Tagespolitik allgemein

Ich gebe dir ja recht, aber ich hab auch mittlerweile die andere Seite kennengelernt. Ein Bekannter hat sich auch schon mal eine Woche krank schreiben lassen, weil ihm nicht nach Arbeit war. Es findet sich halt immer ein Arzt der das mitmacht.
Wobei in solchen Fällen natürlich auch die Abschaffung der Telefonkrankschreibung nichts bringen würde.
Wir hatten schon Krankmeldungen, weil jemand morgens beim Duschen Wasser ins Ohr bekommen hat, Zahnfleischbluten weil zu heftig Zähne geputzt, ein eingerissener Fingernagel und sogar Jetlag nach dem Urlaub war ein Grund. Eine Ex Kollegin hatte immer dann Erkältung wenn Ihr Freund auf Dienstreise in attraktive Städte gemacht hat, das hat sie mir sogar erzählt, dass sie dann einfach anruft, eine Erkältung oder Magen Darm vortäuscht.

Und dann hat man irgendwann auch keinen Bock mehr, dafür einzuspringen.

Wenn psychische Erkrankungen wie Depressionen dahinter stecken ist das natürlich was anderes.

Aber ich habe da auch keine Idee wie man dieses Problem beheben kann, aber gefühlt werden die Leute immer egoistischer.
 
Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus.

Ne riesen Drohkulisse, Bomben, Venezuela, militärische Intervention und am Ende dann doch wieder nur diese erbärmlichen Zollspielchen.
Die US Wirtschaft weiter zu destabilisieren klingt ja gerade jetzt nach einer super Strategie.

Aber manche munkeln schon dass Trump bewusst Unruhen provozieren will damit er einen Grund hat, den Insurrection Act auszunutzen.
 
Aber ist das nich purer Whataboutism den du hier betreibst?
Also weil die Linken ja so moralisch daher kommen, gehören sie anders bewertet.
Zum Iran sagen sie was, aber zu Aleppo nicht.

Nein, ich bewerte sie v.a. deswegen strenger, weil ich ihnen näher stehe und damit höhere Ansprüche stelle. Dem ich selbst natürlich auch gerecht werden muss.

Die Moralkeule ist da nur Zusatz.

Keine Ahnung was für eine krude X Seite du da gescreenshotet hast. Kann nicht mal sagen, welche politische Richtung das ist.

Wenn Promis wie die Albanese Inhalte teilen, ist die Seite an sich weniger wichtig. Inhalte eher.

Aber mich stört deine Kritik an der Doppelmoral "einiger Linken" langsam ziemlich.
Irrelevant.

Also müssten gerade und sowieso alle Linken total perfekt sein oder den Mund halten.
Nein. Du verkürzt hier schon wieder meine Position.

Zumal, mal ehrlich. Natürlich gibt es mehr als fragwürdige linke Positionen und dieses X Zeugs gehört (nach dem was du gezeigt hast) absolut in die Rubrik ekelhaft.

Es gibt einen Teil "der" Linken - k.A., wie groß er ist, aber er ist lautstark und findet Gehör - dem Einhalt geboten werden muss. Sie arrangieren sich mit Moslemfaschisten, hetzen gegen deren Feindbilder (Minderheiten) und gegen ihre eigenen Lebensgrundlagen; widersprechen sich aber selbst fünf Mal im selben Satz und entwerten damit ihre Worte, ihre "Haltung" -- im Endeffekt sich selbst.

Aber Jango, mal ehrlich. Du weißt, was du allgemein von Menschen zu erwarten hast, egal ob konservativ oder nicht.
Und ich dachte, ich wäre hier der Menschenfeind.

Das zeigt allein, wie oft du gegen links austeilst.
Kannst dus nicht einfach lassen?
Nö. Muss man in der zivilisierten Welt nicht.

wird, "in Teilen, aber nicht nur, und völlig zu recht" antimuslimisch ist.
Du hast überhaupt nicht verstanden, worauf ich hinaus will, denn hier bezog ich mich auf die Iran-Proteste.

