Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen?

Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen? (1 bis 10 Punkte)


  • Umfrageteilnehmer
    26
Hat jemand am Wochenende eine Nachmittagsvorstellung besucht, in der viele Kinder im Kinosaal waren?

Mich würde interessieren, wie die jungen Zuschauer den Film erlebt haben, also wie ihre spontanen Reaktionen während der Vorstellung waren, ob sie aufmerksam dabei geblieben sind, gelacht, mitgefiebert oder sich vielleicht eher gelangweilt haben.

Falls jemand so eine Vorstellung erlebt hat, würde ich mich über ein paar Eindrücke freuen.
 
Also, bei meiner Vorstellung saßen rechts neben mir drei Jungs im Alter von 8, 9 oder 10 Jahren, die alle zehn Minuten auf ihr Handy starrten und auch immer wieder hörbar Nachrichten empfangen haben. Bis links neben mir eine Dame genug hatte und die Jungs ermahnt hat. Danach gingen die Jungs alle zehn Minuten raus und kamen wieder herein. Mal einzeln, mal zusammen. Hiernach stürmte die Dame den Jungs hinterher. Als alle Beteiligten zurückkamen und Platz nahmen, herrschte der Rest vom Film Ruhe. Vermutlich hat die Dame sich beim Personal beschwert.

Zugegeben, die drei Jungs waren schon extrem, was Unruhe und Smartphone-Nutzung angeht.
 
Es war sehr schön den Mandalorian und Grogu (diesmal sogar auf der grossen Leinwand) wiederzusehen. Dazu ist und bleibt das Main Theme, das öfter aufgespielt wurde, legendär.

Optisch waren die Puppen und Animatronics auch nicht schlecht. Verbreitete ein Feeling von Ewoks und Der dunkle Kristall. Die Eröffnungsszene auf Hoth sah von den Landschaftsaufnahmen auch toll aus.

Die meisten CGIs waren dafür aber weniger gelungen. So schön es war Zeb aus Rebels wieder zu sehen (auch wenn die Figur so wenig Screentime hatte, dass sie eher austauschbar war) sah sie wenig gut aus. Ähnliches gilt für viele andere Aufnahmen. Man wusste immer, was eine Puppe / Animatronic und was CGI war. Bei 160 Mio Budget hätte mehr drinnen sein müssen.

Das Dehbuch war aber der noch viel grössere Kritikpunkt. Keine Ahnung, was bei Disney los ist, aber diese Logikbuggs darf man nicht durchwinken:
Grugo seine "Minons"-Freunde brechen auf den Mandalorian zu retten und dann lassen sie ihn einfach so zurück (wie hätten sie ihn in dem Minischiff überhaupt transportieren wollen)? Die Hutten Geschwister betonen erst, dass der Helm des Mandalorians unbezahlbar ist und werfen ihn dann zu ihm hinter? Das Wasser bei der Riesenschlange ist kniehtief, aber das extrem grosse Monster kann ständig auf- und abtauchen? Jabbas Sohn ist ein völliger Superstar, aber die Arena bei ist so gross wie bei einem Strassenkampf und man will ihn einfach so sterben lassen? Warum haben die Hutten nicht sowieso irgendwelche Auftragsmörder geschickt (dürfte nicht schwer zu finden sein) oder haben gewartet, dass er in der Arena bei seinem letzten Kampf stirbt? Dass die Neue Republik einfach so den Hutten Planeten angreift und sein Regierungszentrum zerstört erinnert auch irgendwie an Putin oder Trump.

Dazu ist der Film extrem actionlastig. Story und Dialoge sucht man eher vergebens, hetzt der Film von Monsteraction zu Monsteraction. Das wurde mit der Zeit einfach ermüdend.

Ich habe erst vor kurzem einen Rerun der Mandalorian Serie gemacht, aber das wäre ausser der tlw guten Optik eine der schlechtesten "Folgen" gewesen.

Sprich alleine weil es Star Wars ist und ich Mando und Grogu mag, kein Totalreinfall. Aber beim ersten Star Wars Film seit 7 Jahren hätte mehr drinnen sein müssen. Eigentlich der schwächste Star Wars Realfilm bisher.

6 von 10 Punkten!
 
Zuletzt bearbeitet:
So, war gestern im Kino. Ich hatte Spaß, die Menschen um mich herum auch. Natürlich hat geholfen, dass ich nicht mein Andor-Ich geschickt habe, sondern mein 1988-Ich. Aber letztenendes hat man bekommen, was angekündigt war: ein standalone-Action-SW-Film.

Zunächst: Es ist ein echter Einsteigerfilm. Man braucht absolut keine Hausaufgaben auf D+ machen und alle Sorgen, man könnte hier die Zuschauer mit zu viel nötigem Vorwissen überfordern, sind obsolet. Jeder der SW nur vom Namen kennt, kommt zurecht. Jeder, der nur die Episodenfilme kennt, findet genug Dinge, die ihn anknüpfen lassen (Reste des Imperiums, Hinweise auf Rebellion als Keimzelle der NR, X/Y-Wings, Hutten und Fortführung nach Jabbas Ende, Schachmonster in Lebensgröße, Grogu als Vertreter von Yodas Spezies, Kampfdroiden aus der PT, Anzellaner aus der ST) und den Film in der GFFA verorten. Und für die Allesgucker gibt es noch Verknüpfungen zu TCW, TBoBF, Rebels, TM und sogar die Piratenproblematik wird zumindest erwähnt.

Die Actionszenen waren für meinen Jahrgang vielleicht etwas viel, aber sie waren gut und haben mir gefallen. Grogus Szenen „alleine“ im Dschungel waren super und als Mando sich schwer verletzt alleine durch den Dschungel ballert, hatte ich im Zusammenspiel mit der dort mMn unglaublich gut passenden Musik fast schon Platoon-Vibes und mir überlegt, dass sie sich diese Szene besser aufgespart hätten für den Moment, in dem sie Mando irgendwann mal rausschreiben.

Ich finde es auch gut, dass man diesen Film dazu genutzt hat, die Story der Zwillinge und von Rotta zu Ende zu bringen. Gerade bei Rotta kamen im Zusammenhang mit TBoBF ja immer mal Fragen auf, wo der denn abgeblieben ist. Ihn jetzt zu einem Anti-Hutt zu machen, hat mir gefallen. Bei ihm hatte ich somit auch keine Probleme mit seinem fließenden Basic, das passt zu seiner Haltung. Bei den Zwillingen war es nicht notwendig, da frage ich mich, warum die geswitcht sind. Embo war halt der harte kompetente Kopfgeldjäger, der er sein sollte, mit einer für seine Profession konsequenten Entscheidung am Ende. Passt. Und tatsächlich glaube ich, dass mindestens ein Aspekt des Filmes GL sehr gefallen hätte: dass Menschen hier deutlich weniger prominent vertreten sind. Und ja, ich mag es, dass er wieder eine Razor Crest bekommt.

