The (Creative) State of Star Wars

sind Erstauftritte von Figuren in live action solange für dich ok, solange sie keine Vorgeschichte im Animationssegment des Filoniverse hatten?
Im Prinzip ja, wobei ich das nicht mal auf Animationsserien beschränken würde. Ich finde es einfach dreist, dass man bei Fans das Wissen aus grob geschätzt einem Dutzend Staffeln von anderen Serien voraussetzt bzw. erwartet, dass diese Serien vor dem Schauen eines Films oder einer Serie sozusagen als Hausarbeit nachgeholt werden. Oder anders ausgedrückt: Vielleicht könnte ich mit dem selbstreferentiellen Recyclen von Charakteren besser leben, wenn sie beim ersten Auftritt in einer anderen Serie oder einem anderen Film nochmal ordentlich eingeführt würden.

(Edit: Außerdem finde ich es halt auch einfach einfallslos, immer die gleichen Figuren zu verwenden.)

Gefühlt bekommt das Disney beim MCU besser hin. Da habe ich auch nicht jede Serie gesehen und trotzdem bei den Filmen noch nie das Gefühl gehabt, dass mir irgendwo Hintergrund fehlt.
 
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Im Prinzip ja, wobei ich das nicht mal auf Animationsserien beschränken würde. Ich finde es einfach dreist, dass man bei Fans das Wissen aus grob geschätzt einem Dutzend Staffeln von anderen Serien voraussetzt bzw. erwartet, dass diese Serien vor dem Schauen eines Films oder einer Serie sozusagen als Hausarbeit nachgeholt werden. Oder anders ausgedrückt: Vielleicht könnte ich mit dem selbstreferentiellen Recyclen von Charakteren besser leben, wenn sie beim ersten Auftritt in einer anderen Serie oder einem anderen Film nochmal ordentlich eingeführt würden.

Gefühlt bekommt das Disney beim MCU besser hin. Da habe ich auch nicht jede Serie gesehen und trotzdem bei den Filmen noch nie das Gefühl gehabt, dass mir irgendwo Hintergrund fehlt.
Die Figuren sollten halt auf zwei Ebenen funktionieren, für die Neueinsteiger sollte es nicht notwendig sein, den Background zu kennen (soweit er nicht irgendwie nacherzählt wird), für die, die Figur kennen, sollte es einen Grund geben, warum sie gerade jetzt auftaucht.
Und da beginnen dann schon die Unterschiede in der Wahrnehmung: was ist ein guter Grund oder überhaupt ein Grund?
Und für die Macher wichtig: Ab welchem Grad der Bekanntheit kann man dann aber sehr wohl Wissen des Publikums voraussetzen und sich lästige Erklärbärszenen sparen? Ich denke vor allem bei Ahsoka könnte man seinem Publikum zu viel Rebels-Kenntnisse zugetraut haben.

OT: Ich weiß nicht, ob Dr.Strange 2 ohne WandaVision und Thunderbolts ohne CA and the WS wirklich für jeden Zuschauer problemlos funktioniert. Und Deadpool 3 ohne Loki ist auch erst mal schwierig. Ich denke, sobald man in Secret Wars alles wieder auf 0 gestellt hat, wird man das mit den Serien noch weiter entflechten.
 
Im Prinzip ja, wobei ich das nicht mal auf Animationsserien beschränken würde. Ich finde es einfach dreist, dass man bei Fans das Wissen aus grob geschätzt einem Dutzend Staffeln von anderen Serien voraussetzt bzw. erwartet, dass diese Serien vor dem Schauen eines Films oder einer Serie sozusagen als Hausarbeit nachgeholt werden. Oder anders ausgedrückt: Vielleicht könnte ich mit dem selbstreferentiellen Recyclen von Charakteren besser leben, wenn sie beim ersten Auftritt in einer anderen Serie oder einem anderen Film nochmal ordentlich eingeführt würden.