Ich sehe mich in der Tradition der Aufklärer. Der Kampf gegen eine institutionalisierte Religion ist immer auch ein Kampf gegen jenen Anteil der Gläubigen, die sich gegen ihre (drohende) Entmachtung wehren. Damit ist es per se antimuslimisch/-christlich, je nach Kontext. Und einige, wie zB Diderot, standen offen dazu.

In Europa und den USA ist das Christentum Problemfaktor, im NO der Islam, also (wenngleich nicht alle) Muslime, die anderen das Leben zur Hölle machen.

Wo ist das Problem bei dieser Feststellung?

Du und andere (hier) kritisieren Kritik. Leben aber in einer Gesellschaftsordnung, die von ihnen, aufklärerischen, säkularen, unbeugsamen Stimmen geschaffen wurde.
Diese Diskussion hatten wir öfter, daher können wir uns an der Stelle sparen, was deiner Meinung nach die Mehrheit der Muslime schon alles schlimmes getan hat oder nicht komment.

Die Mullahs massakrieren also "meiner Meinung nach". Minderheiten jeglicher Art im NO werden also "IMHO" strukt. benachteiligt, verfolgt, eingesperrt. Die schweigende/mittragende Mehrheit existiert also "mir zufolge".

Aha.

Man stelle sich vor, ich behauptete das im Kontext bestimmter (hist.) westl. Autokratien/Monarchien/Diktaturen.

Nebenbei ist mir dieser Schauspiele3r nicht mal bekannt und er ist kein Politiker.

Wen interessiert, ob du ihn kennst? Auch Schauspieler sind keine apolitischen Individuen, auch sie haben gewisse Vorbild-/Verbreitungsfunktion, können Agenden haben, teilen, ablehnen. Mir zB ist Sly Stallone auch deutlich unsympathischer, seit ich weiß, dass er ein Maga-Muppet ist..

Plus: Man darf Dinge also nur kommentieren, wenn man alle anderen auch kommentiert? 24h Palästina ist blöd, weil es auch andere Themen gibt.

Wird dir das nicht langweilig, meine Inhalte falsch/halb wiederzugeben, um Strohmänner zu schaffen?

Ein paar komische Typen, von denen ich ehrlich gesagt noch nie gehört habe, posten irgendwelchen Schwachsinn auf einer Plattform, die ich aus guten Gründen meide, ist für mich irgendwie ein schlechtes Indiz für eine angeblich allgemein vorherrschende Doppelmoral von Linken.

Wenn Promis - darunter eine Person mit UN-Bezug - Inhalte dieser Trottelseite teilen, wird sie aufgewertet, ihr Bullshit salonfähig, bekommt sie Klicks, Follower, Geld. Wie Dr. Sol, ich oder Ian Dice das finden, ist dann herzlich latte. Deren Admins sowieso.
 
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Und dann hat man irgendwann auch keinen Bock mehr, dafür einzuspringen.

Das ist doch ganz genau, was hier passiert. Wenn die "Anreize" einfach nur aus Strafe, Anschiss, unbezahlten Überstunden, öffentlicher Bloßstellung oder der gezielten Erosion des eigenen Sicherheitsgefühls (in Bezug auf einen sicheren Arbeitsplatz) bestehen, dann ist es umso sinnvoller, genau dann blau zu machen, wenn man noch was davon hat. Und das ist halt dann gegeben, wenn man wenig Zeit UND wenig Geld hat, aber eben auch jung und gesund ist. Ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr, dass der Generationenvertrag einfach nur noch ein dreister und gigantischer Mittelfinger an unsere Kids ist.
 
Mein Schwager ist Meister in einer LKW Werkstatt und hat sich schön öfters aufgeregt dass seine Azubis ziemlich oft krank sind, auffallend oft wohl auch an Montagen oder nach Feiertagen.
Was erwartet dein werter Herr Schwager denn von jungen Menschen auf die in den Medien, in der Politik und was weiß ich denn noch seit Corona nur rumgehackt wird ?

Das lief wohl schon derart aus dem Ruder dass die Firma ein Belohnungssystem einführte, wo es Punkte gibt wenn man x Tage nicht krank ist.
Das ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Was haben die Auszubildenden von den Punkten ?

Es gibt halt leider nur anscheinend viele die das aktuelle System ausnutzen.
Wie kommst du darauf?