Für mich ist TMaG übrigens definitiv ein Film, den man „im Kino gesehen haben sollte“. Allerdings gehöre ich natürlich auch dem Lager an, das „Kino“film über seine Bilder definiert und da denke ich einfach, dass TMaG zu den Filmen gehört, deren Bilder auf der großen Leinwand deutlich besser zur Geltung kommen. Für viele andere scheint eher die Größe/Wichtigkeit der Handlung eine wichtige Rolle zu spielen (sehe ich komplett gar nicht so), andere brauchen beides (kann ich zum Teil nachvollziehen, dampft die Anzahl der Filme, die sich das Label „Kinofilm“ verdienen, aber mMn dramatisch ein).

Die ganzen Kritikpunkte, die hier aufgeführt wurden, habe ich gelesen, auf alle werde ich nicht eingehen können, aber sie lassen sich für mich in mehrere Kategorien packen:

Den Helm ins Wasser zu werfen ist merkwürdig, aber er brauchte den Helm halt wieder, hätte man irgendwie anders lösen können.
Der verschwommene Hintergrund hat mich teilweise auch gestört.
Dass die Hutten nur ein Kinderbild von Rotta haben, ist merkwürdig.
Dass man die Action zugunsten von Dialogen noch etwas hätte reduzieren könne, habe ich ja schon erwähnt.

Dann gibt es noch die Kategorie
Ein übermotorisierter Kinderwagen oder die Frage, wie Mando unter seinem Beskar das Gewicht des Hutten aushält, nehme ich ebenso unter SW hin, wie den Umstand, dass die Anzellaner genau dort entlangfliegen, wo sie entlangfliegen sollen. Es hat in SW-Tradition, dass man selbst auf dem größten Planeten komplett ortsunkundig da landet, wo man hinsoll. Da ist mein Fell recht dick. Ähnlich auch, der Umstand, dass man Mando im Dschungel nicht findet. Es ist ein Dschungel, da kann ich mit etwas Glück leben.

Dann gibt es noch die Dinge,
Dass „Scorsese“ panisch reagiert, wenn ihn jemand mit den Hutten in Verbindung bringt, finde ich recht logisch. Shakiri ist ein Planet, auf dem man problemlos einen Hutten als Kampfsklaven halten kann, der ein Publikum hat, dass zu Beginn seiner „Karriere“ Rottas Niederlage will, weil er Jabbas Sohn ist und am Schluss trotz angeblicher Beliebtheit recht schnell und gnadenlos sein Blut sehen will, oder kurz: Hutten scheinen an diesem Ort (vielleicht aus Erfahrungen der Vergangenheit?) maximal unbeliebt zu sein. Da in Verdacht zu geraten, dass man etwas mit Hutten zu tun hat, scheint mir wirklich recht ungesund.

Auch dass Coin Rotta in der Arena draufgehen lassen will, ist nicht so weit hergeholt. Ihn freilassen bringt ihm nichts und dürfte den Zwillingen noch weniger gefallen, als dass er unter Coins Fuchtel steht. Schlecht fürs Geschäft. Ihn zu weitern Kämpfen zwingen? Ungewiss, ob es klappt und womöglich auch schlecht fürs Geschäft. Ihn zu den Hutten zurückschicken? Brächte wohl tatsächlich etwas Wohlwollen in den Beziehungen zu den Hutten. Ihn in der Arena sterben lassen? Bringt vermutlich auch Wohlwollen der Hutten UND jede Menge Kohle, die man über Wetten mit dem unerwarteten Ausgang verdienen wird (darüber, dass das ein Thema ist, spricht er ja explizit). Mit den Hutten zu reden, wäre cleverer gewesen, aber das ist halt das übliche Problem mit dem fehlenden Vertrauen zwischen Verbrechersyndikaten. Finde ich schon ok so.

Dass die Anzellaner Mando retten kommen, dann aber einfach wieder abfliegen erscheint auch logisch: zum einen sind sie ja nicht nur wegen Mando da, sondern auch wegen ihres Kumpels. Und da in der Kürze der Zeit Mandos Flucht nur in der Variante „raus aus dem Palast und alle verfolgen uns“ zu machen war, ist die Rettung erstmal vom Tisch und ein neuer Plan muss her. Strategischer Rückzug nach misslungenem Ausbruch sozusagen. Sie sagen ihm ja auch, dass sie zurückkommen.

Grogus unterschiedliche Kompetenzen sehe ich auch nicht als Problem. Es wird ja durchaus klar, dass er von Mando eher ….. einseitig…. Ausgebildet wird. Im Kampf ja, darüberhinaus eher dünn. Und generell ist bei Kindern ja auch zu beobachten dass da Kompetenzen sich nicht gleichmäßig entwickeln und manchmal gefühlt auch wieder verschütt gehen.

Dann noch zwei Punkte, über die man streiten kann: Mando entwickelt sich nicht. Und ich sage: kaum. Dennoch ist Entwicklung vorhanden. Am Ende des Films ist er bereit Grogu als älter wahrzunehmen (verdeutlicht durch seinen Beginn, ihn am Steuer auszubilden). Auch seine Einbindung in die NR nimmt nochmals zu, auch wenn er versucht, sein Selbstbild, dass dies nicht so sei, aufrechtzuerhalten.

Dass er immer noch an seinem Helm-Ethos festhält? Viele sehen das als Rückschritt zu Staffel 2. War es für mich nie, weil Mando für mich ein Fundamentalist ist. Einer, der einem sympathisch daherkommt, aber dennoch: ein Fundamentalist. Als er für Grogu seinen Helm abnimmt, macht er das nicht, weil er seine Meinung bezüglich des Kodex geändert hätte, er hält das immer noch für falsch. Er macht es, weil es ihm in diesem Moment genauso falsch vorkommt, Grogu für immer ziehen zu lassen, ohne dessen Wunsch (ihn zu sehen) zu erfüllen. Auch Fundamentalisten können in eine solche Situation kommen (gerade, wenn es um Familie geht). Er hat zwar gelernt, mit Mandalorianern ohne diesen Kodex zu kämpfen und später geht sogar die Schmiedin ein Bündnis mit diesen Mandalorianern ein, aber das ändert nichts daran, dass er ein Hardliner ist, was den Weg betrifft (mit der Ausnahme, dass Grogu keinen Helm tragen muss…). Er kann akzeptieren, dass andere es anders machen, aber es ist immer noch SEIN Weg.

