Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen?

Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen? (1 bis 10 Punkte)


  • Umfrageteilnehmer
    12
Ich zitiere mich hinsichtlich meines Ersteindrucks dann einfach mal selbst. ;)
Im Prinzip war das für mich ein Film auf dem selben Niveau bzw. der selben Relevanz wie SOLO. Ist unterhaltsam, sieht gut aus, kann man leicht schauen und tut keinem weh, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass man ein großes Kinoevent verpasst, wenn man ihn nicht sieht bzw. auf die Disney+-Auswertung wartet. Im Prinzip hätten das auch einfach 3-4 Folgen der Serie sein können, die man am Stück schaut. Das merkt man insbesondere daran, dass die Story des Films eigentlich zwei Handlungsbögen sind, die zwar aufeinander aufbauen aber im Prinzip in sich abgeschlossen sind. Es gab im Film eine Stelle, an der ich mir gedacht habe, dass der Film jetzt vorbei sei und dann ging er gefühlt nochmal genauso lang.
Unterm Strich gebe ich mal 6 Punkte. Im anderen Thread habe ich zwar dem Vorposter hinsichtlich einer 5/10-Bewertung zugestimmt, aber im Vergleich dazu, dass ich SOLO damals 7 Punkte gegeben habe, erscheint mir das dann doch etwas wenig (und im Gegenzug erscheinen mir auch die 7 Punkte für SOLO mittlerweile einen Tick zu hoch).
 
Ich zitiere mich auch selbst.

Es waren im Grunde drei oder vier Serien-Folgen am Stück. Man hat sogar die „Schnittstellen“, die Anfänge und Enden bemerkt. Besonders die erste Mission. (…) Der Film hätte da enden können. Irgendwie stellt sich die Frage: Warum konnten die Autoren den Stoff nicht in die Struktur eines Spielfilmdrehbuchs portieren? Zeitmangel?
Das hat mich am meisten gestört. Dieses Werk fühlt sich einfach nicht wie ein Spielfilm an. Obwohl er ganz unterhaltsam war und seine Momente hatte, ist er für mich der schlechteste Star Wars-Film.
 
Ersteindruck:

Der Film ist tatsächlich besser als Episode 9. ;)

Positiv:
- Es ist einfach schön, mit meinem Vater wieder einen neuen SW-Film im Kino zu sehen. Hatten wir lange nicht mehr.

- Mir gefällt die prinzipielle Ausrichtung des Films. Wir müssen nach TROS nicht wieder ein Feuerwerk auf galaktischer Ebene abfeuern.

- Nach den letzten beiden für SW-Verhältnisse deutlich ernsteren Serien (Andor und Maul-Shadow Lord) finde ich so ein leichtfüssiges Abenteuer eine gute Abwechslung.

- Der Film steht derart für sich alleine, dass man unabängig vom restlichen Franchise theoretisch sehen kann. Und das obwohl man nur die Unterwelt-Lore leicht vertieft und diverse Elemente verbindet. Das ist ziemlich schlau.

- Der Abschnitt (Folge 3 von 4 quasi), wo der Film das Tempo rausnimmt und Grogu mit nahezu non-verbalem Storytelling eine Zeit lang verfolgt … Das macht den Charme der Serie aus. Das sticht nicht nur im Kontext des Films raus … sondern generell mit sämtlichen SW-Blockbustern. Das ist zwar insgesamt nichts Neues, bin aber trotzdem überrascht, dass sowas es in den fertigen Film geschafft hat.

- Rotta gefiel mir! Ist unabhängig von seinem Vater, will seinen eigenen Weg gehen. Ist ein Gladiator Hutte, was schön zum Rest seiner Rasse heraussticht. Und trotzdem nicht zu cool, auch mit Grogu zu spielen, über seinen Schatten zu springen und sich mit Mando anzufreunden oder gar sich der Neuen Republik anzuschliessen.

- Ludwig Göransson liefert durch die Bank ab. Auch wie spielerisch die Credits waren, fand ich gut.

- Embo ist Embo und Embo ist cool wie immer. Embo war nie für mehr als Aura-Farming gedacht, er ist klar eine Bedrohung für Mando … Zweck im Film völlig erfüllt.


Negativ:
- TMAG ist im Prinzip ein Soft-Reboot des TCW-Films:
In beiden Fällen wurden Plots für mehreren Folgen der jeweiligen Filmen aneinandergetackert und ins Kino befördert. Da oben drauf bei beiden Filmen Dave Filoni fürs Drehbuch verantwortlich ist, finde ich die Parallelen in der Plot-Struktur stellenweise noch auffälliger als vergleichsweise zwischen ANH & TFA. (Nach 20 Minuten geht erst die Handlung los, nachdem die bisherige Action lose damit zusammenhang. Danach geht es darum Rotta the Hutt zu befreien. Kaum ist Rotta aber befreit in der Hälfte befreit, müssen wir das Ende hinauszögern. Also in dem er wieder entführt wird, genügend Action (inkl. Raumjäger-Schlacht) gibt, etc.)

- Ich bin stand Schreiben des Textes seit 2 Stunden aus dem Kino raus … und mir fällt nicht eine neue Idee ein, die mir der Film präsentiert haben könnte. (Das Unkonventionellste war der Weg des ”A long time ago …”-Schriftzuges sowie das Fehlen über den ganzen Film hinweg.)

- Hauptprobleme aus der Serie ziehen sich weiter:
i) Mando bleibt komplett blass. Keine Charakterentwicklung, nach 3+Staffeln und dazu noch ein Film … weiterhin gar nichts.
ii) Künstliches Drama: Oh, nein! Mando wird der Helm abgenommen, er kann sich bei seinen Leuten nie wieder zei … Der muss nach Mandalore baden gehen. Warum versucht man das als Schicksalsschlag zu verkaufen.

- Alien die Basic sprechen, zeigt für mich einfach die Faulheit der Macher auf. Die PT hat es vereinfacht und seit TCW ist es überall so. (Habe mich in Skeleton Crew schon darüber ausgelassen. Will mich nicht wiederholen. Das ist im Filoniverse halt Standard.)

- Ich hänge mich eigentlich nie an Optik auf. Aber gerade wenn das Bild hell ausgeleuchtet ist, wirken sämtliche CGI-Figuren (Hutten, Zeb & Drachenschlange) derart unecht … Da sehen teilweise die CGI-Figuren aus AOTC besser aus. Das darf im Jahr 2026 einfach nicht sein.