Wobei ich halt auch einen Job habe bei dem man im Prinzip ohne weiteres von zu Hause arbeiten kann.
Einfach schön wenn man der priviliegierten Schicht angehört, gell ?
 
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@Count Flo Wenn man in einer Werkstatt arbeitet ist man halt drauf angewiesen dass Aufträge nach Zeitplan erfüllt werden. Wenn das nicht klappt, weil mal wieder ein Teil der Belegschaft fehlt, wirkt sich das auf den Rest der Belegschaft schieben. Und mein Schwager durfte deswegen dann durchaus schon öfters mal Überstunden schieben.
Das „Belohnungssystem“ mag man hinterfragen (hab ich nicht erfunden), aber es erscheint mir zumindest sinnvoller als ein System der Bestrafung.

Und keine Ahnung was der letzte Satz von dir schon wieder soll. Ich bin ja eigentlich sogar auf deiner Seite bzw. der von @icebär. Aber es gibt eben wie so oft auch andere Facetten, wie sie ja auch @Raven Montclair schilderte.
 
Wir hatten schon Krankmeldungen, weil jemand morgens beim Duschen Wasser ins Ohr bekommen hat, Zahnfleischbluten weil zu heftig Zähne geputzt, ein eingerissener Fingernagel und sogar Jetlag nach dem Urlaub war ein Grund. Eine Ex Kollegin hatte immer dann Erkältung wenn Ihr Freund auf Dienstreise in attraktive Städte gemacht hat, das hat sie mir sogar erzählt, dass sie dann einfach anruft, eine Erkältung oder Magen Darm vortäuscht.

Und dann hat man irgendwann auch keinen Bock mehr, dafür einzuspringen.

Wenn psychische Erkrankungen wie Depressionen dahinter stecken ist das natürlich was anderes.

Aber ich habe da auch keine Idee wie man dieses Problem beheben kann, aber gefühlt werden die Leute immer egoistischer.

Eine ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist zunächst genau das: eine ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit. Sie hat aus gutem Grund einen hohen Stellenwert. Solange kein Gegenbeweis vorliegt, gilt ein Arbeitnehmer als krank, unabhängig davon, wie Kollegen oder Arbeitgeber das subjektiv bewerten.

Ganz ehrlich: Mir ist in diesem Zusammenhang ein Busfahrer lieber, der sich wegen Jetlag zwei Tage krankschreiben lässt, als einer, der übermüdet am Steuer sitzt und am Zebrastreifen einen Kinderwagen übersieht. Arbeitsunfähigkeit dient nicht nur dem individuellen Schutz und dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit, sondern auch dem Schutz Dritter. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob einzelne Situationen anders gelöst werden könnten, aber Einzelfälle taugen nicht als Begründung dafür, kranken oder von Krankheit bedrohten Menschen systematisch den Zugang zu Schonung und medizinischer Versorgung zu erschweren.

Was dabei oft untergeht: Mit solchen Argumentationen wird Ärzten pauschal unterstellt, leichtfertig oder (arbeits)unethisch zu handeln. Gleichzeitig maßen sich, in der Regel medizinisch ungeschulte, Kollegen oder Führungskräfte an, besser beurteilen zu können, was einer Person guttut, die psychisch gerade wenig(er) belastbar ist. Realistisch betrachtet können das allenfalls die betroffene Person selbst und eventuell der behandelnde Arzt/Therapeut nach einem intensiven Gespräch einschätzen. Versteh mich nicht falsch: Natürlich gibt es Einzelfälle und schwarze Schafe. Aber psychische Belastung z.B. ist kein Schalter, kein Ablaufplan wie Krankheit und Heilung zu verlaufen haben. Ein Mensch kann mit einer solchen Belastung lächeln, Freunde treffen oder auf ein Konzert gehen, ein anderer mit ähnlicher oder gar gleicher Diagnose kommt kaum aus dem Bett. Daraus Rückschlüsse auf Arbeitsfähigkeit, Kollegialität, Solidarität oder Ehrlichkeit zu ziehen, ist schlicht falsch. Was oft vorschnell als Egoismus gelesen wird, ist in Wahrheit häufig Überlastung in einem System, das immer weniger Puffer lässt und gerade für jüngere Menschen immer weniger Perspektive.

