulich kurze Teil der Begrüßung genüge getan und der andere Gouverneur wandt sich den restlichen zu begrüßenden Wesen zu.

Kurz darauf ging es in das Praxeum. Welches den Architekten in
T'rsop faszinierte in seiner Art und Weise, wie das Natürliche und das Klima von Truuine mit eingewoben waren. Er war für solche natürliche Inkorporationen oder aber auch für eine brutalistische Durchmischung von Natur und Zivilisation zu begeistern - und freute sich daher über die hiesige Architektur mehr als über die für ihn langweilige und wenig aussagende Prefanische Klassik in vielen Teilen seiner Heimatwelt.
Dann blieb er an einem besonderen Kunstwerk hängen. War es aus Eis? Oder aus einem besonderen synthetischen Material? Jedenfalls brachen sich die Farben herrlich in ihm und es umgab eine Aura des Mysteriösen und dadurch der Gefahr. So musste Kunst sein;
T'rsop hätte sich dieses Kunstwerk gerne lange in Ruhe angeschaut. Wurde aber von seinem Pflichtgefühl daran erinnert, dass er ja leider nicht privat, sondern als Gouverneur von Prefsbelt IV hier war.
Und so holte er wieder zur Hauptgruppe auf und ließ sich dann sein Zimmer zeigen, verabschiedete sich als erstes - genug Socializing und Etikette für den Beginn des Tages, wie er fand.

In seinem großen und prachtvollen Zimmer schmiss sich der Pau'aner direkt auf sein Bett, zog seine Schuhe aus, kramte sein Datapad hervor und arbeitete noch etwas, während er nebenbei versuchte, etwas mehr über das Kunstwerk und dessen Art, das er gesehen und bewundert hatte, herauszufinden.
Vielleicht würde sich doch eine Viertel- oder halbe Stunde in den kommenden Tagen finden, in denen er sich einfach an schöner Kunst ergötzen könnten.


[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Praxeum / Gästezimmer für T'rsop] - mit Gouverneur Dr. T'rsop
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Strand ] Thalia Sassameer


Es war ein seltsames Gefühl, mit ihren Stiefeln in dem schwarzen Sand zu laufen. Am besten ging es dort, wo sich der Untergrund mit dem schaumigen Meerwasser vollgesogen hatte, das in kleinen Wellen an den Strand spülte. Aber diese Zone war schmal und man konnte sich ein Spiel daraus machen, den idealen Pfad zu finden, ohne von den Wellen erwischt zu werden.

Thalia dachte an ihre Aussage gegenüber Gouverneur Garison, kurz bevor sie hier gelandet waren. Von wegen dass ihre Ansprüche an natürliche Schönheit gering waren, weil sie ja auf einer riesigen Raumstation aufgewachsen war. Und das stimmte vielleicht auch. Aber sie war nicht immun gegen die Schönheit von Natur.

Und die Natur um Moraband war genau das, in hohem Maße. Schön. Der schwarze Sandstrand floss in einem weichen Bogen von der Stadt und den Bergflanken zum Meer herab. Das eiskalte Wasser hatte die Farbe von blau angelaufenem Stahl und kleine, weiße Schaumhäubchen krönten die sanften Wellen. Hinter ihr erhoben sich majestätisch die eisbedeckten Gipfel der beiden Vulkane, die diese Insel bildeten. Für die Kuati war es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie echten Schnee sah. Zwar nur aus der Ferne, aber sie konnte es gar nicht erwarten, außerhalb des Atmosphäre-Schildes zu kommen, der in Moraband für temperiertes Klima sorgte.

Der Strand war fast vollkommen leer. Thalia nahm an, dass das daran lag, dass das Wasser zum Baden viel zu kalt war. Der Atmosphäre-Schild senkte sich, kaum sichtbar, nur wenige Meter hinter der Wasserlinie ins Meer und war offensichtlich nicht dafür ausgelegt, auch das Wasser zu erwärmen. Wäre aus Sicht der Energieeffizienz auch völlig absurd. Sie war also ganz für sich allein – der Gesellschaftszustand, der ihr am liebsten war. Sie hatte absolut keine Lust auf diese unnütze Gala. Sogar noch weniger, wie darauf, sich hier in ein neues Team für das Projekt auf dem Salzmond Naar einzufinden. Sie seufzte.

