Truuine

| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil


Lilivienne setzte ein durchaus überraschtes Lächeln auf. Ihr war nicht bewusst, dass sie sich den Bastioner Zungenschlag inzwischen derart zu eigen gemacht hatte. Offenbar erkannte man inzwischen selbst auf derart abgelegenen Welten wie Truuine sofort, woher der Wind wehte. Das war gut. Sehr gut sogar. Schließlich hatte sie unzählige Jahre damit zugebracht, sich den für die Zentralwelten ungewohnten Mix aus cygnischem und fondorianischem Akzent abzugewöhnen. Offenbar mit Erfolg. Noch während ihrer Tätigkeit als Schauspielerin hatte sie immer wieder Szenen neu drehen müssen, da ihr ursprünglicher Zungenschlag durchgerutscht war. Doch das war inzwischen auch bald 20 Jahre her. Als Gouverneurin von Bastion erwartete man nun naturgemäß, dass sie keinen fremden Eindruck vermittelte.

„Zwar hat uns der letzte Flug von Bastion hierhergeführt,“, begann Lily nun in dem melodischen Klang, den ihr muttergegebener, cygnischer Akzent mitbrachte, „aber die Galaxis ist groß und wir sind schon viel herumgekommen. Genau wie Sie, wenn Sie meinen Lebensmittelpunkt allein aus dem Klang von zwei Sätzen heraushören können.“

Die Gouverneurin warf einen genaueren Blick auf die Uniform. Gala-Uniform? Imperiale Armee. Die Rangabzeichen eines 2nd Lieutenant. Bandschnalle für die Teilnahme an der Koornacht-Offensive, wenn sie nicht alles täuschte.

„Wir sind auf Einladung des Gouverneurs hier“, lautete ihre Erklärung.
„Die Gala der Gesellschaft zur Förderung der schönen Künste und imperialer Kultur“, fügte sie pflichtgemäß an.


Der Chiss setzte mit dem Schwung seiner Finger eine Bestellung bei dem Barkeeper ab. Offenbar wusste er bereits, was er den beiden Damen vorsetzen konnte. Während er die mit klarbräunlicher Flüssigkeit gefüllten Gläser herüberreichte, nickten sowohl Lily als auch Alizée pflichtbewusst dankend. Ihre Majordomus hatte sich während des Gesprächs bisher auffällig unauffällig zurückgehalten, fühlte sich nun jedoch genötigt, die Vorstellung auf möglichst proklamatische Weise vorzunehmen.


„Sie sprechen mit Madame Lilivienne aus dem Hause Évarielle, Baronesse von Oridin und Gouverneurin von Bastion.“

Alizées schwungvoller, aber arroganter Ton klang beinahe, als wäre sie pikiert davon, dass ihr Gegenüber nicht wusste, wem er gegenübersaß. Sie besaß nicht einmal mehr den Ansatz eines Bastioner Akzents, schließlich war Cygnisch ihre Muttersprache.

Lily warf ihr einen leicht vorwurfsvollen Blick zu. Sie hatte geplant, mehr oder weniger undercover mit den Einwohnern von Truuine ins Gespräch zu kommen. Bei einer Begleiterin, die ihre Rolle mit der eines Herolds verwechselte, würde dies jedoch ein Ding der Unmöglichkeit bleiben.


„Da wir uns weder auf Cygnus, Fondor noch Bastion, sondern in einer ungezwungeneren Atmosphäre befinden, wird Lilivienne reichen, denke ich. Meine Freundin hört auf den Namen Alizée“, versuchte sie die hölzerne Vorstellung etwas aufzulockern. Anschließend führte sie ihr Kristallglas unter die Nase und versuchte die Note des Getränks auszumachen. Altes Holz, etwas leicht Florales und dahinter Vanille.

„Und wie dürfen wir Sie nennen, Lieutenant …?“

Sie erwiderte den Blick in die tiefroten Augen des blauhäutigen.

Dann nahm sie einen Schluck. Er war erstaunlich mild. Nichts, was einem sofort die Kehle herunterbrennt. Da war eine langsamere Wärme, die allmählich den Brustkorb herunterwanderte. Im Mund war er zunächst weich, fast süßlich. Erst danach breitete sich ein würzigerer Geschmack aus. Fast meinte sie, geröstete Nüsse und das Aroma alter Fässer wahrzunehmen. Außerdem hatte er eine ganz schwache mineralische Kühle, etwas von nassem Stein oder Metall. Nicht unangenehm, aber deutlich wahrnehmbar. Es handelte sich um einen alten Kernweltschnaps. Teuer, weich, traditionsbewusst und ein bisschen dekadent. Eine interessante Wahl. Aber keine, die den Geschmack von Truuine repräsentierte. Dank des Geschenkes, das sie von Gouverneur Solaris anlässlich ihrer Ernennung erhalten hatte, kannte Lily den Geschmack Truuines.

In diesem Moment traten weitere Personen an den Tresen und ließen sich auf den Barhockern in der Nähe nieder. Lily beachtete sie zunächst nicht.


„Das ist Ihre Idee davon, was die Leute von Moraband trinken?“ Lily hatte ein amüsiertes Lächeln aufgeschlagen.

Es wäre auch nicht die erste Wahl, die sie von einem einfachen Lieutenant der imperialen Streitkräfte erwartet hätte.


„Sie kommen nicht von hier“, sprach sie das offensichtliche aus. „Ein Chiss, der bei den imperialen Streitkräften dient und viel herumgekommen ist? Außerdem sind Sie offensichtlich nicht im Regeldienst“, stellte sie fest und nickte in Richtung seiner Gala-Uniform.

Sie war sich ziemlich sicher, dass es sich bei ihrem Gegenüber nicht um einen einfachen 2nd Lieutenant handelte.


| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


OP: Cygner haben einen französich klingenden Akzent
 
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[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée

Kael kam nicht umhin zu schmunzeln als Alizées Taktgefühl eines Rancors ihn ob der Galanz in dessen Gegenwart er sich befand zunächst auf die Formelle Anrede der Baronin hin zu weisen die auf einen dieser klassichen Melodischen Namen der Cygnier hörte. Dann auch noch gleich eine Gouverneurin, er ging in seinem Kopf die Dossiers der wesentlichen Gäste durch... keine ruhige Minute vergönnte man ihm. Sei es wie es sei, er hatte ja Alkohol um dieses ganze nervtötende Socialising durchzustehen und es gab weitaus schlechtere gesellschaft als zwei gut situierte Ladies des Imperialen Verwaltungsadels.

"Oh ich bitte vielmals um Verzeihung Gnädigste, wie hätte ich ob der Haltung auch verfehlen können mich in der Gesellschaft eines Kindes des Östlichen Galaktischen Adels zu befinden.", es war eine Weile her und selbstverständlich war dieser Melodische Schlag der Cygnier nichts was er blind beherrschte aber innerhalb der Reichen und Schönen aufzuwachsen hatte seine Vorteile die eine oder andere Mundart aufzuschnappen als er bewusst in die eher cygnischen Akzente des sprechens verfiel und Alizée zuzwinkerte um der Informalität eine kleine Pointe zu verleihen bevor er leicht den Kopf neigte. "Reed. Kael Reed, ich schließe mich ihnen da an Lilivienne, Kael reicht vollkommen, zumal ich so schade es ist auch nicht mit mehr Vornamen aufwarten kann. In meinem Elternhaus könnte man sagen ist alles mit mehr als sieben Buchstaben wahrscheinlich auch als zu kostenineffizient verschrien.", ein leichtes, mehr nach innen gewanntes lächeln umspielte seine Mundwinkel. "Wir teilen auch dasselbe Ziel der Reise will ich meinen, auch wenn ich hier bin weil der Gouverneur eingeladen hat und nicht weil ich eingeladen wurde.", ein wesentlicher Unterschied den es zu betonen galt bevor er sich wieder einem Schluck seines Mittelmäßigen Truuiner Brandes zuwandte und das Glas anschließend erneut in das Licht hielt damit er die Kirchenfenster sehen konnte. Viskosität, Alkoholgehalt... wenig aussagekräftig rein chemisch gesehen auch wenn es von stümpern und selbstverliebten Sommeliers immer hoch gehandelt wurde dieses kleine aber feine Detail. Nun wer konnte es ihnen verdenken wenn es ihnen an der mentalen Kapazität fehlte etwas das die tranken überhaupt soweit verstehen zu können das sie in der Lage gewesen wären es herzustellen... was bei den meisten definitiv nicht gegeben war. Viele, wenn nicht gar fast alle, waren Stümper und mehr Verkäufer mit einem glorifizierten Titel.

"Oh was ich ihnen habe bringen lassen ist definitiv nicht was hier getrunken wird. Es widerstrebt mir jedoch zutiefst ihnen etwas zu bestellen das in meinen Augen niemals die Schranken der Mittelmäßigkeit hinter sich lassen wird wie mir scheint. Ich möchte nicht alle Brenner des Planeten verurteilen aber alles bisherige das ich verkosten konnte ist von der Kunst und Vielfältigkeit echten Könnens leider noch weit entfernt.", er konnte die Fragezeichen in den Gesichtern der Frauen sehen, was verstand ein Soldat schon von den Annehmlichkeiten schönen Essens und herausragender Getränke. Ein offeneres lächeln schlich sich über sein Gesicht während er den feinen aufsteigenden Aromencocktail des Brandes erneut langsam einatmete. "Wissen sie was wirkliche Meister von einem Reinen Produkt unterscheidet? Das sie einen Stil pflegen, geboren aus Zufall und doch Kontrolle. Ein schmaler Grad daraus der Natur ihren Lauf zu lassen und doch niemals die Zügel aus der Hand zu geben. Nehmen wir den Esseles Archipelago Reserve den ich ihnen bestellt habe und vergleichen ihn einmal mit diesem Morab' Edition 1717.", er griff unbemerkt hinter die Theke und angelte sich ein Glas, teilte seinen Brand und offerierte ihn der Gouverneurin von Bastion. "Der Truuiner Brand ist Zweifelsohne fehlerlos, klar in seiner Struktierung von Kopfnote, Körper und Nachhall. Was ihn von ihrem Brand unterscheidet ist, dass er diese Qualitäten allesamt mit jedem anderen Brand hier teilt. Auf Esseles sind die Hallen der Trico-Familie dessen Meisterstück sie genießen mehrmals überschwemmt worden. Was man anfänglich für unverkäuflich hielt zeigte jedoch eine Komplexität die sich im Glas erst nach 30 bis 45 Minuten entfalten kann. Ein Fehler der schließlich zur Kunstform und einem einzigartigen Stil erhoben wurde. Die Höhlen in denen das Produkt heute gelagert wird überschwemmen nun jedes Jahr, jedoch nicht immer gleich- oder gar regelmäßig. Aus diesem Naturphänomen entwickelte sich eine Unverkennbare Handschrift, etwas was nicht zu kopieren ist und mit dem es jedes Jahr aufs neue etwas zu entdecken gibt. In der Arbeit und im Glas.", er nahm einen Schluck von ihrem Glas nachdem er still seine Hand zur Nachfrage ausgestreckt hatte und genoss jede einzelne Sekunde. "Das ist es was die Meister dieser Kunst von jenen Unterscheidet die ein Brennlabor niemals verlassen haben."

Während er also in etwas schwelgte was ihn so sehr an seine Erziehung denken ließ das er fast kotzen musste. bemerkte er durch Zufall das ihn ein nicht gänzlich unbekannter Mann von der anderen Seite der Theke kurz anstarrte. Aren Vayliuar. Mittlerweile Moff und einer der Namen auf der Gästeliste die er kannte und Personen die er Dank Bild und vormaligem Zusammentreffen definitiv wiedererkannte. Er hob sein Glas leicht zum Gruß während er zu Lilivienne schielte. "Ich darf doch annehmen Teuerste das sie zum Netzwerken hier sind? Dann sollten wir gleich informell damit anfangen."

Er sprach etwas lauter in Richtung des Moffs. "Mr. Vayliuar, keine falsche Scheu die Damen beißen nicht und ich färbe nicht ab, gesellen sie sich zu uns. Wenn man mir gesagt hätte das sie hier sind hätte ich diese Verpflichtung ja beinahe dankend ausschlagen können."

Vielleicht konnte er sich ja doch noch um zu viel Kommunikation herumdrücken.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und ein unbekannter Mann
 
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[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, noch nicht erkannter Chiss (Kael Reed), unbekannte Damen

Auch nachdem er sich von dem seltsam vertrauten Chiss abgewendet hatte, konnte er nicht vermeiden, mit einem Ohr bei dem Gespräch der drei zuzuhören. Erst als Zesh ihm zuprostete griff Aren auch zu seinem Glas Cognac und stieß mit dem Sector Adjutanten.

,,Mit einem Cognac macht man in der Regel immer einen guten Griff, wenn sie mich fragen."

, erwiderte Aren mit einem Lächeln und gönnte sich einen Schluck. Genau in diesem Moment hörte er von der Nachbargruppe rund um den Chiss etwas, was ihn aufhorchen ließ. Wie der Zufall so spielte hatte er wohl nicht nur die gleiche Bar wie die Gouverneurin von Bastion ausgesucht, sondern noch dazu auch die Plätze direkt neben dieser. Hätte sie nicht mit dem Rücken zu ihnen gesessen, hätte er sie wahrscheinlich sofort erkannt. Es war wichtig die Gesichter der Männer und Frauen zu kennen, die neben ihm im Imperialen Norden Schlüsselpositionen in der Verwaltung einnahmen ... vor allem wenn sie genau so plötzlich in diese Schlüsselpositionen gekommen waren wie man selbst. Fast hätte er gedacht, mehr Zufall wäre nicht möglich, bis auch der Chiss seinen Namen von sich gab. Das Lächeln wich für einen Moment dem Ausdruck ehrlicher Überraschung. Wie lange mochte Nirauan mittlerweile her sein? Es fühlte sich für ihn beinahe wie ein ganz anderes Leben an.

Doch auch Zesh schien zu merken, dass seine Aufmerksamkeit nicht gänzlich ihm selbst galt, als er leicht amüsiert fragte, ob er ihre Sitznachbarn kennen würde. Aren setzte nicht direkt zur Antwort an, sondern lächelte zuerst etwas verlegen und entschuldigend in Richtung des Sector Adjutanten. Er genehmigte sich noch einen Schluck Cognac, den er genüsslich im Mund verkostete.


,,Nun, tatsächlich ist es so ..."

Weiter kam er nicht. Auch er war entdeckt worden. Lieutenant Reed prostete ihm zu, sprach kurz mit der Dame, die wohl die Gouverneurin von Bastion war und wandte sich dann ihm zu. Mit einem wohl leicht scherzenden Ansatz lud er Aren und seinen Begleiter ein, sich zu ihnen zu gesellen. Aren griff zu seinem Glas und lächelte in Richtung des Lieutenants, bevor er aufstand und sich in deren Richtung begab, sodass er die Gouverneurin von Bastion auch ansehen konnte, ohne dass sie sich gänzlich verdrehen musste. Mit einer kurzen Handgeste lud er Theranos ein, sich ebenfalls anzuschließen.

,,Wenn das kein Zufall ist. Diesmal auf einem etwas gastfreundlichen Planeten als zuletzt ... eine Verbesserung wenn man das so sagen kann. Meine Verlobte hat mich hierhergeschleppt und als Mitglied der ausrichtenden Gala kann man sich kaum entziehen."

Aren prostete dem Lieutenant erneut zu und lächelte ihm entgegen. Kurz versuchte Aren die Situation einzuordnen. War der Mann im Dienst für die Armee oder seine Mutter hier? Die Galauniform und der Anlass sprachen wohl für letzteres, doch es herrschte Krieg und Truuine war nicht all zu weit von der Front entfernt. Naja, für den Moment sollte es egal sein und Aren wusste ohnehin aus unguter Erfahrung, dass man nicht all zu sehr im Thema Familie bei Mr. Reed herumstochern sollte. Dann wandte er sich der Gouverneurin zu. Er wusste nicht, wer die andere Dame war, vielleicht eine Freundin, doch Ms. d'Oridin erkannte er sofort. Mit seiner Begrüßung wandte er sich an beide, wenn auch in erster Linie an die Gouverneurin von Bastion.

,,Ich hätte nicht gedacht, dass Truuine Gäste eines solchen Kalibers anziehen würde. Es ist mir eine wirkliche Freude, Lady d'Oridin, ich habe in letzter Zeit viel über sie gelesen und an ihrem Gesicht kommt man im Thronsektor ja ohnehin kaum vorbei. Mein Name ist Aren Vayliuar, wie sie ja jetzt durch unseren gemeinsamen Bekannten bereits wissen."

Er ließ Rang und Titel bewusst außen vor. Ein wenig wollte er seinen Inkognito Status doch auskosten - er war Mr. Reed sehr dankbar, dass er ihn nicht sofort gänzlich verraten hatte. Und auch die neue Gouverneurin wollte er eines kurzen Test unterziehen, mal schauen wie sie reagierte ohne direkt seinen Titel auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Dann wandte er sich Theranos zu um ein wenig die Vorstellungsrunde zu moderieren.

,,Das ist Theranos Zesh, Sector Adjutant des Prefsbelt Sectors für Wirtschaft, Bau, Industrie und Handel. Theranos, das ist Lieutenant Kael Reed ein ... Geschäftspartner von mir. Die Gouverneurin von Bastion werden Sie ja mit Sicherheit auch ohne mich erkannt haben. Ich muss nur leider gestehen, dass ich auch nicht weiß, wer ihre Begleitung ist."

Lächelnd blickte er in Richtung der beiden Damen und nahm noch einen weiteren Schluck Cognac. Er hielt sich bewusst etwas ruhiger, wirkte die Gouverneurin in ihrer privaten Kleidung doch eher so wie er, als wollte auch sie nicht unbedingt sofort erkannt werden. Es hatte doch alles hier das Potential, sich in eine noch angenehmere Richtung zu entwickeln, als ursprünglich ohnehin bereits gedacht.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, noch nicht erkannter Chiss (Kael Reed), unbekannte Damen
 
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[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )


Theranos ließ seinen Blick kurz auf das Glas des Moffs sinken und musste bei dessen Antwort bezüglich des Cognac´s leicht schmunzeln.

„Gut zu wissen. Vielleicht können Sie mir bei Gelegenheit einen empfehlen. Ich muss gestehen, dass meine Erfahrung mit gutem Cognac deutlich überschaubarer ist als mit Wein.“

Er nahm einen kleinen Schluck aus seinem eigenen Glas und wollte sich gerade wieder dem eigentlichen Grund ihres Treffens widmen. Immerhin waren sie bei ihren Überlegungen zu seinem zukünftigen Stab, den Anforderungen rund um KP-1 und den zahlreichen Aufgaben seines neuen Ressorts noch lange nicht am Ende angelangt. Doch dazu kam es vorerst nicht.
Auf seine Frage hin, ob Aren jemanden unter den übrigen Gästen kannte, setzte der Moff gerade mit einem „Nun, tatsächlich ist es so …“ zu einer Erklärung an, als von eben jener Seite der Theke plötzlich eine Stimme zu ihnen herüberdrang.
Theranos wandte nun erstmals ganz offen den Blick in die entsprechende Richtung.

Ein Chiss hatte Aren angesprochen und hob sein Glas in dessen Richtung, wobei die Vertrautheit seiner Worte kaum Zweifel daran ließ, dass die beiden einander tatsächlich kannten. Wer der Mann war, oder wer die beiden Damen in seiner Gesellschaft waren, wusste Theranos dagegen nicht. Zumindest erklärte er das vorherige Verhalten seines Vorgesetzten.
Offenbar würde er die Antwort auf seine Frage nun ohnehin aus erster Hand erhalten.

Theranos war mit dem Gespräch über KP-1 und seinem neuen Ressort zwar noch lange nicht fertig gewesen, doch allem Anschein nach musste dieser Teil ihrer Unterhaltung für einige Zeit warten. Die Unterlagen in seiner Aktentasche liefen schließlich nicht davon, und seine Neugier darüber, mit wem Aren auf diese beinahe vertraute Weise bekannt war, überwog für den Augenblick deutlich.
Als der Moff schließlich aufstand und Theranos mit einer kurzen Handbewegung bedeutete, sich ebenfalls anzuschließen, nahm dieser daher sein Weinglas sowie die Aktentasche und folgte ihm die wenigen Schritte entlang der Theke, wo er die Tasche dann auch schon wieder abstellte.

Erst während Aren die kleine Runde begrüßte, begann sich für Theranos langsam ein Bild zusammenzusetzen. Der Chiss war offenbar ein Lieutenant Kael Reed und kannte Aren bereits von einer früheren Begegnung, über deren genauere Umstände Theranos vorerst ebenso wenig wusste wie über die Bedeutung der etwas eigenwilligen Bezeichnung als dessen Geschäftspartner.
Wesentlich vertrauter war ihm dagegen der Name der Dame, an die Aren sich anschließend wandte.

Lilivienne Évarielle d’Oridin Gouverneurin von Bastion und Baron von Oridin

Spätestens mit der Erwähnung Bastions hätte Theranos ohnehin gewusst, wen er vor sich hatte. Persönlich war er der Gouverneurin der imperialen Hauptstadt bislang nie begegnet, doch ihr Gesicht kannte er aus Holoberichten von offiziellen Aufzeichnungen ebenso wie aus ein paar spots ihrer früheren Propagandafilme und den politischen Unterlagen, mit denen er sich spätestens seit seiner Ernennung zum Sector Adjutant deutlich intensiver beschäftigte. Eine Gouverneurin von Bastion gehörte schließlich kaum zu jenen Persönlichkeiten innerhalb der imperialen Verwaltung, deren Namen man beiläufig übersehen konnte.

Als Aren schließlich auch ihn vorstellte, trat Theranos etwas näher. Da er nicht wusste wie er sie am besten begrüßen sollte und er erst wenig Erfahrung mit anderen Verwaltern oder Gouverneurinnen gesammelt hatte beschloss er Sie mit vollem Titel anzusprechen. Somit neigte er zunächst höflich und respektvoll den Kopf in Richtung der Gouverneurin und sprach mit einem freundlichen und ehrlichen lächeln auf den Lippen.

„Gouverneurin d’Oridin und Baron von Oridin, es freut mich außerordentlich, Sie persönlich kennenzulernen. Bislang kannte ich Sie tatsächlich nur aus Holoberichten und den üblichen Aufzeichnungen.“

Anschließend wandte er sich ebenso höflich ihrer Begleiterin zu, deren Identität offenbar selbst Aren nicht kannte, und begrüßte auch sie mit einem freundlichen Nicken.

„Ebenso freut es mich, Ihre Bekanntschaft zu machen, die Dame.“

Er beließ es bewusst dabei und gab ihr damit Gelegenheit, sich selbst vorzustellen, anstatt über Namen, Titel oder Stellung einer ihm unbekannten Person zu spekulieren.

Zuletzt richtete sich seine Aufmerksamkeit auf den Chiss.

„Lieutenant Reed.“

Theranos nickt nun auch ihm höflich und freundlich zu und prostete leicht in seine Richtung als er das Glas in seiner Hand sah, ehe er einen kleinen Schluck von seinem Wein trank. Für einen Augenblick ließ er seinen Blick über die unerwartet zusammengekommene Gesellschaft wandern. Aus dem ursprünglich geplanten ruhigen Gespräch zwischen Aren und ihm war innerhalb weniger Augenblicke eine bemerkenswert interessante Runde geworden.

„Darf ich fragen, ob Sie sich ebenfalls für eine kleine Unterredung hier getroffen haben, oder hat Sie der Zufall genauso zusammengeführt wie uns gerade?“

Sein Blick wanderte dabei zunächst zwischen Reed und den beiden Damen hin und her, bevor er mit sichtlicher Neugier wieder kurz zu Aren sah.
Dass ihr Gespräch über KP-1 und seinen zukünftigen Stab damit vorerst unterbrochen war, störte Theranos inzwischen kaum noch. Dafür würde sich später noch genügend Gelegenheit finden.