Es hat sich grundlegend etwas verändert in unserer Arbeitswelt und das Argument der Boomer: "Wir haben ja auch 40h gearbeitet!!" ist so nicht 1:1 auf 2026 übertragbar. Arbeit ist in vielen Bereichen dichter, schneller und weniger planbar geworden. Erholungszeiten schrumpfen, psychische Belastungen steigen, Personalpools werden abgeschafft, gesellschaftliche Standards verändern sich, ja selbst banale Dinge wie E-Mails sind sofort zu beantworten, während gleichzeitig erwartet wird, dauerhaft funktionstüchtig und auf 110% zu bleiben. Dass Menschen unter diesen Bedingungen auch mal früher an ihre Grenzen kommen, ist kein moralisches Versagen, sondern eine absehbare Folge struktureller Entwicklungen. Der Frust über ständiges Einspringen ist absolut nachvollziehbar. Aber er richtet sich an die falsche Adresse, wenn er sich gegen Kranke richtet, statt gegen chronische Unterbesetzung und mangelhafte Planung.

Wenn es ernsthafte Zweifel an einer Krankschreibung gibt, existiert dafür längst ein Instrument: den Medizinischen Dienst, den Arbeitgeber über die Krankenkassen einschalten können. Das ist ein transparenter, rechtsstaatlicher Weg. Dass viele Arbeitgeber diesen Schritt scheuen und stattdessen hinter vorgehaltener Hand von Faulheit sprechen (z.T. auch Kollegen untereinander), sagt am Ende mehr über die gelebte Unternehmenskultur aus, als über ein angebliches Massenproblem(!) von AU-Missbrauch. Missbrauch zu skandalisieren ist bequem, weil man sich dann nicht mit Personalschlüsseln, strukturellen Problemen, Arbeitsbedingungen oder Führungsverhalten auseinandersetzen muss. :zuck:
 
Das ist doch ganz genau, was hier passiert. Wenn die "Anreize" einfach nur aus Strafe, Anschiss, unbezahlten Überstunden, öffentlicher Bloßstellung oder der gezielten Erosion des eigenen Sicherheitsgefühls (in Bezug auf einen sicheren Arbeitsplatz) bestehen, dann ist es umso sinnvoller, genau dann blau zu machen, wenn man noch was davon hat. Und das ist halt dann gegeben, wenn man wenig Zeit UND wenig Geld hat, aber eben auch jung und gesund ist.

Diese Argumentation kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Arbeitsverhältnisse beruhen auf einem Vertrag, nicht auf „Gegenwehr“.
Ein Arbeitsvertrag ist ein gegenseitiger Leistungsaustausch: Arbeitsleistung gegen Vergütung. Krankmeldung ist rechtlich an tatsächliche Arbeitsunfähigkeit gebunden, nicht an subjektive Unzufriedenheit oder strategische Überlegungen.
Auch strukturelle Probleme recchtfertigen nicht individuellen Vertragsbruch.

Deine Argumentation und Beispiele setzen voraus, dass Arbeitsverhältnisse überwiegend repressiv, rechtsfrei und willkürlich sind. Das ist faktisch nicht der Regelfall. Wo Missstände existieren, sind sie natürlich arbeitsrechtlich zu klären, aber nicht durch bewussten Vertragsbruch.
 
Wo Missstände existieren, sind sie natürlich arbeitsrechtlich zu klären, aber nicht durch bewussten Vertragsbruch.

Welcher Vertragsbruch? Leute werden nun mal krank. Immer und aus den absurdesten Gründen.

Alleine die Unterstellung, dass es sich um einen widerrechtlichen Vertragsbruch handeln könnte, ist ja schon die von mir erwähnte Erosion des Sicherheitsgefühls.
 
Welcher Vertragsbruch? Leute werden nun mal krank. Immer und aus den absurdesten Gründen.
Selbstverständlich. Bestreitet keiner.
Aber darum geht es doch gar nicht in Deinem von mir zitierten Post noch meiner Antwort darauf.