- Der letzte Punkt ist etwas, dass mich bei Filoni halt seit dem TCW-Film 2008 permanent nervt und teilweise so einfach zu umgehen wäre: Der Dialog, teilweise im Zusammenspiel dem Non-Verbalen Storytelling, ist so schwach, dass er einfach unnötig permanent Handlungslücken innerhalb weniger Szenen erzeugt, über den gesamten Hauptplot oder einfach nur da ist um Filmzeit zu fressen (Manchmal sogar Mehreres davon):

A) Janu Coin ist Derjenige den Mando sucht: Für wen sollte das bitte ein Reveal sein? Jedenfalls nicht für die Serien-Zuschauer, die Coin in Staffel 3 bereits im Schattenrat gesehen haben. Beim Kennenlernen von Mando & Rotta wurde explizit die Info, warum Mando überhaupt Rotta rausboxen will, ausgelassen, damit man nochmal eine Verfolgungsjagd mit Rotta inszenieren kann ehe man auf die Suche nach Coin geht. (Warum ist der gekidnappte Kinderwagen von Grogu so schnell wie Rottas Speeder, was das Äquivalent zu einem Auto in unserer Welt wäre?)

B) Mando will einerseits den Job und entsprechend die neue Razor Crest nicht annehmen … ohne weiteres Abklären ist es aber absolut kein Problem mit dem Schiff von einer Militärbasis abzufliegen. Ja, Mando soll ”cool” wirken. Aber so wird doch nicht mit militärischen Befehlshabern gesprochen?

C) Hugo Durant (gesp. von Marin Scorsese) hat Riesen Angst über einen Hutten zu sprechen … Obwohl es von Rotta öffentlich Werbung auf der Strasse gibt? Und als Mando aufklärt, um wen es geht, ist es für Hugo kein Problem mehr. An welchen Hutten hat Hugo denn bitte sonst als Erstes denken können? Der Stadtplanet Shakari wirkt im Kontext von Sumpfplanet Nal Hutta nicht wie das zweite Zuhause für riesige Nacktschnecken.

=> Warum kriegen wir eigentlich immer noch mehr Planeten von der selben Art aber vertiefen diese nicht wirklich. Gerade bei Stadtplaneten in den letzten Jahren ist es extrem (Coruscant & Nar Shadaa zunächst nur … Jetzt noch Dayu, Janix und neu Skarai) Da wird mir zu sehr in die Breite und zu wenig in die Tiefe geschrieben.

D) Am Anfang wurde klar gemacht, dass der Flugraum über Nal Hutta streng überwacht wird … Weshalb das Schiff der Anzellaner möglichst versucht unter dem Radar der Patroullie durchzufliegen … Aber trotzdem schafft es der winzige, mitentführte Anzellaner von der Hutten-Festung aus das kleine Schiff vom blossen Auge zu sehen und direkt zu der Stelle im tiefen Wald zu rennen, wo die kleinen Racker ihr Schiff parkiert haben? Während Embo gleichzeitig später nicht in der Lage über Tage in denselben paar Quadratmeter den ohnmächtigen Mando zu finden? Das soll doch wohl ein schlechter Scherz sein.

Man kann mir viel erzählen. Aber Niemand mit Kompetenz und/oder Mut gegenüber Filoni ein Veto einzulegen, hat dieses Drehbuch nochmal durchgeelsen.


Gemischtes / Neutrales:
- Woher wussten die Mechaniker, wohin Mando verschleppt worden ist? Einfach Rotta gesehen und gehofft, Mando ist auf Nal Hutta? Weil Grogu kann es ihnen ohne sprechen zu können, ja nicht gesagt haben … Ok, kleiner Stretch. Aber in Ordnung.

- Von der Lore finde ich es ok. Teilweise sinnige Verbindungen: Auch bei den Hutten-Zwilligen aus TBOBF & Skeleton Crew gibt es eine Falltür. Können sie sich gut von ihrem Cousin Jabba abgeschaut haben. Die Falltür bringt eienn aber nicht zu einem Rancor sondern zu einer im Wasser lebenden Drachenschlange, wo man bereits seit TCW weiss, dass diese auf Nal Hutta aktiv sind. Das passt.

Was nicht passt: Dass die Hutten kein aktuelleres Foto von Rotta als vor (in-universe) über 30 Jahren haben. Weil es das letzte Mal ist, wann der Zuschauer Rotta zum letzten Mal gesehen hat … Obwohl die Zwillinge Rotta mehrfach gesehen haben in der Zwischenzeit. Da wurde halt mehr nach Fanservice als nach Motiven geschrieben.

- Das Thema Väter und wie mit dem Vermächtnis umgehen wird wiederholt angekratzt. Im Vergleich zwischen Rotta und Grogu auch eine super Idee … und praktisch nichts daraus gemacht.

- Zeb kriegt ein nette Szenen, wo er wieder der coole Onkel wie in Rebels sein darf … Über den Grossteil der Laufzeit bleibt Zeb aber wie ab der zweiten Hälfte von Rebels leider mehr auf der Ersatzbank und darf maximal an die Raumschiffkanonen ran.



Der Film ist für mich, wie gesagt, schon fast eine Kopie des TCW-Films und entsprechend fällt auch die Wertung aus.

Wem ich den Film empfehlen würde:
- Wenn man generell die Optik von SW mag.
- Wenn man TCW- und/oder Mandalorian-Fan ist (Oder zumindest TCW-Nostalgiker ist)
- Wenn man einfach einen netten, eher seichten Weltraum-Abenteuerfilm sehen will.

Der Film ist ok und rettet sich für mich knapp trotz Fehlern knapp aufgerundet ins genügend mit …

5,5 von 10 Anooba-Hunden
 
Zuletzt bearbeitet:
Komme gerade aus dem Kino. Grundsätzlich hat er mir Spaß gemacht.

Der Film ist in Ordnung, als Star Wars Fan kann man sich den ruhigen Gewissens anschauen. Für manche vielleicht ein bisschen zu viel Action, aber ich mag das.
Es ist aber ehrlich gesagt auch nichts besonderes. Der Film ist im Prinzip genau das, was man sich unter einem Film zu der Serie "The Mandalorian" vorstellt. Wenn man wartet, bis er auf Disney+ erscheint, verpasst auch nichts.
Vielleicht gehe ich irgendwann mal auf einzelne Punkte ein.

