Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen?

Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen? (1 bis 10 Punkte)


  • Umfrageteilnehmer
    21
Hat jemand am Wochenende eine Nachmittagsvorstellung besucht, in der viele Kinder im Kinosaal waren?

Mich würde interessieren, wie die jungen Zuschauer den Film erlebt haben, also wie ihre spontanen Reaktionen während der Vorstellung waren, ob sie aufmerksam dabei geblieben sind, gelacht, mitgefiebert oder sich vielleicht eher gelangweilt haben.

Falls jemand so eine Vorstellung erlebt hat, würde ich mich über ein paar Eindrücke freuen.
 
Also, bei meiner Vorstellung saßen rechts neben mir drei Jungs im Alter von 8, 9 oder 10 Jahren, die alle zehn Minuten auf ihr Handy starrten und auch immer wieder hörbar Nachrichten empfangen haben. Bis links neben mir eine Dame genug hatte und die Jungs ermahnt hat. Danach gingen die Jungs alle zehn Minuten raus und kamen wieder herein. Mal einzeln, mal zusammen. Hiernach stürmte die Dame den Jungs hinterher. Als alle Beteiligten zurückkamen und Platz nahmen, herrschte der Rest vom Film Ruhe. Vermutlich hat die Dame sich beim Personal beschwert.

Zugegeben, die drei Jungs waren schon extrem, was Unruhe und Smartphone-Nutzung angeht.
 
Es war sehr schön den Mandalorian und Grogu (diesmal sogar auf der grossen Leinwand) wiederzusehen. Dazu ist und bleibt das Main Theme, das öfter aufgespielt wurde, legendär.

Optisch waren die Puppen und Animatronics auch nicht schlecht. Verbreitete ein Feeling von Ewoks und Der dunkle Kristall. Die Eröffnungsszene auf Hoth sah von den Landschaftsaufnahmen auch toll aus.

Die meisten CGIs waren dafür aber weniger gelungen. So schön es war Zeb aus Rebels wieder zu sehen (auch wenn die Figur so wenig Screentime hatte, dass sie eher austauschbar war) sah sie wenig gut aus. Ähnliches gilt für viele andere Aufnahmen. Man wusste immer, was eine Puppe / Animatronic und was CGI war. Bei 160 Mio Budget hätte mehr drinnen sein müssen.

Das Dehbuch war aber der noch viel grössere Kritikpunkt. Keine Ahnung, was bei Disney los ist, aber diese Logikbuggs darf man nicht durchwinken:
Grugo seine "Minons"-Freunde brechen auf den Mandalorian zu retten und dann lassen sie ihn einfach so zurück (wie hätten sie ihn in dem Minischiff überhaupt transportieren wollen)? Die Hutten Geschwister betonen erst, dass der Helm des Mandalorians unbezahlbar ist und werfen ihn dann zu ihm hinter? Das Wasser bei der Riesenschlange ist kniehtief, aber das extrem grosse Monster kann ständig auf- und abtauchen? Jabbas Sohn ist ein völliger Superstar, aber die Arena bei ist so gross wie bei einem Strassenkampf und man will ihn einfach so sterben lassen? Warum haben die Hutten nicht sowieso irgendwelche Auftragsmörder geschickt (dürfte nicht schwer zu finden sein) oder haben gewartet, dass er in der Arena bei seinem letzten Kampf stirbt? Dass die Neue Republik einfach so den Hutten Planeten angreift und sein Regierungszentrum zerstört erinnert auch irgendwie an Putin oder Trump.

Dazu ist der Film extrem actionlastig. Story und Dialoge sucht man eher vergebens, hetzt der Film von Monsteraction zu Monsteraction. Das wurde mit der Zeit einfach ermüdend.

Ich habe erst vor kurzem einen Rerun der Mandalorian Serie gemacht, aber das wäre ausser der tlw guten Optik eine der schlechtesten "Folgen" gewesen.

Sprich alleine weil es Star Wars ist und ich Mando und Grogu mag, kein Totalreinfall. Aber beim ersten Star Wars Film seit 7 Jahren hätte mehr drinnen sein müssen. Eigentlich der schwächste Star Wars Realfilm bisher.

6 von 10 Punkten!
 