Für den Augenblick interessierte ihn wesentlich mehr, in welche Situation er und Aren hier gerade eher zufällig geraten waren und was sich daraus noch ergeben würde.



[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - in einem Kanonenboot auf dem Weg zum nächsten Einsatz - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons]

Vorn wurde sehr schnell wieder daran erinnert, wieso es klug war einfach mal die Fresse zu halten. Kaum hatte er angedeutet, dass die ihn umgebenden Männer halbwegs brauchbar waren, musste ihr kommandierender Offizier das gleich mal ausschmücken und ihn mit allerlei unwichtigen Scheiß zutexten. Glücklicherweise war er zu sehr mit dem Fressen beschäftigt, um – zumindest aus
Asters Sicht – unhöflich sein zu können. Die Stummheit des Akolythen änderte ohnehin nichts. Der Major redete und redete und redete. Klar, ein bisschen was von Wert war auch dabei, aber oh bei Magga, der Typ war wieder so einer. Einer der sich gerne selber reden hörte. Ob das wohl eine Eigenschaft von imperialen Offizieren war? Also eine Art Grundvoraussetzung?

Was auch immer. Der wichtigste Punkt war ihr nächstes Ziel, ein Bunker und die ihn umgebenden Gräben. Letztere erforderten eine andere Form des Kampfes. Technisch gesehen konnte man einfach drüber hinweg laufen, doch dagegen hatte man sich natürlich gewappnet und selbst Vorn würde eher früher als später aus zig Richtungen in die Mangel genommen und durchlöchert werden. Womit er dann eigentlich einen Vorteil hatte. Kleine Räume und Gänge waren wie ein Heimspiel. Andererseits kannte er es nur aus einer Welt, in der es nur Nahkampfwaffen und vielleicht mal ein paar brennbare Flüssigkeiten gab ... es blieb also abzuwarten.

„Verstehe.“ gab Vorn zurück, als es passend erschien und aß weiter. Zwei andere Soldaten schienen ermutigt worden zu sein es ihm nachzutun, denn auch sie hatten sich inzwischen eine der Feldrationen geschnappt. Ein paar andere tranken etwas, doch die meisten wirkten ruhig. Wie Puppen oder Droiden, weniger wie Menschen, die in einer fliegenden Blechdose steckten, welche sich ganz schnell in einen fliegenden bzw. dann eher abstürzenden Sark verwandeln konnte und es gab nichts, dass sie dagegen tun konnten. Vorn selbst hasste das Fliegen. Nicht einmal den Akt selber, also ihm wurde nicht schlecht oder so, sondern die mangelnde Kontrolle. Das war in der Grundausbildung schon so weit gegangen, dass er sich ernsthaft darüber informiert hatte, wie man selber flog oder WENIGSTENS an einem Geschütz saß und irgendetwas töten konnte, während man sonst nichts tun konnte. Es hatte sich jedoch herausgestellt, dass das nicht mal so eben erlernt werden konnte. Falls Aster es überhaupt zugelassen hätte. Doch selbst wenn: auf die paar Jahre in der Ausbildung konnte er gerne verzichten. Um zum Punkt zu kommen: auch deshalb futterte er gerade. Um den Körper und Geist beschäftigt zu halten.

Nachdem der
Major verschwunden war und sein Ding gemacht hatte, kam er zurück und informierte alle über den Plan. Schwer zu sagen, ob der einfache Soldat das alles verstehen und in seinem Kopf in eine Karte mit beweglichen „Spielern“ verwandeln konnte, doch Vorn war dazu nicht in der Lage. Das war nicht unbedingt seine Stärke. Seine Welten waren klein genug gewesen, um das nicht tun zu müssen und er hat diese Fähigkeit daher nie erlernt. Folglich gingen die Worte des Majors in ein Ohr rein und aus dem anderen wieder heraus und es blieben nur kleinste Details hängen.

Danach passierte erst einmal nichts mehr. Der Flug war ruhig, die paar geführten Gespräche so leise, dass nur der Nebenmann sie hören konnte. Vorn wurde irgendwann so langweilig, das sein Blick einen beliebigen Soldaten vor sich abtastete und seine Ausrüstung begutachtete.
Richtig. Die Schwerter. Sie würden selber in den Nahkampf gehen wollen. Das war ein Problem. Wieder so eine Sache, die er sich nie angeeignet hatte. Das MIT jemanden kämpfen. Er besaß ein Laserschwert und das schnitt durch die Imperialen, „seine“ Leute also, genau so leicht wie durch die Rebellen. Er konnte NICHT WIRKLICH mit ihnen kämpfen. Er war sowieso schon groß und breit und auffällig wie einer dieser hässlichen weißen Wookiee-Abarten … wobei es schon ein großes Lob war, dass etwas noch hässlicher sein konnte als diese stinkenden Affen. Er war also nicht in der Position sich wegen verbündeter Kräfte in seinem direkten Umfeld einzuschränken.

„Major.“
sagte er deshalb schließlich und das laut genug, damit es jeder hören konnte.
„Arbeiten sie lieber einen Plan aus, der ihre Leute von mir fern hält.“ Als der Offizier ihn ansah, klopfte der Hüne auf sein Schwertgriff.
„Ich werd mich nicht zurückhalten. Also sollte niemand neben mir stehen.“

Der Angesprochene antwortete erst einmal nicht, signalisierte aber verstanden zu haben. Das mochte auch daran liegen, dass er just in dem Augenblick durch seinen Com angesprochen wurde und er kurz darauf die Seitentür öffnen ließ. Er lehnte sich leicht heraus und benutzte eines dieser fantastischen imperialen Ferngläser, die für einen jüngeren Vorn wie Magie gewesen wären. Inzwischen war er Machtnutzer, also schwächte das solcherlei Gedanken ab, doch imperiale Technologie war immer noch faszinierend.
Nicht so faszinierend waren zum Beispiel jene Gedankenspiele, in denen Vorn aufstand und den Major aus dem Transporter trat und danach alle Anwesenden mit dem Schwert nieder mähte. Das war inzwischen Standard geworden. Sich auszumalen, ob er in der Position war um einen Raum zu säubern. Grob über den Daumen gepeilt hatte er bisher mehr verloren als gewonnen, doch hier und jetzt sah er gute Chancen.

Bevor sich der dunkle Machtnutzer zu sehr in diesen Phantasien verlieren konnte, trat der Major zurück, das Schott schloss sich und Gespräche wurden geführt. Dann bekam Vorn einen Comlink. Im Prinzip überflüssig, da sein Helm über alle nötige Technik verfügte, musste der Akolyth ihn dennoch annehmen. Er hatte sich nicht ausreichend damit beschäftigt, um mal so nebenbei irgendwelche Anpassungen vorzunehmen.

Der Major sprach wieder und die ohnehin schon kühle militärische Atmosphäre wurde frostig. Und Vorn erkannte, dass er militärische Führer mehr mochte als Politiker. Die kleine Ansprache von
Aster, vor kurzem noch auf dem Wasserschiff, war sehr viel... blumiger gewesen. Emotionaler, ausschweifender und der ganze Scheiß. Der Major konnte viel reden, ohne etwas zu sagen, aber er konnte auch anders. Vorn hätte sogar beinahe genickt, doch dann fiel ihm die Sache mit dem Comlink ein und er fummelte lieber an seinem Helm herum, während die anderen Soldaten sich und ihre Ausrüstung gegenseitig überprüften. Er war auch noch dabei, als der Offizier ihn erneut erwähnte und plötzlich löste sich all der Respekt auf, den er eben noch für diesen Mann empfunden hatte. Da waren sie ja. Die blumigen Worte über Ehre und die ganze Wi**se. Aber es schien funktioniert zu haben, denn die Männer um ihn herum starrten ihn an und reckten ihre Waffen. Vorn hatte das zuvor erlebt. Schon in der Kolonie. Und auch schon damals hatte er wenig mehr als Verachtung für diese Kreaturen übrig gehabt. Schwache Menschen verstanden das nicht. Sie sprachen ständig von wir und uns, doch es gab kein Wir. Sie kämpfen nicht ZUSAMMEN. Sie kämpften NEBENEINANDER, während sie in die selbe Richtung gingen. Das war NICHT dasselbe.

Doch darüber würde ein
Anhänger von Magga nicht mit Außenstehenden reden. Es war weder seine Aufgabe, noch sein Bedürfnis sie über diesen Unterschied aufzuklären. Sobald sie neben ihm starben und er ihnen höchstens beim Sterben zusah, würden sie es schon verstehen. Wenn schon nicht auf intellektuellem Level, dann wenigstens instinktiv. In größter Not nur Gleichgültigkeit zu erblicken, konnte nicht mehr ignoriert werden. Das war der Punkt, an dem man sich nichts mehr vormachen konnte. Und wenn sie diesen ohnehin erreichen würden, wozu es ihnen zuvor erklären?

Irgendwann wurden sie geradezu beiläufig und willkürlich beschossen. Niemand schien das groß zu interessieren. Es wurden sogar Witze darüber gemacht und tatsächlich hörte sich das auch gar nicht mal so bedrohlich an. Das unverkennbare Geräusch eines für ihre Sicherheit arbeitenden Schutzschildes war hier und da zu hören und es klang so seicht wie der Wind. Vorn kannte jene Einschläge auf Schutzschilde, die von einem drohenden Kollaps verkündeten. Die hörte er hier nicht, also machte er sich keine allzu großen Sorgen.
Und dann landeten sie schließlich und alle verließen schnell, aber geordnet den Transporter. Der Akolyth folgte wie gewünscht dem
Major, während um sie herum schon völlig wirkungslos Feindfeuer einschlug. Nun, nicht ganz wirkungslos, denn so konnte man relativ leicht sehen, bis wohin man gehen konnte, ohne abgeschossen zu werden. Na vielen dank, ihr scheiße dämlichen Rebellenwi**ser!

Weitere Befehle wurden gegeben und alles klang schon irgendwie sinnvoll. Soweit Vorn es verstand, hatte er aber vorerst nichts zu tun. Weshalb er sich eine Weile umsah, bis er jemanden mit einer interaktiven Karte des vor ihn liegenden Geländes fand. Natürlicherweise hatten sich bereits andere Entscheidungsträger darum versammelt, während die normalen Soldaten der körperlichen Arbeit nachgingen und das Fundament für den bevorstehenden Frontalangriff legten. Der Machtnutzer selber hatte ja nicht durch das Makrofernglas geschaut, weshalb er bis zu diesem Punkt nur die Information „Bunker“, „Hügel“ und „Grabennetz“ gehabt hatte. Nun sah er mehr. Noch immer nicht die echte Realität, sondern nur eine holographische Karte, doch es reichte. Die Proportionen waren zwar falsch, doch es schlich sich dennoch das unbestimmte Gefühl ein, dass sie morgen Mittag nicht schon wieder auf dem Weg zum nächsten Ziel sein würden...


[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02 - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons und sonstige Planetare Sicherheitskräfte]
 
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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil

Kael Reed. Da klingelte erwartungsgemäß nichts bei ihr. Lily fiel lediglich auf, dass der Name nicht nach Chiss klang. Aber über die Normen Chiss-Namensgebung war ihr genau so viel bekannt wie über die Essgewohnheiten von Malastare-Ratten: Klischees.
Darüber hinaus fiel ihr lediglich auf, dass ihr Gegenüber Basic nicht nur fließend beherrschte, sondern auch in der Lage war, gewählte und teils gar gestelzte Formulierungen zu verwenden. Er schien also eine gute Ausbildung genossen zu haben oder aus gutem Hause zu sein. Vielleicht auch beides. Kael gab zudem zu verstehen, dass er ebenfalls als Gast der Gala auf Truuine verweilte. Der formelle Auftritt ergab also Sinn. Er fuhr fort, und das nicht ohne direkt alle Brennereien des Planeten zu verurteilen. Lilys Augenbrauen wanderten unwillkürlich ein Stück nach oben. So schlecht konnte der örtliche Geschmack doch sicher nicht sein. Übertrieb der Chiss also? Konnte er das überhaupt einschätzen? Vielleicht hatte seine … Art … andere Geschmacksnerven also normale Humanoide. Erneut stellte sie fest, dass sie nicht genug über die blauhäutigen Chiss wusste, um sich ein vernünftiges Bild machen zu können.
Dann begann Lieutenant Reed jedoch mit einem Monolog, der beweisen sollte, wie sehr er Mann von Kultur und Geschmack war. Es fiel Lily schwer, seinen Ausführungen zu folgen. Sie war nicht Feinschmecker genug, um aus dem Brand, den er nun mit ihr teilte, irgendeine Überschwemmung herauszuschmecken. Sie konnte wahrnehmen, dass dieses Getränk einen anderen Geschmack hatte. Das war es aber auch. Den Chiss jedoch schien sein Aroma fast zu betören. Es dauerte gefühlt ewig, bis er seinen Vortrag beendet hatte, zu dem Lily höflich schweigend lauschte und lediglich ab und zu Blicke mit Alizée austauschte.


„Ein Erlebnis, in der Tat“, war der einzige Kommentar, der ihr zu diesem Brand einfiel. Alles andere war ja schon gesagt.

Zu ihrem Glück schien der Lieutenant kurz darauf eine alte Bekanntschaft zu entdecken und entschloss sogleich, alle miteinander bekannt zu machen. Lily drehte sich auf ihrem Barschemel halb herum und erkannte die Personen, die kurz zuvor die Bar betreten hatten.
Und nun fiel ihr auf, dass sie zumindest einen von ihnen schon einmal gesehen hatte. Davon war sie überzeugt. Sie konnte nur nicht einordnen, wo das war. Lilivienne betrachtete ihn einen Moment länger, als es für einen vollkommen Fremden notwendig geworden wäre. Sie versuchte in ihrem Gedächtnis zu kramen. Bastion? Im Gouverneurspalast konnte sie ihn nicht verordnen. Es musste irgendwo anders gewesen sein. Sie entschied sich jedoch, ihrer Erinnerung nicht gewaltsam auf die Sprünge zu helfen. Wenn der Mann wichtig genug war, würde sich seine Identität schon ergeben.

Interessant war jedenfalls, dass er derjenige war, den Kael kannte. Der Blick der Gouverneurin wanderte für einen Moment zum Chiss zurück. Der rätselhafte Lieutenant sammelte langsam eine bemerkenswerte Zahl Auffälligkeiten an. Erst die Gala, dann sein Auftreten, sein gebildeter Hintergrund und nun eine Bekanntschaft, die Lily schon einmal gesehen hatte. Als er herantrat begrüßten sich die beiden mit einer gewissen Vertrautheit, ehe er sich ihr zuwandte. Als er sie mit Lady d’Oridin ansprach und anmerkte, in letzter Zeit einiges über sie gelesen zu haben, musste Lily unwillkürlich schmunzeln. Alizées Bemühungen, ihren gesellschaftlichen Rang allen Gesprächspartnern vorab klar zu machen, waren somit zumindest in diesem Fall überflüssig.


„Dann hoffe ich, dass wenigstens ein Teil davon schmeichelhaft war“, erwiderte sie. „Holomedien haben oftmals den Drang, aus einer gewöhnlichen Stechmücke einen gefährlichen Rancor zu machen.“

Er stellte sich als Aren Vayliuar vor. Der Name half ihr leider nicht weiter. Sie ließ sich davon jedoch nichts anmerken und neigte höflich den Kopf, ohne nach einem Titel zu suchen, den der Mann selbst offenbar nicht für erwähnenswert hielt. Er war also Mitglied der Gesellschaft. Vielleicht war er Künstler? Darsteller? War Lily ihm zuvor Mal bei Dreharbeiten über den Weg gelaufen?

„Es freut mich sehr, Mr. Vayliuar.“

Die Vorstellung des Mannes an seiner Seite brachte zumindest bei diesem wesentlich schneller Klarheit. Theranos Zesh, Sector Adjutant des Prefsbelt-Sektors. Irgendwas klingelte in ihrem Hinterkopf. Das Memo war mal über in ihrem Feed aufgetaucht. Ihr war zu diesem Zeitpunkt schon aufgefallen, dass es sich um ein bemerkenswert weit gefasstes Ressort handelte. Die Bemerkung, dass man ihm offenbar alles übertragen hatte, was sich entweder errichten oder verkaufen ließ, unterdrückte sie staatsmännisch. Stattdessen begrüßte sie auch ihn mit einem ebenso höflichen Nicken. Immerhin konnte sie bei ihm wissen, woran sie war.

Mister Zesh. Ebenfalls eine Freude. Ich hoffe, Sie finden noch Zeit zum Schlafen bei so viel Verantwortung.“

Nun doch ein Kommentar. Lily garnierte ihn jedoch mit einem charmanten Lachen, der kenntlich machen sollte, dass es sich dabei um einen Scherz handelte. Seine anschließende Begrüßung galt Alizée und erst jetzt wurde der Gouverneurin bewusst, dass sie ihre Begleiterin noch gar nicht vorgestellt hatte. Wie unhöflich. Sie wandte sich daher leicht zur Seite und öffnete mit einer kleinen Handbewegung die nun eher zufällig entstandene Gesprächsrunde für die andere Frau.

„Bevor meine Manieren vollkommen unter diesem vorzüglichen Brand leiden: Alizée Marre, Majordomus meines Hauses.“
Ein entschuldigendes Lächeln ihr gegenüber folgte.
„Die Person, der ich verdanke, dass ich pünktlich zu Terminen erscheine, dass mein Haushalt geregelt ist und, dass auch ja jeder meine vollständigen Namen und Titel erfährt.“

Wieder lachte sie und warf der Cygnerin einen Seitenblick zu, in dem Tadel und Belustigung die Waage hielten. Gerade heute Abend hatte Lilivienne ursprünglich gehofft, für ein paar Stunden nicht als Gouverneurin von Bastion oder Baroness durch Moraband zu laufen. Offenbar ein hilfloses Unterfangen. Zesh’s Frage, ob es sich bei ihrer Zusammenkunft um eine Verabredung handelte, brachte sie ebenfalls zum Glucksen. Sie sah zunächst zu Kael und dann zu Mr. Vayliuar, als müsste sie überprüfen, ob sich hier möglicherweise ohne ihr Wissen eine kleine imperiale Konferenz gebildet hatte.

„Nein, ganz und gar nicht. Kael war spontan so freundlich, sein Wissen über erlesene Brände mit uns zu teilen.“
Sie hob das kleine Glas etwas an und ließ den Rest des Getränkes darin kreisen.

„Unser Treffen war glücklicher Zufall. Alizée und ich wollten den Abend nutzen, um etwas von Moraband zu sehen, bevor morgen die Gala beginnt. Dabei sind wir hier gelandet und der Lieutenant hat uns offenbar davor bewahrt, Opfer eines nur zweitklassigen Truuiner-Brands zu werden. Zwar bin ich in derlei Dingen nicht qualifiziert genug, um sein Urteil zu bestätigen. Ich kann lediglich feststellen, dass der Vergleich zugunsten dieses Getränks ausfällt.“

Sie deutete mit der freien Hand auf ihr Glas.

Dass die beiden anderen Männer zur Gala eingeladen waren, machte die zufällige Begegnung weniger unwahrscheinlich, als sie zunächst erschienen war. Truuine war schließlich nicht Bastion oder Coruscant. Moraband war noch kein Ort, an dem sich die gesellschaftliche Elite des Imperiums auf unzählige Viertel verteilte. Zumal sie sich hier direkt gegenüber des Praxeum befanden. Wer wegen derselben Veranstaltung angereist war und am Vorabend nicht nur in seinem Quartier verbringen wollte, landete wahrscheinlich zwangsläufig irgendwann in denselben Straßen, Restaurants oder Bars. Trotzdem war die Ironie da, dass sie ausgerechnet beim Versuch, dem politischen Betrieb zu entkommen, innerhalb kürzester Zeit einen imperialen Offizier mit Alkoholexpertise, einen frisch ernannten Sector Adjutanten und einen Mann kennengelernt hatte, dessen Gesicht sie noch immer irgendwo in ihrem Gedächtnis herumtrug.

Aren Vayliuar.

Sie nahm einen kleinen Schluck und musterte ihn erneut über den Rand ihres Glases hinweg, ohne dabei zu offensichtlich zu wirken. Der Name sagte ihr noch immer nichts. Vielleicht lag es tatsächlich an ihrer früheren Arbeit. Als Schauspielerin hatte sie über Jahre eine kaum überschaubare Zahl von Personen getroffen: Produzenten, Regisseure, Investoren, Kulturfunktionäre und jene reichen Männer, die auf Premieren erschienen, ohne jemals einen Fuß in ein Holostudio gesetzt zu haben. Später war die Kriegsberichterstattung hinzugekommen, mitsamt Offizieren, Gouverneuren, Pressesprechern und Generälen, deren Gesichter irgendwann miteinander verschwammen. Es war durchaus möglich, dass er irgendeiner dieser Begegnungen entstammte und sie sich lediglich deshalb an ihn erinnerte, weil er damals eine Uniform getragen oder neben jemandem gestanden hatte, der wichtiger gewesen war.


„Moff Vayliuar?“

Lily erschrak fast. Es war nicht sie, die diesen Gedanken aus dem Nichts in dickem cygnischem Akzent äußerte, sondern ihre Untergebene Alizée, die in diesem Moment ein kleines Datapad, das sie ebenso aus dem Nichts gezaubert hatte, in einer Seitentasche ihrer Kluft verstaute.

„Verzeihung, Ihr Name kam mir so bekannt vor. Ein für mich ungewöhnlich klingender Nachname. Woher stammen Sie, wenn ich fragen darf?“

Das Bild fügte sich plötzlich zusammen. Nicht Moraband. Kein Holo-Filmset. Schwarzer Stein und ein Saal mit Reihen aus Uniformen. Der Sith-Tempel. Thronsaal. Natürlich! Sie hatte ihn bei der Krönung Ihrer neuen Imperatorin gesehen. Sie hatte nicht miteinander gesprochen und sich wahrscheinlich auch nicht länger als ein paar Sekunden in der Nähe von einander befunden. Doch irgendwo war dort dieses Gesicht gewesen. Es erklärte zumindest, warum die Erinnerung an seine Gesichtszüge so hartnäckig war und gleichzeitig keinerlei persönliche Beziehung dazu passen wollte.

Lilivienne nahm einen weiteren Schluck und wartete auf seine Bestätigung.


| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und Theranos

Bewusst und glücklich konnte sich Kael ein wenig aus dem Kreise der Verwaltung zurückziehen und das Tänzchen beobachten das die Hohen Herrschaften hier miteinander aufführten und er musste beinahe süffisant lächeln als die beiden Damen den mittlerweile Moff als die Institution erkannten die er war. Ehrlicherweise musste Kael trotz seiner Abneigung gegenüber diesem geschachere Allgemein immerhin mit sich selbst so ehrlich sein das Aren Vayliuar für ihn der zunächst einzige integere in dieser Runde war. Was unter anderem seiner Geringschätzung dieses Spiels allgemein lag. Heute war er er jedoch weiser als noch vor einigen Jahren solche Treffen als nichts anderes als eine andere Art von Schlachtfeld zu betrachten in dem Verbündete noch weitaus seltener waren. Er war sich ziemlich sicher das sich die drei Verwalter allesamt gegenseitig in den Rücken schießen würden wenn es ihren Zielen diente, der Moff war dabei der einzige von dem Kael glaubte das er dass auch mit einer Agenda tat die dem Wohle des Imperiums mehr oder zumindest gleichwertig dem seinen diente.

"Dann gebührt mein Dank wohl ihrer Frau dass auch die Vernunft auf einem solchem Empfang Einzug halten darf."

Dem anderen Verwalter, Theranos Zesh reichte er die Hand wie es sich geziemte und lehnte sich in seinem Barstuhl zurück. Situation analysieren und lernen.

"Freut mich Mr. Zesh, Kael reicht vollkommen aus für einen so informellen Plausch."

