@Dr. Sol In Afghanistan war es vor 1945 deutlich friedlicher. Vor 1970 gab es dort keine dauerhaften Bürgerkriege und starke Monarchien. Zwar gab es 28/28 den Bürgerkrieg, aber verglichen mit allem was nach 1973 bzw. 1979 kam, war es dort vorher sehr viel friedlicher.
Natürlich starben im 1. und 2. WK mehr als 75. Millionen, da will ich gar nicht gegenargumentieren, damit sehrbviel mehr und sehr viel mehr Menschen einer Bevölkerung.
Was ich an der Aussage 'friedlichste Periode der Menschheitsgeschichte' finde ist, dass sie nur aus einer sehr spezifischen, vielleicht sogar privilegierten Perspektive stimmt. Ja, wenn man rein die absoluten Opferzahlen nimmt und mit den Weltkriegen vergleicht, sieht es statistisch besser aus, keine Frage. Aber diese globale Durchschnittsbetrachtung verschleiert, dass für Millionen Menschen in der sogenannten Peripherie diese Zeit alles andere als friedlich war. Für jemanden in Angola, Kambodscha oder dem Kongo spielt es keine Rolle, dass "global gesehen'" weniger Menschen starben, weil ihre Lebenswirklichkeit von permanenter, oft extremer Gewalt geprägt war. Viele dieser Konflikte sind ja direkte Folgen des Handelns von Großmächte, die zum Teil angeblich für Stabilität gesorgt haben. Stellvertreterkriege, Regime Changes, Waffenlieferungen, das war keine Verhinderung von Gewalt, sondern deren systematischer Export. Der Frieden in Europa und Nordamerika wurde teilweise dadurch erkauft, dass Konflikte anderswohin verlagert wurden. Dazu kommt, dass Bürgerkriege und asymmetrische Konflikte für die Zivilbevölkerung oft verheerender sind als "konventionelle" Kriege. Die Aussage "friedlichste Zeit der Menschheitsgeschichte" finde ich dann schon zu überdenken.
Aber ja ich will
@David Somerset da gar nichts böses, mir ist schon bewusst, dass Zwischenstaatliche Kriege weniger geworden sind. Historisch ist das absolute berechtigt zu sagen.
Und doch will ich daran erinnern, dass, wenn wir von der Menschheitsgeschichte sprechen, halt trotzdem einiges beachtet werden muss, wenn es um "friedlichste" Zeiten geht.
Zumal z.B die koloniale Gewalt vor 1945 oft nicht mal systematisch dokumentiert wurde. Der Kongo unter belgischer Herrschaft, die deutsche Kolonialzeit in Namibia, britische Kolonialkriege, diese Gewalt taucht in manchen Statistiken kaum auf.
Wie gesgat. Historisch würd ich nicht mal sagen, dass das ganz falsch ist, was David sagt. Aber ich würde mindestens ein Sternchen dran machen und ergänzen.