Zuletzt bearbeitet:
So, war gestern im Kino. Ich hatte Spaß, die Menschen um mich herum auch. Natürlich hat geholfen, dass ich nicht mein Andor-Ich geschickt habe, sondern mein 1988-Ich. Aber letztenendes hat man bekommen, was angekündigt war: ein standalone-Action-SW-Film.

Zunächst: Es ist ein echter Einsteigerfilm. Man braucht absolut keine Hausaufgaben auf D+ machen und alle Sorgen, man könnte hier die Zuschauer mit zu viel nötigem Vorwissen überfordern, sind obsolet. Jeder der SW nur vom Namen kennt, kommt zurecht. Jeder, der nur die Episodenfilme kennt, findet genug Dinge, die ihn anknüpfen lassen (Reste des Imperiums, Hinweise auf Rebellion als Keimzelle der NR, X/Y-Wings, Hutten und Fortführung nach Jabbas Ende, Schachmonster in Lebensgröße, Grogu als Vertreter von Yodas Spezies, Kampfdroiden aus der PT, Anzellaner aus der ST) und den Film in der GFFA verorten. Und für die Allesgucker gibt es noch Verknüpfungen zu TCW, TBoBF, Rebels, TM und sogar die Piratenproblematik wird zumindest erwähnt.

Die Actionszenen waren für meinen Jahrgang vielleicht etwas viel, aber sie waren gut und haben mir gefallen. Grogus Szenen „alleine“ im Dschungel waren super und als Mando sich schwer verletzt alleine durch den Dschungel ballert, hatte ich im Zusammenspiel mit der dort mMn unglaublich gut passenden Musik fast schon Platoon-Vibes und mir überlegt, dass sie sich diese Szene besser aufgespart hätten für den Moment, in dem sie Mando irgendwann mal rausschreiben.

Ich finde es auch gut, dass man diesen Film dazu genutzt hat, die Story der Zwillinge und von Rotta zu Ende zu bringen. Gerade bei Rotta kamen im Zusammenhang mit TBoBF ja immer mal Fragen auf, wo der denn abgeblieben ist. Ihn jetzt zu einem Anti-Hutt zu machen, hat mir gefallen. Bei ihm hatte ich somit auch keine Probleme mit seinem fließenden Basic, das passt zu seiner Haltung. Bei den Zwillingen war es nicht notwendig, da frage ich mich, warum die geswitcht sind. Embo war halt der harte kompetente Kopfgeldjäger, der er sein sollte, mit einer für seine Profession konsequenten Entscheidung am Ende. Passt. Und tatsächlich glaube ich, dass mindestens ein Aspekt des Filmes GL sehr gefallen hätte: dass Menschen hier deutlich weniger prominent vertreten sind. Und ja, ich mag es, dass er wieder eine Razor Crest bekommt.

Für mich ist TMaG übrigens definitiv ein Film, den man „im Kino gesehen haben sollte“. Allerdings gehöre ich natürlich auch dem Lager an, das „Kino“film über seine Bilder definiert und da denke ich einfach, dass TMaG zu den Filmen gehört, deren Bilder auf der großen Leinwand deutlich besser zur Geltung kommen. Für viele andere scheint eher die Größe/Wichtigkeit der Handlung eine wichtige Rolle zu spielen (sehe ich komplett gar nicht so), andere brauchen beides (kann ich zum Teil nachvollziehen, dampft die Anzahl der Filme, die sich das Label „Kinofilm“ verdienen, aber mMn dramatisch ein).

Die ganzen Kritikpunkte, die hier aufgeführt wurden, habe ich gelesen, auf alle werde ich nicht eingehen können, aber sie lassen sich für mich in mehrere Kategorien packen:

Den Helm ins Wasser zu werfen ist merkwürdig, aber er brauchte den Helm halt wieder, hätte man irgendwie anders lösen können.
Der verschwommene Hintergrund hat mich teilweise auch gestört.
Dass die Hutten nur ein Kinderbild von Rotta haben, ist merkwürdig.
Dass man die Action zugunsten von Dialogen noch etwas hätte reduzieren könne, habe ich ja schon erwähnt.