An der Stelle muss ich aber erstmal einen Schwenk zum aktuellen Star Wars allgemein machen, weil ich das loswerden will:
Disney macht seit Jahren Projekte, die für Star Wars Fans "in Ordnung" sind. Nichts besonderes, aber als Unterhaltung für Zwischendurch für Leute, die Freude an diesem Universum haben, völlig ausreichend.
Das reicht irgendwann aber nicht mehr. Das kann man machen, wenn man mehr oder weniger regelmäßig fette Filme auf die Leinwand haut für die große Zuschauerschaft. Und dazwischen eben Content für die Fans, die einfach noch öfter in die Welt von Star Wars eintauchen möchten. Dann passt auch sowas wie Book of Boba Fett oder Ahsoka. Oder eben The Mandalorian & Grogu.
Dass diese Serien teilweise so zerrissen werden, liegt glaube auch daran, dass gefühlt ewig keine Kinofilme mehr gekommen sind und alle auf den nächsten Banger warten. Und das können diese Projekte eben nicht bieten.
So einen Film wie hier kann man bringen, um die Zeit zwischen zwei Episoden zu überbrücken. Aber nicht als Wiedereinstieg auf die Leinwand nach 7 Jahren. Da dürfte die Enttäuschung für viele vorprogrammiert sein.

Das klang jetzt vielleicht alles etwas negativ, bezieht sich aber eher auf Star Wars allgemein als konkret auf diesen Film.
Wie gesagt, ich hatte durchaus Spaß und wenn er auf Disney+ erscheint, werde ich ihn sicherlich noch mal gucken.
Ich gebe jetzt mal 7 Punkte, aber mit dem Hinweis, dass das für Leute gilt, denen die Serie gefallen hat (zu denen ich gehöre).
 
Ich bin mit sehr flachen Erwartungen ins Kino gegangen und hatte letztlich viel Spaß an diesem Film. Schon bei dem actionlastigen Auftakt merkte ich, dass TMAG vermutlich eher auf rasante Verfolgungsjagden, Schießereien und Prügeleien setzen würde als auf allzu tiefsinnige Dialoge oder krasse neue Lore. Und ab da war ja echt viel los.

Wie episch war bitte der Dejarik-Käfigkampf ?! Die Musikwahl auf Shakari war auch total interessant. Man hat sich hier allgemein auch mal neues getraut.

Ich war positiv überrascht von Rotta, dem Sohn von Jabba. Der war ja richtig sympathisch und stark. Er war am Ende sowas wie mein Favorit.

Din Djarin war durchgehend gut drauf in Sachen Action und Heroik, aber ich hätte mir einen Tick Charakterentwicklung gewünscht und auch mehr Szenen ohne Helm. Das war dahingehend eigentlich wieder ein schlechter Scherz, andererseits schützt der Helm ihn halt auch im Kampf - in welchem er sich, zumindest in diesem Film, nunmal ständig befindet. Insgesamt haben wir hier weiterhin das Phänomen der Serie: Er ist der Protagonist und macht es nicht mal schlecht, aber um ihn herum sind irgendwie ständig noch zwei, drei Charaktere dieses eine Stück cooler bzw beliebter.

Grogu hatte viel Screentime und süße aber auch tapfere Momente. Den fand ich klasse, da hat man eigentlich das Optimum ausgereizt bei einem Zweistünder; zumal die Prämisse wohl war, dass er sich nicht allzu sehr weiterentwickelt (Sprache, Bewaffnung, usw). Seine Macht ist aber anscheinend ziemlich gewachsen: Er konnte immerhin Rotta vor dem Abgrund retten, indem er ihn hochhebt.

Embo als Hauptschurke neben den Hutten-Zwillingen fand ich solide. Grimmiger, mysteriöser Typ, der auch mit Din absolut mithalten kann. Von ihm hören und sehen wir vermutlich noch was, er konnte ja schließlich fliehen.

Allgemein fand ich die Monster auf der großen Leinwand derart gruselig! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Monster so imposant und schaurig in Szene gesetzt erlebt habe. Die auf Shakari waren schon heftig, aber diese Albino-Drachenschlange auf Nal Hutta hat mir den Atem stocken lassen. Dieser Moment des Angriffs war sehr beeindruckend.

Die Kulissen fand ich super und erfrischend. Shakari wirkte wie eine SW-Version von New York City und Nal Hutta war klasse mit diesem sumpfigen, teils südstaatenmäßigen Flair um den Einwohner auf seiner Veranda. "Born on the Bayou!"

Die Handlung selbst war natürlich ein bisschen dünn sowie stellenweise ein wenig unlogisch (v.a. rund um den Palast auf Nal Hutta) und hat "das große Ganze" nur bedingt vorangetrieben. Ja, man hat einen der postimperialen Warlords hochnehmen können, aber das war für mich mehr Alibi, um zumindest ein paar Sturmtruppen zeigen zu können. Aber es war gut, dass es man es gemacht hat. Es trug zur Erzählung bei, dass es da vorangeht und die Handlung aus Staffel 3 vorangetrieben wird seitens der Neuen Republik. Aber so ein Einzel-Abenteuer war mal ganz nett und ist für mich insgesamt so etwas wie "Solo - A Star Wars Story".

Jetzt bin ich gespannt auf die neue Staffel von Ahsoka, muss aber ein weiteres Jahr warten, was wirklich schade ist.

The Mandalorian & Grogu bekommt von mir für das, was er ist, 8/10 Punkte.
 
Ich muss sagen, bei der Ankündigung habe ich mich gefragt warum man Mando und Grogu nimmt und einen Standalone-Film daraus macht. Für mich konnte das erstmal so nur schwierig funktionieren. Als der Release dann näher rückte, die Karten gebucht waren und die ersten Rezensionen zum Doomscrolling für mich wurden, keimte in mir schon Enttäuschung auf und ich befürchtete das Schlimmste. Was muss ich aber nach dem Kinogang sagen, bin sehr positiv überrascht worden!
Mando und Grogu Fans kommen voll auf ihre Kosten, man bekommt ein temporeiches, buntes und actionreiches Sommerabenteuer mit tollen Schauwerten serviert. Toller Kamerfahrten, viele Kreaturen, Humor, stimmungsvolle Landschaften und besonders hervorheben möchte ich den Soundtrack. Der entfernt sich nämlich ordentlich vom Original, hat aber sein ganz eigenen Flair und passt, wie ich finde, super. Ich finde es gut, das SW in der Hinsicht auch mal neue Wege geht. Goranson und Kiner haben die Abenteuer in ihren Arbeiten immer top untermalt, auch wenn letzterer jetzt nicht beteiligt war, möchte ich das einfach mal hervorheben.