Wenn Aren Vayliuar ihn nicht outete dann könnte er vielleicht ein wenig Spaß haben.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und Theranos
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée

Aren lächelte ob der scherzhaften Bemerkung von Lieutenant Reeds. Er kannte den Mann nicht gut, doch sah er in ihm eine sehr sehr dankenswerte Ergänzung dieser Runde. So sehr er die Planungen und Gespräche unter Verwaltern auch mochte, heute war ihm nicht gänzlich der Sinn danach, er hatte Lust auf etwas lockereres. Ein Moff, ein Sector Adjutant und eine Gouverneurin kommen in eine Bar klang wie der Beginn eines schlechten, leicht regierungskritischen Witzes. Mit Mr. Reed allerdings würde es wohl deutlich lockerer zugehen. Er wusste, dass dieser Mann wohl kaum irgendjemandem hier nach der Schnauze reden würde. Eine Willkommene Abwechslung, wie Aren fand.

,,Meine Verlobte ist wohl der einzig vernünftige Part in unserer Beziehung. Und auf sie müssen Sie leider vorerst noch verzichten, sie ist gerade mit einer Freundin verabredet."

Aren lächelte gespielt entschuldigend und wandte sich dann der Begleitung der Gouverneurin zu. Ihr Majordomus, aha. So wie sie sich verhielten wohl in einer recht freundschaftlichen Beziehung. Aren begrüßte die junge Dame freundlich, konnte sich jedoch eine kleine Anknüpfung an den Kommentar ihrer Chefin im Bezug auf Zesh nicht verkneifen.

,,Ms. Marre, es ist mir eine Freude. Wenn Mister Zesh so viel Verantwortung trägt, dass er kaum noch zum Schlafen kommt, sorgen Sie wohl zumindest dafür, dass es Lady d'Oridin nicht genau so ergeht."

Mit einem Lächeln registrierte Aren, dass Ms. d'Oridin ihn nicht sofort als denjenigen erkannte hatte, der er tatsächlich war. Die Gouverneurin war wohl wirklich noch blutjung im Geschäft der Verwaltung, ein erfahrener Politiker im Dienste des Imperiums hätte die höherrangigen Verwalter seines Supersektors gekannt, doch Aren drehte der jungen Frau keinen Strick daraus. Sie war jung, frisch im Amt und er war ja sogar ein Stück weit glücklich darüber, sich ein wenig mehr in der Anonymität verbergen zu können.

Als die Gouverneurin erzählte, dass ihre Begegnung mit Kael ebenfalls rein zufällig war lachte Aren kurz auf. Dieser Planet hatte doch wirklich so einige Zufälle zu bieten. Ginge es so weiter, würde er gleich vermutlich Agustin am Tisch hinter ihnen entdecken. Er hörte der Dame aufmerksam zu und warf einen kurzen Blick in Richtung von Mr. Reed. Wie es schien, waren er und die Gouverneurin nicht die einzigen, die Inkognito unterwegs waren. Es klang bei der Gouverneurin nicht so, als ob sie wüsste, dass sie hier mit jemandem zusammensaß, der wohl anstatt Blut wirklich Spirituosen durch seine Adern fließen ließ.


,,Moraband ist auch wirklich eine faszinierende Stadt, da ist ein solch zweitklassiger Brand hoffentlich zu verzeihen. Ich kenne bisher nur Oscia, deutlich weiter im Süden. Das Fruchtbier ist dort der Geheimtipp, vielleicht müssen wir hier einmal den hiesigen Konterpart probieren, falls es so etwas gibt ... und uns Mr. Reed nicht eindringlich davon abrät."

Lächelnd prostete er Kael zu und nippte an seinem Cognac. Er verschluckte sich fast, als plötzlich die Begleitung der Gouverneurin das Wort an ihn richtete. Das war es dann wohl mit seiner Scharade gewesen. Aren hob seine Hände zu einer entschuldigenden Geste.

,,Ebenjener. Verzeihen Sie, ich wollte Sie keineswegs täuschen, aber es kam mir ganz interessant vor, einmal die Chance zu nutzen und Inkognito zu bleiben. Womit ich wohl nicht der einzige bin."

Er prostete der Gouverneurin zu, die wohl auch sich bewusst gegen eine Uniform entschieden hatte. Kael blickte er bewusst nicht an. Aren wusste um den schwierigen Stand, den er zu seiner Familie hatte und er würde wohl seine Gründe haben, hier Abseits von dieser sich zu entspannen - deutlich mehr noch als er selbst oder Lady d'Oridin.

,,Meine Familie väterlicherseits und damit auch der Name stammen aus dem mandalorianischen Raum, meine Großeltern ... emigrierten aber nach Bastion, noch bevor mein Vater geboren wurde."

Er wollte nicht näher auf die Umstände eingehen, die dazu geführt hatten, dass seine Großeltern damals Mandallia hatten verlassen müssen, beziehungsweise besser gesagt seine Großmutter alleine. Dies würde die Stimmung wohl ein wenig zu sehr trüben. Zudem wusste er selbst auch ohnehin nicht mehr als gewisse Grundzüge. Seine Großmutter hatte sich immer sehr bedeckt gehalten, für sie war die ganze Angelegenheit wohl Zeit ihres Lebens nur schwer zu ertragen gewesen. Er konnte sich nur schwer vorstellen, wie es für sie gewesen sein musste, als Botschafterin zurück in ihre Heimat zu kehren, nachdem die Zeiten sich etwas geändert hatten. Gleichzeitig brachte dieser Gedankengang in ihm selbst eine gewisse Beunruhigung in seinem Hinterkopf hervor. Als seine Cousine ihn vor einigen Tagen über die aktuelle Krise auf Uyter informiert hatte, war es ihm kalt den Rücken runtergelaufen. Tyria hatte Zuversicht ausgestrahlt, sonst wäre er vielleicht direkt nach Uyter gereist, aber dass die aktuelle galaktische Situation nun seine Heimat zu überschwemmen drohte, die für ihn immer ein gewisser Ruhepol gewesen war ... Aren gefiel dies definitiv nicht.

,,Meine restliche Familie stammt von Uyter, also auch nicht originär imperial. Ich selbst bin aber auf Bacrana geboren, in der damaligen Garnison meines Vaters. Quasi also ein Imperialer in zweiter Generation. Aber wenn ich die Akten richtig im Kopf habe und ihren Akzent richtig zuordne bin ich mit Wurzeln außerhalb des imperialen Raums ja nicht alleine. Ist es eine große Umstellung aus dem Cygnischen Sternenimperium in unser Imperium zu wechseln?"

Er blickte die beiden Damen erwartungsvoll an. Er war sich nicht mehr gänzlich sicher, meinte aber im Kopf zu haben, dass Lady d'Oridin nicht selbst im cygnischen Raum aufgewachsen war. Der Akzent ihrer Begleitung klang jedoch so stark durch, dass er sich nur schwer vorstellen konnte, dass diese Dame nicht den Großteil ihres Lebens im Cygnischen Sternenimperium verbracht hatte. Er selbst wusste nicht viel über diesen Flecken Weltraum, abgesehen von ein paar historischen Grundlagen, die er als Geschichtsinteressierter ohnehin zu zu vielen Dingen im Kopf hatte. Aber einen solch starken Akzent konnte sogar Aren heraushören.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée
 
| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


Dass Alizées Blitzrecherche richtig war, überraschte Lilivienne weit weniger als die Geschwindigkeit, mit der ihre Majordomus die Information – buchstäblich – aus dem Ärmel geschüttelt hatte. Ihrem handlichen Datapad gebührte Dank. Zwar hatte die oberste ihrer Hausdiener ein beunruhigendes Talent dafür, Informationen zu beschaffen, bevor Lily überhaupt entschieden hatte, ob sie diese haben wollte, in diesem Fall hatte sie ihr aber eindeutig eine mögliche Peinlichkeit erspart. Einen Moff des Imperiums noch eine weitere halbe Stunde lang für einen möglicherweise bekannten Schauspieler, Produzenten oder sonstigen Kunstschaffenden zu halten, hätte unangenehme Folgen haben können.

Die Erkenntnis veränderte zwangsläufig die Einordnung dieser kleinen Gesellschaft. Natürlich war
Moff Vayliuar derselbe Mann wie Aren Vayliuar, und Lily hatte sowieso wenig übrig für Leute, deren Persönlichkeit sich danach richtete, welchen Rang sie vor ihrem Namen trugen. Dennoch war ein Moff kein beliebiger Beamter. Die Männer und Frauen dieses Ranges konzentrierten die lokalen Machtverhältnisse der imperialen Sektoren auf sich. Als Gouverneurin Bastions hatte sie qua Amt ein Interesse daran, wer diese Macht ausübte, auf welche Weise er es tat und mit wem er sich umgab. Letztes sagte viel über eine Person aus.

Dieser Gedanke führte ihren Blick beinahe automatisch zurück zu Kael. Der Chiss-Lieutenant hatte die Enthüllung seines Bekannten mit einer Gelassenheit verfolgt. Schließlich schien er längst gewusst zu haben, wen er da zu ihnen an den Tresen gepfiffen hatte. Viel interessanter war, dass er selbst keine Anstalten machte, dem Beispiel zu folgen und zu offenbaren, welchen gesellschaftlichen Hintergrund er mit in durch sein Leben schleppte. Entweder war da tatsächlich nichts bedeutendes und Lily interpretierte zu viel in seine Manierismen, Kael war bescheiden, oder er hatte ein Interesse daran, dass man ihn für einen einfachen Lieutenant hielt. Sector Adjutant Zesh bekam einen Händedruck und dazu die ausdrückliche Erlaubnis, ihn schlicht Kael zu nennen. Angelegenheit erledigt.

Die Fondorianerin nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Glas und ließ ihn für einen Moment die Kehle erwärmen, während sie den Chiss beobachtete. Die Bemerkung des Moffs riss sie jedoch raus.


„Oh, ohne Alizée wäre ich ganz gewiss aufgeschmissen“, betonte sie die scharfsinnige Antwort auf ihren eigenen Kommentar. Lily legte ihr lächelnd und sanft eine Hand auf die Schulter, ganz als wären sie tatsächlich Freundinnen. Während Mr. Vayliuar auf die Frage nach seiner Herkunft einging, drehte sich Alizée etwas weiter zu ihm. Das kleine Datapad war inzwischen wieder vollständig verschwunden und mit ihm auch jeder sichtbare Hinweis darauf, dass sie ihren Gesprächspartner noch vor wenigen Augenblicken mehr oder weniger heimlich überprüft hatte. Sie lauschte ihm mit unverstelltem Interesse. Anders als Lily war ihr die Politik fremd, die sie dazu zwang, aus beinahe jeder Information direkt mögliche Verbindungen, Interessen oder Abhängigkeiten abzuleiten. Reine, unschuldige Neugier. Wie erfrischend.

„Dann bitte ich um Verzeihung, Moff Vayliuar“, erwiderte Alizée schließlich mit ihrem unverkennbar cygnischen Zungenschlag und einem eleganten Lächeln. „Ich wollte Ihr Inkognito durch meine Überprüfung keinesfalls enttarnen, Ihr Name ist mir tatsächlich nur aufgefallen, weil ich ihn nicht zuordnen konnte.“

Lilivienne hob langsam eine Augenbraue und warf ihrer Majordomus einen Seitenblick zu, den sie sogleich auffing und lediglich zwei Sekunden standhielt.

„Aber so ist doch vorzüglich, dass sich heute keiner hinter einer Fassade verbirgt, non?“

Das antwortende Nicken der Gouverneurin war etwas zu gönnerhaft. Ob sich wirklich keiner hinter einer Fassade versteckte, würde sich noch zeugen müssen.

Alizée hier ist tatsächlich im Cygnischen Sternimperium aufgewachsen. Ihre Familie dient der Familie meiner Mutter und dem Haus Évarielle schon seit Generationen treu. Ich selbst habe meine Kindheit mit meinem Vater im Tapani-Sektor verbracht, hauptsächlich in einer planetaren Stadt auf Fondor, namens Oridin City.“

Sie öffnete beide Hände, als würde sie darin ein wissenschaftliches Ergebnis präsentieren.

„Daher mein Beisatz, ‚von Oridin‘ oder ‚d’Oridin‘. Die cygnischer Sprechart hat sich in der Öffentlichkeit durchgesetzt“.

Damit waren zumindest die Hintergründe von Mr. Vayliuar, Alizée und ihr selbst freies Wissen für die Cognac-Runde.

„Und wo kommen Sie her, Mr. Zesh? Und Kael?“

Auf ihre Hintergründe war Lily sehr gespannt.

„Wo zumindest wir beide“, sie deutete höflich zurückhaltend in Richtung des Moffs, „heute ohnehin inkognito bleiben wollten, wäre dies doch die perfekte Gelegenheit, darauf zu verzichten uns an diesem Abend gegenseitig mit unseren Ämtern zu erschlagen. Sonst sind wir in einer Stunde keine nette Barbekanntschaft mehr, sondern eine außerplanmäßige Sitzung.“

Sie räusperte sich kurz hinter hervorgehaltener Hand.

„Wie schon mit Kael hier vereinbart, darf natürlich auch der Rest der Runde mich liebendgern Lilivienne nennen.“

Sie schmunzelte und wartete darauf, ob sich der Moff und der Sektor Adjutant ebenso dazu bereiterklären würden.

| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )


Theranos nahm Liliviennes Bemerkung über die Größe seines neuen Verantwortungsbereiches mit einem amüsierten Lächeln auf. Ganz unrecht hatte die Gouverneurin damit schließlich nicht. Seit seiner Ernennung hatte er selbst mehr als einmal vor der Frage gestanden, wie viele unterschiedliche Aufgaben sich tatsächlich hinter den wenigen Begriffen verbargen, die nun sein Ressort bezeichneten. Wirtschaft, Industrie, Handel und Bau mochten auf einer offiziellen Ernennungsurkunde beinahe überschaubar wirken, bis man begann, darüber nachzudenken, wie viele Unternehmen, Produktionsstandorte, Handelswege und wirtschaftliche Entwicklungsprojekte eines ganzen Sektors davon zumindest mittelbar berührt wurden.

„Sie sprechen damit durchaus einen berechtigten Punkt an“, erwiderte Theranos mit einem leichten Schmunzeln. „Wobei mein Ressort auf den ersten Blick vermutlich noch etwas weitläufig wirkt, als es tatsächlich ist. Gerade Wirtschaft, Industrie, Handel und der damit verbundene wirtschaftliche Bau lassen sich nur schwer voneinander trennen. Wenn wir neue Produktionsstandorte schaffen oder wirtschaftliche Entwicklung fördern wollen, müssen die Gebäude und nötige Infrastruktur natürlich auch dafür errichtet werden. Für den Bereich des Wohnungsbaus sowie vergleichbare zivile oder kulturelle Bauprojekte werde ich glücklicherweise nicht zuständig sein.“

Er hob sein Weinglas leicht an, bevor er mit einem Seitenblick leicht grinsend zu Aren fortfuhr.
„Und tatsächlich haben Moff Vayliuar und ich uns gerade darüber unterhalten, wie ich verhindern kann, irgendwann nicht mehr zum Schlafen zu kommen.“

Dann nahm er einen kleinen Schluck aus seinem Weinglas, ehe Theranos wieder zur Gouverneurin sah und fortfuhr.
„Ich werde diese Aufgaben selbstverständlich nicht alleine bewältigen können und habe auch nicht vor, es zu versuchen, da dies äußerst unvernünftig wäre. Deshalb bin ich gerade dabei, mir für meine neue Aufgabe einen eigenen, kleinen Expertenstab aus Beratern zusammenzustellen.”
Genau darin hatte schließlich der eigentliche Grund für sein heutiges Treffen mit Aren gelegen. Was er benötigte, waren einige wenige Menschen, die auf ihren jeweiligen Gebieten tatsächlich mehr verstanden als er selbst und ihm dadurch erlaubten, Entscheidungen auf einer wesentlich besseren Grundlage zu treffen.


Dass Lilivienne anschließend ihre bislang unbekannte Begleiterin als Alizée Marre und Majordomus ihres Hauses vorstellte, beantwortete Theranos mit einem erneuten freundlichen Nicken. Damit war zumindest diese offene Frage geklärt, wobei die scherzhafte Beschreibung ihrer Aufgaben ebenso deutlich erkennen ließ, dass zwischen den beiden Frauen offenbar ein wesentlich vertrauteres Verhältnis bestand, als die nüchterne Bezeichnung Majordomus zunächst vermuten ließ.

Bei Liliviennes anschließender Erklärung, wie sie Kael kennengelernt hatten, wanderte Theranos’ Blick für einen Augenblick zu dem Chiss. Ein zufälliges Zusammentreffen also. Damit war zumindest seine vorherige Frage beantwortet, auch wenn die kleine Runde dadurch kaum gewöhnlicher wurde. Offenbar hatte ein Lieutenant der imperialen Streitkräfte zwei ihm bis dahin fremde Damen in einer Bar kennengelernt und innerhalb erstaunlich kurzer Zeit damit begonnen, ihnen die qualitativen Unterschiede verschiedener Brände näherzubringen.

Dass es sich bei einer der beiden Damen ausgerechnet um die Gouverneurin von Bastion handelte, machte die Geschichte noch besser.
„Dann scheint diese Bar heute ein bemerkenswertes Talent dafür zu besitzen, vollkommen unabhängig voneinander angereiste Personen zusammenzuführen“, stellte Theranos amüsiert fest und nahm einen weiteren Schluck seines Weines.

Dabei entging ihm keineswegs, dass Kael sich nach der Zusammenführung der beiden Gruppen wieder etwas zurückgenommen hatte. Der Lieutenant wirkte entspannt und schien wenig Bedürfnis zu verspüren, sich in den Mittelpunkt der inzwischen ziemlich verwaltungslastigen Runde zu stellen. Gleichzeitig passte seine bisherige Ausdrucksweise nur bedingt zu dem Bild, das Theranos spontan mit einem gewöhnlichen Lieutenant verbunden hätte. Der Chiss sprach gewählt, bewegte sich vollkommen selbstverständlich in dieser Gesellschaft und kannte Aren offenbar bereits aus einer früheren Angelegenheit.

Was genau hinter dessen Bezeichnung als Geschäftspartner steckte, interessierte Theranos durchaus. Danach zu fragen, kam ihm allerdings nicht in den Sinn.
Wenn Aren ihre frühere Verbindung mit einem derart allgemeinen Begriff beschrieb, würde es dafür vermutlich einen Grund geben. Theranos hatte nie verstanden, weshalb manche Menschen auf jede bewusst offengelassene Einzelheit sofort mit einer weiteren Frage reagieren mussten.

Als Kael ihm schließlich die Hand entgegenstreckte und erklärte, für einen derart informellen Plausch würde sein Vorname vollkommen genügen, sah Theranos für einen kurzen Augenblick auf die angebotene Hand, ehe sich ein leichtes Schmunzeln auf seinen Lippen zeigte. Gewöhnlich hätte er vermutlich etwas länger an der förmlichen Anrede festgehalten. Andererseits saßen sie in einer Bar, die Gala hatte noch nicht einmal begonnen und offenbar waren sämtliche Anwesenden ursprünglich mit der Absicht aufgebrochen, wenigstens einige Stunden nicht jede gesellschaftliche Konvention bis ins letzte Detail erfüllen zu müssen.

Warum also nicht? Theranos ergriff die Hand des Chiss und erwiderte dessen Händedruck.

„Nun gut Kael.“ Sein Schmunzeln wurde ein wenig deutlicher. „Dann reicht auch Theranos vollkommen.“

Vielleicht schadete ihm selbst ein wenig weniger Förmlichkeit tatsächlich nicht. Spätestens ab dem morgigen Tag würde es ohnehin wieder genügend Empfänge, Vorstellungen, offizielle Gespräche und Veranstaltungen geben, bei denen Rang, Amt und Titel nahezu zwangsläufig vor jeder eigentlichen Unterhaltung standen. Für den Augenblick konnte Theranos durchaus damit leben, lediglich Theranos zu sein und seinen Wein zu genießen. Immerhin konnte er solche unbeschwerte Momente seit seinem damaligen Antritt zum Gouverneur an einer Hand abzählen.

Des Weiteren schien Aren diese Auffassung ohnehin zu teilen.
Theranos hörte amüsiert zu, als der Moff zunächst seine Verlobte als den einzig vernünftigen Teil ihrer Beziehung bezeichnete und anschließend Ms. Marre mit einem scherzhaften Hinweis darauf begrüßte, dass sie offenbar dafür verantwortlich war, Ms. d'Oridin trotz ihrer Verpflichtungen zumindest gelegentlich zum Schlafen zu bringen.

Die Empfehlung des Moffs bezüglich des Fruchtbiers auf Osicia merkte er sich durchaus. Theranos war kein großer Bierkenner, doch gerade auf Reisen hatte er wenig dagegen, lokale Spezialitäten wenigstens einmal zu probieren. Vielleicht würde sich während der kommenden Tage noch eine Gelegenheit ergeben.

Wesentlich interessanter wurde für ihn allerdings die Reaktion der beiden Damen auf Aren. Als Alizée plötzlich den Titel des Moffs aussprach, wanderte Theranos’ Blick beinahe automatisch kurz zu Lilivienne. Erst jetzt schien endgültig klar zu werden, wen sie vor sich hatte.

Das überraschte ihn durchaus.

Theranos selbst hatte sich spätestens vor Übernahme seines ersten Amtes intensiv mit den maßgeblichen Personen innerhalb des Prefsbelt-Sektors sowie des Braxant-Sektors und der darüberliegenden imperialen Verwaltungsstrukturen beschäftigt. Einen Moff des eigenen imperialen Großraums hätte er zumindest dem Namen nach einordnen wollen. Andererseits musste er sich eingestehen, dass die Situation kaum gewöhnlich war. Aren trug keine Uniform, hatte seinen Titel bewusst verschwiegen und Lilivienne befand sich selbst erst vergleichsweise kurze Zeit in ihrer neuen Stellung. Dass sie ihm zudem offenbar schon einmal begegnet war, ohne damals tatsächlich mit ihm gesprochen zu haben, erklärte ihre sichtbare Suche nach der richtigen Erinnerung zusätzlich. Damit war die Angelegenheit für Theranos auch schon wieder erledigt.

Er lauschte stattdessen Aren, als dieser etwas ausführlicher über die Herkunft seiner Familie sprach. Einige der genannten Eckpunkte waren Theranos aus Unterlagen zumindest grob vertraut. Dennoch war es etwas vollkommen anderes, biographische Angaben in einer Akte zu lesen oder jemanden selbst darüber sprechen zu hören. Gerade bei der kurzen Pause, die Aren einlegte, als er die Emigration seiner Großeltern erwähnte, wurde Theranos erneut bewusst, wie wenig eine nüchterne Personalakte über die tatsächliche Bedeutung solcher Ereignisse verriet.
Theranos stellte dazu jedoch keine weiteren Fragen. Als Aren schließlich das Gespräch auf Liliviennes und Alizées cygnische Herkunft lenkte und wissen wollte, wie groß die Umstellung zwischen dem Cygnischen Sternenimperium und dem Galaktischen Imperium gewesen war, hielt Theranos sich zunächst zurück.

Die Frage war an die beiden Frauen gerichtet, und ihn interessierte die Antwort selbst genug, um sie nicht mit irgendeinem eigenen Gedanken zu unterbrechen. Er lehnte sich daher etwas entspannter an die Theke, nahm sein Glas wieder zur Hand und ließ den Blick für einen Moment über diese ungewöhnliche Runde wandern.



Theranos konnte sich weit schlechtere Entwicklungen für einen freien Nachmittag vorstellen. Und vielleicht würde sich später noch die Gelegenheit ergeben, die anderen zu fragen, was sie eigentlich persönlich von den kommenden Tagen erwarteten. Welche Ausstellungen sie besuchen wollten, welche Künstler ihr Interesse geweckt hatten oder ob sie bestimmte Personen auf der Gala treffen wollten.
Theranos selbst hatte schließlich ebenfalls einige Programmpunkte, auf die er neugierig war.