Dann gibt es noch die Kategorie
Ein übermotorisierter Kinderwagen oder die Frage, wie Mando unter seinem Beskar das Gewicht des Hutten aushält, nehme ich ebenso unter SW hin, wie den Umstand, dass die Anzellaner genau dort entlangfliegen, wo sie entlangfliegen sollen. Es hat in SW-Tradition, dass man selbst auf dem größten Planeten komplett ortsunkundig da landet, wo man hinsoll. Da ist mein Fell recht dick. Ähnlich auch, der Umstand, dass man Mando im Dschungel nicht findet. Es ist ein Dschungel, da kann ich mit etwas Glück leben.

Dann gibt es noch die Dinge,
Dass „Scorsese“ panisch reagiert, wenn ihn jemand mit den Hutten in Verbindung bringt, finde ich recht logisch. Shakiri ist ein Planet, auf dem man problemlos einen Hutten als Kampfsklaven halten kann, der ein Publikum hat, dass zu Beginn seiner „Karriere“ Rottas Niederlage will, weil er Jabbas Sohn ist und am Schluss trotz angeblicher Beliebtheit recht schnell und gnadenlos sein Blut sehen will, oder kurz: Hutten scheinen an diesem Ort (vielleicht aus Erfahrungen der Vergangenheit?) maximal unbeliebt zu sein. Da in Verdacht zu geraten, dass man etwas mit Hutten zu tun hat, scheint mir wirklich recht ungesund.

Auch dass Coin Rotta in der Arena draufgehen lassen will, ist nicht so weit hergeholt. Ihn freilassen bringt ihm nichts und dürfte den Zwillingen noch weniger gefallen, als dass er unter Coins Fuchtel steht. Schlecht fürs Geschäft. Ihn zu weitern Kämpfen zwingen? Ungewiss, ob es klappt und womöglich auch schlecht fürs Geschäft. Ihn zu den Hutten zurückschicken? Brächte wohl tatsächlich etwas Wohlwollen in den Beziehungen zu den Hutten. Ihn in der Arena sterben lassen? Bringt vermutlich auch Wohlwollen der Hutten UND jede Menge Kohle, die man über Wetten mit dem unerwarteten Ausgang verdienen wird (darüber, dass das ein Thema ist, spricht er ja explizit). Mit den Hutten zu reden, wäre cleverer gewesen, aber das ist halt das übliche Problem mit dem fehlenden Vertrauen zwischen Verbrechersyndikaten. Finde ich schon ok so.

Dass die Anzellaner Mando retten kommen, dann aber einfach wieder abfliegen erscheint auch logisch: zum einen sind sie ja nicht nur wegen Mando da, sondern auch wegen ihres Kumpels. Und da in der Kürze der Zeit Mandos Flucht nur in der Variante „raus aus dem Palast und alle verfolgen uns“ zu machen war, ist die Rettung erstmal vom Tisch und ein neuer Plan muss her. Strategischer Rückzug nach misslungenem Ausbruch sozusagen. Sie sagen ihm ja auch, dass sie zurückkommen.

Grogus unterschiedliche Kompetenzen sehe ich auch nicht als Problem. Es wird ja durchaus klar, dass er von Mando eher ….. einseitig…. Ausgebildet wird. Im Kampf ja, darüberhinaus eher dünn. Und generell ist bei Kindern ja auch zu beobachten dass da Kompetenzen sich nicht gleichmäßig entwickeln und manchmal gefühlt auch wieder verschütt gehen.

Dann noch zwei Punkte, über die man streiten kann: Mando entwickelt sich nicht. Und ich sage: kaum. Dennoch ist Entwicklung vorhanden. Am Ende des Films ist er bereit Grogu als älter wahrzunehmen (verdeutlicht durch seinen Beginn, ihn am Steuer auszubilden). Auch seine Einbindung in die NR nimmt nochmals zu, auch wenn er versucht, sein Selbstbild, dass dies nicht so sei, aufrechtzuerhalten.

Dass er immer noch an seinem Helm-Ethos festhält? Viele sehen das als Rückschritt zu Staffel 2. War es für mich nie, weil Mando für mich ein Fundamentalist ist. Einer, der einem sympathisch daherkommt, aber dennoch: ein Fundamentalist. Als er für Grogu seinen Helm abnimmt, macht er das nicht, weil er seine Meinung bezüglich des Kodex geändert hätte, er hält das immer noch für falsch. Er macht es, weil es ihm in diesem Moment genauso falsch vorkommt, Grogu für immer ziehen zu lassen, ohne dessen Wunsch (ihn zu sehen) zu erfüllen. Auch Fundamentalisten können in eine solche Situation kommen (gerade, wenn es um Familie geht). Er hat zwar gelernt, mit Mandalorianern ohne diesen Kodex zu kämpfen und später geht sogar die Schmiedin ein Bündnis mit diesen Mandalorianern ein, aber das ändert nichts daran, dass er ein Hardliner ist, was den Weg betrifft (mit der Ausnahme, dass Grogu keinen Helm tragen muss…). Er kann akzeptieren, dass andere es anders machen, aber es ist immer noch SEIN Weg.