Was aber bleibt ist das der Film letztendlich "nur" ein Abenteuer der Beiden ist und nicht DIE Geschichte. Die Kinoversion funktioniert gut, aber hätte man eine Staffel daraus gemacht, hätte man viele interessante Elememente mehr ausbauen können. So bleibt es wie gesagt ein recht einimensionales Abenteuer loretechnisch insgesamt, die Geschichte die man präsentiert bekommt funktioniert und gefällt mir aber ziemlich gut.

Für mich wars also ein gelungener Star Wars Film, der mir viel Freude bereitet hat und ich gebe 8 von 10 Popkornkrümeln. :P
In Starfighter hätte ich aber jetzt gerne mehr Ernsthaftigkeit, mehr Sternenkrieg und mehr Politik, sowie eine Geschichte die das große Ganze vorantreibt. Ich bin gespannt.

Wie gesagt, sticht der Soundtrack für mich besonders heraus, aber eher im positiven Sinn und gehört für mich auch zu einer Weiterentwicklung, die man langsam auch mal braucht. Teilweise traut man sich sogar auch neue Wege zu gehen oder neue Aspekte zu zeigen. Die Hutten bekommen etwas mehr Profil und man bekommt einiges um Nal Hutta und Co zu sehen und die Story um Rotta fand ich garnicht so schlecht, auch wenn manche Szenen etwas konstruiert wirkten. Und das die Hutten im Film Basic gesprochen haben, fand ich nicht schlimm, für einige YouTube Rezensenten war das ja der Weltuntergang. Und das Huttenringen war auch eine ziemlich coole Idee.

Es ist viel drin im Film und viele Themen werden nur grob ausgeleuchtet. Mandos Jagd nach abtrünnigen Warlords hätte ich gerne ausführlicher gesehen, funktioniert in Serienform wahrscheinlich besser. Aber als Opening waren die ersten Minuten schon ein ordentlicher Banger. Dasselbe gilt für das Arenaspektakel, schnell abgehandelt, wenig Hintergrund. Und so hüpft man rasant von Ort zu Ort.

Mando bleibt leider weiterhin blass und hautpsächlich der Arschtreter-Dude. Die Sache mit dem Helm macht das Storytelling leider nicht einfacher, mehr Interaktion mit Pedro ohne Helm hätte dem Film gut getan. So bleibt Mando halt.. Mando.
Grogu bleibt auch weiterhin eher kindlich-naiv, fängt aber zumindest langsam das laufen an im übertragenen Sinne und hat wirklich einige tolle Szenen. Gerade die ruhige Momente im letzten Drittel tun dem Film und dem Charakter gut.

So, das waren jetzt mal meine ersten Gedanken dazu. Etwas unstrukturiert und durcheinander, eben alles was mir spontan dazu eingefallen ist. ;-
 
Moin Leute, ich war gestern Abend im Kino und werde auf jeden Fall noch zwei Videos auf meinem Kanal teilen, in denen ich mehr ins Detail gehen werde. Aber spoiler-frei zusammengefasst: Ich hatte einen unterhaltsamen Abend im Kino.

Ja, es sind im Grunde nur vier bis fünf zusammengeschnittene Episoden von THE MANDALORIAN und damit wohl der sicherste Film, den Disney und Lucasfilm überhaupt hätten machen können, aber immerhin hat Spaß er gemacht, sah im Kino super aus und klang großartig. So, wie es meiner Meinung nach die meisten Episoden der Serie getan hätten. Auch die Tatooine-Folge in S2 mit dem Kraytdrachen beispielsweise oder das Finale mit Luke Skywalker wären im Kino sicher auch tolle Erlebnisse gewesen.

Grundsätzlich ziehe ich Star Wars im Kino IMMER Star Wars auf Disney+ vor.

Und nein, das war nicht die triumphale Rückkehr der Saga auf die große Leinwand, aber das hat der Film ja auch nie von sich behauptet. Ich würde daher sagen, dass THE MANDALORIAN AND GROGU genau das einhält, was im Vorfeld versprochen wurde: Es ist ein weiteres unterhaltsames Abenteuer von Din Djarin und Grogu voller Kreaturen, Droiden, Aliens und erstaunlich wenig Menschen. Dafür gibt's haufenweise "old school" Puppen und Stop-Motion-Animationen. Bringt es die Narrative des Mandoverse, der Saga insgesamt oder die Charaktere Mando und Grogu groß voran? Nö. Aber vielleicht MUSS das auch nicht immer der Fall sein.

Es ist wird zwar nie mein Lieblingsfilm der Saga sein, aber er war dennoch wirklich unterhaltsam und ich wünsche auf jeden Fall jedem Fan, seinen Freunden und Familienmitgliedern viel Spaß im Kino! Denn den werdet ihr sicher haben!

Dank des Unterhaltungsfaktors gebe ich ihm mal aufgerundete 7 von 10 Punkte.
 
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Die besten Folgen von The Mandalorian waren deshalb so gut, weil sie etwas geschafft haben, was eine Reihe von Star Wars Filmen nicht mehr konnten. Die Serie hatte Geduld. Sie musste nicht ständig größer, lauter oder bedeutender werden. Oft reichte einfach ein schweigsamer Kopfgeldjäger, der durch staubige Außenposten läuft, ein paar kurze Dialoge und diese Mischung aus Einsamkeit und Abenteuer, die an alte Western erinnert hat. Gerade die erste Staffel lebte davon, dass sie sich Zeit nahm. Zeit für Atmosphäre, für kleine Momente und für Figuren, die nicht sofort alles von sich erklären mussten.

Din Djarin war interessant, weil er eben nicht permanent geredet hat. Grogu funktionierte nicht nur, weil er süß war, sondern weil die Serie sehr schnell verstanden hat, wie emotionale Bindung entsteht. Noch bevor man viel über ihn wusste, wirkte dieses kleine Wesen schutzlos, neugierig und verloren. Man hat sofort verstanden, warum Din ihn beschützen will. Die Serie musste das nicht ständig aussprechen. Es lag einfach in den Szenen selbst.