Bei einem davon wäre seine Meinung allerdings alles andere als unvoreingenommen. Imperialis Sensus würde während der Gala vertreten sein, und spätestens nachdem er gehört hatte, mit welcher Selbstverständlichkeit Kael über die Feinheiten verschiedener Brände sprach, war Theranos ausgesprochen neugierig darauf geworden, was der Chiss wohl über einen der Weine sagen würde, an deren Aufbau und Vermarktung er selbst beteiligt war.

Doch dafür war später noch genügend Zeit.

Theranos bestellte sich flott ein neues Glas Wein als er feststellte das er sein erstes bereits geleert hatte und lauschte dann aufmerksam, als Lilivienne schließlich erklärte, dass der cygnische Einfluss ihrer Familie zwar unverkennbar war, ihre eigene Kindheit jedoch keineswegs ausschließlich dort stattgefunden hatte. Während Alizée tatsächlich im Cygnischen Sternenimperium aufgewachsen war und einer Familie entstammte, die dem Haus Évarielle bereits seit Generationen verbunden war, hatte Lilivienne selbst einen erheblichen Teil ihrer frühen Jahre gemeinsam mit ihrem Vater im Tapani-Sektor und insbesondere in Oridin City auf Fondor verbracht.

Damit erklärte sich für Theranos zugleich der Namenszusatz, den die Gouverneurin führte, ebenso wie jene Mischung unterschiedlicher Einflüsse, die sich offenbar hinter ihrer Herkunft verbarg. Er hatte sich während seiner bisherigen Laufbahn oft genug mit politischen Biographien beschäftigt, um zu wissen, dass Herkunft in der Galaxis nur selten eine derart einfache Angelegenheit war, wie ein Geburtsort oder eine einzelne Welt auf einem Datenblatt vermuten ließen.

Als Lilivienne geendet hatte, zeigte sich auf Theranos’ Gesicht ein freundliches Lächeln.
„Dann darf man es wohl als eine ausgesprochen glückliche Fügung betrachten, dass das Imperium heute sowohl Ihre Familie als auch Sie selbst zu seinen Reihen zählen darf, Lilivienne.“

Die Worte waren keineswegs als bloße Höflichkeitsfloskel gemeint. Theranos kannte die Gouverneurin zwar erst seit wenigen Minuten persönlich, doch allein die Stellung, die sie inzwischen auf Bastion innehatte, machte deutlich, welches Vertrauen ihr innerhalb der imperialen Verwaltung entgegengebracht wurde. Dass Menschen und Familien unterschiedlichster Herkunft innerhalb desselben politischen Systems ihren Platz finden und letztlich Verantwortung für dessen Entwicklung übernehmen konnten, entsprach ohnehin ziemlich genau jener Vorstellung, die Theranos selbst mit einem funktionierenden Imperium verband.

Als Lilivienne die Frage anschließend an ihn weitergab und wissen wollte, woher er selbst stammte, ließ Theranos sein Weinglas langsam zwischen den Fingern kreisen.


„Geboren und aufgewachsen bin ich auf Naboo, genauer gesagt in Theed“, antwortete Theranos. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. Seine Jugend auf Naboo lag inzwischen weit genug zurück, dass manches davon beinahe zu einem anderen Leben gehörte, und dennoch hatte gerade diese Zeit viele jener Überzeugungen geprägt, die ihn später überhaupt erst ins Imperium geführt hatten.
„Mein Vater war selbst politisch tätig, entsprechend früh bin ich mit Verwaltung und Politik in Berührung gekommen. Mit zunehmendem Alter haben wir allerdings festgestellt, dass unsere Vorstellungen von einer funktionierenden galaktischen Ordnung immer weniger mit jenen der Republik übereinstimmen. Dies war dann auch der Grund warum ich Naboo verließ und die Imperiale Akademie auf Corulag besuchte.“

Dass sein Vater dabei über die richtigen Kontakte verfügt hatte, um Theranos in die Akademie zu bringen, wie zum Beispiel Aren Vayliuar, verschwieg Theranos aber lieber vorerst.

„In der Republik herrschen zu viele Einzelinteressen, politische Abhängigkeiten, Arroganz, sowie das gegenseitige Torpedieren bei unterschiedlichen Zielen und nicht zuletzt jene Korruption, die ein derartiges System meiner Ansicht nach zwangsläufig begünstigt. All dies macht das System der Republik in meinen Augen machtlos und untauglich. Gerade die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit haben außerdem gezeigt, dass die Republik von jenem noblen und moralisch überlegenen Bild, das sie so gerne nach außen trägt, inzwischen Lichtjahre entfernt ist.“

Theranos hielt kurz inne. Eigentlich hatte Lilivienne lediglich wissen wollen, woher er kam.
Ein beinahe entschuldigendes Lächeln legte sich deshalb auf seine Lippen, als ihm selbst auffiel, wie weit er sich inzwischen von dieser ausgesprochen einfachen Frage entfernt hatte.

„Verzeihung. Sie haben mich lediglich gefragt, woher ich komme, und schon beginne ich beinahe, Ihnen meine politische Weltanschauung darzulegen.”


Liliviennes anschließender Vorschlag, sie beim Vornamen zu nennen, brachte Theranos erneut zum Schmunzeln.

Eigentlich entsprach eine derartige Vertraulichkeit nicht unbedingt seiner üblichen Art. Gerade gegenüber Personen, denen er erst seit wenigen Minuten gegenüberstand, hielt Theranos gewöhnlich eine gewisse höfliche Distanz aufrecht. Doch Kael hatte ihm bereits angeboten, auf den Rang zu verzichten, Lilivienne tat nun dasselbe und selbst Aren war ursprünglich mit der erklärten Absicht aufgebrochen, wenigstens für einige Stunden nicht als Moff durch Moraband zu laufen.

Vielleicht wäre es beinahe widersinnig gewesen, ausgerechnet jetzt als Einziger auf Förmlichkeiten zu bestehen.

Zudem musste Theranos sich eingestehen, dass ihm die Entwicklung des Abends gefiel. Morgen würden sie ohnehin wieder Gouverneure, Moffs, Offiziere und Sector Adjutanten sein, würden Hände schütteln, Termine wahrnehmen und vermutlich häufiger mit ihren vollständigen Titeln angesprochen werden, als ihnen lieb war. Wenn sämtliche Anwesenden damit einverstanden waren, durfte aus dieser zufällig entstandenen Runde für einige Stunden durchaus einfach eine Gruppe von Menschen werden, die gemeinsam an einer Bar saßen.

Theranos hob daher leicht sein Glas und ließ seinen Blick mit einem entspannten Lächeln durch die Runde wandern.
„Wenn wir uns darauf verständigen, unsere Ämter für diesen Abend wenigstens soweit möglich vor der Tür zu lassen, möchte ich kaum derjenige sein, der anschließend auf Förmlichkeiten besteht.“

Er prostete Lilivienne leicht zu.
„Also sehr gerne Lilivienne.“

Anschließend ließ er seinen Blick auch zu Alizée, Kael und schließlich Aren wandern.
„Und der Einfachheit halber gilt dasselbe selbstverständlich auch für mich somit für alle gerne Theranos.

Theranos wollte sein Glas bereits wieder ansetzen, hielt jedoch noch einmal kurz inne. Bei all den Gesprächen über Brände, Wein und die bevorstehende Gala wäre es beinahe fahrlässig gewesen, eine Kleinigkeit vollkommen unerwähnt zu lassen, die ihn selbst mit der Veranstaltung verband.


„Eine Sache in eigener Angelegenheit muss ich allerdings noch erwähnen, bevor ich das Wort endgültig weiterreiche.“
Ein leichtes, beinahe selbstironisches Schmunzeln zeigte sich auf seinen Lippen da er sich schon fast wie ein Verkäufer in diesem Moment fühlte.
„Ich darf mich seit meiner Akademiezeit zu den Mitbegründern von Imperialis Sensus zählen. Was damals mit Wein begonnen hat, ist inzwischen zu einer kleinen Marke herangewachsen, die neben unseren Weinen auch Gläser, Accessoires und einige andere Dinge umfasst. Wir dürfen uns damit ebenfalls auf der Gala präsentieren.“

Gerade nach Kaels beinahe wissenschaftlicher Betrachtung verschiedener Brände konnte Theranos nicht verhindern, dass sein Blick für einen kurzen Augenblick zu dem Chiss wanderte. Dessen Urteil über einen Wein von Imperialis Sensus würde ihn tatsächlich interessieren, selbst wenn es am Ende weniger schmeichelhaft ausfallen sollte, als Theranos hoffte.

„Sollten Sie während der kommenden Tage an unserem Bereich vorbeikommen, betrachten Sie sich jedenfalls allesamt als meine persönlichen Gäste. Probieren Sie sich gerne durch unser Sortiment, und falls Ihnen etwas davon zusagt, dürfen Sie sich auf meinen Namen auch die eine oder andere Flasche gerne mitnehmen.“

Theranos hob sein Glas leicht in die Runde. Er hatte nicht vor, aus der zufälligen Begegnung eine Verkaufsveranstaltung zu machen, und entsprechend beließ er es bei dieser Einladung.

Dann wanderte sein Blick wieder zu Kael.

„Doch damit habe ich nun wirklich lange genug gesprochen.“ Ein amüsiertes Lächeln begleitete die Worte. „Die ursprüngliche Frage galt schließlich nicht nur mir. Also, Kael, woher hat es dich eigentlich ins Imperium verschlagen?“

Damit nahm Theranos einen weiteren Schluck des Weines und lehnte sich etwas entspannter an die Theke, nun durchaus gespannt darauf, was der bislang vergleichsweise zurückhaltende Lieutenant über sich selbst erzählen würde.


[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02] - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons und sonstige Planetare Sicherheitskräfte


Etwas mehr als eine halbe Stunde war vergangen, seit die ersten LAAT/i-Kanonenboote ihre Truppen hinter den schützenden Eisrücken abgesetzt und sich wieder in Richtung des eroberten Brückenkopfes erhoben hatten. In dieser kurzen Zeit hatte sich das Bild der zunächst beinahe unberührten Schneefläche vollkommen verändert, denn wo zuvor lediglich natürliche Geländefalten und vom Wind aufgetürmte Schneeverwehungen gelegen hatten, zog sich inzwischen eine improvisierte imperiale Feuerbasis entlang der niedrigen Erhebungen.

Cestus blickte zu Vorn, der in diesem Moment neben ihm hinter einer großen natürlichen Geländefalten kniete.

“Also Herr Meri” Cestus kniete sich hin und öffnete über sein Unterarm-Display die Karte, zeigte seinem gegenüber die Holokarte des Gebietes und erklärte ihm und den Soldaten um sie herum grob, wo Sie waren und wohin sie gehen würden, sobald alles bereit war.

“Wir werden den Feind einnebeln. Nach unseren bisherigen Informationen verfügen sie nur über begrenzte Sensortechnik, während unsere Helme über Wärme- und weitere Sensormodi verfügen. Im Rauch sollten wir deshalb einen deutlichen Vorteil haben.
Sie werden mit mir und den besten unserer Einheit die Speerspitze bilden, ich werde mit den Männern immer zwei, drei Meter hinter Ihnen bleiben und Ihre Flanken sichern und Sie von Scharfschützen abschirmen, damit Sie sich durch die Reihen der Gegner schlagen können.”



“Ich verschaffe mir jetzt noch schnell einen Überblick und werde dann hierher zurückkommen, da wir von hier den Angriff in Zeit starten werden, um diese Rebellen zu vernichten." Er untermalte diese Aussage mit einem grimmigen Nicken. “Bis gleich!"
Mit diesen Worten lief Cestus Varro los, bewegte sich entlang der entstehenden Feuerbasis, blieb jedoch niemals lange an einer Stelle stehen, sondern verschaffte sich einen Überblick darüber, wie aus den einzelnen Trupps langsam eine zusammenhängende Stellung entstand.

Die Pioniere hatten bereits begonnen, die natürlichen Gegebenheiten des Geländes für sich arbeiten zu lassen. Wo niedrige Eisrücken ausreichend Schutz boten, wurden dahinter Schützenstellungen in den gefrorenen Untergrund getrieben, während an anderen Stellen vorhandene Vertiefungen erweitert und mit aufgeschichtetem Schnee, Eisplatten und tragbaren Barrikadenelementen verstärkt wurden. Es wurde grundlegend versucht, allen Männer, die nicht unmittelbar an den schweren Waffen oder bei der Sicherung eingesetzt waren, eine Stellung einzurichten, in der sie nicht vollkommen offen dem feindlichen Feuer ausgeliefert waren.

Hinter dem zweiten größeren Eisrücken nahm währenddessen der Verwundeten Sammelpunkt, sowie das Behelfsmäßige Hauptquartier Gestalt an, den Cestus bereits während der Landung hatte einrichten lassen. Die Sanitätsgruppe richtete dort ihre Ausrüstung ein, während die Logistik zwei voneinander getrennte Munitionspunkte anlegte, damit ein einzelner glücklicher Treffer nicht gleichzeitig einen erheblichen Teil der unmittelbar verfügbaren Reserven vernichten konnte. Während mehrere E-Web-Teams bereits damit begonnen hatten, die bekannten Bereiche der feindlichen Grabenlinie unter Beschuss zu nehmen.

Am wichtigsten waren für Cestus jedoch die Mörser. „Blue One an Feuerleitstelle, Status.“
Die Antwort kam nach wenigen Sekunden über seinen Helm.
„Feuerleitstelle an Blue One. Zwei Mößer Gruppen sind feuerbereit, dritter noch beim Einrichten.“

Cestus öffnete auf seinem Unterarmdisplay die taktische Darstellung des Geländes. Die ersten Meldungen der vorgeschobenen Aufklärungstrupps waren bereits mit den älteren Luftaufnahmen abgeglichen worden, und mehrere feindliche Stellungen hatten eindeutige Markierungen erhalten. Aurek-Drei bezeichnete eine erkannte schwere Blasterstellung im zentralen Abschnitt, Aurek-Vier einen erhöhten Beobachtungspunkt etwas weiter östlich, während Besh-Zwei eine Stelle vor dem eigentlichen Grabensystem markierte, über die später eine Rauchwand gelegt werden sollte.
„Feuerauftrag vorbereiten. Aurek-Drei, zwei Salven. Danach Aurek-Vier, ebenfalls zwei Salven. Wirkung durch Beobachter prüfen und anschließend auf meine Freigabe Rauch vorbereiten.“
„Feuerleitstelle verstanden. Aurek-Drei und Aurek-Vier, jeweils zwei Salven. Rauch auf Abruf.“


Cestus bestätigte und wechselte wieder auf den Führungsfunk, während beinahe gleichzeitig das charakteristische dumpfe Pochen der ersten Mörser hinter ihm einsetzte. Wenige Sekunden später verschwanden mehrere Geschosse irgendwo über dem Schneetreiben, ehe in der Ferne eine Folge gedämpfter Explosionen entlang der feindlichen Stellung aufblitzte und Eis, Schnee und dunkle Erde aus den Gräben schleuderte.

Bis zum Eintreffen der zweiten Landungswelle ging es darum, den Gegner zu beschäftigen, seine Feuerstellungen zu erkennen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die erste Welle beim eigentlichen Vorstoß nicht aus einer improvisierten Landezone heraus kämpfen musste.

Cestus ließ sich neben einem niedrigen Eiswall nieder und rief die Verbindung zu den übrigen Bataillonskommandeuren auf. Die taktische Einsatzleitung mochte ihm übertragen worden sein, doch weder Rhor'kesh noch Orvek Nesh oder Thol'vak waren dadurch plötzlich zu seinen Untergebenen geworden. Ihre Verbände gehörten zu den Planetaren Sicherheitskräften, verfügten über eigene Befehlsketten und waren angewiesen worden, gemeinsam mit Skybridge die Stellung einzunehmen. Cestus hatte deshalb wenig Interesse daran, gegenüber drei gleichrangigen Offizieren eine Autorität zu spielen, die ihm formal nicht zustand.

„Blue One an Hammer, Tide und Anchor. Lageabgleich.“
Die Antworten kamen beinahe unmittelbar.

Major Rhor'kesh hatte für sein 2. Leichtes Infanteriebataillon den Rufnamen Hammer übernommen und meldete von der linken Angriffsachse bereits mehrere kleinere Feuerkontakte, jedoch keinen ernsthaften Vorstoß des Feindes. Der Quarren Orvek Nesh, dessen 3. Leichtes Infanteriebataillon auf der rechten Seite Stellung bezogen hatte und unter Tide funkte, berichtete ebenfalls von sporadischem Beschuss und einer vermutlich weiter vorgeschobenen Rebellenstellung, die seine Aufklärer gerade näher untersuchten. Der ältere Mon Calamari Thol'vak hielt mit Anchor das Milizbataillon zunächst hinter dem Zentrum und den beiden Flanken zurück, wo seine Männer beim Ausbau der rückwärtigen Sicherung halfen und gleichzeitig als Reserve verfügbar blieben.

„Skybridge beginnt in Kürze mit begrenzten Vorstößen im Zentrum, sobald unsere Feuerbasis vollständig steht“, erklärte Cestus, während sein Blick über die taktischen Markierungen wanderte. „Ich schlage vor, dass Ihre vorderen Elemente sich ebenfalls ein genaueres Bild ihrer Verteidigung verschaffen.“

Hammer antwortete als Erster.
„Sind gerade dabei, Blue One. Meine Aufklärer sitzen schon fast in deren Vorgarten.“ Cestus konnte sich ein kurzes Schmunzeln nicht verkneifen.

Tide bestätigte den Vorschlag wesentlich nüchterner, während Anchor lediglich mitteilte, seine Reserve einsatzbereit zu halten. Mehr brauchte Cestus im Augenblick nicht. Sie mussten keine Freunde werden und sie mussten auch nicht dieselbe Art der Kriegsführung bevorzugen, solange jeder von ihnen verstand, was die anderen drei vorhatten.

Ein weiterer Funkspruch unterbrach die Verbindung.

„Blue One, hier Gunship Lead.“
kam der Funkspruch des Piloten „Blue One hört.“
„Zweite Welle aufgenommen und vom Brückenkopf gestartet.“
Cestus blickte automatisch zum Himmel, obwohl von den Transportern durch das dichte Schneetreiben selbstverständlich noch nichts zu erkennen war.
„Verstanden. Melden Sie sich zehn Minuten vor Erreichen des Einsatzraumes. Falls sich unsere Landezonen verändern, erhalten Sie aktualisierte Koordinaten.“
„Bestätigt, Blue One, Gunship Lead Ende.“

Damit begann für Cestus die Uhr zu laufen.

Genug Zeit, um die Stellung zu festigen, den Gegner abzutasten und vielleicht bereits einige seiner vorgeschobenen Positionen aufzubrechen.
Die folgenden Zeit vergingen deshalb mit einer beinahe methodischen Geschäftigkeit. Unteroffiziere liefen ihre Abschnitte ab, Energiezellen wurden verteilt, die letzten Mörserstellungen meldeten Feuerbereitschaft und die Pioniere verbesserten jene Deckungen, die zunächst nur aus hastig aufgeschichtetem Schnee bestanden hatten. An mehreren Stellen entstanden weite kleine geschützte Munitionsnischen unter natürlichen Eisüberhängen, während Sensorgeräte zwischen den Stellungen eingerichtet wurden, damit sich niemand allein auf die eingeschränkte Sicht im Schneetreiben verlassen musste.


Es dauerte nicht lange, bis die letzten Bereitschaftsmeldungen über Cestus’ Komlink eintrafen und aus der improvisierten Feuerbasis langsam eine einsatzbereite Stellung geworden war. Die Pioniere meldeten ausgebaute Deckungen und gesicherte Verbindungswege, Munition und Energiezellen waren auf mehrere geschützte Versorgungspunkte verteilt worden, während Sanitätsdienst, E-Web-Teams und die Mörserstellungen ebenfalls ihre Bereitschaft bestätigten.

„Feuerleitstelle an Blue One. Alle Mörserstellungen feuerbereit. Beobachter haben Verbindung, Zielpunkte bestätigt und Rauchmunition liegt auf Abruf.“

Cestus ließ den Blick noch einmal über die Stellung wandern. Hinter den natürlichen Eisrücken standen die Mörser sauber ausgerichtet zwischen aufgeschichteten Schneewällen, weiter vorne hielten die E-Webs ihre Läufe bereits auf die bekannten Bereiche der feindlichen Grabenlinie gerichtet, während die ersten Angriffselemente in ihren Deckungen auf das Zeichen zum Vorrücken warteten.

„Blue One verstanden. Feuerbereitschaft halten.“

Kurz darauf meldete auch der Kompaniechef der ersten Kompanie seine Angriffselemente vollständig einsatzbereit, worauf Cestus zufrieden nickte. Damit war alles vorbereitet, was er für den ersten Vorstoß benötigt hatte, und da sich die zweite Landungswelle bereits auf dem Rückweg zu ihnen befand, sah er keinen Grund, dem Gegner zusätzliche Zeit zu schenken.

Noch einmal öffnete er den gemeinsamen Führungskanal.
„Blue One an Hammer, Tide und Anchor. Skybridge beginnt jetzt mit einem begrenzten Vorstoß im Zentrum und setzt die vordere Grabenlinie unter Druck. Noch kein allgemeiner Angriff auf den Bunker.“

Hammer bestätigte beinahe augenblicklich, seine linke Flanke ebenfalls zu beschäftigen, während Tide auf der rechten Seite wie besprochen vorging. Anchor hielt sein Milizbataillon weiterhin als Reserve bereit und konnte bei Bedarf Kräfte in Richtung Zentrum oder auf eine der beiden Flanken verlegen.
„Verstanden. Viel Erfolg, meine Herren. Blue One Ende.“


Cestus schloss den Kanal und machte sich auf den Weg zurück zu jener vorgeschobenen Stellung, an der Vorn bereits zwischen den wartenden Legionären kniete. Selbst hinter dem Eisrücken war der mehr als zwei Meter große Akolyth kaum zu übersehen.
Cestus ließ sich neben Ihnen nieder.
„Alles bereit, wir beginnen.“

Er deutete über die Deckung hinweg auf das vor ihnen liegende Gelände, das von zahlreichen kleinen Eisrücken, Senken und Schneeverwehungen durchzogen wurde und ihnen zumindest abschnittsweise genügend Schutz bot, um sich kontrolliert an die feindlichen Gräben heranzuarbeiten.

„Wir gehen wie besprochen vor. Sie bilden die Speerspitze und meine Männer folgen mit Abstand hinter Ihnen. Wir sichern Ihre Flanken und kümmern uns um alles, was versucht, Sie aus größerer Entfernung unter Feuer zu nehmen.“
Dann richtete er sich etwas auf und deutete mit dem Zeigefinger eine Kreisbewegung an.
„Zweiter Zug, fertig machen!“

Sofort kam Bewegung in die Stellung. Blaster wurden entsichert, die Truppführer kontrollierten noch einmal ihre Männer und die E-Web-Bedienungen legten ihre Zieloptiken auf die bekannten Verteidigungsstellungen des Feindes bereit, den Vorstoß mit Feuerschutz zu unterstützen.

Cestus wechselte zur Feuerleitstelle.
„Blue One an Feuerleitstelle. Rauchauftrag freigeben. Korridor vor dem Zentrum einnebeln und den Rauch mit unserem Vorrücken nach vorne verlegen. Sprengfeuer nur auf bestätigte Ziele, sobald unsere Leute draußen sind.“

„Feuerleitstelle verstanden. Rauchauftrag läuft.“

Wenige Sekunden später ertönte hinter ihnen das dumpfe Pochen der Mörser. Eine Rauchgranate nach der anderen schlug zwischen den imperialen Stellungen und der vorderen Grabenlinie ein, bis eine breite weißgraue Wand aus Rauch und Schneetreiben begann, große Teile des offenen Geländes zu verschlucken.

Cestus schaltete sein Helmvisier auf die Wärme- und Sensordarstellung um. Die Sicht blieb eingeschränkt, doch die größeren Eisformationen und vereinzelte Wärmesignaturen hinter den feindlichen Stellungen waren weiterhin deutlich genug zu erkennen.
Fast gleichzeitig eröffneten die E-Webs das Feuer. Schwere Blastersalven jagten über die Köpfe der Angriffselemente hinweg und verschwanden im Rauch, während von der anderen Seite bereits vereinzelte rote und grüne Bolzen zurückkehren.

