Serie House of the Dragon

Ich weiss auch nicht was ich von der Folge halten soll. Natürlich war sie gut gemacht und Ormund spielt das grandios.
Aber wir haben jetzt die Hälfte der dritten Staffel hinter uns und jetzt kommt erst die erste Schlacht um Stolperstadt? Es gibt noch soviele Schlachten, ich glaube wir werden auch von denen kaum etwas zu sehen bekommen. Der Schäfer sollte auch langsam mal auftauchen.
 
Habe die Folge nun auch gesehen. War nicht schlecht, aber meiner Meinung nach die bisher schwächste Folge der Staffel (aber war ja klar, dass man nicht das hohe Niveau der ersten drei Episoden dauerhaft halten wird können). War halt mehr Aufbau für späteres und Nachwirkungen von Vergangenem.

Viel Buchhandlung gab es wieder nicht, sondern eher eigene Plots. Daemon entdeckt also seine Tochter, die mit für Jace' Tod verantwortlich ist und belügt Rheanyra um sie zu schützen. Die Handlung mit den Hohenturms auf Stolperstein war jetzt auch nicht der Burner, wenn auch für den weiteren Serienverlauf noch wichtig. Die Reise vom verbrannten König mit Lord Larys scheint ähnlichen Filler-Charakter wie einst die Reise zwischen Arya und dem Bluthund zu haben (wobei diese dank der guten Charaktere schon recht spannend war).

Die Szenen bei Hohenehr waren optisch sowohl von den Drachen, der Burg und der Weite auch sehr opulent.

Gebe
7 von 10 Punkten
 
Was die Folge nahezu perfekt beherrscht, ist die Darstellung der Kriegsfolgen. Soldaten werden in Wohnhäusern einquartiert. Familien verlieren jede Privatsphäre. Gewalt wird zum Alltag.

Auch politisch überzeugt die Episode. Rhaenyra muss Entscheidungen treffen, für die es keine gute Lösung gibt. Ein Drachenangriff würde Tausende Zivilisten töten. Eine Belagerung vermutlich ebenfalls. Die Serie verweigert einfache Antworten und macht deutlich, wie schnell selbst gut gemeinte Entscheidungen neue Opfer hervorbringen.

Ormund Hohenturm hat mich diesmal dagegen etwas enttäuscht. Seine Einführung ließ vermuten, dass hier ein neuer großer Strippenzieher aufgebaut wird. Jemand, der andere mit Intelligenz und Geduld kontrolliert. Stattdessen verliert er mehrfach die Beherrschung. Das macht ihn nicht unglaubwürdig, aber weniger einschüchternd. Tywin Lannister musste nie laut werden, um einen Raum zu beherrschen. Ormund wirkt dagegen noch immer wie ein Mann, der seine Rolle erst finden muss.

Umso spannender fand ich Daeron. Man merkt, dass dieser junge Mann nicht nur erzogen, sondern regelrecht geformt wurde. Seine Loyalität wirkt nicht selbstverständlich, sondern anerzogen. Gerade deshalb trifft die Hinrichtung Leos so hart. Sie ist kein Moment des Triumphs, sondern der endgültige Verlust seiner Unschuld. Gleichzeitig wird klar, welches Ziel Ormund verfolgt. Er will keinen starken König. Er will einen König, den er lenken kann.

Überrascht hat mich Daemon. Ausgerechnet er zeigt in der Begegnung mit Rhaena eine Seite, die man lange vermisst hat. Keine Arroganz, kein Machtgehabe, sondern ehrliche Sorge. Matt Smith spielt diese Szene wunderbar zurückhaltend. Gerade weil Daemon sonst selten Gefühle zulässt, entfaltet dieser kurze Moment eine enorme Wirkung.

Emma D’Arcy und Olivia Cooke beweisen einmal mehr, warum ihre Figuren das emotionale Zentrum der Serie bilden. Immer wenn Rhaenyra und Alicent aufeinandertreffen, gewinnt die Handlung sofort an Gewicht. Zwischen ihnen liegen Verrat, Schuld und Zuneigung zugleich. Keine andere Beziehung in der Serie besitzt eine vergleichbare Tiefe.

Die Folge verlangt einem allerdings einiges ab. Ständig wechseln die Schauplätze. Fast jede Szene enthält neue Informationen oder kleine Hinweise auf frühere Ereignisse.