Dazu kam, dass The Mandalorian nie nur von Din und Grogu allein getragen wurde. Die Serie war immer dann am stärksten, wenn andere Figuren dazukamen, die etwas in Din ausgelöst haben. Kuiil ist dafür wahrscheinlich das beste Beispiel. Dieser alte, ruhige Mann hatte mehr Menschlichkeit als viele komplette Star Wars Filme zusammen. Durch ihn wirkte Din plötzlich weniger wie eine coole Figur mit Helm und mehr wie ein echter Mensch. Auch Charaktere wie Greef Karga, Cara Dune oder später Bo Katan haben dafür gesorgt, dass die Serie emotional geerdet blieb. Sie brachten Konflikte, Humor oder Reibung hinein. Selbst wenn Din meistens still blieb, entstanden dadurch Beziehungen, die man als Zuschauer ernst genommen hat.

Besonders deutlich wurde die Stärke der Serie in einzelnen Episoden, die heute zu den besten Folgen der Serie zählten. Der Marshal funktionierte deshalb so gut, weil die Folge genau verstand, wie man klassische Westernmotive mit Star Wars verbindet. Cobb Vanth war keine bloße Gastfigur, sondern jemand mit Haltung, Charisma und eigener Geschichte. Die Episode nahm sich Zeit für Gespräche, für Spannungen zwischen Figuren und für dieses Gefühl, dass Menschen in dieser Galaxis tatsächlich leben müssen. Der Kampf gegen den Krayt Drachen war spektakulär, aber er funktionierte nur deshalb, weil vorher echte Atmosphäre aufgebaut wurde.

Die Jedi war wiederum stark, weil die Folge fast komplett über Stimmung erzählt wurde. Die düsteren Wälder, Ahsokas Auftreten, die langsame Spannung. Die Episode wirkte nicht wie Fanservice, obwohl mit Ahsoka eine extrem bekannte Figur auftauchte. Stattdessen hatte man das Gefühl, eine Samurai Geschichte innerhalb des Star Wars Universums zu sehen. Selbst die Action wirkte präzise und reduziert.

Und Die Befreiung zeigte schließlich, wie gut die Serie darin sein konnte, emotionale Payoffs aufzubauen. Das Finale lebte nicht nur von Action, sondern davon, dass man zu diesen Figuren bereits eine Bindung aufgebaut hatte. Der Moment mit Luke Skywalker funktionierte damals nicht bloß wegen Nostalgie. Er funktionierte, weil er das Ende einer emotionalen Reise markierte. Din nimmt den Helm ab, Grogu geht. Das hatte Gewicht, weil die Serie zuvor Zeit investiert hatte.

Und genau das fehlt The Mandalorian and Grogu fast komplett.

Der Film wirkt über lange Strecken so, als hätte Lucasfilm die falschen Lehren aus dem Erfolg der Serie gezogen. Offenbar dachte man, die Zuschauer hätten vor allem Grogu, Cameos und nostalgische Star Wars Elemente geliebt. Tatsächlich mochten viele aber gerade die ruhigen Szenen dazwischen. Dieses Gefühl von Weite, Einsamkeit und improvisierter Familie. Der Film ersetzt diese Qualitäten oft durch Tempo und Franchise Spektakel.

Die Handlung hetzt von einer Szene zur nächsten, ständig passiert irgendetwas, aber erstaunlich wenig davon bleibt hängen. Viele Momente wirken wie Pflichtprogramm. Noch eine Actionsequenz, noch ein Verweis auf bekannte Star Wars Lore, noch ein niedlicher Grogu Moment. Der Film sieht teuer aus, aber emotional fühlt er sich seltsam leer an, jedenfalls für mich.

Das liegt auch daran, dass ihm Figuren fehlen, zu denen man wirklich eine Beziehung aufbauen kann. Din und Grogu allein reichen auf Dauer einfach nicht aus. Gerade ein Charakter wie Din funktioniert nur dann richtig gut, wenn andere Figuren ihn herausfordern oder ihm etwas entlocken. In der Serie gab es immer wieder Menschen, die ihn aus seiner stoischen Rolle herausgeholt haben. Im Film fehlt so jemand fast vollständig. Man spürt ständig, dass dem Ganzen eine Figur fehlt, die Wärme, Konflikt oder echte Persönlichkeit hineinbringt. Jemand, der nicht nur für die Handlung wichtig ist, sondern emotional wichtig wird.

Stattdessen versucht der Film viel über Rotta den Hutten laufen zu lassen. Das Problem ist nur, dass Rotta kaum funktioniert, jedenfalls nicht für mich.

Die Figur ist zwar zentral für die Geschichte, entwickelt aber fast keine echte Präsenz. Bei Grogu verstand die Serie damals sofort, wie man Bindung erzeugt. Man sah dieses kleine Wesen und wollte automatisch, dass ihm nichts passiert. Bei Rotta passiert genau das nicht. Andere Figuren reden über ihn, suchen ihn oder wollen ihn retten, aber der Film gibt einem kaum Momente, in denen Rotta selbst wirklich Charakter bekommt. Dadurch bleibt er erstaunlich distanziert.

Dazu kommt, dass Hutten in Star Wars traditionell nie besonders emotionale Figuren waren. Jabba war ikonisch, aber eben als monströse Machtfigur. Rotta trägt viel von diesem Bild automatisch mit sich herum. Für Fans der Lore mag das interessant sein, aber es macht ihn nicht sympathisch oder berührend.

Der Film versucht teilweise offensichtlich, Rotta zu einer ähnlichen Figur zu machen wie früher Grogu. Eine Figur also, die beschützt werden muss und dadurch Emotionen erzeugt. Aber genau dieser Vergleich schadet ihm wahrscheinlich am meisten. Grogu hatte etwas Geheimnisvolles und gleichzeitig unglaublich Menschliches. Rotta wirkt dagegen konstruiert. Eher wie ein Plotgegenstand als wie ein echter Charakter.

Und genau daran scheitert der Film letztlich immer wieder. Die Serie lebte von kleinen Blicken, stillen Momenten und Beziehungen zwischen Figuren. Nicht von permanentem Spektakel. The Mandalorian and Grogu übernimmt zwar die Oberfläche der Serie. Die Ästhetik, die Raumschiffe, den Humor und die Nostalgie. Aber das Menschliche dahinter fehlt oft.

Deshalb fühlt sich der Film trotz seines großen Maßstabs am Ende für mich kleiner an als die besten Folgen der Serie. The Mandalorian war stark, wenn es sich wie eine kleine Geschichte in einer riesigen Galaxis angefühlt hat.
 