Grogu selbst ist deutlich „älter“ geworden. Wo er in der Serie nur reflexhaft oder mit fremder Hilfe (Droide, Bo Katan) Hilfe leisten kann. Geht das jetzt schon deutlich gezielter voran – mit Rückschlägen.

Dann noch der Punkt, dass der Film zu wenig für die große Geschichte bringt. Klar er läuft schon unter dem Radar, auch wenn er, wie oben erwähnt, an einige Punkte anknüpft.

Ich denke aber, dass auch Krümel für die Zukunft ausgelegt sind.
Coins Festnahme dürfte wegen seines Wissens durchaus von Bedeutung sein und auch der Angriff auf Nal Hutta kann gut verwendet werden. Zum einen, um die Unterweltthematik neu zu mischen, aber auch weil es vielleicht in gewissen Gremien der NR als ähnliche Rodeo-Aktion gesehen wird, wie Heras handeln in Ahsoka. Das wäre ein Element, an dem man dann auch die Uneinigkeit bezüglich eines offensiveren Vorgehens der NR hochziehen kann.
Insgesamt hätte man aber mehr Krümel streuen können (aber vielleicht sehe ich sie nur nicht)

Dann noch Kritik, die ich überraschenderweise hier glaube ich noch nicht gelesen habe.
Die Motivation des Fischers, warum er Grogu hilft, hätte ich gerne erfahren.
Und warum liegt das Schiff des Waffenhändlers außerhalb des Palasts im Dschungel? (ich glaube das ist sogar mein größter Kritikpunkt)-
Es wäre zudem sinnvoll gewesen, dass man den Kodex nicht den mandalorianischen Kodex genannt hätte.
Mir war man auch etwas zu schnell in Coins Basis.
Und was hat eigentlich Zeb getrieben, während Mando und Grogu von Coin festgehalten wurden?

Nun zu den zwei Elefanten im Raum, die die meisten negativen Kritiken im Netz dominieren:

Das ist zum einen der Erscheinungszeitpunkt, der offensichtlich für viele zur Grundlage der Kritik geworden ist: „Der erste Star Wars Film nach 7 Jahren im Kino muss entsprechend liefern.“
Zunächst zum kleinsten Problem hierbei, aber eines (ihr könnt mich kleinlich nennen), das mich nervt: es sind 6,5 Jahre. Ja, das ist nur ein Unterschied von 6 Monaten, aber wenn der Unterschied so egal ist, warum wird dann von vielen immer großzügig aufgerundet? Weil es noch schlimmer klingt?
Mein größerer Kritikpunkt ist aber, dass dieses Kriterium überhaupt eines ist, das zur Basis der Filmbewertung wird. Mich interessiert das für die Bewertung des Filmes null. Man kann den Umstand gerne in der Bewertung von LF, Disney und ihrer Geschäftsstrategie anbringen. Aber beim Film? Ich habe an anderen Stellen durchaus mal erwähnt, dass ich lieber Dawn oft he Jedi in diesem Slot gesehen hätte. Oder New Jedi Order. Oder The Hunt for Ben Solo oder, aufgepasst, den Rest von TA als Film. Andere wollten was anderes. Aber es ist mMn schlicht egal, was ich mit einem kleinen Gedankenspiel zeigen will: stellt euch vor ihr seid 15 und jemand, der im Jahr 2032 erstmals mit dem Franchise in Kontakt gerät, weil ihr gerade D+ abonniert habt und jetzt die ganze SW-Welt gleichzeitig zur Verfügung steht. Glaubt ihr, nachdem ihr irgendwann TMaG gesehen habt, dass bei eurer Bewertung es irgendeine Rolle spielt, dass er 6,5 Jahre nach RoS erschienen ist? Wohl kaum, man wird gucken, wie der Film war und ob er einem gefallen hat und ihn auf dieser Basis für sich bewerten.


Der zweite Elefant ist der Umstand, dass man zu erkennen glaubt, dass hier lediglich vier Folgen hintereinandergeschnitten worden sind und es daher „kein Film“ ist (letzteres wird hier eher nicht so formuliert, im wilden Westen der Kommentarspalten aber durchaus).
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wo die Definition von „kein Film“ beginnt.

Schaue ich mir TMaG an, sehe ich einen recht klassischen 5-Akter, wie ihn Aristoteles schon vor 2500 Jahren postuliert hat. Man hat
  • eine Exposition: zur Strecke bringen des Imperialen, neuer Auftrag, Gespräche mit den Zwillingen (damit sind alle Figuren (auch die Schurken) aufgetaucht, ihr Status geklärt und sie sind am vorgesehenen Platz)
  • dann die steigende Handlung auf Shakir, Befreiung Rottas, Ergreifung Coins und Mandos Weigerung, sich an den Deal mit den Hutten zu halten, was ,
  • dann zum Wendepunkt führt: Konfrontation mit den Hauptschurken (zuerst i.A. Embo) Mando wird festgesetzt und aus dem Konflikt wird eine Tötungsmission (der Helm!); Mando ist damals erstmals richtig in der Defensive (auf Shakir hatte er ja selbst in der Arena immer noch irgendwie alles in der Hand),
  • dann folgt die fallende Handlung: Kampf und Flucht in und aus dem Palast; schwere Verwundung mitsamt retardierendem Moment (Grogus Dschungelszene), die den erwarteten
  • Schluss einleitet: Kampf in und über dem Palast
Das heißt unabhängig davon, wie und aus was das Drehbuch entstanden ist, folgt es recht banal dem klassischen Aufbau einer Geschichte. Und das ist es mir dann auch recht egal, was da die Grundlage gewesen sein könnte.

Was man kritisch anfügen könnte, wäre der Umstand, dass man diese einzelnen Handlungsteile – auch wenn sie sich durchaus aus den vorherigen Teilen ergeben - etwas eleganter hätte verzahnen können. Aber darauf zu schließen „Ha, ich habe es gewusst, ist halt nur eine zusammengeklebte 4. Staffel!“ finde ich zu kurz gedacht, da ich mal behaupte, dass man diesen Befund bei dieser Art von Abenteuerfilm sehr oft finden könnte, nur es halt hier macht, weil man schon von Vorneherein weiß, dass sowieso eine Serie die Grundlage der Figuren war.