Ein wenig überladen wirkt die Episode dennoch. Aegon, Larys, Criston Cole, Daemon, Rhaena, Hugh, Ulf, Alicent und Ormund erhalten wichtige Momente. Dadurch bleibt für manche Figuren weniger Zeit, als sie eigentlich verdient hätten. Man hat stellenweise das Gefühl, Material für zwei Folgen in einer einzigen Episode zu sehen.

Trotzdem verlässt man die Folge mit dem Eindruck, dass sich jede Szene gelohnt hat. Es gibt kaum Leerlauf. Fast alles dient dazu, Figuren weiterzuentwickeln oder den Konflikt vorzubereiten.

Stolperstadt lebt nicht von spektakulären Bildern oder großen Schlachten, sondern von ihren Figuren, ihren Dialogen und der Erkenntnis, dass Macht oft dort am gefährlichsten wird, wo niemand ein Schwert zieht.
 
Folge 5 gesehen:

Schon die dritte Episode in Folge, wo keine einzige Szene aus dem Buch stammt. Im Gegenteil, langsam aber sicher glaube ich immer weniger, dass wir in der Staffel noch viel Buchmaterial sehen werden:

Nur noch 3 Episoden und der Hirte wurde noch nicht einmal erwähnt. Tyland Lennister ist nun bei Larys und König Aegon anstelle von Folterhaft bei Rhaenyra. Stattdessen darf Deamon den Mörder der Goldröcke foltern.

Die Episode war ganz unterhatlsam. Vor allem der Plot rund um Kriston Kraut und deren Höllenmarsch war sehr athmosphärisch. Aber mit dem Buch hat all das kaum noch etwas zu tun.

7 von 10 Punkten!
 
Bin auch vor einer Stunde fertig geworden, krass wie lang man für ein paar Zeilen Text benötigen kann. Insgesamt war das wieder eine sehr solide Folge, die die Handlung der Serie spannend voranbringt.

Da die Offiziere der Goldröcke nun tot sind, hat Rhaenyra praktisch ihre Armee verloren und ist jetzt im Roten Bergfried gefangen.

Ihr neuer Kleiner Rat ist meiner Meinung nach sogar noch schlimmer als der alte auf Drachenstein. Bis auf Daemon könnte sie die meiner Ansicht nach alle von der Klippe werfen.

Dieser (beliebige Schimpfwörter einsetzen) von Lannister lebt natürlich immer noch und dient jetzt wieder Aegon, dem Loser.

Ormund ist also derjenige, der in Königsmund die Leute bezahlt, um gegen die Königin zu rebellieren. Eine interessante Wendung, die meiner Meinung nach aber Larys Kraft deutlich schwächt. Der wirkt in dieser Folge ohnehin so nutzlos wie nie zuvor. Zwar sagt er diesem verwöhnten Balg endlich einmal offen seine Meinung, aber nachdem ich die Auslieferung von Otto Hohenturm zunächst noch spannend fand, hat Larys inzwischen gefühlt jede Macht verloren. Sein einziger Plan scheint mittlerweile zu sein, ins Exil zu gehen.

Kriston Kraut kämpft sich weiter durch den Wald. Immerhin gab es wieder einige gute Dialoge. Ich muss gestehen, eigentlich hätte ich Gawan Hohenturm gerne in Königsmund sterben sehen, so wie es im Buch beschrieben wird. Aber aktuell ist er tatsächlich der einzige Hohenturm, den ich wirklich mag. Der Charakter wurde für die Serie deutlich aufgewertet.

Für das Serienuniversum war das wieder eine gute Folge. Ich mag viele der Charaktermomente, und ich muss gestehen, dass mich die vielen Dialoge positiv an Game of Thrones erinnern. Harrenhal sieht einfach fantastisch aus und besitzt eine großartige Atmosphäre. Auch die Wälder und Felder wirken hervorragend inszeniert. Man hat endlich wieder das Gefühl, wirklich in Westeros unterwegs zu sein.

Aber unweigerlich muss sich die Serie mit dem Buch vergleichen lassen. Feuer und Blut ist wahrscheinlich mein Lieblingsbuch aus dem gesamten Das Lied von Eis und Feuer-Universum. Kein anderes Buch habe ich so oft gelesen oder als Hörbuch gehört. Ich liebe die Erzählweise, den historischen Kontext und die vielen offenen Fragen. Natürlich ist das Buch nicht perfekt, aber gerade für jemanden, der sich so sehr für die Geschichte Westeros' und das Haus Targaryen interessiert, ist es unglaublich faszinierend.