Cestus zog seinen Blaster.
„Denkt an Eure Ausbildung. Von Deckung zu Deckung, gegenseitige Sicherung und niemand bleibt länger auf offenem Gelände als notwendig. Vorderes Element hält Abstand zu Herrn Meri und lässt ihm Bewegungsraum. Seine Flanken gehören uns.“
Mehrere Bestätigungen liefen über den Kanal.
Cestus blickte noch einmal zu Vorn, erhob sich hinter der Deckung und schlug leicht mit der gepanzerten Faust kurz gegen dessen Schulterplatte.

„Na dann, Herr Meri. Zeigen wir ihnen, was wir können.“
Dann wechselte er auf den Angriffskanal.

„Skybridge, hier Blue One. Vorrücken!“
Vorn setzte sich an der Spitze in Bewegung, während Cestus mit einigen der erfahrensten Legionäre wenige Meter hinter ihm folgte. Links und rechts lösten sich weitere Trupps aus den Stellungen und arbeiteten sich versetzt von Eisrücken zu Eisrücken, sodass sich keine geschlossene Linie bildete, die dem Gegner ein einfaches Ziel geboten hätte.

Die ersten Meter verliefen beinahe überraschend ruhig, begleitet vom Feuer der E-Webs, den entfernten Einschlägen der Mörser und dem Knirschen schwerer Stiefel im Schnee.
Dann zuckte der erste feindliche Blasterbolzen aus dem Rauch.

Er schlug wenige Meter rechts von Vorn in einen Eisrücken und riss eine Fontäne aus Schnee und gefrorenen Splittern in die Höhe, ehe beinahe unmittelbar weitere Schüsse folgten.

„Feindkontakt voraus!“, meldete einer der Truppführer.
Cestus ging kurz hinter einer natürlichen Erhebung in Deckung, erkannte mehrere undeutliche Signaturen dort, wo die ersten Ausläufer des Grabensystems beginnen mussten, und gab ein paar schnelle Schüsse in deren Richtung ab.

Vor sich sah er Vorn, der sich wieder in Bewegung setzte.
Cestus folgte ihm und hinter ihnen rückte das Zentrum von Skybridge in den Rauch vor.


[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02] - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons und sonstige Planetare Sicherheitskräfte
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lily, Alizée, Aren und Theranos

Von Freundin zur Verlobten... das registrierte Kael mit einem leichten Nicken. Der erfrischend unkomplizierte Mann schien nicht nur einige Stufen auf der Karriereleiter, sondern ebenso schnell einige Stufen auf der Gesellschaftlichen, befördert worden zu sein was angesichts der Jahre die seit Nirauan vergangen waren wahrscheinlich nicht einmal besonders abwegig war für jemanden den Kael auch damals schon als überaus ambitioniert wahrgenommen hatte. Viel interessanter war allerdings wie sich die kleine Runde mit der Erkenntnis um dessen tatsächliche Stellung beinahe unmerklich veränderte, in den Machtkreisen des Imperiums waren Ambition und Kontakte leider noch immer weit mehr wert als tatsächliche Kompetenz. Den Seitenblick der Bastioner Gouverneurin nam Kael dabei fast amüsiert hin, der kleine Lieutenant per du mit einem Moff, da ratterte es sehr wahrscheinlich hinter der schönen Stirn. Dem Halbblut kam sehr gelegen das sich die Aufmerksamkeit gänzlich von ihm weg verlagerte, Aren selbst bestätigte seinen Rang, beließ es danach jedoch dabei und verlor sich statt in politischem Geplänkel, in ein wenig Smalltalk über die Herkunft seiner Familie. Der Halb-Chiss rechnete es dem nun-Moff weiterhin hoch an den Kommentar über ein gemeinsames Inkognito nicht als eine geradezu hervorragende Gelegenheit geboten zu nutzen dahin überzuleiten auch Kaels kleine Auslassung aufzulösen.

Vielleicht kannte Aren ihn tatsächlich besser als Kael dem Mann nach ihrem vergleichsweise kurzen letzten Zusammentreffen auf Nirauan zugestanden hätte, vielleicht erinnerte er sich aber auch einfach nur daran wie ausgesprochen wenig Begeisterung der Name Marika Reed schon damals bei ihrem Sohn hervorgerufen hatte. Was auch immer der Grund war, Kael wusste die Zurückhaltung zu schätzen und beließ es seinerseits dabei, an seinem Glas zu nippen und zuzuhören wie aus der zunächst vollkommen zufälligen Begegnung langsam eine kleine Sammlung von Lebensläufen wurde. Mandalorianische Wurzeln, Uyter, Bacrana und Bastion auf der einen Seite, Cygnus, das Haus Évarielle und Fondor auf der anderen, womit die Runde zumindest eindrucksvoll bewies wie wenig der Begriff imperial eigentlich darüber aussagte wo jemand herkam und ihn beinahe belustigt in sich hineinlächeln ließ. Brach man es auf die Moderne Politik herunter war ausgerechnet der Nichtmensch der Runde das einzige Waschechte Kind einer alten Imperialen Dynastie und das Vorzeigeobjekt für die Endeignung niederer Rassen. Wie der Zufall so spielte...

Bei Alizées Feststellung, dass sich damit ja niemand mehr hinter einer Fassade verberge, nam er einen großen ausgelassenen Schluck und überging die Bemerkung beinahe als seie bereits alles gesagt worden. Eine Fassade war es schließlich nicht wirklich, er hatte seinen Namen genannt, seinen Rang trug er gut sichtbar auf der Brust und selbst die Galauniform war nicht geliehen, einzig den Stammbaum und eine Beteiligungsübersicht der Familienunternehmen hatte er bislang nicht ungefragt auf die Theke gelegt, was für einen normalen Menschen in einem normalen Rahmen wahrscheinlich noch immer unter Zurückhaltung und nicht unter Täuschung fiel. Warum auch eine Frage beantworten die niemand gestellt hatte. Dass die Cygnierin ihn kurz darauf trotzdem ganz selbstverständlich in die Frage nach der Herkunft einbezog und auch Theranos nach seiner ausführlicheren Erklärung den Ball schließlich direkt an ihn weitergab, machte es jedoch zunehmend albern weiterhin so zu tun als wäre er ein süßer Niemand in diesem Meer aus Selbstüberschätzung der eigenen Wichtigkeit. Zumal Theranos ihm kurz zuvor einen tatsächlichen Grund geliefert hatte die kleine Scharade zumindest teilweise aufzugeben zu müssen, wenn er sich nicht nach der Veranstaltung einer ewigen Tirade aussetzen wollte die er als weitaus nerviger einschätzte als sich hier zwangsweise mit diesem Thema auseinandersetzen zu müssen.


Sie scheinen mir Kritikfest genug zu sein. Die Gelegenheit zu kosten wird sich denke ich ergeben, ob die Aussage die sie von mir zu ihrem kleinen Projekt bekommen, auch einer entspricht die ihr Marketingteam vielleicht gern hören möchte kann ich ihnen jedoch nicht versprechen.Es war keine Drohung und entsprechend freundlich blieb sein Ton, während er das Glas wieder auf dem Tresen abstellte, Mir scheint dann bin ich wohl der einzige Imperialer langer Linie in der Runde. Ich stamme von Mindoir, einem rein Agrikulturell und Touristisch genutzten Mond von Selvaris. Aufgewachsen dort, auf Carratos, Esseles, Muunilinst und wo immer es meinen Eltern gerade beliebte zu residieren."

Noch ließ sich das Thema gut umschiffen ohne das man es ihm als absichtliches Meiden auslegen konnte.

Mein Vater stammt von Csilla und ist ein Halbblut, bei mir ist also nur ein süßes Viertel unserer Freunde aus dem Westen übrig in den Genen übrig, auch wenn mein Aussehen bei den meisten Leuten erfolgreich den Eindruck erweckt die Mathematik wäre etwas einfacher. Mütterlicherseits bin ich durch und durch ein Kind des Imperiums und meine Familie lebt schon lange genug innerhalb dieser Grenzen, dass wahrscheinlich irgendwann einmal jemand einen eigenen Historiker beschäftigen müsste um herauszufinden wann genau das angefangen hat.

Wenn er so drüber nachdachte war bei der Selbstverliebtheit seiner Familie wahrscheinlich sowieso schon jemand dafür eingestellt worden und er wusste es bloß nicht.

Und wen schickt man besser für die Repräsentative einer alten Industriellen Blutlinie als den Sohn der sich in einer dem Anlass geziemenden Militäruniform präsentieren kann um gleich noch ein wenig dem Patriotismus der Gesellschaft das Kinn zu kraulen.

Kael gestikulierte in Richtung des Brandes den Lily und Alizeé tranken.

Daher auch meine etwas übertriebene Meinung zu dem was hier ausgeschenkt wird. Immerhin gehört die Brennerei die ich ihnen zum Vergleich angeboten haben meiner Familie.

Ein Freund der Symbolik und vielleicht auch ein wenig aus dem Handbuch seines Vaters abgekupfert richtete sich Kael einen seiner Uniformärmel, den Handgemachten Manschettenknopf zierte das Imperiale Wappen und darauf ein stilisierter Esselesianischer Falke mit breiten Schwingen, das Wappen des Konzerns welches sich auf jedem Schiff, an irgendeiner Stelle auf jedem Etikett und im Schmuck und auf den Anzügen vieler Künstler und Rennpiloten wiederfand die durch die Agency gesponsert wurden.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lily, Alizée, Aren und Theranos
 
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[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eis über dem Angriffsvektor / Kommandobunker / Vorraum ] Lt. Aldor Karvek, sowie (NPCs) Sturmkommando Trupp Bravo, weiter entfernt Ridley, Vorn, Matthew, Nira, sowie (NPCs) der Rest des Aufstiegs

Im Bunker angekommen sicherte der Kommandotrupp mit erhobenen Waffen geschwind eine Art Vorraum. Als sie dann an einem lagen engen Gang ankamen, konnte man nur noch etwas schnell weghuschen sehen. Sonst blieb es still und, so wie es aussah, könnte man nur einer nach dem anderem ohne Deckung in den Kommandoraum, der anscheinend am anderen Ende lag. Der Gang war nicht sehr lang, das Problem war eher, dass die Feinde bereits auf der Lauer lagen. Sobald sie hörten, wie die Stiefel der Kommandosoldaten über den metallenen Boden des Ganges schritten, würde sie alle Feuerkraft, die sie noch übrig hatten auf den schmalen Durchgang richten.

Selbst die speziell ausgebildeten Soldaten würden da nichts mehr machen können. Jedoch könnten sie die Aufmerksamkeit des Gegners, welche auf ihre Richtung gerichtet war auch ausnutzen. Eine gut gezielte Blendgranate würde sicherlich viele von ihnen schlecht treffen und um das Problem zu lösen, dass manch einer nahe des Ganges noch ungefähr wissen würde, aus welcher Richtung sie kamen und blind drauf los feuern würde, würden sie noch einen konventionellen Det hinterherschmeißen.
Damit würden sie dann alle Feinde in unmittelbarer Nähe des Zugangs zum Kommandoraum kampfunfähig machen.


"Bravo-3 bleibt draußen und kümmert sich um mögliche Flüchtige, die einen Hinterausgang nutzen. Bravo-2 einen Blender auf mein Kommado, ich werfe den Det. 4 und 5 gehen dann mir mir rein, während 2 uns von weiter hinten den Rücken frei hält."

Während Lucia den Blender in ihren Granatwerfer lud, nahm Aldor einen Det aus seinem Ausrüstungsgürtel und vergewisserte sich, dass sein Messer auch dort hing. Es verging einige Zeit, was aber auch gut war. Das würde sie nervös machen, denn sie hatten sicherlich mitbekommen, dass Spezialeinheiten vor ihrer Tür standen. Als die Vorbereitungen beendet waren und Greta wahrscheinlich schon draußen eine erhöhte Position mit ihrem Scharfschützengewehr eingenommen hatte, begann der Lieutenant mit dem Countdown. Den Überraschungsmoment würden sie dank des Helm Interkoms der Einheit weiterhin besitzen, die imperiale Militärtechnik sei gepriesen.

"Zugriff auf 3. 3...2...1... Zugriff!"

Blender und Det flogen fast simultan, wobei der Blender wegen der Wucht von Lucias Werfer etwas früher am Ziel war. Genauso hatte er es geplant. Ehe es sich die geblendeten Rebellen versahen und dazu ansetzten, blind in ihre ungefähre Richtung zu feuern, kam es auch zum zweiten Knall. Dieser hatte einen anderen, jedoch auch sehr charakteristischen Klang und war noch dazu um einiges tödlicher. 3 der 4 Kommandos rückten vor, die Stiefel klapperten auf dem Metallboden und kündigten ihren Feinden die Niederlage an. Ein erster Terrorist kam in SIcht und wollte schreiend mit erhobenem Messer auf die Kommandos zu rennen. Kaum hatte ein schneller Blasterschuss ein sauberes Loch in seinen Torso gebrannt, war Aldor auch schon bei ihm. Er war der Frontmann des Zugriffs und fing die Leiche des Rebellen auf, um sie schützend vor sich zu halten. Nächstes mal sollten sie für sowas taktische Schilde mitnehmen, die waren um einiges leichter und sauberer, Aber der Mann, fast noch ein Junge, würde den Job auch machen können.

Die wenigen Rebellen, welche den Det überlebt hatten, setzten noch ein paar Schüsse in den toten Torso ihres Kameraden, bis sie realisierten, wie aussichtslos ihre Situation war. Nach dieser Realisation blieb ihnen kaum mehr Zeit, etwas anderes zu tun. Den mit beängstigender Effizienz reinigte der Trupp den Raum. Einige wenige wurden nur von Betäubungsladungen getroffen, um sie später verhören zu können, darunter auch jemand, der wichtig aussah. Diese waren am schlechtesten von allen dran.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eis über dem Angriffsvektor / Kommandobunker / Vorraum ] Lt. Aldor Karvek, sowie (NPCs) Sturmkommando Trupp Bravo, weiter entfernt Ridley, Vorn, Matthew, Nira, sowie (NPCs) der Rest des Aufstiegs
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée

Die Begleitung der Gouverneurin schien seinen Wunsch nach Anonymität all zu wörtlich zu nehmen und entschuldigte sich sogleich. Aren winkte nur ab.

,,Ich bitte sie. Es ist ihnen wohl kaum zu verdenken, dass sie in ihrem Job so gut bewandert sind."

, entgegnete er lächelnd. Und dann begannen die Hintergrundgeschichten. Aren nippte an seinem Cognac, während die Gouverneurin begann zu berichten. Die gute Dame stammte wohl wirklich aus den vornehmsten Kreisen der Adeligen Gesellschaft dieser ihrer Galaxis. Das Cygnische Sternenreich, der Tapani-Sektor ... Aren überlegte kurz, ob die Freundin von Adriana wohl die Familie der jungen Gouverneurin auch kannte, stammte sie doch ebenfalls aus dem Tapani-Sektor. Die Galaxis war doch recht klein, wenn man sich in gewissen Gesellschaftsschichten aufhielt. Wohl niemand, mit dem man groß verkehren würde, würde von Tattooine stammen und selbst wenn war dieser jemand wohl von solcher Prominenz, dass man sich auch bereits irgendwo schonmal über den Weg gelaufen war oder zumindest jemanden kannte, mit dem der entsprechende verschwägert war oder sowas in der Richtung. Ab einem gewissen Punkt kannte man sich direkt oder zumindest über nur wenige Ecken.

Es folgte eine Erzählung von Zesh, die Aren bereits aus den Akten nur zu gut kannte. Und auch aus den Berichten seiner Firma, was Zesh aber wohl vorsorglich zu verschweigen schien, wie Aren mit einem kleinen schmunzeln auffiel. Als der frisch beförderte Sector Adjutant beinahe nahtlos dazu überging, seine politische Weltanschauung, wie er es nannte, in seinen Herkunftsgeschichte mit einzupflegen, verstärkte sich das schmunzeln von Aren noch etwas und er nahm einen ausgiebigen Schluck Cognac, um den Anflug eines Grinsens zu kaschieren. Es bekräftige Aren doch sehr in dem Bild, dass er sich mittlerweile von Zesh gemacht hatte. So pflichtbewusst auf den Dienst eingenordet, dass es ihm wohl manchmal schwerfiel, aus dieser Geisteshaltung in eine etwas entspanntere Atmosphäre wie hier an der Bar einzutauchen. Doch genau solche Leute, mit einer solchen Liebe für ihren Dienst, brauchte Aren in seiner Sektorverwaltung.


,,Hört hört. Am Ende des Tages kann ein solches System doch nicht bestehen, wenn es nicht im Kern auch durch Machterhalt jenseits von vorgegebener Moral und Sitte angetrieben wird."

Aren beließ es bei diesem kurzen Einwurf, mit dem er Theranos noch bestärken wollte und gleichzeitig nicht zu tief in politische Themen eintauchen wollte. Heute ging es um etwas anderes. Ein wenig sauer stieß es Aren auf, als man allgemein auf die Vornamen zu wechseln schien. Er hatte sich zuvor schon bewusst zurückgehalten und man konnte es versnobt nennen, aber Aren gefiel es nicht, wenn einer seiner Untergebenen und eine erst frisch in Amt und Würden gekommene Gouverneurin so nah an ihn herantraten, dass sie ihn duzten. Doch er musste sich hier wohl überwinden, wollte er nicht selbst dafür verantwortlich sein, dass die von ihm angestrebte lockere Atmosphäre einen Abbruch erfuhr. Zumindest für diesen Abend, soviel war den hier Anwesenden hoffentlich klar.

,,Also bitte, belassen wir es heute Abend auch bei mir bei Aren."

Aren lächelte in die Runde und erhob das Glas, goss den letzten Rest seinen Rachen herab und bestellte sich ein weiteres Glas.

,,Die nächste Runde geht auf mich, geizen Sie nicht."

Wenn es schon persönlich wurde, konnte zumindest auch ein wenig der gute Stoff fließen. Und als hätte Zesh ... oder wohl eher Theranos es geahnt fuhr er sogleich fort damit, seine eigene Spirituose anzupreisen. Aren hatte sie bereits probiert und musste zugeben, dass sie ihm nicht schlecht schmeckte. Während des Fluges nach Truuine hatte der Sector Adjutant auch bereits davon erzählt, dass er hier auf der Gala auch vertreten sein würde. Aber nun wurde es doch noch richtig interessant, schien man sich doch auf Kael und dessen Identität eingeschossen zu haben. Aren konnte erahnen, dass der Mann nicht aus Bescheidenheit sich zurückgehalten hatte. Nichtsdestotrotz erzählte er äußerst entspannt von seiner Familiengeschichte und dem Unternehmen, dass diese führte. Zumindest Aren konnte insofern jetzt auch sicher sagen, dass der Lieutenant nicht auf Diensturlaub, sondern als Vertreter seiner Familie anwesend war. Er musste ein wenig schmunzeln, als Kael darauf hinwies, dass die gute Brennerei seiner Familie gehörte und beinahe demonstrativ seine Manschettenknöpfe zur Schier stellte.

,,Dann weiß ich ja, was ich als nächstes trinken werde."

Aren nippte erneut, bevor er beschloss noch ein wenig mehr Licht ins dunkeln zu bringen und über ihre gemeinsame ,,Vergangenheit" zu berichten.

,,Um auch die letzten Unklarheiten ganz final aus dem Weg zu räumen: Wir beide sind uns bereits vor einigen Jahren auf Nirauan über den Weg gelaufen, als mein Unternehmen ein Kolonisationsprogramm in die Unbekannten Regionen startete. Der Familie Reed bin ich danach auch noch häufiger begegnet. Bestellen Sie ... bestell doch bitte deiner Schwester die besten Grüße. Ich weiß nicht, ob sie schonmal darüber berichtet hat, aber wir sind uns auf Bastion bereits über den Weg gelaufen und auch geschäftlich ja über ein paar kleine Beteiligungen miteinander verbunden."

Die Mutter von Kael ließ er bewusst außen vor. Dies hatte doch beim letzten Mal die Stimmung eher verhagelt.

,,Nun sollten doch alle Karten auf dem Tisch liegen, oder gibt es noch mehr verdeckte Geheimnisse und Identitäten? Ansonsten wäre dies doch jetzt der ideale Momente, um einmal gemeinschaftlich anzustoßen."

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02 - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons und sonstige Planetare Sicherheitskräfte]

Vom Moment des ersten auf die Holokarte geworfenen Blickes bis hin zum eigentlichen Angriff war aus Vorns persönlicher Sicht nicht viel passiert. Im Grunde hatte er wieder nur gewartet. Doch es gab das sinnvolle und das überflüssige Warten und Ausnahmsweise einmal war der Akolyth über seinen sturen Schatten gesprungen und hatte BEOBACHTET. Er fühlte es einfach nicht, wurden Dinge bewegt, also Pläne ausgeführt. Befehle wurden gegebenen, andere erst jetzt umgesetzt und während manche stupide und simpel waren, gab es für manche aus Vorns Sicht keinen Ursprung. Diese sahen militärisch und gewollt und koordiniert aus, doch das Wieso war dem Hünen nicht klar. Das war dann meist der Punkt, bei dem er ausstieg und sich wenigstens metaphorisch abwand, meistens es aber auch körperlich tat. Diesmal aber eben nicht. Die drohende Schlacht erfüllte ihn mit Furcht, die aus Ungewissheit geboren worden war. In der Grundausbildung war er zwar auch fast täglich oder zumindest wöchentlich mit neuen Dingen konfrontiert worden, doch das hatte alles einen anderen „Geschmack“ gehabt. Er hatte eben gewusst, wie relativ ungefährlich das alles gewesen war. Die Ausbildung hatte selbst die jämmerlichsten Weicheier durchbringen sollen. Damit jede noch so erbärmlich nutzlose Bohnenstange danach einen genauso überflüssigen Posten einnehmen konnte, der zu unbedeutend war, als das man einen Droiden dafür abstellen wollte. Die Grundausbildung war also ein komplexer Plan gewesen, den der Auszubildende selbst nie so wirklich durchschauen konnte. Er wusste nur, dass schon vor ihm Millionen andere Rekruten sie durchlaufen und bestanden hatten.

Und jetzt stand er auf einem echten Schlachtfeld. Echte Geschosse, abgefeuert von echten Personen, die ihn tot sehen wollten. Hunderttausende Schicksale, gefüllt mit Millionen vielen Motivationen und Reaktionen auf ebenso vielen Situationen. Egal wie komplex oder auch kompliziert die Grundausbildung gewesen war, man hatte sie herunterbrechen und in eine dieser funkelnden imperialen Computerkonsolen eintippen können. Und man hätte es sich – in einer halbwegs menschlichen Zeitspanne - durchlesen können. Hier und jetzt explodierten aber die Möglichkeiten und Vorn spürte, dass er nicht einmal davon träumen konnte die Kontrolle übernehmen zu können. Was ironisch war, da er ja ohnehin nie träumte. Deshalb schaute er nun also zu und versuchte zu begreifen. Wahrscheinlich betraf ihn das meiste gar nicht, doch er wollte es wissen. Er wollte es so wissen, wie er alles über die Kolonie hatte wissen wollen. Um zu überleben.

Dabei stieß er jedoch, just in diesem Augenblick, auf exakt dasselbe Problem wie damals. Es war zu viel. Zu viel für ihn. Er war gut darin spontane Entscheidungen zu treffen und irgendwie zu überleben. Aber zuvor alles bedenken und erst dann loszugehen? Selbst wenn er die Geduld dafür gehabt hätte, welche er verfi**t nochmal nicht hatte, er würde auf halben Wege die ersten Sachen schon wieder vergessen haben. Vorn wusste um diese Schwäche und selbst wenn er selber nie ehrlich zu sich gewesen wäre, solcherlei Selbsttäuschung war als
Dagora nicht möglich gewesen. Denn sein Atronach hatte das nicht zugelassen...