Wie anderswo schon geschrieben, ist der Film für mich eine 5/10. Man schaut ihn sich einmal an und während der Abspann läuft, hat man ihn im Grunde schon wieder vergessen. Ist er seine 21,40 Euro (kein OV, kein 3D) wert, die ich für die Kinokarte bezahlt habe? Da muss ich ein klares Nein ausgeben, wobei ich auch glaube, dass er im heimischen Fernsehvergnügen noch einmal schlechter abschneiden dürfte. Dazu mehr im Spoilerbereich.

Zunächst aber erst einmal zu den guten Seiten des Films:

- Die Handlung funktioniert an sich und es bleiben nur wenige Fragen offen, die durchaus alle unter den Tisch fallen können, ohne dass es mir Bauchschmerzen bereitet. Handlungstechnisch sehe ich hier zwar nichts besonderes, aber das ist schon in Ordnung. Nicht jeder Film muss der Megaknaller sein, der das ganze Universum umkrempelt. Es ist eine etwas persönlichere Geschichte, sie wurde konsequent durcherzählt und zu ihrem logischen Ende geführt. Das passt.

- Der Mandalorianer als überwältigende Tötungsmaschine funktioniert so, wie ich es mir seit ich Boba Fett1992 in das Imperium schlägt zurück das erste mal auf VHS gesehen habe immer vorgestellt habe. Da ging mir wirklich das Fanherz auf.

- Auch wenn mir persönlich die Basis der Neuen Republik zu sehr nach 08/15 Nachbau einer Militärbasis ausdem Pazifikfeldzug der USA im zweiten Weltkrieg aussieht, wussten X-Flügler und co. zu begeistern. Auch den U-Flügler noch einmal in Aktion sehen zu dürfen, war schön. Und bei der unausweichlichen Endschlacht am Ende, hat man auch was ordentlich zu sehen bekommen. Da freut sich der kleine 6-jährige Star Wars Fan in mir.

- Der Dejarikkampf ist für mich optisch definitiv der Höhepunkt des Films. Es wurde sogar eine Pose aus einem Spielzug in Krieg der Sterne wiederholt (wo R2D2 eine Figur von Chewbacca aus dem Spiel nimmt). Das war ein tolles Detail.

- Den Sound fand ich im Gegensatz zur Musik des Films wirklich gut. Wann immer Blasterschüsse fielen oder man Triebwerke aufheulen gehört hat und so weiter, hat das einen guten Eindruck gemacht.

Aber der Film hat eine Vielzahl an Schwächen, die mein Endergebnis so runtergerissen haben. Die kann ich allerdings nur schwer ansprechen, ohne die Handlung zu verraten. Also geht es jetzt im Spoiler weiter:

Ehrlich gesagt kann ich mir bei diversen Dingen nicht erklären, was man sich dabei gedacht hat, das so zu veröffentlichen. Ich versuche mal grob chronologisch vorzugehen, womit gemeint ist, dass ich Dinge in der Reihenfolge anspreche, in der sie mir aufgefallen sind und dann, sofern vorhanden, alle weiteren Instanzen desselben Fehlers nennen werde.

1) Es gibt wirklich grobe Schnittfehler in dem Film. Ganz am Anfang verlassen wir den Mandalorianer, wie er in einem Fahrstuhlschacht kämpft und dann sehen wir ihn nach einer kurzen Groguszene (dazu unten mehr) auf einmal vor der Basis wieder. Wie ist er da hingekommen und warum? Man weiß es nicht. Warum hat er die Verfolgung seines Ziels abgebrochen und besteigt den AT-RT, um die fast schon Steilwand den Berg runterzuholzen? Auch das wird nicht erklärt. Wie durch ein Wunder landet der Mandalorianer dann aber auf dem Weg der drei AT-ATs*, die den flüchtenden Imperialen Kommandeur transportieren...aber warum transportieren die den eigentlich? Hat er sich da reingebeamt oder wie hat das funktioniert? - Also hier fehlen einige wichtige Sekunden an Filmmaterial, die sinnvoll erklären, warum passiert, was gerade passiert. Das hat mich wirklich aus dem Film gerissen. Und ich muss sagen, das darf einem Milliardenkonzern so nicht passieren. Selbst Filmstudenten wäre das vom Professor so um die Ohren gehauen worden.

Nicht ganz so gravierend, aber ähnlich ist es beim Kampf gegen das riesige Schlangenmonster: Wo kam denn auf einmal die Harpune her?

Und ein drittes mal bei der Flucht durch den Dschungel: Da hat der Mandalorianer auf einmal seine persönliche Blasterpistole in der Hand, obwohl die Droiden, gegen die er da gekämpft hat, allesamt andere Waffen genutzt haben. Was für ein glücklicher Zufall!

*Es war ja wirklich ein verdammt glücklicher Zufall, dass hier die Uralt AT-ATs aus Rebels zum Einsatz kamen, die mit ihren Hauptgeschützen auch nach unten Feuern können, was die Standard Modelle zur Zeit des Films (nach Endor) höchstens mit ihren Sekundärgeschützen gekonnt hätten.

2) Warum hatte der Mausdroide die Reifen von einem ferngesteuerten Modellbuggy aus dem Spielzeugladen des 20. Jahrhunderts? Also das sah wirklich lächerlich aus. Es ist jetzt nicht so, dass der Mausdroide aus Krieg der Sterne es an Geschwindigkeit oder Manövrierfähigkeit hat vermissen lassen und Lucasfilm will mir erzählen, sie hätten das Ding von 1977 nicht nachbauen können? Und warum wurde der überhaupt losgeschickt, um Verstärkung zu holen? Da draußen, wo der hinwollte, war doch niemand abgesehen von Grogu und einem AT-RT Piloten und mir ist nicht in Erinnerung geblieben, dass der Mandalorianer irgendwie den Funk gestört hätte...naja, das führt uns zum dritten Punkt.

3) Was zum Teufel ist Grogu, warum ist er in diesem Film? Also ich habe die Serie ja nicht gesehen, wenn man einmal von einigen Youtubeschnipseln absieht und bin relativ unbelastet an den Film gegangen. Aber aus Grogu werde ich nicht schlau und das liegt nicht an dem Charakter an sich sondern wie er eingesetzt wird. Und wie er eingesetzt wird, ist einfach nur auf zweifelhaftes Schreiben zurückzuführen.

