Zuletzt gekaufter/gesehener Film - Allgemeiner Filmthread

„The End of Oak Street“

Ja doch, der Film macht Spaß. Ein Plot, den ich mir schon als Kind gewünscht habe, Ewan Mc Gregor und Anne Hathaway, die beide in ihren Rollen erzeugen, und endlich mal Dinos, die mehr dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen. Das ganze verpackt in 80er Jahre Nostalgie. Hat soweit alles gepasst für mich. Das Drehbuch hatte zwar leider ein paar Schwächen, und irgendwie wusste man nicht mit jeder Figur wirklich was anzufangen, aber sei‘s drum. Es war trotzdem ein schöner Kinoabend.

Fazit: Ein weiterer Beleg für mich, dass das aktuelle Kinojahr besonders ist.
 
@Dr. Sol

Auf The End of Oak Street bin ich schon sehr gespannt. Diese und auch die kommende Woche werde ich allerdings leider nicht ins Kino kommen, sodass ich mich noch ein wenig gedulden muss. Einige, die den Film ansonsten mochten, sahen das Ende aber recht kritisch. Ich bin noch nicht gespoilert und möchte vor dem Kinobesuch auch nicht über den Trailer hinaus gespoilert werden. Deshalb nur allgemein: Hattest du mit dem Ende ebenfalls Probleme?
 
The End of Oak Street

Als ich den ersten Trailer sah, war ich eher skeptisch und hatte mit höchstens Mittelmaß gerechnet. Nach einer Empfehlung habe ich kurzfristig ein Ticket gekauft und wurde nicht enttäuscht. Oak Street ist der bessere Jurassic World und zeigt dem großen Franchise, wie man es um Längen besser hinbekommt. Bei "nur" 99 Minuten Laufzeit wird es wirklich nie langweilig und fühlt sich auch nicht zu kurz an, weil hier jemand wusste, wie man gutes Pacing macht.

Der genannte Flair der 80/90er ist mir auch aufgefallen, hier atmet ganz tief der Geist von Spielberg und das hat mich positiv überrascht. Dabei traut sich der Film ebenfalls einen Balance-Akt zwischen Familienfilm, Humor und einer Brutalität, die zwar nie zu explizit wird, für Kleinkinder aber zu weit gehen könnte und ich für eine FSK-12-Freigabe so nicht erwartet hatte. Ich mag mich täuschen, aber es wurde schon für deutlich weniger ein FSK-16 vergeben.

Schauspielerisch stechen Anne Hathaway und ihre Filmtochter Clara Drews hervor, vor allem aber Hathaway hat echt einen Lauf.

Deshalb nur allgemein: Hattest du mit dem Ende ebenfalls Probleme?

Ich bin zwar nicht angesprochen, aber: Ein Problem habe ich nicht damit, ich kann die Kritik trotzdem nachvollziehen.
 
@Dr. Sol

Auf The End of Oak Street bin ich schon sehr gespannt. Diese und auch die kommende Woche werde ich allerdings leider nicht ins Kino kommen, sodass ich mich noch ein wenig gedulden muss. Einige, die den Film ansonsten mochten, sahen das Ende aber recht kritisch. Ich bin noch nicht gespoilert und möchte vor dem Kinobesuch auch nicht über den Trailer hinaus gespoilert werden. Deshalb nur allgemein: Hattest du mit dem Ende ebenfalls Probleme?
Es war halt ein „Feel Good“ Ende. Ich kann verstehen dass sich Leute daran stören, aber mir hat es nichts ausgemacht. Es war jetzt immerhin nicht unlogisch.
 
Es war halt ein .........Ende. Ich kann verstehen dass sich Leute daran stören, aber mir hat es nichts ausgemacht. Es war jetzt immerhin nicht unlogisch.
@Dr. Sol
Ich würde deine Wertung dennoch in Spoiler packen.
Mirgeht es wie euch. Ich weiß, was die Kritik ist, aber ich mochte es - auch wenn es neben dem offensichtlichen Punkt auch ein paar "interessante" Nebenaspekte hat, wenn man genauer drüber nachdenkt.
 
End of oak Street hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Das war mir zu oberflächlich und konnte mich kaum abholen.
Ich verstehe nicht wieso hier niemand mal mit den Nachbarn spricht??? Mit irgendwem? Hats für die Gage der anderen Schauspieler nicht mehr gereicht?

Die Dinos sahen sehr gut aus da gabs gar keinen Zweifel.

Insgesamt eine 4 von 10 mir, vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen als DinoFan.
 
Squid Game Staffel 1
Ich hatte die Staffel schon lange mal angefangen aber nie ganz zuende geschaut. Die letzten paar Woche habe ich dies mal nachgeholt.
Muss sagen hat mir doch sehr gut gefallen. Die Koreanischen Schauspieler machen einen super Job. Vor allem der Hauptcast ist Genial.
Die Spiele sind Morbide und Grausam und die Folgen echt kurzweilig und spannend.
Das einzige was mir nicht so gefallen hat war das Ende. wieso er nicht zu seiner Tochter geht konnte ich nicht verstehen, hätte ihm diese Freude gegönnt
Mal schauen wie es in Staffel 2 weitergeht.
08/10 Kinderspielen

Edit:
Bitte in den Serien thread verschieben
@Antiriad
Danke für den Hinweis :)
 
Zuletzt bearbeitet:
@Aztlan

Für Serien gibt es einen eigenen Thread. Stört mich zwar nicht, aber nur so als Info.


„The End of Oak Street“

Der Film hat wirklich Spaß gemacht, wie schon jemand geschrieben hat. Ein richtiger Familienfilm halt, ein Film für Jung und Alt.

