Serie House of the Dragon

Ich bin völlig begeistert. So langsam könnte man sich mal damit abfinden, dass es Änderungen zum Buch gibt. Das nervt einfach.

Die Folge war super, die Action war super hart und am Schluss wäre ich beinahe mitgestorben.

10 von 10 - danke bitte mehr davon!
 
Geile Folge, was für ein Drachenritt von Anfang bis zum Ende. Sehr geile Wasserschlacht und was für ein trauriges Ende. Die arme Reiterin vom Schafsdieb drachen.... Gerne mehr davon.
Die angedeutete Inzest Sohn/Mutter Szene kam etwas aus dem nichts nicht ? Oder wurde dies mal angedeutet ?
 
@Steven Crant

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir dieselbe Folge gesehen haben. ;) Wahrscheinlich unterscheiden sich eher unsere Erwartungen beziehungsweise unsere Erwartungshaltung.

Dass das Heer der Westlande größtenteils offscreen besiegt wurde, fand ich persönlich schon enttäuschend – vor allem, wenn ich an das Ende der zweiten Staffel denke.

Wir haben auf Seiten der Grünen:
  • die Armee aus Oldtown, also die Streitkräfte der Hohenturms,
  • die Armee der Westlande,
  • die Flotte der Triarchie,
  • und die Armee aus Königsmund, die sich auf dem Weg nach Harrenhal befindet.
Auf Seiten der Schwarzen stehen:
  • die Armee des Nordens (die Winterwölfe), die sich theoretisch mit den Freys zusammenschließen kann,
  • die Flusslande-Armee unter Daemon,
  • sowie die Flotte der Velaryons.
Bei mir hat das die Erwartung geweckt, mehrere große Schlachten zu sehen. Wie bereits geschrieben, ist das Heer der Westlande nun schon aus dem Spiel, ohne dass wir wirklich etwas davon gesehen haben. Die Armee der Hohenturms sitzt herum, die Truppen aus Königsmund ebenfalls. Letztlich war die Flotte der Triarchie die einzige Streitmacht, die tatsächlich zum Einsatz kam.

Ich persönlich hatte mit der Seeschlacht – ich gehe davon aus, dass du diese Schlachtszene meinst – eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet. Ich dachte, wir würden zunächst die eine oder andere Landschlacht erleben.

Die Seeschlacht selbst war durchaus spannend und brutal inszeniert, aber ich hätte mir deutlich mehr gewünscht: mehr eigentliche Seeschlacht und vor allem mehr vom Kampf beziehungsweise Gemetzel auf Driftmark. Die Verfolgungsjagd zwischen der Seeschlange und Sharako Lohar fand ich zwar stark umgesetzt, aber auf diesen eher persönlichen Konflikt hätte ich verzichten können, wenn wir dafür mehr vom großen Ganzen gesehen hätten.

Und wenn man im Vorfeld mit fünf Drachen rechnet und am Ende effektiv nur zweieinhalb bekommt, dann wirkt das auf mich einfach etwas unterwältigend. Ich hatte erwartet, dass die fünf Drachen durch die Flotte der Triarchie fegen würden – ähnlich wie damals in GOT, als Daenerys mit ihren Drachen Jon Schnee gegen die Armee der Toten zu Hilfe kam.

Was man dagegen mit Jacaerys gemacht hat, fand ich richtig gelungen. Er gerät bereits zu Beginn in eine lebensgefährliche Situation und wird nur durch den Einsatz von Mondtänzerin gerettet. Damit hat die Serie sehr geschickt mit den Erwartungen der Buchleser gespielt. Das hat mir wirklich gefallen. Auch sein Tod wurde meiner Meinung nach stark umgesetzt.


Wie gesagt: Für Serienverhältnisse fand ich die Folge durchaus gut. Aber nach dem Finale der zweiten Staffel und als Kenner der Vorlage, hatte ich einfach andere Erwartungen, die bei mir durch den damaligen Aufbau bewusst geweckt wurden.

@Aztlan

Die Geschichte zwischen Aemond und Alicent wurde meiner Meinung nach bislang nicht wirklich angedeutet. An Alicents Reaktion merkt man für mich, dass ihr die Situation unangenehm ist und sie das Ganze nur zulässt, um Aemond aus der Stadt zu bekommen. Ihr Ziel ist es, Rhaenyra die Einnahme von Königsmund ohne größeren Widerstand zu ermöglichen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die erste Folge der dritten Staffel von House of the Dragon hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Ich habe sie nicht schlecht gefunden. Es gibt einige starke Szenen, interessante Figurenmomente und die Produktion bewegt sich weiterhin auf einem Niveau, von dem die meisten Serien nur träumen können. Trotzdem wollte der Funke bei mir diesmal nicht so richtig überspringen. Ich habe sie auch nicht in einem Rutsch, sondern in drei Etappen gesehen.

