Fußball Thread - WM, EM, CL etc.

Ich hatte mir bei der letzten WM fest vorgenommen, zu boykottieren...aber ausgerechnet da musste es Argentinien ins Finale schaffen. Das habe ich mir dann doch angeschaut, und es wurde bekanntlich ein großartiges Spiel, an dessen Ende ich "WM-Titel Argentiniens miterleben" endlich von der Liste nehmen konnte. Die Gauchos gehören, neben Frankreich und Spanien, auch diesmal zu meinem Favoritenkreis. Gönnen würde ich es allerdings den Niederländern (da Österreich arg unrealistisch wäre).

Mein Interesse am Turnier ist kaum vorhanden; schon bei der letzten Euro habe ich keine vollständige Partie geschafft, das Endspiel sogar völlig ignoriert. Und aufgrund der Übertragungszeiten sowie mangels Public Viewing/Fan-Zonen dürfte sich die Stimmung im ruheliebenden Wien diesmal eh begrenzt halten.
 
In der ARD-Mediathek ist gerade die vierteilige Doku "WM 1994 - Elf Helden, ein Alptraum" zu sehen, in der die katastrophal verlaufene WM-Teilnahme der deutschen Mannschaft als Titelverteidiger beim Turnier 1994 in den USA aufarbeitet. Zu Wort kommen der damalige Bundestrainer Berti Vogts, Spieler wie Lothar Matthäus, Rudi Völler, Matthias Sammer und Stefan Effenberg, und Journalisten wie z.B. Alfred Draxler, Reinhold Beckmann und Gaby Papenburg.
Man geht der Frage nach, warum eine der vermutlich stärksten deutschen Mannschaften vor 32 Jahren spektakulär scheiterte. Dabei kommen vor allem Lothar Matthäus und die vermeintliche "Lichtgestalt" Franz Beckenbauer alles andere als gut weg, die damals keine Gelegenheit ausließen, über ihre Kontakte zur Springerpresse die Autorität Vogts' systematisch zu untergraben, dem es unter solchen Umständen - und durch eigene Fehler - kaum möglich war, aus den hochbegabten Einzelspielern eine wirkliche Mannschaft zu formen.
Alles in allem eine sehr gut gemachte Doku, die tatsächlich ein neues Licht auf die WM '94 aus deutscher Sicht wirft.

C.
 
Der Fairness halber sei angemerkt, dass man damals denkbar knapp gegen ein absolutes Ausnahme-Bulgarien im Viertelfinale rausflog. Vielleicht eine Schmach aus deutscher Sicht, aber die Truppe um Stoichkov und Co. hatte halt wirklich etwas drauf.

Finde es grundsätzlich schon mal respektabel, dass man überhaupt eine Doku zu einem sportlichen Fiasko auf die Beine stellt und dieses - mit gebührendem zeitlichen Abstand - reflektiv beleuchtet. Normalerweise werden in diesem Format lieber Höhepunkte zum Thema genommen (bzw. glorifiziert, siehe 2006).
 
In der ARD-Mediathek ist gerade die vierteilige Doku "WM 1994 - Elf Helden, ein Alptraum" zu sehen, in der die katastrophal verlaufene WM-Teilnahme der deutschen Mannschaft als Titelverteidiger beim Turnier 1994 in den USA aufarbeite

Ich schaue die Doku auch gerade und bin sehr angetan. Man lässt nicht viel gutes am Franz (was auch schon vorher bekannt, aber wenig berichtet wurde). Berti Vogts ist für mich einer der sympathischten Trainer überhaupt. So bodenständig, treu und mit strickten Grenzen. Interna sind Intern geblieben, was die Bild-Zeitung natürlich verrückt gemacht hat.
Immerhin hat Berti in den vier Turnieren beachtliches erreicht, auch wenn die restlichen Deutschen mal wieder am Größenwahn litten.

Ich habe viel neues erfahren in dieser Doku, kann ich auch jedem ans Herz legen.
 
Der Fairness halber sei angemerkt, dass man damals denkbar knapp gegen ein absolutes Ausnahme-Bulgarien im Viertelfinale rausflog. Vielleicht eine Schmach aus deutscher Sicht, aber die Truppe um Stoichkov und Co. hatte halt wirklich etwas drauf.

