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Die progressiven Nostalgiker
Die progressiven Nostalgiker hat eine Idee, die erst einmal neugierig macht. Ein Ehepaar aus den fünfziger Jahren landet plötzlich im Jahr 2025. Das verspricht komische Situationen, Reibung und vielleicht auch ein paar kluge Gedanken darüber, wie sehr sich unsere Gesellschaft verändert hat.

Der Zeitsprung passiert einfach und wird kaum weiter ernst genommen. Er ist im Grunde nur ein Mittel zum Zweck, damit die Figuren möglichst schnell in der Gegenwart ankommen und mit ihr aneinandergeraten.

Der Humor lebt fast komplett von bekannten Gegensätzen. Alte Rollenbilder treffen auf moderne Lebensweisen, einfache Technik auf digitale Alleskönner. Das funktioniert anfangs ganz ordentlich, nutzt sich aber schnell ab. Viele Gags sind vorhersehbar und bleiben eher laut als treffend. Statt genauer Beobachtungen gibt es Slapstick und einfache Pointen, die man so oder ähnlich schon oft gesehen hat.

Am deutlichsten zeigt sich das Problem bei den Figuren. Sie sind klar gezeichnet, bleiben aber flach. Der Ehemann, der zunächst als typischer Vertreter seiner Zeit gezeigt wird, ändert sich genau so, wie man es erwartet. Nicht aus innerem Druck oder echten Zweifeln, sondern weil das Drehbuch es vorsieht. Auch seine Frau bekommt mehr Raum, wirkt aber mehr wie ein Zeichen für Fortschritt als wie eine echte Person mit Ecken und Kanten.

Der Film will Stellung beziehen, traut sich dabei aber nicht besonders weit. Die Kritik an alten Rollenbildern ist klar und unmissverständlich. Gleichzeitig bleibt der Blick auf die Gegenwart sehr zahm. Probleme unserer Zeit werden kurz angerissen, aber schnell wieder entschärft. Am Ende wird alles zusammengeführt, Konflikte lösen sich auf, niemand muss wirklich unbequem sein.

So bleibt Die progressiven Nostalgiker ein netter, harmloser Film, der niemanden verärgern will und genau deshalb wenig hängen bleibt. Die Grundidee ist gut, die Umsetzung aber zu vorsichtig und zu glatt. Man ist ganz ordentlich unterhalten, geht aber mit dem Gefühl nach Hause, dass aus diesem Stoff deutlich mehr hätte werden können.
 
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