Was ich mit „dieser Art von Abenteuerfilm“ meine? Dass hier sehr oldschool ausschließlich dem Hauptfigurenpaar gefolgt wird, es gibt keine Szenen ohne sie. Und selbst als Mando und Grogu getrennt sind, hat man eben nicht das Gefühl, dass hier ein anderer Handlungsstrang gezeigt wird (klassischerweise Umschnitte zur Seite der Bösen). Insofern ist TMaG (auf Literatur übertragen) eher eine Novelle und weniger ein Roman, was natürlich die einzelnen Akte, deren Übergänge zum nächsten Akt in Filmen sonst eher durch parallel laufende Handlungen etwas „verdeckt“ werden, etwas schärfer in den Vordergrund schiebt. Die für diese Art von Film häufigen Ortswechsel tun ihr Übriges, um diese Übergänge sichtbar zu machen. Ich glaube @Darth Mornabin hat auf die Parallelen zum TCW-Film hingewiesen und da ist sicher das eine oder andere zu sehen. Allerdings finde ich zum Beispiel die „zweite Entführung Rottas“ hier etwas anders gelagert, weil sie die Handlung nicht antreibt oder auch nur hinauszögern soll. Weder landet Mando wegen dieser erneuten Entführung auf Nal Hutta, noch kehrt er wegen Rotta in den Kampf zurück, insofern gibt es da schon Unterschiede.

MSL folgt übrigens ebenso diesem 5-Akter-Prinzip – nur eben als Serie, und witzigerweise war einer der wenigen Kritikpunkte, dass sich die Serie eher wie ein Film anfühlt, den man halt nach den einzelnen Akten auseinandergeschnitten hat. Und möglicherweise hätte man – wäre Maul als überüberlanger Film gezeigt worden – dann aber wieder das gesagt, was man jetzt auch über TMaG sagt.

Aber wie gesagt, man hätte an den Übergängen etwas schleifen können, dennoch kritisiere ich das nicht im Übermaß. Warum?

Weil wir hier bei einem Punkt sind, den ich schon die ganzen letzten Jahre vertrete. Ich versuche allen SW-Werken das grundsätzlich gleiche Maß an Wohlwollen (oder eben Kritik) für identische Highlights (oder Kritikpunkte) entgegenzubringen. Ich liebe die OT und dennoch sind mir Schwächen dieser Filme durchaus bewusst – aber ich liebe sie trotzdem und kann recht gelassen über die Fehler hinwegsehen. Allerdings habe ich für mich daher beschlossen, dass ich ähnliche Fehler in den neuen Werken dann auch nicht größer machen muss, egal ob im Aufbau der Geschichte, der einzelnen Charakterentwicklungen oder bei Plotholes. Übersetzt auf TMaG: würde ich jetzt einen Film, in dem die Übergänge lediglich etwas zu hart sind, dafür besonders in den Senkel stellen, was müsste ich dann erst mit RotJ machen? Aber wie gesagt, den liebe ich. Also bin ich für manche hier wahrscheinlich zu wohlwollend, aber ich finde das innerhalb meiner Parameter zumindest konsequent.
Bei TMaG ist aber dieser Umstand der harten Übergänge für einige der Kritiker sogar ein Grund, im fast schon grundsätzlich das „Film-Sein“ abzusprechen.


Zum Schluss noch ein unwichtiges Lowlight: Credits in der Eröffnungsszene. Ist für mich nicht SW
Und ein unwichtiges Highlight: Das Fluchtfahrzeug des Warlord ist eines meine alten Kenner-Spielzeuge aus den 80ern, das sonst nirgendwo vorkommt und es jetzt endlich auf die Leinwand geschafft hat. Danke!

Für mich eine 2 (Note, nicht Punkte)
 
@Darth Stassen

Habe gesehen, dass du nochmal die Logiklöcger editiert hast.
Zur Motivation der Hutten
Ich denke nicht, dass ihnen klar war, dass Rottas letzter Kampf mit vorbestimmtem Ende bevorstand. Das ist das, was ich meinte, als ich schrieb, dass das halt das Problem ist, wenn zwei Verbrechersyndikate nicht miteinander reden, weil sie sich nicht vertrauen. Auftragsmörder hätte man sicher schicken können, aber offensichtlich bestand Interesse daran, die NR irgendwie "an sich zu binden", es war ja die Rede davon, dass der Geheimdienst der NR da schon länger mit den Hutten involviert war. Die noch ein bisschen mit in den eigenen Schmutz zu ziehen, bevor man ihnen die gewünschte (nutzlose) Information gibt, ist jetzt glaube ich da nicht so abwegig.
Was den Angriff auf Nal Hutta angeht, gebe ich dir recht. Der Angriff ist als Reaktion auf die Entführung eines eigenen Bürgers und als Bestrafung für ein Doppelspiel doch sehr heftig. Aber wie in meinem anderen Post erwähnt: Das könnte man als politisches In-Universe-Problem nutzen, so, wie man Heras Insubordination auch nutzen könnte. Wenn das nie wieder aufgegriffen wird, bleibt es allerdings etwas too much.
Ach, und was ich vorhin vergessen hatte. Das Wasser bei der Schlange war meinem Gefühl nach vor allem an Rand knietief. Als Mando erstmals reinstürzt, geht es ziemlich runter und er ist da lang nicht auf dem Grund, als er es schafft sich an der Ranke festzuhalten und nach oben zu klettern.
 
Das Wasser mit der Schlange:

Wie schon erwähnt, war das Wasserloch mit der Schlange an den Rändern nicht ganz so tief. Das hatte auch seinen Grund: Es gab eine Einstellung, die zeigt, dass sich unter Wasser eine schwammartige Struktur befindet, wo Mando drauf stehen und laufen konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich fand den Film unterhaltsam und spannender als erwartet.
Die Geschichte war natürlich eher belanglos, aber ich kann nicht sagen dass ich enttäuscht bin. Es war ja lange schon klar dass der Film nicht mehr als Staffel 4 in Filmform ist.

Fazit: 07/10.

Auf jeden Fall besser als Episode 9, würde ich sagen.
 
So habe den Film nun auch gesehen. War ganz Nett, schön war dass man so viele Aliens und Monster sehen konnte.

Die Hutten und Rotta waren cool.
Auch die Droiden Armee war ganz Nett schöne Anspielung an die Klonkriege.
Grogu und co waren teilweise komisch animiert bzw wirkte sehr altbacken.
Worldbuilding mässig war es interessant mehr von den Hutten und dem Untergrund zu sehen. Diesen Teil von Star Wars mag ich generell.
Story war nichts besonderes und hätte auch auf disney+ funktioniert.
War aber für mich besser als die Rey Filme.