Gefühlt bekommt das Disney beim MCU besser hin. Da habe ich auch nicht jede Serie gesehen und trotzdem bei den Filmen noch nie das Gefühl gehabt, dass mir irgendwo Hintergrund fehlt.
Also gerade im Beispiel Embo:

Der hat keinen Charakter. Der ist in TCW auch nur da um cool Aura-Framing zu betreiben … und fertig. Und in dem Mando-Film macht der nichts Anderes.

Bei bsp. den Rebels-Figuren in Ahsoka: Ja verstehe ich völlig.

Die Figuren sollten halt auf zwei Ebenen funktionieren, für die Neueinsteiger sollte es nicht notwendig sein, den Background zu kennen (soweit er nicht irgendwie nacherzählt wird), für die, die Figur kennen, sollte es einen Grund geben, warum sie gerade jetzt auftaucht.
Und da beginnen dann schon die Unterschiede in der Wahrnehmung: was ist ein guter Grund oder überhaupt ein Grund?
Und für die Macher wichtig: Ab welchem Grad der Bekanntheit kann man dann aber sehr wohl Wissen des Publikums voraussetzen und sich lästige Erklärbärszenen sparen? Ich denke vor allem bei Ahsoka könnte man seinem Publikum zu viel Rebels-Kenntnisse zugetraut haben.

OT: Ich weiß nicht, ob Dr.Strange 2 ohne WandaVision und Thunderbolts ohne CA and the WS wirklich für jeden Zuschauer problemlos funktioniert. Und Deadpool 3 ohne Loki ist auch erst mal schwierig. Ich denke, sobald man in Secret Wars alles wieder auf 0 gestellt hat, wird man das mit den Serien noch weiter entflechten.
Oder bei Maul in Solo.

Nach TPM hat man zum Einen nicht vermutet, dass der Kerl überhaupt nochmal in live action wieder kommt … Und wenn doch: Als Nicht-Schauer der Animationsserien nicht im Kontext der kriminellen Unterwelt eines Han Solo.

Da wirkt der Auftritt halt völlig aus der Luft gegriffen. Während es für Lore-Kenner rückblickend völlig naheliegend ist, dass man Maul heranzieht, um einerseits den Aha-Faktor aus den Zuschauern rauszukitzeln und möglichst aus der Geschichte irgendeinen Grund zu finden in dem Film nochmal ein Lichtschwert zu sehen.
 
OT: Ich weiß nicht, ob Dr.Strange 2 ohne WandaVision und Thunderbolts ohne CA and the WS wirklich für jeden Zuschauer problemlos funktioniert. Und Deadpool 3 ohne Loki ist auch erst mal schwierig. Ich denke, sobald man in Secret Wars alles wieder auf 0 gestellt hat, wird man das mit den Serien noch weiter entflechten.
Ich denke, da neigen viele dazu, das Publikum zu unterschätzen. Speziell bei den beiden Filmen war ich jeweils mit Leuten im Kino, welche die betreffenden Serien nicht gesehen haben (im Falle von "Deadpool" hatten zwei sogar noch nie einen X-Men-Film gesehen) und es ging vom Verständnis nach Aussagen der anderen ganz gut. Ansonsten kenne ich einige, deren erster MCU-Film jeweils einer der ja doch recht "voraussetzungsreichen" Avengers-Filme war... aber selbst "Infinity War" hat da wohl funktioniert und war dann der Anreiz für die betreffende Person, sich mal mehr mit dem MCU zu befassen.

(Natürlich, das fällt jetzt alles unter anekdotische Evidenz, aber trotzdem... Die Frage ist ohnehin, ob es überhaupt irgendeinen Film gibt, der für alle Menschen gleichermaßen gut oder schlecht funktioniert. Gleichzeitig hat sich halt gezeigt, dass manche Filme für viele Menschen ganz gut funktionieren und manche Filme für viele Menschen nicht so gut.)
 