Grogu selbst ist deutlich „älter“ geworden. Wo er in der Serie nur reflexhaft oder mit fremder Hilfe (Droide, Bo Katan) Hilfe leisten kann. Geht das jetzt schon deutlich gezielter voran – mit Rückschlägen.

Dann noch der Punkt, dass der Film zu wenig für die große Geschichte bringt. Klar er läuft schon unter dem Radar, auch wenn er, wie oben erwähnt, an einige Punkte anknüpft.

Ich denke aber, dass auch Krümel für die Zukunft ausgelegt sind.
Coins Festnahme dürfte wegen seines Wissens durchaus von Bedeutung sein und auch der Angriff auf Nal Hutta kann gut verwendet werden. Zum einen, um die Unterweltthematik neu zu mischen, aber auch weil es vielleicht in gewissen Gremien der NR als ähnliche Rodeo-Aktion gesehen wird, wie Heras handeln in Ahsoka. Das wäre ein Element, an dem man dann auch die Uneinigkeit bezüglich eines offensiveren Vorgehens der NR hochziehen kann.
Insgesamt hätte man aber mehr Krümel streuen können (aber vielleicht sehe ich sie nur nicht)

Dann noch Kritik, die ich überraschenderweise hier glaube ich noch nicht gelesen habe.
Die Motivation des Fischers, warum er Grogu hilft, hätte ich gerne erfahren.
Und warum liegt das Schiff des Waffenhändlers außerhalb des Palasts im Dschungel? (ich glaube das ist sogar mein größter Kritikpunkt)-
Es wäre zudem sinnvoll gewesen, dass man den Kodex nicht den mandalorianischen Kodex genannt hätte.
Mir war man auch etwas zu schnell in Coins Basis.
Und was hat eigentlich Zeb getrieben, während Mando und Grogu von Coin festgehalten wurden?

Nun zu den zwei Elefanten im Raum, die die meisten negativen Kritiken im Netz dominieren:

Das ist zum einen der Erscheinungszeitpunkt, der offensichtlich für viele zur Grundlage der Kritik geworden ist: „Der erste Star Wars Film nach 7 Jahren im Kino muss entsprechend liefern.“
Zunächst zum kleinsten Problem hierbei, aber eines (ihr könnt mich kleinlich nennen), das mich nervt: es sind 6,5 Jahre. Ja, das ist nur ein Unterschied von 6 Monaten, aber wenn der Unterschied so egal ist, warum wird dann von vielen immer großzügig aufgerundet? Weil es noch schlimmer klingt?
Mein größerer Kritikpunkt ist aber, dass dieses Kriterium überhaupt eines ist, das zur Basis der Filmbewertung wird. Mich interessiert das für die Bewertung des Filmes null. Man kann den Umstand gerne in der Bewertung von LF, Disney und ihrer Geschäftsstrategie anbringen. Aber beim Film? Ich habe an anderen Stellen durchaus mal erwähnt, dass ich lieber Dawn oft he Jedi in diesem Slot gesehen hätte. Oder New Jedi Order. Oder The Hunt for Ben Solo oder, aufgepasst, den Rest von TA als Film. Andere wollten was anderes. Aber es ist mMn schlicht egal, was ich mit einem kleinen Gedankenspiel zeigen will: stellt euch vor ihr seid 15 und jemand, der im Jahr 2032 erstmals mit dem Franchise in Kontakt gerät, weil ihr gerade D+ abonniert habt und jetzt die ganze SW-Welt gleichzeitig zur Verfügung steht. Glaubt ihr, nachdem ihr irgendwann TMaG gesehen habt, dass bei eurer Bewertung es irgendeine Rolle spielt, dass er 6,5 Jahre nach RoS erschienen ist? Wohl kaum, man wird gucken, wie der Film war und ob er einem gefallen hat und ihn auf dieser Basis für sich bewerten.


