Was wie immer von einigen Leuten nicht erwähnt wird, von vielen Leuten nicht gewusst wird und von einigen Leuten bewusst geleugnet wird ist folgendes.
In seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der bewaffneten Streitkräfte ist der US Präsident jederzeit und auch ohne Kriegserklärung und Zustimmung des Kongress berechtigt zeitlich und örtlich begrenzte Militärschläge zu befehlen.
Er muss nur später den Kongress um Erlaubnis bitten.
Auch gab es in der langen Geschichte der Militärinventionen der USA mehrere Vorfälle wie diesen. Da hatte der Kongress nicht gemault.
Auch ist dieser Angriff und die Festnahme von Maduro nicht der erste Fall dieser Art.
Der "alte" Bush tat 1989 Ähnliches. Mit weitaus stärkeren militärischen Maßnahmen. Und ohne Kriegserklärung.
Das ist wortwörtlich gelesen zwar nicht ganz falsch, ist aber wie immer bei deinen Kommentaren über Trump oberflächlich und dadurch irreführend.
Trump hat den Kongress nicht nur nicht um "Erlaubnis" gebeten. Er ließ den zuständigen Ausschuss im Kongress (House Armed Services Committee) und auch sonst jemandem im Kongress nicht einmal vorab in Kenntnis setzen. Der Kongress hat nach Tit. 50 § 1542 USC aber das Recht auf vorherige Konsultation und etwa die Mitglieder des Ausschusses haben dazu ja sogar die höchste Sicherheitsfreigabe erhalten. Nicht nur das, Mitglieder des Ausschusses wurden sogar zuvor explizit belogen und ihnen mitgeteilt, dass es keinen Schlag gegen Venezuela geben werde. Das ist also bereits rechtswidrig und wurde auch 1989 von Bush nicht so gemacht, weshalb deine Rechtfertigung über eine vergleichbare Aktion während Operation Just Cause nicht passt. Ich wüsste auch nicht, dass es irgendeinen anderen Militäreinsatz gab, bei dem das so gemacht worden ist, nicht mal bei Bin Laden. Man sollte auch noch dazu sagen, dass die War Power Resolution von 1973, auf die du dich da berufst, im Übrigen eine Beschränkung der Kompetenzen des Präsidenten war und keineswegs die Idee hatte, diese Befugnis einfach leichtfertig und unter Umgehung des Kongresses wahrzunehmen, wie (unter anderem) die Konsultationspflicht, aber auch weitere Einschränkungen zeigen.
Mal davon aber abgesehen, muss ich dich auch anderweitig enttäuschen, weil du eh ins Leere argumentierst: Die Rechtfertigung, die du benutzt, ist überhaupt nicht die der Trump-Administration. Man beruft sich nämlich dort gar nicht erst auf diese Resolution, zumal man - Stand jetzt - gar nicht plant, den Kongress im Anschluss um Genehmigung zu ersuchen. Es wurde auch schon beim ersten Zusammenziehen der Kräfte ausdrücklich von ihm gesagt, dass jegliche (!) Beschränkung durch den Kongress "null und nichtig" sei, was effektiv die WPR 1973 beerdigt.
Die Aktion wird stattdessen als Polizei- und Strafverfolgungsaktion unter Amtshilfe des US-Militärs bezeichnet, da man den Haftbefehl gegen Maduro vollstrecken wollte. Dafür wäre die WPR 1973 wohl sogar eher hinderlich, weshalb man das auch gar nicht erst versucht. Das ist natürlich ebenso fragwürdig, aber es ist lustig zu sehen, wie du etwas verargumentierst, was nicht einmal die Leute, die das veranlasst haben, so sehen. Und ich beschränke mich jetzt mal nur auf das nationale Recht - das supranationale Recht ist, wie
@Lord Crudelito meinte, eh eindeutig und sollte für die Frage, ob etwas "sauber" ist, auch berücksichtigt werden.
Einerseits: Man sollte Maduro definitiv nicht nachtrauern. Andererseits: Wieder mal tyrannisches Verhalten der aktuellen US-Regierung sollte man deswegen nicht gut finden.