7/10 muskulösen Hutten
 
Ich fand den Film genial. Die physikalisch korrekte Darstellung der Kämpfe, inklusive Rotta des Hutten gegen die lebensecht dargestellten Dejarik Figuren, war einfach aufregend im Kino. Viel detailgetreuer als die alten FIlme aus den 1970er Jahren und nochmals besser als die Sequel Trilogie in meinen Augen. Zudem wurde die Neue Republik gekonnt als moralisch ambivalent dargestellt, was eine tiefgründige Dimension eingeführt hat, welche es in Star Wars bislang nicht gab (ausser Andor, wo das ganze aber nicht sehr glaubwürdig rüberkam). Ich hoffe auf weitere Filme, wo wir Mandalorian und Grogu in ihrer Charakterentwicklung weiter begleiten dürfen.
 
Krankheitsbedingt konnte ich mir The Mandalorian & Grogu leider erst heute im Kino ansehen. Und ich muss sagen: Was für ein großartiger The Mandalorian-Film – und gleichzeitig ein eher durchschnittlicher Star-Wars-Film.

Für das, was der Film meiner Meinung nach sein möchte, funktioniert er wirklich gut. Er ist eine tolle Fortsetzung der Serie und fühlt sich im Grunde wie eine vierte Staffel im Kinoformat an. Es ist ein unterhaltsames Abenteuer, das auf der großen Leinwand Spaß macht. Für einen Serienableger fand ich die Effekte und die Tricktechnik wirklich gelungen. Die Geschichte fühlt sich genauso an, wie man es aus der Serie kennt, und bei den Hauptfiguren verändert sich nicht allzu viel. Es ist eben ein weiterer „normaler Tag“ im Leben von Din Djarin und Grogu.

Gerade deshalb hat der Film für mich überraschend gut funktioniert. Auch der Soundtrack hat mich positiv überrascht und war deutlich präsenter, als ich erwartet hatte.

Der Grogu-Abschnitt war sehr unterhaltsam und sorgte auch für einige Lacher im Kinosaal. Ebenso hat Rotta für mich überraschend gut funktioniert. Die Geschichte um ihn fand ich damals im The Clone Wars-Film eher nervig und ich denke bis heute, dass man stattdessen lieber einen Klonkriegs-Schlachten-Mehrteiler hätte erzählen sollen. Hier hingegen war Rotta ein interessanter Charakter, der eine gewisse Entwicklung durchmacht und über den man auch etwas mehr erfährt.

Für Mando freut es mich außerdem, dass er wieder eine Razor Crest besitzt. Man merkt einfach, wie sehr er diesen Schiffstyp mag. Passenderweise habe ich erst vor Kurzem das UCS-Modell der Razor Crest gebaut, was mir viel Spaß gemacht hat. Und witzigerweise bin ich erst vorgestern mit Jabbas Segelbarke fertig geworden. Insofern habe ich dieses Jahr sogar die passenden UCS-Sets zum Film gebaut.

Für mich war der Film insgesamt ein schöner Ausflug ins sogenannte Mandoverse. Vom Abenteuergefühl her erinnert mich das Ganze teilweise sogar etwas an Indiana Jones. Deshalb kann ich viele der sehr schlechten Kritiken nur bedingt nachvollziehen. Ich habe das Gefühl, dass manche Zuschauer mit der falschen Erwartungshaltung ins Kino gegangen sind. Der Film ist weder ein Saga-Film noch ein klassischer Star-Wars-Film im bisherigen Sinne.

Aus Sicht eines Star-Wars-Kinofilms könnte ich den Film allerdings durchaus stärker kritisieren. Mich stört beispielsweise nach wie vor die Entscheidung, den berühmten Lauftext und das klassische Star-Wars-Intro ausschließlich für die Skywalker-Saga zu reservieren. Für mich gehört das einfach zu Star Wars dazu. Umso mehr ärgert es mich, wenn andere Filme stattdessen trotzdem mit einem simplen Text beginnen. Bei Rogue One schaue ich inzwischen sogar eine Fan-Version des Lauftext am Anfang, weil das für mich sofort mehr Star-Wars-Gefühl erzeugt und den Film zusätzlich aufwertet.

Auch manche Szenen rund um das Imperium wirken etwas billig, insbesondere wenn man erst vor Kurzem Rogue One gesehen hat. Andererseits wird das Imperium hier genauso dargestellt wie bereits in der Serie. Insofern bleibt der Film seinem eigenen Stil treu. Persönlich hätte ich mir dennoch ein etwas bedrohlicheres Imperium gewünscht. Teilweise versucht der Film auch in Imperialen Momenten humorvoll zu sein, in denen das für meinen Geschmack nicht ganz passt.

Ich könnte aus der Perspektive eines Star-Wars-Kinofilms noch einige weitere Kritikpunkte anbringen. Ehrlich gesagt genieße ich aber gerade, dass der Film für mich auf Serienniveau hervorragend funktioniert hat. Und genau das macht mich am Ende zufrieden.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich hoffe, dass der Film erfolgreich wird. Als große Rückkehr von Star Wars auf die Kinoleinwand hätte sich meiner Meinung nach jedoch eine etwas bedeutendere Geschichte besser geeignet.


Edit: Eine Sache hat mich allerdings wirklich gestört: Wer ist bitte auf die Idee gekommen, den Film mit Opening Credits zu veröffentlichen?

Für mich nimmt das dem Film sofort einen Teil seiner Star-Wars-Identität. Statt sich wie ein besonderes Star-Wars-Erlebnis anzufühlen, wirkt der Film dadurch auf einmal deutlich beliebiger.

Gerade weil man ohnehin schon auf den ikonischen Lauftext und das klassische Star-Wars-Intro verzichtet, hätten die Verantwortlichen meiner Meinung nach zumindest darauf achten sollen, wie alle Star Wars Filme ohne Opening Credits zu veröffentlichen. Für mich war das tatsächlich ein kleiner Immersionskiller.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie anderswo schon geschrieben, ist der Film für mich eine 5/10. Man schaut ihn sich einmal an und während der Abspann läuft, hat man ihn im Grunde schon wieder vergessen. Ist er seine 21,40 Euro (kein OV, kein 3D) wert, die ich für die Kinokarte bezahlt habe? Da muss ich ein klares Nein ausgeben, wobei ich auch glaube, dass er im heimischen Fernsehvergnügen noch einmal schlechter abschneiden dürfte. Dazu mehr im Spoilerbereich.

