Fußball Thread - WM, EM, CL etc.

a) ihre kinder nicht schreien lassen und b) ihre Kinder nicht abschalten können
Das man Kinder nicht einfach so "abschalten" kann ist mir durchaus bewusst, da auch ich mit Kindern zu tun habe.

was meinst du, wie SCHEIßE sich diese Blicke anfühlen
Keine Sorge, ich bin keiner von diesen Leuten, da ich Menschen generell nicht gerne in die Augen schaue.
und wehe jetzt kommt, es liegt nur an der Erziehung
Nö, da wird nichts von mir kommen.

Ich bin einmal in Tränen ausgebrochen, weil ich den Lärm nicht mehr ertragen konnte
So geht es mir meistens nach jedem Einkauf.

Eowyn hat da genug gesagt, aber eins noch: Bringt halt nix, wenn Eltern so Situationen vermeiden und aus falscher Rücksicht dann gar kein Restaurant mehr besuchen.
Und ich besuche aus gewissen Gründen seit zig Jahren kein Restaurant mehr!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Count Flo Dann wäre einkaufen früh morgens und ein Besuch mit Noice Canceling eine Idee und im Restaurant am späten Abend ein Besuch vielleicht auch eine Option.
Der große Unterschied zwischen Hupen und Kindern ist nämlich ziemlich einfach.
 
Gab es das Hupen und die Autokorsos früher auch schon? Ich erinnere mich erst seit dem Sommermärchen daran. Mir schien es damals, als sei es spontan entstanden und im Laufe des Turniers mitsamt Public Viewing immer weiter gesteigert worden. Vielleicht täusche ich mich aber auch.

Vorher habe ich in Erinnerung, dass man zusammen en famille oder mit Freunden geschaut hat und aus jedem geöffneten Fenster hörte man dann Jubelschreie. Aber keine Autokorsos.

Mir scheint es ist eine allgemeine Entwicklung hin zu weniger Rücksichtnahme und Enthemmung im öffentlichen Raum. Mittlerweile gibt es hier spontan gestoppten Verkehr und Rauchgranaten bei Privathochzeiten oder Feuerwerk zum Kindergeburtstag.
Dazu superlaute Musik am See und Müll an der Grillhütte. Und nein, ich wohne nicht in Berlin, sondern in einer Kleinstadt. ;)

Die Werbung suggeriert uns auf allen Kanälen, dass wir schon bei jedem Testspiel hysterisch die Münder aufreißen und uns glücklich in den Armen liegen sollen.

Und Spieler müssen die Nationalhymne singen, sonst stimmt was nicht mit ihnen. War früher auch kein Thema.

Ach ja, und die Spieler selbst nerven mit persönlichen Botschaften sobald ne Kamera auf die gerichtet ist. Wünsche ans Universum, Gruß an die Mama, Gedenken an den verstorbenen Opi und irgendwelche Handzeichen, die man früher beim Gangster Rappern gesehen hat.

So, habe ich was vergessen? :D
 
Ach ja, und die Spieler selbst nerven mit persönlichen Botschaften sobald ne Kamera auf die gerichtet ist. Wünsche ans Universum, Gruß an die Mama, Gedenken an den verstorbenen Opi und irgendwelche Handzeichen, die man früher beim Gangster Rappern gesehen hat.

So, habe ich was vergessen? :D
Gut, seit rund zehn Jahren inszenieren sich gefühlt 80% der Spieler halt dauerhaft als Marke. Und sei es nur für den nächten Instagram-Post. Da hat dann jeder seinen einstudierten Spezialjubel, den er robotermäßig vorführt, sobald der Ball drin ist: Ententanz, Helikopter, Dinosaurier, Maskenmann, Bowlingspieler, Amokläufer und so weiter und so fort.
 
Die Tradition der Autokorsos nach wichtigen Siegen der deutschen Fußballnationalmannschaft ist deutlich älter als die Weltmeisterschaft 2006. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass bereits nach dem WM-Titel 1990 überall gefeiert wurde und hupende Autokorsos durch die Städte fuhren. Soweit ich weiß, kam dieser Brauch ursprünglich vor allem durch Mitbürger südeuropäischer Herkunft nach Deutschland. Dort gehörten solche spontanen Feiern schon lange zur Fußballkultur. Mit der Zeit wurde die Tradition von der gesamten Bevölkerung übernommen.

Das wirklich Neue an der WM 2006 waren nicht die Autokorsos. Neu war vielmehr, dass das gemeinsame Fußballschauen in großem Stil nach draußen verlegt wurde. Straßen, Plätze und Innenstädte wurden zu riesigen Treffpunkten für Fans. Das kannte man in dieser Form zuvor nicht.

Während meines Studiums in den 1990ern in Münster besaß ich keinen Fernseher. Trotzdem habe ich wichtige Spiele verfolgt. Mal wurden sie in der Mensa übertragen, mal in einer Großraumdiskothek, manchmal sogar im Kinosaal. Gemeinsam Fußball geschaut in größerer Anzahl und mit fremden Menschen hat man also schon lange vor 2006. Das Besondere am Sommermärchen war die neue Dimension. Plötzlich wurde der öffentliche Raum selbst zum Wohnzimmer für Millionen von Fußballfans.
 
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