Tagespolitik allgemein

Ich bin kein Fan von einer Anhebung des Regelalters und sehe da durchaus auch mehr Risiken als Vorteile, aber viele (faire) Alternativen gibt es eben auch nicht.
Es ist absolut überfällig jedes mögliche Potential mehr Beiträge zu generieren mal durchzurechnen. Also mehr Beitragszahler durch Beamte und Selbstständige, Einbeziehen von Miete und Kapitalerträge und Erhöhung des Rentenreintrittsalters, auch mit dem Szenario, dass man das Rentenniveau eventuell sogar erhöhen will. Auf meiner ziemlich oberflächlichen Suche welche Konstellation an Beitragszahler zu Rentenempfänger mal selbst erhaltend war, also dass alle Renten ohne Zuzahlung vom Bund ausgekommen sind, bin ich irgendwo in den 1950er gelandet. Wenn es das überhaupt mal gab.
 
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Es ist absolut überfällig jedes mögliche Potential mehr Beiträge zu generieren mal durchzurechnen. Also mehr Beitragszahler durch Beamte und Selbstständige, Einbeziehen von Miete und Kapitalerträge und Erhöhung des Rentenreintrittsalters., auch mit Szenario dass man das Rentenniveu eventuell sogar erhöhen will. Auf meiner ziemlich oberflächlichen Suche welche Konstellation an Beitragszahler zu Rentenempfänger mal selbst erhaltend war, also dass alle Renten ohne Zuzahlung vom Bund ausgekommen sind, bin ich irgendwo in den 1950er gelandet. Wenn es das überhaupt mal gab.

Okay, da habe ich mich falsch ausgedrückt: Viele faire und schnelle Lösungen sehe ich nicht.
 
Ich nehme an du bist verbeamtet?

Wie bereits angedeutet, stehe ich dem Vorschlag offen gegenüber, weitere Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenkasse einzubeziehen. Vor mir liegt noch ungefähr ein Drittel meines Berufslebens, wenn ich nach aktuellem Stand mit 67,5 Jahren in den Ruhestand gehe. Als ich meine Laufbahn begann, habe ich nicht damit gerechnet, dass die Beamtenpensionen auch Jahrzehnte später noch so hoch sein würden wie damals. Die demografische Entwicklung und die Belastungen des Rentensystems hätten eigentlich vermuten lassen, dass sich hier spürbar etwas verändert. Als Folge meiner Zweifel baue ich mir seit mehr als zwanzig Jahren eine private Altersvorsorge auf.

Ja.
 
Also ich kenne nur Leute, die schnellstmöglich in Rente gehen wollen und dafür auch Abstriche in Kauf nehmen.
Alles sehr pflichtbewusste und fleißige Menschen, die nach vielen Berufsjahren und auch vielen Anstrengungen im Privatleben einfach auch nicht mehr können.

Das Tempo zieht überall an, man muss immer neu dazulernen, sich auf junge Leute einlassen usw. Das ist irgendwann einfach mega anstrengend. Übrigens egal ob Ingenieur, verbeamteter Lehrer oder Altenpflegerin.
Da ist niemand in meinem Umfeld mit 70 noch so leistungsfähig, dass er auf Dauer richtige Arbeitstage übersteht.

Ich habe lange im Einzelhandel gearbeitet. Viel Ware auspacken, einsortieren, wieder wegräumen, viel stehen und gehen, schwere Kisten heben.
Mit Mitte 30 habe ich schon gemerkt, wie ich nach 5 Stunden Arbeit total platt nach Hause kam. Dazu Kinderbetreuung usw.
Ein Leben ist mitunter anstrengend und mit 70 werde ich ziemlich sicher FERTIG sein.

So war das früher doch auch und da sind die Menschen viel früher gestorben. Zu glauben, nur weil die Medizin und teilweise bis 100 am Leben hält, verlängert sich auch die Leistungsfähigkeit, ist Quatsch.
 
Also ich kenne nur Leute, die schnellstmöglich in Rente gehen wollen und dafür auch Abstriche in Kauf nehmen.
Alles sehr pflichtbewusste und fleißige Menschen, die nach vielen Berufsjahren und auch vielen Anstrengungen im Privatleben einfach auch nicht mehr können.