Der letzte Film, der mir so gut gefallen hat, der auch diesen 80-Jahre-Charme besitzt wie die Filme „Die Goonies“ oder „E. T.“ war „Super 8“ von J.J. Abrams.

Im Kino habe ich mich das eine oder andere Mal echt erschrocken, besonders als das Haus bebte und der Vater den Fenstervorhang zur Seite streifte und nur die behaarte Haut des großen Dinosauriers erblickte. Dolby Atmos.

Für zu brutal halte ich den Film jetzt nicht. Dafür ist die Altersfreigabe völlig angemessen. Selbst etwas jüngere Zuschauer wissen sicherlich schon, was passiert, wenn jemand von einem hungrigen Saurier gefangen wird. Bei Thriller, Horror- oder Kriegsfilmen wäre das sicherlich anders.
 
The End of Oak Street hat mir Spaß gemacht. Der Film hat Tempo, einige schöne Einfälle und diese Mischung aus Familienabenteuer, Katastrophenfilm und Dinosaurierspektakel, die mich durchaus an die großen Sommerblockbuster der Neunziger erinnert hat. Trotzdem fühlt sich beispielsweise ein Twister oder Speed für mich als Gesamtpaket runder an. Bei The End of Oak Street funktioniert vieles im jeweiligen Moment ausgesprochen gut, während sich beim Nachdenken im Anschluss immer mehr Bruchstellen zeigen. Dabei geht es mir weniger um die üblichen Logikfragen, die man einem solchen Stoff ohnehin nicht allzu streng vorhalten sollte. Vielmehr etabliert der Film selbst bestimmte Regeln, Beziehungen und Gefahren, nur um sie wenig später wieder zu vergessen, sobald sie der nächsten Abenteuersequenz im Weg stehen.

Wie Ansiv Reeblac habe auch ich mich darüber gewundert, dass nach dem Zeitsprung praktisch keine Interaktion mehr zwischen den Nachbarn stattfindet. Das ist umso erstaunlicher, weil der Film ausgerechnet mit einem Nachbarschaftsfest beginnt und Oak Street ganz bewusst als kleine Gemeinschaft vorstellt. Wir sehen die Bewohner, lernen die Freunde des Jungen kennen und bekommen dadurch den Eindruck, dass diese Menschen und ihre Beziehungen später noch eine Rolle spielen werden. Schließlich wird ja nicht nur das Haus der Hauptfiguren, sondern ein komplettes Stadtviertel in die Vergangenheit versetzt. Eigentlich eine großartige Ausgangslage. Wie reagieren ein paar Dutzend ganz normale Vorstadtbewohner darauf, plötzlich zwischen Dinosauriern festzusitzen? Wer übernimmt Verantwortung, wer dreht durch, wer hilft wem und wie verändert eine solche Situation die Gemeinschaft? Nur interessiert sich der Film nach dem Zeitsprung erstaunlich wenig dafür. Selbst die zuvor eingeführten Freunde des Jungen verschwinden praktisch aus der Geschichte. Oak Street ist plötzlich weniger eine Nachbarschaft als eine Kulisse für das Abenteuer einer einzigen Familie. Da wurde für meinen Geschmack einiges verschenkt.

Auch bei dieser Familie muss man gelegentlich beide Augen zudrücken. Der Junge weiß bereits, dass draußen nicht gerade ein paar harmlose Pflanzenfresser durchs Gebüsch spazieren, sondern ausgesprochen gefährliche Dinosaurier unterwegs sind. Trotzdem verlässt er das sichere Haus, um seinen Hund zu suchen. Dass ein Kind sein geliebtes Haustier nicht einfach aufgeben will, kann ich emotional sogar nachvollziehen. Angesichts dessen, was er zu diesem Zeitpunkt bereits erlebt und erfahren hat, wirkt die Entscheidung trotzdem reichlich leichtsinnig. Noch schöner wird es, als seine Schwester merkt, dass ihr Bruder verschwunden ist. Auch sie kennt die Gefahr und geht nun ebenfalls hinaus, um ihn zu suchen. Spätestens da hatte ich weniger das Gefühl, zwei Menschen bei nachvollziehbaren Entscheidungen zuzusehen, als vielmehr einem Drehbuch dabei, wie es seine Figuren unbedingt vor die Haustür bekommen muss. Natürlich braucht ein Dinosaurierfilm Menschen, die irgendwann den Dinosauriern begegnen. Eleganter wäre es allerdings, wenn die Gefahr zu den Figuren kommt und nicht die Figuren wider besseres Wissen nacheinander zur Gefahr laufen.

Interessant ist das Ende, denn es wirft moralische Fragen auf, die der Film nicht weiterverfolgt. Gregs Tod funktioniert zunächst erstaunlich gut. Seine Entwicklung bekommt dadurch einen konsequenten Abschluss, sein Opfer besitzt Gewicht und für einen ansonsten recht klassischen Unterhaltungsfilm wäre das sogar ein angenehm mutiger Schlusspunkt gewesen. Dann entscheidet sich der Film doch noch für die bequemere Variante. Denise und die Kinder kehren aus der Vergangenheit zurück und sie sorgt mit dem Anruf und der Pizzalieferung dafür, dass Greg beim nächsten Zeitsprung gar nicht mehr in Oak Street ist. Er überlebt, die Familie ist wieder vereint und eigentlich könnten alle glücklich sein.