Ja, aus heutiger Sicht und vor dem Hintergrund des Abschneidens bei den beiden letzten Weltmeisterschaften oder der Zeit zwischen 1998 und 2006 (in der die WM 2002 viele Probleme übertüncht hat) wirkt es fast schon grotesk, welches Drama seinerzeit aus dem Ausscheiden im Viertelfinale gemacht wurde. Aber aus damaliger Sicht war das ein ein Fiasko. Deutschland war der amtierende Weltmeister, und hatte vom Spielermaterial her sehr wahrscheinlich sogar einen stärkeren Kader als 1990. Die Erwartungshaltung war riesig; im Grunde erwartete so ziemlich jeder nicht weniger als die Titelverteidigung, mindestens aber mal das Erreichen des Finales. Man muss sich das vergegenwärtgen: Zu dem Zeitpunkt hatte Deutschland seit 1982 in jedem WM-Finale gestanden, und dabei einmal das Turnier gewonnen. Hinzu kam halt auch noch die Art, WIE man aus dem Turnier geflogen war, und wie man sich präsentiert hatte. Die Leistungen blieben in der amerikanischen Sommerhitze oft hinter den Erwartungen zurück, dann gab es noch den Mittelfinger-Skandal um Stefan Effenberg und die ganzen Störgeräusche rund um das Team, wie z.B. der Streit, in welchem Hotel die Spielerfrauen übernachten dürfen usw., die damals genüßlich vor allem von der Springerpresse breitgetreten wurden.
Das ist in der Doku übrigens fast kaum zu ertragen, wie der durch und durch unangenehme Alfred Draxler auch 32 Jahre später noch immer selbstgefällig und feist grinsend darüber schwafelt, was die Bild damals für "journalistische" Coups gelandet hat.

C.
 
Ein Angehöriger der brasilianischen Fußballnationalmannschft welche 1970 in Mexico im Aktzetenstadion Weltmeister wurde , der Verteidiger Brito ist gestern im Alter von 86 Jahren verstorben.

Nachdem die USA einem Schiedsrichter aus Somalia die Einreise verweigert hatte verweigerte auch Kanada dem Vizekapitän von Ghana die Einreise.
 
Ein Angehöriger der brasilianischen Fußballnationalmannschft welche 1970 in Mexico im Aktzetenstadion Weltmeister wurde , der Verteidiger Brito ist gestern im Alter von 86 Jahren verstorben.

Nachdem die USA einem Schiedsrichter aus Somalia die Einreise verweigert hatte verweigerte auch Kanada dem Vizekapitän von Ghana die Einreise.
Zu den Hintergründen: Der Vizekapitän ist wegen diversen Vergewaltigungsvorwürfen angeklagt und darf deswegen nach kanadischen Gesetzen nicht einreisen. Bei dem Schiedsrichter gab es "Bedenken" er könnte Verbindungen zu einer terroristischen Organisation haben.
 
Gut, dass ich schon vorher überhaupt keinen Bock auf diese WM hatte, und es bisher auch konsequent geschafft habe, kein einziges Spiel zu schauen.
Dito.
Ich hätte echt nicht gedacht, dass es nach Weltmeisterschaften in Russland und Katar mal eine WM schafft, mich noch weniger zu interessieren als diese hier.

Besagter Schiedsrichter soll jetzt übrigens für die UEFA den nächsten Supercup pfeifen.
 
Ich habe auch noch kein Spiel gesehen und werde wohl auch keines sehen.
Zum einen ist die Zeit für mich nicht passend und zum anderen ist mir das Turnier zu aufgebläht.
Das Finale werde ich wohl ansehen.
 
Mal sehen, ob du es auch dann durchhältst, sollte es Deutschland mit dieser Rekordzahl an Stuttgartern ins Finale schaffen. :D

Mal sehen. Ich kann nur sagen, dass mit eine WM echt noch nie so egal war, wie diese. Keine Euphorie im Vorfeld, kein Spielplan aufgehängt in der Firma, keine Tipp-Spiel-Teilnahme, nichts. Seit das Turnier läuft hatte ich auch ständig war anderes zu tun, als die Spiele zu schauen... meistens Schlafen. Mal sehen, heut Abend sind wir eingeladen, und da könnte es sein, dass der Fernseher läuft, wenn Deutschland spielt, und wenn nicht, dann sterb ich davon sicher auch nicht.
Der korrupte Drecksverein FIFA hat es inzwischen echt geschafft, mir die Freude an dem Event gründlich zu nehmen. :zuck:

C.
 