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Oder weniger auf die ST gemünzt gefragt: Wie kommt denn SW heute so bei Kindern und Jugendlichen an? So im Gesamten habe ich schlichtweg überhaupt keinen Einblick, was den "Stand" von SW in dieser Altersgruppe betrifft.
Also bei den Kindern in meinem Umfeld ist Star Wars fast überhaupt kein Thema. Die stehen eher auf Marvel/DC (oder ganz schlimm, gott sei dank aber wenige) auf irgendwelche Influencer oder Youtubenasen.
 
Ich denke, da neigen viele dazu, das Publikum zu überschätzen. Speziell bei den beiden Filmen war ich jeweils mit Leuten im Kino, welche die betreffenden Serien nicht gesehen haben (im Falle von "Deadpool" hatten zwei sogar noch nie einen X-Men-Film gesehen) und es ging vom Verständnis nach Aussagen der anderen ganz gut. Ansonsten kenne ich einige, deren erster MCU-Film jeweils einer der ja doch recht "voraussetzungsreichen" Avengers-Filme war... aber selbst "Infinity War" hat da wohl funktioniert und war dann der Anreiz für die betreffende Person, sich mal mehr mit dem MCU zu befassen.

(Natürlich, das fällt jetzt alles unter anekdotische Evidenz, aber trotzdem... Die Frage ist ohnehin, ob es überhaupt irgendeinen Film gibt, der für alle Menschen gleichermaßen gut oder schlecht funktioniert. Gleichzeitig hat sich halt gezeigt, dass manche Filme für viele Menschen ganz gut funktionieren und manche Filme für viele Menschen nicht so gut.)
Ich glaube der Mehrheit sind Filme auch einfach nicht wichtig genug, als dass es sie stören würde, wenn man mal nicht alles in einem Film versteht. Solange man der Handlung folgen kann, reicht das wahrscheinlich. Und in der Hinsicht sind sowohl Marvel als auch Star Wars Filme meist doch eher simpel gestrickt.
 
Ich glaube nicht dass sich die Marke Star Wars jemals von der ST erholen wird. Hier hat man die Möglichkeiten einfach nicht genutzt, die PT und OT zusammenzuführen.
Die halbe Welt lacht immer noch darüber, wie ein Milliarden-Franchise einfach drauflos drehen lässt, ohne einen Plan zu haben was man mit der ST erzählen will.
Legendär in den Sand gesetzt. (Alles mMn natürlich)

Insofern halte ich es nicht für komplett abwegig, dass Disney die ST los werden möchte. (Sehr unwahrscheinlich, aber für mich wäre es schön.)
 
@Ansiv Reeblac hat doch geschrieben, dass das seine Meinung ist. Muss man jetzt wieder "beweisen", dass es so und nicht anders ist?

Und ja, ich kenne in meinem Umfeld mehrere Leute (Erwachsene), die die Filme schlecht fanden und nur weitergeschaut haben, in der Hoffnung, es wird im nächsten Teil besser. So wie man das Finale einer Staffel schaut, obwohl die lahm war und man halt noch sehen will, wie alles endet.

Klar lacht man nun nicht jeden Tag über Disney. Wir sind ja nicht im Kindergarten und das reale Leben ist dann doch etwas interessanter und herausfordernder.
 
Es ging mir hauptsächlich um die Tatsache wie man an die St heran gegangen ist ohne einen halbwegs durchdachten Plan...darüber kann man lachen. Dass sie finanziell erfolgreich waren, stell ich nicht in Frage.
 
Nach Die letzten Jedi hätte Lucasfilm meiner Meinung nach das ursprüngliche Konzept einer abgeschlossenen Trilogie aufgeben müssen. Der Film hat die Geschichte an einen Punkt gebracht, an dem ein einzelner Abschlussfilm kaum noch ausreichen konnte. Er hat die Reihe inhaltlich und strukturell stärker verändert hat, als es für einen klassischen Mittelteil sinnvoll gewesen wäre.