Und wie @Darth_Seebi bereits geschrieben hat: Weiter vom Buch könnten wir inzwischen kaum noch entfernt sein. Die Schlacht um Stolperstadt ist völlig unvorhersehbar geworden. Zeitlich gesehen haben wir inzwischen fast alle großen Schlachten erreicht oder sogar überschritten – gesehen haben wir davon aber so gut wie nichts.



ACHTUNG: Ab hier folgen Spoiler aus Feuer und Blut.

Ich befürchte außerdem, dass der Hirte überhaupt nicht auftauchen wird. Stattdessen vermute ich, dass man alles, was in Königsmund passiert, Ormund Hohenturm zuschreiben wird. Schließlich wird mehrfach seine Abneigung gegen Drachen betont. Ebenso könnte ich mir vorstellen, dass sogar der Hohe Septon von Ormund bezahlt wird und zumindest teilweise die Rolle des Hirten übernimmt – ebenfalls in dessen Auftrag.

Nach Kriston Krauts Rede in dieser Folge darüber, wie er sterben möchte, hoffe ich ehrlich gesagt, dass er in der nächsten Folge endlich genauso unspektakulär stirbt wie im Buch. Ich hasse diesen Charakter. Für mich steht er auf derselben Stufe wie Ramsay Schnee und Joffrey Baratheon – hust, hust, Lannister.

Er soll so ehrenlos und würdelos sterben, wie es nur irgendwie möglich ist.

Wie bereits angedeutet, könnte ich mir gut vorstellen, dass der Hohe Septon die Bevölkerung dazu aufwiegelt, die Drachengrube zu stürmen – angeführt von Ormunds Spionen oder Attentätern.

Ich finde es außerdem schade, dass Gottfried so distanziert von Rhaenyra behandelt wird. Sein Tod wird dadurch kaum emotional wirken, wenn Mutter und Sohn vorher praktisch keine gemeinsamen Szenen bekommen.

Ebenso finde ich es schade, dass Rhaenyras Aegon nach wie vor nicht bei ihr ist, seinen Drachen nicht verloren hat und vermutlich auch nicht den Tod seiner Mutter miterleben wird. Gerade dieses Erlebnis traumatisiert ihn im Buch schließlich für den Rest seines Lebens.

Eigentlich würde Baela später Alyn heiraten, jetzt scheint die Serie aber eine Beziehung zwischen Addam und Baela aufzubauen. Das finde ich ebenfalls schade. Überhaupt hat man Baela und Rhaena in der Serie viel zu sehr aufs Abstellgleis geschoben, obwohl beide später eigentlich sehr wichtige Rollen spielen.

Ich denke, Helaena wird die nächste Folge nicht überleben. Vermutlich wird sie zu Tode stürzen, woraufhin Alicent sich selbst die Schuld gibt und langsam dem Wahnsinn verfällt. Zumindest würde das für mich Sinn ergeben. Alternativ könnte sie Rhaenyra die Schuld geben und auf Rache sinnen. So oder so wäre jetzt eigentlich der richtige Zeitpunkt für Helaenas Tod.

Da Ser Luthor Largent heute bereits gestorben ist, wird es wohl auch nicht die Gerüchte geben, dass er für Helaens Tod verantwortlich ist, was die Bürger zusätzlich gegen Rhaenya Aufstachelt. Durch seinen Tod, beraubt uns die Serie leider der Schlacht in Königsmund, in der Ser Luthor mit seinen 500 Goldröcken gegen die Anhänger des Hirten kämpft und schließlich fällt.

Hier geht es ohne Buch / Serien Spoiler weiter.

Und dann ist da noch das Thema, das mich an der Serie inzwischen am meisten stört: Weder auf Haus Frey noch auf Haus Manderly scheint sich Rhaenyra verlassen zu können. Dabei gehörten beide Häuser – genauso wie Haus Arryn und Stark – im Buch zu ihren treuesten Verbündeten.

Es nervt mich ehrlich gesagt ziemlich, dass die Serie zwanghaft versucht, diese Game of Thrones-Atmosphäre zu erzeugen, in der jeder jedem misstraut. Dabei hätte sie das gar nicht nötig. Mit den Grünen und deren Verbündeten gibt es ohnehin genug Verräter und Intrigen.