Zunächst aber erst einmal zu den guten Seiten des Films:

- Die Handlung funktioniert an sich und es bleiben nur wenige Fragen offen, die durchaus alle unter den Tisch fallen können, ohne dass es mir Bauchschmerzen bereitet. Handlungstechnisch sehe ich hier zwar nichts besonderes, aber das ist schon in Ordnung. Nicht jeder Film muss der Megaknaller sein, der das ganze Universum umkrempelt. Es ist eine etwas persönlichere Geschichte, sie wurde konsequent durcherzählt und zu ihrem logischen Ende geführt. Das passt.

- Der Mandalorianer als überwältigende Tötungsmaschine funktioniert so, wie ich es mir seit ich Boba Fett1992 in das Imperium schlägt zurück das erste mal auf VHS gesehen habe immer vorgestellt habe. Da ging mir wirklich das Fanherz auf.

- Auch wenn mir persönlich die Basis der Neuen Republik zu sehr nach 08/15 Nachbau einer Militärbasis ausdem Pazifikfeldzug der USA im zweiten Weltkrieg aussieht, wussten X-Flügler und co. zu begeistern. Auch den U-Flügler noch einmal in Aktion sehen zu dürfen, war schön. Und bei der unausweichlichen Endschlacht am Ende, hat man auch was ordentlich zu sehen bekommen. Da freut sich der kleine 6-jährige Star Wars Fan in mir.

- Der Dejarikkampf ist für mich optisch definitiv der Höhepunkt des Films. Es wurde sogar eine Pose aus einem Spielzug in Krieg der Sterne wiederholt (wo R2D2 eine Figur von Chewbacca aus dem Spiel nimmt). Das war ein tolles Detail.

- Den Sound fand ich im Gegensatz zur Musik des Films wirklich gut. Wann immer Blasterschüsse fielen oder man Triebwerke aufheulen gehört hat und so weiter, hat das einen guten Eindruck gemacht.

Aber der Film hat eine Vielzahl an Schwächen, die mein Endergebnis so runtergerissen haben. Die kann ich allerdings nur schwer ansprechen, ohne die Handlung zu verraten. Also geht es jetzt im Spoiler weiter:

Ehrlich gesagt kann ich mir bei diversen Dingen nicht erklären, was man sich dabei gedacht hat, das so zu veröffentlichen. Ich versuche mal grob chronologisch vorzugehen, womit gemeint ist, dass ich Dinge in der Reihenfolge anspreche, in der sie mir aufgefallen sind und dann, sofern vorhanden, alle weiteren Instanzen desselben Fehlers nennen werde.

1) Es gibt wirklich grobe Schnittfehler in dem Film. Ganz am Anfang verlassen wir den Mandalorianer, wie er in einem Fahrstuhlschacht kämpft und dann sehen wir ihn nach einer kurzen Groguszene (dazu unten mehr) auf einmal vor der Basis wieder. Wie ist er da hingekommen und warum? Man weiß es nicht. Warum hat er die Verfolgung seines Ziels abgebrochen und besteigt den AT-RT, um die fast schon Steilwand den Berg runterzuholzen? Auch das wird nicht erklärt. Wie durch ein Wunder landet der Mandalorianer dann aber auf dem Weg der drei AT-ATs*, die den flüchtenden Imperialen Kommandeur transportieren...aber warum transportieren die den eigentlich? Hat er sich da reingebeamt oder wie hat das funktioniert? - Also hier fehlen einige wichtige Sekunden an Filmmaterial, die sinnvoll erklären, warum passiert, was gerade passiert. Das hat mich wirklich aus dem Film gerissen. Und ich muss sagen, das darf einem Milliardenkonzern so nicht passieren. Selbst Filmstudenten wäre das vom Professor so um die Ohren gehauen worden.

Nicht ganz so gravierend, aber ähnlich ist es beim Kampf gegen das riesige Schlangenmonster: Wo kam denn auf einmal die Harpune her?

Und ein drittes mal bei der Flucht durch den Dschungel: Da hat der Mandalorianer auf einmal seine persönliche Blasterpistole in der Hand, obwohl die Droiden, gegen die er da gekämpft hat, allesamt andere Waffen genutzt haben. Was für ein glücklicher Zufall!

*Es war ja wirklich ein verdammt glücklicher Zufall, dass hier die Uralt AT-ATs aus Rebels zum Einsatz kamen, die mit ihren Hauptgeschützen auch nach unten Feuern können, was die Standard Modelle zur Zeit des Films (nach Endor) höchstens mit ihren Sekundärgeschützen gekonnt hätten.

2) Warum hatte der Mausdroide die Reifen von einem ferngesteuerten Modellbuggy aus dem Spielzeugladen des 20. Jahrhunderts? Also das sah wirklich lächerlich aus. Es ist jetzt nicht so, dass der Mausdroide aus Krieg der Sterne es an Geschwindigkeit oder Manövrierfähigkeit hat vermissen lassen und Lucasfilm will mir erzählen, sie hätten das Ding von 1977 nicht nachbauen können? Und warum wurde der überhaupt losgeschickt, um Verstärkung zu holen? Da draußen, wo der hinwollte, war doch niemand abgesehen von Grogu und einem AT-RT Piloten und mir ist nicht in Erinnerung geblieben, dass der Mandalorianer irgendwie den Funk gestört hätte...naja, das führt uns zum dritten Punkt.

3) Was zum Teufel ist Grogu, warum ist er in diesem Film? Also ich habe die Serie ja nicht gesehen, wenn man einmal von einigen Youtubeschnipseln absieht und bin relativ unbelastet an den Film gegangen. Aber aus Grogu werde ich nicht schlau und das liegt nicht an dem Charakter an sich sondern wie er eingesetzt wird. Und wie er eingesetzt wird, ist einfach nur auf zweifelhaftes Schreiben zurückzuführen.