„Scheiß drauf.“ grunzte der hünenhaften Akolyth schließlich. Es gab eine Lösung für seine Unzulänglichkeiten. So lange drauf hauen, bis die Möglichkeiten überschaubar waren. So lange töten und zerstören, bis selbst ein Baby aus den Resten einen Plan schmieden konnte. Und so formte sich aus der schwarzen Suppe - die alle Formen von Furcht und Angst beinhaltete -, der Brennstoff für die Macht eines dunklen Machtnutzers. Welchen er im nun folgenden Kampf nutzen würde. So lange, bis er entweder vom Planeten runter oder tot war.
Angst. Flucht oder Angriff. Kapitulation oder Überwindung. Diese Fragen stellten sich gar nicht, denn die Antwort lautete immer
Magga. Das Oberste Gebot besagte, dass Vorns Überleben die allerhöchste Priorität besaß. Im allerletzten Moment, da er kurz vor seinem Ende stand, gab es keine Zweifel, keinen Stolz, keine Ehre, einfach nichts. Er würde buchstäblich alles tun, um diese Schlacht zu überleben...

Mit der Macht erfüllt, alle seine Sinne nach vorne ausgerichtet, stapfte er schließlich los. Der Befehl zum Angriff war gegeben, künstlicher Rauch erzeugt worden. So dicht, dass kein sichtbares Licht hindurch kam, weshalb der Akolyth sein Laserschwert mit der blauen Klinge entzünden und voran schreiten konnte. Quasi sofort verschwand die Welt in einem Nebel aus Grau und ebenso beinahe zeitgleich aktivierte der Hüne die Thermalsicht. Da dies jedoch noch nicht reichte, schaltete er ein paar der Einstellungen durch, bis er eine gefunden hatte, die auch das Gelände abbilden konnte. Wie all das funktionierte, hatte man ihm vermutlich erklärt, doch nichts davon war hängengeblieben. Schon zu dem Zeitpunkt hatte er sich dazu entschieden, im Zweifel einfach alles mal auszuprobieren und das Beste zu wählen. Tja, und was sollte man sagen, es funktionierte. Klar, die Sicht war immer noch beschissen, denn neben dem künstlichen Rauch am Boden gab es ja noch die Aschewolken am Himmel und sonst noch was für eine Scheiße, doch das Resultat war es wert. Geradezu willkürlich flogen vereinzelte Geschosse in ihre Richtung. Mal weit an ihnen vorbei, mal irgendwo in den Boden oder in eine eisige Flanke. Nur ganz selten einmal kamen sie auch nur nahe. Vorn hatte es nur vage gesehen, doch die Rauchwand war durchaus gewaltig gewesen. Viel größer als die Truppen, die nun durch sie hindurch liefen, womit viel Raum mit Nichts gefüllt worden war, in welchen nun blind hinein geschossen wurde.

Dieser leichte Fortschritt musste jedoch irgendwann enden und sie allen wussten, wo das sein würde. Das Grabensystem musste ja irgendwo enden bzw. anfangen und dieser Punkt musste irgendwie beschützt werden. Falls Vorn das richtig verstanden hatte, besaßen die Rebellen zwar in der Zahl viele Truppen, doch im selben Augenblick auch sehr viel Raum, den es abzudecken galt, verteidigte man sich gegen eine Invasionsstreitmacht, der dieser Planet auch noch gehörte. Kurzum: Sobald sich eine imperiale Eingreiftruppe auf ein eng eingegrenztes Territorium zubewegte, waren sie fast immer im Vorteil. Der Verteidiger hatte zwar häufig genug die Oberhand. Das kannte Vorn aus der Grundausbildung. Dieses Vor verwandelte sich jedoch schnell in ein Nach, sobald der Verteidiger nicht mehr wusste wo genau und mit welcher Stärke angegriffen wurde. Die Rebellen mussten alles mehr oder weniger gleichzeitig gleichwertig verteidigen. Das Imperium konnte sich gezielt den einen Punkt heraussuchen, den sie angreifen wollten. Und genau das tat Vorn und das
Skybridge Bataillon in diesem Augenblick. Es gab zig Zugänge zu dem Grabensystem. Alle mussten sie irgendwie abgedeckt werden. Aber nur einen davon wählte Vorn.

Ja, es gab Widerstand. Ein paar verrückte Einzelkämpfer, die sich für besser hielten, als sie waren, befanden sich beim Eingang. Sie waren sogar so lebensmüde und besaßen keine Blaster, sondern nur Sprengstoff. Vorn musste nicht einmal die Macht benutzen. Er hatte es vorgehabt, oder nein, ehrlich gesagt hatte er die Granaten, Minen und Bomben nicht einmal bemerkt. Doch die hinter ihm laufenden Soldaten, die ihr Handwerk verstanden, hatten es. Er war kurz davor gewesen sich in den Nahkampf zu stürzen und hier und da Machtstöße zu verteilen, da flogen auch schon gezielte Schüsse von irgendwo hinter ihm und trafen – aus Vorns Perspektive – irgendwelche Wärmequellen. Manche davon explodierten im selben Augenblick. Womit der Akolyth an etwas erinnert wurde, dass aus gutem Grund in der Ausbildung nicht im selben Maße praktiziert worden war. Es gab Selbstmordattentäter. Mal mehr, mal weniger extremistisch. Manche glaubten vielleicht wirklich an ihr Überleben. Sie warfen ihren Sprengstoff, Imperiale starben und sie kamen mit dem Leben davon. Nicht jeder, der eine Granate werfen wollte, war gleich selbstmordgefährdet. Manche überschätzten sich einfach nur. Und das
Skybridge Bataillon wusste damit umzugehen. Ihr ganz persönlicher Eintritt in das Grabensystem war also mehr oder weniger ein blutiges Feuerwerk, in welchem Vorn vor allem dafür zuständig war die ganze widerliche Suppe von sich und seinen Verbündeten fern zu halten. Etwas, das auch funktionierte und das sogar ohne Absprache.

In der irrigen Annahme, dass dies auch für die nächsten Abschnitte so weiter gehen würde, hielt Vorn nicht inne, sobald sie das eigentliche Grabensystem betreten hatten. Wie gesagt, für ihn war so eine enge Umwelt genau sein Ding. Ja, Blaster und Sprengfallen und Selbstmordattentäter und all der Scheiß, doch das war eine enge kleine Welt, in der Vorn perfekt funktionieren konnte. Spontane Reaktionen auf schlecht geplante Fallen. Hier und jetzt konnte er brillieren. Hypothetisch gesprochen.

Asters – mit ABSTAND - bester Schüler hörte zwar die Stimme des Majors in seinem Helm widerhallen, doch die geradezu lächerlich einfache Erstürmung des Eingangs des Grabensystems ließ keinen Zweifel zu. Die Rebellen hatten nicht mit ihrer überlegenden … na halt mit dem Imperium gerechnet. Noch bevor Vorn selbst hatte SO RICHTIG aktiv werden können, hatten schon die Soldaten und Mörsertrupps ganze Arbeit geleistet. Doch bei Magga, Vorn würde nun ganz gewiss nicht blutzollmäßig zurückfallen. Also stampfte er durch die ersten paar Meter Graben, registrierte Details rechts und links, ignorierte sie alle und bog dann um die erste Ecke. Das Netz aus Gräben besaß verdammt viele davon und meist endeten sie relativ schnell in der nächsten Abbiegung. Meist.

Denn kaum war der Akolyth um die besagte Ecke gebogen, das blau schimmernde Laserschwert vor sich gehalten, da mussten ihn seine von der Macht verstärkten Reflexe retten. Ein Hagel, der in seiner Intensität auch Starkregen hätte ein können, prallte auf ihn und seine Klinge. So schnell prasselten die Geschosse in kürzester Zeit auf ihn ein, dass er sie nicht alle abwehren konnte und mehrfach getroffen wurde. Brust, Arme und Hände, der Helm, die Hüftregion, alles wurde mal mehr mal weniger häufig getroffen. Es vergingen vielleicht ein oder zwei brutale Sekunden, dann zog sich der Rothäutige auch schon wieder zurück. Da er nicht weit gekommen war, war dieser Rückzug immerhin schnell vollzogen, doch ein Rückzug war es gewesen. Und ein Vorn konnte das nicht leiden. Also so gar nicht.
Glücklicherweise war der
Major in der Nähe, um ihn von einer Dummheit abzuhalten. Ein Klopfen an Vorns Schulter ließ diesen den Kopf drehen.
Daraufhin folgte eine Szene, die der Akolyth in dem Augenblick nur so halb verstand. Der Offizier tippte auf seinem Arm herum, Sachen passierten und plötzlich poppte in Vorns HUD eine Nachricht auf, die ihn um Erlaubnis bat. Er erteilte sie, auch wenn er nicht verstand worum es ging. Daraufhin erschien ein Symbol, das der Mensch zwar nicht kannte, aber dann doch irgendwie ERkannte. Etwas wurde übertragen. Als die Übertragung beendet war, sprach der Major noch kurz mit wem auch immer am anderen Ende seiner Leitung, dann folgte ein Nicken in Vorns Richtung. Der das alles im letzten Moment doch noch verstand, darüber aber keinen Gedanken mehr verlieren musste, denn etwas explodierte so ziemlich genau dort, wo gerade noch das Abwehrgeschütz gestanden haben musste. Aber scheinbar nicht nur, denn die Detonation war stark genug, dass es alle spüren konnten und selbst der Major machte ein Geräusch, das man als
„Okay, das war heftig, damit habe ich nicht gerechnet.“ interpretieren konnte.

Sie ließen die Trümmer noch in der Umgebung nieder gehen, dann riskierte der Machtnutzer einen Blick. Dort, von wo zuvor das massive Abwehrfeuer gekommen war, stieg eine fette schwarze Wolke auf, die jedoch fast sofort vom Wind in Richtung Bunkerkomplex geweht wurde. Der entstandene Krater war jedoch so gewaltig, dass es sich nicht um einen normalen Treffer handeln konnte. In der Grundausbildung hatten sie zwar nicht direkt E-Web-Kanonen gesprengt, Vorn hatte dennoch ein Gefühl dafür bekommen, welche Art von Waffe welche Schäden anrichten konnte. Und der Major, der nun auch in die Sichtlinie zum Krater trat, bestätigte die Vermutung. Sekundärexplosionen hatten den gesamten Bereich zerfetzt. Zerfetzt und doch keine sichtbaren Leichen hinterlassen. Das Team um den Major analysierte kurz die Situation, dann ging es weiter.

Vorbei an scheinbar eilig zurückgelassenen Gegenständen, an um einen Heizkörper gruppierte Sitzgelegenheiten und Rationen und allerlei andere Dinge, die zum Lagerleben gehörten, im Zweifel aber auch zurückgelassen werden konnten. Das Bild bot sich ihnen für zwei weitere nach oben hin offene Gänge, dann fiel plötzlich ein Schuss. Aus Vorns Rücken und der traf etwas etwa zehn Meter entfernt im Boden, woraufhin dieser explodierte. Besagter Akolyth ließ noch kurz Schrapnell und Eisbrocken an sich abprallen, dann drehte er sich um.

„Wieso hab ich die nicht gesehen?“

Im Zuge der zerstörten E-Web Stellung hatte ihn der Major über Sprengfallen im Allgemeinen aufgeklärt. Etwas, das in der Grundausbildung nicht tiefergehend behandelt worden war. Zogen sich Verteidiger zurück, hinterließen sie manchmal Geschenke. Munitionskisten, Essensrationen, wertvolle Technologie oder Information. Diese Geschenke hatte man jedoch „vergiftet“. Die Klappe geöffnet, das Paket aufgehoben oder einen Knopf an der Konsole gedrückt und das ganze Ding ging hoch.
Das war jedoch nur eine Art des hinterfo**igen Guerillakampfes. Es gab natürlich auch noch Minen, die Vorn auch kannte, und ihre Brüder, die Sprengfallen. Die unterschieden sich vor allem in ihrer Konstruktion und ihrem Ursprung. Minen wurden quasi industriell hergestellt und waren folglich relativ einfach zu erkennen. Sprengfallen hingegen konnten alles sein und aus allem bestehen. Diese zu erkennen, war für einen Laien wie Vorn mehr oder weniger unmöglich. Und genau das erklärte man ihm nun auch. Trotz seines Helms und der integrierten Wärme- und EM-Sensoren gab es nun mal Sprengstoffe, die man nur dank Erfahrung finden konnte. Der Schütze besaß diese. Er konnte auch nicht mehr als Vorn sehen. Er sah auch nur winzigste Temperaturunterschiede im Eis, dem Erdboden, den von den Rebellen herangeschafften künstlichen Materialien und vor allem die EM Signaturen von so Dingen wie Lampen oder anderen elektrischen Geräten. Eine Sprengfalle, die man vielleicht sogar fernzünden konnte, gab so etwas auch von sich, doch wusste man als Angreifer nicht, wo man wonach suchen musste, waren sie quasi unsichtbar. Mondernste Legierungen, die Strahlung fast vollständig absorbierten oder reflektierten, machten es möglich. Für das normale Auge klar erkennbar, waren sie eben nahezu unsichtbar für genau jene Technologie, auf die sich
Asters Schüler gerade verließ...

Vorn war nicht zu stolz um diese Lehrstunde unbeachtet passieren zu lassen. Da sie nicht die Zeit hatten, um dem Akolythen ausreichend Erfahrung zukommen zu lassen, wurde der erfahrende
Skybridge Schütze mit seinen guten Augen direkt rechts hinter dem Machtnutzer postiert und sie etablierten eine ständige Comverbindung. Was sie jedoch nicht taten: langsamer werden. Der Major, der ja auch im Kontakt mit den anderen Truppenteilen stand, ließ die Vermutung fallen, dass sie hier einen besonderen Weg beschritten. Im Gegensatz zu den „normalen“ Imperialen trafen sie hier auf keine normalen Soldaten/Rebellen. Tatsächlich gab es keinen Beweis dafür, dass die zerstörte E-Web-Stellung bemannt gewesen war. Zumindest mit keinen Lebewesen. Stattdessen hatte man den direkten Kontakt mit dem Machtnutzer vermieden. Und wahrscheinlich den gesamten weiteren Weg auf irgendeine Weise vermint. Diese Umstand hätte jetzt zu einem vorsichtigen Vorgehen animieren können, doch Vorn zog dieser Idee den Zahn.

„Die scheißen sich doch vor Angst in die Hose. Wenn wir jetzt langsamer werden, denken die sich noch mehr von dieser hinterfo**igen Scheiße aus.“

Der Major hätte es vermutlich blumiger ausgedrückt, doch er war mehr oder weniger der selben Meinung. Die Rebellen hatten - zumindest dem Anschein nach – spontan auf Vorn reagiert und ihre Verteidigungsstrategie geändert. Eine derart kurzfristig geänderte Planung barg jedoch viele Fallstricke. Das mussten sie ausnutzen. Also verlangsamten sie ihr Vorankommen wenigstens nicht.

Ein weiterer langer Gang, der eigentlich ein halbes Dutzend Buchten geboten hätte, in welche sich Verteidiger hätten verschanzen können, die nun aber leer standen, folgte. Zumindest leer im Sinne von Lebewesen. Vorns persönlicher Schutzengel erspähte zwei weitere Sprengfallen, die der Akolyth auch diesmal wieder nicht gesehen hatte, und zündete sie aus der Ferne per gezieltem Waffenfeuer. Dann, kurz vor dem Ende des Ganges, folgte eine weitere. Die aber einfach nur verdampfte, als sie der Plasmastrahl traf. Attrappe, hieß es daraufhin. Also ein Gerät, welches in diesem Fall eine Sprengfalle imitierte, indem es EM- oder Wärmestrahlung emittierte. Aber eben nichts anders tat als die Angreifer zu verlangsamen. Etwas, das in Vorns Welt der
König der Hinterfo**igkeit und Feigheit war. Unnötig zu erwähnen, dass ihn das wütender und ungeduldiger werden ließ!

Und als ob die Rebellen selbst Machtnutzer waren und die Zukunft voraussehen konnten, biss Vorn das im nächsten Gang gleich mal direkt in den gepanzerten Arsch. Nein, es wartete keine auf Automatik gestellte E-Web-Stellung oder Sprengfalle auf ihn. Der Gang war an sich leer und besaß die selben Einbuchtungen. Nur das in der ersten, die eigentlich hätte unbemannt sein sollen, ein Droide stand. Aber kein normaler. Nur Beine. Der Witz war, dass die erste Reaktion des Akolythen ihn dazu bringen wollte sofort anzugreifen. Da stand etwas unerwartetes, wahrscheinlich feindseliges, also angreifen! Doch weil dem Droiden der komplette Oberkörper und Kopf fehlte, zögerte er lange genug, damit der Rest, diese klapprigen Reste dieses verdammten jämmerlichen Droidens, plötzlich einen Satz auf ihn zu machen konnte. Die Macht war mit ihm und er konnte dann immer noch – schneller als jeder normale Mensch – reagieren, doch kaum hatte er den Machtstoß abgefeuert, da explodierte der Droide auch schon quasi direkt in seine Fresse...

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[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Praxeum, Kals Quartier] - Kal Andrim

Eine ganze Weile hatte Kal Andrim erwogen, in Uniform in der Bar zu erscheinen, sah er sich dieser Tage doch mehr als Kampfpilot ihrer Majestät als alles andere. Schließlich hatte er sich dann aber dagegen entschieden. Theranos Zesh hatte für diese Unterredung einen halbwegs öffentlichen Raum ausgewählt und da war zivile Kleidung einfach angemessener, wenn auch nicht unbedingt weniger auffällig. Kal hatte nur einen Anzug dabei, für mehr war in seinem Gepäck einfach kein Platz. Der Stoff des Anzugs war marineblau, eine Farbe, die für die meisten Anlässe passend war und daher in keiner Garderobe fehlen durfte. Während die Krawatte in einem ähnlichen Ton wie der Anzug gehalten war, entsprach das reinweiße Seidenhemd soweit auch dem klassischen, konservativen Stil. Doch da hörte das Erwartbare dann auch schon auf. Der dreiteilige Anzug war von den besten und teuersten Schneidern Kuats selbstredend im kuatischen Stil für Kal Andrim in über einhundert Arbeitsstunden von Hand maßgeschneidert worden und saß absolut perfekt. Die verwendeten Stoffe waren von bester Qualität und selbstverständlich ausschließlich aus natürlichen Quellen erster Güte bezogen worden, was allein schon den Herstellungspreis massiv in die Höhe getrieben hatte. Dazu trug der Kuati ebenso hochwertigen Silberschmuck. Nicht, weil er sich Gold oder andere Metalle nicht hätte leisten können, sondern weil er die kühle Ausstrahlung von Silber dem wärmeren Ton von Gold vorzug. Silber passte wie die diamantbesetzten Manschettenknöpfe einfach besser zu seinen stechend blauen Augen als Gold und Rubine oder Smaragde.

Im Volksmund hieß es ja, dass Kleider Leute machten, doch
Kal Andrim bewegte sich mit einer selbstverständlichen Natürlichkeit in dem feinen Zwirn, als wäre es genau anders herum. Als der Kuati das Praxeum verließ, um in einem Gleiter zum vereinbarten Treffpunkt gefahren zu werden, wurde er an keiner Stelle großartig aufgehalten. Er hatte einfach eine Ausstrahlung, die die Sicherheitskräfte intuitiv vermuten ließ, dass er hierher gehörte. So verhielt es sich auch, als Kal den Gleiter vor der Bar verließ und selbige betrat. Für einen kurzen Moment lang blieb der Kuati kurz hinter der Tür stehen und wartete darauf, dass sich seine Augen an das Licht hier in der Bar gewöhnt hatten. Von hier aus hatte Kal es dann auch nicht schwer, den hoch gewachsenen Theranos Zesh an der Bar auszumachen. Er war nicht allein. Moff Vayliuar war offensichtlich schon vor dem Kuati hier eingetroffen, was Kal keineswegs als schlechtes Zeichen wertete. Die beiden aber schienen nicht allein zu sein zwei Frauen gehörten mit zu der Gesprächsrunde, von denen nur ein Gesicht etwas sagte. Lilivienne Évarielle d’Oridin, aktuell Gouverneurin von Bastion, erkannte er sofort. Die politisch wichtigsten Persönlichkeiten der Thronwelt waren dem Kuati als Vertreter der Zehn selbstverständlich geläufig. Das Gesicht der anderen Frau sagte Kal hingegen nichts. Ihrem Gebaren nach schien sie aber eine Bedienstete oder Vertraute der Gouverneurin zu sein, womit sie keiner weiteren Vorstellung für den Anfang benötigte. Dann war da noch ein Lieutenant der Imperialen Armee, der in Uniform in die Bar gekommen war und nicht so recht in das sonst zivile Ambiente hier einzufügen schien. Sein Gesicht sagte dem Kuati auch nichts. Auffällig war lediglich die Hautfarbe. So aus der Ferne betrachtet, handelte es sich bei ihm also wahrscheinlich um einen Pantoraner oder um einen Chiss.

Auf dem Weg zum Tresen achtete
Kal darauf, durch Theranos’ Blickfeld zu gehen und auf sich aufmerksam zu machen, noch bevor der Kuati in Sprechreichweite herangekommen war, um den Mann auf Kals Ankunft vorzubereiten. Mit einem freundlichen wie diplomatischen Lächeln begrüßte der Kuati dann auch die Runde. “Ah, Sektor Adjutant Zesh, wie ich sehe haben Sie und Moff Vaylliuar sich bereits gefunden und befinden sich dazu noch in so reizender Gesellschaft.” Kal neigte nach kuatischer Sitte das Haupt in die Runde, um alle zu begrüßen. “Moff Vayliuar, wie ich sehe, sind Sie ohne Ihre Gattin hier, wird sie sich später am Abend noch zu uns gesellen?” Kal verzichtete darauf, sich namentlich dem Moff vorzustellen, war er doch auf Einladung des Sektor Adjutanten Zesh auf der Jacht des Moffs mit nach Truuine geflogen. Ganz anders sah es bei dem Rest der Runde aus, denen er sich der Rangfolge nach entsprechend vorstellte. “Mein Name ist Kal Andrim, meines Zeichens Captain des Sternenjägerkorps. Lilivienne Évarielle d’Oridin, es ist mir eine Freude Ihre Bekanntschaft zu machen. Wir verfolgen Ihre Karriere schon seit längerem mit großem Interesse.” Der Wechsel in die Wir-Form, um von seinem Adelshaus zu sprechen, ging dem Kuati natürlich von der Zunge, genauso wie die persönlich geäußerte Freude, die Baroness persönlich kennenlernen zu dürfen. “Ich muss gestehen, dass mir Ihre Begleiterin nicht bekannt ist.” Der ihm noch unbekannten Alizée schenkte Kal dennoch genauso viel Aufmerksamkeit wie den vorher angesprochenen Herren, Lilivienne selbst und natürlich auch dem letzten der Runde. “Lieutenant, sehr erfreut. Ich nehme an, Sie sind wie so viele andere hier, um die Gala zu besuchen?” Nach der kurzen Vorstellungsrunde nahm sich der Kuati aber erst einmal wieder zurück, um den bisherigen Gesprächsverlauf nicht noch mehr als bis jetzt zu stören.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Kal Andrim, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne Évarielle d’Oridin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )
 
// Nachricht an: Gouverneur T´rsop \\
Von: Liena Mariss, Sekretärin des Gouverneurs
Verschlüsselte Übertragung, Direktkanal

Betreff: Aktuelle Entwicklungen in der Werftregion / Geologischer Fund im Zuge der Ausbauarbeiten auf Red One / Kapazitätsengpässe im landwirtschaftlichen Raum Gold One


Sehr geehrter Herr Gouverneur T’rsop,

ich möchte Sie über drei Entwicklungen informieren, die im Laufe der vergangenen Tage an das Büro des Gouverneurs herangetragen wurden und meiner Einschätzung nach Ihre Aufmerksamkeit verdienen. Da ich davon ausgehe, dass Sie die weniger erfreuliche Angelegenheit bevorzugt zuerst hinter sich bringen möchten, beginne ich mit einer Entwicklung im Umfeld des großen Werftkomplexes, die bislang zwar noch keine unmittelbare Gefahr für den Betrieb darstellt, sich ohne rechtzeitiges Eingreifen jedoch zu einem erheblichen lokalen Problem entwickeln könnte.