Die Serie vermittelt stattdessen ständig den Eindruck, dass weder Rhaenyra noch Aegon irgendjemandem vertrauen können. Dabei war der Tanz der Drachen im Kern ein Krieg, in dem Brüder gegeneinander kämpften, weil sie sich bewusst für eine Seite entschieden hatten und ihrem Eid treu blieben, bis auf einige Ausnahmen, die eigentlich ausreichen um Intrigen und Verrat zu verdeutlichen. Seit Aegons Eroberung hatte Westeros keinen Krieg dieser Größenordnung mehr erlebt. Fast jedes bedeutende Haus stellte sich auf eine Seite, und überall im Reich wurde gekämpft.

Vermutlich hat nicht einmal Aegons Eroberung das Land, das Volk und das Reich so nachhaltig gezeichnet wie dieser Krieg. Ganz bewusst hielt sich das Haus Martell mit Dorne aus diesem Vernichtungskrieg heraus. Leider bekommt man von dieser politischen und kriegerischen Dimension in der Serie nur sehr wenig mit. Stattdessen konzentriert sie sich viel zu stark auf neu erfundene Verschwörungen, Intrigen und Verrat.

Abschluss:
Zum Abschluss nochmal, für das Serien Universum eine Gute Folge :thumbsup:, aber im Vergleich zum Buch unterwältigend :thumbsdown: . Ich hoffe meine Worte sind nicht zu hart, aber ich habe seit Stunden leichte Kopfschmerzen. Möglich, dass dies Einfluss genommen hat. Dennoch wollte ich die Folge heute noch schauen und meine Meinung dazu schreiben. Da die Serie es schon schafft mich zu motivieren.
 
Zum Abschluss nochmal, für das Serien Universum eine Gute Folge :thumbsup:, aber im Vergleich zum Buch unterwältigend :thumbsdown: . Ich hoffe meine Worte sind nicht zu hart, aber ich habe seit Stunden leichte Kopfschmerzen. Möglich, dass dies Einfluss genommen hat.

Je mehr ich von der Serie sehe - bzw. nicht sehe - je mehr Lust bekomme ich auf das Buch.

Ich weiß nicht worauf die Serie hinaus will, langsam sollte mal was passieren.
 
Ich weiß nicht worauf die Serie hinaus will, langsam sollte mal was passieren.
Ja etwas mehr richtiger Bürgerkrieg würde der Serie gut tun (finde sie dennoch sehr gut)
Der Konflikt ist ja eigendlichwsowas wie ein Mittelalterlicher Weltkrieg in Westeros und sehr Brutal, dies sieht man noch etwas wenig (dies wäre zb ein Ereigniss welches als Finale oder zusammenfassung auch gut als Film mit epischen Schlachten funktionieren würde)
 
Je mehr ich von der Serie sehe - bzw. nicht sehe - je mehr Lust bekomme ich auf das Buch.

Ich weiß nicht worauf die Serie hinaus will, langsam sollte mal was passieren.
Ja, kann ich verstehen. Gerade was die Schlachten angeht, hat die Serie leider sehr viel übersprungen. Das finde ich persönlich ebenfalls sehr schade. Im Buch passiert an allen Fronten unglaublich viel. Fast alle Armeen sind immer wieder in teils schweren Gefechten verwickelt, weil überall gekämpft wird. Kleine wie große Häuser entscheiden sich für eine Seite, während die jeweils andere versucht, sie zu vernichten. Dadurch bekommt man viel stärker das Gefühl, dass tatsächlich ein Krieg das gesamte Reich erfasst hat.

Beim Buch Feuer und Blut muss ich die Erwartungen allerdings etwas dämpfen. Man darf es nicht mit den Das Lied von Eis und Feuer-Romanen vergleichen. Es handelt sich um eine fiktive historische Chronik über das Haus Targaryen, die rund 137 Jahre ihrer Herrschaft behandelt. Der Tanz der Drachen nimmt zwar einen großen Teil des Buches ein, dennoch werden die Ereignisse – einschließlich der Schlachten – aus der Perspektive eines Historikers geschildert und nicht aus der Sicht der eigentlichen Teilnehmer.