Der zweite Elefant ist der Umstand, dass man zu erkennen glaubt, dass hier lediglich vier Folgen hintereinandergeschnitten worden sind und es daher „kein Film“ ist (letzteres wird hier eher nicht so formuliert, im wilden Westen der Kommentarspalten aber durchaus).
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wo die Definition von „kein Film“ beginnt.

Schaue ich mir TMaG an, sehe ich einen recht klassischen 5-Akter, wie ihn Aristoteles schon vor 2500 Jahren postuliert hat. Man hat
  • eine Exposition: zur Strecke bringen des Imperialen, neuer Auftrag, Gespräche mit den Zwillingen (damit sind alle Figuren (auch die Schurken) aufgetaucht, ihr Status geklärt und sie sind am vorgesehenen Platz)
  • dann die steigende Handlung auf Shakir, Befreiung Rottas, Ergreifung Coins und Mandos Weigerung, sich an den Deal mit den Hutten zu halten, was ,
  • dann zum Wendepunkt führt: Konfrontation mit den Hauptschurken (zuerst i.A. Embo) Mando wird festgesetzt und aus dem Konflikt wird eine Tötungsmission (der Helm!); Mando ist damals erstmals richtig in der Defensive (auf Shakir hatte er ja selbst in der Arena immer noch irgendwie alles in der Hand),
  • dann folgt die fallende Handlung: Kampf und Flucht in und aus dem Palast; schwere Verwundung mitsamt retardierendem Moment (Grogus Dschungelszene), die den erwarteten
  • Schluss einleitet: Kampf in und über dem Palast
Das heißt unabhängig davon, wie und aus was das Drehbuch entstanden ist, folgt es recht banal dem klassischen Aufbau einer Geschichte. Und das ist es mir dann auch recht egal, was da die Grundlage gewesen sein könnte.

Was man kritisch anfügen könnte, wäre der Umstand, dass man diese einzelnen Handlungsteile – auch wenn sie sich durchaus aus den vorherigen Teilen ergeben - etwas eleganter hätte verzahnen können. Aber darauf zu schließen „Ha, ich habe es gewusst, ist halt nur eine zusammengeklebte 4. Staffel!“ finde ich zu kurz gedacht, da ich mal behaupte, dass man diesen Befund bei dieser Art von Abenteuerfilm sehr oft finden könnte, nur es halt hier macht, weil man schon von Vorneherein weiß, dass sowieso eine Serie die Grundlage der Figuren war.

Was ich mit „dieser Art von Abenteuerfilm“ meine? Dass hier sehr oldschool ausschließlich dem Hauptfigurenpaar gefolgt wird, es gibt keine Szenen ohne sie. Und selbst als Mando und Grogu getrennt sind, hat man eben nicht das Gefühl, dass hier ein anderer Handlungsstrang gezeigt wird (klassischerweise Umschnitte zur Seite der Bösen). Insofern ist TMaG (auf Literatur übertragen) eher eine Novelle und weniger ein Roman, was natürlich die einzelnen Akte, deren Übergänge zum nächsten Akt in Filmen sonst eher durch parallel laufende Handlungen etwas „verdeckt“ werden, etwas schärfer in den Vordergrund schiebt. Die für diese Art von Film häufigen Ortswechsel tun ihr Übriges, um diese Übergänge sichtbar zu machen. Ich glaube @Darth Mornabin hat auf die Parallelen zum TCW-Film hingewiesen und da ist sicher das eine oder andere zu sehen. Allerdings finde ich zum Beispiel die „zweite Entführung Rottas“ hier etwas anders gelagert, weil sie die Handlung nicht antreibt oder auch nur hinauszögern soll. Weder landet Mando wegen dieser erneuten Entführung auf Nal Hutta, noch kehrt er wegen Rotta in den Kampf zurück, insofern gibt es da schon Unterschiede.

MSL folgt übrigens ebenso diesem 5-Akter-Prinzip – nur eben als Serie, und witzigerweise war einer der wenigen Kritikpunkte, dass sich die Serie eher wie ein Film anfühlt, den man halt nach den einzelnen Akten auseinandergeschnitten hat. Und möglicherweise hätte man – wäre Maul als überüberlanger Film gezeigt worden – dann aber wieder das gesagt, was man jetzt auch über TMaG sagt.