Nur funktioniert die Sache nach den Regeln des Films eben nicht ganz so einfach. Der Zeitsprung der Straße findet trotzdem statt. Damit werden die jüngere Denise und die jüngeren Versionen ihrer Kinder erneut in die Dinosaurierzeit befördert, dieses Mal allerdings ohne Greg. Für kurze Zeit gibt es Denise und die Kinder sogar doppelt. Diejenigen, deren Abenteuer wir verfolgt haben, sind aus der Vergangenheit zurückgekehrt und dürfen mit Greg weiterleben. Gleichzeitig beginnt für ihre jüngeren Doppelgänger das ganze Desaster erneut, nur unter veränderten Bedingungen. Ausgerechnet Greg, der beim ersten Durchgang eine entscheidende Rolle gespielt hat, fehlt ihnen nun. Das angebliche Happy End bekommt dadurch unfreiwillig einen ziemlich makabren Beigeschmack. Würde die zurückgekehrte Denise nach allem, was sie erlebt hat, tatsächlich sich selbst und ihre Kinder sehenden Auges in die Vergangenheit schicken?

Interessanterweise wird Denise in einer Fernsehsendung zwei Jahre später als Retterin gefeiert, obwohl sie neben ihrem Mann Greg durch weitere Telefonanrufe lediglich vier weitere Personen vor dem Zeitsprung in die Vergangenheit und damit wohl vor dem sicheren Tod bewahren konnte. Zumindest bei denjenigen, die Angehörige verloren haben, dürfte sich zwangsläufig die Frage stellen, warum Denise zwar einige Menschen gewarnt hat, ihre Angehörigen aber nicht. Dass der Film diese naheliegende moralische Frage überhaupt nicht thematisiert, macht das vermeintliche Happy End für mich nur noch befremdlicher.

Vielleicht ist das letztlich mein größtes Problem mit The End of Oak Street. Der Film denkt sehr stark von der jeweiligen Szene aus. Im Augenblick funktioniert vieles wunderbar, und deshalb hatte ich beim Schauen auch eine Menge Spaß. Erst hinterher merkt man, wie wenig sich das Drehbuch teilweise dafür interessiert, was aus seinen eigenen Einfällen eigentlich folgt. Die Nachbarschaft wird sorgfältig eingeführt und anschließend kaum genutzt. Die Kinder kennen die tödliche Gefahr und laufen trotzdem nacheinander hinaus. Greg bekommt einen starken Abschied, der wenige Minuten später wieder zurückgenommen wird. Und schließlich präsentiert der Film eine Rettungsaktion als rundum glückliches Ende, obwohl gleichzeitig eine zweite Denise mit ihren Kindern und etlichen nicht gewarnten Nachbarn erneut zwischen den Dinosauriern als Dino-Futter landet.
 
@Sam Rockwell
Ja, die Frage, warum die Familie als Einzelkämpfer unterwegs ist, ist tatsächlich recht drängend.
Es gibt mehrere Erklärungsversuche:
1) Die Autoren hatten einfach nicht genug Platz, das zu machen, sondern waren angehalten, eher Dino-Action einzubauen, als die Personen mit einem durch und durch logischen Verhalten auzustatten.
2) In-Universe I: Alle hatten gleich viel Angst und keiner hatte den Mumm, den ersten Schritt zu machen. Buchstäblich: Immerhin hätte man durch die Siedlung gehen/fahren und auf sich aufmerksam machen müssen, während in jedem Garten und jedem Haus ein potenziell gefräßiger Saurier warten konnte. Lässt man seine Familie zurück (oder nimmt sie gar mit), um sich zu organisieren? Irgendwie die Variante "Kopf einziehen und hoffen, dass es sich irgendwie klärt, so wie es irgendwie passiert ist". Trotzdem: vermutlich würde irgendwer es tun, insofern hinkt es ein wenig
3) In-Universe II: Denise sagt ja zu Greg, als sie diskutieren, was sie jetzt machen wollen: "die Schlauen legen jetzt Vorräte an und horten Waffen. Und Munition." Klingt erstmal plausibel und harmlos, aber wenn man es zu Ende denkt, ist das ein eher düsteres Bild, das sie da pflegt (und nicht ganz unrealistisch). Denn wenn Leute etwas horten und Vorräte sammeln, dann heißt das bei den begrenzten Ressourcen (alles, was in der Siedlung zum Zeitpunkt des Transfers existierte), dass man es wohl anderen wegnehmen oder zumindest vorenthalten wird. Zu Ende gedacht steckt in diesem Satz ziemlich viel Misstrauen gegenüber den anderen - und die implizite Frage, ob man nicht selbst auch zu den "Schlauen" gehören will...
4) Studioplitik: ich habe keine Ahnung, ob man sich von dem Film viel versprochen hat. Aber falls ja, würde ein zweiter Teil wohl das Ganze aus der Perspektive einer anderen Gruppe erzählen. Und wenn das der Fall ist, ist möglichst wenig Interaktion zwischen den Bewohnern für eine gewisse Drehbuchbeinfreiheit natürlich nicht schlecht.

Aber ich gebe euch recht, alles in allem ist dieser Punkt eher unbefriedigend.

Was das Handlen der Kinder angeht: das ist in der Tat nicht ganz nachzuvollziehen: Andererseits fallen die Eltern gerade aus, weil die gerade einen sehr gut hörbaren Streit haben und für die Kinder muss es sich so anfühlen, als falle gerade auch dieser Rückhalt nun komplett auseinander. Dass sich Brian da an seinen Hund und Audrey an ihren Bruder klammert, mag in einer solchen Extremsituation irgendwo noch funktionieren. Auch wenn es natürlich dumm ist. Andererseits ist die Kinogeschichte voll von dummen Handlungen.
und die "Monster im Haus"-Sequenzen hatte man sich wohl für später aufgehoben

Alles was du im Spoiler zum Moralischen geschrieben hast, meinte ich mit diesem Satz:
(...) auch wenn es neben dem offensichtlichen Punkt auch ein paar "interessante" Nebenaspekte hat, wenn man genauer drüber nachdenkt.
Und ich gebe dir völlig recht und unterschreibe alles, was du dort anmerkst. Das ist schon eine ziemlich brutale Handlung gegenüber den
eigenen Alter Egos in der Vergangenhet. Erinnert etwas an Jackmanns (Rollenname habe ich gerade nicht parat) Lösung in "Prestige".