Er wird in den Film als junges, aber durchaus kompetentes Wesen eingeführt. Sicher, der Mausdroide war nur da, damit Grogu etwas zu tun hat (was in sich ein Schreibproblem darstellt), aber Grogu wird hier eingeführt als fähiger kleiner Partner des Mandalorianers, der innerhalb seines nicht unbeträchtlichen Könnens unterstützend tätig werden kann und auch schlau genug ist, sich vor Feinden zu verstecken, bis der Mandalorianer auftaucht. Später wurde wunderbar gezeigt, wie er bei der Modifizierung der Razor Crest aushilft, was sich dann damit noch im Film bezahlt macht, da er geschickt einen der riesigen Kampfdroiden von innen auseinander nimmt. Es gibt einige Stellen mehr, wo er überaus kompetent ist (Tür öffnen, Mando furchtlos auf einem anderen Planeten retten etc.), aber dann gibt es andere Szenen, wo er spontan Gehirnaussetzer hat (anders kann ich mir das nicht erklären) und sich ohne erkennbaren Grund absolut idiotisch benimmt. Ich vermute, weil das lustig sein soll. Aber für mich hat keine dieser Szenen funktioniert, weil Grogu an anderer Stelle so sehr kompetent dargestellt wird. Bestes Beispiel ist noch an Bord des führenden AT-AT. Vor gefühlten 5 Filmminuten wurde uns gezeigt, dass Grogu Telekinese beherrscht. Warum wirft er dann die blinkenden Sprengsätze nicht telekinetisch aus dem AT-AT raus? Stattdessen pochert er auf dem Helm des Mandalorianers rum. Und erheblich später im Film wollt ihr mir ernsthaft erklären, dass Grogu der Meinung war, der ihm sehr gut bekannte Mandalorianer würde in das winzig kleine Raumschiff der kleinen Mechaniker passen? Hahaha, wie putzig. Nicht.

Insgesamt weiß ich auch nicht, warum der Film The Mandalorian and Grogu heisst. Die komplette Handlung dreht sich einzig um den Mandalorianer bzw. dessen Arbeit als Kopfgeldjäger und Grogu hat nur eine Funktion im Film, wenn eine Szene für ihn geschrieben wurde. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft er entweder eine Szene für sich hat oder im Film einfach nicht stattfindet. Also ich habe wirklich nichts grundsätzliches gegen den kleinen Kerl, aber man hätte ihn erheblich besser in die Handlung einflechten sollen, wenn der Film schon (auch) nach ihm benannt ist, finde ich. So wie es gemacht wurde, habe ich das Gefühl, sie wussten nicht so recht, warum er überhaupt da ist und haben ihn dann einfach hier und da irgendwie eingebaut. Manchmal ziemlich fadenscheinig.

Mal etwas allgemeiner: Wirklich warm geworden bin ich mit "Baby Yoda" vor dem Film nicht und jetzt bin ich es auch nicht. Tatsächlich habe ich mich mit der Frage letzte Woche eine ganze Weile beschäftigt, warum er nicht bei mir landet und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es an seinen Augen liegt. Warum sind die Pupillen so riesig? Damit sieht er verdammt unmenschlich aus und ich verstehe nicht, was Lucasfilm mir damit sagen will, dass seine Augen so komplett anders aussehen als die aller anderen Vertreter seiner Spezies, Yoda selbst voran oder auch Yaddle zum Beispiel. Soll das bedeuten, Grogu schmeisst sich ständig Drogen wie Ecstasy ein? Oder ist er von der dunklen Seite der Macht vereinnahmt? Wurde das in der Serie jemals erklärt? Es ist mir wirklich ein unheimliches Mysterium.

4) Farben, Farben, Farben Wo der graue AT-AT vor dem ebenso grauen Gebirgszug samt Schnee noch so halbwegs gut zu sehen ist, haben wir später mehrere Kämpfe, wo ein Braun gekleideter Mandalorianer gegen ähnlich grau/braun gefärbtes Viechzeug in einer ebenso braunen Höhle bei schlechter Beleuchtung kämpft. Es fiel mir wirklich schwer, da zu verfolgen, was auf dem Bildschirm passiert. Ähnlich war es während er von den Droiden durchs Unterholz verfolgt wurde oder als der Mandalorianer die Huttenfestung gestürmt hat. Wie kann man allen Ernstes so einen Einheitsbrei verzapfen? Das war schon im abgedunkelten Kinosaal mies und ich will mir gar nicht vorstellen, wie das in einem beleuchteten Wohnzimmer auf dem Fernseher aussieht.

5) Matschiges Bild, mieses CGI(?) Der Planet mit den Gladiatorenkämpfen sah ja anfangs recht interessant aus. Star Wars ist ja auch berüchtigt dafür, so viel interessantes im Hintergrund laufen zu haben, die Mos Eisley Cantina Szene ist nicht umsonst legendär. Umso bedauerlicher ist es, dass sie hier mir nachträglich eingebauter Unschärfe gearbeitet haben. In den Credits sieht man, dass die Unreal Engine für den Film verwendet wurde und gemessen daran, kann ich mir nur dadurch erklären, dass schlecht gemachte Hintergründe verschleiert werden sollten, also eben diese Hintergründe durch eine künstliche Unschärfe des Bildes verborgen werden sollte. Gemessen an den Produktionskosten des Films ist das einfach erbärmlich. Bladerunners Los Angeles aus dem Jahre 2019 sah noch nie so hässlich aus, wie in diesem Film. - Zum Glück war es in diesem Maße nur in diesem Teil des Films so schlecht.

6) Der Mandalorianer sieht Gewalt als das letzte Mittel an. Echt jetzt? Das kam so sehr aus dem nichts, dass es mich kurz aus der Handlung geworfen hat. Nachdem der Mandalorianer allein in diesem Film bis zu diesem Punkt im Gespräch mit dem Huttengladiator gefühlte 100 Leute ohne zu zögern oder einen anderen Weg zu suchen erschossen, flambiert, in die Luft gesprengt oder zumindest krankenhausreif geprügelt hat als gäbe es kein Morgen, haut er ernsthaft den Satz raus, Gewaltanwendung wäre für ihn das letzte Mittel? Also ernsthaft, das können die Schreiberlinge ihrer Mutter erzählen, aber glaubhaft war das gemessen an seinen Taten bis hierhin (und ab hier bis zum Ende des Films genauso) ganz sicher nicht.

7) Woraus ist der Mandalorianer gebaut, Durastahl? Es ist sehr gut zu sehen, dass der Mandalorianer einen Stoffanzug trägt, auf den die Panzerplatten genäht sind. Er trägt keinen Kürass oder eine Vollplattenrüstung aus Beskar. Als der sicher eine Tonne wiegende Hutte also sein Markenzeichen einsetzt und den Mandalorianer unter sich mit voller Wucht begräbt, hätte der Mandalorianer platt wie eine Flunder sein müssen. Stattdessen war das aber nicht einmal eine Fleischwunde wert. Es ist immer gut zu wissen, dass der Protagonist unverwundbar ist.

8) Der Hutte will anders sein als andere Hutten. Wie...menschlich von ihm. Aber er ist gar kein Mensch. Da hätte ich mir mehr Erklärung gewünscht, warum er sich so anders verhält als seine Spezies. Gut, in einem Film ist das natürlich schwer, zumal der Hutte nur eine Nebenfigur mit sehr begrenzter Bildschirmzeit ist.