Ich persönlich mag diesen Erzählstil und die gesamte Aufmachung des Buches sehr. Trotzdem vermittelt Feuer und Blut meiner Meinung nach einen deutlich besseren Eindruck von der Größe und dem Ausmaß des Krieges als die Serie. Einfach deshalb, weil wesentlich mehr Schlachten beschrieben oder zumindest erwähnt werden und man dadurch viele zusätzliche Details über den Verlauf des Krieges und die Kämpfe im ganzen Reich erfährt.
 
Der Krieg war ja nicht nur eine reine Targaryen sache, viele Häuser erhofften sich so Ihre Rivalen zu entledigen oder Mehr Macht anzuhäufen, dies wird wird leider nur angedeutet. Da hätte man mehr rausholen können. Das man nicht alle Schlachten zeigen kann ist klar, aber immerhin andeuten um die tragweite zu schildern wäre schon nice, dieses Hintergrundwissen ausgenommen ist es aber dennoch eine gute Serie, nur halt viel kleiner und **lokaler** als in den Büchern.
 
Nach drei sehr starken Folgen legt House of the Dragon in dieser Woche erstmals eine kleine Verschnaufpause ein. Sie enthält viele interessante Ideen, nur fehlt ihr diesmal der erzählerische Fokus.

Das größte Problem ist die Struktur. Die Handlung springt permanent zwischen den Flusslanden, Harrenhal, Königsmund und Aegons Flucht hin und her. Dadurch entsteht das Gefühl, dass überall etwas passiert, ohne dass eine Geschichte wirklich Zeit bekommt, sich zu entfalten. Gerade die militärischen Vorgänge in den Flusslanden fand ich beim ersten Sehen erstaunlich unübersichtlich. Wer ist gerade vor wem? Welche Brücke ist entscheidend? Wer hat welche Falle gelegt? Die Folge verlangt nach meinem Geschmack an dieser Stelle mehr Orientierung ab, als sie selbst liefert.

Am besten funktioniert für mich erneut Königsmund. Die politischen Gespräche sind scharf geschrieben und leben davon, dass die Figuren unterschiedliche Interessen verfolgen, ohne sich gegenseitig lange Monologe zu halten. Besonders die Begegnung zwischen Alicent und Mysaria hat mir gefallen. Beide versuchen, die andere für ihre Zwecke zu gewinnen, ohne ihre Karten vollständig offenzulegen. Das ist genau die Art von Machtspiel, die House of the Dragon besonders gut beherrscht.

Auch Larys Kraft gehört erneut zu den Gewinnern der Folge. Seine schonungslose Abrechnung mit Aegon ist einer der stärksten Momente der Episode. Er erinnert ihn daran, dass er alle Voraussetzungen für einen guten König besaß und dennoch freiwillig den Weg in Grausamkeit und Verantwortungslosigkeit gewählt hat. Die Serie entschuldigt Aegons Leiden nicht, sondern trennt konsequent zwischen einem tragischen Schicksal und persönlicher Schuld.

Weniger überzeugt hat mich dagegen Harrenhal. Die Geschichte um Aemond und Alys Fluss bleibt zwar atmosphärisch dicht, wirkt aber zunehmend wie eine Wiederholung der Daemon-Handlung aus der zweiten Staffel. Hinzu kommt, dass die Serie die Regeln ihrer Magie weiterhin bewusst im Unklaren lässt.

Criston Kraut bekommt ebenfalls sehr viel Bildschirmzeit. Sein innerer Zerfall ist längst nachvollziehbar, entwickelt sich aber kaum noch weiter. Die Figur dreht sich inzwischen etwas im Kreis.

Stark fand ich dagegen, wie konsequent der Krieg inzwischen jede Vorstellung von Ritterlichkeit verdrängt. Hinterhalte, Meuchelmorde und Sabotage bestimmen das Geschehen. Besonders Ormund Hohenturm entwickelt sich immer mehr zu einem Gegner, der nicht durch offene Schlachten, sondern durch politische Symbolik und Guerillataktiken gefährlich wird. Die Einführung von Münzen mit Daerons Abbild ist dabei ein überraschend kluger Schachzug. Herrschaft entsteht eben nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch im Alltag der Menschen.

Weniger gelungen fand ich dagegen den Handlungsstrang um die ermordeten Goldröcke. Daemons Ermittlungen erinnern streckenweise eher an ein Fantasy-Krimi als an ein mittelalterliches Intrigenspiel. Auch die drastische Gewalt wirkt inzwischen stellenweise etwas selbstzweckhaft. Fast jede Folge greift mittlerweile auf besonders brutale Bilder oder sexuelle Gewalt zurück. Dadurch verlieren solche Szenen allmählich an Wirkung.