Er wird in den Film als junges, aber durchaus kompetentes Wesen eingeführt. Sicher, der Mausdroide war nur da, damit Grogu etwas zu tun hat (was in sich ein Schreibproblem darstellt), aber Grogu wird hier eingeführt als fähiger kleiner Partner des Mandalorianers, der innerhalb seines nicht unbeträchtlichen Könnens unterstützend tätig werden kann und auch schlau genug ist, sich vor Feinden zu verstecken, bis der Mandalorianer auftaucht. Später wurde wunderbar gezeigt, wie er bei der Modifizierung der Razor Crest aushilft, was sich dann damit noch im Film bezahlt macht, da er geschickt einen der riesigen Kampfdroiden von innen auseinander nimmt. Es gibt einige Stellen mehr, wo er überaus kompetent ist (Tür öffnen, Mando furchtlos auf einem anderen Planeten retten etc.), aber dann gibt es andere Szenen, wo er spontan Gehirnaussetzer hat (anders kann ich mir das nicht erklären) und sich ohne erkennbaren Grund absolut idiotisch benimmt. Ich vermute, weil das lustig sein soll. Aber für mich hat keine dieser Szenen funktioniert, weil Grogu an anderer Stelle so sehr kompetent dargestellt wird. Bestes Beispiel ist noch an Bord des führenden AT-AT. Vor gefühlten 5 Filmminuten wurde uns gezeigt, dass Grogu Telekinese beherrscht. Warum wirft er dann die blinkenden Sprengsätze nicht telekinetisch aus dem AT-AT raus? Stattdessen pochert er auf dem Helm des Mandalorianers rum. Und erheblich später im Film wollt ihr mir ernsthaft erklären, dass Grogu der Meinung war, der ihm sehr gut bekannte Mandalorianer würde in das winzig kleine Raumschiff der kleinen Mechaniker passen? Hahaha, wie putzig. Nicht.

Insgesamt weiß ich auch nicht, warum der Film The Mandalorian and Grogu heisst. Die komplette Handlung dreht sich einzig um den Mandalorianer bzw. dessen Arbeit als Kopfgeldjäger und Grogu hat nur eine Funktion im Film, wenn eine Szene für ihn geschrieben wurde. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft er entweder eine Szene für sich hat oder im Film einfach nicht stattfindet. Also ich habe wirklich nichts grundsätzliches gegen den kleinen Kerl, aber man hätte ihn erheblich besser in die Handlung einflechten sollen, wenn der Film schon (auch) nach ihm benannt ist, finde ich. So wie es gemacht wurde, habe ich das Gefühl, sie wussten nicht so recht, warum er überhaupt da ist und haben ihn dann einfach hier und da irgendwie eingebaut. Manchmal ziemlich fadenscheinig.

Mal etwas allgemeiner: Wirklich warm geworden bin ich mit "Baby Yoda" vor dem Film nicht und jetzt bin ich es auch nicht. Tatsächlich habe ich mich mit der Frage letzte Woche eine ganze Weile beschäftigt, warum er nicht bei mir landet und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es an seinen Augen liegt. Warum sind die Pupillen so riesig? Damit sieht er verdammt unmenschlich aus und ich verstehe nicht, was Lucasfilm mir damit sagen will, dass seine Augen so komplett anders aussehen als die aller anderen Vertreter seiner Spezies, Yoda selbst voran oder auch Yaddle zum Beispiel. Soll das bedeuten, Grogu schmeisst sich ständig Drogen wie Ecstasy ein? Oder ist er von der dunklen Seite der Macht vereinnahmt? Wurde das in der Serie jemals erklärt? Es ist mir wirklich ein unheimliches Mysterium.

4) Farben, Farben, Farben Wo der graue AT-AT vor dem ebenso grauen Gebirgszug samt Schnee noch so halbwegs gut zu sehen ist, haben wir später mehrere Kämpfe, wo ein Braun gekleideter Mandalorianer gegen ähnlich grau/braun gefärbtes Viechzeug in einer ebenso braunen Höhle bei schlechter Beleuchtung kämpft. Es fiel mir wirklich schwer, da zu verfolgen, was auf dem Bildschirm passiert. Ähnlich war es während er von den Droiden durchs Unterholz verfolgt wurde oder als der Mandalorianer die Huttenfestung gestürmt hat. Wie kann man allen Ernstes so einen Einheitsbrei verzapfen? Das war schon im abgedunkelten Kinosaal mies und ich will mir gar nicht vorstellen, wie das in einem beleuchteten Wohnzimmer auf dem Fernseher aussieht.

5) Matschiges Bild, mieses CGI(?) Der Planet mit den Gladiatorenkämpfen sah ja anfangs recht interessant aus. Star Wars ist ja auch berüchtigt dafür, so viel interessantes im Hintergrund laufen zu haben, die Mos Eisley Cantina Szene ist nicht umsonst legendär. Umso bedauerlicher ist es, dass sie hier mir nachträglich eingebauter Unschärfe gearbeitet haben. In den Credits sieht man, dass die Unreal Engine für den Film verwendet wurde und gemessen daran, kann ich mir nur dadurch erklären, dass schlecht gemachte Hintergründe verschleiert werden sollten, also eben diese Hintergründe durch eine künstliche Unschärfe des Bildes verborgen werden sollte. Gemessen an den Produktionskosten des Films ist das einfach erbärmlich. Bladerunners Los Angeles aus dem Jahre 2019 sah noch nie so hässlich aus, wie in diesem Film. - Zum Glück war es in diesem Maße nur in diesem Teil des Films so schlecht.

6) Der Mandalorianer sieht Gewalt als das letzte Mittel an. Echt jetzt? Das kam so sehr aus dem nichts, dass es mich kurz aus der Handlung geworfen hat. Nachdem der Mandalorianer allein in diesem Film bis zu diesem Punkt im Gespräch mit dem Huttengladiator gefühlte 100 Leute ohne zu zögern oder einen anderen Weg zu suchen erschossen, flambiert, in die Luft gesprengt oder zumindest krankenhausreif geprügelt hat als gäbe es kein Morgen, haut er ernsthaft den Satz raus, Gewaltanwendung wäre für ihn das letzte Mittel? Also ernsthaft, das können die Schreiberlinge ihrer Mutter erzählen, aber glaubhaft war das gemessen an seinen Taten bis hierhin (und ab hier bis zum Ende des Films genauso) ganz sicher nicht.

7) Woraus ist der Mandalorianer gebaut, Durastahl? Es ist sehr gut zu sehen, dass der Mandalorianer einen Stoffanzug trägt, auf den die Panzerplatten genäht sind. Er trägt keinen Kürass oder eine Vollplattenrüstung aus Beskar. Als der sicher eine Tonne wiegende Hutte also sein Markenzeichen einsetzt und den Mandalorianer unter sich mit voller Wucht begräbt, hätte der Mandalorianer platt wie eine Flunder sein müssen. Stattdessen war das aber nicht einmal eine Fleischwunde wert. Es ist immer gut zu wissen, dass der Protagonist unverwundbar ist.