Vielleicht liegt das auch daran, dass sich die Folge für mich weniger wie ein Staffelauftakt anfühlt als wie ein verspäteter Abschluss der zweiten Staffel. Man merkt an vielen Stellen, dass hier noch Dinge abgearbeitet werden, die eigentlich schon vor zwei Jahren hätten erzählt werden sollen. Dadurch fehlt ein wenig das Gefühl eines echten Neuanfangs.

Am meisten gestört hat mich die Struktur der Episode. Kaum beginnt eine Szene, springt die Handlung schon wieder woanders hin. Dann ist man bei Rhaenyra, kurz darauf in Königsmund, dann auf See, dann wieder bei einer anderen Figur. Natürlich gehört dieses große Ensemble mittlerweile zur Serie dazu, aber diesmal hatte ich oft das Gefühl, dass die Geschichte nie lange genug an einem Ort bleibt, um wirklich Spannung aufzubauen.

Dabei funktionieren gerade die ruhigeren Szenen erstaunlich gut. Emma D'Arcy liefert erneut eine starke Vorstellung ab. Rhaenyras Frust, ihre Wut und ihre zunehmende Verzweiflung sind jederzeit spürbar. Auch Aemond gefällt mir in dieser Folge. Er wirkt gefährlicher denn je, gleichzeitig aber auch verletzlicher, als er selbst wahrhaben möchte.

Überhaupt zieht sich das Thema Selbstüberschätzung durch die ganze Episode. Fast alle wichtigen Figuren glauben, die Situation im Griff zu haben. Fast alle liegen damit falsch. Das fand ich deutlich interessanter als manche der eigentlichen Kriegsszenen.

Der große Mittelpunkt der Folge ist natürlich die Schlacht in der Gurgel. Technisch gibt es daran kaum etwas auszusetzen. Die Effekte sehen hervorragend aus, die Musik trägt viel zur Atmosphäre bei und einige Einstellungen sind wirklich beeindruckend.

Trotzdem hat mich die Schlacht weniger gepackt als ich erwartet hatte.

Das Problem ist nicht die Umsetzung, sondern der Aufbau. Die Folge nimmt sich kaum Zeit, Spannung entstehen zu lassen. Statt sich konsequent auf diesen einen Schauplatz zu konzentrieren, wird ständig zwischen verschiedenen Handlungssträngen hin und her geschnitten. Dadurch fehlt die Zuspitzung, die frühere Höhepunkte von Game of Thrones so stark gemacht hat.

Hinzu kommt, dass einige der beteiligten Figuren für mich emotional nicht stark genug verankert sind. Man versteht, warum bestimmte Ereignisse wichtig sind. Man versteht auch ihre Auswirkungen auf den Krieg. Aber man fühlt sie nicht immer in dem Maß, wie die Serie es offenbar beabsichtigt.

Was mir dagegen sehr gefallen hat, war die Darstellung der Drachen. Die Folge zeigt erneut, dass diese Kreaturen keine präzisen Waffen sind. Sobald mehrere von ihnen gleichzeitig in den Kampf eingreifen, entsteht Chaos. Niemand kontrolliert die Situation noch wirklich. Freund und Feind geraten gleichermaßen in Gefahr. Gerade diese Unberechenbarkeit verleiht den Drachen eine Bedrohlichkeit, die weit über spektakuläre Feuerbälle hinausgeht.

Auch das Ende der Schlacht mochte ich. Die Serie widersteht der Versuchung, alles in einen großen heroischen Zweikampf münden zu lassen. Die entscheidenden Tode wirken abrupt, unspektakulär und dadurch umso härter. Niemand bekommt den großen Abgang. Niemand erhält einen würdevollen letzten Moment. Das erinnert an die frühen Jahre von Game of Thrones, als der Tod oft einfach kam und keine Rücksicht auf Erwartungen nahm.

Visuell bleibt vor allem das Bild der ineinander verkeilten Schiffe in Erinnerung. Solche Einstellungen zeigen, wie stark House of the Dragon weiterhin aussieht.

Am Ende bleibt für mich eine gute, aber keine herausragende Episode. Vieles ist handwerklich beeindruckend. Vieles funktioniert auf dem Papier. Trotzdem fehlt der Folge etwas. Vielleicht Ruhe. Vielleicht Konzentration. Vielleicht einfach die Zeit, ihre besten Ideen wirklich wirken zu lassen.

Ich bin weiterhin gespannt auf die Staffel. Die Grundlagen für interessante Entwicklungen sind vorhanden. Dieser Auftakt hat mich aber deutlich weniger mitgerissen, als ich es nach der langen Wartezeit gehofft hatte.
 
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