Eine Frage noch zum Schluss, die an das Ende anknüpft:
Bei der Gillparty am Ende ist, soweit ich das erkennen konnte, auch Jeanett mit ihrer Familie zu sehen. Sie hat es also durchaus geschafft, in den 20 Minuten zu ihrer Familie zu gelangen und mit dieser wieder zurück zu kommen. Bei diesem Grillen ist auch noch ein anderes Mädchen zu sehen, das Jeanett sehr ähnlich sieht (Schwester?). Aber man sieht sie so kurz, dass ich nicht sagen könnte, ob sie nicht sogar identisch aussehen. Wäre es möglich, dass es in der Jetztzeit jetzt plötzlich zwei Jeanetts gibt, ohne dass der Film das ausdrücklich sagt? Das würde das alles (auch Denises Rettungsaktion) nochmals diskutabler machen.

Alternative zu dem oben genannten Szenario für einen zweiten Teil:
In der neuen Zeitlinie muss Denises ohne Greg die Kinder retten - dann vielleicht auch mit Hilfe der Nachbarn...
 
@KdS

Ich finde, das erklärt zwar, warum die Nachbarn ihre Häuser nicht verlassen, aber nicht, warum die Kommunikation untereinander praktisch vollständig zusammenbricht. Dass man angesichts herumstreunender Dinosaurier nicht zum gemütlichen Krisentreffen auf die Straße geht, ist nachvollziehbar. Sich zu verschanzen bedeutet aber noch lange nicht, sich voneinander abzuschotten.

Gerade in einer solchen Situation wäre doch das Gegenteil naheliegend. Man würde wissen wollen, ob die Nachbarn noch leben, ob jemand verletzt ist, wer etwas über die Situation herausgefunden hat oder ob irgendwo Hilfe benötigt wird. Dafür müsste niemand einen Fuß vor die Tür setzen. Schon ein paar große Zettel oder Pappschilder an den Fenstern hätten genügt, um sich von Haus zu Haus zu verständigen. Filmisch hätte man daraus sogar etwas machen können, indem Informationen und Warnungen nach und nach die Straße entlang weitergegeben werden.

Gerade deshalb fällt es mir auf, weil der Film mit dem Nachbarschaftsfest ausdrücklich Zeit darauf verwendet, Oak Street als Gemeinschaft einzuführen. Ich erwarte anschließend gar nicht, dass sämtliche Nachbarn zu Hauptfiguren werden oder gemeinsam auf Dinosaurierjagd gehen. Aber wenn eine komplette Nachbarschaft gemeinsam aus ihrer Welt gerissen wird, finde ich es ausgesprochen merkwürdig, dass ausgerechnet die Nachbarschaft als soziales Gefüge anschließend nahezu verschwindet.

Eigentlich hätte gerade die erzwungene Isolation in den einzelnen Häusern die Kommunikation untereinander besonders interessant machen können.

Gut, dass du Jeanett ansprichst. Auf der Grillparty habe ich sie tatsächlich nicht wahrgenommen, wahrscheinlich, weil ich für ein paar Sekunden nicht auf die Leinwand geschaut habe. Ich hatte mich schon gefragt, welches Schicksal sie eigentlich ereilt hat.

Wie viel Zeit lag noch einmal zwischen der Rückkehr aus der Vergangenheit und dem erneuten Zeitsprung des Viertels? Ich meine, es waren nicht einmal 30 Minuten, oder täusche ich mich?
 
@KdS

Ich finde, das erklärt zwar, warum die Nachbarn ihre Häuser nicht verlassen, aber nicht, warum die Kommunikation untereinander praktisch vollständig zusammenbricht. Dass man angesichts herumstreunender Dinosaurier nicht zum gemütlichen Krisentreffen auf die Straße geht, ist nachvollziehbar. Sich zu verschanzen bedeutet aber noch lange nicht, sich voneinander abzuschotten.

Gerade in einer solchen Situation wäre doch das Gegenteil naheliegend. Man würde wissen wollen, ob die Nachbarn noch leben, ob jemand verletzt ist, wer etwas über die Situation herausgefunden hat oder ob irgendwo Hilfe benötigt wird. Dafür müsste niemand einen Fuß vor die Tür setzen. Schon ein paar große Zettel oder Pappschilder an den Fenstern hätten genügt, um sich von Haus zu Haus zu verständigen. Filmisch hätte man daraus sogar etwas machen können, indem Informationen und Warnungen nach und nach die Straße entlang weitergegeben werden.

Gerade deshalb fällt es mir auf, weil der Film mit dem Nachbarschaftsfest ausdrücklich Zeit darauf verwendet, Oak Street als Gemeinschaft einzuführen. Ich erwarte anschließend gar nicht, dass sämtliche Nachbarn zu Hauptfiguren werden oder gemeinsam auf Dinosaurierjagd gehen. Aber wenn eine komplette Nachbarschaft gemeinsam aus ihrer Welt gerissen wird, finde ich es ausgesprochen merkwürdig, dass ausgerechnet die Nachbarschaft als soziales Gefüge anschließend nahezu verschwindet.