Vielleicht würde sie während der Arbeit immer mal wieder Zeit finden, hierher zu kommen und die Natur um Moraband zu erkunden. Und ein bisschen für sich zu sein.

Sie warf einen Blick auf das Chrono ihres kleinen Datenwürfels, den sie in ihrer Hosentasche trug. Eine Stunde noch, bis zum Meeting mit dem Legaten für Wirtschaft, Pol Drakkar. Dem Imperator sei Dank – äh, der Imperatrix… ohje, daran würde sie sich so schnell nicht gewöhnen. Immerhin waren alle Herrscher des Imperiums seit ihrer Geburt männlich gewesen. Naja, jedenfalls, es war gut, dass das Meeting nicht irgendwie im Rahmen der Gala stattfand. Je länger Thalia sich von diesem Event fernhalten konnte, desto besser. Aber spätestens heute Abend würde sie im Gefolge des Gouverneurs da hin müssen, alles andere würde Garison zu arg vor den Kopf stoßen. Und in Schale würde sie sich auch noch werfen müssen. Die Kammerdienerin des Gouverneurs hatte während der Reise schon ein Abendkleid für sie vorgeschlagen und Thalia hatte zugestimmt, ohne es eines genaueren Blickes zu würdigen. Es half ja eh nichts. Irgendwie würde sie das schon überstehen. Sie würde bei dem allgemeinen Theater mitmachen und sich zurückziehen, so früh es der Anstand erlaubte.

Sie wanderte weiter am Strand entlang und einen Schwarm fliegender Reptilien, die sich immer wieder waghalsig ins Wasser stürzten, anscheinend um Fische zu fangen. Ihr fiel ein, dass sie ihren Eltern ein Holo schicken sollte. Am besten gleich hier am Strand. Dann war es erledigt.

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Eine knappe Stunde später kam die Orbitalingenieurin am sogenannten Praxeum vorbei, das wohl Gouverneurssitz und Ausbildungsort des Sithordens in einem war. Sie hoffte nur, sie würde hier keinem dieser religiösen Spinner über den Weg laufen. Das Gebäude stand mit seinen verspielten Dachformen im starken Kontrast zum benachbarten Regierungspalast, der ihr Ziel war. Dieser war ein gewaltiger, schwarzer Koloss mit klaren, minimalistischen Formen. Typisch imperial, wie Tahlia fand. Könnte so auf jedem x-beliebigen Planeten stehen. Aber gut, sie war nicht hier, um das Stadtbild zu bewerten.

Sie betrat den Bau und meldete sich an. Die effiziente Architektur schien auf die Mitarbeiter hier abzufärben. Jedenfalls wurde sie ohne Umschweife in einen kleinen Besprechungsraum geführt, wo ein blauhäutiger Pantoraner mittleren Alters bereits auf sie wartete. Er erhob sich bei ihrem Eintreten.

„Frau Sassameer, willkommen auf Truuine. Ich hoffe, die Reise war angenehm.“

Thalia setzte ein Lächeln auf und zwang sich zum erwarteten Smalltalk.

„Ja. Und selbst wenn nicht, der beeindruckende Anblick beim Anflug auf Moraband wäre genug Entschädigung gewesen.“ Sie setzte sich gleich und holte demonstrativ ihr Datapad heraus, damit der Legat schneller zur Sache kam. Pol Drakkar interpretierte die Geste richtig und aktivierte den Holoprojektor.

„Also gut. Wie Sie sicher bereits den Ihnen zur Verfügung gestellten Unterlagen entnehmen konnten, sind die Verhältnisse auf Naar nicht einfach. Ich denke, wir sollten aber zuerst die Anforderungen, die wir an den Weltraumaufzug haben, durchgehen, und uns danach damit beschäftigen, wie wir diese unter den gegebenen Bedingungen erreichen können.“

Sehr gut. Der Mann war zum Arbeiten hier und nicht zum Plaudern…


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