Normalerweise funktioniert eine Trilogie nach einem relativ einfachen Prinzip. Der erste Film eröffnet die Geschichte, der zweite verschärft die Konflikte und der dritte führt alles zusammen. Genau dieses Modell wurde durch Die letzten Jedi aufgebrochen. Snoke stirbt plötzlich mitten im Film. Luke verschwindet endgültig aus der Handlung. Reys Herkunft verliert ihre Bedeutung. Gleichzeitig wird Kylo Ren vom unsicheren Schüler zum eigentlichen Machtzentrum der Geschichte. Dazu kommt, dass die Resistance am Ende fast komplett zerstört ist und die Galaxis insgesamt viel instabiler wirkt als zuvor.

Nach Episode VIII fühlte sich die Geschichte nicht wie eine Saga kurz vor dem Finale an. Sie wirkte eher wie der Anfang von etwas Neuem. Viele zentrale Konflikte waren noch gar nicht richtig ausgearbeitet. Kylo Ren hätte eigentlich Zeit gebraucht, um sich glaubwürdig als neuer Hauptgegner zu entwickeln. Rey stand an einem Punkt, an dem ihre Figur erstmals wirklich offen war. Auch die Frage, wie die Galaxis nach dem Zusammenbruch der alten Strukturen aussieht, blieb praktisch unbeantwortet.

Genau deshalb wirkt Der Aufstieg Skywalkers bis heute so gehetzt. Der Film versucht gleichzeitig ein Finale für die neue Trilogie, für die Skywalker Geschichte und für die gesamte Saga zu sein. Dadurch wird ständig von einer großen Idee zur nächsten gesprungen. Palpatine taucht plötzlich wieder auf, obwohl seine Rückkehr vorher kaum vorbereitet wurde. Kylo Ren wechselt mehrfach zwischen Gegner und möglichem Verbündeten. Rey erfährt innerhalb kürzester Zeit eine völlig neue Herkunftsgeschichte. Nichts davon bekommt wirklich genug Raum.

Man merkt dem Film an, dass er eigentlich Material für mehrere Geschichten gleichzeitig verarbeiten musste. Viele Dinge wirken deshalb weniger wie natürliche Entwicklungen und mehr wie schnelle Korrekturen. Gerade die Ideen aus Die letzten Jedi werden teilweise wieder zurückgenommen, weil offenbar versucht wurde, die Reihe wieder näher an vertraute Star Wars Muster heranzuführen. Dadurch entsteht ein merkwürdiger Widerspruch. Der achte Film wollte die Saga erkennbar in eine neue Richtung bewegen, der neunte versucht dann wieder stärker an alte Strukturen anzuschließen.

Mit mehreren Folgefilmen hätte man diese Entwicklung deutlich organischer erzählen können. Kylo Ren hätte als eigentlicher Herrscher der First Order funktionieren können, ohne dass plötzlich wieder ein noch größerer Bösewicht eingeführt werden muss. Rey hätte Zeit gehabt, ihren eigenen Platz außerhalb der alten Jedi Vorstellungen zu finden. Auch die politische Situation der Galaxis hätte man endlich glaubwürdig zeigen können, statt sie nur im Hintergrund anzudeuten.

Vor allem hätte die Reihe davon profitiert, wenn man nach Die letzten Jedi akzeptiert hätte, dass sich die Geschichte verändert hatte. Der Film war kein klassischer zweiter Teil mehr, der nur auf ein großes Finale hinarbeitet. Er hat die Figuren und Themen so stark verschoben, dass daraus eigentlich eine neue Phase entstehen musste. Stattdessen versuchte man, alles trotzdem noch in das alte Trilogiegerüst zu pressen. Genau daran ist die Sequel Trilogie am Ende wahrscheinlich gescheitert.
 
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