Ich würde sagen, dass die eher gedämpfte WM-Wahrnehmung nicht nur dich betrifft. Sie ist geographisch weit weg (sodass man nicht einfach mal für 1-2 Spiele "rüberfahren" kann, wie wenn das Turnier in Europa wäre); dann kommt die Zeitverschiebung - vielleicht sogar der größte Faktor, da die meisten Leute im Erwerbsleben stehen und ihren Schlaf brauchen - und letztlich natürlich die politischen Nebengeräusche, ebenso Umweltbedenken angesichts einer Anzahl von Rekordflügen durch die aufgeblähte Teilnehmeranzahl. Mich interessiert die Veranstaltung jedenfalls null: mein Ziel, einen argentinischen Triumph zu erleben, wurde inzwischen erfolgreich abgehakt (leider nicht in Argentinien selbst, aber was solls).

Deutschland kann ich überhaupt nicht einschätzen. Nach den letzten beiden WM-Katastrophen würde mich ein plötzlicher (überfälliger?) Befreiungsschlag, der das Team unerwartet ganz nach vorn katapultiert, ebenso wenig überraschen, wie ein weiterer Totalausfall. Nagelsmann macht nicht den Eindruck eines Leaders, dem es gelänge, eine positive Synergie zu schaffen, die die Spieler zusammenschweißen könnte. Das müssen die Jungs selbst übernehmen. Wer weiß, vielleicht meldet sich die deutsche "Turnier-DNA" ja doch.

PS: Danke, Australien. :)
 
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Gestern sind hier echt die ersten Schwachköpfe nach einem Vorrundensieg gehen Curacao hupend durch die Stadt gefahren. :crazy Diesen nervigen Aspekt einer WM, jedes Kack-Spiel mit einem Autokorso feiern zu wollen, hatte ich schon fast verdrängt. Das hat sich seinerzeit mit dem "Sommermärchen" eingeschlichen, und scheint ansonsten eher weniger Fußball-affines und verwahrlostes Partyvolk auch 20 Jahre später noch zu faszinieren. Früher wäre man für so einen Blödsinn ausgelacht worden.
Autokorso maximal ab Viertelfinaleinzug! :klugs

Achso, ein Spiel gab es ja auch noch. Da auf der Grillparty das Interesse groß und entsprechend ein TV aufgebaut war, bin ich in den Genuß des Kicks gekommen. Das Ergebnis war standesgemäß würde ich sagen. Wo die deutsche Mannschaft tatsächlich steht, wird man aber wohl erst im zweiten Spiel gegen die Elfenbeinküste sehen. In der Offensive waren jedenfalls einige ordentliche Ansätze zu sehen. In der Defensive und im Spielaufbau gab es allerdinge einige grobe Schnitzer, die von einer stärkeren Mannschaft sicherlich anders genutzt werden, als von Curacao. Gerade wenn der Gegner das Spiel schnell machte, wirkten unsere Abwehrrecken selbst gegen einen krassen Außenseiter etwas bräsig.

C.
 
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Habe bis jetzt Mexico vs Südafrika und Schweiz vs Qatar gesehen.
Mexico spielte ganz ok aber es wäre aber klar mehr drin gewesen, da muss noch mehr kommen wenn sie weiterkommen wollen. Haben zumindest 2/0 gewonnen.

Die Schweiz hat klar besser gekickt aber am schluss einfach zu fest auf sicher gespielt und dann den 1/1 kassiert (den habe ich auf dem Rasen des StGallen Stadiums geschaut (daydcance/publicviewing combo)

Das nächste Spiel Mexicos ist am 03°° morgens, das würde ich zwar gerne schauen aber weiss nicht so recht ob ich so früh aufstehen kann.
Die WM interessiert mich selber auch nur wenig, eher das zusammensein mit Kollegen/Stimmung.
 

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Meine Wahrnehmung ist, dass die Leute in meinem Umfeld (Arbeit, Freunde, Bekannte, Familie) den Austragungsort nicht zwingend feiern, aber dass die Stimmung seit 2016 (respektive 2024) nicht mehr so positiv war. Tippspiele, Anfragen wegen gemeinsamem Schauen, Flaggen hängen aus den Fenstern, Stories bei WhatsApp, und so weiter. Aber ist vielleicht auch abhängig von Stadt/Bundesland, Branche und so weiter.
 
Verdammt, da schaltet man nach dem Abendessen mal kurz in die Kracher-Begegnung Spanien - Kapverdische Inseln rein... und dann ist das tatsächlich ein Kracher. :eek: Der kleine Inselstaat hat es tatsächlich geschafft, dem amtierenden Europameister ein 0:0 abzutrotzen. Egal, was ich von der WM als solche halte, aber das hat mich echt gepackt. Unglaublich, wie die Kapverdische Mannschaft gegen die mit Stars gespicktem Spanier verteidigt hat, und sogar kurz vor Schluss bei ihrer einzigen Ecke noch die komplette Sensation auf dem Fuß hatte.

C.
 
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