9) Kinderwagen macht BRRRRRRRRRRRRRRRR Was zur Hölle? Ein hoch motorisierter Kinderwagen, der auch noch für das drinnen sitzende Kind Kontrollelemente hat? :D Also das hat mich wirklich zum Lachen und Kopfschütteln gebracht. Leider wurde damit dann leider so überhaupt nichts gemacht und ich schätze, da wurde wieder (zu) viel rausgeschnitten, siehe Punkt 1.

10) Die Mitte des Films hat ein Loch. Ähnlich wie Die Rückkehr der Jedi-Ritter hat dieser Film an sich zwei in sich abgeschlossene Kapitel. Wo Die Rückkehr der Jedi-Ritter aber nach dem Abflug von Tatooine wieder direkt Spannung mit der Planung des Angriffs auf den zweiten Todesstern aufbaut, hat dieser Film eine große gähnende Leere, die die Frage aufkommen lässt, warum der Abspann jetzt nicht läuft. Das hätte man besser machen können und gemessen am genannten Gegenbeispiel imho müssen.

11) Warum Pedro Pascal? Der Mandalorianer wurde den Film über als überaus kompetenter Elitekrieger mit scheinbar übermenschlichen Kräften und Fähigkeiten aufgebaut...und dann nimmt man ihm den Helm ab und darunter hervor kommt ein Typ Anfang 50, der ein butterweiches Gesicht hat, das wohl Zeit seines Lebens keine wirklichen Entbehrungen hatte verkraften müssen. Also ich kann zu Pedro Pascals Schauspielerei nichts sagen, weil ich den Film auf Deutsch gesehen habe...aber für mich hat sein Gesicht die Illusion des zähen, übermenschlichen Mandalorianers komplett zunichte gemacht.

12) Das ist nicht der Weg Der Mandalorianer wird vergiftet, Grogu rettet und heilt ihn (mit Hilfe des Sumpfbewohners)...und dann steht der Mandalorianer da gut belichtet im Morgenlicht und faselt philosophisch daher: "Die Alten beschützen die Jungen und dann beschützen die Jungen die Alten. Das ist der Weg." ...und dann bleibt die Kamera auf den Mandalorianer fokussiert als erwarte er irgendwie Beifall für den Spruch. Also bei mir im Kinosaal gab es dafür nichts als absolute Stille. Die Szene war einfach nur zum Fremdschämen oder total cringe wie die Jugend heute sagt. Ich bin mir sicher, die Drehbuchautoren waren echt stolz auf diese Szene, dabei war es imho absolut unterste Schublade der miesesten Fanfiction, die man irgendwo in den Untiefen von Reddit vielleicht findet.

13) Die Neue Republik startet einen Krieg mit dem Huttenkartell (?) Hat sich die Neue Republik jetzt mit allen Hutten angelegt, nur weil zwei von denen auch mit dem Imperium gehandelt haben? Also erst einmal, warum war das überhaupt eine Überraschung? Na jedenfalls hätten die Schreiberlinge für Sigourney Weaver in dem einen Satz, in dem der Militäreinsatz gerechtfertigt wurde, gerne irgendwas einbauen können, das aussagt, dass das Huttenkartel sich von den Zwillingen distanziert hat oder so. Jetzt frage ich mich schon, ob die Neue Republik gegen die Imperialen Restwelten UND das gesamte Huttenkartel Krieg führt. Aber gut, das ist wirklich der kleinste Punkt hier. :)

Bevor ich zum Schluss komme noch ein paar kleinere Erwähnungen:

- Warum war Sigourney Weaver überhaupt in dem Film? Damit wenigstens ein Star vielleicht Leute in die Kinosäle lockt?
- Warum funktionieren Protonentorpedos von X-Flüglern wie Streubomben und Protonentorpedos von Y-Flüglern nicht?
- Die Stop Motion der vier kleinen Mechaniker war im Film viel besser als noch im Trailer. Die Framerate hat sich gefühlt verdoppelt, aber sie hat immer noch stellenweise gestockt...die kleinen wären
- Zeb...ist da. Ich kenne ihn nur aus Staffel 1 und 2 von Rebels, als es das noch auf Prime Video (oder war es Netflix?) gab und ich weiß wirklich nicht, wie sich DIESER Charakter in das Militär der Neuen Republik einfügen könnte. Aber gut, er war für mich durchaus ein gern gesehener Gast.
- Der Cameo von Dave Filoni in der Pilotenbar hat mir nicht gefallen. Er saß da in Klamotten rum, die er auch zu irgendwelchen Lucasfilm PR Events und vermutlich auch im Büro und privat trägt, inklusive des für ihn typischen Hutes. Da hätten sie ihm wirklich ein Kostüm verpassen können, das mehr nach Star Wars aussieht....ich meine, hat er nicht auch einen der X-Flügler am Ende gesteuert? Da hat er ja auch in eine Flugmontur gepasst.
- Musik...war da überhaupt was? Ich kann mich an kein einziges Stück erinnern. Wirklich schade, wo Star Wars doch für seine ikonsiche Musik berühmt ist.

Alles im allen verstehe ich nicht, warum dieser Film so überhaupt gemacht wurde. Was ich hier niedergeschrieben habe, ist ja nur das, was ich von gestern noch in Erinnerung habe. Würde ich den Film mehrmals durchgehen, würde ich sicher mehr finden. Ich hoffe, der nächste wird erheblich besser, ich finde nämlich alle von mir oben genannten Kritikpunkte wären durchaus vermeidbar gewesen.
Nach reiflicher Überlegung und mit MOTU im Blick, den ich gestern gesehen habe, reduziere ich meine Bewertung von 5/10 auf 4/10. Das CGI hier ist einfach zu mies. Insbesondere die Farbgebung, die es teils massiv erschwert, dem Geschehen zu folgen. Das muss besser gehen. Insbesondere von ILM erwarte ich da mehr.
 
Da kannste dich bei Disney bedanke, die vor einiger Zeit viele Effektkünstler gefeuert haben. Liegt also nicht allein an ILM.
Da hast du recht, ILM ist nur noch eine Disneymarke. Ich habe nur versucht, ein wenig präziser zu sein. Und immer nur "Disney ist doof und schuld an allem" zu sagen, ist dann irgendwo ein wenig flach. Selbst wenn wir alle wissen, dass da immer dieselben Leute in der Chefetage die Fäden ziehen.
 
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