Das Tempo zieht überall an, man muss immer neu dazulernen, sich auf junge Leute einlassen usw. Das ist irgendwann einfach mega anstrengend. Übrigens egal ob Ingenieur, verbeamteter Lehrer oder Altenpflegerin.
Da ist niemand in meinem Umfeld mit 70 noch so leistungsfähig, dass er auf Dauer richtige Arbeitstage übersteht.

Ich habe lange im Einzelhandel gearbeitet. Viel Ware auspacken, einsortieren, wieder wegräumen, viel stehen und gehen, schwere Kisten heben.
Mit Mitte 30 habe ich schon gemerkt, wie ich nach 5 Stunden Arbeit total platt nach Hause kam. Dazu Kinderbetreuung usw.
Ein Leben ist mitunter anstrengend und mit 70 werde ich ziemlich sicher FERTIG sein.

So war das früher doch auch und da sind die Menschen viel früher gestorben. Zu glauben, nur weil die Medizin und teilweise bis 100 am Leben hält, verlängert sich auch die Leistungsfähigkeit, ist Quatsch.

Die Wissen alle das die wenigstens bis 69 oder 70 durchhalten werden.
Ziel sind zwei Dinge:

Erstens alles was möglich ist aus dir Rauszuholen für die Millionen und Millarden eines anderen.
Zweitens: Geht jemand vor 69 oder 70 in Rente muss er mit weniger Rente leben als hätte er durch gearbeitet.
Da unsere Gesetze eine Rentenkürzung verbieten ist die einzige Möglichkeit die Rente der Menschen zu kürzen in dem man die Lebensarbeitszeit so absurd hoch setzt, das die meisten vor den regulären Renten beginn ausscheiden.


All die Dinge die du geschrieben hast sind korrekt, die werden immer wieder in Diskussionen genannt, aber ihr braucht diese Dinge nicht anzusprechen. Die wissen das. Ihr müsst ansprechen das man euch über eine längere Lebensarbeitszeit die Rente kürzen will, weil die wenigsten bis 69/70 arbeiten können.
Alles andere sind nur Diskussionen die nach dem Muster laufen die sich diese Damen und Herren wünschen.
 
Zu glauben, nur weil die Medizin und teilweise bis 100 am Leben hält, verlängert sich auch die Leistungsfähigkeit, ist Quatsch.
Da der Abbau von geistigen und körperlichen Fähigkeiten im Alter mechanistisch sehr mit der Pathophysiologie von Krankheiten verwandt ist, ist der Gedanke, dass gut therapierte Menschen im Alter leistungsfähiger sind als schlecht therapierte Menschen ziemlich naheliegend. Sieh u.a. hier:

Geistige Leistungsfähigkeit: https://link.springer.com/article/10.1007/s40520-020-01702-0

Körperliche Leistungsfähigkeit: https://academic.oup.com/biomedgero...act/76/7/1251/5901594?redirectedFrom=fulltext
 
Da der Abbau von geistigen und körperlichen Fähigkeiten im Alter mechanistisch sehr mit der Pathophysiologie von Krankheiten verwandt ist, ist der Gedanke, dass gut therapierte Menschen im Alter leistungsfähiger sind als schlecht therapierte Menschen ziemlich naheliegend. Sieh u.a. hier:

Geistige Leistungsfähigkeit: https://link.springer.com/article/10.1007/s40520-020-01702-0

Körperliche Leistungsfähigkeit: https://academic.oup.com/biomedgero...act/76/7/1251/5901594?redirectedFrom=fulltext
Klar sind die leistungsfähiger. Nur, wer ist gut therapiert? Diejenigen, die sich das leisten können und sich auch vor allem mental darum kümmern können.

Es reicht trotzdem in vielen Jobs nicht, wenn du ein fitter 70-jähriger bist. Ist trotzdem nicht so wie mit 40 oder 50.

Aber ich lass es jetzt lieber, denn diese Diskussion macht mich reichlich wütend. Hier wird teilweise sehr theoretisch und vom hohen Ross herunter argumentiert.
 