Aber wie gesagt, man hätte an den Übergängen etwas schleifen können, dennoch kritisiere ich das nicht im Übermaß. Warum?

Weil wir hier bei einem Punkt sind, den ich schon die ganzen letzten Jahre vertrete. Ich versuche allen SW-Werken das grundsätzlich gleiche Maß an Wohlwollen (oder eben Kritik) für identische Highlights (oder Kritikpunkte) entgegenzubringen. Ich liebe die OT und dennoch sind mir Schwächen dieser Filme durchaus bewusst – aber ich liebe sie trotzdem und kann recht gelassen über die Fehler hinwegsehen. Allerdings habe ich für mich daher beschlossen, dass ich ähnliche Fehler in den neuen Werken dann auch nicht größer machen muss, egal ob im Aufbau der Geschichte, der einzelnen Charakterentwicklungen oder bei Plotholes. Übersetzt auf TMaG: würde ich jetzt einen Film, in dem die Übergänge lediglich etwas zu hart sind, dafür besonders in den Senkel stellen, was müsste ich dann erst mit RotJ machen? Aber wie gesagt, den liebe ich. Also bin ich für manche hier wahrscheinlich zu wohlwollend, aber ich finde das innerhalb meiner Parameter zumindest konsequent.
Bei TMaG ist aber dieser Umstand der harten Übergänge für einige der Kritiker sogar ein Grund, im fast schon grundsätzlich das „Film-Sein“ abzusprechen.


Zum Schluss noch ein unwichtiges Lowlight: Credits in der Eröffnungsszene. Ist für mich nicht SW
Und ein unwichtiges Highlight: Das Fluchtfahrzeug des Warlord ist eines meine alten Kenner-Spielzeuge aus den 80ern, das sonst nirgendwo vorkommt und es jetzt endlich auf die Leinwand geschafft hat. Danke!

Für mich eine 2 (Note, nicht Punkte)
 
@Darth Stassen

Habe gesehen, dass du nochmal die Logiklöcger editiert hast.
Zur Motivation der Hutten
Ich denke nicht, dass ihnen klar war, dass Rottas letzter Kampf mit vorbestimmtem Ende bevorstand. Das ist das, was ich meinte, als ich schrieb, dass das halt das Problem ist, wenn zwei Verbrechersyndikate nicht miteinander reden, weil sie sich nicht vertrauen. Auftragsmörder hätte man sicher schicken können, aber offensichtlich bestand Interesse daran, die NR irgendwie "an sich zu binden", es war ja die Rede davon, dass der Geheimdienst der NR da schon länger mit den Hutten involviert war. Die noch ein bisschen mit in den eigenen Schmutz zu ziehen, bevor man ihnen die gewünschte (nutzlose) Information gibt, ist jetzt glaube ich da nicht so abwegig.
Was den Angriff auf Nal Hutta angeht, gebe ich dir recht. Der Angriff ist als Reaktion auf die Entführung eines eigenen Bürgers und als Bestrafung für ein Doppelspiel doch sehr heftig. Aber wie in meinem anderen Post erwähnt: Das könnte man als politisches In-Universe-Problem nutzen, so, wie man Heras Insubordination auch nutzen könnte. Wenn das nie wieder aufgegriffen wird, bleibt es allerdings etwas too much.
Ach, und was ich vorhin vergessen hatte. Das Wasser bei der Schlange war meinem Gefühl nach vor allem an Rand knietief. Als Mando erstmals reinstürzt, geht es ziemlich runter und er ist da lang nicht auf dem Grund, als er es schafft sich an der Ranke festzuhalten und nach oben zu klettern.
 
Das Wasser mit der Schlange:

Wie schon erwähnt, war das Wasserloch mit der Schlange an den Rändern nicht ganz so tief. Das hatte auch seinen Grund: Es gab eine Einstellung, die zeigt, dass sich unter Wasser eine schwammartige Struktur befindet, wo Mando drauf stehen und laufen konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich fand den Film unterhaltsam und spannender als erwartet.
Die Geschichte war natürlich eher belanglos, aber ich kann nicht sagen dass ich enttäuscht bin. Es war ja lange schon klar dass der Film nicht mehr als Staffel 4 in Filmform ist.

Fazit: 07/10.

Auf jeden Fall besser als Episode 9, würde ich sagen.
 
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