Darth_Jango
Paris knows my name
@Darth_Jango ich verstehe diese Perspektive und trotzdem gibt es nun einmal geltendes Recht und das kommt - zum Glück, ohne Gefühle aus.
Hier gehen wir auseinander. Völkerrecht wurde in der Vergangenheit genau dann (milit.) forciert, wenn Medien durch eindrückliche Schilderungen von Krisensituationen (wesentliche) Teile der Bevölkerung sensibilisierten, emotionalisierten, und zum Druck auf Regierungen, endlich zu handeln, beitrugen. Emotionen - Wut, Empörung, Leid - gaben den Impetus. Geltendes Recht war Argumentationshilfe und Hindernis zugleich (Abwägung humanitärer Einsatz v. staatl. Souveränität).
Siehe Jugoslawien oder Völkermord an den Jesiden.
Ich kann durchaus verstehen, wenn sich jemand beispielsweise rächt, aber Unrecht macht Unrecht nicht zu Recht.
Nie behauptet! Über manches Unrecht kann ich persönlich nur eher hinwegsehen, etwa, wenn es als Reaktion auf jahrzehnte-/jahrhundertealte strukt. Gewalt/Diskriminierung kommt. So kenne ich praktisch keinen Menschen, der Sklavenaufstände der Vergangenheit mit "Verstoß gegen die damalige Rechtsordnung" (was sie waren) zu delegitimieren sucht...
Nenn es arrogant. Aber deine Argumentation macht es halt einfach. Man hätte Maduro verhinder sollen. Jetzt ist er doch weg und das ist gut für manche.
Es geht nicht (nur) ums Verhindern oder direkt Absetzen. Auch dazwischen gibt es doch einen völkerrechtlich gedeckten Handlungsrahmen.
Noch einmal: es geht nicht ums "Verhindern", oft gar nicht möglich. Es geht darum, Fehlentwicklungen einzugestehen, sie zu benennen und adäquate Maßnahmen zu setzen. Was ist die adäquate Maßnahme für einen realitätsfremden Diktator, dessen Opposition zu schwach ist, um ihn zu stürzen?Ja, emotional und auf Gefühlsebenen sicherlich. Aber wenn wir so argumtieren plus was hätte alles geschen sollen, brauchen wir gar nicht mehr zu reden.
Manchmal ist die rechtsstaatliche Position die unbequeme, die sich "kalt" anfühlt. Aber genau das ist ihr Zweck.
Das ist aber genau der Punkt: in meinem Gedankenexperiment lebst du eben nicht in einem Rechtsstaat, sondern einem, der mit dir macht, was er will. Menschenwürdiges Leben nicht möglich. Die UN interessierts nicht, "dein" Diktator wird sogar hofiert.
So, was machst du jetzt?