In Zeiten wo Menschen zum Teil 6 Monate und sogar länger auf einen Therapie Platz oder Termin beim Facharzt warten kann man eher nicht darauf hoffen dass wir das mit den „gut therapiert“ flächendeckend erreichen.
 
Klar sind die leistungsfähiger. Nur, wer ist gut therapiert? Diejenigen, die sich das leisten können und sich auch vor allem mental darum kümmern können.

Es reicht trotzdem in vielen Jobs nicht, wenn du ein fitter 70-jähriger bist. Ist trotzdem nicht so wie mit 40 oder 50.

Aber ich lass es jetzt lieber, denn diese Diskussion macht mich reichlich wütend. Hier wird teilweise sehr theoretisch und vom hohen Ross herunter argumentiert.

Ist immer so.
Ich finde es auch sehr lustig das Menschen, die keinen Knochenjob haben, und Beamte, die viel früher als wir in Pension gehen können (ohne Abstriche), eine längere Lebensarbeitzeit befürworten.

Es wird Zeit das sich unser Rentensystem ändert und jeder der Geld verdient, sei es durch Lohn, Beamtensold, Selbstständigkeit, Zins-, miteinander, aktiengewinne, in das sozialsystem zahlt.

Mir braucht keiner, erst recht niemand der aktuell nicht in die Rente, Krankenkasse einzahlt an zu kommen und darüber zu jammern das dies unfair wäre, oder sonst was.
Das jammern können sich diese Menschen sparen solange sie sich unsolidarisch, hochnäsig und arrogant gegenüber denen verhalten die deren Pension usw erwirtschaften.

Jeder darf ja in diesem Land seine Meinung haben, für wie wichtig ich deren Meinung erachte liegt allerdings bei mir :)
 
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Ich frage mich, was macht es möglich, dass in Dänemark die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre bis 2040 sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Gewerkschaften auf breite Zustimmung stößt?
Das mag vielleicht unter anderem daran liegen dass die sozialen Benefits und allgemein die Lebensqualität in Dänemark besser sind wie in kaum einem anderen Land, und vielleicht auch daran dass das mit der Work-Life-Balance besser zu funktionieren scheint.

Wollte man dieses System hier adaptieren müsste man wohl erst mal einiges in den oben genannten Bereichen tun. Aber ich schätze mal den Part wird man bei uns überspringen.
 
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Ich frage mich, was macht es möglich, dass in Dänemark die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre bis 2040 sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Gewerkschaften auf breite Zustimmung stößt?
Weiß ich nicht. Ich vermute, es besteht mehr Vertrauen in die Regierung, dass man nicht einfach ausgenutzt und ausgeplündert wird, damit Superreiche ihre Stiftungen gründen können und dem süßen Nichtstun fröhnen.

Warum glaubst du, soll es heute anders sein als früher? Wasser predigen und Wein saufen ist nach wie vor aktuell und da ist Deutschland ganz sicher keine Ausnahme.

Ich habe auch keinen Einblick in die dänische Gesellschaft. "Breite Zustimmung" ist immer so eine Sache... Wie evaluiert man das? Durch ein paar Umfragen? Weil es keine lauten Proteste gibt?
 
Gabs da wirklich keine andere Quelle für außer die Bild? Forenregeln und so

Um ehrlich zu sein sitz ich gerade auf der Arbeit, ich fauler arbeitnehmer - nach CDU definititon - und erarbeite gerade geld für die firma, ne Pension für die beamten und bisschen rente für mich und hatte noch keine Zeit noch ne Quelle zu suchen.
Aber ich denke das da auch andere drüber geschrieben haben.
 
Bitte lasst uns nicht gegeneinander aufhetzen


Hier ist ein interessanter Artikel, der gerade gut zum Thema passt:

 
Hier ist ein interessanter Artikel, der gerade gut zum Thema passt:


Dann scheinen die Studien das offensichtliche zu bestätigen: Wer einen gut bezahlten Job hat, sich (nur) über seine Arbeit definiert und seinen Job liebt profitiert davon länger zu arbeiten. Für Menschen in stressigen und körperlich anstrengenden Berufen ist die Rente eine Erleichterung.

Wer also einen gut bezahlten, nicht stressigen Job hat der Spaß macht. Go for it!
 
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