8) Der Hutte will anders sein als andere Hutten. Wie...menschlich von ihm. Aber er ist gar kein Mensch. Da hätte ich mir mehr Erklärung gewünscht, warum er sich so anders verhält als seine Spezies. Gut, in einem Film ist das natürlich schwer, zumal der Hutte nur eine Nebenfigur mit sehr begrenzter Bildschirmzeit ist.

9) Kinderwagen macht BRRRRRRRRRRRRRRRR Was zur Hölle? Ein hoch motorisierter Kinderwagen, der auch noch für das drinnen sitzende Kind Kontrollelemente hat? :D Also das hat mich wirklich zum Lachen und Kopfschütteln gebracht. Leider wurde damit dann leider so überhaupt nichts gemacht und ich schätze, da wurde wieder (zu) viel rausgeschnitten, siehe Punkt 1.

10) Die Mitte des Films hat ein Loch. Ähnlich wie Die Rückkehr der Jedi-Ritter hat dieser Film an sich zwei in sich abgeschlossene Kapitel. Wo Die Rückkehr der Jedi-Ritter aber nach dem Abflug von Tatooine wieder direkt Spannung mit der Planung des Angriffs auf den zweiten Todesstern aufbaut, hat dieser Film eine große gähnende Leere, die die Frage aufkommen lässt, warum der Abspann jetzt nicht läuft. Das hätte man besser machen können und gemessen am genannten Gegenbeispiel imho müssen.

11) Warum Pedro Pascal? Der Mandalorianer wurde den Film über als überaus kompetenter Elitekrieger mit scheinbar übermenschlichen Kräften und Fähigkeiten aufgebaut...und dann nimmt man ihm den Helm ab und darunter hervor kommt ein Typ Anfang 50, der ein butterweiches Gesicht hat, das wohl Zeit seines Lebens keine wirklichen Entbehrungen hatte verkraften müssen. Also ich kann zu Pedro Pascals Schauspielerei nichts sagen, weil ich den Film auf Deutsch gesehen habe...aber für mich hat sein Gesicht die Illusion des zähen, übermenschlichen Mandalorianers komplett zunichte gemacht.

12) Das ist nicht der Weg Der Mandalorianer wird vergiftet, Grogu rettet und heilt ihn (mit Hilfe des Sumpfbewohners)...und dann steht der Mandalorianer da gut belichtet im Morgenlicht und faselt philosophisch daher: "Die Alten beschützen die Jungen und dann beschützen die Jungen die Alten. Das ist der Weg." ...und dann bleibt die Kamera auf den Mandalorianer fokussiert als erwarte er irgendwie Beifall für den Spruch. Also bei mir im Kinosaal gab es dafür nichts als absolute Stille. Die Szene war einfach nur zum Fremdschämen oder total cringe wie die Jugend heute sagt. Ich bin mir sicher, die Drehbuchautoren waren echt stolz auf diese Szene, dabei war es imho absolut unterste Schublade der miesesten Fanfiction, die man irgendwo in den Untiefen von Reddit vielleicht findet.

13) Die Neue Republik startet einen Krieg mit dem Huttenkartell (?) Hat sich die Neue Republik jetzt mit allen Hutten angelegt, nur weil zwei von denen auch mit dem Imperium gehandelt haben? Also erst einmal, warum war das überhaupt eine Überraschung? Na jedenfalls hätten die Schreiberlinge für Sigourney Weaver in dem einen Satz, in dem der Militäreinsatz gerechtfertigt wurde, gerne irgendwas einbauen können, das aussagt, dass das Huttenkartel sich von den Zwillingen distanziert hat oder so. Jetzt frage ich mich schon, ob die Neue Republik gegen die Imperialen Restwelten UND das gesamte Huttenkartel Krieg führt. Aber gut, das ist wirklich der kleinste Punkt hier. :)

Bevor ich zum Schluss komme noch ein paar kleinere Erwähnungen:

- Warum war Sigourney Weaver überhaupt in dem Film? Damit wenigstens ein Star vielleicht Leute in die Kinosäle lockt?
- Warum funktionieren Protonentorpedos von X-Flüglern wie Streubomben und Protonentorpedos von Y-Flüglern nicht?
- Die Stop Motion der vier kleinen Mechaniker war im Film viel besser als noch im Trailer. Die Framerate hat sich gefühlt verdoppelt, aber sie hat immer noch stellenweise gestockt...die kleinen wären
- Zeb...ist da. Ich kenne ihn nur aus Staffel 1 und 2 von Rebels, als es das noch auf Prime Video (oder war es Netflix?) gab und ich weiß wirklich nicht, wie sich DIESER Charakter in das Militär der Neuen Republik einfügen könnte. Aber gut, er war für mich durchaus ein gern gesehener Gast.
- Der Cameo von Dave Filoni in der Pilotenbar hat mir nicht gefallen. Er saß da in Klamotten rum, die er auch zu irgendwelchen Lucasfilm PR Events und vermutlich auch im Büro und privat trägt, inklusive des für ihn typischen Hutes. Da hätten sie ihm wirklich ein Kostüm verpassen können, das mehr nach Star Wars aussieht....ich meine, hat er nicht auch einen der X-Flügler am Ende gesteuert? Da hat er ja auch in eine Flugmontur gepasst.
- Musik...war da überhaupt was? Ich kann mich an kein einziges Stück erinnern. Wirklich schade, wo Star Wars doch für seine ikonsiche Musik berühmt ist.

Alles im allen verstehe ich nicht, warum dieser Film so überhaupt gemacht wurde. Was ich hier niedergeschrieben habe, ist ja nur das, was ich von gestern noch in Erinnerung habe. Würde ich den Film mehrmals durchgehen, würde ich sicher mehr finden. Ich hoffe, der nächste wird erheblich besser, ich finde nämlich alle von mir oben genannten Kritikpunkte wären durchaus vermeidbar gewesen.
 
Ne, das Popkorn samt Getränk war nochmal 14,60 Euro oder so extra. Mir ist vor 12 Jahren schon aufgefallen, dass die Kinopreise hier in Berlin erheblich höher sind als andernorts. Die Mandalorianmenüs habe ich mir auch gespart, die fand ich einfach unverschämt.
 
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