Meldung 1: Zwischenfälle im Umfeld des Werftkomplexes​

Wie Ihnen aus den Unterlagen zur Entwicklung des Werftstandortes bekannt sein dürfte, ist die Zahl der dort beschäftigten Arbeiter, Techniker, Ingenieure, Zulieferer und sonstigen Beschäftigten mittlerweile auf deutlich über zehntausend Personen angewachsen. Ein erheblicher Teil dieser Menschen lebt unmittelbar am Werftstandort in jener provisorischen Containersiedlung, die ursprünglich lediglich als vorübergehende Unterkunft während der ersten Bauphasen vorgesehen war. Während die eigentlichen Werftanlagen in den vergangenen Monaten mit beträchtlichen finanziellen und materiellen Mitteln erweitert wurden, konnte die zivile Entwicklung des Standortes mit diesem Wachstum bislang nicht Schritt halten. Die Containersiedlung erfüllt ihren grundlegenden Zweck als Wohn- und Versorgungsstandort, bietet ihren Bewohnern außerhalb des Arbeitsalltages jedoch nur sehr begrenzte Möglichkeiten für Einkauf, Freizeit und gesellschaftliches Leben.

Diese Situation hat dazu geführt, dass Beschäftigte der Werft zunehmend die kleinen umliegenden Ortschaften aufsuchen. Besonders betroffen ist eine größere, landwirtschaftlich geprägte Siedlung auf einem erhöhten Plateau außerhalb des eigentlichen Werfttales, deren Bevölkerung gegenwärtig auf etwa viertausend Einwohner geschätzt wird.

Der Ort verfügt über mehrere Gasthäuser, Geschäfte, Handwerksbetriebe und kleinere Dienstleister und hat vom Wachstum der Werft wirtschaftlich durchaus erheblich profitiert. Händler berichten von steigenden Umsätzen, örtliche Gastbetriebe verzeichnen wesentlich mehr Kundschaft als noch vor einigen Montaten, und verschiedene Werkstätten sowie andere Betriebe haben ihre Kapazitäten aufgrund der zusätzlichen Nachfrage bereits erweitert. Mehrere Bewohner vermieten inzwischen Unterkünfte oder bieten Dienstleistungen für Werftbeschäftigte an, sodass die wirtschaftliche Bedeutung des Komplexes für die Ortschaft keineswegs bestritten wird.


Gerade dieser wirtschaftliche Aufschwung geht jedoch zunehmend mit Spannungen einher. Die überwiegende Mehrheit der Werftbeschäftigten verursacht nach vorliegenden Berichten keinerlei Schwierigkeiten, allerdings genügt bei einer Belegschaft dieser Größe bereits ein kleiner Anteil weniger disziplinierter Personen, um regelmäßig für Unmut zu sorgen. Insbesondere an arbeitsfreien Abenden und nach Schichtwechseln reisen größere Gruppen in die Ortschaft, wobei übermäßiger Alkoholkonsum in der Vergangenheit mehrfach zu Lärmbelästigungen, Sachbeschädigungen und kleineren Auseinandersetzungen geführt hat. Beschwerden über achtlos zurückgelassenen Abfall, beschädigte landwirtschaftliche Flächen und rücksichtslos abgestellte Speeder haben ebenfalls zugenommen und das Verhältnis zwischen Teilen der örtlichen Bevölkerung und den Werftarbeitern zunehmend belastet.

Vor wenigen Tagen ist diese bereits länger bestehende Spannung erstmals in größerem Umfang eskaliert. Nach einem zunächst gewöhnlichen Streit vor einem der örtlichen Gasthäuser schlossen sich auf beiden Seiten weitere Personen der Auseinandersetzung an, sodass innerhalb kurzer Zeit mehrere Dutzend Werftarbeiter und Einwohner an einer umfangreichen Schlägerei beteiligt waren.

Mehrere Personen mussten anschließend medizinisch versorgt werden, zudem entstanden Schäden an zwei Gastbetrieben, mehreren Fahrzeugen und verschiedenen Einrichtungen entlang der betroffenen Straße. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keinen Hinweis auf eine politisch motivierte Auseinandersetzung oder organisierte imperialfeindliche Aktivitäten; vielmehr scheint es sich um die Eskalation eines seit längerer Zeit schwelenden sozialen Konfliktes gehandelt zu haben.

Der örtliche Ortsvorsteher reagierte darauf mit einem vorläufigen Zutrittsverbot für Beschäftigte der Werft, dessen rechtliche Grundlage derzeit allerdings geprüft wird. Die Situation verschärfte sich anschließend erneut, als einige Werftarbeiter die Ortschaft dennoch aufsuchen wollten und am Ortseingang von einer größeren Gruppe Bewohner aufgehalten wurden. Mehrere landwirtschaftliche Fahrzeuge waren quer über die Zufahrtsstraße gestellt worden, einzelne Einwohner führten persönliche Blaster beziehungsweise zur Abwehr gefährlicher Wildtiere bestimmte Waffen mit sich. Im Verlauf der Auseinandersetzung wurden mindestens zwei Warnschüsse abgegeben, nach gegenwärtigem Kenntnisstand jedoch niemand verletzt.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass die örtliche Bevölkerung bislang weder die Werft als solche noch deren wirtschaftliche Bedeutung grundsätzlich ablehnt. Ebenso wäre es meines Erachtens falsch, die Beschäftigten des Werftkomplexes insgesamt für das Verhalten einzelner Gruppen allein verantwortlich zu machen. Vielmehr scheint die gegenwärtige Situation auf ein strukturelles Problem hinzuweisen, das bereits während der bisherigen Entwicklung entstanden ist: Der industrielle Ausbau des Standortes ist der Entwicklung seiner zivilen Infrastruktur erheblich vorausgeeilt.

Sollten Sie eine langfristige Lösung anstreben, wäre daher neben der kurzfristigen Befriedung der Situation insbesondere zu prüfen, ob die bislang provisorische Containersiedlung wesentlich schneller als bisher zu einem regulären Wohn- und Versorgungsstandort ausgebaut werden sollte. Zusätzliche Geschäfte, gastronomische Einrichtungen, Freizeitangebote, dauerhafte Wohngebäude und eine geordnete öffentliche Infrastruktur könnten den Druck auf die umliegenden Ortschaften erheblich reduzieren, ohne deren wirtschaftliche Vorteile aus der Nähe zur Werft vollständig zu beseitigen.

Oder man schüttete Geldmittel für die Ortschaften in der Umgebung aus um deren generelle Wirtschaft, Infrastruktur sowie auch das Sicherheitspersonal auszubauen.

Solche Maßnahmen würde zugleich die Attraktivität des Werftstandortes für qualifizierte Arbeitskräfte erhöhen und könnte damit auch unmittelbar im Interesse des weiteren Werftausbaus liegen.

Ich empfehle zunächst Gespräche mit der Werftleitung, Vertretern der betroffenen Ortschaft sowie den zuständigen planetaren Sicherheitsbehörden, bevor dauerhafte Maßnahmen angeordnet werden. Eine gewaltsame Räumung der gegenwärtigen Blockade wäre selbstverständlich möglich, erscheint mir angesichts der bislang vorliegenden Informationen jedoch als unnötige Eskalation eines Problems, das seinen Ursprung weniger in politischem Widerstand als in den Begleiterscheinungen des raschen wirtschaftlichen Wachstums hat.

Alternativ hat sich Legat Bayl dazu bereit erklärt, sich vor Ort um diese Angelegenheit zu kümmern und bittet um Information, wie sie wünschen das Problem anzugehen.


Meldung 2: Geologische Entdeckung im Zuge der Arbeiten auf Red One​

Erfreulicher sind die jüngsten Meldungen aus Red One. Im Rahmen der vorbereitenden Vermessungs- und Ausbauarbeiten für die geplante Erweiterung des dortigen unterirdischen Tunnel- und Verkehrsnetzes wurden in mehreren tieferen Gesteinsschichten mineralische Auffälligkeiten festgestellt. Die daraufhin angeordneten ersten Untersuchungen haben inzwischen bestätigt, dass mindestens eine der angeschnittenen Formationen wirtschaftlich interessante Erzkonzentrationen enthält. Die genaue Größe und Qualität des Vorkommens kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich angegeben werden, allerdings halten die beteiligten Geologen weitere Untersuchungen ausdrücklich für gerechtfertigt.

Besonders erfreulich ist dabei, dass nach derzeitigem Stand kein grundsätzlicher Konflikt zwischen einem möglichen Abbau und dem geplanten Ausbau des Tunnelsystems bestehen muss. Sollte sich bei den weiteren Vermessungen herausstellen, dass eine der vorgesehenen Haupttrassen unmittelbar durch wirtschaftlich bedeutende Bereiche des Vorkommens führt, ließe sich die betreffende Route nach Einschätzung der beteiligten Planer mit vertretbarem Aufwand verlegen oder entsprechend anpassen. In bestimmten Bereichen wäre sogar denkbar, die ohnehin notwendigen Erschließungsarbeiten teilweise mit späteren Zugängen zu möglichen Abbauanlagen zu verbinden, sofern die geologischen Untersuchungen dies als sinnvoll bestätigen.

Über den unmittelbaren Wert des gefundenen Erzes hinaus halte ich die Entwicklung insbesondere für Red One selbst für interessant. Der Standort besitzt noch immer einen Ruf, der wesentlich stärker von seiner schwierigen Vergangenheit geprägt ist, als es seiner gegenwärtigen Entwicklung gerecht wird. Eine Wiederbelebung des Bergbaus könnte neue Unternehmen, Fachkräfte, Investitionen und zusätzliche Infrastruktur nach Red One bringen und damit einen wirtschaftlichen Impuls schaffen, der weit über den eigentlichen Wert des geförderten Materials hinausgeht. Gerade in Verbindung mit dem geplanten Ausbau des unterirdischen Verkehrsnetzes könnte sich daraus langfristig die Möglichkeit ergeben, Red One wieder stärker als regulären Wirtschafts- und Industriestandort innerhalb Prefsbelt IVs zu etablieren.

Ich empfehle daher, zunächst eine umfassendere geologische Untersuchung des Fundgebietes anzuordnen und vor einer endgültigen Anpassung der Tunnelplanung abzuwarten, welchen Umfang die Vorkommen tatsächlich besitzen. Sollten sich die bisherigen Ergebnisse bestätigen, könnten anschließend Vertreter des Bauwesens, der Wirtschaftsverwaltung und gegebenenfalls geeigneter Bergbauunternehmen gemeinsam prüfen, ob und in welchem Umfang eine wirtschaftliche Erschließung sinnvoll wäre.


Meldung 3: Kapazitätsengpässe im landwirtschaftlichen Raum Gold One

Ergänzend möchte ich Sie noch über eine Entwicklung im Raum Gold One informieren. Die unter Gouverneur Zesh eingeleiteten Fördermaßnahmen sowie die Erweiterung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen haben in den vergangenen Monaten zu einem deutlichen Wachstum der regionalen Produktion geführt. Da ein erheblicher Teil der dortigen Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe staatlich geführt wird, sind größere Erweiterungen der bestehenden Infrastruktur genehmigungspflichtig und können nicht eigenständig durch die einzelnen Betriebe vorgenommen werden.

Nach aktuellen Meldungen stoßen insbesondere die vorhandenen Lager-, Kühl- und Umschlagskapazitäten inzwischen zunehmend an ihre Grenzen. Der Verband zur Förderung der Landwirtschaft hat deshalb die Errichtung mehrerer neuer, groß dimensionierter Lager- und Logistikkomplexe im Umfeld von Gold One beantragt. Neben zusätzlichen Lagerflächen sollen dabei auch die Zufahrtswege, Energieversorgung und Transportanbindungen der betroffenen Gebiete verbessert werden, da die bestehende Infrastruktur mit dem gestiegenen Produktionsvolumen zunehmend überfordert ist.

Die entsprechenden Unterlagen wurden bereits an Legat Torven Krail, den zuständigen Legat des Wirtschaftsressorts, weitergeleitet. Legat Kreil hat angekündigt, sich selbst ein Bild von der Situation zu machen und die beantragten Maßnahmen gemeinsam mit den verantwortlichen Stellen vor Ort prüfen zu lassen.



Eine unmittelbare Entscheidung Ihrerseits ist daher gegenwärtig nicht erforderlich. Ich wollte Sie dennoch über die Entwicklung informieren, da es sich um eine direkte Folge der bisherigen wirtschaftlichen Förderung Gold Ones handelt und bei entsprechender Genehmigung in absehbarer Zeit mit größeren Bau- und Infrastrukturmaßnahmen in der Region zu rechnen ist.


Die entsprechenden Unterlagen, zur ersten Schadensmeldungen aus der Werftregion sowie die vorläufigen geologischen Berichte von Red One und genauere Informationen zu Gold One lasse ich Ihnen gemeinsam mit diesem Bericht im Anhang zukommen .

Hochachtungsvoll

Miss Mariss
Büro des Gouverneurs
Prefsbelt IV
 
| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


Theranos‘ Antwort auf die eigentlich oberflächlich gemeinte Frage nach seiner Herkunft entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem halben politischen Grundsatzreferat. Theed auf Naboo also. Ausgerechnet eine größtenteils wohlhabende Neurepublikanische Welt hatte einen Mann hervorgebracht, der zur Überzeugung gelangt war, dass ihm das Imperium ob seiner Ordnung und klaren Hierarchie besser stand. Lily ließ ihn ausreden und hörte so aufmerksam zu, wie sie konnte, während er seinen langen Lebenslauf wiedergab. Theranos erzählte erstaunlich viel über sich.

„Dafür ist keine Entschuldigung notwendig“, erwiderte sie schließlich mit einem dünnen Lächeln auf den Lippen. „Es hilft mir, zu erfahren, warum Sie heute dort stehen, wo Sie stehen.“

Was seine Kritik an der Neuen Republik betraf, würde sie ihm ohnehin kaum widersprechen. Allerdings hatte Lily gerade erst vorgeschlagen, die Ämter für diesen Abend ein wenig ruhen zu lassen. Eine Diskussion über die Fehler der republikanischen Verfassung wäre ein ziemlich schlechter Anfang gewesen. Immerhin ging er anschließend auf das Angebot ein, sich beim Vornamen zu nennen. Genauso wie Aren, dessen Zustimmung allerdings etwas zögerlicher wirkte.
Als Theranos anschließend Imperialis Sensus und den Stand auf der Gala erwähnte, hörte sie erneut aufmerksam zu. Der Name war ihr noch nicht geläufig. Die aufstrebende Luxus-Marke eines Sektor Adjutanten, mit dessen aufdringlicher Bewerbung er unter gleichgesinnten Verwaltern natürlich nicht bis morgen warten konnte. Lilivienne musste ein Augendrehen unterdrücken. Und derselbe Mann beschwere sich über die Systemfehler der Neuen Republik.


„Ich werde mir den Stand ansehen, Theranos. Auch wenn ich um meine Leber fürchte, bei all dem Alkohol, werde ich diese Einladung nicht aus falscher Bescheidenheit ablehnen.“

Sie nickte.

„Madames Weinkeller hat noch genügend Platz“
, ergänzte Alizée trocken.

Die Gouverneurin drehte langsam den Kopf zu ihr.

„Ich wollte lediglich sicherstellen, dass Monsieur Zesh die Tragweite seines Angebots versteht.“

Lilys gedämpftes Schnauben wurde durch eine entschuldigende Handbewegung in Richtung des Sektor Adjutanten untermauert. Tatsächlich hatte ihr Weinkeller noch ziemlich viel Platz.

Es war Kael, der sich nun endlich dazu entschlossen zu haben schien, die Karten auf den Tisch zu legen, die er bislang so gelassen zurückgehalten hatte. Mindoir, ein Halbchiss-Vater und eine Familie, deren wirtschaftliche Verbindungen deutlich weiter rechten, als man beim Anblick seiner Rangplakette vermuten konnte. Die eigentliche Pointe folgte jedoch erst, als er ganz beiläufig erklärte, wem jene Brennerei gehörte, deren Produkt er den Damen zuvor mit der Ernsthaftigkeit eines Wissenschaftlers nähergebracht hatte.

Unwillkürlich wanderten Lilys Augenbrauen nach oben.


„Natürlich gehört die Brennerei deiner Familie“, sagte sie schließlich und lachte erneut. Was für ein verrückter Beginn in den Abend. Sie hielt ihm ihr Glas entgegen. „Und ich dachte bereits, ich hätte zufällig den einzigen Lieutenant der glorreichen imperialen Streitkräfte getroffen, der fasziniert ist von den Auswirkungen von Lagerhöhlen-Überschwemmungen auf den Geschmack eines Getränkes.

„Das erklärt immerhin die Leidenschaft“, stellte Alizée in wertschätzendem Tonfall fest.

Das Bild des rätselhaften Chiss begann sich jedenfalls endlich zu vervollständigen. Seine Galauniform, die sichere Ausdrucksweise und der beinahe selbstverständliche Umgang in diesen Kreisen. Anhand der wirtschaftlichen Stellung seiner Familie passte plötzlich alles zusammen. Als Kael selbst darauf hinwies, wie hervorragend sich ein junger Offizier als Repräsentant einer solchen Familie eignete, musste Lily zustimmen.


„Ein junger Offizier in Galauniform verkauft imperialen Patriotismus in der Tat sehr gut“, stimmte sie zu.

Aren lieferte schließlich noch die Erklärung für seine eigene Bekanntschaft mit Kael nach. Nirauan, eine Kolonisationsinitiative in den Unbekannten Regionen, geschäftliche Verbindungen und persönliche Familienkontakte. Es war beinahe komödiantisch, wie sehr der imperiale Elitismus verfestigt sein musste, wenn sich all diese mächtigen, einflussreichen und gutsituierte Persönlichkeiten mehr oder weniger zufällig in einer Bar auf Truuine über den Weg liefen. Als der Moff daraufhin sein Glas hob – nicht ehe er angekündigt hatte, dass die nächste Runde auf ihn ginge – folgte Lily seinem Beispiel.


„Auf gute Gesellschaft“, stimmte sie ein.

Die Gläser fanden zusammen und Lily trank diesmal einen kräftigen Schluck, ohne darüber nachzudenken, ob sie eine Note von überschwemmten Höhlen oder gar philosophische Bedeutungen aus dem Brand herausschmecken konnte.

Als wäre die Runde inzwischen nicht bemerkenswert genug angewachsen, näherte sich kurz darauf ein weiterer Mann. Im Hintergrund erkannte die Gouverneurin, wie einer ihrer Leibwächter in Zivil für einen Augenblick die Haltung änderte, sich jedoch wieder entspannte, als ein anderer Leibwächter ihm einen Hinweis gab. Anschließend durfte auch Lilivienne erfahren, um wen es sich bei dem dunkelhaarigen Menschen handelte. Kal Andrim. Captain des Sternjägerkorps. So sehr sie zunächst auch über die Hintergründe von Kael und Aren im Unklaren war, wäre ihr derselbe Fehler bei jemandem, wie Kal Andrim geschehen, hätte sie sich auch gleich aus der Bar verabschieden können. Es würde sie jedenfalls schwer wundern, wenn jemand, der so selbstverständlich in diese Runde spazierte und Andrim hieß, nichts mit ebenjenem galaxisweit bekannten Haus zu tun hatte. Wenn hier jemand Hochadel war, dann dieser Kerl. Ihr Vater hatte ihr früh beigebracht, dass es einfach Namen gab, die man sich merken musste, ganz unabhängig davon, ob man ihren Träger jemals kennenlernen würde. Évarielle war auf Cygnus solch ein Name. Aber Andrim? Eine völlig andere Görßenordnung. Alizée schien die gleichen Gedanken zu haben. Reflexartig spannte sich der Rücken ihrer Majordomus an und das nahbare Lächeln auf ihrem Gesicht verschwand.


Captain Andrim, begrüßte Lily den Neuankömmling unwillkürlich in fast staatsmännischem Tonfall. Ihr Entging das ‚Wir‘ nicht, das er gebrauchte, als er erklärte, ihre Karriere schon seit längerem zu verfolgen. Es dauerte eine kurze Schocksekunde, ehe das feine Lächeln auch auf ihre Lippen zurückkehrte. „Die Freude ist ganz meinerseits. In Anbetracht dieser Versammlung feiner Herrschaften erspare ich mir die Frage, ob Sie zufällig von Kuat stammen.“

Alizée warf ihr einen kurzen Blick von der Seite zu, sagte jedoch nichts. Dass er diesen Namen trug, machte ihn nicht automatisch zum Familienoberhaupt, Werftmagnaten oder sonstwem. Interessanter war ohnehin, wie schnell sich auch bei diesem namenhaften Neuzugang ihrer Runde eine Verbindung zu den bereits Anwesenden offenbarte. Sowohl Theranos als auch Aren waren ihm bereits bekannt.

„Mich würde von jetzt an nur noch wundern, wenn als nächstes unsere verehrte Imperatorin persönlich durch diese Tür schreitet“, kommentierte sie den Bar-Auflauf etwas spitz, aber mit humorvollem Unterton.

„Meine Majordomus, Alizée Marre, stellte sie anschließend ihre Begleiterin vor, als diese erneut hektische Seitenblicke umherwarf. Sofort erhob die junge Frau sich von ihrem Barschemel, was sie zuvor bei keinem der Anwesenden getan hatte, und neigte den Kopf tief. Ihre Gepflogenheiten waren noch deutlich tiefer geprägt von cygnischen Umgangsformen, als die der Gouverneurin selbst.

„Verzeihen Sie mir die Bemerkung, aber Sie wirken recht jung für einen Captain. Ihre Karriere kann nicht weniger beeindruckend sein als meine.“

Lily lächelte nun etwas breiter und bestellte sich ein neues Glas mit einer Handbewegung in Richtung des Barkeepers. Die Gala schien der gemeinsame Nenner dieser eigentümlichen Runde zu sein, für den die Sicherheitskräfte von Truuine bald einen eigenen Vermerk anlegen mussten. Theranos hatte dort seinen Stand und Kael war offenbar auch nicht rein aus Kunstinteresse angereist. Lediglich bei Aren und dem Vertreter der Andrim-Familie hatte sie die leise Hoffnung, dass sie für das Event und die Kunst hier waren.
Alizée, die sich inzwischen wieder gesetzt hatte, strich indes eine kaum sichtbare Falte aus ihrem Rock, während sie den Blick abwechselnd zwischen Boden und dem Captain wechselte. Lily meinte eine leichte Röte auf ihren Wangen zu erkennen, die nicht vom Rouge herrührten.


| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kal Andrim sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
| Innerer Rand | Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Kal Andrim und Theranos Zesh, sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil



Theranos nahm Kaels Warnung bezüglich Imperialis Sensus mit einem durchaus zufriedenen Schmunzeln auf. Eine höfliche Zustimmung oder irgendein wohlklingendes Kompliment hätte ihm ohnehin wesentlich weniger bedeutet als die ehrliche Einschätzung eines Mannes, der sich offenbar tatsächlich ausführlich mit Spirituosen und deren Herstellung beschäftigte.

„Genau deshalb würde mich Ihre Meinung interessieren“, erwiderte Theranos und hob sein Glas leicht in Richtung des Chiss. „Mit einem Urteil, das lediglich meinem Marketing gefällt, könnte ich schließlich herzlich wenig anfangen. Wenn Sie etwas zu kritisieren haben, dürfen Sie damit also gerne direkt, aber bitte konstruktiv sein.“

Anschließend hielt Theranos sich zurück und hörte zu, als Kael endlich etwas ausführlicher auf jene Frage einging, die zuvor durch die Runde gewandert war. Mindoir, Carratos, Esseles und Muunilinst ergaben gemeinsam mit der Herkunft seines Vaters ein wesentlich komplexeres Bild, als Theranos bei einem flüchtigen Blick auf den blauhäutigen Lieutenant zunächst vermutet hätte. Interessanter fand er allerdings den mütterlichen Teil der Familiengeschichte und die beiläufige Feststellung, dass die Reeds offenbar schon seit Generationen zum Imperium gehörten.