Du rechtfertigst in Deinem Post Vertragsbruch (also nicht tatsächlich krank sein, sondern nur krank machen) mit den von Dir genannten Beispielen. Da habe ich nicht rausgelesen, dass die dann "tatsächlich" krank sind.
Stattdessen schreibst Du "...ist es umso sinnvoller, genau dann blau zu machen, wenn man noch was davon hat".
Das ist ein klarer arbeitsrechtlicher Vertragsbruch.
 
Das ist ein klarer arbeitsrechtlicher Vertragsbruch.

Das ist das unhaltbare Versprechen hinter dem Generationenvertrag halt auch. Staat sagt: Geh arbeiten, sonst fick ich dich! Nach fünfzig Jahren von dieser Nummer biste halt trotzdem gefickt.

Es ist, wie es ist: Ein Wettrennen zwischen Leuten, die sich gegenseitig zu verarschen versuchen.
 
Hier gehts doch v.a. um die telefonische Krankschreibung, und da wird es nichts daran ändern, wenn Leute jetzt halt zum Arzt dackeln müssen, um ihre AU zu bekommen. Wer blau machen will, macht blau, das war auch schon vor der telefonischen Krankschreibung der Fall. Kopf- oder Bauchschmerzen kann niemand nachprüfen, da ist es egal, ob ich beim Arzt sitze oder nicht. Klar ist der Weg übers Telefon einfacher, aber wer den Arzt vor Ort hat wird damit kein großes Problem haben, erst recht, falls der AG eine Krankschreibung erst ab Tag 3 benötigt.

Das Streichen dieser Leistung würde vor allem Kranke treffen und kaum etwas dazu beitragen, die schwarzen Schafe zu entlarven und ihnen das Handwerk zu legen.
 
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Das ist das unhaltbare Versprechen hinter dem Generationenvertrag halt auch. Staat sagt: Geh arbeiten, sonst fick ich dich! Nach fünfzig Jahren von dieser Nummer biste halt trotzdem gefickt.

Es ist, wie es ist: Ein Wettrennen zwischen Leuten, die sich gegenseitig zu verarschen versuchen.
Das ist mir zu apodiktisch.
Und ja - der Generationenvertrag ist nicht fair und es lassen sich garantiert zig weitere Beispiele für sowas finden.

Es ändert trotzdem nichts daran, dass "ein Blau machen" schlicht arbeitsrechtlicher Vertragsbruch ist, der nicht hinnehmbar ist, weil er sowohl die Kollegen als auch Arbeitgeber belastet.
 
Wenn man in einer Werkstatt arbeitet ist man halt drauf angewiesen dass Aufträge nach Zeitplan erfüllt werden. Wenn das nicht klappt, weil mal wieder ein Teil der Belegschaft fehlt, wirkt sich das auf den Rest der Belegschaft schieben. Und mein Schwager durfte deswegen dann durchaus schon öfters mal Überstunden schieben.
Das ist in allen Branchen der Fall, ändert trotzdem nichts an der Tatsache das man jungen Menschen unmögliches abverlangt, wenn man so gewissen Medien und gewissen Parteien Gehör schenkt. Es darf halt eigentlich niemanden verwundern, das die Menschen (besonders in der aktuellen Zeit) immer kränker werden.

Das „Belohnungssystem“ mag man hinterfragen (hab ich nicht erfunden), aber es erscheint mir zumindest sinnvoller als ein System der Bestrafung.
Hab ich nie behauptet. Es ist trotzdem eine lächerliche Maßnahme über die man nur lachen kann, weil sie halt so "typisch deutsch" ist.

Wo Missstände existieren, sind sie natürlich arbeitsrechtlich zu klären, aber nicht durch bewussten Vertragsbruch.

Wieso unterstellt du Menschen die sich krankschreiben lassen, das diese Vertragsbruch begehen ?
 
Es ändert trotzdem nichts daran, dass "ein Blau machen" schlicht arbeitsrechtlicher Vertragsbruch ist, der nicht hinnehmbar ist, weil er sowohl die Kollegen als auch Arbeitgeber belastet.

Deswegen geht man zu einem Arzt, wenn man körperliche oder seelische Beschwerden hat.