Ein kleines Highlight waren dagegen tatsächlich die Katzen in Königsmund. Die Idee, mit ihnen das Rattenproblem zu lösen, bringt etwas Charme und Leichtigkeit in eine ansonsten sehr düstere Episode.

Mein Fazit fällt deshalb gemischt aus. Die Folge besitzt viele gute Einzelmomente, findet aber keinen erzählerischen Rhythmus. Sie bereitet viel vor, bringt die Handlung jedoch nur begrenzt voran. Für mich ist es bislang die schwächste Episode der dritten Staffel, allerdings auf einem insgesamt weiterhin hohen Niveau.
 
Es gibt soviel ich weiss 2 Bücher, ein grosses wo die ganze Geschichte Westeros dabei ist inkl Drachentanz aber halt im Chronik Style mit Bilder und ein Buch wie als hätte es ein Meister geschrieben, ich habe beide zuhause, kann sonst zuhause mal Bilder machen. Gerade das Buch mit den Bildern und Ilustrationen ist sehr schön gemacht.
 
@Aztlan

Es gibt insgesamt sogar drei Bücher, die den Tanz der Drachen behandeln – allerdings leider keines, das sich ausschließlich mit diesem Krieg beschäftigt.

Westeros – Die Welt von Eis und Feuer
(Eine Chronik über ganz Westeros einschließlich einer stark gekürzten Zusammenfassung der gesamten Herrschaft des Hauses Targaryen.)

Hier wird der Tanz der Drachen nur sehr knapp behandelt. Im Wesentlichen werden die wichtigsten Ereignisse und Hintergründe zusammengefasst.

Feuer und Blut – Erstes Buch: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros
(Eine Chronik über die ersten 137 Jahre der Herrschaft des Hauses Targaryen.)

Hier wird der Tanz der Drachen meiner Meinung nach mit Abstand am ausführlichsten erzählt. Das Besondere ist, dass verschiedene fiktive Quellen herangezogen werden, die sich bei einzelnen Ereignissen teilweise widersprechen. Dadurch erhält man unterschiedliche Versionen derselben Geschehnisse. Meist wird jedoch auch erläutert, welche Darstellung der Erzähler für die wahrscheinlichste hält. Und wie so oft, haben meist alle Versionen einen Funken Wahrheit.

Targaryen – Der Aufstieg des Drachen: Die illustrierte Geschichte einer Dynastie
(Eine reich bebilderte Enzyklopädie über die ersten 137 Jahre der Herrschaft des Hauses Targaryen.)

Dieses Buch ist im Grunde eine gekürzte Version von Feuer und Blut, dafür aber mit zahlreichen wunderschönen Illustrationen versehen. Inhaltlich gefällt mir persönlich Feuer und Blut deutlich besser, weil die Ereignisse dort ausführlicher und detaillierter geschildert werden.


@Ansiv Reeblac

Wie bereits geschrieben, gibt es leider kein Buch, das sich ausschließlich mit dem Tanz der Drachen beschäftigt. Wenn du dich aber ausführlicher damit beschäftigen möchtest, würde ich dir aber ganz klar Feuer und Blut empfehlen. Es ist umfangreicher als Westeros – Die Welt von Eis und Feuer.

Kleine Info am Rande: In Westeros wird mehrfach auf die Schriften von Maester Gyldayn verwiesen. Dort heißt es, dass sein Werk in der Zitadelle entdeckt wurde und für großes Aufsehen sorgte. Genau diese Schriften sind Feuer und Blut. In Westeros – Die Welt von Eis und Feuer werden daraus lediglich einzelne Passagen aufgegriffen und stark zusammengefasst und manche Stellen zitiert.
 
Kleine Info am Rande: In Westeros wird mehrfach auf die Schriften von Maester Gyldayn verwiesen. Dort heißt es, dass sein Werk in der Zitadelle entdeckt wurde und für großes Aufsehen sorgte. Genau diese Schriften sind Feuer und Blut. In Westeros – Die Welt von Eis und Feuer werden daraus lediglich einzelne Passagen aufgegriffen und stark zusammengefasst und manche Stellen zitiert.

Ja super, das wollte ich wissen!
 
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