Eigentlich hätte gerade die erzwungene Isolation in den einzelnen Häusern die Kommunikation untereinander besonders interessant machen können.

Gut, dass du Jeanett ansprichst. Auf der Grillparty habe ich sie tatsächlich nicht wahrgenommen, wahrscheinlich, weil ich für ein paar Sekunden nicht auf die Leinwand geschaut habe. Ich hatte mich schon gefragt, welches Schicksal sie eigentlich ereilt hat.

Wie viel Zeit lag noch einmal zwischen der Rückkehr aus der Vergangenheit und dem erneuten Zeitsprung des Viertels? Ich meine, es waren nicht einmal 30 Minuten, oder täusche ich mich?
Das mit dem Straßenfest ist natürlich ein Punkt.
Müsste ich jetzt hart in die Interpretationkiste greifen, käme ich zu folgendem Versuch, das irgendwie zu retten (in dem Wissen, dass es den Autoren vielleicht schlicht egal war oder einfach alle Szenen die auf die Nachbarschaft Bezug nehmen dem Schnitt zum Opfer gefallen sind, damit der Film nicht zu lang wird):
Das Straßenfest zu Beginn ist lediglich der schöne Schein einer guten Gemeinschaft (auch schon versinnbildlicht durch Gregs Frage vor dem Sackhüpfen "Warum mache ich das eigentlich?"), der dann aber den Ernstfall (Dinos im Vorgarten) nicht überlebt, sondern dann sofort dem Jeder-ist-sich-selbst-der-Nächste weicht. Mann könnte das auch so verargumentieren, dass dieser Schein ja schon zuvor Risse bekommt: Greg, der sich abmacht, um seinen Nebenjob auszuführen (trotz Familientag). Brian, der verantwortlich ist für einen gebrochenen Arm. Audrey und ihre Freundin, die sich zwar wohl mögen, aber nicht verstehen. Der Bruder des Opfers, der ihm an den Kragen will. Denises Lektorin, die sich über den Undank ihres Mannes auslässt. Denise, die offensichtlich kurz davor ist, die Familie zu verlassen. Mel und seine Wut auf Starbuck. Denise, der die Pizza-Reklame auf dem Auto peinlich ist.
Insofern kann man mit etwas gutem Willen auch sagen, dass damit schon vorbereitet wird, dass man sich hier eben nicht aufeinander verlassen kann/will.
Aber wie gesagt: die eigentliche Erklärung ist vermutlich einfacher.

Ich meine, dass es 20 Minuten sind. Brian hat sich die Zeit auf der stehengebliebenen Uhr gemerkt (23.05 Uhr) und wenn ich mich recht entsinne, war es 22.45, als sie auf die Straße laufen. Es wäre also für Jeanett sehr sportlich, zu ihren Eltern zu kommen und diese zu überzeugen und wieder rauszukommen (auf dem Rückweg kann man ja immerhin das Auto nehmen).

BTW: Eine Szene, die ich auf grausame Weise faszinierend fand, war die Sequenz unmittelbar, nachdem Greg vom Allosaurus zur Strecke gebracht wurde. Von jetzt auf sofort ist damit auch die unmittelbare Gefahr für die Restfamilie erledigt, einfach, weil sich der Dino wie ein echtes Raubtier verhält und - nachdem er Beute gemacht hat - nicht noch sinnlos alle anderen weiterjagt, einfach damit die Gefahr im Film nicht vorbei ist. Hier verliert er nach erfolgreicher Jagd für den Moment einfach das Interess an seiner potenziellen alternativen Beute und der Kampf ist einfach vorbei. Wie ein kalte Dusche für den Zuschauer. (zumindest ging es mir so).
 
@KdS

Gut, dann habe ich es genauso wahrgenommen: Zwischen der Rückkehr aus der Dino-Zeit und dem erneuten Zeitsprung des Wohnviertels um die Oak Street liegen nicht einmal 30 Minuten.

Spätestens als sich die Lektorin, die Bibliothekarin mit ihrem Mann und der Nachbar zwei Jahre später in der Fernsehsendung bei Denise dafür bedanken, dass sie sie vor dem bevorstehenden Zeitsprung gewarnt hat, habe ich mich gefragt, wie das zeitlich überhaupt funktionieren soll. Man stelle sich vor, man bekommt gegen 23 Uhr einen Anruf mit der freundlichen Mitteilung, man möge sich entweder sofort ins Auto setzen und Gas geben oder finde sich wenige Minuten später in der Kreidezeit wieder. Denise muss am Telefon über außerordentliche Überzeugungskraft verfügen. :D

Ähnlich ging es mir schon bei Jeanett, als sie losläuft, um ihre Familie zu warnen. Auch da kam mir sofort der Gedanke: Wie soll das in der kurzen Zeit funktionieren? Sie muss mehrere Kilometer zurücklegen, ihre Familie davon überzeugen, dass das Wohnviertel gleich Millionen Jahre in die Vergangenheit versetzt wird, und anschließend mit allen rechtzeitig das betroffene Areal verlassen.

Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch ein zweites Mal im Kino anschauen. In der Geschichte gibt es einfach zu viele Elemente, die sich für mich unabhängig von der fantastischen Grundidee nicht recht stimmig, sondern merkwürdig unwirklich anfühlen. Vielleicht lässt sich The End of Oak Street beim zweiten Sehen sogar noch einmal ganz anders lesen.
 
@KdS

Gut, dann habe ich es genauso wahrgenommen: Zwischen der Rückkehr aus der Dino-Zeit und dem erneuten Zeitsprung des Wohnviertels um die Oak Street liegen nicht einmal 30 Minuten.