Ne Beweisführung zu einem etwaigen Betrug ist ne andere Baustelle. Alleine dass dieses "Argument" quasi unverzüglich in diese Diskussion eingestreut wurde, zeigt doch, wie vergiftet der Diskurs ist. Die Unterstellung hinter der Krankmeldung schwingt beim faulen Wochenendmichel immer mit.
 
Wieso unterstellt du Menschen die sich krankschreiben lassen, das diese Vertragsbruch begehen ?
Wenn die Leute häufig am Freitag krank machen und dann am Montag wieder putzmunter auf der Arbeit erscheinen weckt das natürlich schon Misstrauen. Die Werkstatt wird nicht ohne Grund diese Maßnahmen ergreifen und ich halte meinen Schwager für keinen der hier übertreibt (btw er ist nicht derjenige, der sich dieses „Belohnungssystem ausgedacht hat). Klar, nachweisbar ist das nur selten, es sei denn man ist wirklich so dumm wie in den Beispielen von @Raven Montclair und redet offen mit Bekannten oder gar Kollegen darüber.

Klar kann man aber auch nüchterner an die Frage rangehen: Wieso denkst du ist bei uns laut Statistik der Krankenstand so viel höher als in den Nachbarländern?
 
@icebär
Da bin ich auch völlig bei Dir.

Aber halt nicht, wenn aus den von Dir oben benannten und gesichert festgestellten Gründen ("Strafe, Anschiss, unbezahlten Überstunden, öffentlicher Bloßstellung oder der gezielten Erosion des eigenen Sicherheitsgefühls") eine Krankschreibung lediglich "vorgetäuscht" wird und nicht tatsächlich vorliegt. Diese - sicher auch in der ein oder anderen Form vorkommenden - Probleme sind alle anderweitig zu klären.
Das eine Beweisführung beim Krank schwierig bis unmöglich ist, würde ich auch so sehen. Und das hat auch gute und wichtige Gründe, dass es so ist.
 
Klar kann man aber auch nüchterner an die Frage rangehen: Wieso ist bei uns laut Statistik der Krankenstand so viel höher als in den Nachbarländern?
Ernstgemeinte Frage: Was sagen denn Expertinnen dazu? Wir Laien haben davon doch wirklich eigentlich keine Ahnung.

Ich persönlich kann mir, ganz laienhaft, vorstellen, dass zumindest in manchen Ländern (garantiert nicht allen) die Work-Life-Balance besser ist. Ich gebe mehr für meinen AG, wenn er auch mir was gibt. Ich fühle mich psychisch besser, wenn mein Arbeitsplatz angenehm ist. Ich werde nicht so schnell krank, wenn ich generell auf meinen Körper achten darf, Anzeichen ernstnehmen darf und auch mal einen Tag daheimbleiben kann, ohne, dass ich gleich einen auf den Deckel kriege, weil ich das Team im Stich lasse (zb in unterbesetzten Bereichen wie Pflege). Ich lebe gesünder, wenn ich mit meiner Arbeitsstelle zufrieden bin und alles ein Geben und Nehmen ist, nicht nur ein Nehmen. Und dieses Glück hat in Deutschland leider wirklich nicht jede.
 
Aber halt nicht, wenn aus den von Dir oben benannten und gesichert festgestellten Gründen

Wir können ne ehrliche Diskussion führen oder eine rechtlich einwandfreie. Dieses Jahrzehnt glänzt durch die von ganz oben herab gelebte Ellbogenmentalität. Runter treten ist im Kabinett Merz seit Monaten en vogue. Dies zum kotzen zu finden und zu kritisieren führt in kürzester Zeit zu apologetischem Whataboutisms. Und nun sehe ich mich in der Defensive für (m)ein Erklärungsmodell hinter einer Nullbockmentalität im Fahrwasser von Krankschreibungen? Nein, ich denke nicht.

Wenn das zugrundeliegende gesellschaftliche Minenfeld nur verworren genug ist, dann kann man auch schnell ein paar Schuldige laut benennen und sich auf diese dann einschießen. Egal, was der seit Monaten ungelenk herumpolternde Politikdilettant und Bundeskanzler zweiter Wahl für ne spalterische Scheiße so von sich gibt.
 
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