Spätestens als Kael mit einiger Selbstironie erklärte, weshalb ausgerechnet ein junger Offizier in Galauniform hervorragend dazu geeignet war, eine alte industrielle Familie auf einer Veranstaltung wie dieser zu repräsentieren, musste Theranos schmunzeln. Immerhin war er damit zumindest nicht der Einzige in der Runde, der den heutigen Nachmittag für angemessen genug gehalten hatte, etwas zu tragen, das deutlich näher an einer Galauniform als an gewöhnlicher Freizeitkleidung lag.

Die eigentliche Pointe folgte jedoch unmittelbar danach.
Die Brennerei, deren Produkt Kael den beiden Damen zuvor mit beinahe wissenschaftlicher Genauigkeit nähergebracht hatte, gehörte seiner eigenen Familie.

Theranos’ Augenbrauen hoben sich leicht, ehe er amüsiert zwischen Kael und den beiden Frauen hin und her sah. Damit erklärte sich rückwirkend tatsächlich einiges.

„Nun, das erklärt zumindest, weshalb Ihre Ausführungen über diesen Brand ein wenig fundierter ausgefallen sind, als ich es bei einem zufälligen Gespräch in einer Bar erwartet hätte.“

Liliviennes Reaktion fiel noch unmittelbarer aus, und bei ihrer Feststellung, sie habe offenbar doch nicht zufällig den einzigen imperialen Lieutenant getroffen, der sich leidenschaftlich für die Auswirkungen überschwemmter Lagerhöhlen interessierte, konnte Theranos ein leises Lachen nicht verhindern.

Auch ihre vorherige Zusage, Imperialis Sensus während der Gala einen Besuch abzustatten, hatte er mit sichtlicher Zufriedenheit aufgenommen. Alizées trockene Ergänzung bezüglich des noch vorhandenen Platzes im Weinkeller ihrer Herrin ließ sein Lächeln allerdings etwas breiter werden.

„Keine Sorge, Majordomus. Die Tragweite meines Angebots war mir durchaus bewusst.“
Theranos hatte kurz überlegt, auch Sie zu duzen, doch hatte die Majordomus es ihm schließlich ja nicht angeboten. So hob er sein Glas leicht in Richtung der Majordomus.

„Sollte Lili allerdings tatsächlich versuchen, unseren gesamten Bestand entweder zu konsumieren oder in ihren Weinkeller zu verlegen, behalte ich mir vor, irgendwann eine vernünftige Obergrenze festzulegen.“

Damit beließ er es auch schon wieder. Die Einladung war schließlich ernst gemeint gewesen und wenn ihnen die Weine tatsächlich schmeckten, würde Theranos kaum anfangen, einzelne Kisten gegenzurechnen, immerhin hat man nicht oft das Privileg, solche Gäste bewirten zu dürfen.


Als Aren anschließend Kaels bisherige Zurückhaltung noch ein wenig weiter auflöste und von ihrer Begegnung auf Nirauan sowie den später entstandenen geschäftlichen Verbindungen zu dessen Familie erzählte, fügte sich auch für Theranos der bislang bewusst unscharf gehaltene Begriff des Geschäftspartners wesentlich besser in das Gesamtbild ein. Dass Aren dabei sogar persönliche Kontakte zu Kaels Schwester erwähnte, registrierte er ebenfalls, ohne weiter nachzufragen.

Offenbar kannten sich die beiden tatsächlich wesentlich länger und besser, als die anfängliche Vorstellung hatte vermuten lassen.

Bei Arens Angebot, für diesen Abend ebenfalls auf seinen Titel zu verzichten und es bei seinem Vornamen zu belassen, wanderte Theranos’ Blick kurz zu ihm. Die Zustimmung war gekommen, doch Theranos glaubte eine gewisse Zurückhaltung darin wahrzunehmen, die ihm keineswegs vollkommen fremd war. Auch er selbst hätte unter gewöhnlichen Umständen kaum innerhalb weniger Minuten sämtliche gesellschaftliche Distanz aufgegeben.

Vielleicht hatte Aren schlicht denselben Entschluss gefasst wie er selbst: Wenn schon alle anderen versuchten, die Förmlichkeiten für einige Stunden vor der Tür zu lassen, musste man nicht ausgerechnet derjenige sein, der die gesamte Stimmung daran scheitern ließ.
Theranos beantwortete das Angebot daher lediglich mit einem zustimmenden Nicken und hob kurz sein Glas. Ob ihm der Vorname gegenüber seinem direkten Vorgesetzten tatsächlich so leicht über die Lippen gehen würde, würde sich vermutlich noch zeigen.

Wesentlich unkomplizierter war dagegen Arens nächstes Angebot, sich ein Getränk auf seine Kosten zu bestellen.


Theranos sah auf den verbliebenen Wein in seinem Glas und anschließend mit einem amüsierten Ausdruck zum Moff.
„Nachdem wir bereits ausdrücklich aufgefordert werden, nicht zu geizen, wäre es vermutlich ausgesprochen unhöflich, Ihre Großzügigkeit aus falscher Bescheidenheit abzulehnen.“

Sein Blick wanderte zu Kael.
„Was empfiehlt der Fachmann der Runde?“

Wenn der Lieutenant schon gerade offenbart hatte, dass hinter seiner Begeisterung für hochwertige Spirituosen wesentlich mehr steckte als ein ungewöhnlich ausgeprägtes Hobby, konnte Theranos diese Gelegenheit schließlich ebenso gut nutzen. Vielleicht würde er heute tatsächlich noch zu jenem guten Cognac oder Brand kommen, über den er wenige Minuten zuvor gesprochen hatte.

Kurz darauf hob auch Theranos sein Glas, als Aren schließlich vorschlug, sämtliche verbliebenen Geheimnisse für den Moment ruhen zu lassen und gemeinsam anzustoßen.

„Auf gute Gesellschaft“, schloss er sich Liliviennes Worten mit einem Lächeln an.

Die Gläser trafen sich über der Theke, und Theranos nahm anschließend einen etwas größeren Schluck als zuvor. Für einen Moment ließ er seinen Blick durch die Runde wandern. Der Nachmittag hatte sich inzwischen derart weit von seinem ursprünglichen Plan entfernt, dass er darüber beinahe nur noch schmunzeln konnte.

Genau in diesem Moment bemerkte er eine vertraute Gestalt, die sich durch die Bar in ihre Richtung bewegte.



Kal Andrim.

Theranos’ Gesicht hellte sich sichtbar auf. Er hatte durchaus damit gerechnet, dass der Captain noch zu ihnen stoßen würde, schließlich hatte er ihm selbst kurz vor Betreten der Bar seinen Standort geschickt. Nach der unerwarteten Entwicklung der letzten Minuten war dieser Teil seiner ursprünglichen Planung allerdings beinahe in den Hintergrund geraten.

Dass Kal dabei ebenfalls einen Anzug trug, ließ Theranos für einen Augenblick an seiner eigenen Erscheinung zweifeln. Aren war zivil gekommen, Lilivienne und Alizée ebenso, und nun erschien selbst der Captain des Sternenjägerkorps in einem schlichten aber dennoch tadellos sitzenden marineblauen Anzug.

Zum Glück hatte Kael sich für seine Galauniform entschieden. Andernfalls wäre Theranos mit seinem dunkelblauen, beinahe mantellangen Gehrock, den champagnerfarbenen Epauletten und den übrigen goldenen Akzenten mittlerweile tatsächlich der mit Abstand auffälligste Mann dieser Runde gewesen.
Wobei er sich darüber kaum beschweren konnte. Schließlich hatte er Kal selbst zu einem privaten Gespräch in einer Bar gebeten. Wenn jemand falsche Erwartungen an die Kleiderwahl gehegt hatte, dann wohl Theranos.

Ein anderer Gedanke störte ihn wesentlich mehr. Er hatte mit Aren noch überhaupt nicht über Kal gesprochen.
Eigentlich hatte Theranos das Gespräch mit dem Moff nutzen wollen, um neben seinem neuen Stab auch KP-1, die bevorstehende Operation Nadari-Strom und einige seiner Vorstellungen für die weitere wirtschaftliche Absicherung der entsprechenden Projekte anzusprechen. Dazu gehörte auch Kal, dessen Erfahrung Theranos künftig gerne stärker einbinden wollte. Nun stand der Mann bereits wenige Schritte entfernt, bevor Theranos überhaupt Gelegenheit gehabt hatte, Aren den Gedanken vernünftig darzulegen.


Ungünstig…äußerst ungünstig, allerdings kaum etwas, das sich nicht später nachholen ließ.

Als Kal schließlich bei ihnen ankam und ihn gemeinsam mit Aren begrüßte, erwiderte Theranos das diplomatische Lächeln mit sichtlicher Freude.
„Captain Andrim. Sehr schön freut mich, dass Sie es einrichten konnten.“

Theranos deutete mit einer offenen Handbewegung in die inzwischen beachtlich angewachsene Runde.
„Wie Sie sehen, hat sich unser ursprünglich etwas kleiner geplantes Gespräch zwischenzeitlich auf eine ausgesprochen angenehme Weise erweitert.“

Damit war zumindest klargestellt, dass Kals Auftauchen keineswegs ein weiterer vollkommen absurder Zufall dieses Abends war. Eigentlich hätte Theranos sogar noch ergänzt, dass der Captain von Anfang an Teil seiner Planung gewesen war, doch Kal begann bereits damit, die übrigen Anwesenden zu begrüßen, weshalb Theranos ihm nicht ins Wort fiel.


Stattdessen beobachtete er mit einem gewissen Vergnügen, wie schnell Kal die Gouverneurin von Bastion einordnete. Offenbar war Theranos zumindest nicht der Einzige, der es für sinnvoll hielt, sich Gesichter und Namen bedeutender Persönlichkeiten einzuprägen.

Liliviennes Reaktion auf den Namen Andrim fiel wiederum deutlich förmlicher aus als noch wenige Augenblicke zuvor. Theranos konnte es ihr kaum verdenken. Selbst innerhalb einer Runde, in der bereits ein Moff und die Gouverneurin von Bastion standen, besaß der Name Andrim ein Gewicht, das sich nur schwer vollständig ignorieren ließ.

Bei ihrer Bemerkung, inzwischen würde sie wohl nur noch das persönliche Auftauchen der Imperatorin überraschen, musste Theranos ehrlich lachen.

„Bitte beschwören Sie nichts herauf. Nach dem bisherigen Verlauf dieses Nachmittags würde ich es beinahe nicht mehr ausschließen.“

Wesentlich interessanter wurde es für ihn, als die Gouverneurin anschließend auf Kals Alter zu sprechen kam und feststellte, dass dessen Karriere angesichts seines vergleichsweise jungen Erscheinungsbildes kaum weniger beeindruckend sein konnte als ihre eigene.


Theranos sah zu Kal und ein beinahe stolzes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht.

„Da darf ich vielleicht ein wenig Kontext liefern.“
Er hob sein Glas leicht in Richtung des Captains.

„Captain Andrim trägt seinen gegenwärtigen Rang tatsächlich noch nicht besonders lange. Die Beförderung zum Cpatain erfolgte erst vor kurzem auf Prefsbelt IV, durchgeführt vom Moff persönlich” Theranos deutete kurz zu Aren "er glänzte unter anderem, aufgrund seine Leistungen bei der Niederschlagung einer versuchten Rebellion des ehemaligen Gouverneurs des Planeten und während der Operation Small Hunt die das Ende des Ehemaligen Gouverneurs besiegelte.“

Theranos wollte Kal keineswegs dessen eigene Geschichte komplett aus der Hand nehmen, weshalb er sich bewusst auf jene Punkte beschränkte, die er selbst unmittelbar miterlebt beziehungsweise ausgezeichnet hatte. Dennoch würde man defintiv sehen das es Theranos fast schon Spaß machte die Leistungen des Captain zu loben von dehnen er offensichtlich ehrlich überzeugt war.

„Seine Abschusszahlen und vor allem seine außerordentlichen Leistungen während dieser Einsätze waren dabei mehr als überzeugend. Zusätzlich hatte ich das Privileg, ihm für seine Verdienste zwei Auszeichnungen zu überreichen, die er sich meiner Ansicht nach mehr als nur verdient hat.“

Mit dem Glas deutete Theranos noch einmal anerkennend auf Kal und überließ ihm damit wieder selbst das Wort.
„Und wenn alles so verläuft, wie ich es mir vorstelle, hoffe ich ohnehin, dass wir auch auf Sektorebene bei der einen oder anderen Angelegenheit noch öfters zusammenarbeiten werden.“

Für einen kurzen Augenblick traf sein Blick den Kals, bevor sich ein leichtes, beinahe verschwörerisches Schmunzeln auf Theranos’ Lippen legte.
„Aber dieses Gespräch verschieben wir besser auf eine andere Gelegenheit.“

Vor allem würde er das Gespräch zunächst einmal mit Aren führen müssen.

Dann fiel Theranos auf, dass der Neuankömmling im Gegensatz zum Rest der Runde noch immer mit leeren Händen dastand. Er hob zwei Finger in Richtung des Barkeepers.
“Bringen Sie uns bitte noch ein Glas für den Captain.“



| Innerer Rand | Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Kal Andrim und Theranos Zesh, sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
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[Truuine - Moraband - Luftraum über Hauptstadt - Lambda-Shuttle]
Agustin, Abella


Einige Tage waren seit ihrer Abreise von Dubrillion vergangen, als das Lambda-Shuttle des Moffs schließlich in die Atmosphäre Truuines eindrang und Kurs auf Moraband nahm. Agustin hatte seine selbst auferlegte Zurückhaltung in dieser Zeit überraschend konsequent eingehalten. Von einigen sicherheitspolitischen Meldungen und einer knappen täglichen Zusammenfassung aus seiner Staatskanzlei abgesehen, hatte Veyris Korrhan ihn nicht mit den gewöhnlichen Geschäften des Myto-Sektors behelligt und bislang schien die von ihm neu geschaffene Verwaltungsstruktur tatsächlich ohne permanente Eingriffe ihres Moffs zu funktionieren. Der Bastioner nahm dies mit einer gewissen Zufriedenheit zur Kenntnis, auch wenn er sich schon jetzt vorgenommen hatte, nach seiner Rückkehr genau zu überprüfen, welche Entscheidungen während seiner Abwesenheit getroffen worden waren und wer sich dabei möglicherweise Freiheiten herausgenommen hatte, die ihm nicht zustanden.

Für den Augenblick lag Dubrillion jedoch in weiter Entfernung. Agustin stand an einem der Sichtfenster und betrachtete die näherkommende Hauptstadt, während das Shuttle allmählich an Höhe verlor. Truuine war Agustin keineswegs unbekannt. Vor nicht allzu langer Zeit hatte er die Wasserwelt bereits gemeinsam mit
Aren besucht und dabei unter anderem Governor Ridley Solaris näher kennengelernt, der bei ihm einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen hatte, als er damals von einem noch vergleichsweise unerfahrenen Verwalter erwartet hätte. Moraband hingegen kannte der Bastioner bislang nur aus Berichten. Dass sich Solaris ebenfalls in seiner Position als Governor auf dem Planeten befand, kam ihm durchaus gelegen, denn zwischen ihnen war noch eine Angelegenheit offen, die Agustin bei Gelegenheit lieber persönlich als über irgendeine Holo-Verbindung besprechen wollte. Arens Anwesenheit und seine militärischen Kontakte auf Yaga Minor würden hierbei höchstwahrscheinlich zusätzlich helfen. Für den Augenblick galt seine Aufmerksamkeit allerdings einem anderen Bekannten.

Abella hatte sich diesbezüglich bereits während der letzten Minuten ihrer Anreise als ausgesprochen hilfreich erwiesen. Über Adriana hatte sie in Erfahrung gebracht, dass Aren den Abend nicht im Praxeum selbst verbrachte, sondern sich inzwischen in einer Bar in dessen unmittelbarer Umgebung aufhielt. Wie genau die Corellianerin an diese Information gelangt war, hatte Agustin nicht weiter hinterfragt. Ihr gesellschaftliches Netzwerk funktionierte bisweilen schneller als Teile seiner eigenen Verwaltung und solange die Ergebnisse stimmten, sah er wenig Anlass, sich über die Methodik zu beklagen.

Er wandte sich von der Aussicht ab und ließ seinen Blick kurz über seine Begleiterin gleiten. Abella hatte sich für den Abend bereits entsprechend zurechtgemacht und trug ein tief burgunderrotes Abendkleid, dessen eleganter Schnitt ihre schlanke Erscheinung unterstrich, ohne durch übermäßigen Prunk von ihr selbst abzulenken. Ihr dunkles Haar war sorgfältig frisiert und fiel glatt über ihre Schultern, während dezenter aber stilvoller Schmuck dem Gesamtbild gerade genug Extravaganz verlieh, um dem Anlass gerecht zu werden. Sie bewegte sich seit Jahren auf Veranstaltungen dieser Art und wirkte entsprechend selbstverständlich in einer Aufmachung, in der andere Frauen vermutlich den halben Abend damit beschäftigt gewesen wären, um möglichst souverän zu erscheinen.

Auch Agustin hatte seine Uniform auf Dubrillion zurückgelassen. Stattdessen trug er einen maßgeschneiderten schwarzen Abendanzug imperialen Schnitts, dessen erhöhter Kragen und asymmetrischer Verschluss zwar die strenge Formensprache imperialer Amtskleidung aufgriffen, jedoch keinerlei Rang oder institutionelle Zugehörigkeit erkennen ließen. Feine anthrazitfarbene Strukturen zeichneten sich nur bei entsprechendem Lichteinfall auf dem Stoff ab, während eine schlichte schwarze Hose und polierte, knöchelhohe Reptillederstiefel das Ensemble vervollständigten. Rangplakette oder sonstige Insignien fehlten vollständig. Wer ihn nicht persönlich kannte, würde in ihm vermutlich eher einen wohlhabenden Unternehmer oder Angehörigen der imperialen Oberschicht vermuten als den Moff eines Sektors.

Agustin empfand diesen Umstand als durchaus angenehm.

"Du bist Dir sicher, dass Deine Informationen noch aktuell sind?“

Fragte er schließlich, während sein Blick wieder zu den Lichtern Morabands wanderte.


"Du kannst ihnen voll und ganz vertrauen"

Der Bastioner nickte zufrieden.

„Gut. Dann wäre es ausgesprochen bedauerlich, wenn wir uns diese Überraschung ausgedacht hätten und Aren ausgerechnet heute einen kurzen Abend bevorzugt.“

Ein schmales Schmunzeln begleitete seine Worte. Wenig später setzte das Shuttle auf einem reservierten Landefeld Morabands auf. Agustin hatte ausdrücklich auf einen offiziellen Empfang verzichtet. Keine Vertreter der planetaren Verwaltung, keine Ehrenformation und erst recht keine Presse warteten auf der Plattform. Lediglich einige Angehörige des örtlichen Sicherheitsdienstes hielten sich diskret im Hintergrund, während zwei Männer aus Agustins persönlichem Schutzstab in ziviler Kleidung bereits die Umgebung überprüften. Als sich die Rampe öffnete, trat Abella zuerst hinaus und Agustin folgte ihr wenige Schritte später. Am Rand des Landefeldes wartete bereits ein geschlossener schwarzer Gleiter ohne Hoheitszeichen oder sonstige sichtbare Kennzeichnung. Agustin öffnete Abella die hintere Tür, ließ sie einsteigen und nahm anschließend neben ihr Platz. Einer seiner Sicherheitsleute setzte sich nach vorne, während das zweite Fahrzeug mit dem restlichen Begleitschutz in ausreichendem Abstand folgen würde.

Der Gleiter setzte sich beinahe lautlos in Bewegung und glitt auf einen der breiten Boulevards hinaus, die in Richtung des Praxeums führten. Agustin lehnte sich etwas zurück. Dass sie später eingetroffen waren als ursprünglich vorgesehen, störte ihn inzwischen kaum noch. Im Gegenteil.
Aren hatte offenbar bereits einige Zeit auf Truuine verbracht und dürfte inzwischen kaum noch damit rechnen, dass ausgerechnet sein alter Verbündeter unangekündigt in einer Bar auftauchte. Agustin warf Abella einen kurzen Seitenblick zu.

"Ich hoffe, Du hast Adriana nicht vorgewarnt."

Das corellianische Model schüttelte den Kopf und strich ihm über den Arm.

"Nein, auch sie wird aus allen Wolken fallen. Das haben wir beide äußerst geschickt eingefädelt."

Erneut zeigte sich jenes schmale, zufriedene Lächeln auf seinen Zügen.

"Sehr gut. Dann wollen wir doch einmal sehen, wie aufmerksam unser geschätzter Moff des Prefsbelt-Sektors und frisch zum Ritter geschlagener Held des Imperiums nach einigen Drinks noch ist."

Der Gleiter bog in das Viertel rund um das Praxeum ein. Wenige Minuten später hielt der Gleiter in einer Seitenstraße unweit der Bar. Agustin machte allerdings keine Anstalten, sofort auszusteigen. Stattdessen wies er einen seiner Sicherheitsleute an, das Lokal zunächst allein zu betreten und sich einen Überblick zu verschaffen. Fünf Minuten würden genügen. Nicht weil der Bastioner ernsthaft eine Gefahr erwartete, sondern weil er es vorzog zu wissen, welchen Raum er betrat, bevor der Raum von seiner Anwesenheit wusste. Der in ziviler Kleidung auftretende Sicherheitsmann verschwand zwischen den übrigen Gästen und kehrte nach Ablauf der vereinbarten Zeit zum Gleiter zurück. Mithilfe der in seinem Comlink integrierten Identifikationstechnik hatte er neben
Aren noch mehrere bemerkenswerte Persönlichkeiten ausmachen können. Der frisch beförderte Sector Adjutant Theranos Zesh befand sich bei ihm, ebenso eine Frau, die das System mit hoher Sicherheit als Lilivienne d'Oridin, die ebenfalls frische Gouverneurin von Bastion, identifiziert hatte. Weitere Personen aus Militär und Verwaltung hielten sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe auf.

Diese Information ließ selbst Agustin für einige Augenblicke überrascht innehalten.

"Die neue Gouverneurin von Bastion?"

Fragte er mit hochgezogener Augenbraue nach, ehe der Sicherheitsmann die Identifikation nochmals bestätigte. Aus einem spontanen Besuch bei einem alten Verbündeten schien sich unverhofft ein wesentlich interessanterer Abend zu entwickeln. Ein breites, beinahe ungläubiges Schmunzeln trat auf Agustins Gesicht, als er Abella ansah, dann stieg er aus. Abella nahm seinen angebotenen Arm und gemeinsam betraten sie wenige Augenblicke später die gut gefüllte Bar, während ihre Sicherheitsleute mit einigem Abstand zurückblieben. Agustins Blick wanderte ruhig durch den Raum, bis er schließlich jene Gruppe entdeckte, über die er gerade unterrichtet worden war.

Das Schmunzeln blieb. So hatte er sich diesen Abend tatsächlich nicht vorgestellt und einen besseren Moment hätte er sich nicht aussuchen können für seinen Auftritt. Gerade als der
Moff des Prefsbelt-Sektors zu Ende gesprochen hatte, trat Agustin gemeinsam mit seiner Partnerin quasi aus dem Nichts neben ihm. Seine klare Stimme ertönte, noch bevor er ihn sehen konnte.

"Die interessantesten Karten werden bekanntlich zuletzt gespielt, mein alter Freund"

[Truuine - Moraband - Unweit des Praxeums - Bar]

Agustin, Abella, Aren, Theranos, Lilivienne und weitere Anwesende
 
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