Spätestens als sich die Lektorin, die Bibliothekarin mit ihrem Mann und der Nachbar zwei Jahre später in der Fernsehsendung bei Denise dafür bedanken, dass sie sie vor dem bevorstehenden Zeitsprung gewarnt hat, habe ich mich gefragt, wie das zeitlich überhaupt funktionieren soll. Man stelle sich vor, man bekommt gegen 23 Uhr einen Anruf mit der freundlichen Mitteilung, man möge sich entweder sofort ins Auto setzen und Gas geben oder finde sich wenige Minuten später in der Kreidezeit wieder. Denise muss am Telefon über außerordentliche Überzeugungskraft verfügen. :D

Ähnlich ging es mir schon bei Jeanett, als sie losläuft, um ihre Familie zu warnen. Auch da kam mir sofort der Gedanke: Wie soll das in der kurzen Zeit funktionieren? Sie muss mehrere Kilometer zurücklegen, ihre Familie davon überzeugen, dass das Wohnviertel gleich Millionen Jahre in die Vergangenheit versetzt wird, und anschließend mit allen rechtzeitig das betroffene Areal verlassen.

Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch ein zweites Mal im Kino anschauen. In der Geschichte gibt es einfach zu viele Elemente, die sich für mich unabhängig von der fantastischen Grundidee nicht recht stimmig, sondern merkwürdig unwirklich anfühlen. Vielleicht lässt sich The End of Oak Street beim zweiten Sehen sogar noch einmal ganz anders lesen.
Tatsächlich finde ich Mel am problematischsten, was das überzeugen angeht. Bei den anderen Figuren könnte man mit gutem Willen argumentieren, warum gerade diese sich überzeugen lassen:
- Die Bibliothekarin hatte kurz zuvor ein Foto von Denise gezeigt bekommen, auf dem eine seit 200 Millionen Jahren ausgestorbene Pflanze zu sehen ist.
- Ihre Lektorin hatte eben diese Pflanze in ihrem Garten - ohne jede Erklärung und die Ausgrabung dürfte gezeigt haben, dass die nicht erst seit gestern dort stand.
- Und Jeanett hat möglicherweise nicht nur ihre Familie, sondern sich selbst angetroffen, was die Sache mit der Zeitreise schon galubwürdig macht.
- Bei Mel war der "Beweis" ein großer Haufen Sch.... Das überzeugt mich am wenigsten.
Dennoch, es sind zumindest nur die Personen geflohen (wer weiß, wen sie noch alles angerufen hat), die zumindest mit einem Hauch an Beweis konfrontiert werden konnten.
Und geflohen sind alle mit dem Auto, was recht schnell gehen dürfte. Trotzdem war es zumindest für Jeanett sehr knapp, wenn man nicht gerade am Rand der Siedlung lebte. (was z.B. bei der Bibliothekarin der Fall war.
 
@KdS
Ja, die Gewarnten waren zuvor immerhin schon mit einigen Objekten konfrontiert worden, die ihren Weg aus der Kreidezeit in die „Gegenwart“ des Oak-Street-Viertels gefunden hatten. Das mag für eine gewisse Irritation und vielleicht auch eine erhöhte Bereitschaft gesorgt haben, das Ungewöhnliche nicht sofort als völligen Unsinn abzutun. Aber zwischen ein paar rätselhaften Gegenständen und der Ansage von Denise am Telefon, sie sei bereits in der Kreidezeit gewesen und wisse mit Sicherheit, dass das gesamte Viertel in wenigen Minuten dorthin versetzt werde, liegt dann doch noch ein recht weiter Weg.

Vor allem muss Denise ihre Gesprächspartner offenbar innerhalb kürzester Zeit so nachhaltig überzeugt haben, dass diese nicht lange nachfragen, sondern Haus und Hof stehen lassen, ins Auto springen und schleunigst das Weite suchen. Respekt! Für meine beruflichen Elterngespräche brauche ich im Schnitt schon etwas länger, wenn ich Eltern von etwas überzeugen möchte, das ihre eigenen Kinder betrifft. Und dabei muss ich ihnen nicht einmal glaubhaft machen, dass ihnen in einer halben Stunde ein T-Rex durch den Vorgarten laufen könnte. ;)
 
@KdS
Ja, die Gewarnten waren zuvor immerhin schon mit einigen Objekten konfrontiert worden, die ihren Weg aus der Kreidezeit in die „Gegenwart“ des Oak-Street-Viertels gefunden hatten. Das mag für eine gewisse Irritation und vielleicht auch eine erhöhte Bereitschaft gesorgt haben, das Ungewöhnliche nicht sofort als völligen Unsinn abzutun. Aber zwischen ein paar rätselhaften Gegenständen und der Ansage von Denise am Telefon, sie sei bereits in der Kreidezeit gewesen und wisse mit Sicherheit, dass das gesamte Viertel in wenigen Minuten dorthin versetzt werde, liegt dann doch noch ein recht weiter Weg.

Vor allem muss Denise ihre Gesprächspartner offenbar innerhalb kürzester Zeit so nachhaltig überzeugt haben, dass diese nicht lange nachfragen, sondern Haus und Hof stehen lassen, ins Auto springen und schleunigst das Weite suchen. Respekt! Für meine beruflichen Elterngespräche brauche ich im Schnitt schon etwas länger, wenn ich Eltern von etwas überzeugen möchte, das ihre eigenen Kinder betrifft. Und dabei muss ich ihnen nicht einmal glaubhaft machen, dass ihnen in einer halben Stunde ein T-Rex durch den Vorgarten laufen könnte. ;)

Ach, wahrscheinlich hat sie auch gar nicht die Wahrheit erzählt, sondern einfach gesagt, dass sie einen Unfall hatte, ihren Mann nicht erreichen kann und sonst niemand hat, der sie abholen kann und alles ganz schnell gehen muss, damit sie ins Krankenhaus kommt. :D
Hilft in der Schule eher nicht weiter, aber in diesem Fall...
Oder sie hat zwanzig angerufen und das waren die einzigen, die losgefahren sind (würde die Überzeugungskraft relativieren).
Hatte übrigens schon darauf gehofft und spekuliert, dass du ihn ein zweites Mal anschaust (wegen der Klarheit bezüglich der Schlussszene) :P
 
Vielleicht betrachte ich The End of Oak Street zu sehr als eine Geschichte, deren Welt nach halbwegs realistischen Regeln funktionieren soll. Möglicherweise liegt gerade in diesem merkwürdig unwirklichen Gefühl, das der Film bei mir hinterlassen hat, der Ansatz für eine andere Lesart.

Damit meine ich ausdrücklich nicht die übliche Auflösung, dass am Ende alles nur ein Traum gewesen sei. Dafür fehlen mir eindeutige Hinweise. Interessanter finde ich die Vorstellung, dass der Film zunehmend einer Traumlogik folgt. Im Traum akzeptieren wir schließlich ebenfalls die absurdesten Ereignisse, ohne sie groß zu hinterfragen. Zeit und Raum können sich zusammenziehen, Menschen verhalten sich seltsam und Zusammenhänge müssen nicht unbedingt logisch sein, solange sie sich im jeweiligen Moment richtig anfühlen.

Vielleicht ist Oak Street deshalb auch weniger als konkreter Ort zu verstehen denn als idealisierte Vorstellung von Vorstadt, Familie und Sicherheit. Zu Beginn scheint diese Welt noch vollkommen geordnet. Dann bricht buchstäblich die Urzeit in sie hinein und das Vertraute verliert seine Verlässlichkeit. Am Schluss wird die Ordnung scheinbar wiederhergestellt. Anfang und Ende könnten damit eine Klammer um einen langen Vorstadtalbtraum bilden.

Besonders interessant finde ich unter diesem Gesichtspunkt, dass das Finale emotional sehr viel besser aufgeht als logisch. Für Denise wird wiederhergestellt, was für sie wirklich zählt. Die Konsequenzen dieser Korrektur geraten dagegen aus dem Blick. Fast so, als interessiere sich diese Welt irgendwann nicht mehr dafür, ob alle Einzelteile noch sauber zusammenpassen, solange der emotionale Zustand wieder stimmt.

Ob das tatsächlich beabsichtigt ist, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht interpretiere ich damit mehr in den Film hinein, als das Drehbuch hergibt. Bei einer zweiten Sichtung möchte ich deshalb einmal weniger auf einzelne Ungereimtheiten achten und stärker darauf, ob die Inszenierung diese Unwirklichkeit unterstützt. Vielleicht finden sich in Bildsprache, Übergängen oder in der Spiegelung von Anfang und Ende Hinweise darauf, dass hinter diesem eigenartigen Gefühl tatsächlich ein Konzept steckt. Und falls nicht, bleibt immer noch die etwas weniger aufregende Erklärung, dass ein Logikloch manchmal eben doch nur ein Logikloch ist. ;)
 
Und falls nicht, bleibt immer noch die etwas weniger aufregende Erklärung, dass ein Logikloch manchmal eben doch nur ein Logikloch ist.
Vermutlich leider richtig.
Aber interpretieren macht mehr Spaß.
Und die Autoren fordern das auch heraus. Sind euch die Battlestar Galactica-Analogien aufgefallen?
Kommen wir zu den Parallelen:

In BG flieht der letzte Rest der Menschheit nach einem völlig überraschenden Ereignis vor Monstern zurück zur weit entfernten Erde, ohne den Weg eigentlich zu kennen.
Passt.

Der Kern der Flüchtenden bildet eine Familie (Adama und seine Kinder Apollo und Athena)
Passt.

Apollo ist der Gott der Bogenschützen – Brian läuft permanent mit einem Bogen rum.
Passt

Athena ist die Göttin, die sich nie mit einem Mann vermählt hat – Audreys Homosexualität wird leicht angedeutet (Blicke zu Jeanett, Händchenhalten auf der Grillparty)
Passt

Apollos bester Kumpel und oftmals Retter in letzter Not heißt Starbuck, so wie der Hund von Galactica-Fan Brian.
Passt.

Ein weiterer Freund und Siedekick der Galactica-Familie: (der dunkelhäutige) Leutnant Boomer.
Freundin der Familie auf der Flucht: (die dunkelhäutige) Jeanett.
Passt.

Nennt es überinterpretiert. Aber ich denke einer der Autoren war ein massiver Galactica-Fan. :D
 
Steckerlfischfiasko
Nach drei Jahren Pause ist Franz Eberhofer wieder da. Man weiß ziemlich genau, was einen erwartet, und genau darin lag für mich für einige Filme ein großer Teil des Reizes. Steckerlfischfiasko zeigt allerdings auch, dass Vertrautheit irgendwann nicht mehr automatisch trägt.

Der neue Fall beginnt eigentlich ganz ordentlich. Auf dem Gelände eines Golfclubs wird eine Leiche gefunden, und natürlich müssen Franz und Rudi ran. Wie es sich für einen Eberhofer gehört, zeigt der Film allerdings nur begrenztes Interesse an seinem eigenen Mordfall. Über längere Strecken verschwindet er fast völlig aus dem Blick, bis gegen Ende dann doch noch ein Täter gebraucht wird. Das wäre grundsätzlich kein Problem, schließlich war die Krimihandlung schon immer eher der Vorwand, um den Dorfwahnsinn in Gang zu setzen. Diesmal sind die Geschichten drumherum allerdings nicht stark genug, um das aufzufangen.

Denn auch die Nebenhandlungen funktionieren nur teilweise. Es wirkt stellenweise so, als müssten möglichst viele bekannte Figuren ihren Auftritt bekommen, weil sie eben dazugehören. Flötzinger, Simmerl, Wolfi und andere tauchen auf, aber nicht immer entsteht daraus wirklich etwas. Manche Szenen fühlen sich eher wie kleine Nummern an als wie Bestandteile einer zusammenhängenden Geschichte. Früher waren solche Abschweifungen oft gerade das Salz in der Suppe. Inzwischen kenne ich allerdings nicht nur die Figuren, sondern auch ihre Überzeichnungen, Marotten und Reaktionen so genau, dass sich bei mir zunehmend das Gefühl einstellt, eine Variation von etwas zu sehen, das die Reihe bereits mehrfach und häufig besser erzählt hat.

Ähnlich ging es mir mit einigen Running Gags. Rudi Birkenberger bekommt natürlich wieder seinen besonderen Spleen, diesmal ist er auffällig ungepflegt und riecht entsprechend. Das ist anfangs durchaus amüsant, wird aber so oft wiederholt, dass der Witz irgendwann verbraucht ist. Gerade bei Rudi finde ich das schade, weil hinter seiner großspurigen Art inzwischen eigentlich eine ziemlich tragische Figur steckt. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz funktionieren gemeinsam weiterhin hervorragend, doch das Drehbuch verlässt sich zu sehr darauf, dass ihre Chemie und unsere Vertrautheit mit den beiden schon alles richten werden.

Auch Susis Bürgermeisterwahlkampf hätte für meinen Geschmack mehr hergegeben. Die Idee passt wunderbar zu Niederkaltenkirchen und hätte genügend Stoff geboten, um Franz dauerhaft aus seiner Komfortzone zu bringen. Stattdessen bleibt vieles an der Oberfläche. Ähnlich sieht es bei Paul aus, der sich demonstrativ anders entwickelt als der Rest der Familie. Hochdeutsch, Ballett und ein anderes Lebensgefühl als Gegenentwurf zum Eberhoferkosmos sind zunächst ganz reizvoll, werden aber recht grob ausgespielt.

Ganz abschreiben möchte ich den Film trotzdem nicht. Es gibt einzelne Momente, in denen plötzlich wieder spürbar wird, warum ich diese Reihe mag. Besonders eine Szene, in der Franz und Rudi bei einer Festnahme von einer ganzen Familie bedrängt werden, entwickelt für Eberhoferverhältnisse erstaunlich viel Spannung. Da ist plötzlich Bewegung drin, da entsteht eine echte Situation und nicht nur der nächste vertraute Gag. Auch einige kleinere Begegnungen am Rand funktionieren sehr gut und erinnern daran, wie komisch dieses Milieu immer noch sein kann, wenn die Figuren nicht einfach ihre bekannten Marotten abspulen.

Dabei möchte ich Steckerlfischfiasko ausdrücklich nicht zu den schwächsten Filmen der Reihe zählen. Das war für mich bislang der unmittelbare Vorgänger Rehragout-Rendezvous, bei dem die Mischung aus Klamauk, Figurenzeichnung und Geschichte deutlich weniger funktioniert hat. Der neue Film gefällt mir insgesamt besser. Mein Problem liegt deshalb auch weniger bei diesem einzelnen Film als bei der Reihe als Ganzem. Nach zehn Filmen sind Franz, Rudi, Susi, Flötzinger, Simmerl und der ganze Rest in ihrer bewusst karikaturesken Überzeichnung dermaßen vertraut, dass für mich inzwischen etwas die Luft heraus ist. Ich weiß nicht nur, wer diese Leute sind, sondern meistens schon, welche Art von Witz eine Szene mit ihnen ansteuern wird.

Das ist vermutlich die Kehrseite dessen, was die Eberhoferfilme so erfolgreich gemacht hat. Niederkaltenkirchen wurde über die Jahre zu einem gemütlichen filmischen Zuhause, in das man gerne zurückkehrt. Nur entdeckt man in diesem Zuhause inzwischen kaum noch ein Zimmer, das man nicht kennt. Die Reihe muss sich deshalb gar nicht grundsätzlich neu erfinden. Das würde ihr wahrscheinlich sogar mehr schaden als nutzen. Ein bisschen mehr Mut, die vertrauten Figuren aus ihren eingeübten Bahnen zu werfen, würde aber guttun.

So hatte ich mit Steckerlfischfiasko durchaus eine angenehme Zeit, ohne noch einmal jene Begeisterung zu verspüren, die einige der früheren Filme bei mir ausgelöst haben. Das Kuriose ist, dass meine zunehmende Ermüdung vermutlich überhaupt nichts daran ändern wird, wie ich mich beim nächsten Teil verhalte. Die Eberhoferfilme sind für mich inzwischen ein bisschen wie Bond. Man kann finden, dass sich manches wiederholt, dass eine Formel ihre besten Tage vielleicht hinter sich hat und dass man längst nicht mehr jeden Film großartig findet. Sobald der nächste angekündigt wird, bin ich trotzdem neugierig, was sie diesmal daraus machen.

Und natürlich werde ich ihn anschauen. Irgendwie gehören die Eberhofers inzwischen einfach dazu.
 
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